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regelmäßigen Schießübungen der Bürgerschaft haben zweifellos auf dem Finkeicherd stattge­funden, m dessen Nähe, allerdings mehr nach der Stadt zu, später das erste Schützenhaus er. richtet wurde. In der Folgezeit waren die Schützen hoch angesehen und erfreuten sich tn ganz besonderem Maße der landgräslichen Gunst, denn . . . diese wußten ganz genau, welche Vorteile ihnen das Schützenwesen bei den verschiedensten Belagerungen der Festung Kastel brachte. Besonders

Philipp der Großmütige unterstützte das Schützenwesen, das ihm sogar zur Ehrcngarde wurde, mit allen ihm zur Ver­fügung stehenden Mitteln. Alljährlich gab es ein großes Preisschießen, wobei hauptsächlich, der damaligen Sure entsprechend, um Hosen­tücher geschossen wurde. Bei solchen Schützen- Festtagen versammelten sich die Schützen am alten Rarhaus, das damals noch am Fischmark, stand und dessen naturgetreues Modell un Obergestock des jetzigen Rathauses in der Kö­nigstraße jederzeit in Augenschein genommen werden kann. Mit fliegenden Fahnen, mit Trommeln und Pfeifen ging es dann vom Alt­markt aus durch das Ahnaberger Tor und spä­ter in die Karisaue. Jedesmal war das Fest der Schützen auch

ein Fest für die Bürgerschaft.

Da blieb nicht einer zu Haus. Alt und Jung, so lesen wir in den alten Chroniken, wanderte mit den Schützen hinaus, beobachtete das Schieben und erfreute sich an den Späßen, di« besonders dafür bestimmte Leute vom Stapel ließen und meist ziemlich derber Natur gewe­sen sein müssen. Große Tafeln waren ausge­stellt, an denen es Wein, Bier und andere Ge­tränke gab. Kuchen. Butteriringel und . . . . Spiele aller Art. Das Schießen der Schützen wurde jedesmal von einem regelmäßigen Jahr­marktstrubel umgeben oder, wie man heutzu­tage zu sagen pflegt, von einem Volkssestrum- mel. Später gab es sogenannte Vogelschießen, wie sie heute noch im sächsischen Land üblich sind. Der Ruf der Kasseler Schützen war be­reits im 17. Jahrhundert ein so ausgezeichneter daß sie weithin zu Schützensesten anderer Städte geladen wurden und ... so ist es bis heute geblieben. Im Verlaufe der Zeit entstand em neues 'Schützenhaus in der Aue, wozu die land­gräfliche Hofhaltung erhebliche Zuschüsse lei­stete, aber auch die Schützen selbst mußten tief in ihren eigenen Beutel greifen. Im Jahre 1682 erstand

ein neues SchützenhauS

in der noch heute sogenannten Schützenstraße das unter Landgraf Karl bedeutend erweitert wurde. Immer wieder mußten die Schützen (das scheint überhaupt ihr Verhängnis zu seins tief in die eigene Tasche greifen. Der Geld­mangel in der Kaffe der Kasseler Schützen war ebenfo chronisch, wie die Selbstverständlichkeit ihrer Schießerfolge. Die wiederholten Fehden und Kriege tiefen die Schützen immer wieder an die Kampffront und mancher Kasseler Schütze hat das, was heute als Sport gilt, für den Landgrafen und für die Vaterstadt mit feinem Herzblut besiegelt. In der Folgezeit wurde das Kaffeler Schützenwesen manchen Schicksalsschlägen unterworfen, und erst mit der

Gründung

des deutschen Schützenbundes

im Jahre 1862 und bis zu der Anlage der neuen Schützenhausanlagen im Park Schön­feld im Jahre 1911 kam es zu der Höhe, zu der sich heute das Kasseler Schützenwesen wieder erhoben hat. An der Kaffeler Bevtölkerung liegt es nun, den Veranstaltungen der Schützen wieder den Volksfestrahmen zu geben, der frü­her Selbstverständlichkeit gewesen ist. R. H.

