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Kasseler Neueste Nachrichten

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Kasseler Abendzeitung

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Hessische Abendzeitung

Nummer 169.

Donnerstag, IS. Juli 1928.

Einzelpreis: Wochentags 10 Pfennig.

18. IahrganS

Einzelpreis: SonnkagS 20 Pfennig.

Moskau erschießt Spione nicht mehr.

g ist. Der Mörder dürfte bereits Stunden hingerichtrt werden.

in wenigen

am Leben kaffen, um festzustellen, wer da­hinter ft t d t" Man untersucht jetzt, ob der Meuchelmord die Tat eines einzelnen oder die Folgen einer tiefgehenden politischen Ber­sch wörun "

Mexiko, 18. Juli. (Funkdienst.) Obregon hatte noch am Sonntag eine der größten politi­schen Kundgebungen geleitet. Er wollte vor An­tritt der Präsidentschaft am 1. Dezember eine Reise nach den Vereinigten Staaten antreten. Auf Obregon sind bereits in den letzten Mo­naten verschiedne Attentate verübt.

Morögespenfter in Mexiko.

Der neugewählte Präsident Obregon niedergeknallt. Wie der Mörder zu Werke ging. Krisenfieber in der Hauptstadt.

Warschau vor einem Rätsel.

Geheimnisvolle Abreise des Ministerpräsidenten. Wahrscheinlich Ausland. Wann kehrt Bartel wieder?

Amerika bestürzt.

Ob Mexiko ruhig bleibt?

Washington, 18. Juli. Man befürchtet hier, die Ermordung Obregons werde innerpoli- tischo Schwierigkeiten in Mexiko Hervorrufen, und als deren Folge werde erneut eine Span­nung in den erst kürzlich bereinigten Be­ziehungen zu Amerika eintreten. Präsident Coo- lidge sandte ein herzliches Beileidstelegramm in der Hoffnung, Calles werde die Lage in der Hand behalten.

Ein trauriced Ende.

Präsident Obregon als Opfer.

Das feuerglühende Mexiko gibt uns immer neue Rätsel auf. Trotzdem mit den Katholiken eine Art Religionsfrieoe abgeschlossen wurde, gehen die blutigen Gefechte und Gemetzel mit Aufständischen weiter und jeder Tag fordert neue Opfer. Wie ein Blitz aus heiterem Himmel kommt für den Europäer auch die jähe und dra­matische Ermordung des erst'kürzlich gewählten neuen Präsidenten und Oberkommandierenden Obregon, dessen Leib bei rauschender Festmusik und beim fröhlichen Gelage plötzlich von fünf Kugeln durchbohrt auf den Stuhl und zur Erde fank. Einer der vielen unzufriedenen Offiziere der Armee, der sich unter heuchlerischen Gebär­den an seinen höchsten Vorgesetzten heranschlich, hatte damit seinen Blutdurst gekühlt. Ob aus persönlicher Rache oder alr gedungene Verschwö­rerhand, wird z. Zt. noch nachgeprüft.

Fest steht jedoch schon jetzt, daß die Empö­rung über die diktatorische Art des Wahlsystems unter der Opposition böses Blut gemacht hatte. Obregon war nämlich einfach der Kandidat des gegenwärtigen Staatspräsidenten Calles und er

Oder wird sich über der Leiche Obregons wieder onen an diesen Schicksalsfragen interessiert, die die blutige Bürgerkriegsfackrl erheben, die Mext- auch unsere in die religiösen und wirtschaftlichen ko schon so unendlich viel Leiden gerbacht hat? Ereignisse Mexikos verflochtene Ration aufs Richt nur die Dollarkrösuffe sind mit ihren MUli- stärkste angehend <r.

Mexiko, 18. Juli. (Durch Funkspruch.) Der I gehindert, der auSrief:Rein, wir wollen ihn neugewählte Staatspräsident Obregon ist gestern " ' ' "

nachmittag bei einem Bankett in einem Re-

Gin Mord ruft -en andern.

