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Kasseler Neueste Nachrichten

Hessische Abendzeitung

Kaffeler Abendzeitung

18. Jahrgang

Einzelpreis: SonntogS 20 Pfennig.

Sonnabend, 1L August 1928

Nummer 189.

Einzelpreis: Wochentags 10 Pfennig

EnMch-sranMche Mnovekgemeinschast

Hilflos den Nammen ausgeliesert. ... und das übrige Preutzenkabinett.

nommen.

Die Brandkatastrophe, die gestern fast ein ganzes Pfälzer Dorf einäscherte, bedroht heute den Rest deS Dorfes. Die Feuerwehr ist dem Flammenmeer gegenüber machtlos.

Neber die furchtbare Brandfatastrophe in Luhe Oberpfalz), die im Laufe des Donnerstag nachmittag fast die ganze Ortschaft einäscherte (stehe Meldungen 1. Seite 1. Beilage!) erhalten wir soeben neue arlarmierende Telegramme:

Luhe (Oberpfalz), 10. August. (Drahtbericht.) Um 6 Uhr früh wurde die Weidener Feuerwehr erneut alarmiert, da das Feuer wieder auf­

artigen Lage, die der Krieg für dir britischen und die französischen Truppen geschaffen habe, eine Lag« übrigens, die wohl später niemals wieder eintreten werde.

Geheimdokumente gestohlen.

Ein Nachspiel zum Reparationsschieberprozctz.

Paris, 10. August. (Drahtbericht.) Der el­fte Reparationsfchieber-Prozeß hat ein uner­wartetes Nachspiel gefunden. Ein früherer An­gestellter der Reparationskommission, ein höhe­rer Beamter des franzöfischen Ministeriums sür öffentliche Arbeiten, Suillp, befindet sich, wie erst jetzt bekannt wird, seit dem 29. Januar wegen des Diebstahls von Geheimdokumenten der Re- parationskommissto« in Untersuchungshaft, Die-

120 Nebengebäuden in Schutt und Asche gelegt worden.

Sämtliche Häuser an beiden Seiten der Hauptstraße find niedergebrannt.

Rur die Häuser an den Außenseiten des Ortes sind noch heil geblieben, doch besteht, wenn un­günstiger Wind aufkommt, die Gefahr, daß auch der Rest der Ortschaft durch

das neu auflodernde Feuer

der Untersuchungshaft entlasten, während bei dem Angeklagten Wolf und Gerhardt der Haft­befehl nicht aufgehoben wurde.

Faule Schecks.

Düsteldorf um 120 000 Mark geschädigt.

Düsseldorf, 10. August. (Drahtbericht.) Gestern wurde das Urteil gegen die beiden Stadtkassierer Wilhelm Rosse und Karl Wulft gefällt, die auf Veranlassung des Möbelhändlers Tigges im Ver­laufe von vier Jahren seine faulen Schells mit städtischen Geldern eingelöst und auf diese Weise die Stadt um 120 000 Mark geschädigt hatten. Stadtkassierer Rosse wurde zu drei Jahren Ge- sängnis, Wulft zu 2%. Jahren Gefängnis, Tigges zu drei Jahren Zuchthaus und 5 Jahren Ehrver- lucht, Frau Tigges zu 3 Monaten Gefängnis mit Strafaussetzung verurteiü.

Stationaltrauer für Städtisch.

König Alexander bemüht sich um die Kroaten. Rätselraten um RadiftchS politisches Ber- mächtnis.

loderte. Der Hauptbrandherd ist die Gegend des Marktplatzes. Ein Herankommen ist der Feuer­wehr wegen der ungeheuren Hitze unmöglich. Die Bevölkerung hat die ganze Nacht im

Unterschlagene Postgelder

Zwei Postaushelfrr in Berlin verhaftet.

