Kasseler Neueste Nachrichten
Kasseler Abendzeitung
Hessische Abendzeitung
Freitag, 20» Z«tt 1928
IOC 6.
Einzelpreis: Sonntag» 20 Pfennig. 18. Jahrgang
Nummer 170. Einzelpreis: Wochentags 10 Pfennig.
Änzeigennretle: Htnbetmtfdx <Set<Mft»«Metjen frtt mm-3etlf 10 4. auSwärri« SeitböfteanKiaen die mm-ättie 10 jT^himtltenanjetaen bte mm-Seile 10 4 »leint Hnjtiaen e«8 Kassel ba$ Sott 6 4. auSwärtiae kleine Wneelaen die mm» Keile 10 4. Reklamen die mm»3etle 88 4. Ctfertaebübt 86 4 (bei «ufteHung 85 41. ReLnungsberrS« innerhalb 6 tagen tabfbir ftüt die RiLttakeii aller durch Hernlprecher aahieaebeiien «n«i«en lonrte für »nlnabmrtaten und Vliide kann nicht garantiert werden, Mr Anzeigen mit öelonder» fchwierioem Satz Srownt Anffchfaa Druckerei: S4Ia4t6offtr 88'80 «eichdi,«fielle: »Slnilchellr
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Vierzig Milliarden Endsumme?
SS geht abwärts.
Rußland verdeckt sein wahres Gesicht.
Von *
Dr. Paul Rohrbach.
Man muß es den Russen lassen, daß in politischen Dingen niemand ihnen an Regiekunst gewachsen ist. Gegenwärtig haben sie dafür wieder «inen großartigen und zugleich menschlich sehr zu begrüßenden Beweis in der Entsendung des Eisbrechers Krassin zur Rettung der zerstreuten Nobile-Expedition geliefert. Jedenfalls hat ihnen noch nie so glänzend ein Stück der großen überkommenen Zaren-Erd- masse dazu gedient, ihr .Gesicht" zu wahren, wie dieses. Allerdings sind me Leistungen des .Krassin" vorbildlich und ebenso verdient der russische Flieger TschuchnowAi höchsten Respekt wegen seiner Tapferkeit. DieS alles zugegeben, wäre es doch ein Zeichen mangelnden Urteils, wenn man deswegen die sich mehrenden Symptome für den Niedergang des Sowjetismus übersehen wollte. Bei dem sogenannten Schachty-Prozeß braucht man dabei nicht lange zu verweilen. Auch er ist ein Stück vom „Kampf ums Gesicht", aber trotz aller Geschicklichkeit und Rücksichtslosigkeit konnte nicht verborgen bleiben, daß die Zustände in der russischen Montanindustrie von Grund aus un- befriedigt sind und daß kein Gedanke daran ist, daß unter dem herrschenden System die Leistungen sich bessern könnten. Aber wenn auch gewisse Verbindungen zwischen den im Ausland lebenden Vorbesitzern der Gruben und einigen Ingenieuren in Rußland (zum Teil sogenannte Radieschen, außen rot, innen weiß) nachgewiesen wurden, so hat sich doch der Sowjetismus durch den Prozeß vielmehr geschadet als genützt
Weniger bekannt als dieser noch immer nicht abgeschlossene Prozeßschwindel ist eine amerikanische Meldung, wonach eine so gut wie voll- ständige Kapitulation der Sowjetregie, rung vor dem russische« Bauern in Bezug aus die Maßnahmen für die Erfassung und Erzeugung von Getreide stattgefunden hat. Die Sowjethäupter haben danach in Zukunft alle Zwangsmaßnahmen gegen die Bauern, wie: Beschlagnahme, Zwangsankauf, Haussuchungen usw. verboten. Außerdem sollen nicht nur die Getreidepreise erhöht werden, sondern eS soll den Bauern auch freistehen, ihre Erzeugnisse auf dem offenen Markt (statt an die Regie- rungSveMufer) zu verkaufen. Endlich wird, als eine Art von pseudokommunistischen Feigenblatt, die .Zusammenfassung von Bau- ernbesttz auf genossenschaftlicher Grundlage" an- gekündigt, jedoch vorsichtigerweise mit dem Zusatz: .Dort Wo ein Bedürfnis besteht und wo die Bauern eS selbst wünschen!" In der Tat, die russischen Bauern können zufrieden sein mit diesen Zugeständnissen, die nur das beweisen, woray jeder Kenner Rußlands vom Beginn der bolsckewistischen Aera an keinen Zweifel gehabt hat: daß es unmöglich ist, den Bauern in den Kommunismus hineinzuzwingen, und daß an seinem passiven Widerstand die ganze SoKjet- Wirtschaft alS System zugrunde gehen würde Hier glückt ihr nicht einmal mehr die Wahrung des GesichtS! Nimmt man dazu den N'ckt- befähigungSnachweiS auf dem Gebiet, wo durch den Schachty-Prozeß auch für den oberflächlich Urteilenden die Decke fortgezogen ist, so kann die Bilanz zu Beginn des zwÄten Jahrzehnts der Sowjetherrschast wirklich nicht glänzend genannt werden.