Auch Mexikos Arbeitsminister erschaffen?

Newyork, 18, Juli. (Durch Funkspruch ) Nach noch unbestätigten Meldungen aus Mexiko- Stadt ist Arbeitersminister Luis Morones von Obregonisten erschaffen worden, da man gegen ihn den Verdacht hatte, an der Ermordung Obregons mitgewirkt zu haben.

Paris, 18. Juli. (Eigene Drahtmeldung.) Die Hitzewelle hat auch gestern trotz der Abkühlung wieder zahlreiche Todesopfer gefordert. Dreißig Personen ertranken wieder beim Baden. Dir Zahl der von Hitzschlag Betroffenen ist außer­ordentlich groß. Bei Automobil-Unfällen wur­de» acht Personen getötet und sünsund- vierzig verletzt. Heftige Gewitter richteten gro­ßen Schaden an. In den Vogesen wurde ein Teil der Ernte vernichtet.

Italien fleht um Wasser.

Seit Menschengedenken nicht so heiß und tro den. Ein Waldbrand mit Weltkriegs- Explosionen.

Mailand, 18. Juli. (Eig. Drahtbericht ) Dir katastrophale Hitze in ganz Oberttalien hat in Florenz, Bologna und anderen Städten Todes- opftr gefordert. Auf der istrischen Halbinsel herrschte feit Menfchengedenken keine solche Hitze In einigen italienischen Ortschaften wurden Re- aen-Bittprozeffionen abgehalten. Infolge der

tens, jedem Staat, der einen Krieg entfeffelt. können die sich aus dem Pakt ergebenden Be­günstigungen entzogen werden. Drittens, zu den Verpflichtungen- die der Völkerbundspakt ent­hält, besteht keinerlei Widerspruch.

Moskau verurteilt milder.

Bor Todesstrafen schreckt man zurück.

Kowno, 18. Juli. Wie aus Moskau gemeldet wird, hat das Oberste Gericht der Sowjetunion das Urteil im Wirtschaftsspionageprozetz gefällt. Fünf AngeNagte wurden wegen Uebermittelung wirtschaftlicher Staatsgeheimniffe an auslän­dische Firmen für schuldig erklärt. Okolfin wurde zu acht Jahren Einzelhaft und Einziehung der Hälfte feines Eigentums verurteilt, Keple zu vier Jahren, Batfch, Babyh und Berefnjak zu je drei Jahren Einzelhaft und Ein­ziehung eines Fünftel ihres Eigentums.

Warschau, 18. Juli. (Eigene Drahtmeldung., Heute früh hat der polnische Ministerprädent Bartel völlig unerwartet Warschau zu einer vierwöchigen Urlaubsreise verlaffen. Man nimmt an, daß er sich ins Ausland begeben hat, jedoch wird seine Reise und der Aufenthalt völlig grheimgehalten. Selbst der Chauffeur wurde erst wenige Stunden vor der Abreise da­von unterrichtet und erhielt erst bei der Abfahrt einen Auslandspaß. Es ist ungewiß, ob Bartel zu der Legionärstagung am 12. August in Wilna wieder zurück sein wird.

Auf Mariannes Spuren.

Wie Polen das Kriegsverbot deutet.

Warschau, 18. Juli. (Eigene Drahtmeldung.) Polen hat sich zur Unterzeichnung des Anti- kriegspaktes bereit erklärt und dabei srstgestellt: erstens, der Pakt schränkt das Recht auf Ver­teidigung in keiner Weise ein. Zwei-

Die Hitze mW weiter.

Wieder dreißig Franzosen ertrunken. Todesfällen im Auto. Schwere Gewitter- und Ernteschäden.

Warum wir reifen.

Und was Deutschlands Städte bieten. \ Von Stadtrat a. D Weber.

