Kasseler Neueste Nachrichten
KaffeLer Abendzeitung
Sajklct Neueke- NaLrtchle» «rlcheinrn wöchenllicb lechSmal nachmittags. D«c AbonncmenlSvreis betragt für den Monat 2.20 Jt bei freier Sitfteflnita ^etoättbiteUe abgebolt 2.-4. Durtd die Poft monatlich ausfchlteklich Zuttellungsgebüdr Kernfvrecher 951 und SSL. Kür nnverlangt etugefanbie »en-äge kann die Redaktion eine SBerdntroortung oder Gewähr in keinem Kalle übernehmen. Ruckzablung des Bezugesgeldes oder Anfvrüche wegen etwaiger nicht ordnnngsmatziger Lieferung ift ausgeschloffen. - Pottfcheckkonto Krankfurl a. M. Nummer 6Z8V. Ginielnummer W 4. SonntagSnnmmer SO 4.
•O.
Hessische Abendzeitung
Anzeigenpreise: Einheimische Gelchäftsanzeigen die mtu-Zeike 10 4. auswärtige ®eicbäft&anjeigen die ww-Zeile t(t 4 Kamtlienanzeigen die wm-Zeile 10 4. Kleine Anzeigen aui» Kaffes das Wort 6 4 auswärtige Kleine Anzeigen die mm- Scile 16 4. Reklame» die mm.rfeUe 88 4 Cffertgebübr 25 4 (bei Zustellung 85 4 >. Rechnungsbeträge innerhalb 5 Tagen zahlbar. Kür die Richtigkeit aller durch Kernfvrecher abgegebenen Anzeigen sowie für Aufnodmedaten und Plätze kann nicht garantiert werden Kür Anzeigen mit beio nders schwierigem Satz 100 Prozent Aufschlag Druckerei: Schlachihosstr. 28'80. Geichäftsftelle: Köln. Sir. 5.
Sonntag, 26. August 1928.
18. Iat rqang
EinzetpreiS: Sonntags 20 Pfennig.
Rnmmer 202. Einzelpreis: Wochentags 10 Pfennig
Sin Srauertag der Dollannetropole.
So
HIMMItlt in Wort.
Wieder ein Szeanffug gcftfieilert
... aber schon bereitet Levin« in England einen neuen Start vor.
Furcht vor Attentaten.
Die verfrühte Ankunft Kelloggs in Paris.
Paris, 25. August. (Drahtbericht.) Es hat den Anschein, daß die verfrühte Ankunft Kel- loggS in Paris von den Polizeibehörden insze- niert worden ift. Man befürchtete offenbar ein
Paris, 25. August. (Drahtbericht.) Der Son derberichterstatter des Matin, der zusantmen mit Kellogg und Mackenzie King dem kanadischen Außenminister im Sonderwagen des Staats sekretärs die Reise von Le Havre nach Paris, wo Kellogg gestern mittag eintras ,mitmachte, gibt die Unterrebung wieder, die er mit Kellogg führte: Kellogg erklärte, er habe in Le Havre absichtlich den Ausdruck gebraucht, „daß der An. tikriegspakt dazu bestimmt sei, den Ausbruch eines Krieges schwieriger zu gestalten." Diese Wendung enthalte eine Hoffnung, die jeder hegen könne, und von der man auch nicht be haupten könne, daß ihre Verwirklichung nicht möglich sei. Er habe die aufrichtige Ueberzcu- gung, daß durch die Unterzeichnung des Paktes alle moralischen Kräfte, die in der Welt gegen den Krieg arbeiten, gesammelt und gestärkt wür- den. Auf eine weitere Frage des Journalisten wies Kellogg darauf hin, daß Erforderniffe praktischer Art empfohlen hätten, die Zahl der Erstunterzeichner zu beschränken. Man hätte die neuen Unterzeichner nicht des Rechtes berauben können, ihrerseits über den Entwurf zu verhandeln und Einwendungen zu erheben. Wohin hätte es geführt, wenn man mit 52 Ländern hätte verhandeln wollen? Es schien daher am besten, zuerst mit denen zu unterzeichnen, die sich völlig einig waren, und dann die anderen aufzufordern. Er hoffe, daß auch die anderen ihre Unterschrift geben werden. Seine Freude an seinem Werk würde nicht vollständig sein, wenn die Unterschrift eines großen zivilisierten Landes fehle.
