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Kasseler Meste Nachrichtm

Kasseler Abendzeitung

Hessische Abendzeitung

Stammet 205.

Donnerstag, 30. August 1928.

18. Jahrgang

Einzelpreis: Wochentags 10 Pfennig.

Einzelpreis: Sonntag- 20 Pfennig.

Anschluß-Offensive aus Oesteemch

Schafft keine Ruinen mehr!

>t zu trennen fei und

waren die Welt voll­erschienen, drei Mi- anwesend.

London, 29. August. (Eigene Drahtmeldung.) Pertinac berichtet aus Paris in Bestätigung sei­ner gestrigen Mitteilung, PoincarL habe Strese- mann bei der längeren Unterredung u. a. darauf hingewiesen, daß Staatssekretär Kellogg wäh­rend seines Parisere Aufenthaltes jede Erörte­rung internationaler Fragen ablehne und daß

London, 29. August. (Eigene Drahtmeldung.) Alle maßgebenden Rutzlandkenncr sind der An­sicht, daß die Sowjetregierung den Kelloggpakt ohne große Verzögerung unterzeichnen wird, je­doch mit der Einschränkung, daß eine Auslegung und Kritik des textlichen Vertrages gegeben wird. Litwinofs wird die Auffaffung vertreten, daß die Washingtoner Auffaffung über die Aechtung des Krieges nicht weit genug gehe. Er wird auch darauf Hinweisen, daß die britischen und ranzösischen Vorbehalte dem Plane Kelloggs viel von seinem inneren Werte nehmen.

dende interparlamentarische Union bekannten Parlamentarier aus aller zählig, zum Teil mit ihren Damen Außer Reichskanzler Müller waren

daher eine Grundlage für die praktische Ueber- prüfung der deutsch-französischen Probleme fehle. Dieser Hinweis sei so aufzufaffen, daß die End­lösung der Reparationsfrage von den interalli­ierten Völkerproblemen nicht zu trennen sei und daß die Rheinlandräumung nur in Zusammen­hang mit der allgemeinen finanziellen Regelung erörtert werden könne.

Schlutzansprache Profeffor Schückings wurde das Deutschlandlied gesungen.

DaS Schlußbankett der

Berlin, 29. August. (Funkdienst.) Zu dem gestrigen Ehrenbankett für die aus Berlin schei-

Berliner Weltfriedensfreunde.

gung entwickelt habe. Fern von jeder utopi­schen Einstellung habe die Union die Geister für die Sache des Friedens gewonnen. Durch die letzten Konferenzen habe die Welt erfahren, wie die vier großen Nationen, die amerikanische, die englische, die französische und die deutsche Nation von denen der Friede der Welt abhängt

tiefe Abscheu vor dem Kriege

bezeugten. Mögen recht bald die anderen Natio­nen dem bewunderungswürdigen Beispiele der großen Nationen folgen.

; Lin letzter Frie-ensgrrrtz.

Tiefe Kriegsabscheu der großen Rationen.

Berlin, 29. August. Bei den Festreden be- - tonte der englische Vertreter Shirley-Bam, die , Konferenz sei in jeder Beziehung geglückt. Das > persönliche Zusammentreffen von Menschen der verschiedensten Nationen bedeute ein großes Plus für die Bewegung der Völkerverständi­gung mit dem Ziele des dauernden Weltfriedens Er sei überzeugt, daß die Schwierigkeiten und Probleme, die noch zwischen den einzelnen Na­tionen zu erörtern seien, viel leichter durch ähn­liche Aussprachen zu lösen seien. Der Japaner ' Joda führte u. a. aus: Wir Japaner sind über­zeugt, daß die westliche Zivilisation der Welt noch viel zu bieten hat. Der französische Sena­tor Merlin erklärte, eine angenehnre Ueber- raschung sei es für die Franzosen gewesen, daß gerade das moderne Deutschland mehr und mehr den Weg zur republikanischen Versaffung und Freiheit und Gerechtigkeit unter den Menschen beschreite. Die französische Delegation freue sich dieses neuen Deutschlands. Und wenn wir, so schloß der Redner in der Heimat auf die Frage antworten sollen, was denn nun in Berlin ge­redet und beschlossen worden sei, dann werden wir ganz offen die Wahrheit über das sagen können, was wir in Deutschland gesehen haben, das aufrichtige Streben nach Frieden.

Ter Rumäne Prof. Pella wies darauf hin, daß sich die Friedensbewegung zu einer Rechtsbewe-

Das santteyarlament.

Als die Friedensfreunde Abschied nahmen.

(Von unserem Berliner Berichterstatter.)

