18. Jahrgang. — Nr. 158.
Raffelet Neueste Nachrichten
ffrMag. 6. IM 1958.
-PP-
$u vertiefen.
2.
vorschreibt.
N1VEA- CREME
In den ersten 10 Jahren
tollte ledeMutterihr Kind nur milder reinen, milden
Die Briefmarkensammler.
Ein internationaler Philatelistenkongreß findet vom 5. bi. 8. Juli in Wien unter dem Vorsitz des Oberstleutnants a. D- Heßhaimer (im Bilde) statt
einreiben. Nivea«Creme verstärkt die bräunende Wirkung der Sonnenstrahlen und vermindert die Gefahr schmerzhaften Sonnenbrandes; sie allein enthält das hautpflegende Eucerit Aber trocken muß Ihr Körper sein; Sie dürfen ihn niemals naß den Sonnenstrahlen aussetzen.
Dosen M 0.20 bi» 1.20 / Tuben aus reinem Zinn M 0.60 u. 1,00
einen Revolver im dumpfen Schein einer Taschenlampe aufblitzen.
Aus der Heimat.
Lorvach und Helfen.
Neues aus der Stadtverwaltung.
Ein seit Jahrzehnten immer wieder vorgebrachter Wunsch der Corbacher Bevölkerung ist nunmehr in Erfüllung gegangen: Vor kurzem fand die Eröffnung der neuen städtischen Badeanstalt statt. Das Planschbecken hat eine Wasserfläche von 340 Quadratmeter (20:17), während das Becken für Nichtschwimmer eine solche von 480 Quadratmeter (20:24), u. das Schwimmerbecken 1000 Quadratmeter faßt und so angelegt ist (20:50 Meter), daß auch Schwimmfeste aller Art veranstaltet werden können. Vor geladenen Gästen eröffnete Bürgermeister Dr. Zimmermann die neue städtische Anstalt und führte u. a. aus, Pflege der Leibesübungen sei eine bedeutsame kommunalpolitische Gegenwartsaufgabe, dabei müsse man aber sich vor jeder Ueberfpannung, insbesondere jeder Unter« stützung der Rekordsucht hüten. Glückwünsche und Dank wurden u. a. ausgesprochen von Landrat Klapp für die Kreisverwaltung. Wie der Bürgermeister noch mitteilte» haben der Landes- direkwr vom Staate Waldeck und der Landeshauptmann in Kassel eine Beihilfe in Aussicht gestellt. Die Mitteilung, daß preußische Behörden schon vor dem Anschluß Waldecks an Preußen die waldeckischen Städte unterstützen, wurde sehr beifällig aufgenmomen. In der letzten Gemeinderatssitzung berichtete Bürgermeister Dr. Zimmermann über die Verhandlungen, die zwischen der waldeckischen Regierung, der preußischen Staatsregierung und der Stadtverwaltung wegen der Errichtung eines Eichamtes und einer Oberförsterei in Corbach stattgefunden haben. Preußen kommt danach über seine vertraglichen Verpflichtungen hinaus sehr weitherzig der waldeckischen Bevölkerung entgegen. Der waldecktsche Staat hat im Einvernehmen mit der Stadtverwaltung Corbach ein äußerst günstig gelegenes Grundstück des verstorbenen Baurats Müller erworben, von dem ein Teil die Stadt erwirbt für den Eichamtbau, während das Restgrundstück mit ausstehenden Gebäuden zur Einrichtung der Oberförsterei dient. Der Gemeinderat bewilligte einstimmig die zum Grunderwerb erforderlichen Mittel. Gegenwärtig wird auch der Amtsgerichtsneubau fertiggestellt. Noch in diesem Jahre wird der große Finanzamtsneubau ebenfalls fertiggestellt. Demnächst kann die Stadt auch wieder über ihr altes Rathaus verfügen, das zurzeit vom Amtsgericht in Anspruch genommen ist. Vor kurzem hat die Reichsanstalt für Arbeitsvermittlung endgültig entschieden, daß Corbach Sitz eines Arbeitsamtes wird. Für das Landesgymnasium soll noch im Laufe dieses Jahres eine neue Turnhalle mit Zeichensaal gebaut werden. Gegenwärtig schweben Verhandlungen zwischen der waldeckischen Regierung, dem preußischen Kultusministerium und der Stadtverwaltung wegen der zukünftigen Ausgestaltung der Städtischen Höheren Mädchenschule. Schließlich sei noch erwähnt, da i die Stadt zurzeit mit einem Ausbau ihrer Betriebswerke beschäftigt ist.