Le Bourget, 25. August. (Drahtbericht.) Das Flugzeug „Frankreich" ist heute früh 6,09 Uhr »u dem geplanten Fluge nach Newyork aufge- ftiegrn, aber um 6L1 Uhr wieder hier zurück- ! gekehrt. Die Gründe für den abgebrochenen Flug wurden noch nicht bekannt gegeben.
Paris, 25. August. (Drahtbrricht.) Der Start des Flugzeuges „Frankreich", den bi« Flieger Coldouret, Mailly ■ NeSle und Mailloux in der vergangenen Nacht vorbereitet hatten, gestaltete ich außerordentlich schwierig. Das Flugzeug chwankte stark und verlor kaum 1000 Meter vom etortbunhe entfernt ,das am Schwanz befindliche »ad. Gleichzeitig bemerkte man, daß anS einem der Tanks daS Benzin auslief. Das
Untergrundbahn herrschenden erstickenden Hitze und liefen an den Gleisen entlang zur nächsten Station. Rach einer Meldung des „Newyork Herald" soll sich die Zahl der bei dem Untergrundbahnunglück in Newyork Umgekommenen auf 22, die der Verletzten auf über 100 belaufen
Der aus neun Wagen bestehend: Zug war voll besetzt mit Büroangestellten. Fünf Wagen des Zuges waren bereits durch die Weiche hindurch gefahren, als diese sich umstellte. Der sechste und siebente Wagen wurde gegen die Tunnelwand gedrückt und zertrümmert. Die zwei letzten Wagen wurden stark beschädigt. Es entstand eine furchtbare Panik. Die Menge suchte sich in wil- der Flucht zu retten, und in ihre Schreie mischten sich die Wehklagen der Verletzten und der Sterbenden. Das Unglück ift eines der surcht- barsten, die bisher auf der Newyorker Untergrundbahn vorgekommen find
DkrzwlSles Problem
Zum Genfer Rationalitäten-Kongretz.
Nachdem die Völkerbundsligenunion im Haag und auch die zurzeit in Berlin tagende Interparlamentarische Union sich mit der Frage des Minderheitsrechtes befaßt haben, wird auch in diesem Jahre wieder in Genf der nunmehr 4. Nationalitätenkongreß vom 29. bis 31. August seine Beratungen ausnehmen. Die Nationalitätenfrage, deren Entstehen eine Frucht des vorigen Jahrhunderts ist, gehört zu denjenigen grundsätzlich bedeutsamen Problemen, die der Kriegsausgang teilweise völlig ungelöst, teilweise noch besonders verwickelt und zugespitzt den Baumeistern eines neuen friedlich gesinnten und in sich gesicherten Europa hinterlassen hat. Die Friedensabmachungen haben die nationalen Zusammenfaffungsbestrebungen auf staatlichem Gebiete sehr weitgehend berücksichtigt, soweit es sich um Wünsche der den siegreichen Mächten nahestehenden oder ihnen unmittelbar zugehörigen Volksgruppen gehandelt hat. In die neuen Staatengebilde sind aber, da nicht das Selbstbestimmungsrecht der Nationen, sondern rein politische Gesichtspunkte und zum Teil auch wirtschaftliche Wünsche über das Nationalprinzip hinweg die neuen Grenzen gezogen haben, fremdnationale Gruppen mit einbezogen worden. Rur einigen der neuen Staaten ist die Achtung des national-kulturellen Eigenlebens dieser Gruppen vertraglich auserlegt worden, während andere nationale Gruppen ihren neuen Herren völlig rechtlos überliefert worden sind. Die aus diesen Bestimmungen sich ergebenden Zustände haben nun zu dem Zusammenschluß aller europäischen Nationalitätengruppen Europas die Veranlaffung gegeben. Tatsächlich ist diese Zusammenfassung auch in sehr weitgehendem Maße zustande gekommen. Die Wahl der Stadt Genf zum ständigen Tagungsort war durch den Sitz des für die Ueberwachung der Minderheitenverträge zuständigen Völkerbundes gegeben.
