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Mckr Neueste Nachrichten

Hessische Abendzeitung

Kasseler Abendzeitung

18. Jahrgang

Freitag, 29. Juni 1928.

Nummer 152.

Einzelpreis: Sonntags 20 Pfennig.

Einzelpreis: Wochentags 10 Pfennig.

x6 iechSmai nachmittags. X bei freier SufteHtutg die Pott monatlich 2JO Jt ti 952 ftür unverlangt ortuua oder SewSbr in de» oder «nivrüche wegen itoffen. - vottscheckkonw

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Warum tritt polens Diktator ab?

Berlin-Versailles.

Zehn Jahre Frondienst. Müller-Odysseen.

AD

enigstens ein Uebergangskabmett

Noch flt es Zett!

Wir haben noch keinen Luftschutz.

Am heutigen 28. Juni jährt sich wieder der Lag an dem die Vertreter des deutschen Volkes in Versailles den Schreckensvertrag unterzeich­nen mußten, der das Schicksal Deutschlands be­siegelte. Die Haßatmosphäre hat dieses un­menschliche Dokument geboren und der trium­phierende Siegerwille feierte Orgien. Vernich­tungswut spricht aus diesem Band, ein dickes Schicksalsbuch, das den Inhalt saßt. Seit die Menschheitsgeschichte besteht, wurde noch nie ein derartiges Vertragsmonstrum geschaffen. Man durfte hoffen, daß die Zeit die furchtbare Strenge des Diktats mildern werde und in der Tat ist fo manches Unerhörte, was Wahnwitz, Wut und Rache der Feinde forderten, stillschweigend der- fchwunden wie die Auslieferung der fogenanu- ten Kriegsverbrecher und dergleichen mehr. Aber was blieb, ist wahrlich noch genug, ist auf die Dauer von keinem Volk tragbar. Furchtbar wuchten auf uns die gewaltigen Re para- lionssummen, deren Grenze wir nicht einmal kennen. Der deutsche Lebens­standard b!leibt gedrückt uttd nwdnger als er für ein K Murvolk geziemt und alle Lohnbewegungen werden einmal am Repa- rationsdiktat wie an einer eisernen Mauer zer­schellen müssen, wenn nicht die Wettbewerbs­und damit Lebensfähigkeit der deutschen Wirt­schaft zermürbt werden soll. Noch immer lagern die fremden Heere auf deutschem Boden und im­mer wieder geuen Klagerufe über Vergewalti­gungen aus dem besetzten Gebiete.

Unzählige Milliarden und Abermilliarden hat man Deutschland bereits geraubt; wahrlich anders kann man die Ausführung eines solchen Kriegsdiktats nicht nennen. Inzwischen sind wir aber längst in eine gänzlich neue Politik einge- schwenkt: der KriegSgeist soll verweht sein und die Völkerverständigung soll marsch«, ren. Aber ungeheure Rüstungen der um Deuffch- lattd lagernden schwerbewaffneten Volker find ein Hohn auf diese Friedensbereitschaft. Das Schimpfwort Bosch ist drüben auch noch nicht verschwunden. Ueberall werden ansehnliche deut­sche Minderheiten tyrannisiert und unterdrückt, in Polen, Tschechoslowakei, in Südtirol, in El- saß-Lothringen. Kein Wunder, wenn d,e Völker- verständigirng trotz Völkerbund nicht vom Fleck kommen will. Die .Sieger" denken nicht daran, wahren Friedensgeist lebendig werden zu lassen, der nur atmen kann, wenn die Haßatmosphare und der Lügengeist gewichen. Dieser über wirkt weiter, weil und solange die ehemaligen Feinde die Lüge von der deutschen Alleinschuld am Weltkriege aufrecht erhallen. Wahrer Frie­den und Verständigung können aber nur auf der Grundlage völligen gegenseitigen Ver- trauens, restloser Gleichberechtigung ver­wirklicht werden. Diesem Ziele stehen aber noch der Versailler Kriegsgeist und KriegShaß ent- gegen. Ihnen gelte daher weiter unser gomeln- samer Kampf: Mit den Waffen des Rechts, mit den Mitteln der Wahrheit!

