Kasseler Neueste Nachrichten
Kasseler Abendzeitung
Hessische Abendzeitung
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SonAabend, 7. Zull 1928.
Einzelpreis: Tonntags 20 Pfennig. 18. Jahrgang
«eaeften Nachrichteo erftbdnen wSche-lli« letbsmai mndminaas Der ÄbouuemelltövreiA beträgt für Öen Monat 2 20 Jt bei tret er Hu stell una Ler.,(®e'4ä’tS^Ä£ °b§bolt 2.- Jt. Durch die Poft morotlfcb 2.20Ji
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Nummer 159. Einzelpreis: Wochentags 10 Pfennig.
Moskau richtet über Tod und Leben.
Unsere Ingenieure gehen frei aus / Alles Suchen am Nordpol umsonst.
EöglbtnochRomantik
Bankier Löwensteins Glück und Ende.
Wenn es außer Ozeanfliegern nnd Nordpol- forscher« auch kaum noch mothische Helden gibt, io roebt doch auch nm das Haupt des gestern anscheinend absichtlich po« Flugzeug tn§ Sfieee ^?°"ers Löweufteiu (gebe auch „JL*ri^ten 2- Veilage, i. S.) ein Schimmer b« ,»»s-r Mitarbeiter mit packeuoem Stift uach-eichnel:
Das Gros unserer Zeitgenossen steht im erfolgreichen Großbankier wicht mehr als die augenscheinlichste Konsequenz seiner irdischen Sendung: Verdienen, Verdienen und wieder Verdienen! Und da wir gewöhnlichen, weniger verdienenden Menschen mehr oder minder noch in Den Gefühlen der Romantik von Gestern stecken vernmten wir hinter der Persönlichkeit von Menschen dieses Schlages nichts weiter als seelose Auwmaten deren Triebkraft allein die Geldgier ist. Es fehlt uns, der nötige Abstand, um aus ihrem Sinnen und Trachten heraus CHa- rakterzüge des normalen Menschen unserer Zeit W lesen. Bei diesem Alfred Loewenstein, der eines nicht minder absonderlichen TodeS starb als irgend ein Ritter aus den Kreuzzügen bewies mit seinen Taten und Bestrebungen, daß nicht allein das Kontobuch die Triebfeder solcher energiegeladener Nervenbündel ist.
Er wurde wie sein Vater Börsenspieler, wie der Sohn eines Zirkusdirektors Seiltänzer oder Schlangenmensch wird. Und da seine Begabung Mer dem Durchschnitt stand, wurde er ei«
V'*l f»-.:6<*l irvu4*v^cii VTii ablief. Es ist an sich gleichgültig, wie er schließlich in den Besitz eines Vermögens gelangte, das 400 Millionen Goldmark betrug. Und wenn unsere Zeit auch Geldverdiener kennt, di« den Kon- taft mit jeglicher Natur verloren haben und mit krankhafter Besessenheit nur das eine Wort: mehr! mehr! noch mehr! auf ihre Standarte geschrieben haben — Alfred Löwenstein gehörte nicht zu ihnen. Natürlich war er in erster Linie Geldverdiener und war nicht etwa ein vielseitiger Charakter von jener theoretischen Vollkommenheit, die ihn veranlaßt hätte, sich nach dem Studium der Kurse mit altfranzöstscher Lyrik zu befassen. Aber er hatte immerhin Leiden- schäften, die jenseits der Interessensphäre eines Nur-Verdieners lagen.
