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Meler Neueste Nachrichten

Kasseler Abendzeitung»

18. Jahrgang

Sonnabend, 28. Juli 1928

Einzelpreis: Sonntags 20 Pfennig.

Nummer 177

Einzelpreis: Wochentags 10 Pfennig

Änietgenurttf«: Ifrnbttmtfd»« ®el(6äftfan»etgen 6t« mm-Setle 10 A, anStoärrt« (Beftfiäft&anjeiflen die mm»3tile W A. faimUienanieig«n Me mm«3etle 10 A. Kleine Anzeigen au« ffafiel Ia8 Wort 8 auswärtige llein« «nzeigea d>« mm- Seile 10 X, Wefiamen »i« mm»3eile 18 A. Dtfertaebübi SS -l ibei LuÜellung 35 4 k tH«dinana8beträee inner ba[6 5 tagen mbfbar ftül die IHiairtgtttt aUet durch fternlvrecker aufaegebenen Anzeigen fotnie lür «ntnabniedaten und Platze kann nicht garantiert werden. Mt Anzeigen mit Selonder« schwierigem Datzlvv Prozent ünfWaa Druckerei: Lchlacktboittr 3»80. GeichSttSNelle: Sölatlcheltr. 0.

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Besatzungsleid und Knegsveebot.

die

um nzehrals -inDrMel einzuschränken. Deshalb ^rch ftarkV Regengüsse " muß eine BetriebSetnschrankung durchgeführt Verheerungen angerichtet worden. Ei

viele Menschenopfer zu beklagen.

werden, svdatz von nächster Woche ab an Sonn.

War die Trockenheit schuld?

Tote und Schwerverletzte.

Einsturz eines Hallen-Reuba»eS.

weitere Arbeiter, darunter eine Fra«, schwer

(Privattelegramm.)

Sattowitz, 27. Juli

I« Myslowitz stürzte auf dem Neubau des verletzt. Konstruktionsfehler ergaben sich nicht. Zentralviehhofes beim Abmontieren einer ES ist nicht ausgeschlossen, daß big Trockenheit

der letzten Tage die Bindung deS Betons ver-

worden, wegen der Wasserknappheit infolge der Trokcnheit ihren Verbrauch an Wasser sofort

rotze :s find

Das Glfatz soll kuschen.

Poincars sucht nach einem Fronvogt. Paris, 27. Juli. Laut Pressenotiz will

Kowno, 27. Juli. (Eigene Drahtmeldung.) Nach einer Moskauer Meldung find im Amour-

Hugo Stinnes junior durch die Berliner Staats­anwaltschaft unter dem dringende« Verdacht der

Holzbekleidung ein Teil der Halle ein. Ein Arbeiter wurde sofort getötet, ein zweiter starb auf dem Transport. Autzrrdem wurden vier

Der Anschluß kommt doch!

Frankreichs Sozialisten ist der Anschluß recht.

Paris, 27. Juli. Leon Blum legt den Standpunkt der französischen Sozialisten zur Anschlutzfrage dahin fest . . es sei kein Grund vorhanden, daß das Selbstbefiimmungsrecht der Völker nicht auch auf Oesterreich Anwendung finde. Die betreffende Bertragsklaufel müßte abgeändert werden. Die Revision sei unaus­bleiblich. Die Pariser Presse heuchele, wenn sie stets von dem Vorkriegsösterreich spricht und nicht von dem schwachen Kleinstaat, den der Versailler Vertrag auf der Karte hat stehen las­sen. Die Bevölkerung Deutschlands würde bei einer etwas stärkeren Geburtenzahl in 15 Jah­ren einen gleichen Zuwachs erhalten. Will man die deutsche Geburtenziffer auch einschränken?

ändert hat und daß die Abnahme des GerüfkS zu zeitig erfolgt ist.

der weniger zu der von allen Verständigen er« sehnten Entspannung alS zu erneuter Ent­fremdung bei. Man darf gespannt sein, wie Stresemann-Briand über diese tölpelhaften Pa­riser Militärpfuschereien hinwegkom­men wollen. D. Red.)