Berlin, 10. August. (Drahtbericht.') Zwei Pochmshelfer wurden wegen großer Unter­schlagungen festgenommen. Beide haben ein Ge­ständnis abgelegt. Der eine der beiden Postaus­helfer hatte Rundfunkgebühren und Geldbriefe an sich genommen, um sich ein« Wohnungsein­richtung beschaffen zu können. Der zweite hatte eine Reihe von Einschreibebriefen, die Geld ent­hielten, eingesteckt Er wurde in dem Augenblick ertappt, als er sich gerade Briefe angeeignet hatte.

Skandal in der Handwerkskammer

Sensationelles Urteil in Stuttgart: Ueber drei Jahre Gefängnis für den früheren Hand- werkskammerprästdenten Wolf. Das Urteil im Düsseldorfer Stadtkasfierer-Prozeß.

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Stuttgart, 10. August. (Drahtbericht.) Das Große Schöffengericht sprach gestern abend das Urteil im Handwerkskammerprozetz. Der frühere HandwerkSkammerpräfident, Wolf, erhielt wegen Unterschlagungen drei Jahre vier Monate Ge­fängnis sowie 300 Mark Geldstrafe oder weitere 20 Tage Gefängnis unter Anrechnung von vier Monaten Untersuchungshaft. Der frühere Hand- werkskammershndilus, Dr. Gerhardt, wurde zu 2 Jahren Gefängnis verurteilt, der Angeklagte Klemm zu einem Jahr Gefängnis und 150 Mark Geldstrafe, der Angeklagte Vetter zu drei Mona­ten 15 Tagen Gefängnis, die durch die Unter suchungshaft als verbüßt angesehen werden. Der jetzige Handwerkskammerpräsident Fischer wurde zu 400 Mark Geldstrafe an Stelle von drei Wo­chen Gefängnis verurteilt, die Angeklagten Sil- ler, Rößler, Herkommer und Schott wurden frei­gesprochen. Der Angeklagte Klemm wurde aus

Noch nicht -agerveserr.

Engländer unter französischem Manöverbefehl.

London, 10. August. (Drahtbericht.) Nach einer Mitteilung desDaily Telegraph" wird das einzige britische Kavallerieregiment, das zur Besatzungsarmee am Rhein gehört, die 8. irischen Königshusaren, an den kommenden Ma- növern der französischen Besatzungsarmee unter dem Kommando des Generals Guiklaumat teil»

Agram, 10. August. (Drahtbericht.) König Alexander hat an die Familie Raditschs ein Telegramm gerichtet, in dem er ihr sein auf­richtiges Beileid ausspricht. In Agram ist das bis jetzt noch nicht bestätigte Gerücht verbreitet, daß der König selbst zur Bestattung nach Agram kommen werde. Die Leitung der bäuerlich-demo­kratischen Koalition beschloß eine selbständige Rationaltrauer für Radiftch zu proklamieren: 14 Tage lang sollen keine Kundgebungen und Demonstrationen veranstaltet werden. Heute nachmittag wird der Belgrader Chirurg Pro- feffor Dr. Kostitsch, der Radiftch nach dem An­schlag in der Skuptschina behandelt hatte, hier eintreffen, um im Auftrage des . Königs die Todesursache zu klären. Der Gerichtsarzt Dr. Borkiisch hat von dem Leichnam eine Blutprobe entnommen, um festzustellen, ob eine Blutver­giftung oder die Schüsse des Attentäters Schuld an dem Tode Raditschs haben.

vernichtet wird. Aus Regensburg und Amberg ist je eine Abteilung Landespolizei in dem Un- vtvuuiiuufj y.. irnlglückSort eingetroffen, um die Ordnung aufrecht

Freie» zugebracht, sie steht zum größten Teil vor zu erhalten und helfend emzugreifen. Der >em Nichts. Bis jetzt sind 53 Wohnhäuser mit «Schaden ist noch nicht abzuschätzen.

