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Kasseler Neueste Nachrichten

Kasseler Abendzeitung

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Nummer 191.

Einzelpreis: Wochentags 10 Pfennig.

Dienstag, 14. August 1928.

Einzelpreis: Sonntags 20 Pfennig.

18. Jahrgang

Das Turnier Kroatien Serbien beginnt.

ÄSLrAW- Das neue Programm von Agram

Bürger des Staats.

Die Kasseler Berfaffungsfeier in der Stadthalle.

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gültiges vorgenommen werden kann, als der Wille zum Durchhalten besteht.

trotz des tschechischen Systems im guten Glau- Aussenpolitik äußerte er sich nur kurz und er den an das Fortbestehen des Deuschtums. Man klärte, Amerika werde immer eine Politik des ift sich bewußt, daß man keine großen Mittel in Friedens und der Abrüstung befürworten.

Verhaftete Gchwtndeiarzte.

Mailand, 13. August. (Drahtbericht.) In Neapel verhaftete die Polizei zahlreiche ungef^- lich praktizierende Aerzte und Laien. Die meisten Aerzte befanden sich im Besitz zweifelhafter ame­rikanischer Diplome. ES gab sogar Leute, die gänzlich Laien waren und nach dem Ableben eines ArzteS dessen Tätigkeit übernahmen.

pariser Echo.

Auf Radbruchs Berfaffungsrede.

Paris» 13. August. (Drahtbericht.) Die Re­de Dr. Radbruchs bei der Berfaffungsfeier im Reichstag, insbesondere feine Ausführungen zu der Anfchlutzfrage, finden in der Pariser Presse große Beachtung. Z«m ersten Male, so schreibt der Temps, nimmt man in Bersin bei einem amtlichen Anlaß klar Stellung für den Anschluß. Bisher hat man eine gewisse Zurückhaltung be­obachtet, indem man Privatpersonen dieBerant- wortung dafür überließ, die Anschlutzbewegung zu organisieren. Auf alle Fälle müsse man seft- halten, daß die Deutschen der Ansicht find, der Anschluß Oesterreichs an das Reich sei eine der Bedingungen zur Schaffung des deutschen Ein­heitsstaates. Diese Anschauung unterscheide stch allerdings merklich von der, die man in Wien vertrete. Es handele sich für Berlin weit mehr um ein Aufgehen Oesterreichs in den deutschen Einheitsstaat als um eigentlichen Anschluß.

zwischen Kroatien und Serbien. Pribitsche- witsch und seine Anhänger wollen bis spätestens Donnerstag eine gemeinsame Sitzung des bäuerlich-demokratischen Blocks einberufen und Dr. Matschek um Aufklärung bitten, welche Folgerungen er aus dieser programmatischen Erklärung zu ziehen gedenke. Die Leitung des bäuerlich-demokratischen Blocks liegt in den Händen eines Ausschusses, dessen Präsident Dr. Matschek ist und dem Pribitschewitsch, Dr. Trumbitsch und Predawetsch angehören. Pri- bitschewitfch und seine Anhänger wünschen eine Staatsrechtsresorm, dir die Grundlage der ge­genwärtigen Verfassung anerkennt. Dr. Matschek und wohl auch Predawetsch verlangen dagegen eine« selbständigen kroatischen Staat. Dr. Trumbitsch geht etwas weniger weit: Er ver­langt eine Berfassungsreform auf föderalisti- scher Grundlage. Das Zusammenwirken zwi- sche Pribitfchewitsch und den übrigen kroatischen Führern wird also einer schweren Belastungs­probe ausgesetzt sein.

Raditschs Bestattung ruhig verlaufen. Die politischen Erben über die Lösung der kroa­tischen Frage.

rrellogg und Stresemann.