Das Schützenfest vom 12.15. August sorgt, während abseits vom eigentlichen Volls­park, die Schützen auf den Schießstände^ des Vereins um die Palme des Sieges streiten werden, für Volksbelustigungen aller Art int Park des alten Schlößchens. Für die Jugend ist Gelegenheit, sich auf einem Tanzpodiurn bei Tanz und Spiel zu erfreuen. Um auch die Kleinsten zu Worte kommen zu lassen, findet am Mittwoch, den 15- August ein großer K i n- derfestzug statt, der vom FriedrichZplatz seinen Anfang nimmt. Die Kinder sollen in Volkstrachten erscheinen, von denen die originellsten und besten zur Prämierung gelan­gen. Ein Miniatur-Schützenfestzug wird ent­stehen, bei dem wie nicht anders zu erwarten ist, die grüne Farbe vorherrschend sein wird. Im Park Schönfeld werden sich die Kinder mit aller möglichen Kurzweil unterhalten können. Für die älteren Jungen ist sogar ein Schießen vorgesehen, bei dem sie ihren Schützenkönig für das Jahr 1928 ermitteln. Das Schützenfest fin­det am Abend des Mittwochs seinen Abschluß durch ein großes Feuerwerk.

Vorerst das Iagersest.

DasFest her Jäger" ruft.

Auf der Dönche regen sich fleißige Hände, die letzten Vorbereitungen zu treffen für das am Sonnabend stattfindende Schießfest de» Kasseler Jägerbataillons/ Auch in diesem Jahre wird das »Fest der Jäger", das fa nun schon Trnv'ttnn gewoi-den ist, ganz befonber- Anziehungskraft ausüben. Wieder ist ein Programm zusammengestellt worden, das man­chen wertvollen Einblick in das Leben und die Arbeit unseres ReicbsbeereS gestattet. Das Ba­taillon wird Sonnabend um 14.45 Uhr geschlos­sen von der Jägerkaserne zur Dönche marschie­ren, wo dann auf den Schießständen die ein­zelnen Kornvagnien um den Siegerlorbeer hn »Ehrenhirschfänger-Schießen" ringen werden. Nach Beendigung des Wettschießens, während dessen von 16,30 Uhr auf Stand 5 auch der »Zivilist" mit Kleinkaliberbüchfen »Ang und Hand" üben kann, beginnen um 18 Uhr die sportlichen Vorführungen. Rach

Stabübungen und Reitervorführungen wird der Vorführung eines Maschinengewehr- Begleitzuges die Laus, und Sprungschule fol­gen. Dem Tauziehen folgt die 80 mal 100 Me­ter Geländestaffel, an die sich dann Gerätetur­nen und Hindernisläufe anfchlietzen. Größtem Interesse wird auch diesmal wieder die Rach- richienstaffel begegnen und auch der Graben- kampf wird feinen Eindruck nicht verfehlen

18. Jahrgang. Rr. 181.

«fielet fitenefie

Nach der Preisverteilung und dem Singen der Kompagnien »steigt" die Rede Friedrichs des Großen in seine Generäle vor der Schlacht von Leuten und den Mschluß bildet wieder der große Zapfenstreich mit Fackelbeleuchtung Der geschloffene Abmarsch des Bataillons erfolgt über die Kohlenstraße, Wahlershäuser Kirche, Wilhelmshöher 9tttee zur Jägerkaserne.

Die Große Kasseler Straßenbahn und die Herkulesbahn verstärken ab 13,36 ihren Verkehr zur Dönche. Nach Beendigung der Vorsührun- gen hallen Straßen- und Herkulesbahn eine größere Anzahl Wagen an den Haltestellen Pal- menbad-Dönche bereit. Ebenso verstärkt die Kasseler Omnibus-Gesellschaft ihren Verkehr nach Schluß der Vorführungen aus der Linie Dönche-Kaiserstaße-Ständeplatz.

Alle Vorbereitungen zu einem reibungslosen Verlauf des Festes sind getroffen und wie in den Vorjahren heißt auch' diesmal am Sonn­abend die Parole:

Auf zur Dönche!" ee.

wie wird Las Wetter?

Der Frankfurter Wetterdienst meldet:

Im Bereiche einer flachen Druckverteilung über Mitteleuropa sind Tiefdruckstörungen zur Ausbildung gekommen. Sie werden an den nächsten Tagen auch in unserem Gebiet sehr wahrscheinlich zum Auftreten von Gewittern führen, jeooch ist höchstens mit vorübergehen­der Abkühlung zu rechnen. Vorhersage

bis Donnerstag abend

Heiter bts wolkig, Gewitterneigung, Lernpara- turen wenig verändert, zeitweise südwestliche Winde.

Wafferwärme der Fulda am Mittwoch vormittag 17 Grad Celsius.

Aus Kassels Theatern.

