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Kasseler Neueste Nachrichten

Kasseler Abendzeitung

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Hessische Abendzeitung

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Nummer 188.

Einzelpreis: Wochentag» 10 Pfennig.

Freitag, 10. August 1928,

Einzelpreis: Sonntag» 20 Pfennig.

18. Jahrgang

Vulkan-Katastrophe in der Eüdsee.

Ungleiche Braver.

Umwälzungen in Rumänien und Jugoslawien.

Von Dr. Paul Rohrbach.

Man kennt den geistreichen Ausspruch eines deutschen Philosophen von dergift', mit der eine Idee ,sei sie philosophisch oder historisch-po­litisch, sich durchzusetzen versteht, auch wenn ver­sucht wird, sie zu vertreiben oder zu verneinen Sie erscheint dann in verwandelter Gestalt und von unvermuteter Seite, von neuem, und beweist so ihr Dasein, zum Mißvergnügen derer, die sie auszuschließen versuchten. So geht es setzt am Balkan mit der Idee der politischen und morali­schen Kultur Europas. In den Friedensdiktaten wurden Gebiete, die Jahrhunderte lang zu den entwickelten Kulturländern Europas gehört ha­ben, gewaltsam mit solchen zusammengebunden, die erst später in diese Entwicklung eingetreten sind und sie sich bisher nur unvollkommen an­eignen konnten. Damit ist kein Urteil über ihre kulturelle Entwicklungsfähigkeit an sich ausge­sprochen, in Zukunft mag sich diese Fähigkeit noch als bedeutend erweisen. Fürs erste aber offenbart sich die Unmöglichkeit, durch ein bloßes Diktat Landschaften und Volksteile von verschie­dener geschichtlicher Kulturhöhe so miteinander zu verbinden, daß dabet von dem kulturell noch unentwickelte» Faktor eine Oberherrschaft aus­geübt wird.

Fast tausend Menschen verbrannt.

AuSbruch eines Vulkans in Riederländifch-Jndien. Sechs Dörfer vernichtet.

Batavia, 9. August. (Drahtbericht.) Infolge des Ausbruches des Vulkans Rokatimda auf bet Insel Paloeweh, nördlich der Insel Flores (Riederländisch-Jnbien) wurden sechs Dörfer der Insel durch Brand zerstört, fast 1000 Men­schen lebendig verbrannt und 600 durch herabfal. lende Steine verletzt. Durch das Erdbeben, das

den Ausbruch des Vulkans begleitete, find dir Küsten der Insel überstswemmt worden, wo­durch weitere Opfer gefordert wurden. Die übriggebliebene Bevölkerung, etwa 5000 Seelen, zeigt sich ruhig. Man fürchtet, daß neu« Ein­geborenenschiffe mit ihrer Mannschaft unterge­gangen find. Der Resident von Timor ist unter­wegs nach dem Schauplatz der Katastrophe.

Sie Reparationslasten find zu hoch

... erklärt ein englischer Politiker im Einver nehme« mit der Mehrheit der amerikanischen Wirtschaftler.

London, 9. August. (Drahtbericht.) Bei den Erörterungen des liberalen Instituts in Oxford hielt der bekannte Politiker I. A. Spener einen Vortrag über die Frage der Reparationen, der insofern intercffant war, als Spener gerade von Amerika mit frischen Eindrücken zurückgekehrt war. Er behauptete, daß die amerikanischen Wirtschaftler im allgemeinen zu einer Revision des Dawesplancs neigen und zwar in der Form, daß die Höchstsumme der Reparationen wesent­

lich unter die Summe herabgesetzt werden, die die europäischen Gläubiger von Deutschland er­warten und daß damit in Zusammenhang auch eine Herabsetzung der jährlichen Zahlungen stehen müsse. Das würde jedoch Gegenäutzerun- gen der alliierten Mächte zur Folge haben und es sei zu erwarten, daß letzten Endes der ge­samte Fragenkomplex von Washington aus ge­regelt werde. Man könnte aber vor den Präfi- dentschastswahlen keine neuen Schritt« in dieser Richtung erwarten.