Interessante Pariser Vermutungen

Paris, 14 August. (Drahtbericht.) Die Vor- bereitungen für die Pariser Feierlichkeiten an­läßlich der Unterzeichnung des Kelloggpattes werden umso eifriger betrieben, als man in politischen Kreisen zu wissen glaubt, daß Kellogg nicht gleich nach der Unterzeichnung Paris ver­lassen werde, und daß der Besuch des deutschen Außenministers Dr. Stresemann nunmehr alS icher gelten könne. Die Ueberzeugung, daß der »rutsche Außenminister zur Unterzeichnung per­sönlich nach Paris kommen werde, stützt sich auf die Absicht KelloggS, noch länger in Paris zu verweilen, wodurch eine gegenseitige Fühlung­nahme des amerikanischen und des deutschen Außenministers ermöglicht werde. Die zusagende Antwort des Berliner Auswärtige« Amtes wird i« diesen Tagen erwartet.

Es ist mit den Grenzländern allenthalben das gleiche: der neue Staat, dem sie zugeteilt sind, die Partei dieses Staates versucht auf alle mögliche Weise das fremdsprachige oder fremd- rassige Volkstum zu verschlucken, so unterzuord­nen, daß es im Rahmen der staatlichen Ange­legenheiten nichts mehr zu sagen hat. Selbst­erhaltungstrieb jedes neu gebildeten Reiches. Rur die einen erreichen diese Absorbierung mit wenig großen Gesetzen und vielen kleinen Schikanen, die anderen wenden ein großzügig angelegtes System an und überlassen die gründ­liche und endgültige Auswirkung dieses Systems dem Lauf der Jahre.

Das Prinzip des groß angelegten Systems wendet die Tschechoslowakei dem deutschsprachi­gen Gebiet seines Reiches gegenüber an, befreit damit zwar das dortige Deutschtum von den hundert kleinen Schikanen von Bürger zu Bür­ger, von Partei zu Partei, geht aber darauf hinaus, dieses Deutschtum im Laufe der nächsten fünf oder zehn Jahre zu völliger Machtlosigkeit, wenn nicht Hilf- und Schutzlosigkeit zu verur­teilen Die zwei Minister, die die beiden großen deutschen Parteien schließlich stellen konnten, ha­ben nicht genug Einfluß, die geschlossene Reihe deutscher Partelen ist insofern durchbrochen, als eben der deutsche Kommunist wie überall in Deutschland zuerst international und dann erst deutsch denkt, während der tschechische Kommu­nist doch zuerst Tscheche ist. Der deutsche Kom­munist rechnet also in der Tschechei nicht mit, und trotz der großen Zahl deutscher Steuerzah­ler ist der Deutsche derienige, der an die Wand gedrückt wird. Und, wie gesagt, mit einem groß angelegten System.

Wer heute längs der tschechoflowakischen Grenze reist, wer in Prag, in Karlsbad, in Bodenbach zu tun hat, dem wird sofort auffül­len, daß überall, wo noch vor wenigen Jahren deutsche Beamte saßen, tschechische amtieren. Man hat also ganz allmählich den deutschen Be-

Der große Tag von Wilna.

Ruhiger Verlauf des Legionär-Festes.

Wilna, 13. August. (Drahtbericht.) Die pol­nische Legionär-Tagung ist ruhig und ohne Zwi­schenfall verlaufen. Die Teilnehmer und Presse­vertreter sind gestern abend ;«m größten Teil wieder nach Warschau abgereist. Pilfudski, die Generalität und die meisten Legionäre sind noch in Wilna geblieben. Man weiß nicht, ob diesem Umstande besondere Bedeutung beizumeffe« ift. Unter de« zahlreichen ausländischen Pressevertre­tern befanden sich auch sieben litauische Journals, fiten, die mit ausdrücklicher Zustimmung des li­tauischen Ministerpräsidenten Woldemaras und der polnischen Behörden den Abend vorher die sonst gesperrte Grenze im Auto passierten, um der Tagung beizuwohnen.

Halle, 13. August. (Drahtbericht.) Auf dem Bahnhof in Wippra (Bezirk Halle) wurden zwei Falschmünzer festgenommen, ein Maler und ein Schneidermeister aus Halle. Die beiden Ver­hafteten unternahmen ihre Raubzüge im Auto von Halle aus. Ihre Taktik war, Heine Ein kaufe zu machen und sich aus die Falschstücke herausgeben zu lassen. AlS die beiden Verbre­cher merken, daß man ihnen aus der Spur war, warfen sic eine Kiste mit falschen Zweimark­stücken aus dem Auto.