Eine Ausnahme macht natürlich der preußische Ministerpräsident Otto Braun, der .Zar aller Preußen-, wie man ihn scherzhaft nennt. Er ist der überragende Kops des preußischen Staatsmt« nisteriums. Und ein volksparteilicher Minister, der schon im Preußen des Vornovembers eine hohe Staatsstellung bekleidet hatte, erklärte, als er nach einigen Jahren gemeinsamer Arbeit un­ter und mit Otto Braun das Preutzenkabinett auf Geheitz seiner Fraktion verlassen mutzte: .Das ist ein Mann, der auch im alten Preutzen das Format zum preutzischen Ministerpräsidenten gehabt hätte-,

vielleicht die größte Anerkennung, die dem von den Rechtsparteien so viel befehde­ten preutzischen Staatschef aus diesem Lager zu Teil geworden ist. Eine andere Anerkennung, die ihm vielleicht nicht weniger wertvoll ist, dürfte die Wertschätzung und der Respett sein, den der Reichspräsident seinem Gegenüber in der WU- helmstrahe entgegenbringt. Die ursprüngliche Basis dieser guten Beziehungen, die zu dem in der Wilhelmstratze kursierenden Worte Anlaß ga­ben: »Wer von Hindenburg etwas will, geht am besten vorher zu Otto Braun" war die gemein­same Jagdpassion, die zu einem um so engeren Austausch von Jagdeftahrungen und Jagdge­schichten führte, als Herr von Hindenburg und Otto Braun Jagdnachbarn sind. Der elftere hat das Revier am Werbellinsee bei Eberswalde, der letztere die benachbarte Schorfhaide. Freilich hat der preußische Ministerpräsident noch ein zweites Revier, nämlich in Ostpreußen, wo er Elche jagt, deren im Kriege stark gelichteten Bestand er durch systematisches Hegen und Pflegen wieder auf mehrere hundert Stück gebracht hat.

Die rechte Hand Brauns

ist Staatssekretär Weitzmann. Seit Ende März 1920 ist dieser fast ununterbrochen preußi­scher Staatschef ,nur wenige Monate hat er die­se» Amt seit den Tagen des Kapp-Pnftches nicht betteidet, während des rein bürgerlichen Kabi­netts Stegerwald (Apftl bis Rovembet 1921) und während der Wohl dem Gedächtnis der meisten schon entschwundenen sechs Wochen (Februar bis April 1925), in denen Marx dem Preutzenkabinett Vorsatz. Nachdem die VolkSparteÜer im Februar 1925 aus dem Kabinett ausgeschieden sind, be­steht es nur noch aus Mitgliedern der Parteien der sogenannten Weimarer Koalition. Wie der Chef des Preutzenbakinetts so nehmen auch seine Mitglieder mit Ausnahme des Kultusministers Becker nur an der notwendigsten Geselligkeit der Reichshauptstadt teil. Der Aelteste (Doyen) deS Kabinetts vom März 1919 bis zum März 1927 war Herr am Zehnhoff, der als preußischer Justizminister das unpolitischste aller Ressorts leitete. Er ist daher auch politisch weit weniger hervorgetreten als seine Kollegen und war acht Jahre hindurch das stabile Element des Preu- ; tzenkabinetts. Junggeselle und kränklich er war zweiundsiebzig Jahre, als er zurücktrat ; führte er ein ebenso beschauliches wie zurückgezo- , genes Leben, betreut von seiner Nichte, Fräulein Schröder, die man ab und zu bei offiziellen Ge» . legenheiten sah. Ihm folgte als Doyen im März ! 1927 der ebenfalls dem Zentrum angehörende Wohlfahrtsminister Hirtstefer, der dies Ressort seit dem November 1921 leitet. Zwar hatte der Kultusminister Becker sein jetziges Portefeuille

1 schon vorher einmal gehabt, nämlich im Kabinett Stegerwald (April bis November 1921), da er : aber im großen Koalitionskabinett (November : 1921 bis Februar 1925) nicht gesessen hatte, ist die Hirtfiefersche Amtszeit als preutzischer Staatsminister eine weil längere. Rheinländer, beleibt und jovial, sieht man den preußischen

1 WohlfahrtsminiLer eigentlich nur bei offiziellen Gelegenheiten. Geistiger Doyen des Preußenka- binettS war in den Jahren 1920 bis 1927 Seve- ring. Mit Ausnahme der sieben Monate de- Kabtnetts Stegerwald im Jahre 1921 ist er von 1920 bis zu feinem Rückttitt ununterbrochen Mi­nister des Innern gewesen. Kein preußischer

' Minister bei NachnovemberS hat

politisch so im Vordergrund gestanden,

; tote er, keiner andererseits sich gesellschaftlich so zurückgehalten. Niemand hat ihn je im Zylinder : oder Smoking, geschweige denn im Frack gesehen.