Endlich sprechen neuer« Nachrichten auch von der Zunahme des ukrainischen Separatismus für den Sowjetismus wenig erfreulich In Rom ist das Interesse für die ukrainische Angelegenheit so rege, daß eine besondere Berichterstattung hierüber durch die Botschaft in Moskau und durch Generalkonsulate, eingeführt ist. Für den Fall, daß die ukrainischen Separatisten irgendwann und irgendwie zur Aktion schreiten sollten, hält man sich bereit, sofort in Beziehungen mit ihnen zu treten. Ueber- haupt Wird außerhalb Deutschland die ukrainische Frage ganz allgemein stärker als ein Problem von internationaler Aukuasts- bedeutung behandelt, als gerade bei uns, die wir doch vor einem Jahrzehnt die Ukraine selber politisch aus der Taufe gehoben haben und setzt eigentlich nur noch den wenig zahlreichen, ursprünglich großgrundbesitzlichen Elementen, die im Grunä ihres Herzens sörderalistisch- moskophil sind, eine Art von Protektion gewähren. Er gehört auch zur Wahrung des Moskauer Gesichts, wen» gegenüber dem Ausland die drohende ukrainische Gefahr mit überlegenem Lächeln als nicht vorhanden bezeichnet wird. Aber selbst in der Sowjetprefle stößt man auf den zunehmeiwen Ausdruck der Besorgnis daß die Ukrainer samt und sonders, einschließ, lich der sogenannten Sowjetukrainer, im Grunde ihres Herzens antimoskowitisch
Der Religionskrieg ist schuld.
Der Mörder des Mexikopräsidenten ein Fanatiker.
gon erschoß, vor sechs Monaten nach Mexiko kam, um Arbeit zu suchen. Er ist 23 Jahre alt und hat eine Kunstschule besucht. Die Polizei fand bei ihm einen Rosenkranz und ein Bildnis des Priesters Miguel Augustin, der «ach dem Bombenanschlag auf General Obregon im November vorigen Jahres hingerichtet worden r. Er leugnet jede Mitwissenschaft. Die Frau und die Mutter des Mörders wurden verhaftet.
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Mexiko, 19. Juli. In einer Kundgebung des Präsidenten CalleS heißt es, der Mörder des Generals Obregon habe aus religiösem Fanatismus gehandelt. Das Beweismaterial zeige, daß eine „klerikale Aktion" in unmittelbarem Zusammenhang mit der Tat stehe. Die Regierung werde auch weiter verfailungsmäßige Methoden befolgen. Man legt dies dahin aus, daß Calles nicht Präsident zu bleiben beabsichtige. Fünf Männer wurden verhaftet, die im Verdacht stehen, an der Verschwörung gegen General Obregon beteiligt gewesen zu sein. Auch soll der Mörder Jose de Leon heißen.
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Siir Uatholiken jetzt schlechter
Ein Religwnsfriede stand bevor.
