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Kasseler Neueste Nachrichten

Kasseler Abendzeitung

Hessische Abendzeitung

Nummer 162,

Mittwoch, 11. Juli 1928.

Einzelpreis: Wochentags 10 Pfennig.

Einzelpreis: Sonntags 20 Pfennig.

Kriegsverbot schon am 11 Juli?

Steift bei den Deutscftnatlonalen

Das große Sommersterben in Dollarien

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(rihrrn ötLutaffi des Luftfahrt-Schöpfers in dessen Ehrung 2°hr getauft wurde, ist^s größte und m^ruM den Zivilkammer 142. Luftschiff der Welt. Es ist um ein Drittel arö-

Fall genommen

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Ge-

11en Dinst tat, ehe er nach Chile

-st

beziffert,

Der Richtige gefunden.

Der Gesandte soll die Serbenkrise bannen.

unseren Angen «oriwergleite«.

Friedrichshafen. Anfang Juki.

der Küste zwei weitere Ueberlebende aufgefunden.

Doch schon am 14. Juli?

Fette Ehescheidungsgeschäfte

Ein kleiner Justizskandal in Paris.

Kaum faßbar.

Zweihundert Ertrunkene klagen an.

Die Großmächte wollen das Kriegsverbot terzeichnen. Spanien will folgen.

Paris, 11. IM. Ein Blatt hält es

düngen von Ausländern betrug im letzten Jahr vor der betreffenden Zivilkammer 142.

(Wit i. Jt. Durch di- Pott monatlich 2.20 Jt vrecher 951 und 952. ftür unnerlangt

LIS Personen, an Bord. (S. a. den heutigen Leitartikel.)

wurde. Ein derartiges Schiff hätte nicht auf einer Route eingesetzt werden dürfen, deren Ge­fährlichkeit allen Kapitänen bekannt ist. Zwei­fellos liegen also auch dieser Katastrophe mensch­liche Verfehlungen zu Grunde. Und dies macht das Schicksal der zweihundert Opfer um so erschütternder. Wenn schon Opfer gebracht werden müssen bann lieber dem Walten der Elemente als menschlichem Unverstand und der- prechertschem Leichtsinn I

VttfubsN erdoll sich zu Haufe.

Warschau, 10. Juli. Marschall Pilsudski geht nicht in Sommerurlaub nach Rumänien, weil die Hitze dort angeblich zu groß ist. Pil sudski wird den Erholungsurlaub :« seiner Billa bei Warschau verbringen.

Am Attar verhaftet.

dem Brot, sowohl im Weiß- als auch int Schwarz­brot, fanden die Chemiker in den Laboratorien Zündhölzchen, Spagat­stucke .Reste von Zigaretten, r o st ige Nägel, Glasstücke und sogar Exkremente von Mäusen und Haustieren. Von den 139 Fleischmustern wurden 90 als für die Nahrung ungeeignet zu- ruckgewiesen. Die Wurst war zum Teil mit gif­tigen Substanzen gefärbt. Die Schokolade ent­hielt oft eine Menge Blei.

Das Schicksal eine« DMoiors.

Glück ab, Zeppelin!

Bor dem Start des Riesen-Weltumseglers. ]

Won unserem Sonderberichterstatter. '

Paris, 10. Juli. Das Justizministerium hat bet der Untersuchung von Unregelmäßigkeiten bei Ehescheidungsprozeßen, die von Ausländern und zwar zu 5 Prozent von Amerikanern in Paris geführt worden sind, gewisse Mißbräuche festge- ftellt, die disziplinarisch geahndet werden müssen. Sieben Rechtsanwälte zwei Gerichtsdiener und

und zwar in erster Linie an Spanien, das eben in den Völkerbund zurückgekehrt sei.

* * *

Sie prüfen immer noch.

Wie sie das Kriegsverbot Hinhalten. John Bull fürchtet Fußangeln.