Attentat anläßlich des Jahrestages der Hinrichtung von Sa«o und Vanzetti. Es war zunächst vorgesehen, daß der Zug auf dem Gleis Nr. 26 einfahren sollte. An den entsprechenden Ausgängen hatten zahlreiche uniformierte Polizisten Aufstellung genommen, sodaß das dort ziemlich zahlreich versammelte Publikum der Ansicht war, der amerikanische Staatssekretär werde hier den Bahnhof verlassen. Tatsächlich fuhr aber der Zug auf dem Gleis Nr. 1 ein, dem ein anderer Ausgang entspricht. Dort befanden sich keine uniformierten Polizisten. Dagegen stand eine große Anzahl Detektive Spalier bis zum Aus- gang. Auf dem Bahnsteig befand sich im Augenblick der Ankunft nur Polizeipräsident Chiappc, ferner ein anderer Polizeichef und der Protokollchef, dagegen nicht einmal der amerikanische Bot- schafter Herrick, der erst zehn Minuten später eintraf. Kellogg wurde gewissermaßen im Sturmschritt nach dem Automobil Herricks ge leitet und schien nicht wenig verwundert über den ebenso geheimnisvollen wie nüchternen Empfang. Die kommunistische „Humanitö" führt die vorzeitige Ankunft de8 Sonderzuges auf die Furcht vor Arbe""rkundgebungrn zurück und kündigt nun für Montag kommunistische Kundgebungen an.
Entgleisung eines Zuges fordert 22 Tote und über 100 Verletzte. - Panik in den Unter- grundbahntunnels, als der Strom aussetzte.
Newyork, 25. August (Drahtbericht.) Gestern abend entgleiste ein Zug der Newyorker Unter- grundbahn. Rach den ersten, noch nicht bestätigten Meldungen sollen 25-30 Personen getötet worden sein. Polizei und Feuerwehr arbeiten teberhaft, die eingeschloffenen Fahrgäste zu be* reten. neueren Meldungen entgleiste der letzte Wagen des Untergrundbahnzuges, als der Zug die Station Times Square verließ. Eine Sette des Wagens wurde weggeriffen. Sofort wurden Polizeireserven, Krankenwagen und Feuerwehr alarmiert, die schnellstens zur Unglücksstätte eilten. Der elektrische Strom wurde abgestellt, wodurch der gesamte Untergrundbahnverkehr im Westen RewyorkS lahmgelegt wurde Da sich das Unglück in der verkehrsreichsten Abendstunde ereignete, entstand ein riesiges Gedränge auf allen anderen Stationen. Viele ver- ltetzen die stikliegenden Züge wegen der in der
Man kann sie au den Fingern herzählen.
Eine Ausnahme mach! natürlich der Reichslags- Präsident, der den dritten Platz m der republtka- ntfdjen Rangordnung einnimmt und unmittel, bar Ijntter dem Reichspräsidenten und dem Reichskanzler rangiert. Es ist selbstverständlich, daß er als Vertreter des Reichsparlaments bei allen offiziellen und inoffiziösen Gelegenheiten erscheint. In Bezug aus die Repräsentation hat man ihn den Reichsministern gleichgestellt, ^eine herrliche Dienstwohnung, das sogenannte PrSudentenhaus, liegt gegenüber dem Reichstag Ecke Somnlerstraße und Reichstagsufer; auch er- halt er eine Aufwandsentschädigung, die den Bezügen der Reichsminister gleichkommt.
gibt er denn allwinterlich eine Anzahl
Gesellige VoMikee.
Der Reichstag in der Berliner Gesellschaft. " 6d Löhes. I Schöne Männer im Reichstag. / Parlament unb Industrie. I Am PSW.'«**'» R«0 di- Demokraten. I Der viclb«. schastigte Georg Bernhard. / Lein Sinan,ball ohne Meyer.
Von den Mitgliedern des Reichstags hört und steht man nicht allzuviel in der Berliner Gesellschaft. Das ist kein Wunder, gibt es doch eigentlich nur zwei Sorten von Reichsboten, die einen, die nichts weiter als Stimmen sind, die nur zu den Plenarsitzungen nach Berlin kom- men und die anderen, die in den Ausschüssen fitzen, und mit parlamentarischer, journalistischer und Parteiarbeit so überlastet sind, daß sie wirklich keine Zeit für gesellschaftliche Verpflich- tungen haben. Natürlich trifft man die Frak- ttonssührer bei den offiziellen Diners, die der Reichspräsident und der Reichskanzler, der Preu- ßtsche Ministerpräsident und die Reichsminister geben. In der übrigen Welt der Geselligkeit steht man nur die wenigen, die wirklich Spaß an dieser haben.