Traf man ihn einmal im privaten Kreise, so bet ! dem Bankier Hugo Simon, der nach der Revoln- . tion einige Wochen als Vertreter der 11. S. P. D.

»rotten, »»« denen man nicht, spricht. ssnd bet kenntlich die besten. Für Manner gilt das Wort nicht. Gott sei Dank. Sonst mutzten tut» Beispiel die Mitglieder »es PrentzenkabtnettS ihre Kollegen im Reiche an staatsmännischen Qualitäten weit überragen. Sind Re »och m der groben Welt der Netchsbauotstadt viel we­niger Bekannt und besprochen als »lese.

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Hilft für Henschel.

Um die Subveution des LokomotivbauS.

Die vier größten deutschen Lokomottvfabri- ten haben sich mtt einer Eingabe an die Reichs­regierung gewandt. Bor dem Kriege bestanden in Deutschland 21 Lokornotivsabriken. die zah­lenmäßig auch beute noch vorhanden sind, zym Teil sich aber schon der Herstellung anderer Er­zeugnisse zugewandt haben. Die deutschen Staatsbahnen ließen vor dem Kriege Jahr für Jahr im Durchschnitt 1500 bis 1600 Lokomoti­ven bauen, wobei die Austtäge ziemlich gleich verteilt wurden. Das schuf den Rahmen für die wachsende Lokomotivbau-Jndustrie, die von die­ser gesicherten Grundlage aus daran gehen konnte, AnSlandsausttäge hereinzuholen. Tat­sächlich waren diese Aufträge zahlenmäßig fast ebenso groß wie die, welche di« deutschen Staatsbahnen vergeben konnten.

Das hat sich nach dem Kriege gewandelt. Ms die Reichsbahn in die unabhängige Reichs­bahngesellschaft umgestaltet wurde, also im Herbst 1924, wurde vielfach darauf aufmerksam gemacht, daß die Reichsbahn sich in den Jn- flationsjahren übermäßig stark mit rollendem Material ausgestattet habe. DaS war nur be­dingt richtig. Die Gegner hatten uns in der Hauptsache nur Lokomotiven gelassen, die den wachsenden Ansprüchen nicht mehr gerecht werden konnten. Die Reichsbahnverwaltung hat aber seit 1924 die Aufträge an die Lokornottv- fabriken außerordentlich eingeschränkt. So wur­den im Jahre 1925 nur 100, im Jahre 1926 so­gar nur 80 Lokomotiven neu in Auftrag gege­ben. Das war allein schon geeignet, die veuftchc Lokomotivbau-Jndustrie in eine schwere Krise 0 verwickeln. Diese Krise wurde dadurch ver- ärft daß das Ausland seine Aufträge nicht mehr in dem vorkriegsmäßigen Umfang nach Deutschland legte. t

Der Lokomottvbau ist technisch außerordentlich spezialisiert und muß sich ständig einen geschul­ten Stamm von Fachingenieuren und Fachar- be'ttrn erhalten. Soll dieser Stamm ourchgc- 6alim und durch einen geeigneten Nachwuchs ersetzt werden, so mutz die Industrie selbst genü­gend Beschäftigung finden. Es ist davon auszu­gehen, datz die Reichsbahn mit neuen Aufträgen in Zukunft nicht zurückhalten kann, da sie ja ge­zwungen ist, veraltetes Material immer wieder zu ersetzen. Mein ehe das eintritt, kann die deutsche Lokomotivbau-Jndustrie unter dem Mangel an Aufträgen zusammengebrochen sein. Datz das im volkswirtschaftlichen Interesse nicht wünschenswert ist, leuchtet umsomehr ein, als die Ausfuhr von Lokomotiven immerhin noch einen beachtenswerten Posten in unserer Handelsbilanz bildet. Gerade die Ausfuhr hochqualifizierter Erzeugnisse, wie es die Lokomotiven neuftter Bauart sind .bilden im Ausland auch ein staftes Werbemittel für die deuftche Wirtschaft.