Wenn die Ferien vorüber . . .

In der abgelaufenen Spielzeit 1927-28 wurden 316814 Plätze für 368 Veranstaltungen verkauft. Auf die einzelne Aufführung entfal­len demnach 860 Besucher. Das Staatliche Theater war somit durchschnittlich zu 61,4 Pro- zent feiner verfügbaren Plätze besetzt. Die vor­genommene Neueinteilung des Abonnements in 6 Buchstaben hat sich sowohl tm Interesse des Publikums wie in dem der Probenarbeit durchaus bewährt; es wird daher auch für das neue Spieljahr die Einteilung in die Buch­staben A bis F beitebatten werden. Tas neue Dauerkartenjahr wird, wie üblich, in den letz­ten Septembertagen beginnen und als erste Neueinstudierung und Neuinszenierung die feit längerer Zeit tm Spielplan entbehrte Oper Carmen" von Bizet und im Schauspiel Shake­speares in Kassel überhaupt noch nicht gegebe­nes Schauspiel »Maß für Maß" bringen.

Revue im Kleinen Theater.

In der Dollhnofs-Ausstattungsrevue »Hun­dert Jahre raus und runter", die heute zum ersten Mal auftritt, wirken neben anderen fol­gende Kräfte mit: Claire Kaufmann (Rotter­bühnen Berlin) Valerie de Lattre (Neues Operettentheater Bochum), Annemarie Torsten (Operettentheater Frankfurt a. M.), Walter Spielmann (Deutsches Theater, Berlin), Eugen Siemsen (Stadttheater Münster), Walter Baumhoff (Metropol-Theater Köln), Hildegard de Peer und Gerd van Durp (Solotänzer vom Kgl. Staatslheater Amsterdam). Die Gesamt- leitung hat Dir. Kurt Bruck, die musikalische Leitung Musikdirektor E. Monsen, die Einstu­dierung der Tänze Ballettmeister Gerd van Durp, die Ausstattung Prof Günther (Komische Oper Berlin).

Jm Branden des Verkehrs.

Die täglichen Verkehrsunfälle.

Beim Einbiegen eines Lastkraftwagens aus der Hafenstratze nach rechts in die Toreinfahrt ves Hauses Nr. 35 mußte der Führer nach links ausholen, um den Wagen wenden zu kön­nen. Ein entgegentommenoer,, Radfahrer, der dies nicht rechtzeitig bemerkte, obwohl der Kraftwagenführer Warnungssignale abgege­ben und die Aenderung der Fahrtrichtung an­gezeigt haben soll, fuhr mit voller Wucht gegen das Auto. Er schlug mit dem Kopf gegen das Fahrgestell des Wagens und blieb bewußtlos liegen. Ein Arzt stellte eine Gehirnerschütte­rung und eine Prellung der rechten Schulter fest. Nach Anlegung eines Notverbandes wur­de der Verletzte in feine Wohnung überführt Tie Schuldfrage ist nicht geklärt.

Ecke Obere Königstraße

und Wilhelrnstraße stieß ein Personenkraftwa­gen mit einer Kraftdroschke zusammen. Beide Wagen wurden beschädigt. Tie Schuld soll den Führer des Personenkraftwagens treffen, da er beim Einbiegen aus der Oberen König­straße nach rechts in die Wilhelrnstraße entge­gen den Verkehrsvorfchriften in großem Bogen gefahren ist. *

Ein 42jähriger Mann auS der Eichwalo- siedlung wurde in der Hafenstraße von einem Auto angefharen und zu Boden geworfen Er erlitt eine Gehirnerschütterung und wurde durch Arbeiterfamariter seiner Wohnung zuge- führt. _______

Das Saus am wasser.

Neues vom Sarlshospital.

Gestern führte Wilhelm Kröning, der be­kannte Inspektor des ehemaligen »Grauen HanseS" am Steinweg und jetzt deS ebenso großräumigen wie großzügigen Karlshofpitals wieder einmal durch diese Stätte dienender Liebe, die bekanntlich mehr ist alS der volks­tümliche »Grüne Kranz", in dem die ans- nüchtern, die des Guten allzuviel getan haben.

