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Kasseler Neueste Nachrichten

Hessische Abendzeitung

Kaffeler Abendzeitung

Dienstag, 7. Angnst 1928

.ttfnobtnetaten und Vläbe *r8 tomirrtflem tz>V M ®BIntf(5eEtx 6.

Nummer 185. Einzelpreis: Wochentag» 1» Pfennig.

Einzelpreis: Sonntag» 20 Pfennig. 18. Jahrgang

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Orkan und Hagelschlag gesöhrden die Emke.

Unwetterverheerung in Nordbayern. TS^S?ÄLei

3ertrümmerte «SchneNzugsenfter

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Nürnberg, 6. August. Durch das Unwetter wurden die telephonischen Verbindungen Nürn­bergs mit dem Norden fast ausnahmslos unter­brochen., Die Reichsbahndirektion Nürnberg teilt mit, daß infolge deS Gewittersturmes die Tele­phon- und Telegraphenleitungen auf den Strei­ten Bamberg-Breitengützbach und Bamberg- Oberhaid vollständig zerstört wurden. Auch auf der Strecke Bamberg-Strullendorf traten schwe­re Störungen ein. Auf beiden Bahnstrecken wur­den die Gestänge auf die Geleise geworfen, sodatz beide nach jeder Richtung längere Zeit gesperrt blieben. Die'Schnellzüge Lindau-Berlin, Stutt­gart-Berlin und München-Berlin mußten über Betzreuth, Neuenmarkt, Wiröberg, Lichtenfels, Probstzella umgeleitet werden. (Weitere Unwet­termeldungen siehe 2. Beilage 4. Seite.)

»Völlig freie Station, Wohnung, gute Be» zahlung und gesunde Arbeit," echote es in dem teeren Gewölbe wider, als ich endlich den drei- i jährigen Vertrag unterschrieben hatte. Lchmun- Izelno warf mir der Agent des Handelsherrn Alvarez ein paar Milreis als Anzahlung zu und schob mich dann nach einem lnederseln- sollenden Händedruck zur Tür hinaus. Ich war also für sechsunddreißig Monate das Inventar- stück einer brasilianischen Kasfeeplantage in Mi­nas Geraes geworden. Eine lange Spanne Zeit für jeden, besten Beschäftigung tagaus, tagein darin besteht, lausend Bäume in guter Pflege zu halten. Mein erster Gang galt nun em Administrator, einem verschlagen aussehen- >en Spaniolen, dessen üble Gewohnheit es war eoermann von seinem Kaugummivorrat, den er unablässig im Munde sletscherte, eine Por­tion anzubieten. Mir brachte dieser Beweis hoher Gastfreundschaft meinen Magen

Surcdtdarer yagettchtag >m Taunus.

Niedernhausen, 6. Aug. (Drahtbericht.) Ein verheerender Hagelschlag vernichtete am Sams­tag abend fast die gesamte Ernte. Die Hagel- chloffen hatten die Grötze von Taubeneiern und bedeckte» den Boden in 30 Zentimeter Höhe.

«schwere DerlebSsivrungen

Besonders schwer betroffen ist Erlangen und die fränkische Schweiz. - Ein Schnell- zug im Hagelsturm beschädigt. Ernteschäden im TaunuS.

gleitung deS Staatssekretärs von Frank und des ReichsbahndirektionSpräfidenw« List d»e tm Krankenhaus untergebrachten Verletzten.

London, 6. August. (Drahtbericht.) Seit Dienstag werden zwei von Jdsu in Japan aus­gelaufene japanische Fischerboote mit einer Be- satzung von 62 Mann vermißt. Das Marinemt- nisterium hat alle Dampfer in diesem Bezirke an- gewiesen, sich an der Suche nach den vermißten Schiffen zu beteiligen. Durch einen die ganze Woche anhaltenden Taifun hat die Kleinschiff-

Hitze un- Orkan.

Tödliche Ueberraschungen in Newhork.