Belgrad, 13. August. (Drahtbericht.) Unter großer Beteiligung der Stadt- und Landbevölke­rung fand gestern in Agram die Beerdigung Stefan Raditschs statt. Die Trauerfeier verlief in würdevoller Weise und größter Ruhe.

Agram, 13. August. (Privattelegramm.) Un mittelbar nach der Bestattung Raditschs wird die große politische Auseinandersetzung um das Schicksal Kroatiens beginnen. Es mutz mit einer außerordentlichen Verschärfung der Lage gerech net werden. Präsident Matschek hat in seiner Rede in der Trauersitzung des Landtags die fol­gende programmatifchen Forderungen gestellt: Eine gesetzgeberische Verwaltung, technisch und finanziell selbständiges Kroatien, in dem das kroatische Bauernvolk selbst regieren soll. Diese Formel hat insbesondere in den Reihen der Un­abhängigen Demokraten große Bestürzung her- vorgerufen, denn sie bedeutet die

Forderung eines selbständigen Kroatien und leugnet jede verfassungsmäßige Bindung

amten an der Bahn, der Post, den Behörden entlassen, und zwar nie ganz grundlos, sondern immer mit irgend einer Ausrede, daß er angeb­lich die Staatssprache nicht beherrsche, die neuen Verhältnisse nicht genug kenne usw. Außerdem hat man die neu besetzten Stellen nach Möglich­keit mit verheirateten oder schon kinderreichen Tschechen besetzt, um auf diese Weise das Ueber- maß des Deutschtums in den Grenzstädten zu schwächen. Diesen Leuten ist auf großzügigste Weise Wohnung geschafft, gebaut worden; ihren Kindern werden überall prächtige Schulen ge­gründet. Da ist z. B. vor zwei Jahren in dem kleinen Nestchen Tyssa eine Oberförsterei regel­recht ausgehoben worden, mit der Begründung, daß hier eine tschechische Schule errichtet werden muß. Der deutsche Oberförster mußte binnen 14 Tagen räumen. In diese Schule gingen dann ganz« 25 Kinder, von denen nur ein einziges tschechisch war. Man hat dann noch einige Be­amte umgetauscht und daher jetzt glücklich acht tschechische Kinder in der Schule. In anderen Dörfern hat man sich zur Bevölkerung der Scku- len an die Kommunisten gewandt, ihnen An- züge für ihre Kinder zu Weihnachten verspro­chen, wenn sie in die tschechische Schule geschickt würden. Das hat dem Kommunisten einge­leuchtet, er hat seine Kinder hingeschickt, aber den Tschechen insofern ein Schnippchen geschla­gen, als et nach dem ersten Jahr und nach Empfang des versprochenen Anzuges wieder kehrt gemacht hat und seine Kinder wieder in die deutsche Schule geschickt hat. Mit dem Groß­grundbesitz ist man aus volkspolitischen Grün­den folgendermaßen verfahren: man hat ihn nicht beliebig aufgeteilt, sondern die kleinen Parzellen vorwiegend an die Legionäre verge­ben, die nun gleichfalls im ehemaligen deutschen Gebiet Fuß gefaßt haben und die tschechische Stimmenzahl vergrößern helfen.