Wieder sahen wir hinaus c.uf die stille Was­serfläche der Fulda, die sich unter den Mauern deS alten und jetzt wieder neuen Hause« wohlig dehnt. Gerade rauscht stolz die »Elsa" vor­über. Wir aber halten Umschau in den R e u e rungen dieser einzigartig in Deutschland da-

stehenden Anstalt fürsorgerischer Hilfe für geistig Anormale, Alkoholiker und Polizei-Schutzdienst. In peinlicher Sauberkeit blitzte und blinkte das ganze Innere dieses Hilfswerks der Inneren Mission, vor allem das Aerztezimmer, das jetzt eine vollkommene Einrichtung zur Vornahme selbst kleinerer Operationen und sonstiger Wundbehandlung erhalten hat. Einfach und zweckmäßig sind auch die Räume de« Jugend- schutzdiensteS eingerichtet. Als weitere Einrich- tung wurde nun dem Karlshospital eine Un­fall-Leichenhalle angegliedert. Mit denk­bar einfachsten Mitteln hat Jnfpektor Kröning hier eine Aufbewahrungsmöglichkeit gescdasfen, die in ihrer einfachen ernsten, durch Blumen­schmuck freundlich gemilderten Würde aus jeden, der sie aufsuchen muß, sichtlichen Eindruck machen wird.

Mit dieser Anlage ist wieder ein« Lücke in oer öffentlichen Fürsorge ausgefüllt, ober . . . noch ist das Werk nicht vollendet, neue Pläne sind vorhanden, deren Verwirklichung nur eine Frage der Zeit und ... des öffentlichen Geld­beutels ist! -ee-

Exul^fton von Benzingasen.

Mehrere Personen leicht verletzt.

Die Hauptfeuerwache wurde heute vormittag kurz nach 7 Uhr nach der Friedenstraße gerufen. Dort wollte ein Jnstallateurmeister an einem vor dem Hause haltenden Auto den Benzintank löten. Obwohl der Tank vorher gründlich ent­leert worden war, geb es plötzlich eine Explo­sion, bei der der Benzintank auseinanderflog. Durch die umherfliegenden Teile erlitten meh­rere Personen leichtere Verletzungen, die große Schaufensterscheibe ging in Trümmer und auch die Decke des Ladens wurde beschädigt. Feuer "am glücklicher Weise nicht zum Ausbruch, so­daß die Wehr nach kurzer Tätigkeit wieder ab­rücken konnte.

Stubenbrand.

Die Feuerwache Mauerstraße konnte am Dienstag gegen 19 Uhr einen Stubenbrand in der Leipzigerstraße "durch energisches Eingreifen tm Keime ersticken.

Lokalnachrichten vom Tage.

-r- Jubiläum im Handwerk. Am heutigen Tage sind 35 Jahre verflossen, seitdem Heinrich Vesper im Grünen Weg seine Bauklemp­nerei und Jnstallationsgeschäft gründete. Durch Fleiß und Umsicht war c8 ihm möglich, bald seine Betriebsräume nach dem eigenen Grund­stück Töpfenmarkt 8 zu verlegen. Der 60jähri- ge, immer fröhliche und witzige, in weiten Kreisen bekannte Meister wußte fein Geschäft der Zeit entsprechend auszubauen und glieder­te ihm schon frühzeitig eine Elektrische Licht- und Kraftanlage an. Heinrich Vesper, dem Meister voll Humor und Laune, überall gleich bekannt und beliebt, wird es am Jubiläums­tage feines Geschäftes, feines Werkes, an Glückwünschen und Ehrungen nicht fehlen.

-T- Zum Besten der Kriegerwaisenhäuser. Im Stadtparkgarten findet heute, Mittwoch, abend 20 Uhr ein großes Sonderkonzert der verstärk­ten Kapelle de« deutschen Mustkerverbandes unter Leitung von Musikdirektor Kneife! statt, dessen Reinertrag für die Kriegerwaisenhäuser bestimmt ist. Im Interesse des wohltätigen Zweckes ist der Veranstaltung, die auch einen künstlerischen genußreichen Abend verspricht, ein guter Besuch zu wünschen.

-T- Ein treuer Angestellter. Herr Julius Funke ist seit 1903 in der Drogen-Großhand- lung George Schirmer tätig und begeht am 3. August dieses JahreS sein 25jähriges Jnbi- läunt. Als Anerkennung für seine Leistungen wurde ihm schon feit 1921 Prokura erteilt.