Ncwyork, 6. August. (Drahtbericht.) Die große Hitze im nördlichen Teile der Vereinigten Staaten hat weitere neun Todesopfer durch Hitz- schlag gefordert. Ueber achttausend Badegäste zählte man am Sonntag am Rewyorker Strand. In später Abendstunde setzte ein schwerer Orkan ein, bet in Rewyork großen Schaden anrichtete. Drei Personen wurden durch herabstürzendes Mauerwerk getötet. Sechs Badegäste ertranken.

Mftyerflotte tm Taifun.

5.!? ÄffÄ« Brasilien lerne» wir das tiuebcuterfeftew der trapilcke» Grobvllamer kenne», das einer mo­dernen Art der Sklanere, gleichkommt.

mußten wegen Benzinmangel« notlanden.

nach Warschau zurückzukehren. Sie erzählten, da sie unterwegs eine Flaschenpost abwarfen, worin sie mitteilten, daß es ihnen nicht möglich sein werde,den Flug zu vollenden. (Slehe auch un- fett Meldungen auf der 1. Seite der 1. Beilage.)

Ein blutiger Arbeitstag.

Am frühesten Morgen geht es an di« Arbeit. Die ganze Familie wandert in bte Pflanzung hinaus. Glücklich, wer in Frau und Kind wil­lige Gehilfen besitzt; Ich beginne mit einer kurzen Hacke den Boden zu bearbeiten. Doch schon nach den ersten Stunden schmerzt mich das Rückgrat derart, daß ich mich in einem Zustand völligster Gleichgültigkeit unter einen Strauch verkrieche. Ich mochte kaum ein paar Augenblick geruht haben, als auch schon der Aufseher angesprengt kommt. Nicht daß er mich anbrüllt, er weiß aus Erfahrung, daß dies zu­meist Wirkungslos bleibt. Rur seinen Gaul läßt er um mich herumtänzeln. und zwar so, daß ich vorerst die Füße anziehen und endlich aufstehen muß, wenn ich nicht ernsthaft getreten werden will. Unnachsichtlich bleibt nun das Tier an meine Fersen geheftet. Bei dem leisesten Versuch, auch nur wenige Sekunden Rast zu gewinnen, genügt ein leiser Schenkeldruck sei­nes Reiters, um mich wieder aufzujagen. Lange Währt diese? unheimliche Spiel. Die Sonne brennt unerbittlich auf das Feld nieder. Tas Blut quillt mir aus Rase und Mund. Gierig trinkt die tote Erde das rote Naß. Ich fühle die Hitze nicht mehr, nicht den Schmerz in den Gliedern, noch den durchdringenden Duft der zierlichen Blütenpracht, der alle Sinne auf­peitscht Es wird Mittag und Abend. Endlich aebt eS heimwärts. Ich erfahre, daß es allen Anfängern gleich mir ergebt. Der Blutverlust erschöpft sie und soll sie geaen die Gefahren der Plantaaenarbeit immun ma»en. Bleibt er nu8, so lall das stürmisch zum Kovfe dringen se Blut Gebirnschlaq verursachen Desbalb des unermüdliche Antreiben, daS den Anfänger »zur Entspannung" bringen soll. Deshalb auch

Die Flieger verloren den geraden Weg und

Loudon, 6. August (Drahtbericht.) AuS Liffa- bon wird gemeldet, daß die polnischen Ozean­slieger ,die wegen ungünstiger Witterung vom geraden Weg abweichen mutzten, 3- Stunden lang in der Lust geblieben sind. Darauf stellte sich Ben- zinmangel ein und zwang sie 60 Meilen vor Cap Finifterre aus daS Waffer niederzugehen. Der Ausschlag war so hestig, daß beide Flügel deS Flugzeuges durchbrachen. Als der Pilot Kubala bei der Rettung an Bord derSamos ging, er­litt er einen Armbruch. Beide Flieger haben den Wunsch ausgesprochen, bereit» heute über ParrS