Wir sahen das schon bei Rumänien. Alle die Gebiete, die früher zu Ungarn oder Oesterreich gehört haben, sind höher kultiviert, als das soge­nannte Regal, das rumänische Altreich. In Sie­benbürgen, in dem rumänisch gewordenen Teil des Banats und in der Bukowina war die Be­völkerung, und zwar keineswegs nur die deutsche sondern auch die rumänische, die ja die Mehrheit bildet, an eine Verwaltung und ein Justizwesen gewöhnt, die im großen und ganzen abendlän­disch arbeiten. Die Zusammenlegung mit dem Königreich Rumänien, das bis vor knapp einem halben Jahrhundert ganz und gar .Balkan" ge­wesen war und in dem b's heute der moralische Balkanismus das öffentliche Leben beherrscht, hat schon jetzt, wo noch kein Jahrzehnt seit dem Friedensschluß vergangen ist, einen Zustand of­fener Auflehnung der neuen Gebiete gegen das Regatlertum gezeitigt. Die Rational-Zaranisten unter der Führung von Julius Maniu, einem siebenbürgischen Rumänen mit europäischer Bil­dung, der auch durch deutsche Schulen gegangen ist, vertreten in ihrem Programm ein Anzahl von Forderungen teUs wirtschaftlicher, teils mo­ralischer Art, die ihnen die altrumänische liberale Partei, ein ganz vom Balkanismus beherrschtes Gebilde ,nicht zugestehen will. Nachdem die Za- ranistische Natwnalversammlung in Karlsburg ohne direkt revolutionäre Akte auseinander ge­gangen war, urteilten manche zu früh, daß die liberale Parteiregierung die Lage beherrsche. Das ist, wie sich jetzt gezeigt hat, nicht der Fall. Die Rational-Zaranisten haben eine Art Gegenparla- ment gegründet, und sie haben vor allen Dingen schon in Karlsburg erklärt, sie würden auswär­tige Anleihen, falls solche von dem jetzigen Ka­binett abgeschlossen werden sollten, nicht anerken­nen. Die Folge war, daß dem Kabinett Vintila Bratianus die ersehnte und immer von neuem angekündigte große Wiederherstellungsanleihe nicht geglückt ist. Rach langen Verhandlungen haben sich die ausländischen Geldgeber zwar zu einem verhältnismäßig unbedeutenden Vorschuß bereit erklärt, aber die Hauptanleihe haben sie verweigert. Die Vertagung aus den Herbst, von der die offiziellen Mitteilungen zu reden wußten, soll den abschlägigen Bescheid zwar verschleiern, aber dieser Schleier ist durchsichtig genug. Es war der Schatten Manius und der Zaranisten. der das ausländische Kapital geschreckt hat, zumal sich niemand darüber täuschen konnte, daß wenn den Zaranisten die Beseitigung des liberalen Re­gimes doch noch glücken sollte, es ihnen ein Leich­tes sein würde ,in der Verwendung bet Anleihe­gelder durch die Liberalen eine Portion Balka- nismus «achzuweisen und mit dieser Begrün- düng ihre Verantwortlichkeit abzulehnen. Sie würden in dem Fall noch nicht einmal so weit zu gehen brauchen, wie I. M. KeyneS, dessen Ur­teil über das Schicksal von Geldern, die einer rumänischen Regierung etwa gewährt werde« sollten, von einer kaum wiederzugebenden Ironie ist.

Auch Deutschland ist bekanntlich a» der Ord­nung der rumänischen Finanzen interessiert. Ru­mänien will die Forderungen deutscher Vor- kriegSgläubiger nicht anerkennen, und eS erhebt ungerechtfertigte Ansprüche auf deutsche Sonder­zahlungen noch von der Okkupationszeit her. Um diese Fragen zu bereinigen, kommt jetzt eine ru­mänische Abordnung nach Berlin.