Ohne ironischen Beigeschmack darf man die soeben beendete 25. Tagung der Interparlamen­tarischen Union, die im Deutschen Reichstag ab­gehalten wurde, als dasParlament oer Sanf­ten^ ansprechen Friedfertigkeit war der Haupt­programmpunkt dieser vielen hundert Parla­mentarier aus allen Zonen und Sanftmut zeich­nete sie als Masse und als Einzelwesen aus. Der stärkste Eindruck, den man überhaupt von diesem Parlament bekam, das von seinen opti­mistischen Freunden immer wieder als der Vor­läufer des künftigen Parlamentes aller

nister sowie der Reichstagsprästdent

Der Reichspräsident war vertreten durch Staats­sekretär Dr. Meißner. Rach den Ansprachen verschiedener Delegationsvertreter und einer

Völker der Erde angesprochen wird, ist die zwingende Tatsache, daß es sich in keinem Punkte von den Deutschen Reichstagen der letz­ten Jahre unterschied. Erst bei sehr scharfem Zusehen gewahrte man nicht gleich eine Samm­lung bemerkenswerter Charakterköpfe, sondern die dicht zusammengerückten zwanzig Japa­ner unter der Führung des Prinzen Sanetaka, Leute in allen Lebensaltern Grafen und Baro­ne aus der Kammer der Pairs, uralte mumien­haft aussehcnde Männer, einige mit zitternden Köpfen, aber auch jugendlich elastische Gestalten aus dem Abgeordnetenhaus, alle aber ganz Spannung, ganz Aufmerksamkeit, in jedem Au­genblick eine geschlossene Mauer von Beobachtern

Außer dieser japanischen Mauer machten die übrigen Machtvertreter ganz wie bei uns nur gelegentlich einmal einen Abstecher in den Sit­zungssaal, wenn nickt gerade eine ^Kanone" auf der Rednertribüne stand. Kanonen sind aber nun einmal selten, und in diesem Parlamente verpufften auch die glänzenden Redefeuerwerke sehr, sehr rasch, weil sie sich durch den Filter der Uebersetzung zwängen mußten. Gefilterte Feuer­werke! Eine waschechte parlamentarische Stil­blüte! Aber auch dieses belebende Element, diese unerläßliche auffrischende Dusche im Ernst und in der Langeweile der Abrollung von Reden und immer wieder Reden fehlte in diesem Par­lament. Erfrischung brachten nicht die Redner, sondern das klingt fürwahr seltsam die Dolmetscher, mindestens so tüchtig, so kundig, so gewandt wie die Dolmetscher des Völkerbundes von Genf. Phönomene an Sprachfertigkeit und Gedächtnis. Der eine schulmeisterte und belehrt ein wenig, der zweite, ungemein lebhaft, gibt auch die Körperbewegungen der Redner wieder, verdolmetscht, also noch deutlicher, wird blaß vor Erregung und blutrot vor Zorn wie sie und wirft ungemildert auch einen groben Klotz m der Uebersetzung so hinaus, wie ihn der Redmr in der Muttersprache gebracht hat. Mit voller Wut und erregten Gesten schleuderte er zum Bet­spiel das Wort eines Iren in den Saal:Man wird uns mit Recht vorwerfen, daß unsere ganze Organisation Humbug ist, wenn wir ge­genüber der Mißhandlung des ägyptischen Par­laments Zurückhaltung üben!"

Humbug?! Nun, wenn man Kompro­misse so nennt, dann sann gerade dieses Par­lament dem Humbug nicht ausweichen. Kom- promiflelt wurde ja fortwährend in den die Köpfe dicht zusammensteckenden nationalen Gruppen, die unausgesetzt die Wandelhallen be-

Not bricht Giseir.

Wird Oesterreich den Anschluß erzwingen?

Wien, 29. August. Wie ein Wiener Abend­blatt meldet, will Oesterreich die Anschlußfrage zum Gegenstand einer Anfrage bei den Signa- turmächten des Vertrages von Trianon machen. Der Schritt soll mit der immer schwie­riger werdenden wirtschaftlichen Lage Oester­reichs begründet werden.