Ansbach, 6. August. (Drahtbericht.) Scktzvere Unwetter gingen über dem Landbezirk Ansbach nieder, wodurch in viele» Gemeinden bte Ernte vernichtet, Bäume entwurzelt oder abgebrochen wurden. Groß ist der angerichtete Gebäude- schade». Der Schnellzug Hamburg-München geriet bei Rosenbach in einen Hagelsturm. Zwanzig Fenster wurden zertrümmert, verletzt wurde niemand. , x ,

Koburg, 6. August (Drahtbericht.) Ueber Koburg und Umgebung gingen schwere Gewit- ter, verbunden mit starkem Hagelschlag und! fahrt grotzen Schaden erlitte

Berlin, 6. August. (Drahtbericht.) Laut Germania" ist das Reichsbahngericht zu seiner Konstituierung bereits zusammengetreten. In unterrichteten Kreisen wird angenommen, da die Entscheidung des Reichsbahngerichts über die Tariferhöhung noch im Lause des Monats August erfolgen werde. In der zweiten August­woche wird auch der vom Reichsverkehrsmini­ster bestimmte Arbeitsausschuß zusammentreten, um die Methoden feiner Arbeit festzustellen.

Verschobener WeUssug

Madrid, 6. August. (Drahtbericht.) Der Welt­flieger Franeo hat den geplanten Flug um die Wett auf daS nächste Jahr verschöbe«.

halten sein.

Die polnische Taktik Litauen gegenüber ist äußerst einfach. Warschau bedient sich der gan- zen Phraseologie des Völkerbundes, um Li- tauen schachmatt zu setzen. In Genf selbst glückte es Polen schon auf den letzten Tagungen deS VölkerbundSrats. Litauen in starke Be­drängnis zu bringen. Die Entscheidung über das Schicksal und die Zukunft der polnisch- litauischen Beziehungen fällt aber, tote tote ganze politische Welt weiß, nicht in Genf, auch nicht in Warschau und Kowno, sondern m Pa­ris und London. WoldemaraS glaubt, daß der bestehende Konflitt zwischen Litauen und Po­len nicht eine kriegerische Entwicklung nehmen wird. Rach seiner Ueberzeuyung wird Frank­reich im entscheidenden Augenblick genug Macht­mittel zur Verfügung haben, um Polen zurück­zuhalten. Dieser Wink an die Pariser Adresse ist unmittelbar vor dem 12. August zu.deutlich, als daß er noch näherer Erläuterung bedürfte.

in eine so bedrohliche Revolte, daß ich den Rus meiner Zimmerrelnheit nur durch einen kühnen Sprung zur Tür hinaus retten könnte. Damit aber hatte ich mir die Gunst Don Joses verscherzt. Durch einen Ne­gerjungen ließ er mich in mein Quartier gelei­te», das ziemlich weit draußen am Rande der itaniugt lag. Zu meiner größten und ftcusig- sten Ueberraschung waren die Besitzer des klei­nen Rancho, der mich aufnehmen sollte, Oester­reicher, Vater Rofties, ein Burgenländer, der einstmals als Pächter eines ungarischen Grafen sein Dasein geführt hatte. Die guten Leute nah­men mich freundlich auf und wiesen mir eine Kammer zu, deren ganzes Meublement in zwei Haken ar. den Wänden bestand. Hier konnte ich meine Hängematte auftnachen uno war so we­nigstens vor den Belästigungen des Kleingetiers verschont, daS die Dunkelheit Nacht für Nacht aus den Ritzen und Löchern des schlecht ge­stampften Bodens trieb. Meine erste Nacht alS Kaffeearbeiter. Ich taste mit den Blicken durch oas Maschennetz meiner Matte den Boden ab. Aus Unruhe und Schlaflosigkeit. ES ist, als ob der fade süßliche Dust der in vollster Blute sie- henoen Kaffeesttäucher schon jene Wirkung de- säße, die wir beim Genuß deS Kaffees zu schät­zen wissen. Jene physische Anregung, die unS leichter denken und arbeiten läßt, und den Schlaf verscheucht Ekelhaft, dieses ringelnde Glitzern zweier harmloser Schlangen, die von der Mäusevertilgung leben. Das leise Schwir­ren phosphoreszierender Falter und das ver­nehmliche Knacksen lustia herumturnender Ka­ser läßt mich nicht zur Ruhe kommen. Dazwi- schen schnurrt mir ein kaum faustgroßer Maki- affe feine Urwaldträume ins Ohr