Daß inbezug auf die Zweisprachigkeit daS Unterdrücken des Deutschen keineswegs so schnell geht, wie mans sich txnhte, trägt auch dazu bei, daß der Deutsche nicht ganz den Mut verliert und sich den Glauben wahrt, daß eS dennoch möglich sei, im Rahmen des tschechischen Reiches ohne allzugroße Reiberei eine starke deutsche Gruppe zu erhalten. Daran glaubt man heute noch allenthalben, umsomehr, da erwiesener­weise in Prag sowohl, wie in den kleinen Grenzortschaften, sich die Zahl der Deutschen genau im Zeichen Verhältnis entwickelt oder ge­halten hat, wie die Zahl der Tschechen und weil die starke Trennung privater Art, die überall zwischen Tschechen und Deutschen deutlich be­merkbar ist und streng durchgeführt wird, auch ein starkes Mttel «gen die tschechischen Unter­drückung ist. So lebt man nt dem Grenzlande

den Händen hat, es zu stärken, aber man weiß, daß' gegen die Zähigkeit dieser eng zusammen­haltenden deutschen Gruppe solange nichts End-

Boovers erste Wahlrede.

Der aussichtsreichste Dollarkandidat.

Rewyork, 13. August. Handelssekretär Hoover hielt in Stamsord eine funkentelegraphisch ver­breitete Wahlrede, in der er mit Nachdruck er­klärte, er sei und bleibe bestimmter Anhänger der Prohibition. Ferner stellte er eine großzügige Farmerhilse in Aussicht, sowie eine Politik der Herabsetzung der Verkehrskofte«. Er ermahnte zur religiösen Toleranz und trat entschieden der angeblich in Europa verbreiteten Auffassung ent­gegen, wonach die Vereinigten Staaten im Be­griffe seien, im gröbsten Materialismus zu verstn- ken. Hoover befürwortete die Abschaffung der gegenwärtigen Einwanderungsgesetze u. die Feft- setzung der Einwanderungsquote nicht «ach Rationen, sonder« nach Berufen. Ueber die

Betrüger und Falschmünzer.

Die geschädigte Srankenkafle.

Berlin, 13. August. (Drahtbericht.) Die Staatsanwaltschaft hat gegen acht Personen Anklage wegen Urkundenfälschung und fortge­setzten gemeinschaftlichen Betruges und Beihilfe erhoben. Es handelt sich um Schädigungen der Berliner Ortskrankenkasse durch Einreichung fingierter Rechnungen über angeblich verab­folgte Heilbäder. Hauptbeschuldigier ist ein Badcanstaltsbesttzer im Osten Berlins. In die Angelegenheit ist auch ein über 80 Jahre alter Sanitätsrat verwickelt. Die Betrügereien wur­den seit längerer Zeit systematisch betrieben.

Banditen im Grient.

Ueberfall auf Poft- und Personenautos.

Pari«, 13. August. (Drahtbericht.) Nach Mel­dungen aus Beiruth haben Banditen an der Grenze von Syrien und dem Irak mehrere Auto­mobile angegriffen. Sie raubte« 50 Postsäcke und schossen auf ein anderes Automobil, in dem sich acht Reisende befanden. Der Neffe des Fi­nanzministers des Irak wurde getötet und zwei andere Reifende verletzt. Die Banditen entkamen.

Wie alljährlich veranftallet«« auch znm dies- »äörigen Verfagungstag die Kasseler Behörde« ihre ossizielle Versassnuasseirr am Abend des 11. August im festlich «cichmückteu grobe« Saal der Stadthalle. Im Mittclvnnkt einer auSgc- mäblte« Vortragssolgr Hand die Feftred« des Bizevräfidenic« des ProoinzialichnlkollcginmS Dr. Sondag, der eine für Pädagogen wie Laien gleich interessante Dcfinicrnng des Be­griffes der Erzieh««« znm Staatsbürger gab.