* * *

Teilnahme an dem Riesenbctrug verhaftet. ES kann alS sicher gelten, daß Sunrrt, der zunächst als der Hauptschuldige aalt, nur ein verhältnismäßig geringer Faktor in dieser über Erwarten umfangrei­chen Betrugsaffäre gewesen ist. Laut Pressenotiz wurde gegen de« Bruder Hugo Stinnes, Ed­mund StinnrS, die Voruntersuchung wegen der bekannten Agavorsäll« eingeleitet.

VHfudsk' kommandiert höchst venvnitch

Warschau, 27. Juli. (Eigener Drahtbericht.)

Marschall Pilsudski wird an den demnächst stattfindenden Manöver» an der litauischen Grenze persönlich teilnehmen.

Strefemann darf nicht nach Paris.

Wenn wir unsere Märtyrer an Frankreich auSliefern müssen. Einheitsfront von rechtS nach links.

deutscher Außenminister nicht nach Paris reisen, um einen Weltfriedenspakt feierlichst zu unterzeichnen, den die Franzosen in so gro­tesker Weise verletzen. Wie würde sich daS mit Deutschlands Würde und Glauben an seine Zukunft vereinigen lassen? Auch Demokraten­blätter erklären: Man kann nitfjt den deutschen Außenminister nach Paris einladen und gleich­zeitig die Reichsregierung ersuchen, drei Deut­sche wegen Beleidigung der französi- fchenFlagge zu sünsjährigem Zuchthaus auszuliefern. Auf die Dauer ist das Nebenein­ander selbständig arbeitender französischer Mili­tärbehörden im Rheinland und der offiziellen Verständigungspolitik eine Unmöglichkeit.

Entfremdet statt entspannt.

Paris soll sich seine Militärs ansehn.

Paris, 27. Juli. (Eigene Drahtmeldung.) Die Presse sieht in dem angekündigten Besuch Strese- manns einen neuen Beweis für die zwischen Deutschland und Frankreich eingetretene Ent­spannung (?). Man hält es auch für wahrschein­lich, datzPrimodeRivera nach Paris kom­men wirb. DerRewyork Herold" glaubt, daß man auch das Reparationsproblem und andere mit der Sriegsliquidierung zusammen­hängende Fragen erörtern wird. (Die neuen Franzosenübergriffe in der Pfalz und das chmachvolle Auslieserungsbegehren tragen lei-

Der Gckein trügt

Faule Stellen im Antikriegspakt.

Von

Dr. Paul Rohrbach.

Zum Antikriegspakt Kelloggs, der schon am 27. August in Paris unterzeichnet Werden soll, macht ein Pariser Linksblatt die Randglosse: Richtig verstanden, sagt Herr Chamberlain zu Herrn Kellogg: die Entsendung von englischen Kriegsschiffen nach Aegypten wird ebenso wenig eine kriegerische (d. h. dem Pakt widersprechende) Ha dlung sein, wie die Ausschiffung von ameri­kanischen Matrosen in Nicaragua!" Jeder an­dern Stimme würde es besser anstehen, den Kel- logg-Pakt zu ironisieren, als gerade einer fran­zösischen. Durchlöchert ist die amerikanische Initiative durch die Zustimmungsvorbehalte Frankreichs womöglich noch mehr, als durch die Englands. Einigermaßen fühlt man sich erinnert an das Schicksal von Wilsons Völkerbundsidee beim Versailler Diktat. Aus den berüchtig­ten vierzehn Punkten zum Schutze des Schwachen wurde damals ein Exekutivausschutz für die Durchführung der Interessen der Sieger gegen die Besiegten, noch über den Diktatfrieden hinaus. Gleich die erste Frucht war der Abstim­mungsverrat an Oberschlesien, wo sich statt der erwarteten polnischen eine deutsche Mehrheit er­geben hatte. Ms der scheinheilige Wilson nach Hause zurückkehrte, mußte er erleben, daß von der öffentlichen Meinung seines Landes der ganze Pakt samt dem Frieden abgelehnt wurde, . jttb daß der Senat keine Ratifizierung vornahm. r Und schon ift auch im Senat eine Strömung gegen die Ratifizierung des Kellogg- poktes vorhanden. Die mitgeteilten Gründe wer­den wohl mehr Kulisse für das Mißvergnügen darü.sein, daß infolge der Vorbehalte Frank­reichs und Englands von dem ursprünglichen Sinn des Kelloagschen Vorschlages zu wenig