Augsburg, 6. August. (Drahrberlcht.) Der Generaldirettor der Deutschen Reichsbahn-Ge- sellschaft Dr. Dorpmüller ist gestern zur Besich­tigung der Unglücksstätte» bei Siegelsdorf, Din- kelscherben und München in Begleitung der Eisenbahndirektore» Dr. Stückel, Dr. K»lp und Baumann nach Bayern abgereist. Dorpmüll« besuchte gestern nachmittag untre Führung deS ReichsbahndirektionsprSfidenten Dr. Käppel die Unfallstelle in Siegelsdorf. Abends trafeni We Herren in Augsburg ein und begaben sich sofort an die Unsallstelle in Dinkelscherben. DaS Er- aebniS der Untersuchung deckt sich vollständig mit der bisherige» amtliche» Darstellung. Heule vormittag besuchte bet Generaldirettor in Be-

Gewitter im Osten.

Kriegsgefahr zwischen Pole« und Litauen.

Das deutsche Reich verfolgt seit Wochen die polnisch-litauische Spannung mit Unruhe und Aufmerksamkeit. Wenn die Wilhelmstraße nicht hinreichende Gründe besessen Hütte, dann wäre es voraussichtlich nicht dazu gekommen, daß die Reichsregierung sich sowohl in Warschau wie in Kowno zu einer Demarche entschloß. DieS ge- 1 schah beachtenswerter Weise während des Ur- laubs unseres Außenministers Dr. Stresemann, und der Erkrankung deS leitenden StaatSsekre- , tärs von Schubert. Die deutschen Diplomaten in Berlin, Warschau, Kowno und Moskau ha­ben trotz der Sommerserien einen überaus an­strengenden Dienst.

Am 12. August treffen sich die polnischen Le- gionäre in Wilna, um den Staatsstreich ihres Führers, des Generals Zeligowski, zu feiern. Marschall Pilsudski hat persönlich sein Erschei­nen zugesagt und eine große Rede in Aussicht gestellt, in der er wichtige Staatsgeheimnisse verkünden werde. Das Fest der Legionäre, glaubt man, bild« den Auftakt zu einem weite­ren Vorgehen und Vordringen Polens gegen Litauen. Dies ist politisch nur unter der Vor- aussetzung möglich, daß Frankreich dem mit ihm verbündeten Polen Litauen gegenüber freie Hand läßt und England, wenn es auch nicht seine Zustimmung gibt, doch stillschweigend das Vorgehen der Polen duldet.

Keiner von den Heinen Oststaaten oder bal­tischen Randstaaten verdantt fein Dasein einer eigenen nationalen Willensbildung. DaS Pro­blem der nationalen Staatenbildung spielte selbst bei der Auferstehung Polens eine sekun­däre Rolle. Jeder der Oststaaten entstand ein­mal überhaupt und dann in seinem gegenwär­tigen Bestände erst auf Wunsch der Engländer und Franzosen, wobei zugegeben werden muß, daß die Unkenntnis des Präsidenten Wilson mit den Volks- und gebietspolitischen Fragen Ost­europa» keine untergeordete Rolle spielte. Trotz Völkerbund und allem, waS wir seither erleb- len, sind alle diese Staaten und Stäätchen nur so lange von Bestand und Dauer, al» die Großmächte der Gegenwatt e» wünschen. An dem Tage, an dem sie sich entschließen, hier eine Aenderung eintreten zu lassen, ist eS sehr schnell um den einen oder anderen Staat geschehen.