völkerten. Kompromisselt wurde selbst mit den Photographen, die sich an die Gruppen heran­drängten und dieführenden" Männer her- ausangeln wollten. Dankbare Objekte sind sel­ten! Nicht alle machen die ehrwürdige Figur des belgischen Senators Lafontaine oder verfügen über ein interessantes Rübezahlgesicht wie der frühere dänische Minister Bo r g b j e r g, erinnern so auffallend an deutsche Typen wie der frühere Ministerpräsident S t a u n i n g, mit dem bedeutenden Tirpitz-Langbart und der be­deutenden Glatze. Nicht alle sind so kontrast­reich wie der Neger aus Guadeloupe, schwarzes Wollhaar, harthaariger Graubart, schwarzer Rock, schwarze Hände und über dem Handgelenk das blendende Weiß der natürlich sestgewachsenen Röllchen. Es fehlte nicht an Pikanterien. Ueber siebzig Ungarn, ein paar Mann stärker als die deutsche Gruppe, bedecken restlos den Sektor gerade der Kommunisten! Und Saklaivala, den indischen Weltrevolutionär, sah man nicht etwa schlank, sehnig und ein we­nig asketisch, sondern hier sah man ihn mit ganz nettem, sarkastisch stimmenden Bäuchlein und der zufriedenen Miene eines Bürgers, der ehrlich entsetzt sein muß, wenn die Weltrevolu­tion nun wirklich einmal losgeht. Am pikante­sten der Punkt der Tagesordnung, der sich mit der Entwurzelung der Macht der Parlamente und der Parlamentarier beschäftigt. Nun wis­sen wir wenigstens, daß es in der ganzen Welt so geht wie auch in Deutschland, daß der Par­lamentarier sich überall nicht mehr so recht sicher, fühlt. Und das gibt doch zu denken. -hff.

An Räumung nicht zv denken

Poinrare läßt Stresemann zappeln. Erst das große Schulden-Reinemachen.

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Silberne Frieöenshochzeit.

Was Schücking der Welt zuruft.

Berlin, 29. August. Professor Schücking ge­dachte der Persönlichkeiten, die die geistigen Un­terlagen für die I. P. U. geliefert hätten. Ein Franzose habe einmal im Anblick der Ruinen gerufen:Wir wollen endlich aufhören, Ruinen zu schaffen!" Sein Ruf sei nicht in Erfüllung gegangen. Und trotzdem sei cs ein großes Wort für die Zukunft, daß volle Gültigkeit behalte: Wir wollen aufhören, Ruinen zu schaffen!" Prof. Schücking erinnerte dann daran, daß jetzt in Berlin die 25. Tagung gleichsam die silberne Hochzeit der I. P. U. gewesen sei und lud die Mitglieder der Union ein, die goldene Hochzeit, das 50jährige Bestehen der Union wieder in Berlin zu feiern. (Stürmischer Beifall). (Siehe auch Informationen auf der 2. Seite.)

Fünf neue Unterzeichner,

Paris, 29- August. (Eigene Drahtmeldung.) Den Mächten, die sich bis jetzt bereit erklärten, dem Kriegsächtungspakt beizutreten, darunter Dänemark, Südslavien, Rumänien und Peru hat sich auch Norwegen angeschloffen.

Paris, 29. August. (Eigener Drahtbericht.) Die amerikanischen Botschafter haben alle Regie­rungen der Welt eingeladen, sich dem Kellogg. Vertrag ebenfalls anzuschlietzen. Gleichzeitig wurde den betreffenden Regierungen der Text des Vertrages überreicht.

Nachspiele bei Oer Naiiflkauon.

Berlin, 29. August. (Funkdienst.) Kabel- Telegrammen aus Newyork zufolge veröffentli­chen einundzwanzig Senatoren einen Aufruf an das amerikanische Volk, der sich gegen den Kcl- logg-Pakt deshalb ausspricht, weil in ihm die Pflicht zur Abrüstung fehlt.

London, 29. August. (Eigene Drahtmeldung.) Allgemein wird in Amerika mit der Ratifikation des Kelloggpaktes durch den Senat gerechnet. Es bestehen Anzeichen dafür, daß die amerikani­sche Regierung einige Schwierigkeiten hat, den Vertrag mit ihrer ForderungMehr Kriegs­schiffe" in Einklang zu bringen.

Affe Well will unterzeichnen

Moskau gibt wieder bittere Wahrheiten zu kosten.

ZobesoMet durch Echneestmme.

In Kleinasien geht eS früh los. Menschen und Vieh betroffen.

Athen, 29. August. (Eig. Drahtbericht.) Wie l aufgefunden. Auch viel Vieh ist auf den Wei- auS Trapezunt gemeldet wird, wütet im Bezirk Iden mngekommen. Der plötzliche Kälteeinbruch von ^apezunt seit einigen Tagen ein furcht- hat in der Bevölkerung ei« große Pamk her- barer Schneesturm. 10 Personen wurden erfroren! vorgerufen.

Gkanöerbeg m.

Besuch bei Europas neuestem König.

Von Dr. Philipp Paneth.

Ackmch Zog« bat ««ter de« biftorischea 9!e= me« Skanberbeg HL als König von Albanien , be« Thron bestiege«. Das «achfteheabe Inter­view wurde unserem Mitarbeiter in bet »ori- Be« Woche kurz vor bet Königswahl gewährt.