4- Hessische Töpfe im Landesmuseum. Vom 5. biS 9. August wird in dem Wander-Ausstel- lungsraum des Landesmuseums eine größere, von Marburger Kunsttöpfern unter eigener Regie zusammen gestellte Schau »Hessische Töpferei" gezeigt werden. Dieselbe ist bereits durch eine große Anzahl norddeutscher Städte gewandert und soll nun auch im heimischen Regierungsbezirk gezeigt werden. Im Inter­esse einer Förderung des althessischen Töp­fereigewerbes ist dieser Ausstellung ein reger Besuch zu wünschen.

-T- Die Wochenendfahrt nach Berlin. Don der Reichsbahn-Direktion wird uns entgegen um­laufenden Gerüchten mitgeteilt daß die Wo­chenendfahrt nach Berlin nunmehr mit Be- stimmtheit zustande kommt.

Vorsicht... Wirtschaftsdiebe am Werke! In der vergangenen Nacht wurde wiederum tn eine Gastwirtschaft, diesmal in der Mönche- bergstraße eingebrochen und Zigarre« und Zi­garetten entwendet

--- Was alle« vorkommt! Ein llljähriger Arbeiter aus der Jahnstraße, der feit längerer Zeit an epileptischen Anfällen leidet, trank in einem feinet Zustände Celfarbe- Arbeitersa­mariter brachten ihn zunächst zu einem Arzt, der ihm den Magen auSpumpte und überführ­ten ihn dann in feine Wohnung.

Allerlei vom Tage. Im EisenbnhnauS- besserungSwerk wurde ein 44jähr:get Werkh-l- fer tret Reparation-arbeiten an einer Drehschei­be so unglücklich eingeklemmt daß er eine schwere Verletzung am Gesäß davontrug. Die Hauptsanitätswache beförderte den Verunglück­ten nach erster Hilfeleistung in feine Wohnung in Mönchehof, Am Luchervlatz erlitt ein 82jähriger Mann aus der Mittelgasse einen Schwächeanfall. Er brach bewußtlos zusam­men und zog sich dabei eine schwere Handver­letzung zu. Nach erster Hilfeleistung auf der Feuerwache Mauetsiratze überführte ihn die Hauptsanitätswache in seine Wohnung.

Wohin gehen wir am Donnerstag?

Kleine« T S e «t er:100 Jahre rotrf un» run­ter". S0 Uhr.

Stadtvar k: Sasteekoneett, 16 ttfir.

Ltadtvark: Konzert mit FilmRivalen , 20 Hüt Parkrestaurant Sorte an e: Nartenkonzert. S a f f e e Hanl«: DaS nette Proaramm.

Autobus KasselEiterhagen.

Die RetchSbahndirektion veröffentlicht heute einen neuen Fahrplan der Eifenbahnkraftwagen-

DonnerStag. 2. August 1988.

(inte KasselEiterhagen, der am 5. August nt Kraft tritt und eine weitere Verbesserung der Verbindung mit dem Flugplatz Waldau und der Söhre bedeutet.

Letzte Depeschen.

Siir Grotz-eutschlanb.

Eine Propagandafahrt durchs Alpenland.

Klagenfurt, 1. August. (Drahtberich'..) Eine Gruppe des grotzdeutfchen Jugendbundes un­ternimmt zur Zeit eine Propagandafahrt für den großdeutschen Gedanken durch Kärnten und Steiermark. Gestern abend sand in Klagenfurt eine große Anschlutzkundgebung auf dem Markt statt. Land und Stadt begrüßten den Bund und feine Führer und betonten immer wieder, daß aus dem Anschlußgedanken der Witte zum Anschluß geworden ist. Unter stürmischer Begei- fterung hielt Exzellenz von Trotha, der Führer des großdeutschen Jugendbundes, vor einer nach Tlmsenden zählenden Menge eine Rede, in der er sagte: Aus allen Gauen des Deutschen Reiches find wir aufgebrochen, hier offen kund- zugeSen, daß wir Deutfchen zufammengehören, wie auch die jetzigen Grenzen gezogen fein mit- gen, zufammengehören durch die unzerreißbaren Bindungen des Blutes, der Kultur und durch die gemeinsame große Sendung des Deutsch­tum in der Welt. Deutschland ist der Kern Europas und die Welt wird erst zum wahren Frieden kommen, wenn dieses Herz mit seiner ganzen geeinten Kraft wieder zum Schlagen gebracht ist.

Hiobspost aus Rußland.

Ueberfchwernmte Dörfer, verdorrtes Getreide.