Er war vor allem ein Sportsmann von internationalem Ruf und wenn es ein Handbuch der Weltrekorde gibt, wird man darin Loewen- steins Name als den des erfolgreichsten Reiters bei Spring-Konkurrenzen finden. Er war passionierter Automobilist und Flieger, er hielt in Paris, London und Brüssel die prachwollsten Rennpferde, er besaß ein Kunstverständnis, das Mer das des durchschnittlichen Mäzens ging, und als Gastgeber ganz großen Stils bewies er Eignung zum phantasiebegabten Festarrangeur. Diese Vielseitigkeit allein wäre wiederum etwas Halbes gewesen. Aber das Romantische an der Gestalt dieses BörsenritterS war, daß all diese Eigenschaften und Liebhabereien entfvrecheMe Rückwirkungen auf sein Geschäftsgebahren hatten. Loewenstein hätte sicherlick noch mehr verdient, wenn er sachlicher, nüchterner gewesen wäre. Aber so, wie er war, vermochte er den Sportsmann und Modegebieters von seinen geschäftlichen Obliegenheiten nicht zu trennen. Er war auch als Börsenritter ein SvortSmann und seine Transaktionen trugen vielfach den Charakter sportlicher Unternehmungen, di« in Angriff genommen wurden aus Lust und Liebe zum „edlen" Wettstreit. Er unternahm auch jene vielbesprochene Privataktion zur Stabilisierung deS. Franken, die ihm kaum einen Gewinn, wobl aber den RMm einer großen Tat eingebracht hätte, den eines MarathonläulerS auf der Bahn finanzpolitischer Unternehmmwen. Sein menschliches Geschäftsgebahren, trug ibm den Saß der „Kollegen" ein, der wirklichen Nur-Geldverdie- ner, die in diesem Mann, der auf der Börse Rekorde mit der gleichen Miene aufstellt« wie auf der Rennbahn, einen wucherMen Fremdkörper im Fleische der eigenen Interessen sahen. Sie haben es oitmals versucht, ihn mit vereinten Kräften aus dem Sattel zu heben und _ dem gewöhnlichen Sterblichen sieben hier nur Ahnungen zu Gebote — es scheint timen in den letzten Wochen auch in gewisser Weise gelungen zu sein. Jedenfalls munkelten die Kenner schon seit einer geraumen Zeit von einer schweren
Und nun ist dieser Mann plötzlich spurlos verschwunden, auS dem eiaenen Flugzeug ins Nichts gefallen — auSpeköfcht für immer. Di- Welt zerbricht sich die Köpfe, sie sucht nach Beweisgründen, die einen Unfall betätigen können Nun ja — es kann ein Unfall gewesen sei«. Ist
dieser Abschluß nicht gerade die letzte Vollendung eines romantischen Schicksals? Loewenstein hatte den Höhepunkt erreicht und überschritten. Es gibt einen Zeitpunkt, an dem die Nerven des Sportmannes versagen, und niemand kennt so wie er Datmensch das grauenvolle Gefühl des Alterns, daS Nachlassen der Lebenskraft. Ein besessener Geldverdiener stirbt mit dem Wunsch nach einem neuen Aktienpaket, der wirklich Geldgierige laßt sich schon in Märchen zusammen mit seinem Schatz begraben. Aber wer das Verdienen als Spott betreibt, hat kein Interesse am bloßen Besitz, denn Besitz allein ist noch kein Erfolg. In dem Augenblick, da der Erfolg in Frage steht, verliert das Leben seinen Wert. So mag in einem Mfred Loewenstein der Wunsch nach einem stilvollen Abschluß entstehen. Und den hat er zweifellos gefunden. Der fliegende Bankier ist in Crch- den gestartet und in Dünkirchen nicht mehr gelandet. Er hat eine vollzogene Tatsache geschaffen und das Unerwartete daran war sein letzter großer Erfolg. Ein pompöses Leichenbegängnis? Befrackte Bankiers mit einem tränenden, einem lachenden Auge? Verteidigungsktteg eines zu.- ammenbrechenden Trustes? Nein! Schluß! Nach, chm — die Sintflut! Alfr.-d Stahl
Unsere Ingenieure schuldlos.
Freispruch im Sabotageprozeß. — Moskau will es mit uns nicht verderben.
Im Schachtyprozeß wurde heute früh das Urteil verkündet. Die deutschen Angeklagten Meyer und Otto wurden freigesprochen, der deutsche AngeNagte Bad stieb er wurde unter Zubilligung von Bewährungsfrist zu einem Jahr Gefängnis verurteilt
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Reine Stunde langer.