Ausmaß um Millionrnbrträge geschädigt worden sei es handelte sich darum, daß der verhaftete Bankier Kunert auf betrügerische Weise KriegS- anleihenneubefitz alS Altbesitz ««gemeldet hatte, bestand der Verdacht, daß Kunert im Interesse bestimmter Wirtschaftsgruppen ge­handelt habe. Die Spuren führten nach Pari«, Amsterdam und Hamburg. Nachdem sowohl in Frankreich wie in Holland Verbindun­gen zwischen Kunert «nd dem Ausland festge- stellt worden waren, wnrde nunmehr in Ham-

übrig nv-Hcb' ist.

England hat kurz entschlossen für seine beson- deren Interessengebiete eine Art von zweiter < Monroe-Doktrin ausgestellt. Für diese erklärt sic kriegerische Handlungen ihrerseits als von vorn- herein nicht unter den Kellogg-Pakt fallend. Es handelt sich außer um Indien noch um Aegypten, den Sudan, die Mandatsgebiete Mesopotamien (Irak), Ostjordanland und Palä- stina, ferner ganz Arabien und die Ufergebiete des Persischen Golf. Angenommen z. B. der Wahabitenherrscher Ibn Saud beriefe sich ist einem Konslift mit England aus den Kellogg- Pakt, oder es entstände Streit zwischen den Re­gierungen in Teheran und London über die Oelkonzessionen im Karunbecken, und England besetzte das Gebiet mit Waffengewalt, so würde England in beiden Fällen aus seine Vorbehalte bei der Unterzeichnung Bezug nehmen und nach Belieben Maschinengewehre und Bombengeschwader einsetzen. Auf der andern Seite haben es die Franzosen verstanden, ihr bestehendes Bündnissystem, daS Recht aufNot­wehr" gegenüberAngriffen" und das Erlöschen ihrer Verpflichtung, sobald eine andere Macht den Paktbricht", in ähnlich vieldeutigen Wen­dungen in den Pakt Hineinzugeheimnissen und damit ihr Hauptziel doch zu erreichen: Unklarhei­ten und Auslegungsmöglichkeiten mit der Spitze gegen Deutschland und zu Gunsten ihrer Bundesgenossen im Osten zu schassen. Trotzdem erklären sich sowohl der Staatssekretär Kellogg alS auch der Präsident Coolidge von den eingegangenen Zustimmungen für befriedigt und haben die Unterzeichnung schon festgelegt. ES geht ihnen biS zu einem ge- wissen Grade so, wie eS vor zehn Jahren schon Wilson ging: sie möchten den Gedanken nicht scheitern lassen und L"m sich darum seine Ver­wässerung gefallen.

Merkwürdig genug: wenn daS kurze Kern- Mck des Paftes besagt, daß die hohen vertrag­schließenden Mächte sich durch ihre Unterschrift verpflichten, aus den Krieg alS Mittel der natio­nalen Politik zu verzichten, so scheint nicht? so eindeutig und so begrüßenswert zu sein, wie die- fer Satz! Wäre er aber von allen Unterzeichnern aufrichtig gemeint, so wäre eS z. B. selbswer- fiändlich, daß Frankreich morgen ab- r ü st e 1, daß Italien seine FormelExpansion oder Explosion" revidiert, und daß vor allem das deutsche Rheinland frei wird. Was soll die Besatzung dort noch länger nach Unter­zeichnung des PatteS? Man wird das Dokument nicht gerade für bedeutungslos erklären können denn eine gewisse, wenn auch beschränkte mo­ralische Wirkung mag ihm trotz allem zukom­men; wir Deutsche aber werden seinen teelen Wert bis auf weiteres doch danach bemessen, ob er mit dazu hilft, daß die sechzigtausend fremden Bajonette vom Rhein verschwinden oder ob ge weiter dort bleiben!