Direktor der Reichsbahnzentrale für Verkehr. I» einer uns ,»r Verfügung geftellieu leb« reichen Betrachtung des anch ne «affels Srenui denverkebr hochverdienten Stadtrats Weber, . die in der Zeitschrift für ttommnnalwirtfchaft erschiene« cd. bezeichnet der kundige Verkehrs« Jet normalen Sehweite nach dem schwäbischen Banernsvrnch: .Niemand ist allein gescheit hinter« Berg wohnen anch noch Lent".

... Die Beweggründe zu dem Entschluß, vo« übergehend den festen Wohnort zu verlassen, sind entweder zwangsläufig wie beim Geschäfts» und Berufsverkehr, oder sie beruhen auf freiwilligen Erwägungen. Häufig

. liegen die Antriebe aber auch »wischen Zwang und Freiheit und sind aus äußere Einflüsse, z. B. Mode, gesellschaftliche Verpflichtungen u. a. zuruckzuführen. Je nach Neigung und Gele­genheit werden mit einer Geschäftstour, einem Kongreß, einer Sportveranstaltung Erholungs-

1 wünsche verbunden; man wird noch eine Aus­stellung oder Schloßbeleuchtung mitnehmcn

1 oder etwas für die Allgemein- und Berussbil- 1 düng tun wollen. Im Kurort bilden Sport gesellschaftliche und künstlerische Veranstaltun­gen in entsprechender Dosierung zuweilen ge­radezu Heilsaktoren. Zusammenfassend kann ge­sagt werden, daß außer dem zwangsläufig--» Reifen hauptsächlich als Antriebe in Frage kommen:

t Heilung und Erholung,

1 kulturelle und wirtschaftliche Veranstaltungen.

, Können nun Städte, namentlich solche über . 100 060 Einwohner, also Großstädte, überhaupt Erholung bieten? Aerztliche Anordnungen, be- ondere Vorbedingungen des Berufs und son- 'tige Einflüsse werden sehr häufig Veranlaß, ung geben, die Unrast der Großstadt vorüber­gehend mit einem Kleinstadt- oder Landidyll zu tauschen. Groß ist aber auch die Zahl der Städter, die es vorziehen, in selbst gewähltem gegenüber dem gewöhnlichen Rhythmus noch verstärkten äußeren Eindrücken Entspan- nung und, Abwechslung zu suchen. Wäh­rend zahlreiche Kurorte Wert darauf legen, trotz ihres äußeren Stadtcharakters ein möglichst großes Maß von Ruhe zu bieten, bemühen sich wieder andere, neben der Darbietung ihrer Heilkräfte durch sportliche, künstlerische und ge- sellschaftliche Veranstaltungen die Gunst bet Kreise zu gewinnen, denen gerade die Teih. nähme an solchen EreignissenFerien vom Ich" bedeuten. Wer aber sich entschließt, eine Atem­pause einzulegen, vor Beginn eines herann-r- henden Zeitalters, in dem die feuerspeiende Rakete den rasenden Motor zu ungeahnten! Rekordleistungen treiben soll, wer, wenn auch nur für kurze Zeit, einmal Rückschau halten will, dem vermitteln die Wahrzeichen deutscher Vergangenheit Eindrücke, die jedenfalls weniger die Nerven aufpeitschen als die Bekanntschaft mit dem Raketenauto auf der Avusbahn oder einem Flug in die Stratosphäre Das

Reisen als Bildungsmittel

war in früheren Jahrhunderten trotz der un­zulänglichen Verkehrsmittel stark in Auf­nahme gekommen. Die ^Entdeckung Deutsch­lands" muß nach dem Weltkriege erst recht die Losung bei der Aufstellung des Reisepro- grammS sein, da zu dem Streben des besseren Kennenlernens des Heimatlandes die Notwen­digkeit getreten ist, unser Geld möglichst im Lande zu behalten. Es ist errechnet worden, daß immer noch 215 Millionen Mark jährlich von Deutschen ins Ausland getragen werden, und nach den amtlichen Schatzungen sollen die Einnahmen aus dem Ausländerver­kehr in Deutschland trotz dessen Steigerung die­sen Verlustposten nicht einmal decken. Daraus ergaben sich zwei Forderungen: einmal, den Anreiz und die Annehmlichkeiten für das Rei- en int Inland zu steigern und andererseits die sogenannteunsichtbare Ausfuhr", also das Reisen der Ausländer nach Deutschland, mit allen Mitteln ,u fördern.