Unsere Ingenieure kehre« Moskau den Rücken.
Kowno, 6. Juli. (Eig. Drahtbericht.) Wie aus Moskau gemeldet wird, wird in der Begründung des Urteils im Schachty-Prozeß noch mitgeteilt, daß Beschuldigungen gegen Otto und Meyer vollständig haltlos seien. Sie wurde« sofort auf freien Fuß gesetzt und von ihren Freunden herzlich begrüßt. Obwohl sie nicht auMe- wiesen werden, wollen sie so schnell wie mogüch das Gebiet der Sowjet-Union verlassen.
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Fünf bleiben übrig. Moskau mildert das Blututteil.
Kowno, 6. Juli. (Eigene Drahtmeldung.) Von den weiteren 53 Angeklagten im Schachtyprozeß wurden elf zum Tode verurteilt. Für sechs von diesen hat der Gerichtshof in Anbetracht ihrer Reue und hohen technischen Befähigung Milderungen beantragt. Vierunddreitzig russische Angeklagte erhielten Gefängnisstrafen von ein bis zehn Jahre«. *
Moskau bau olles für erwiesen.
Moskau, 6. Juli. (Eid. Drahtbericht.) Im Schachty-UrteU wird betont, daß das Bestehen einet weitverzweigten, gegenrevolutionären Organisation im Donez-Gebiet in Berbindung mit den früheren Grubenbesitzern und Körperschaften im Auslande erwiesen sei.
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Mit dem Freispruch unserer Ingenieure vor dem Moskauer Tribunal ist vor aller Welt erwiesen, was wir hier schon vom ersten Tage der Verhaftung und Anklage an vertraten, daß nicht e i n e i n z t g e r Beweis für das Bestehen einer internationalen konterrevoluttonären Sabotage- und Spwnageverschwörung erbracht werden konnte. Die Tsckeka-Methode» deS steinernen Staatsanwalts Krylenko haben wir miterlebt. Di- geständigen, armseligen Gestalten, Söldlinge der Tscheka, . ezahlte Kreaturen, erschienen aber erst am Schlüsse des Prozeßes in ibrer ganzen Erbärmlichkeit, als die großen Angeklagten auftraten, sich mit äußerster ntschiedenheit gegen die schwindelhaften Anklagen zur Wehr setzten und jedem unvoreingenommenen Zuhörer die Ueberzeugung heibrachten, daß die bolschewistische Justiz sich auf dem Wege zu einem der schwersten Justizverbrechen der Geschickte befindet. Unsere Ingenieure hat man nun laufen lassen müllen, weil man im Kreml die günstige Linkskonjunktur in Deutschland ausnützen
möchte, auf die die Sowjetgrößen wie aufs tägliche Brot angewiesen ist. Trotzdem hängt das Todesschwert jetzt noch immer über fünf Russen- häuptern (soviel hat man Krylenko von seinen 23 Todesurteilen abgehandelt), die man nicht wegen ihrer unbeweisbaren Taten, sondern wegen ihrer Gesinnung an die Wand stellen will. Wie vertragen sich Freispruch und Todesurteil für die gleiche Anklage. Braucht Moskau wirklich diese furchtbar zum Himmel schreienden Bluturieile, um sein brüchiges Diktatursystem zu kitten? Kehrt hier nicht der alte Zarenbrauch in potenzierter Kraßheit wieder, der seine Opfer doch nur in den Bergwerken Sibiriens verschmachten ließ? Das ausgesprochene Klassengericht muß den aufgewiegelten Bauern- und Arbeitermassen gegenüber einige angeklagte Ingenieure zu Schädlingen der Sowjet-Union stempeln, um die eigene U n f 8 h i g k e i t zu organisatorischen Aufbauarbeiten im Donez-Becken zu verschlesern. >
Zer Nordpol gibt sie nicht frei
Amundsen und Italia-Gruppe unauffindbar. —
Nobiles Begleiter wieder verpflegt. — Ob die Schweden vor Udet landen?