Hesfifcher DorfNrchrntog.
Am Sonntag und Montag fand hier der Dorfkirchentag deS Landkreises Kassel statt. Begünstigt vom herrlichsten Wetter wurde am Sonntag nachmittag auf dem wundertwll über unserem Ort gelegenen Weidenberge ein Wald- gotteSdienst gehalten, verschönt durch die Lieder es hiesigen Gesangvereins und durch die Begleitung der gemeinsam gesungenen Choräle seitens des Jhringshäuser Posaunenchors. Drei Ansprachen wurden gehalten von Herrn Kreispfarrer Maurer, Herrn Volksschriststeller und Landwirt Heinrich Naumann und von Herrn LaNdeSoberpfarrer Generalsuperintendenten D.
Sonnengebräunt
Ird ihr Körper, wenn Sie ihn vor Luft« und Sonnenbädern, vor Fahrten und Wanderungen mit
zeug verließen, ohne den Magnet abzuziehen oder sonst eine Sicherung zu treffen.
Der Gommerverbrecher lebt von der Sorglosigkeit und Leichtfertigkeit feiner Mitmenschen,
die man auch mit viel härteren Ausdrücken belegen dürfte, unter denen Dummheit noch als milde angesehen werden kann. Der Verbrecher empfindet aber gerade die Bestohlenen und Beraubten als feine besten und zuverlässigsten Hilfskräfte. Das geöffnete Fenster in den Abend- und Nachtstunden, aber auch das tagelang geschlossene und sorgfältig verhängte Fenster sind für ihn ganz offizielle Einladungen des Wortlauts: „Hier darfst Du ungestört holen, was Dir beliebt!" Und er wird diese Einladung immer dankend annehmen. Bei seinen Rundgängen durch die guten Wohnviertel ist er zu seiner Sicherung ja schließlich auch nicht untätig gewesen. Er beobachtet besonders scharf die Autotaxen, die in den frühen Morgenstunden die reiselustigen Hausbewohner mit Kind und Kegel aufnehmen und leistet sogar, wenn es sich machen läßt, einen kleinen Hilfsdienst und gewinnt dabei Anknüpfung mit der Else ober der Minna oder der Liselotte, die er „zufällig" bei Ausgängen oder Sonntagsunterhaltungen wiedertrifft, die dem „anständigen" und gut angezogenen flotten jungen Mann nichts Schlechtes zutrauen und sich kinderleicht über alle Wohnungseinzelheiten von ihm ausfragen lassen. Oder et war als biederer Gas- und Elektrizitätsmann vor irgend einer verschlossenen Wohnung und ließ sich von anderen Hausbewohnern belehren, daß er dort vor Ablauf von drei oder vier Wochen nicht hineinkönne, worauf et der Sicherheit halber schon in der gleichen Nacht wieder erschien.
Eine Wohnung darf eben im Sommer keinen unbewohnten Eindruck machen,
muß unter nachbarlicher Kontrolle gehalten werden, unter einer Kontrolle, die sich auch nach außen durch gelegenfliches Oeffnen der Fenster bekundet. So etwas betrachtet der Verbrechet nämlich als Ausladung und ist höflich genug einet solchen ablehnenden Geste zu folgen, weil er sich denn doch nicht gern erwischen läßt, gibt es doch leichte und sichere Arbeit in Hülle und Fülle. Der Sommer ist eben die große Zeit bet Wohnungseinbtechet, Fassadenkletterer usw! Die Polizei tut immer rht bestes, um ihnen die Saison zu versalzen! Aber sagen Sie Ihren Lesern: Selbstschutz, ein wenig Umsicht und Ueberlegung ist die sicherste und leichteste Art, sich vor Schaben durch bie Sommerverbrecher zu bewahren.