Schier unerschöpflich ist die Auswahl alter Städte zwischen Trier mit seinen unveraäng- lichen Römerbauten und den Kulturstätten der Ordensritter in der Ostmark, zwischen den ver­träumten Städtchen am Inn und Flensburg am Rordgestade. Eine stattliche Zahl dieser Städte blickt auf eine mehr denn tausendjährige Geschichte: auch in diesem Jabr können verschie­dene jubilieren. In den großen Industrie­städten. meist ohne Tradition emporgewach« ''en, werden aus der Gegenwart heraus Kultur­werke geschaffen, die den Menschen auSsöbnen wollen mit seiner harten Arbeit: Industriebau, ten und Handelshöfe sind in den letzten Jah­ren über den reinen Zweckgedanken hinausge­wachsen und zu steinernen Symbolen eines

staurant nahe der Stadt erschossen worden. Der Täter wurde v e r h a s 1 e t. In der Stadt herrscht die größte Aufregung und lebhafte Besorgnis hinsichtlich der politischen Folgen. Präsident Calles begab sich sofort in das Restaurant, in dem die Bluttat geschah.

Mexiko, 18. Juli. (Funktelegramm.) Nach den letzten Meldungen heißt der Mörder Juan Escapulario und gibt an, Hauptmann in der mexikanischen Armee zu sein. Der Mörder hatte sich in die Umgebung des Generals einge­schlichen unter dem Vorwand, er sei Presse- Zeichner. Er bat den General seine Zeichnun­gen anzusehen. Als sich Obregon umwandte, gab der Mörder auS

nächster Nähe fünf Pistolenschüffe ab. Die Leiche Obregons wurde in die Wohnung des Generals gebraiijt. Die benachbarten Stra­ßen wurden abgespcrrt. Präsident Calles leitete persönlich das Verhör des Mörders. Man weiß noch nicht, wer als Nachfolger Calles nunmehr die Präsidentschaft übernehmen wird. In ge- wiffen Kreisen erklärt man es für möglich, daß Präsident Calles im Amte verbleiben wird.

Was steckt dahinter?

Auch der Mörder ein Kind des Todes.

Mexiko, 18. Juli. Als der Mörder feuerte, spielte gerade die Kapelle. Biele überhörten in­folgedessen die Schüsse und sahen Obregon plötz­lich auf seinem Stuhle zusammensinken. Als Obregons Freunde den Mörder lynchen woll­ten, wurden sie vom Polizeipräsidenten daran