Aber während von Millionen Lippen immer wieder und wieder der Ruf nach Einigkeit er­schallt, die allein die siebenfach um uns geschlun­genen Ketten zu sprengen vermag, gehen kostbare Tage und Zöchen mit der traurigen Berliner Regierungs-Odyssee verloren. Und während es gestern Mittag noch so aussah, als ob Müller- Franken mit seiner Mission zu Rande käme, hat sich im Verlauf des Nachmittags und Abends die ganze Situation wieder höchst kompliziert. Die neuen Schwierigkeiten werden von zwei Momen­ten getragen. In der Hauptsache gelang es im­mer noch nicht, über die Frage des Vizekanzler- Postens für Dr. Wirth eine Einigung zu er­zielen. Es »st hier festzust^llen, daß diese Mei- nungsdifferenzen über die Betrauung Dr. Wirths mit dem Posten des Vizekanzlers nicht nur zwischen Sozialdemokraten und dem Zen­trum bestanden, sondern daß auch bi» tief in die Reihen der letzteren Fraktion recht erhebliche Be­denken gegen Wirth als Vizekanzler erhoben wurden. Dr. Wirih andererseits betrachtet die Berücksichtigung feiner Forderung als eine Prestigefrage. Er steht auf dem Stand­punkt, daß er auf Grund feiner parlamentari­schen Vergangenheit in der Hauptsache als Poli­tiker zu werten sei, und daß ihm daher die Ge­währ gegeben werden müsse, daß er auch als Mitglied des kommenden Kabinetts sich politisch auswirken könne, was ihm in seiner allei­nigen Eigenschc.fi als Verkehrsminister nur in einem bedingten Matze möglich wäre. Aus dem Wirrwarr der Meinungen im Zentrumslager schälten sich dann schließlich zwei neue Forderun­gen der Fraktwn an Hermann Müller heraus: die Forderung des VizekanzlerpostenS oder im ablehnenden Falle die Uebertragung des Jn-

Wie Müller fich auS der Patsche Hilst. v. Guerard als Verbindungsmann des Zen- trumS. Im Herbst weiter.

,en-

i Kabinetts ist im

erin

Unglück auf sie warte.

pilsudski abgetreten!

War Polens Diktator <u krank?

Warschau, 28. Juni. Der gestern schon ange -----... schall Pilsudskis und die

Liner beschuldigt den andern.

Wirth als Zankapfel. Ein anderer Kanzler?

Berlin, 28. Juni. (Privattelegramm.) Smit Vollsparteiblatt hat auch die gestern in später Abendstunde noch erfolgte Besprechung z.u,,chen Müller-Franken und den Zentrumsabgeordneten

Berlin, 28. Juni. (Durch Funkspruch.) Abge­ordneter Müller-Franken berichtete heute vor­mittag dem Reichspräsidenten über seine gestri­gen Abend- und heutigen Morgenverhandlun­gen mit Vertretern des Zentrums. Müller ver­handelt auf der in diesen Besprechungen neu be­gonnenen BaslS weiter. Er hofft heute nachmit­tag dem Reichsprästdenten seine endgültigen Vorschläge über die Besetzung der einzelnen Mi­nisterposten machen zu können.

Leben die sünfzchn Frauen noch?

Die Opfer und der Briefwechsel des Landrus von Marseille. Der Lustmörder wahr­scheinlich in Parts

versprach ihr, sie nach Tunis wo er Geschäfte habe. Eine Kar riet der Frau aber aus dem Kasteesatze von einer Reise über das Meer ab, da sonst ein

deren Politiker mit der Koalttionsbildung be­auftragen werde, der eher als Müller-Franken eine Chance für das Gelingen dieser schweren Aufgabe zu bieten vermag.

* * *

Der letzte Ausweg.

Ein provisorisches Kabinett biS zum Herbst.