Paris» Zeitungen berichten Wer die Abenteuer eines Gentlemaneinbrechers, dessen Sozialität darin besteht, zu nächtlicher Stunde »U Palais und Villen der vornehmsten Viertel v->n Paris heiMMsuchen und seine Opfer mit verbindlicher Höflichkeit zu plündern. Dieser Gent, lemaneiabrecher, der von allen Betroifenen als ein junget Mann von auffallend elegantem Exterieur und vorzüglichen Manieren geschtldert wird, scheint nun den Schauplatz seiner Tätig- keit nach Deauville verlegt zu haben. Sein erster Besuch galt hier dem Bewohnern bet Villa des Pariser Großkaufmanns Marcell Blum. Segen 3 Uht morgens erwachte die Cousine Marcel BlumS, Fan Fischer, die sich feit einiger Zeit als Gast ihrer Verwandten In Deauville aushält, durch ein leiseS Geräusch. Zu ihrem Entsetzen »blickte sie eine dunkle Figur, die durch die unvetspettt, zum Balkon führende Tüt leise inS Zimmer trat. Der Mann durste die Fassade erklettert und so zum Balkon gelangt sein. IN der nächsten Sekunde sah Frau Fischet, die wie gelähmt vor Schrecken in ihrem Nette lag.
Nicht in Ballsälen, auch nicht beim Fünfuhrtee. Eine vornehme Dame, wie Sie, wird auch echten Schmuck besitzen." Einigermaßen beswaMt, übeneichte ihm nun Frau Fischer drei andere Schmuckstücke. „Ganz hübscht, meinte der Einbrecher. „Diese drei Stücke dürsten einen Wen von 40000 Francs haben. Ich kann mir aber nicht recht vorstellen, daß eine Dame von Ihrer Schönheit und Ihrem Rang nicht auch noch andere Juwelen besäße. Leider muß ich daraus Hestehen, auch diese zu berlmtgen. Es wäre mir peinlich, wenn ich selber bte Läden durchsuchen müßte." Frau Fischer übergab nun vier weitere Schmuckstücke dem Gentlemaneinbrecher. Dieser verbeugte sich nun, küßte die Hand der Dame und forderte sie auf, sich inS Bett zuruckzu- legen. „Ich muß Sie ersuchen, sich jetzt ruhig zu verhalten, da ich auch nebenan, bei der anderen' Dame einen Besuch abstatten mochte. Der Mann öffnete nun die Tür, verschloß sie von außen und schritt, offenbar mit den lokalen Verhältnissen bestens vertraut, zum Schlafzimmer, wo eine Verwandte der Familie Blum sckrlief. Hier wickelte sich bie Angelegenheil nicht so glatt ab, benn bte Dame fuhr aus und begaftn um Hilfe zu schreien.
Der Gentlemaneinbrecher steckte ihr einen Knebel bt den Mund und versicherte ihr bann, es toüb: ihr nichts geschehen, wenn sie sich ruhig verhalte, zugleich entschuldigte er sich ob feiner Brutalität. Dann nahm er den Knebel der Ue. verfallene., aus dem Munde und reichte ihr ein Nervenberuhigungsmittel, bas in einer Schachts i'tf dem Nachtkästchen lag. Auch hier erhielt ; er mehrere Schmuckstücke, bte et in seiner Aktentasche aufbewahrte) Nach dem obligaten . Handkuß verschwand er auf dem Wege, aus dem ■ er gekommen war. Erst jetzt trauten sich bie : beiden Frauen Lärm zu schlagen. Die Versol- : gung des Einbrechers wurde aufgenommen, jedoch ohne jegliches Ergebnis. Er war spurlos verschwunden. Man nimmt an, baß er mit bem iml Manne identisch ist der in letzter Zeit einen bet- etn wouter .«miiyiuviutu ««, ^a- wegcnen Einbruch in bet Wohnung bes Fabri- dam?"er klärte bet ungebetene Besuchet, „diese kanten Crocall verübt urck decket seinen Opfern Perlenschnur ist falsch. Ich bin ein Rennet meU gegenüber bte verbindlichste Höflichkeit an den ne8 Faches. Dieses Kollier tragen Sie gewiß' Tag gelegt hat.
neu gar nichts. Wollen sie die Güte yaven, mir Ihre Schmuckstücke und das Bargeld, bis Sie augenblicklich zur Verfügung haben, zu übergeben. Während Sie sich vom Bette »heben, werbe ich nicht hinschauen." Der Gentle- maneinbtechet brehte sich nun i m, allerdings in einer Art, daß er jede Bewegung der Frau Fischer, die sich allmählich von ihrem Schrecken erholte, in einem gegenüberliegenden «b’eget beobachten konnte. Frau Fischer übergab chw zunächst ein Kollier. „Entschuldigen.Sie, Ml
NIVEAU
waschen und baden. Das Kind wird es ihr eins, danken, weil ihm dadurch später manche Sorge um die Erhaltung seines guten Teints erspart blei btN ivea» Kinderseife ist überfettet und nach ärztlicher Vorschrift besonders für die empfindliche Haut der Kinder hergestellt - Preis 70 Pf.