Berlin, 27. Juli. Zu dem gestern mitgeteilten französischen Auslieferungsbegehren schreibt das Sozialistenorgan, daß das formale Recht leider der Reichsregierung keine Möglichkeit bietet, das französische Verlangen abzuschlagen. Die Regie­rung wird sich daher bereit erklären müssen, die­sem Begehren Folge zu leisten, sollte jedoch nichts unterlassen, eine glimpfliche Erledi­gung des Vorfalles zu erreichen. Jedenfalls sei wieder einmal bewiesen, daß es keinen glück­lichen Friedenszustand werde geben können, so­lange birfe Besetzung fortdauert. Das Zen­trumsblatt verweist auf die bevorstehende Unter­zeichnung des Antikriegspakts und sagt: In die­sem Augenblick, während am Rhein französische Soldaten schalten und walten dürfen, kann ein

Sünnes im Kriegsanleihe-Skandal

Der erste Privaffekretär ei« Helfershelfer vo« Bankier Kunert?

vegetieren mutz. Da die Klosterräume insgesamt von der Gefängnisverwaltung besetzt wurden, gibt es für die Sträflinge keinerlei solidere, dem Klima dieser Gegend angepaßte Wohnräume und sie hausen nur in elenden selbstan- 1 «fertigten Baracken. Was dies zu be- leuten hat, wird erst dann einleuchten, wenn wir uns vor Augen halten, daß hier zwei Drittel des Jahres strengster Winter herrscht und Tempera­turen von etwa dreißig Grad unter Null ost mo­natelang anhalten. Auf schmalen Holzpritschen, ohne Leintücher. Polster und Decken, verbringen die Gefangenen,

wie das Vieh zusammengetrieben, in diesen Baracken die Nachtzeit, erschöpft von der schweren Arbeit des Tages, die unverändert immer die gleiche ist: Baumfällen und Holz­hacken in den riesigen Wäldern der Insel. Im grimmigsten Frost, bei Schneegestöber, Sturm und Regengüssen steht man allrnorgens endlose Karawanen dahinziehen, ausgemergelte Gestal­ten, kaum notdürftig mit Sackleinwand bekleidet, ohne Schuhe, die wunden Fühe nur mit Fetzen umwickelt. Selbst für die weiblichen Ge­fangenen gibt es keinerlei Ausnahme, auch sie müssen in den Wäldern Holz schneiden und sägen und haben ganz dieselbe, vollkommen un­zulängliche Sträflingskleidung. Gearbeitet wird von ftüh bis in den späten Abend; wer mit dem ihm zugewiesenen Teil nicht fertig wird, mutz fo lange im Walde verbleiben, bis er den Rückstand nachgeholt hat, gegebenenfalls auch bis in die Nacht hinein. Da sich das Aufstchtspersonal aus abgestraften Mitgliedern der Tscheka rekrutiert, kann man sich vorstellen, welcher Art die Be­handlung ist, die den arbeitenden Gefangenen zuteil wird. Klagen über Müdigkeit werden