Moskau, 1. August. . (Drahtbericht.) Die Flüsse Amur und Seja find bereits 8% Meter über den normalen Stand gestiegen. In Blagowescht- schenfk find 74 Häuserblocks und 25 Plätze über- schwemmt. Die Rettung der Bevölkerung und ihrer Habe schreitet onhe Verzögerung fort. Durch Erkundungsflüge wurde festgeftellt, daß 50 Ort- schäften mit 36 500 Einwohnern unter Wasser stehen. Die Flieger feiten die Rettungsarbeiten, an denen stch auch zehn Dampfschiffe beteiligen. Nach Meldungen aus der Krim ist die Ernte in Südrutzland durch die anhaltende Dürre an der Küste des schwarzen Meeres erheblich gefährdet. Teilweise sei das Getreide bereits verdorrt. Auch die Tabakpflanzungen find größtenteils durch die Dürre vrenichtet worden.

Nobiles Heimkehr.

Begeisterter Empfang in Rom.

Rom, 1. August. (Eigener Drahtbericht.) Die Schiffbrüchigen »erItalia" find kurz vor Mit- ternacht hier eingetroffen. Auf der ganzen Fahrt durch Italien waren sie Gegenstand begeisterter Huldigungen der aus allen Bahnhöfen versam- melten Volksmenge. In Rom hatte sich eine nach Tausenden zählende Menschenmenge am Bahnhof eingefunden. Die römische Presse be­grüßt die Heimkehrenden mit begeisterten War- ten und betont, daß die Ehrenbezeigungen und Kundgebungen der Volksmenge vollkommen ge­rechtfertigt seien, ganz besonders im Hinblick auf die bitteren und unberechtigten Anfeindungen des Auslandes. Ueber das Los der mit der Luft­schiffhülle abgetriebenen Mitglieder der Expedi- tion äußern sich die Heimgekehrten sämtlich optimistisch.

Polizei und Hellseherin.

Späte Aufklärung eines Verbrechens.

Iserlohn, 1. August. (Drahtbericht.) Auf Grund der Angaben, die die Düsseldorfer Hell­seherin Frau Gerberg-Wighardt über das vor 17 Jahrer erfolgte geheimnisvolle Verschwinden der 20jährigen Martha Lesnikowsky gemacht hat, ha- ben sich in den letzten Tagen vier Zeugen gemel­det, die angaben, im vorigen Jahre beim Baden im Resflinger Bach Menschenknochen gefunden zu haben. Daraufhin hat die Staatsanwaltschaft die Polizei mit der Durchsuchung des Resflinger Baches und seiner Umgebung nach Menschen- kuschen beauftragt.

31 Opfer der Hitze.

Rewyork 1. August. (Drahtbericht.) Eine neue Hitzwelle herrscht int Norden der Ver­einigten Staaten. Innerhalb zwei Tagen hat Newyork 235 Erkrankungen an Hitzschlag zu verzeichnen gehabt. 31 Fälle verliefen tödlich.

Drrveerender Waiddrand.

Koblenz, 1. August. (Drahtbericht.) Im Koblen- zer Stadtwald brach, wahrscheinlich durch Fun­kenflug ein großer Brand aus, dem über dreißig Morgen Wald zum Opfer fielen.

Aianzvfischr Soldateska.

Speyer, 1. August. (Drahtbericht.) In der vergangenen Nacht ereigneten sich wieder zwei BesatzungSzwischenfälle. Drei französische Sol­daten, die den Domgarten durchstreiften, trafen dort einen jungen Mann .der mit einem Mädchen spazieren ging und mißhandelten beide. In der gleichen Nacht wurde in der Schillerstraße, un- weit deS DomgartenS, vermutlich von dem glei­chen Täter, ein des Weges kommender Radfah­rer vom Rade gerissen und ebenfalls schwer miß­handelt. Von den Behörden ist sofort eine Un­tersuchung über diese Vorkommnisse eingeleitet worden.

Der Weltmeister dankt ad.

Rewyork, 1. August. (Drahtbericht.) Der Box-Weltmeister im Schwergewicht Gene Tunney erklärte, daß er sich von dem Berufe, dem er seine Millionen verdankt, zurückziehen und im Bank- fach von vorn anfangen werde.

Dampferkatastropyr be Irland

Rotterdam, 1. August. (Drahtbericht.) Der irische DampferEnfvrt" ist vor Belfast gefun- ken. 44 Mann sollen ertrunken fein.

Sie heutige Nummer umW 12 Seiten.