London, 10. Juli. Halbamtlich verlautet zur Kritik wegen der Verzögerung der Antikriegs­pakt-Unterzeichnung, es sei nach brUifcher An­sicht wesentlich, daß jeder, der den Pakt unter­zeichnet, dasselbe meint. Es müßten namentlich die besonderen Möglichkeiten in der Präambel

Die Sattel« Renetten

D« Aoouuemeatspret» beträgt in» Hau», in der »eschäitskelle . ___

ausschließlich fluttellumrsaeblibr. frecher 951 nab 952 ftür unverlangt etngefanbte Beiträge kann bie Redaktion eine Verantwortung ober Gewähr in keinem Ralle übernehmen Rückzahlung be8 BezttgSaelbeS ober Anlvrüche wegen egooiger nicht orbnnngSmättig« Sie lern n» itt ausaet'chlofien. Poftscheckkonw lrronklart a. M. Nummer 6380. Einzelnummer 10 4. ConntagSnammer 20 4.

Rote zwei von der Angamo« gefunden.

Santiago, 10. Juli. (Funktelegramm.) Zwei Meilen südlich der Stelle, wo das Truppen- trausportjchtjjAugamos" scheiterte, wurden au

bie Tore dieser Halle zum ersten Mal offnen. Zum ersten Probeflug. Beinahe sertlg ist es schon heute. Nur, daß der strahlend, weiße Riesenleib

Ungeheuere Dimensionen, unvorstellbare in dieser Zeppei-inhalle. Fünfzehn vier Stock hohe Hauser könnte man hier der Lange nach auf» bauen, und noch immer wäre ihr fantastisches Längenmaß nicht ausgefüllt. Hunderttausende von uns Menschenkindern haben gleichzeitig in btqer Halle Platz. Richtiger: längs ihren Wän- den. Hunderte tätiger Hände sind gleichzeitig

Ltresemann fehlt.

Berlin, 10. Juli. (Funkdienst.) Im Auswär­tigen Ausschuß des Reichstages sprach heute vormittag der Vorsitzende Abg. Scheide­mann (Soz.) dem erkrankten Außenminister Stresemann Genesungswünsche des Ausschusses aus. Dann erläuterte Staatssekretär Schu­bert den Kelloggpakt. Es wird ferner beraten über das Sicherheilskomitee und die Völker- bundsratssitzung.

Wissel an der Arbeit.

Berlin, 10. Juli. (Funkdienst.) Der Sozial­politische Ausschuß beschäftigte sich mit den kommunistischen Anträgen zur Krisenfürsorge. Reichsarbeitsminister Wissel beridftete über de «Stand der Arbeitslosigkeit.

. . . .. ------ ist um ein Drittel grö-

fier als der »Z. R. 3" dessen Konstruktion man schon für einen Rekord hielt. Fünf sütrfhun- dertdreißig-pferdige Maybach-Motoren erzeugen die Kraft. Es wird also sein, als zögen zwei- ; tausend sechshundertfünfzig Rosse den .Graf Zeppelin" über den Ozean. Das ist 236,6 Me- ter lang, also etwa so lang wie zehn vier Swck hohe Häuser hoch sind. Es erreicht bei größter Gesamtmaschinenkrast eine Stundengeschwin-- digkeit von 128 Kilometer. Im Programm sei­ner ersten Fahrten, ist eine Stund.ngcfchwin- digleit vonnur hundert Kilometer vorgese­hen. Dr. Eckener hat Zeit. Er hat ganz und gar keine Lust, nette Weltrekorde aufzustelleu. ter .Graf Zeppelin" soll

zwanzig Passagiere mitzunehmen, ausreichend Vorsorge getroffen. Zu diesem Zweck sind entzückende Schlafkabinen cingerich- tei, zu diesem Zweck stehen Rauchzimmer und Salons zur Verfügung. Der Siegeszuy der Wissenschaft ist die hervorragendste Ausgabe der ersten Prodeflüge, die das Schiff Anfang August unternehmen wird. Die allerersten Probeflüge, die diesem noch vorangehen, sollen reine Prüfungsfahrten sein. Gleichzeitig so« sich auf diesen ersten Fahrten die SchifsSbefat- zung wieder einfpielen, die ja mm vier Jahr« hindurch nicht geflogen ist. Im Ganzen sind es 38 Mann. Sie wechseln einander in drei Schuhten ab. Die allerersten Fahrten werden nur rund um den Bodensee führen. Für bie nächsten Tage sind bann Kreuz und Querflüge vurch ganz Deutschland, Oesterreich, Schwei, in Aussicht genommen. Eine weitere Fahrt fuhrt ins Mittelmeergebiet die andere in den Atlantik