Der Kellogg-Patt wird abgeändert
... wenn die erstunterzeichnenden Mächte es wünschen. — Furcht vor Kundgebungen bei Kelloggs Ankunft in Paris.
parlamentarischer Bierabende, bei denen meistens Vorträge gehalten oder Musik gemacht wird. Paul Löbe und seine klu- ge, gewandte Gattin Clara Löbe, sind beide -Lchlezier. Und sie haben alle liebenswerten dieses deutschen Volksstammes, Gastlichkeit, Natürlichkeit und Frohherzigkeit, so- daß sich feder im Präsidentenhause wohlfühlt, ob er nun ein frohes Fest in den herrlichen Raumen des ersten Stockes mitmacht oder aber tn den behaglichen Wohnräumen des zweiten Stocks im kleinen Kreise Tee trinkt. Von den sozialdemokratischen Reichstagsabgeordneten steht man außer Löbe Dr. Rudolf Breitscheid viel in der Berliner Gesellschaft. Groß, schlank, entent fcbmalen Gesicht von englischem Typus, gehört er, trotzdem er der Mitte Fünfzig mehr fern ist, immer noch zu den Beaus des Reichstags, die in diesem wie in allen früheren fehr dünn gesät sind. Von den Deutsch- nationalen ist Professor Hoetzsch „le plus repan- du wie der Franzose sagt. Am häufigsten von den Zentrumsleuten sieht man Hermes und Wirth. Von der Wirtfchaftspartei geht Proses- sor Bredt vtel aus. Freilich ist er einqesleisch- ter Junggeselle wie Josef Wirth. Ein weit größeres Kontingent zu den Freuden und Lei- den der Berliner Gefelligkeit stellt die Fraktion fcer Volkspartei. Da ist Herr Kalle von der I. G. Farbenindustrie, dessen parlamentarifche
Herrendiners im Adlon
uch großer Beliebtheit erfreuen, Herr von Kar- dorff, dessen Gattin Katharina von Kardorff- Ohetmb eine der führenden Rollen in der Ber- liner Gefellfchaft spielt, endlich die Herren von Raumer und Freiherr von Rheinbaben (Unser außenpolitischer Mitarbeiter. Die Red.), Herr von Raumer, der feit 1918 als geschäftsführen- de« Vorstandsmitglied dem Zentralverband der Deutfchen elektrotechnischen Industrie angehört, ist gewissermaßen Verbindungsoffizier zwischen dem Reichstag und der deutschen Elektrizitäts- industrie. So trifft man ihn denn viel in den Hausern ter führenden Männer dieser Jndu- »rie und der ihr nahestehenden GrohbankierS. Bo«, allen Reichstagssraktionen hat die demokratische wohl die
engste Fühlung mit der Geselligkeit des neuen Berlin. Da ist Georg Bernhard, den man überall sieht, wo etwas los ist, der Mann, aufreibendste und nervenanspan- nendste Arbeit im großen Deutfchland täglich nB."« Sleichzeitig Direktor bei
Uuftein=25crl08c§, Chefredakteur und Sonntags- ultartitler der Vossischen Zeitung, Professor an der Handelshochschule Berlin, Vorsitzender des ReichsverbandeS der Deutschen Presse, und seit den Wahlen 1928 Mitglied der demokratischen Reichstagsfraktion. Dazu kommt, daß er und
"LL^,^Ä"^,1^Eressierte Gattin, Frau grt$e Bernhard, nicht nur selbst ein große- Hans machen, sondern auch einen so großen
d'e ssch in ihrer Souveränität beengt und in einer Minderheit. So ist denn die Stellung zur eXQa.4ln Kulturautonomie und ihren Grundbedingungen versetzt fühlen. Voraussetzung für die Durch- gewissermaßen ber Prüfstein dafür ob es sich sührung einer kulturellen Autonomie ist natür- wirklich um echte an sich leben»Miae Ration^ lich die innere Kraft und das Selbstbewußtsein tatengrWen $anbHt ^-mali-
Dieser internationale Jnternationalitätenkon- greß ist wohl das komplizierteste Kongreßgebil- be, das man sich denken kann. Es deckt sich die Nationalität niemals mit dem dieser Nationalität volksmäßig am nächsten stehenden Staate. Und so ergeben sich für Haltung und Entschlüsse der Vertretungen, wie die Dinge praktisch nun einmal liegen, Rücksichtnahmen und Beeinslus- sungen seitens nicht nur ber gastgebenden Staaten, sondern auch derjenigen Staaten, mit benen die Minderheiten durch Volkszugehörigkeit besonders verbunden sind. Diese Spannun- gen haben im vergangenen Jahre sogar zum Austritt einer bestimmten Minderheitengruppe, der Polen, Dänen und Wenden aus dem Deutschen Reich, geführt, weil diese Gruppen, wie es in ihrer ganzen Haltung zum Ausdruck kam, sich immer mehr nicht als Vertreter der gemeinsamen idealen Minderheitenziele, sondern als Exponenten der ihnen volksmäßig nahestehenden Staaten fühlten, an die, wie die Dinge liegen, die Minderheitenwünsche sich In erster Linie richten.