Der junge Mann näherte sich dem Bett, den Revolver immer vor sich haltend, dann sprach er leise, im verbindlichsten Ton: „Enftchulbigen Sie, Madame, baß ich Sie zu so ungewohnter Stunbe störe. Leiber kann ich nicht anders. Sie brauchen keine Angst zu haben, eS geschiehr FH-
* Kragenhof, 8. Juli. (Beförderung.) Der auf dem hiesigen Bahnhöfe angeftellte Reichs- bahnassistent Deute wurde zum Reichsbahn- sekretär ernannt. -g
• Uschlag, 5. Juli. (Bei der Heuernte verunglückt.) MS der mit Heuaufladen beschäftigte Landwirt Heinrich Schilling den Henbaum festmachen wollte, brach dieser durch, und Sck fiel von dem hohen Fuder so unglücklich auf die Erde, daß er regungslos liegen blieb. Sofort herbeigerufene Samarite/ bemühten sich um ihn und legten ihm Notverbände an. Sch. erlitt einen Arm- und Beinbruch. Die Kasseler Ar- deitersamariter überführten den Verletzten in ein Krankenhaus. «fl
* Wilhelmshausen, 5. Juli. (Umfangreiche Strahenarbeiten). An der Landstraße Wilhelms- Hausen-Münden werden zur Zeit die Vorbereitungen zu umfangreichen Straßeaarbeiten getroffen, mit deren teilweiser Ausführung bereits begonnen ist. Die den Ueberschwemmun- gen durch die nahe Fulda ausgesetzten Straßenabschnitte werden bedeutend erhöht; das Material zu diesen Auflchüttungen besteht aus Wer- rakies, der bereits in großer Menge angefahren ist. Gleichzeitig erfährt die dem Verkehr wegen ihrer Kurven und Enge nicht mehr genügende Straß« eine bedeutende Verbreitung. Eine riesige Betonmauer wird die Abgrenzung nach der Fulda bilden, während nach der anderen Seite ein breiter und allmählich ansteigender Gürtel ein Abrutschen von Erbmassen auf bie Straße verhindern soll. Die Straßenunterführungen erhalten Schutzmauern aus Sandstein, die infolge ihrer geschmackvollen Ausführung zur Verschönerung des Straßenbildes beitragen. Umfangreiche Holzfällungen waren zu beiden Straßenseiten nötig, um bas erforderliche Baugelände freizulegen, sodaß die wegen ihr«? reichen Schatten bisher gern benutzte Straße nunmehr völlig der Sonne ausgesetzt ist. Jedoch will man durch Neuanpflanzunaen nach erfolgter Fertigstellung der Straße für mit den Jahren zunehmende Befchattung Sorge tragen. -g.
* Sontra, 5. Juli. (Blitzschlag und Brand.)' Im benachbarten Stadthosbach schlug bei einem Gewitter der Blitz in bie Scheuer des Gastwirts Bode und zündete. Die Scheuer mit Ernievor- räten, sowie ein Stallgebäude wurden ein« geäschert. =nn
* Burghaun, 5. Juli. (Ein Spitzbube gefaßt) Hier stahl ein gewisser B. aus Fulda bei einer ihm bekannten Familie 85 Mark in Bar und verduftete schleunigst. Den eifrigen Fahndungen der Landjägerei gelang es den Langfinger am Bahnhof Hünfeld festzunehmen und hinter Schloß und Riegel zu setzen. Von dem gestohlenen Geld hatte er bereits eine Summe angeblich an einen Freund weiter gegeben. -an
Aus dem Reichs der Mode.
Moderner Schmuck.
Heute ist sogar der Schmuck dem ständigen Wechsel der Mode unterworfen. Und da man kostbare Schmucksachen aus Gold und Plattn nicht, dem jeweiligen Geschmack der Mode entsprechend, fortgesetzt umarbeiten lassen kann, bevorzugt man heute den „unechten" Schmuck, der in den Formen ganz so ist, wie Frau Mode es
Set Nnbrechet mit guten Manieren
abenteuer eines dunklen Gentlemans im französischen Luxusbab.