Einen Parallelfall zu dem Konflikt zwischen Alt- und Reurumänien haben wir jetzt in Jugo- slavien. (Unser gestriger Leitartikel beleuchtete diese Situation. Die Redaktion.) Die Ver­sammlung des kroatischen Bauernbundes, der die kroatische Autonomistenpartei umfaßt, im Land­tagsgebäude zu. Agram, entspricht in der Sache der zaranistischen Nationalversammlung in Karlsburg. Die Kroaten verlangen bekanntlich Wahlen zu einer Nationalversammlung, bei der die gegenwärtige zentralistische Verfassung des ugoslawischen Staates in eine föderative umge­wandelt werden soll, damit die Gebiete jenseits von Save und Donau ein mehr selbständiges, ihrer Sonderart und Kulturentwicklung entspre­chende- Dasein führen können. Wer in Belgrad gut beraten ist, wird diesem Verlange« kein riick- ichtsloses Nein entgegensetzen. Eine bundes- taatliche Verfassung würde Jugoflavien nicht chwächen, sondern stärken ,und wenn man m Deutschland auch selbstverständlich nicht den An- pruch erhebt, de« Serben, Kroaten und Slove- nen Ratschläge in Bezug auf ihre Staatseinrich­tung zu erteilen, so dürfen wir doch sagen, daß Deutschland ein Interesse an einem starken Jugo lavien besitzt.

Bleibt Iugoslavien ruhig?

Italienische Sorgen nach Raditschs Tod.

Rom, 9. August. (Drahtbericht.) In einer Besprechung beS Todes des kroatischen Führers Stefan Raditsch wirst der Messagero die Frage auf, ob die Kroaten ihre Erregung beherrschen können oder ob sie sich in neuen Kundgebungen Luft machen und dadurch die Krise zu einer Entscheidung bringen. Das Blatt stellt fest, daß es sich nicht nur um die kroatische Bauernschaft handele, sonder» baß auch bie Intelligenz unb die bürgerlichen Kreise sich um Raditsch ge- chaart hätten als Anerkennung sür seine Ber- tretung der kroatischen Belange. DerPopolo bt Roma" schreibt, Raditsch habe einen Staat im Staate geschaffen. Es fei anzunehmen, daß die Kroaten fich noch stärker als früher bestreben würden, sich von Belgrad zu befreien. Das Blatt erinnert daran, daß Raditsch selbst ein erbiter- ter Feind Italiens gewesen sei.

Frankreich ladt ein.

Zur Unterzeichnung deS KekkoggpakteS in Paris.

Paris, 9. August. (Drahtbericht.)Matin" kündigt an, daß die französische Regierung im Namen und im Auftrage Kelloggs den in dem amerikanischen Memorandum vom 23. Juni als Ersiunterzeichner deS Antikriegspaktes genannten Mächten die offizielle Einlabung überfanbt habe. Es handelt sich um die sieben Loearnomächte und bt englischen Dominion» Die Antworten dürf­ten Ende biefer Woche in Paris eintreffen.Pe­tit Parifien" berichtet in gleichem Sinne unb bemerkt dazu: Eigentlich hätte Kellogg die Ein­ladungen versenden müssen. Da aber Baris alS UnterzeichnungSort gewählt wurde, habe bie amerikanische Regierung es sür höflicher gehal­ten, bie Einladungen von Frankreich, dem Gast­geber. auSgeben zn lassen. Frankreich fei diesem Wunsche nachgekommen unter der Bedingung, daß es gleichsam im Namen und Auftrag Ame­

rikas handele. Nach einigen Bedenken habe man sich auf dieses Verfahren geeinigt. In französi­schen diplomatischen Kreisen hofft man, daß bie zunehmende Besserung in dem Gesundheitszu­stände Chamberlains es doch noch gestatten werde, persönlich seine Unterschrift unter den Kelleggpakt zu setzen, und daß auch Dr. Strese- mann persönlich die Reichsregierung vertreten werde.

Rußland in Not.

Reue Getreidekäufe. Krawalle um Brot.