London, 19. Juli. Nach Meldungen aus Rom wird der Präfidentemnord einen ernsten Rückschlag für bie Bemühungen bedeuten, den religiösen Frieden in Mexiko wiederherzustellen. General Obregon halt« versprochen, die Haltung der mexikanischen Regierung zur katholischen Kirche unter in Rom bereits angezeigten Bedingungen einer weitgehenden Revision zu unterziehen. Es war bereits ein sehr wichtiges Abkommen erzielt worden.
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Der Dollar In Sorgen,
Newyork, 19. Juli. (Durch Funkspruch.) Zu den Ereignissen in Mexiko sucht ein Blatt nachzuweisen, daß Calles ohne eine Verletzung der Ver- faffung nach einer kurzen Präsidentschaft etwa von Saenz alS provisorischen Präsidenten aber- mals zur Amtsführung zurückkehren könne. Aehnlich urteilen politische Kreise Washingtons. Ein Blatt hält es für Verhängnis- voll, daß kein jüngerer Nachfolger für den Ver- storbenen vorhanden sei.
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Sein Name und Beruf.
Mit Rosenkranz und Priesterüild.
Mexiko, 19. Juli. Die Polizei teilt mit, daß Jost de Leon-Torral, der den Präsidenten Obre-I
Obregon schon in -er Erbe.
Der Mörder halb gelyncht. — Gründ« noch dunkel.
Mexiko, 19 Juli. Der Mörder des Generals Obregon, Jose de Leon wurde umnittelbar «ach der Tat von den Teilnehmern des Banketts derart mißhandelt, daß an seinem Aufkommen gezweifelt wird. In seinen Taschen fand man einen Abschiedsbrief an seine Familie, in dem er erklärte, er sterbe in Erfüllung seiner Pflicht. Calles dürfte die Präsidentschaft beibehalten und den Kriegszustand verhängen.
Mexiko, 19. Juli. Die Leiche ObregonS war im Nationalpalast aufgebahrt. Leidtragende aller Volksschichten zogen an dem Katafalk vor- bei. Dann wurde der Sarg unter feierlichem Geleit zum Bahnhof und unter starkem Mili- tärschittz nach Obregon« AÄmat Sonora überführt. In den dichten Bo^smassen machte sich die Erregung über das Attentat in bewegten Kundgebungen des
Zornes und der Empörung Luft.
Ein Aufruf des Arbeiterverbandes fordert da- zu auf, das Ergebnis, der Untersuchung über das Attentat abzuwarten. Es ist auch tatsächlich zu keinen Zwischenfällen gekommen. Der Polizeipräsident erklärte, der Mörder werde den Mund schon öffnen und man könne weitere Verhaftungen erwarten.
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Dar 6a« JteBaurani-jjerfona! eingewri 6 r । Mexiko, 19. Juli. Der Eigentümer des Restaurants, in dem Obregon getötet wurde, und zwölf Angestellte wurden verhaftet.
DieRusfenboffenaufeinWunder
Wo sie Amundfen vermuten. — Der Eisbrecher vor der schwersten Fahrt.
Kowno, 19. Juli. (Eig. Drahtbericht.) Wie aus Moskau gemeldet wird, will das russische Hilfsunternehmen unter allen Umständen ver- uchen, Amundsen zu retten, der sich bei bei Bvllongruppe aufhalten müsse. Wegen ber veränderten Verhältnisse könne ein Flugzeug auf Kufen nicht mehr verwendet werden. Außerdem würde der Eisbrecher „Krassin" ausgebeffert, was einige Tage in Anspruch nehmen dürfte. Erst dann könne er Amundsen suchen. .
lich, Malmgrens Leiche zu finden. Die Uplgnd habe überall nach der Latham gesucht. Er ist der Meinung, daß die Latham infolge eines Motordefektes habe auf See niedergehen müsse« und während des Sturmesumgekommen sei. Die Upland habe Norwegen kurz nach dem Start der Latham ver'affen, und zu dieser Zeit sei die See bewegt gewesen.
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Mehr Sicherheit!