attb Kassel m4 Wort 6 »^auswärtige Hätte Anzeigen bte mm» 4. SieHamea btt mm-Setle tS 4. Offertgebübt 26 4 'bn Zuttellung ttetbanngsbeträge trraerba» 5 tagen lablbat ftüt bie Richnäett aller rnfprwber anfgwebenett jBnjetgen fowte fflt «ittnabmebme» Snb it Garantien Prozent «uffchlag. 5

Sie stehen noch fest.

Die Deutschnationalen über die Parteikrise.

Berlin, 10. Juli. (Funktelegramm.) Von un­terrichteter deutschnationaler Seite wird zur Krise in der Partei (f. a. Depeschen 2. Seite D. Red.) erklärt: Man darf sich durch die äußer­lich vielleicht bestehenden Meinungsverschieden­heiten nicht täuschen lassen. Es ist ein grund­legenden Unterschied zwischen ernstlichen Memungsverschiedenheiten und einer Auflösung der Parteigemeinschaft. Bon einer solchen könne aber keine Rede sein. Das komme auch in dem einmütigen Vertrauensvotum für den Partei- vorsttzendeu Graf Westarp zum Ausdruck. Es spreche alles dafür, daß die verfrühten Hoffnun­gen der politischen Gegner der Deutfchnationa- len Bolkspartei enttäuscht werden. Daß die starken lebendigen Kräfte innerhalb der Partei unter Umständen gewisse Bewegungen und selbst Meinungsverschiedenheiten hervorriefen, spreche für die innere Lebensstärke der Partei.

den die Verluste beim Untergang des Damp­fersAngamoS^ nicht ganz so hoch b wie anfangs befürchtet wurde. Die Gesamtzahl der Toten wird fetzt auf ungefähr 200 angege­ben. Nur sechs Personen wurden gerettet. Zur Zeit des Unterganges des Stiftes befanden sich 9 Offiziere, 124 Mann und 82 Passagiere, d. h.

Dreihundert Opfer! Haben wir noch Ver­ständnis für die Größe dieser Zahl? Die ganze Welt bangt seit Wochen um das Schicksal der fünfzehn Mann starken Italia-Besatzung. Und zwischendurch ereilt uns eine Nachricht in kargen Worten: Chilenischer Dampfer mit 300 Mann an;, Bord gesunken. Und wenn man jetzt die Zahl der Toten fast bis auf zweihundert herunter­drückt, obwohl sich die Zahl der Passagiere we­gen der vielen Zugestiegenen überhaupt nichi genau feststellen läßt, so handelt es sich doch um eine der größten Schissskatastro- phen dieses Jahrhunderts, vergleichbar höch­stens mit der der »Titanic". Und in der Aus­wirkung des Unglücks überhaupt einzigartig; denn angesichts der Küste ist die Anga- mos" mit Ausnahme von sechs Ueberlebenden

veralteten Materials, das der Reederei bekannt war, ohne daß diese sich veranlaßt gesehen hätte, das Schiff außer Dienst zu stellen.

Aus dem Dampfer »Angamos" soll das Ru­dergebrochen fein. Es besteht also auch hier durchaus die Möglichkeit, daß ein Materialfehler vorlag. Außerdem hat anscheinend die Radio­anlage versagt, sodaß keine Hilfe herbeigeholt werden konnte. Auch das d ü r f t e sich nicht er­eignen. Alle gutgeleiteten Schiffe besitze! heute für derartige Eventualfäll Ersatzanlagen. An­scheinend ist das Schiff, als es erst einmal leck war, auch mit ungeheurer Schnelligkeit vollkom­men geborsten. Das erscheint nicht wunderlich, wenn man erfährt, daß der Dampfer aus dem Jahre 1980 stammt und erst viele Jahre lang unter dem NamenCitia bt Venezia" fürIta-

Möröerische Hitze... drüben.