Berlin, 9 August. (Drahtbericht.) Hefter Rotterdam ist wieder für fast zehn Millionen Rudel amerikanisches Getreide nach den russi­schen Ostseehäfen weiter transportiert worden. AuS Leningrad wird gemeldet, daß eS bei der Brotverteilung auf Karten zu Krawallen kam. Drei Tote und etwa dreißig Verletzte werde» von der Sowjetpresse bekannt gegeben.

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Heber ioo Todec urteile

Moskau, 9. August. (Drahtbericht.) Nach dreimonatiger Verhandlung in dem Prozeß gegen den Daghestanischen Weinbauverband, bei dem große Mißbräuche aufgedeckt worben waren, die über eine Million Rubel Schaben verurfacht hatten, verurteilte bet Oberste Gerichtshof Daghestans den ehemaligen Direttor Jßjaew und den stellvertretenden Chef der Moskauer Abteilung, Kalmanow, zum Tode. Die übrigen drei Angeklagten erhielten größere Freiheits- strafen. Rach einer Zusammenstellung der Moskauer Prawda find im Juni und Juli in Sowjetrußlanb im ganzen 103 Todesurteile voll­streckt worden.

Ueberall politische Prozesse.

Das spanische Attentat. 74 AngeklaBe.

Madrid, 9. August. (Drahtbericht.) Der erste Prozeß wegen der Verschwörung gegen den König und Primo de Rivera, die am 13. Juli auf gedeckt wurde, hat in Sandtander begonnen. 74 Personen sind angeklagf, darunter viele ehe- malige Parlamentarier. Die Dauer des Pro­zesse» ist auf drei Woche« berechnet.

Maffenveryastungen In Mexiko.

Mexiko, 9. August. (Drahtbericht.) Nach einer Mitteilung der Polizei wurden insgesantt 37 Personen, darunter zwei katholische Priester, ver­haftet, tim zu ermitteln, ob sie in Verbindung mit der Ermorduntz Obregon-S stehen. Ferner machte die Polizei Mitteilung von der Verhaf­tung eines Mannes namens Carlos Castro Baloa, der eingestanden haben soll, im vergan- genen Mai zwei Bombe» in der Dcputierten- kammer gelegt zu haben.

Fürsprache für Fememörder.

Berlin, 9. August. (Drahtftericht.) Für die sogenannten Feme-Mörder haben Deutschnatio­nale und Deutsche Volkspartei neue Schritte beim Reichsjustizminister unternommen. Bemer­kenswert ist, daß die Baperische Dollspartei fich diesen Schritten angeschloffen hat.

Hugo Eckener

bet Mentor bet deutschen Luftschiffahrt.

Von Korv.-Kapitän a. D. Beelitz.

Am10. August 6. 3. begebt Dr. Eckener, 6er Altmeister uuo getreue Eckart 6er deutsche» 8i0^>ffbrt. Ku Kreise seiner Somille seinen 60. Geburtstag. Ei» knapper Tag btt Raft nur n>it6 es sein, den er sich gönnt, denn driuueu in 6er Halle 6onnern die Motoren des fertigen LnflschisfS nnd rufen feinen Kommandanten »u nener Sabrt.

In einem Lebensalter, in dem Durchschnitts­menschen mit gutem Recht die Arbeit aus den Händen legen, rüstet sich der Treuhänder des Zeppelin'schen Erbe- alS gleichzeitiger Erhalter des Zeppelinschen Geistes zu höchster Leistung und zu größter Tat. Weit über den Kreis der Luftschissreunde hinaus, im breitesten Volke uuo in aller Welt, muß solches Beginnen Hochachtung und Bewunderung erwecken. Dies zähe Festhal- ten am Ziel trotz aller Jahre und grauen Haare, diese Zuversicht in den inneren Wert eines grundsätzlich für gut befundenen und in langer Lebensarbeit vervollkommneten Werkes und dies restwse Einsetzen von Leib und Leben für den endgültigen Sieg einer großen Idee muß jedem Deutschen, wes Standes und welcher Anschauung er sei, rein menschlich schon