Litauens Diktator WoldemaraS hat nun den Polen vorgeschlagen, die Konferenz in Königs- berg schon am 15. August zu eröffnen, um auf diese Weise den gefährlichen 12. August mög­lichst schnell in Vergessenheit zu bringen. ®ie Polen bekunden aber keinerlei Eifer, den litau­ischen Wünschen nachzukommen. Sie berufen sich darauf, daß sämtliche Konferenzen der letz­ten Monate ergebnislos verliefen unb bte be­vorstehende Königsberger Konferenz schwerlich den Anfang einer gründlichen Einkehr und Um­kehr Litauens zeigen und bilden würde. Wol- demaras wehrt sich nachdrücklichst gegen bte Verpolung seines Landes. Die Polonistertmgs- bestrebungen der Großkaufleute und Groß­grundbesitzer polnischer Rationalität im Lande sind ohnehin unverkennbar. Gelingt e» bett Litauern nicht, gegen sie erfolgreich anzu- kämpfen, dann ist ein langsames Sterben des litauischen Staate» unvermeidlich. Au» diesen Erwägungen heraus wird sehr wohl verständ­lich, daß WoldemaraS sowohl die Anerkennung der staatspolitischen Zustände im Wilnagebtet als auch die Unterzeichnung eines SicherhettS- und Richtangrifts-VettragS mit Warschau ab- lehnte. Wäre Litauen einmal mtt polnischen Gesandten und Konsuln überschwemmt, dann würde nach der Auffassung der gegenwärtigen Machthaber in Kowno die Unterwühlung deS Staatswesens durch Polen kaum mehr auszu-

Dorpmüller ln Dinkelscherben

Di« bayrische JnfpettionSreise des Reichsbahngeneraldirektors. - Di« Entscheidung über die Tariferhöhung der Reichsbahn.

Nürnberg 6. August. (Drahtbericht.) Die wollenbruchartigem Regen, nieder. Die Hagel- Unwetterkatastrophe, von der Rordbayren be- Örn« «reichte» Haselnutzgrötze. Der Tele- troffen wurde, nimmt nach weiter einlaufenden Phonverkehr ist völlig gestört.

Meldungen immer größeren Umfang an. So wurde besonder« schwer 6ie Gegend von Gr- langen heimgesucht, wo ungeheurer Schaden auf den Feldern, den Fluren und Waldungen angerichtet wurde. Dielfach find die Wege durch die Wassermaffen vollkommen zerstört worben. Im Sieglitzhosener Grund wurden etwa 2000 rfiöne Waldbäume vom Sturmwind umgekmckt und entwurzelt. Biele Häuf« in den benach­barten Otten wurden abgedeckt, Gärten und Kartoffelfeld« verwüstet und einige Kamine umgeworfen. Zerschmetterte Eichen und Birken versperren die Straßen. Die elektrischen, Tele­phon- und Telegraphenleitungen wurden durch türzende Masten zerrissen. Auch im Feure- meldedienst traten Störungen durch Drahtbruch ein. In der Erlanger Ostvorstadt versagte das Licht. Die Orte Bruck und Büchenbach wurden stark mitgenommen. Da» gleiche wird jetzt auch aus Gößweinstein und einigen anderen Gemein­de« der fränkischen Schweiz berichtet, wo das Unwett« in demselben Ausmaß gehaust hat. Aber auch die unterfränttsche Weingegend wur­de in Mitleidenschaft gezogen. In Randers­acker wurden durch Hagelschlag die SEßeinberge, bie sich von ben durch die Maifröste verursach­ten Schäden jetzt einigermaßen erholt hatten, nunmehr durch den Hagel vernichtet. Auch auf den Feldern wurde großer Schaden angerichtet. Biele Obstbäume find umgebrochen, die Früchte abgeschlagn worden. In der Gegend von Pros­selsheim wurden ebenfalls durch Hagelschlag Die Fluren stark verwüstet. Die noch auf dem Halm tehende Getreideernte ist vielfach verloren. D»e Schlosse» waren auch hi« taubeneigroß. Der Sturm hatte zahlreiche Stockungen im Eisen­bahnbetrieb zur Folge.