Die Arbeitsgemeinschaft der Lokomotivbau- Jndustrie schlügt nun vor, datz das Reich eine Subvention von 50 Millionen Mark gewährt, die bis Ende 1929 reichen soll. Die Reichsbahn selbst veftügt in Ansehung ihrer gespannte» Finanz­lage nicht über die freien Mittel, um Austtäge auf längere Sicht vergeben zu können. Es zeigt sich eben immer wieder, daß die Auskehrung des Be- ttiebsüberschusses von 660 Millionen Mark für den Tatoesplan auf die Dauer für die deuftche Wirtschaft untragbar ist. Wenn es auch »»trifft, daß vor dem Kriege der Ueberschutz der Staats- bahnen für allgemeine Landeszwecke Verwen­dung fand, so kommt doch heute und für abseh­bare Zeit in Betracht, daß durch die Zerstörung des mobilen Kapitals in der Inflationszeit der Zwang für die deutsche Wirtschaft vorliegt, durch äußerst" 'Steigerung der Produktionskraft wieder neues B:..... Kapital in zulänglichem Matze zu bilden. Me Vergleiche mit Vorkriegsverhält­nissen haben nur bedingten Wert,sofern sie nicht daraus Rücksicht nehmen, daß die ProduktionS- lage ber deutschen Wirtschaft sich innerhalb 14 Jahren durch Krieg und Inflation grundsätzlich verschoben hat. So bedenklich Subventionen an sich sind, so können sie bann nicht umgangen werben, wenn hohe volkswirtschaftliche Werte au dem Spiel stehen.

fer Diebstahl wurde durch einen Generalkon- nehmen. Diese Zusammenarbeit von Truppen ttolleur des Finanzministeriums aufgebeift, der zweier Rationen in FriedenSmanövern,st wahr- den Berhanblungen deS ersten Skanbal-Prozes- fcheinlich, so schreibt derDattv Telegraph, in ses Retter-Wolfs und Genossen beiwohnte und der Geschichte Englands und Frankreichs ohne dabei seststellte, daß sich die Angeklagten u. ihre Vorgang. Sie ist zweifellos eine Folge der neu- Rechtsbeiftände Akten der ReparationSkommis- ° hl' hr,ht,6,M

fion zu ihrer Verteidigung bedienten Man glaubt, daß noch weitere Perfönlichkeiten in die Angelegenheit hineingezogen werden können. Eine hochgestellte Peftönlichkftt. deren Romen noch nicht genannt wird, wurde bereits ver-

JtaöitKOb potttftcves Testament.

Agram, 10. «uguft Wie verlautet, hinter­ließ Radiftch ein politisches Testament, dessen Oefsnung in den politischen Kreisen Belgrads mit Spannung erwartet wird. Es heißt, in dem Testament sei der frühere südslawische Außen­minister Dr. Ante Trumbitsch zu« Nachfolger in der Führung der Kroatischen Bauernpartei be­stimmt. Trumbitsch ist wohl nächst Raditsch die politisch bekannteste Persönlichkeit unter den Kroaten. Er stannnt aus Spalato, also au8 Dal­matien, und nicht wie Radiftch aus dem eigent­lichen Kroatien. Es könnte sich daraus vielleicht eine Erweiterung des kroatischen Programms in Richtung früherer großkroatifcher Pläne ent­wickeln. Trumbitsch war ehedem Mitglied des österreichischen Reichsrat und hat akttv an der Gründung des heutigen südflawischen Staates mitgewirkt, indem er im Juli 1917 den »ertrag von Korfu mit Paschitfch schloß. Seine Unter­schrift steht auch unter dem Versailler Vertrag.