Es vergehen einige monotone Viertelstunden, 1 ms uns zwei Herren aus dem Gefolge des Re­genten in einem pompösen Auto aus dem Außenministerium zu Tirana abholen, um uns

SU Achmed Zogu zu geleiten. Die Fahrt geht durch schmale, krumme Straßen der dürftigen albanischen Metropole. Vor einem kleiner., weiß gestrichenen Neubau, der mehr der Som- mervilla eines deutschen Mittelständlers ähnelt als dem Palast eines zukünftigen Königs, hält der Wagen, hinter dem Gittertor tauchen fehr beweglich einige operettenhast gekleidete Gar-

; deoffiziere auf, die beide Flügel des Tores auf. reißen und feierlichst salutieren. Ein kleiner

t nervöser Herr im schwarzen Gehrock, der Emp­fangschef, eilt die Treppe zu uns herunter und geleitet uns in die Garderobe, wo wir uns der überflüssigen Kleidungsstücke entledigen. Wir

' treten in einen ziemlich kahlen Saal, der den Eindruck eines gut bürgerlichen Salons obne

, Komfort macht. Ueberall an den Wänden hän­gen fast lebensgroße Bilder von Achmed Zogu, auf einem Tisch steht man die Portraits des

italienischen Königspaares und Mussolinis

Einige Waffen, ein paar bunte Teppiche wollen Eleaanz und Behaglichkeit Vortäuschen. Rach einigen Minuten wird die Portiere vor einer

1 Türe langsam auseinander gezogen: ein lä­chelndes braunes Gesickt unter sorgfältig po- madistertem Scheitel erscheint, nickt uns zu, dann tritt die ganze Gestalt in den Saal und verbeugt sich zeremoniös. Auch dieser Herr trägt den schwarzen Gehrock, es ist der Privatsekretär. Wir wechseln einige Worte, das Geräusch von Schritten, der Herr Privatsekretär richtet sich militärisch stramm auf: in der Portiere steht der Regent. Achmed Zogu ist kräftig, fast robust, in einen weiße mit goldenen Verschnürungen gezierte Phantasteunisorm gekleidet, die mit un. zähligen Orden und Medaillen geschmückt ist. Er reicht uns leger seine auffallend große Hand und beginnt gleich eine herzliche itali-uische Un­terhaltung. Seine Stimme ist sonor, seine Be­wegungen ungezwungen, er macht den Eindruck eines überlegenen, alle Dinge ruhig abwägen­den Mannes. Er geleitet uns gleich in fein Arbeitszimmer: Auf dem großen Dipkvmaten- schreibtisch sind Bücher, Zeitschriften, maschinengeschriebene Akten und Dokumente in wilder Unordnung aufgchäuft. Er erkundigt sich nach dem Verlauf unserer Reise und fragt . uns, wie uns Tirana gefalle. Als sich seine Fragen erschöpft haben, wird er ein wenig ner­vös, reibt sich die Hände, die sorgfältig mani­kürt sind, und betrachtet mit einem abwesenden, etwas koketten Lächeln seine goldverzierten Manschetten; dann nach einer längeren Pause beginnt er ohne Einleitung über die nunmehr geoibneten politischen Verhältnisse Albaniens zu sprechen, über die Angriffe Jugoslaviens und der Presse hinsichtlich seiner Mitschuld an der Ermordung des früheren Prager Gesandten. Dabei zuckt es nervös in feinen Mundwinkeln,

er beteuert fortwährend seine Unschuld, versichert, uns sein aufrichtiges Bedauern. Dann wendet sich das Gespräch und er beginnt von der innerpolitischen Lage Albaniens zu erzäh- len:Wir sind ein reiches Land, aber auf Im­port und freien Handel angewiesen. Wir ha­ben in Italien eine bedeutende Stütze und des­halb ist es begreiflich, daß wir eine Annäherung an Italien, das so groß und mächtig ist, suchen. Sicherlich, die Absichten Italiens sind uns be- tonnt, aber wir haben Hugoslavien gegenüber niemals einen Hehl aus unserer Zuneigung zu Italien gemacht, denn wir haben absolut keine moralischen oder wirtschaftlichen Verpslichtun- gcn und werden deshalb Jugoslavien keine Konzessionen machen.

Was Deutschland anlangt.

so haben wir von dort besonders viel technische Artikel, Maschinenbestandteile in den letzten Monaten bezogen. Aber wir geben gerne zu. daß wir bemüht sind, auch hierin unseren Be­darf möglichst aus Italien zu decken, da wir dort günstigere Bedingungen haben". Achmed Zogu spricht viel und lang, aber seine folgenoei. Ausführungen entbehren oft der Logik uno uu inneren Ueberzeugung. Immer wieder ßleiun seine eitlen Blicke über seine schöne Uniform, e: schlägt ostentativ mit dem großen Stein feine- Ringes auf die Tischplatte, kreuzt nachlässig toi- eine mondäne Frau die Beine. Er scheint alle-' was er sagt, einstudiert zu haben, er kommt ins Stottern, obwohl er das Italienische fließen!