Möller, der es zu aögeeneinet Freude ermöglicht hatte, zu erscheinen. In den Ansprachen wurde die Bedeutung, bie die Kirche für das Dorf als dessen von allen Seiten sichtbarer Mittelpunkt 1 >aben soll, von verschiedenen Gesichtspunkten aus beleuchtet und gezeigt, welcher Segen von ihr ausgogangen ist und noch ausgeht. Abends and im Sacüe des Gasthauses Lotzgeselle ein Gemeindeabend statt. Er stand unter dem Ge- daniken der Zusammengehörigkeit von Glaube und Heimat. Herr Konrektor Möller von Niedervellmar hielt einen von hohem Schwung und hehrer Begeisterung erfüllten Vortrag über dem Reinhardswalb und Herr Heinrich Naumann erzählte fesselnd aus seinem Leden. Montag morgen fand noch eine Versammlung im Gasthause Eberhardt statt, bei der Herr Prof. A. Ehringhaus aus Kassel einen das Wesen rechter Erziehung Überaus klar und Werzeugend zeigenden Vortrag über „Familiennot und ihre Abhilfe" hielt. Alle Veranstaltungen waren sehr gut, auch von ©äffen aus anbern Gemeinden, besucht. Mögen die Festtage mit dazu beigetragen haben, das Bewußtsein von dem Wert und der Bedeutung der Kirche für das Leben des Einzelnen und der Gemeinde zu stärken und
uni litt UM»
Wertvolle Ratschläge eines Kriminalisten. — Die Zeit der Wohnungseinbrecher, Fassadenkletterer, Falschspieler, Gepäckdiebe, Heirats schwindler und Hochstapler. — Man kann sich leicht vor Schaden bewahren. — Selbstschutz durch Vorsicht und Aufmerksamkeit.
Einer unserer Mitarbeiter befragte einen erfahrenen Kriminalisten nach den „Sommerver- brechen" und ihrer Verhütung und hörte von ihm einige Darlegungen mit humoristischem Einschlag, die aber sehr ernst gemeint sind. Der Gewährsmann, einer unserer erfolgreichsten und kundigsten Kriminalisten führte aus: „Es ist vollkommen richtig, von Sommerverbrechen zu sprechen.
Es gibt einen ausgesprochenen Typ von Verbrechern, der den Sommer als die HauptarbeitSzeit betrachtet und von der Sommerernte den Winter über als hochanständiger Mensch fein Dasein fristet, ohne natürlich einer sich bietenden günstigen Gelegenheit für einen sicheren und möglichst mühelosen Erwerb grundsätzlich aus dem Wege zu gehen. Aber der Sommerverbrecher kann sich im Winter den Luxus leisten, ein zu großes Risiko abzulehnen und seine Freiheit erst im Sommer wieder aufs Spiel zu setzen, wenn die vorjährige Ernte aufgezehrt ist und die neue Arbeitssaison mit ihren sehr einfachen und recht gefahrlosen Verdienstmöglichkeiten beginnt. Für den Verbrecher ist der Sommer die Quelle ungehemmter Lebensfreude, für den Kriminalisten die eines alljährlich neu erstehenden Aergers über die Sorglosigkeit und Leichtsertigkeit seiner Zeitgenossen, die dem Verbrecher unbewußt, aber sicher in bie Hand arbeiten und dann von der Polizei erwarten, daß sie im Handumdrehen den Schaden wieder gut macht, wenn sie nicht als leistungsunfähig ausgescholten werden soll. Aber
wie sindet man den Fassadenkletterer, es braucht nicht einer der echten, großen Künstler feines Berufes zu fein, der sich iu ein offen» stehendes Parterrefenster schwingt und im Salon seelenruhig das Silberzeug in die echten Brücken und Teppiche einwickelt, während der Besitzer aller dieser schönen Dinge eine frohe Gesellschaft mit einem vortrefflichen Abendessen oder einer venetianischen Nacht in seinem Park unterhält? Die Gesellschaft hört vielleicht das Hupen des AutoS, dessen sich der nächtliche Räu- bei bedient und vermutet die Ankunft eines noch erwarteten Gastes und niemand denkt daran, daß das hupende Auto einem unerwartetem Gaste gehörte, der sich nicht an Speis' und Trank, sondern an noch reelleren Dingen schadlos gehalten hat. Nicht selten hat der nächtliche Autolenker fein Transport- und Fluchtfahrzeug gleich an Ort und Stelle „gefunden, weil irgend ein Selbstfahrer ober irgend ein Chauffeur, dem es eine Küchengrazie angetan haben mag, ihr Fahr-