Berlin, 28. Juni. (Eig. Jnsormationsoienst.) Nach seiner Besprechung beim Reichspräflden- ten verhandelte der Abg. Müller nacheinander mit dem Reichsarbeitsminister Dr. Brauns, mit den Abgeordneten Dr. Breitscheid und Dr. q?it ferding (Soz.), mit dem Reichstagsprästdenten Lnebe, mit den Zentrumsabgeordnetn Esser u Dtegerwald und von Guerard. M - " versucht jetzt, ein Kabinett zu bilden, in dem das Zen­trum durch einen losen Verbindungsmann ver­treten ist. Hierfür ist von Guerard ausersehen, der daS Verkehrsminister und daS Minister für das besetzte Gebiet übernehmen soll. Wie wir hören, erhebt auch das Zentrum gegen kiefe Lö­sung keine Einwendung, steht darin nur em

Provisorium für die Sommermonate.

Im Zusammenhänge mit der Lösung der P r e u- stische« Frage hofft man, im Herbst jr Reich» eine sich'. - Grundlage für die große Koalition zu schaffen.

Berlin, 28. Juni. (Privattelegramm.) Wie wir erfahren, ist mit dem Zentrum und den So­zialdemokraten eine Einigung auf der Basis ei­nes provisorischen Kabinetts bis zum Herbst erzielt worden.

einem Reisekoffer auf den Bahnhof vo« Mar­seille begeben hat und hält es für möglich, daß er nach Paris gefahren ist.

, * * *

Die Kartenlegerin als Jtetterin.

Tore sind auch heute noch nicht versperrt, obwohl wir nicht wissen, was für Lösungen nunmehr angestrebt werden sollen. Der »Vor­wärts" schreibt: Wenn sich Müller bereiterklärt hätte, seinen Widerspruch gegen Wirth als Vize- kanzler auszugeben während der Reichsprä­sident und die Volkspartei den ihren aufrecht er­hielten, wenn schließlich Hilf er ding sich bereit erklärte, aus das Finanzministerium zu verzichten, dann hat die Sozialdemokratie das Aeußerste getan, um mit Wirth und seiner Frak­tion zu einer Verständigung zu gelangen Es hat aber alle nichts genutzt; Ern Rechtsblatt will wissen, daß der Reichspräsident einen an-

kündigte Rücktritt Mm Umbildung des polnist .

größten Geheimnis vor sich gegangen. Auch die offiziöse Presse ist völlig unorientiert über die Beweggründe Pilsudskis. Man bezeichnet feinen Rücktritt als bedeutungslos, da er auch als Kriegsminister die zentrale Persönlichkeit bleiben werde. Auch daS Oppositionsblatt stellt fest, daß der Kabinettswechsel keinen Wech­sel im Regierungssyem bendeute. Die Ernennung Switalskis werde nach Ansicht ver­schiedener Blätter das bisherige schlechte Ver­hältnis zwischen Regierung und Parlament nicht bessern. Ein Blatt spricht von einem mehrwö­chigen Erholungsurlaub PilsudSkis, sodaß man in der jüngsten mehrwöchigen Erkrankung des Marschalls die Ursachen für die letzten politi­schen Ereignisse suchen will.

Esser und Stegerwald, eine Veränderung der Lage nicht ergeben. Ein Zentrumsblatt äußert sich, daß die Handlungen mit der eigenen Partei gut verlausen find, und daß die Große Koalition in fraktioneller Gebundenheit an der Deutschen Volkspartei gescheitert ist. Wollte dte Sozialdemokratie der Vollspartei den Dank nunmehr dadurch abstatten, daß sie den Einsl» sterungen Strrsemamts folgend der V»;-"' : r- schast Dr. Wirths Schwierigkeiten machte'/ Oder gibt es in der Sozialdemokratie selbst Politi­ker, die einen Eintritt Dr. WirthS in das Reichskabinett nicht wünschen, weil fie glauben, daß dadurch ihre persönlichen Interessen ge­fährdet find? Es war auffallend, daß Informa­tionen von einer Seite ausgegeben wurden, de­ren Tendenz stets gegen die SBünf*e deS Zen trums gerichtet war. Es wäre reizvoll, über ihren Sinn bei Herrn Breitscheid anzufragen. Bedauerlich ist. daß Hermann Müller diesen Einflüssen unterlegen zu sein scheint. Den Miß­erfolg seiner Verhandlungen hat er nicht uns, sondern diesen Umständen zu verdanken. Die