Lehren aus den letzte« Berkehrskatastrophen.
Es vergeht kaum noch ein Tag, ohne daß nt<A von irgendwoher ein Unglück gemeldet wird. Hier sind es Eisenbahnzusammenstöße, dort AutobuSunfälle, dann wieder Todesfälle beim Wasser- und Flugsport usw. Natürlich, wenn der Verkehr wächst, dann wachsen automatisch die Gefahren und Unglücksmöglichkei« ten mit. Vielleicht passieren sogar heutzutage verhältnismäßig weniger Unglücksfälle als früher, wo selbst der sehr viel geringere Verkehr noch technisch unvollkommener und deshalb gefährlicher war. Solche Berechnungen sind aber et« schlechter Trost für diejenigen, die nun von einem Unglück betroffen werden. Und auch derienig«, der bloß aus seinem ZeitungS« blatt den Eindruck einer Katastrophe nach« erlebt, wird von Mitleiden erschüttert sein und mit Unbehagen daran denken, daß auch der Zufall sehr wohl zum Objekt eines derartigen ichrecklichen Erlebnisses machen könnte. Denn die Eisenbahn oder den Autobus benutzt der Großstädter so gut wie der Landbewohner. Geschäfts- und Erholungsreisen hat der eine tote der andere nötig. Die ganze Menschheit ist viel beweglicher und auch viel anspruchsvoller als früher -kworden. Deshalb >st ' aber auch jeder mehr oder weniger daran interessiert. daß das Gefahrenmoment im modernen Verkehr so weit wie möglich verringert werde. Die Menschheit wird immer wieder dem Ideal einer
hundertprozentigen Sicherheit möglichst nahe zu kommen suchen. Der Mensch will und soll alles mit seiner Vernunft beherrschen. Seine Vernunft will deshalb auch die Herrschaft gewinnen über die unglücklichen Zufälligkeiten, die im Verkehrsleben eine so verhängnisvolle Rolle spiele«. Da muß er nun zunächst einmal auf sich selbst das Augenmerk richten. Der menschliche Leichtsinn und bie menschliche Unwissenheit müssen nach Möglichkeit ausgeschaltet werde«. Die vielen Todesfälle durch Ertrinken, die jedesmal zu ver- zeichnen sind, wenn das heiße Wetter zum Baden lockt, rühren meist von der Vernachlässigung elementarster Sicherheitsregeln her. Nicht ins Wasser gehen unmittelbar «ach ber Mahlzeit, besonders nicht nach Alkoholgenußi Nicht an unbekannten Stellen bade«, wo man die wechselnde Tiefe des Grundes nicht kennt! Auch der geübte Schwimmer kann durch Schlingpflanzen in Gefahr komme« Ei« unglaublicher Leichtsinn ist es freilich auch, wenn an einer kontrollierten Badestelle ein Bademeister angestellt ist. der selbst nicht schwimmen kann und deshalb hilflos ein Kind in den Fluten muß versinken sehen. Ueberhaupt ruht auf Angestellten und Beamten deS Verkehrswesens
eine erhöhte Verantwortung.
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Nobile auf Krücken.
Mailand, 19. Juli. Nach Berichten aus Kings- bay hat sich General Nobile erstmals auf Krücken an Deck begeben. Mit besonderer Genugtuung wird bemerkt, daß schwedische Offiziere des Dampfers ,Quest" und der .Tanja" in großer Uniform auf der Citta bi Milano die Ankunft der Geretteten erwarten. Ein kleines Motor- boot mit Filmoperateuren ist bem Krassin jetzt entgegengefahren.
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Wie Amunösen umkam.
Die Flieger geben alle Hoffnung aus.
Oslo, 19. Juli. (Funkdienst.) Rach der Rückkehr der schwedischen und finnischen Flugzeuge äußerte sich einer der Führer, es fei u n m ö g -
Die Italiagruppe schon tot.
Rach Schilderungen der Geretteten.