254 Tote durch Hitzschlüge und beim Baden

Rewyork, 10. Juli. (Funkdienst.) Die Hitze­welle hat in wenigen Tagen in den Oft- und Weststaaten etwa hundert Todesopfer gefordert, davon fünfzehn in Chicago und drei­zehn in Rewyork. Außerdem find 154 Per­sonen beim Baden ertrunken.

mit Mann und Maus gesunken, eine Tatsache, bie In der Zeit der hochentwickelten Radiotechnik kaum faßbar erscheint. In Chile ist Landestrauer angeordnet. Die Zeitungen zeigen Trauerrand. Unser bis aufs äußerste angespanntes Mitgefühl ist kaum noch einer Steigerung fähig. Das Wort unfaßbar" ist aus einem sehr sicheren Empfin­den heraus geprägt worden. Wir können wohl die Bedeutung, die Tragweite eines Unglücks von geringerer Wirkung erkennen. Vor der Zahl dreihundert verblassen die Färbet, unserer Vor­stellungskraft. Liefe Katastrophe ist wirklich un­faßbar ..«

An die Stelle des Gefühls, das hier versagen muß, treten die nüchternen Erwägungen des Verstandes. Auch jetzt werden vor allem die Techniker das Wort ergreifen, um die Ursachen

der stellv. Vorsitzende einer Zivilkammer hat es an der notwendigen Aufmerksamkeit fehlen las­sen. Der Gerichtsschreiber soll nach Aussagen der Anwälte zwanzig bis vierzig Franken pro Fall erhalten haben. Me Anwälte sollen z. Tl. anormale Honorare bis """ ~

Belgrad, 10. Juli. Der südslawische sandte in Berlin Balugdschitsch wurde telegra­phisch zur Lösung der politischen Krife zurück- berufen. Er genießt großes Vertrauen und wird als die geeignetste Persönlichkeit zur Bildung einer neuen Regierung betrachtet. Ihm wird es wahrscheinlich gelingen, die kroa- ttschen Parteien auszusöhnen und ein Konzen­trations-Ministerium zustande zu bringen.

London, 10. Juli. Wie aus Athen gemeldet wird, wurde die Haftentlassung Pangalos ab- ge.ehnt. Ein Sondergerichtshof, auf bett bie Rechte ber aufgelösten Kammer übergehen, soll darüber endgültig entscheiden.

wahrscheinlich, daß Frankreich, Groß-Britan- tiien, Deutschland, Japan, Belgien, Polen und die Tschechoslowakei den Antikriegspatt in eini­gen Tagen unverändert nnnchmen werden. Es sei vorauszusehen, daß Kellogg nock vor Ab­schluß der Verhandlungen feine Vorschläge ei­ner Reihe anderer Staaten übermitteln werde

Bei fftiei

ber Katastrophe zu ergründen. Es ist immer die gleiche Frage: Wie ist ein Unheil von solcher Tragweite möglich, angesichts des Standes der modernen Technik? Muß die Großschiffahrt im Zeitalter der Ozeanflüge nicht längst Hund p r o z e n t i g sicherer geworden fein. Allen gro­ßen Schiffskatastrophen der neueren Zeit lagen schwere Verfehlungen der Schiffsführung oder der Reedereien zugrunde. Bei der »Titanic" war es frevelhafte Rekordsucht ,bie. zu dem Zusam­menstoß mit einem Eisberg führte. Bei der jüngsten großen Katastrophe der »Prinzipetz Ma­falda" war es die Unzulänglichkeit des

Nur** zwei Hundert.

Ein schwacher Trost für den Schisfsuntergang. Santiago de Chile, 10. Juli. Amtlich wer

des Vertrages sorgfältig geprüft und Einftim

SLSÄS* JS: -in Gerichtsschreiber find angeHagSL Wichet ihn unterste" Äuctz wcheMr^be^es Grob Zungen von Ausländern dadurch erleid)tert zu öritoSTÄ«r UtSmM daß sie sich mit der Angab' echeS fiktiven

menten zu verpflichten, bevor es sich bezüglich J*01,. Vetrefsendeu begnügten. Auch

feiner Fähigkeit, bie Verpflichtungen einzuhal­ten, unb bezüglich der Bedeutung ihres In­haltes überzeugt.