Paris, 28. Juni. Es scheint sestzustehen, daß der Blaubart mindestens sechs Frauen umS Leben brachte, die aus sein Heiratsan­zeigen hin mit ihm in Verbindung traten. Eine der Frauen ist nur durch einen Zufall und nur durch ihren Aberglauben vor dem schrecklichen Ende der anderen bewahrt worden. Der Heiratslustige legte ihr nahe, zwanzigtau­send Francs flüssig zu machen, damit fie eine kleine Billa und ein Auw kaufen könnten und " u führen,

Schwierigkeit über ihr Verbleiben im Kabinett bereitet, wenn auch die Fraktion ausdrücklich be­tont, daß sie sich durch die Anwesenheit dieser beiden Minister im Kabinett in keiner Weise als Regierungspartei" betrachte. Damit sagt die Volkspartei, daß sie jede Entscheidung über ein Vertrauensvotum für das kommende Kabinett von dem Wortlaut der Regierungserklä­rung Hermann Müllers abhängig mache. Mül­ler hat das Rennen aber noch nicht aufgegeben, wenn zur Stunde auch noch nicht ersichtlich ist, wie er den wieder festgefahrenen Karren aus der Patsche ziehen will.

Paris. 28. Juni. (Eigene Drahtmeldung.) Die Nachforschungen in der Wohnung des San­dru von Marseille (s. a. Artikel auf der ersten Seite der 3. Beilage. D. Red.), der nach den neuesten Mitteilungen Prat heißt, haben zur Auffindung außerordentlich umfangreicher Kor­respondenzen mit den Opfern des Lust mörders geführt. Prat hat mit fünfzehn Frauen in Briefwechsel gestanden. Er scheint in verschie­denen Zeitungen inseriert zu haben und hat ganze Berge von Angebote erhalten. Die Poli­zei will ietzt noch in Erfahrung bringen, ob die fünfzehn Frauen noch alle am Leben find, mit denen der Mörder in Briefwechsel stand. Die Zahl der Opfer beschränkt fich vorläufig auf drei, doch hat man Anhaltspunkte dafür, daß ihre Z a h l n o ch g r ö ß e r ist. Der Aufenthalts­ort des Mörders konnte noch nicht ermtttelt werden. Man hat immerhin in Erfahrung ge­bracht, daß er fich am vergangenen Sonntag mit nenministe-'Ums. Ueber beide Punkte konnte zwischen den Sozialdemokraten und dem Zentrum keine Einigung erzielt werden. Auch in dem Sitzungszimmer der Deutschen Volkspar­tei spielten fich recht heftige Kämpfe ab und zwar über das bekannte Telegramm Dr. Stre- s e m a n n s an Hermann Müller über seine Zu­sage zur Teilnahm- an einem Kabinett ohne fraktionelle Bindung. Immerhin ist festzustellen, daß das Gerücht von einem Rücktritt Dr. Scholz' als Fraktionsvorsitzender sich nicht bewahrheitet. In einem Beschluß der Fraktion wird den Mini­stern Dr. Stresemann und Dr. Curtius keine

iefen

holt und zuletzt anläßlich der mburger Gistsaskatastrophe bin«

Der Redner Alfred Giesler-Kassel, der jetzt in die Leitung des passiven Luftschutzes nach Berlin berufen worden ist, machte zahlenmäßige Angaben über die Möglichkeit von Luftangriffen auf Deutschland. Z. B. kann ein Geschwader Flugzeuge verhältnismäßig leicht die Menge von 150 000 Kilogramm Sprengstoff abwerfen, was einem Güterzug von fünfzehn Wagen ent­spricht. Ebenso wichtig ist der Gaskrieg, der be­sonders unleimlich durch seine lautlosen und unstchtbaren Kampfmittel wirkt. Zu­nächst ist Aufklärung und nochmals Auf­klärung notwendig. In Englands Schulen gibt es bereits einmal im Monat Luftschutzun­terricht, in Rußland wird dieses Fach aus der Universität gelehrt. Gasschutzübungen bei Sportfesten sind in Petersburg und Moskau keine Seltenheit. Frankreich und Polen sind eifrig tätig. Polen besitzt eine fahrbare Sonderausstellung, während Frankreich dreizehn Millionen Gasmasken