Um die Arbeitsfähigkeit eines Rationalitä- tenkongreffes zu gewährleisten, mußte die territorialpolitische Seite der Nationalitätenfrage, die Verwirklichung des SelbstbestimmungSrech- teS zunächst einmal völlig ausgeschaltet werden. Eine Verquickung ber territorialen und kulturellen Fragen würde den Kreis der Mitarbeiter biS zur Bedeutungslosigkeit eingefchränft haben und die Zusammenarbeit mit dem Völkerbund fast unmöglich gemacht haben. Man nahm es hin, daß die Ruthenen und Weißrussen aus Po- kn, denen die Verwirklichung deS Selbstbestimmungsrechtes an erster Stelle steht, sich auf die Rolle der Zuhörer zurückzogen. Auch bei einer noch fo idealen Verwirklichung des Selbstbe- stimmungsrechter würden immer noch nationale Volksgruppen in fremden Staaten zurückblei, den. Die Regelung und Anerkennung ihrer nationalen Gewissensfreiheit in der gleichen Weife wie heute die religiöse Gewissensfteiheft Allge- meingut aller zivilisierten Staaten geworden ist, verlangt die Schaffung einer Anzahl von grundsätzlichen Begriffs- u. Rechtsbestimmungen, um einen FriedenSzustand in Europa herbei zuführen. An der Schaffung und Anerkennung dieser grundlegenden Bestimmungen arbeitet der Nationalitätenkongreß. Richt ein Minder heften- ,,Schutz- ist nach der Übereinstimmenden Ansicht aller Minderheiten da« Jdealziel der Rationali- lätenbewegung, sondern die kulturelle Autono- mie. die im Rahmen des Staates alle sprachlich-kulturellen Fragen In eigener vom Staate anerkannter Selbstverwaltung regelt. Der Mi», derheitenschutz in ber bisherigen Form ruft unwillkürlich Widerstände der Staaten hervor,
Flugzeug stieß dann an eine Telephonleitunq, wobei die Motorhaube eingedrückt wurde. Mir knapper Not gelang es dem Piloten, einer Starkstromleitung auszuweichen und wieder auf dem Flugplatz zu landen.
Levtnes DvrveretttlngkN
London, 25. August. (Drahtbericht.) Auf C»Vden wird gegenwärtig eine Startbahn von reichlich 1,5 Kilometer Länge »«bereitet, um den Abflug des amerikanischen Millionärs Levtne nach Amerika zu ermöglichen. DaSFlugzeug, daS von Dessau abflog und in Amsterdam gelandet ist, wird heute hier erwar- tet. (Siehe auch Meldung „Aus aller Welt'.)
Deutschland in Genf.
Der Reichskanzler führt die Delegation.
Berlin, 25. August. (Drahtbericht.) Zu dem Kabinetisbeschluß über die Reise des Reichskanzlers nach Genf wftd noch gemeldet, daß der Reichskanzler nur für die Vollversammlung des Völkerbundes die Führung der deutschen Delegation übernehmen werde. Für die vorher stattfindende Tagung des Rates werde dagegen, wie im Juni, der Staatssekretär im Auswärtigen Amt, Dr. von Schubert» der Wortführer DeutfchlandS fein.