Stockholm, 19. April. Der schwedische Fliegerhauptmann Lundborg hat folgendes von der Biglierigruppe erfahren: Ein starker Rordosi- wind hätte die Italia im Rebel gegen daS EiS heruntergebrückt. Die Motorengondel stieß zuerst gegen baS Eis, wobei der Mechaniker Pomel - la löblich verunglückte. Unmittelbar barauf würbe bie Bordergondel zertrümmert unb bie Insassen wurden aufs Eis geschleudert. Der Rest deS Luftschiffes verschwand imRebel.Jn der Ferne wurden starke Rauchschwaden bemerkt, die offenbar von einer Explosion herrührten. Die Biglierigruppe halte baS Lustschiff mit Besatzung für verloren. Malmgreens linke Schulter war bei seinem Abmarsch verletzt. Vermutlich war bas Schlüsselbein gebrochen.
mb und nur bie Gelegenheit erwarten, ihren Separatismus offen zu erkläre«. Auch in bi£ er Beziehung ist das Sowjetgefüge in der Lok- kerung begriffen.
Räumung gegen Geld.
Frankreichs Lieblingsplan und die Endsumme.
Paris, 19. Juli. (Eigene Drahtmeldung.) Ein Blatt beschließt seine Aufiatrreihe über bie Rheinlanbrä rung mit der Behandlung ber Frage der Kommerzialisierung der deutschen Industrie und Eisenbahn-Obligationen und kommt zu ber Schlußfolgerung, baß auf ber
Grundlage der Dawes-Jahreszahlungen ober des gegenwärtigen Wertes des DawesplaneS von 33—40 Milliarden Goldmark Frankreich immerhin noch über eine Milliarde Dollar mehr von Deutschland erhalten werde, alS eS an die Bereinigten Staaten und an Großbritannien zahlen wirb. Frankrei" V die eadgvl- tige Schuld festsetzen, ohne sich um seine Schuld gegenüber den angelsächsischen Mächten auch nur im geringsten zu kümmern.
Paris, 19. Juli. (Eigener Drahtbericht.) Bor bei Reparations-Kommission erstattete gestern der ReparationSagent Parker Gilbert Bericht über bie verschiedenen mit bem Dawes-Plane zusammenhängenben Fragen.
sie selbst müsse« sich dessen bewußt sein, aber auch bie vorgesetzten Behörden. Raubbau an der Arbeitskraft dieser Angestellten und Beamten wäre direkt« Versündigung gegen die -Anforderungen der Verkehrssicherheit. Da ist bei der Eisenbahn manches gesündigt worden. Hoffentlich geschieht es in Zukunft nicht mehr! Je angespannter die Nerven int Dienste fein müssen, desto kürzer mutz die Arbeitszeit bemessen werden, desto notwendiger sind wirklich ausreichende Erholungspausen Der Beamtenabbau hätte hier zum Nutzen des Publikums wohl schon viel früher seine Gren- Wt finden müssen. Ist die Arbeitszeit kurz, lassen sich auch die Dienstvorschriften leichter durchführen und kontrollieren. So ist z. B. von Chauffeuren während des Dienstes unbedingt Alkoholenthaltung zu fordern und das Publikum sollte dabei nicht noch den Verführer spielen. Der Mensch, ber mit Präzisionsmaschinen arbeitet, muß auch seist Präzisionsarbeit leisten. In dieser Beziehung sind die Gesetze der Technik unerbittlich. Wer bei der Rekordwut unserer Zeit sein eigenes Leben leichtsinnig aufS Spiel setzt, handelt sicherlich falsch. Leichtsinn ist kein Heldentum. Aber noch viel falscher han. beit derjenige, dessen Leichtsinn mit dem Leben
seiner Mitmenschen ein frivoles Spiel
treibt Erst wenn der menschliche Wille aller leistet, was er zu leisten vermag, können bte rechnische« Sicherungen ihren Zweck erfülle«. Ohne Zweifel werden auch die letztere« vo« Tag zu Tag vollkommener. AuS tebem Unglücksfall wird das gewissenhafte technische Nachdenken seine Lehren ziehe«. Aber defse» müsse« wir uns doch immer bewußt bleibe«