in Auftrag gegeben hat, um seine Bevölkerung zu schützen. Außerdem haben sich in allen Län­dern Preße, Film und Rundfunk in uen Dienst der Sache gestellt. Ueber die zu treffenden Ein­richtungen sprach sich Giesler ebenfalls in fei­nem Vortrag aus. Ein Warn- oder Sig­naldienst von besonderer Pünktlichkeit und Schnelligkeit wäre das Nächstliegende. Die fol­gende Einrichtung würde ein Flugmeldedienst sein. Hier ist England vorbildlich, das eine ganze zivile Armee von hunderttausend Mann im Erkennen von Flugzeugen ausgebildet hat. Dann käme das Feuerlösch- und Gaswesen, in dem neben sorgfältigstem Unterricht und guter Ausrüstung die dringlichste und primitivste For­derung sei:

Ausrüstung der Feuerwehr mit Gasschutz, geräteu!

Von besonderer Bedeutung sind Luftschutzmaß. nahmen für das Bauen. Je dichter ein Bezirk bebaut ist, desto größer ist die Gefahr. D e z e n - tralisation im Städtebau sollte die künftige Losung fein! Weitere Ausführungen waren den Schutzproblemen in Fabriken, Kraftzentra­len und Tiefbauanlagen gewidmet. In seinen Schlußworten warnt Giesler vor der Auf­fassung, den Lustschutz als politische oder etwa kriegshetzerische Angelegenheit zu betrachten. Solange das Ausland dem zivilen Luftschutz größte Beachtung schentt, haben wir die Pflicht, das Gleiche zu tun, umsomehr als uns der Luftschutz ausdrücklich zugebilligt ist. Gelingt es eines Tages, den Krieg zu Ver­bieten .dann wird es nie geschadet haben, vom Boden der Tatsachen aus Maßnahmen zum Schutze unserer Zivilbevölkerung in Sonderheit der Greise, Frauen und Kinder getroffen zu haben. ewe.

Verrat an Lchlageter.

Götze - tedjneiber in der Klemme.

Berlin, 28. Juni. Im Meineidsprozeß Götze sagte Zeuge Hauenstein von der Rostbach, truppe aus, daß sich ein deutscher Gefängniswär­ter bereit erklärte, bei einem Besteiungsversuch Schlageters mitzuwirken. Dann teilte ihm Schla- geter brieflich mit, daß unbedingt Verrat aus Bekanntenkreisen vorliege. In Werden sollte die kleine französische Wache mit Likör betäubt wer­den, dem ein Schlafmittel beigemischt war. Dann sei aber Schlegeter plötzlich nach Düsseldorf über- führt worden. Auch hier wäre es gelungen, ihn zu befreien, wenn nicht die politische Polizei die Befreier, darunter auch Hauenstein, eingesperrt hätte. Hauenstein schildert dann, wie er anschei­nend durch Götze und Schneider den

Franzosen in die Hände gespielt werden sollte. Später habe ihm der französische Kommissar Müller erzählt, man hätte Hauen­stein unbedingt verraten wollen. Schneider und Götze hätten auch Schlageter verraten. Mül­ler, der inzwischen von den Franzosen in contu­maciam zu 20 Jahren Zwangsarbeit verurteilt worden ist, wurde dann unter

Ausschluß der Lcffentlichkcit vernommen.

* * * Die? mal krieg-n wir ihn

LandgerichtSrat Dr. Brühl teilte dann die früheren Aussagen deS tschechischen Chauffeurs P r d a mit, der auch von zwei deutschen Spitzeln