Mailand, 6. Juli. (Eig. Drahtbericht.) Den (chwedischcn Fliegern ist es gelungen, die Grup- pe Lundberg nnd Biglieri neuerdings zu verpflegen. Sie suchten auch das Nordostland, nach KathMtöraiiK
ohne ein« Spur von der Italia-Gruppe
zu finden. Da der Eisbrecher „Krassin" immer noch festsitzt, wird jetzt die schwedische Hilfsexpedition versuchen, mit einem kleinen Apparat, bei den Schiffbrüchige« zu landen und ie aufzunehmen.
Bei Kap Bruun fand man einen Brief Kapitän Soras, in dem er eine Expedition nach der Foyninsel ankündigt. Det Flieger Lützow Holm habe ihm jedoch angesichts des schlechten Zustandes des Eises davon abgeraten. Er dürfte sich bereits auf dem Rückwege befinden.
Demnächst wird die Mariana von der Bären- insel aus einen längeren Erkundungs-Flug nach der Latham unternehmen.
Hamburg, 6. Juli. (Privattelegramm.) Der deutsche Flieger ist mit seiner Flugzeugexpedition heute nach Kingsbay in See gegangen.
Fast zwei Tage in -en Lüften.
Brechen die Dessauer den Dauer-Weltrekord?
Dessau, 6. Juli. (Privattelegramm.) Die beiden Junkers-Flieger Risticz und Zimmermann sind nach in der Lust. Sie habe« die Nacht Über Dessau zugebracht und am Morgen wieder den Pendelverkehr zwischen Dessau und Leipzig ausgenommen.
Nur eine halbe Sache.
Billigung, aber kein Vertrauen für das Kabinett
Hamburg, 6. Juli. Ein Blatt äußert sich zur geftttge« Reichstagsabstimmung (s. a. Depe- scheu 2. S. d. Red.) man habe sich entgegen der Reichsversaffung mit einer Billigung begnügt. Bon einem „Vertrauen" könne also keine Rede mehr sei«. Ma« habe «icht davor zurückgescheut, alte geschästsordnungsmäßige Gewohnheiten, nach denen zuerst über die weitergeyenden Anträge abzustimmen sei, Mer de« Hause« zu werfen. Ein Korrespondent äußert sich, die Annahme des vollen Vertrauensvotums für die neue Regierung, die durchaus möglich gewesen wäre, wäre ei« viel schönerer Erfolg gewesen.
Sie halten Europa nieder.
Amerika drängt energisch auf Räumung.
Washington, 6. Juli. Ein weiteres Blatt pflichtet den Ausführungen deS Reichskanzlers Müller über die Räumung des Rheinlandes bei. Man müsse sich klar machen, daß in dieser Frage ganz Deutschland einig ist und daß die Sozialdemokraten die Fortdauer der Besetzung ebenso tief als schweres Unrecht empfinden, wie die temperamentvollsten Stahlhelmer. Frankreich tue durch Belassung der Truppen bis zur letzten Minute, die der Versailler Vertrag ihm gewähre, «i ch t S f ü r den Wiederaufbau Europas. Im Gegenteil, Poinearös Politik mache es den Liberalen in Deutschland schwer, ihre versöhnliche Haltung zu bewahre«.
Eckenei' ist der Mann.
1828 wirb der Nordpol erforscht.