heute noch hohl ist. Hier, in diese ungeheure Höhlung, werden die Ballastkörbe eingebaut. Richt mehr SanDsäcte wie einst im Mai un­geheuere Wassersthlänche mit Vorrichtungen, die das Wasser im Bedarfsabfall abfließen las­sen. Das Gerippe des Schiffes besteht aus Dur-Alurninrum, dem wiederstatwsfähiWen und dabei leichtcRen aller bekannten Metalle. Es mit weißer Baumwolle umwickelt. »Gräf

leistungsfähig unb nicht interessant

> sein. Soweit geht biefc weise Selbstbeschrän- , kung, daß man in der Konstruktion des Luft. sEe« nur auf eine Steighöhe von etwa , 3500 Meter Bedacht genommen hat. Natürlich : konnte man auch 7000 Meter hoch steigen, viel- leicht auch noch höher. Dem Dr. Eckener ist : aber ein Gramm Nutzlast viel wichtiger als der ganze Nachruhm. Dieses Schiss, das 127. das die Zeppelinwerft verläßt, soll die Prak, tische Nützlichkeit und Notwendigkeit der Lust, schiffahrt erweisen. Vor allem soll es ihre Ren­tabilität erweisen. Aus Sparsamkeitsrücksich- len soll »Graf Zeppelin" möglichst wenig Per. Tonen und möglichst viel Fracht befördern, ins. besondere Brieffracht, die sich am besten be­zahlt macht. Für zwanzig Gramm Menschen kann man leider nicht ein gleich hohes Porto erheben wie für einen normalen Brief von Danzig Gramm Gewicht. Trotzdem ist für di«

Mexiko, 10. Juli. 50 Katholiken, darunter ein Priester wurden gestern von ber Geheimpo­lizei in einem Privathause verhaftet, in dem sich ein Altar unb alle notwendigen Messe-Ge­räte befanden. Man beschuldigt bie Verhafte­ten des Vergehens gegen die religiösen Gesetze.

UngenieB&are Lebensmittel in Moskau.

Moskau, 10. Juli. (Privattelegramm.)

Eine auf Grund von Klagen angestellte Le­bensmitteluntersuchung ergab dem Moskauer Regierungsorgan zufolge, daß sich von fünfund- cchzig Mustern Roggenmehl 37 als unbrauchbar erwiesen. Von den 184 Proben Weizenmehl wurden nicht weniger als 147 als unverwend- b a r bezeichnet. Das Mehl, das den Bewohnern der Hauptstadt verkauft und das zu Brot verar­beitet wird, war in den meisten Fällen schimm­lig, wimmelte von Würmern usw. Ein großer Teil des Mehls, das für den Konsum bestimmt war, enthielt einen ansehnlichen Prozentsatz Gift. Von den Brotproben erwiesen sich als be­friedigend bloß 7ch .Prozent Roggenbrot. In

Jm Balkan-Hexenkessel.

Wieder ein Opfer des Bruderkrieges.

Sofia, 10. Juli. (Eig. Drahtbericht.) Der Zentralausschutz der Mazedonier gibt bekannt, daß die Ermordung des Generals Prologe- row aus Befehl des Mitgliedes Iwan Saichai- lon ohne Zustimmung des Ausschusses erfolgte, drotvgerow ist als Opfer feiner zuletzt gezeig­ten Mäßigung in ber inneren Krise ber maze­donisch-revolutionären Bewegung gefallen. Einer ber Beweggründe seiner Mäßigung dürste fein Bestreben gewesen sein, Bulgarien, dem Lande der Gastfreundschaft, keine Unan- nehmlitAeiten zu bereiten.

Ein Abendblatt weist unverblümt auf die Möglichkeit hin, daß der Mörder ProtogerwS in den eigenen Reihen zu suchen sei. Dieser Umstand eröffne die «usstcht auf einen bluti: gen Bruderkrieg. Die ErNSrung, die Mi- chailow offen als Urheber der Morde« bezeichnet, ist von weitreichender Bedeutung. Die Leiche Protogerows wurde ohne Ehrenwache l«d ohne edc Kranzspende ausgehstzrt. ' ~