mit Peitschenhieben beantwortet, und erst bann, sobald einer ohnmächtig zu Bo­den fällt, führt man ihn der sanitären Visite zu. Aber auch hier gilt eine Erkrankung erst bei neununddreißig Grad Fieber; wessen Körper­temperatur unter diesem Teilstrich ist, wird er­barmungslos wieder in den Wald zurückge­schickt. Erklärt er bann nochmals, nicht arbeiten zu können, oder fällt er zusammen, bann schießt ihn der Wächter einfach über ben Hausen, eine Tobesart, bte bie Unglücklichen auf Solowezk als eine menschenfreundliche Erlösung betrachten. Im September 1924 die Zahl der Gefangene« auf Solowezk war damals nur fünftausend> ließ die Zuchthausverwaltung tausend Gräber ausheben, in der Annahme, daß etwa ein Fünf­tel der Internierten die Insel nicht lebend ver­lassen würde. Diese Ziffer spricht Bände und zeigt uns mit entsetzlicher Eindeutigkeit, wie eS um die Justiz in Sowjetrußland bestellt ist, um diese Justiz, die sich rühmt, das WortStrafe" aus ihren Gesetzbüchern verbannt und durch den BegriffMaßnahmen zur Aufrechterhaltung der sozialen Ordnung" ersetzt zu haben. Angemessen diesen Verhältnissen ist auch die Kost der Sträf­linge. Raymond Duguei, dessen Ausführungen durch Beweismaterial erhärtet werden, stellt die Speisenfolge im Bagno von Solowezk auf: Sechshundert Gramm Schwarzbrot als tägliche Brotration; frühmorgens einen halben Schöpf­löffel heißen fchmutziggrauen Wassers, das man 1 als Kaffee bezeichnet, und hierzu eine Messer» l spitze Zucker; mittag« die Hauptmahlzeit, be- ' stehend aus einem Stück geräucherten Fisch und l einem Becher Tee; abends eine Eßschale Kleien- suppe. Kein Fett, kein Fleisch, niemals eins

Regierung auf eine Intervention des Pfar­rers Haegy hm, außer dem Generalstaaisan- walt Fachot auch die Präfekten von Straß­burg, Kolmar und Hagenau und einige andere Beamte nach Paris versetzen. Auch sei das Gerücht zutreffend, daß der Straßburger Bi­schof Ruch nach Toulouse versetzt wird. Schließlich spricht man in Paris von der Er­nennung eines Oberkommiffars und nennt be­reits Marschall Liautey oder Millerand.

Insel des Grauens.

In der Sowjet-Sträflingskolonie Solowezk.

Am «eiben Meer Im Gouvernement Archangelsk liegt eine kleine Inselgruppe, darunter Solo- mezk. trüber berühmt als Wallfahrtsort und Mönchssib. Hier richteten die Bolschewiften eine Devortiertea-Dtat!»» ein, die mau nach de« kürzlich erschienenen Buch« des Franzose« Ravmond Dngnet als eine «obre Hölle bezeich­nen^ mnb. In einem Kapitel heibt es:

Mehrmals fünfzehntausend Sträflinge befin- den sich zurzeit auf Solowezk, aber der Prozent­satz an gemeinen Verbrechern ist darunter nur gering; die meisten der Internierten sind poli­tisch Verdächtige, die man, ost ohne regelrechten Prozeß, hierher abgeschoben und zu langjähriger Zwangsarbeit verurteilt hat. Bemerkenswert ist dabei, daß die Intellektuellen mit kaum fünf Prozent vertreten sind, während auf die Ar­beiterklasse volle 65 Prozent entfal­len. Der Rest besteht aus einer undefinierbaren Masse beiderlei Geschlechts, Landstreichern und Prostituierten, die in verschiedene politische Komplotte und Spionageangelegenheilen ver­wickelt Waren. Von der ehemaligen Aristokratie sie ist zum Teil ausgerottet, zum anderen Teil nach Westeuropa geflohen gibt es auf Solo­wezk nur noch vereinzelte Repräsentanten. Ge­radezu trostlos sind die Unterkunftsverhältnisse, In denen diese ungeheure Menschenmasse hier

Barmen, 27. Juli. Die Bemberg A.-G. ist labenden nicht gearbeitet wird. Damit kommt von den Städtischen Wasserwerken aufgeforbert -m sechstel der Belegschaft zur Entlassung.

3m Ollen -Hegen tm Llvermatz.

Das Wasser wird schon knapp

Man merkt's an ... den Seibenstrümpfen. Beurberg nmß entlasse«.

Berlin, 27. J«li. Rachbem baS Denffche Reichl bürg bet erste Privatsekretär W. von durch einen BetrugSskandal von ungeheurem