$te Internat io aal« Gesellschaft ,nr Er- sor'ämng der Arktis hat kürzlich in Leningrad di« Plane für die grob« Rordvol-Erveditio« 1929 bntä> Eckeners Luftschiff feftgelegt, die gründlicher vorbereitet nnd glücklicher geleitet als Rodckes Hnsarenritt, folg. Aufgabe« löse« soll:
Die Arktis-Tagung befaßte sich besonders eingehend mit den Vorbereitungen zu den wissenschaftlichen Fahrten in das nördliche Eismeer, die 1929 mit dem von Deutschland zur Verfügung gestellten Luftschiff L. Z. 127 durchgeführt werden sollen. Das Polargebiet ist der Schlüssel für wichtige Vorgänge in der Atmosphäre; die Fahrten sollen deshalb eine Klärung über die Zirkulation der Polarluft, über die Polarfronttheorie, über magnetische Erscheinungen am Magnetpol, über die Land- und Meeroerteilung in jenen Gebieten, über die Höhe, Temperaturen der Polarluftmassen u. deren Ausbruchstellen herbeiführen. Diese Untersuchungen sind nicht nur wichtig für die Erforschung der Gezeitenerscheinungen und für die Wettervorhersage, sondern auch für den Luftverkehr, der später einmal über das Polargebiet hinweg geplant ist und für den die Auffindung von Stützpunkten von großer Wichtigkeit wäre. Für die praktische Durchführung der Fahrten ist die Errichtung von in Leningrad und in vrc.ut (Arasla) ™ Zu den materiellen und finanziellen unterstur- zungen, welche Deutschland und Rußland durch Bereitstellung des Luftschiffes, der Ankermasten usw. gegeben haben, treten Beihilfen anderer Nationen, um die Durchführung der Expedition sicherzustellen. So hat das Carnegie-Institut die Mittel für die magnetischen Untersuchungen zugesagt; Firmen verschiedener Rationen werden für die Polarausrüstung und Verpflegung sorgen. Noch nicht ganz geklärt ist die Aufbringung der Mittel für die technische Anpassung des L. Z. 127 an die wissenschaftlichen Aufgaben. Rußland hat bereits zwölf Bodenstationen im Polarkreis bereitgestellt, die mit allem meteorologischem Beobachtungsgerät und Funk ausgerüstet sind. Weitere sechs Bodenstationen mit gleicher Ausrüstung befinden sich bezw. werden angelegt, abgesehen von zwei Meßpunkten, die das Schiff im Polargebiet einrichten wird. Die Ausrüstung des Luftfchiffes wird aus den mo- bernften Apparaten für magnetische, meteorologische (insbesondere aerologische) und luftelektrische Messungen bestehen. Von einer Plattform des Luftfchiffes aus solle«
Drachen- ««d Registrirrballonanfstiege stattfinden. Dabei wird eine äußerst wichtige Erfindung des russifche« Professors Molifcha- nof zur Anwendung kommen, welcher eine in Di- mension und Gewicht minimale Sendestation konstruiett hat, die mit einem Registrierinstrument für Druck, Temperatur- und Feuchtigkeit in Verbindung steht, das mit dem Registrier- ballon ausgelassen wird. Durch die Sendestation sind die Angaben der Elemente fofott auf der Gegenstatton des Luftfchiffes a b l e S b a r. Zur Ausrüstung werden ferner Schlauchboote, Schlti- ten und Hunde, Echolot für Vermessungen Mt eisfreien Stellen des Polarmeeres und Vorrichtungen zur Verankerung am Eis gehören. Bei den Fahrten fallen sich fünfunddreitzig Mann Besatzung und fünfzehn Wissenschaftler an Bord befinden. Die Führung des LuftfchtffeS wird in den
Händen Dr. EckenerS liegen. Die FunkauSrüstung wird auS Lang« und Kurzwellensendern, fowie aus Apparaten für Eigenpeilung bestehen. Dazu kommen noch kleine transpottable «Stationen für Eis Märsche, deren Möglichkeit überhaupt besonders sorgfältig vorbereitet werden foll.
Abschied von Irland.
Sie werden die Bremenhelden nicht vergessen.
Dublin, 6. Juli. Die Bremenflieger verließen heute früh den Flugplatz Baldonell zum Flug nach Holland. Zu ihrem Abschied hatte sich daS offizielle Irland, fowie eine große Menschen- menge zum herzlichen Abschied eingefunden. Fitz- maurice begibt sich nach England, um dort verschiedene Städte aufzusuchen, worauf die irifche Regierung befandere« Wert legt. — In einer Botschaft an das deutsche Volk feiert Präsident CoSgrave ben Erfolg deS deutschen Genius der ein Markstein für die Entwicklung von