war aus guten Gründen der einzige Kan­didat. Den beiden anderen Kandidaten, den Generälen Serrano und Gomez, hat man nämlich rechtzeitig Hochverratsprozesse ange­hängt und sie erschossen. Dann wäre «iwa noch der Arbeiterführer Morones, ein Mann, der großen Anhang bei den Judos hat, in Fra­ge gekommen, aber die Kugeln, die Serrano und Gomez töteten, haben Morones so erschreckt daß er seine Kandidaten zurückzog. So war den Obregon einziger Kandidat. Er war es, trotzdem die revolutionäre Verfassung von 1917 ausdrücklich bestimmt hatte, daß kein Staats­präsident zum zweiten Male gewählt werden darf, und Obregon bekanntlich der Vorläufer von Calles in dem hohen Amt gewesen ist. Anscheinend wollte sich CalleS selbst den Prä- stdentenstuhl für die nächste Amtsperiode sichern und so wurde denn einfach vor der Wahl die Verfassung geändert, die demokratische Bestim­mung der Nichrwiederwahlfähigkeit des Prä- öbenten aufgehoben. Der Hochverrat von Ser­rano und Gomez wurde gerade darin erblickt, daß sie sich dieser Verfassungsänderung wider­setzten Nachdem die Kugeln ihren Widerspruch beschwichtigt hatten, fand das Parlament es am besten, sich dem mächtigen Obregon, der Stellen und Gelder zu vergeben hat, durch Ge­fügigkeit zu empfehlen. Man tat noch ein übri. ges: da man beim Versaflungsändern war. verlängerte man auch gleich die Amtszeit des Präsidenten von vier Jahren auf sechs Jahr«. Aber auch dar genügte den Obrego­nisten noch nicht. Sie wollten ihren Häuptling eine rechtruhige Amtszeit sichern, ohne allzu viel parlamentarische Ueberarbeit und nach dem Grundsatz: je weniger Gäste um die Tafel sitzen um so mehr kommt aus den einzelnen. Die Zahl der Abgeordneten wurde von 300 auf 150 vermindert. Noch mehr: die Bundesrichter wurden bisher vom Parlament gewählt; sie werden künftig vom Präschenten ernannt, der sie dadurch fest in der Hand hat und fieber keinen ernennen wird, der jemals gegen ihn Recht sprechen könnt«. Auch di« Verwaltung der Hauptstadt wird künftig vom Staatspräsi­denten abhängen. Der erwählte Bürgermeister von Meriko-Cith verschwindet und macht einem vom Präsidenten ernannten Präfekten Platz. So wird der Präsident der eigentlich« Meister der Bundeshauptstadt, deren Besitz in diesem Lande di« Herrschaft Über das ganze Land verbürgt.

Alle diese Machtgelüste konnte Obregon, der starke Mann, durchsetzen, weil er das Heer hinter sich und damit den stärksten Beweis in der Hand hatte- den es in Mexiko noch heute gibt Tatsäch­lich war Calles nur alsBettwärmer" für Obre­gon gedacht, der als ein aufgeklärter Despot dem Lande Ordnung und Ruhe bringen und Verhälr- niffe schaffen sollte, wie sie unter Porfirio Diaz herrschten. Obregon sollte aber auch dem Yankee- kapitalismuS entgegentreten und den von Calles eingeleitetenKulturkampf" gegen die katholische Kirche abstoppen. Dieser Kampf, in dem Calles sich so ziemlich verrannt hat, gilt doch im Grunde als überflüssig und erfolglos und er war allein schon ein Grund, weshalb an die Stelle des Ra- menS Calles ein neuer Name treten mußte Schon bei der Nachricht, daß Obregon erst am 1 Dezember Calles als Präsident ablösen sollte, beschlich den Mitzttauischen ein Gefühl deS Un­glaubens und der Unsicherheit Denn nirgends gilt in der Welt das Wort man soll den Tag nicht vor dem Abend loben, so wie in Mexiko Es hat sich nur allzu rasch bewahrheitet Wird Calles das Szepter fest in der Hand bemalten?

Trocknheit zerstörte bei Trient «in Waldbrand 40 Hektar Wald. Dabei explodierten fortwäh­rend ©eftftoffe, die noch vom Krieg her in dem Boden lagen und machten die Löscharbeiten dadurch gänzlich unmöglich.

Live furchidare <Setoitterbtian$

Moskau, 18. Juli. (Eigene Drahtmeldung.) Im Gouvernement MohUew wurden sieben Per­sonen vom Blitz erschlagen. Außerdem wurden sechs Personen verletzt darunter zwei schwer. Auch viel Vieh ist umgekommen.

Zeppelins Amerikaflug.

Amerika bereitet schon alles vor.

Washington, 18 Juli. (Funkdienst). Die Ma- rineluftstatton in Lakehnrst, New Jersey und die Stationen an der Westküste wurden ange­wiesen, sich für den Empfang des neuen deut­schen LufftchiffesGraf Zeppelin" vorzuberei­ten, daS in den nächsten Wochen nach Amerika fliegen wird.