als vorbildliche Tat erscheinen. Reben der Marienkirche in Flens­burg stand Eckeners Vaterhaus. Frühzeitig schärfte sich fein Blick für Wind und Wetter. Als Gymnasiast bereits war er pafsionierter Segler und wenn Hugo Eckener dabei war, bann lieferte der Bootsverleiher auch bei stürmifchem Wetter die Segeljolle an die Jungens aus. Schon da- mals pflegte das Vorspiel einer Fahrt in eiltet gründlichen Wetterbetrachtung zu bestehen, bet der die Kameraden da- Urteil Hugo Eckeners als unbedingt treffsicher und maßgeblich anerkann­ten. So ist es dann auch in den folgenden 45 Jahren geblieben. Im Jahre 1907 finden wir Eckener als Dr. Phil, unb Korrespondenten der Frankfurter Zeitung in Friebrichshafen am Bo­densee. Er ist dort häufiger Zeuge der Ausfahr, ten und Aufstiege des Zeppelin-Luftschiffes, wo- bei es nicht ausbleibt, daß feinem seemännisch- kritischen Auge manches Manöver wunderlich und verbesserungsfähig erfcheint. In der Er- kenntnis indessen, daß ein Luftschiff wohl im- merhin einFahrzeug von besonderer Art" sein muffe, bertieft er sich ein Zeit lang gründlich in das Studium der Ballonkunde unb gewinnt so, halb nehmenb unb halb gebend, Aussprache unb

Fühlung mit demAlten Herrn".

Gras Zeppelin, der zeitlebens einen besonderen Spürsinn für richtige Männer an der richtigen Stelle besaß, macht ihn im Jahre 1909 zum Fahr­tenleiter unb Prokuristen der neugebildeten Delag" unb ernennt ihn bereits im Jahre 1912 zu deren Direktor. Seit biefer Zeit hat Dr. Ek- kener viele Tausende von Luftschiffahrten per­sönlich geführt. Bei keiner biefer Fahrten aber pat je ein Passagier sein Leben einzubützen ober sonstigen Schaden zu erleiden brauchen. Selbst bei der Strandung des mit Zeitungsberichterstat- tern überlasteten Luftschiffs .Deutschland' im Teutoburger Walde gelang es Dr. Eckener, alle Fahrtteilnehmer unbeschädigt zur Ausschiffung zu bringen, unb gerade in folchen kritischen Sa­gen erwies sich bie große Führereignung, bie bann bald auch in weiteren Kreisen bekannt und anerkannt wurde. Als der Weltkrieg ausbricht, wird Dr. Eckener von den höchsten Militär- und Marinebehörden als Luftschiff-Sachberater her- angezogen. Die Auswahl der neu anjulegenben Luftschiffplätze, der Entwurf des Luftschifs-Bau- »rogramms, der Ausbau des Wetterdienstes unb >ie Organisierung des Schulbetriebes vollziehen ich unter feiner auSfchlagvebenden Beratung. Er elbst wird Leiter des gesamten AuSbildungs- ! neustes der Marine-Luftschiff-Abteilung und für bie Folge wird kein Seeoffizier guu Luftkom­mandanten ernannt, der nicht den Weg durch Ek- keners luftschifferische Schulung unb Prüfung ;emacht hätte. Wenn eS dabei niemals erfor­derlich wurde, ihm zur Ausübung diefes Dien- teS einen militärischen Rang zu verleihen, der wohl mindestens der eines Stabsoffiziers hätte sein müssen, so spricht diese Tatsache eine be­redte Sprache für bie allein durch feine fachliche Ueberlegenheit gewonnene Autorität, bie einer äußerlichen Stütze niemals bedurfte. Es wäre indessen verkehrt, heute vorwiegend bie Kriegs- Verdienste Dr. EckenerS zu würdigen. Man darf m Gegenteil sagen, daß er sich bie endgültige Verwendung des Luftschiffes zu Kulturzwecken allezeit unbeirrt vor Augen hielt, wie eS ja auch Graf Zeppelin in seinem Testamente als letztes Ziel des Luftschiffes vorgezeichnet hat. Und so ist nach dem Kriege wieder Dr. Eckener der erste, der das Luftschiff auch in friedlicher Verwendung