Schwarzrotgold zieht sich um die Brüstungen des Grünen Saales der Stadthalle. Kasseler Banner und preußische Farben leuchten neben denen der Republik. Blumen und Lorbeer­bäume steigen zur Orgel empor an der Or­ganist Möller eben Platz nimmt. Bis in den letzten Winkel füllen Tausende den weiten Raum. Was Namen und Klang hat in Kassels Gesellschaft und öffentlichem Leben, aber auch ein Großteil der Bürgerschaft aus allen Stän­den, ist anwesend, Uniformen blitzen Ar feierli­chem Schwarz. Studienrat Möller weiht den Abend mit Regers hinreißendem Präludium und Fuge in D-dur aus op. 59, die Kapelle des Jägerbataillons unter Obermusikmeifiers Steinkopfs subtiler Leitung wartet mit einer prächtigen Wiedergabe von Sullevans »Verklun­gener $onM auf. Dann tritt Obermusiklehrer Scheuch vor den Kasseler Lehrergesangverein, dessen Chöre dem Abend besonders festliches Gepräge verleihen. Sind es doch die gleichen, die der Verein mit großem Erfolg schon auf dem Wiener Bundesfest vortragen konnte, und auch hier wird ihm für die ausgeglichene schlicht- eindrucksvolle Leistung warmer Beifall. Fest­redner des Abends ist Dr. Sondag, der Vize­präsident des Provinzialschulkollegiums. Er feiert das Verfassungswerk als erste Frucht der beim Volke liegenden Staatsgewalt, das

erste Werk der deutschen Republik, das zwar nicht einheitlich sei, nicht aus einem Guß, wie es das Werk eines Einzelnen hätte sein können, aber dafür das Ergebnis einer nach vielen Kämpfen und Beratungen erfolg­ten Wahrheitsbildung, im Zustandekommen ein Musterbild der Demokratie, eine Brücke aus der Vergangenheit, zur Gegenwart, zur Zukunft. Zu den Aufgaben dieser Zukunft gehöre in er­ster Linie die Schaffung des Einheitsstaates, demokratische Willensbildung durch das Volk als Träger der Staatsgewalt. In einem sol­chen Staate aber sei die Aufgabe der Erzie­hung zuru Staatsbürger von wesentlicher Be­deutung. Dr. Sondag beschränkte sich im Ver­lauf seiner Rede, seinen Aufgaben als Schul­mann entsprechend, aus die staatsbürgerliche Erziehung der Jugend. Im Anschluß an Ker- schensteinÄc, den großen Münchener Pädagogen, wird als Ziel dieser Erziehung die Idee des Staates als des vollkommenen Rechts- und Kul­turstaates festgestellt, des höchsten äußeren Gu­tes, an dessen Verwirklichung wir im Interesse unserer sittlichen Persönlichkeit, des höchsten in­neren Gutes, arbeiten müssen. Oberster Er­ziehungszweck, wende sie sich aber nicht nur an den Verstand, sondern stärker noch an Gefühl und Willen.

Die Erziehung zum Staatsbürger durch Schule und Gemeinschaft gab dem Fest­redner daun Gelegenheit, auf das in dieser Hin­sicht in Deutschland Erreichte, aber auch auf da- Höchsterreichbare, eingehend zu sprechen zu kom­men. Besonderen Wert müsse man auf Turnen und Sport als wesentliche Faktoren der VolkS- erzteheung legen, von denen man nicht nur körperliche Gesundheit, sondern auch daS für den Staatsbürger noch wichtigere Erlebnis ech­ter Gemeinschaft und den Geist deS fair play erhoffe, des vornehmen Kampfes und der Ach- tung vor der Leistung des Andern. AlS die wirksamste Erzieherin zur Staatsgesinnung aber sei die Verfassung selbst anzusehen, denn wenn das Volk die ihm zustehende Staatsgewalt in ihrem Sinne gebrauche, könne man der Zukunft mit Vertrauen entgegensehen. Als das Hoch auf Vaterland und Republik verklungen war, die letzten Töne des Deutschlandsliedes verhall^ riß die Jägerkapelle mit einer vortrefflichen Wiedergabe der »Egmonf-Ouvertüre zu Bei­fallsstürmen hin, die eine . .. Zugabe erpreßten. Und dann klang in Kremsers prächtigem Chor mit BegleitungIm deutschen Geist und Herzen sind wir eins. . stimmungsvoll und jubelnd zugleich die erhebende Feier aus. -seht.

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Berlin feiert.

Die Berfaffungsfeier der Reichsregierung.

Berlin, 1$. August»

Berlin stand am Sonnabend im Zeichen der Verfassungsfeier. In fast allen StadtUilen