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Kasseler Neueste Nachrichten

Kasseler Abendzeitung

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Hessische Abendzeitung

Nummer 151.

Einzelpreis: Wochentags 10 Pfennig.

Donnerstag, 28. Juni 1928.

Einzelpreis: Sonntag! 20 Pfennig.

18. Jahrgang

Der Schlußstrich unter Müllers Kabinett.

Räumt sofort ben Rhein! / Was hat Giresemann in Prag vor?

Beifall aus Amerika.

der Kabinettsbildung geltend macht, die offen­bar durch das Verbleiben Dr. Stresemanns wesentlich erleichtert wird.

Parteizank um Wirth.

Der Vizekanzler hält daS Kabinett auf.

Berlin, 27. Juni. (Eigener Informations­dienst.) Die gestrigen Meinungsverschiedenheiten um die Besetzung des Vizekanzler-Postens im Kabinett der Persönlichkeiten zwischen Müller und dem Zentrum sollen heute aus dem Wege geräumt werden. Das Zentrum besteht bisher noch darauf, daß der Posten durch Dr. Wirth be­setzt werden soll, während Hermann Müller der Ansicht ist, daß die Betrauung dieser Persöi.lich keit nicht notwendig ist. Wie cs heißt, hat auch der Reichspräsident diesen Standpunkt gebilligt. Sollte das Zentrum auf den Posten verzichten, so würde der dienstälteste Minister, das wäre Ar­beitsminister Dr. Brauns, der am Mittwoch sein achtjähriges Ministerjubiläum feiert, für die Stellvertretung des Reichskanzlers in Frage kommen. Die Komplikationen, die sich aus die­sen Meinungsverschiedenheiten ergeben können, lassen sich noch nicht übersehen. Es ist möglich, daß Dr. Wirth darauf bestehen bleibt, daß ihm der Posten eines Vizekanzlers zufällt, und daß er, falls Hermann Müller sich weiter unnachgie­big zeigt, die Annahme eines

Ministerpostens im Kabinett überhaupt ablehnt Unter Umständen wäre damit zu rechnen, daß Dr. Brauns auf das Amt des Retchsarbc.ts- ministers, zu dessen Uebernahme er sich nur durch die dringende Ditte Müllers bereit er­klärt hatte, verzichten würde. Das Zen­trum hält allerdings nach wie vor an der Be­setzung des Vizekanzlerpostens durch Dr. Wirth fest. Heute vormittag wird im Zentrum diese Frage noch einmal durchgesprochen, nachdem die übrigen Fraktionen bereits grundsätzlich ihre Zustimmung zur Teilnahme ihrer Fratti- onSmitglieder an dem Kabinett der Persönlich­keiten gegeben haben. Auch muß die VolkSvar- tei nach den Ministern Stresemann und Eur- tius den Eintritt in das Kabinett gestatten.

Stresemann regt sich wieder. Bon Karlsbad nach Prag. Bencfch's Lieb­lingsplan: Einigung Mitteleuropas.

Wien, 27. Juni. (Eigene Drahtmeldung. Wie ein Prager Korrespondent erfährt, wird Reichs­außenminister Dr. Stresemann, der im Ver­laufe feines Erholungsurlaubs auch auf vier Wochen nach Karlsbad kommen wird, in der Zwischenzeit dem Außenminister Dr. Benefch in Prag einen Gegenbesuch abstatten.

wie Nobile abstürzte.

Ein Begräbnis. Die Italia verbrannt?

Rom, 27. Juni. Aus den Darstellungen No­biles über den Absturz der Italia geht hervor, daß zuerst die hintere Motorengondel, in der sich der Mechaniker befand, auf das Eis kürzte. Der Insasse starb kurze Zeit darauf und wurde von der Gruppe Nobile ehrenvoll bestattet Das Luftschiff wurde nach dem Verlust der Gon­del abgetrieben. Wenig später befand es sich bereits in einer Entfernung von fast 10 Kilome­tern, als man plötzlich eine große Rauchsäule auffteigen sah, die nach Ansicht Nobiles aus den Brand der Benzin- oder Leltanks zurückzu- führen ist.

Mit dem Kabinett u. Stresemann einverstanden.

Rewyork, 27. Juni. Zur Regierungsbildung in Deutschland schreibt ein Blatt: Die Kräfte der Zusammenarbeit haben sich offenbar stärker erwiesen als die Parteibekenntniffe. Das zwin­gendste Argument dafür sei wohl der Hinweis Dr. S t r e s e ma n n' S auf die Probleme der auswärtigen Politik, namentlich auf die Frage der endgültigen Regelung der Reparationen.

Andere Blätter bemerken: Die Wahlenttchei- düng von 1928 ist von gesundem Men­schenverstand diktiert, der sich jetzt auch bei

Noch ein Larrdru-Scheusal.

Der Mörder seiner Bräute. Drei verscharrte Frauenleichen.

Paris, 27. Juni. (Eigene Drahtmeldung. > Einem zweiten Fall Landru kam die Polizei in Marseille auf die Spur, bei den Nachforschun gen über die Ermordung einer Rentnerin na­mens Elise Foce. Außer dieser Tat beschuldigt man den Verbrecher, der sich den falschen Namen Gailard zugelegt hatte, Heiratsschwindeleien be­gangen und mehrere seiner Bräute ermordet zu haben. In einer Villa, in der der Uebeltäter gewohnt hatte, wurden bis jetzt im Hühnerstall und im Keller vergraben, drei Frauenleichen zu­tage gefördert.

Betrügt Deutschland nicht r Die meisten Engländer für sofortige Räumung. Dringt Chamberlain durch? Oder wird er Paris-Warschau untertan?

London, 27. Juni. «Eigene Drahtmeldung. > Der bekannte Publizist Spender schreibt in einem Blatt: Ein dauernder Friede ist unmöglich, wenn die Besetzung des Rheinlandes auch nur einen Tag länger ausgedehnt würde als in den Ver­trägen vorgesehen ist. In der Tat seien dir mei­sten Engländer Bei Ansich daß die Räumung des Rheinlandes innerhalb eines Jahres nach Abschluß des Locarnovertrages erfolgen solle, der Frankreich alle verlangten Sicherheiten gegeben habe. Chamberlain dürfte das klar in Paris betont haben. Falls er mit seinen Ansichten nicht durchdringe, könne er es erleben, daß sein Werk Schiffbruch erleiden und er selbst in dir Arme von stärkeren Männern in Paris uno Warschau treibe.

Funkruse nach Amunösen.

Doppelte Rettungsaktion des Russenfliegers.

Moskau, 27. Juni., Der Eisbrecher Malygin wird den Flieger Babuschkin nach der Insel Foyn entsenden und das Flugzeug nicht mit Mannschaft überlasten, damit es im Notfall zwei Mann der Nobilegruppe aufnehmen könne. Man hofft, daß es Babuschkin gelingen werde, sich in dieser Gegend durch Funkrufe mit dem verschol­lenen Amundsen in Verbindung zu setzen und seinen Aufenthaltsort zu ermitteln.

schließlich des Donaustaates Deutschland han­deln. Trotz Bet Zaghaftigkeit, mit der man sol­chen Gedanken noch in Prag gegenübersteht, liegt hier doch der Kern eines wahren Paneuropa Das Coudenhovesche Paneuropa erscheint mehr und mehr als eine zur Stärkung der französi­schen Hegemonie ersonnene Maschine. Die wirk­liche und wirkst me Paneuropäisterung kann nur von Mitteleuropa ausgehen. Sie war nicht mög­lich mit dem alten Mitteleuropa, dessen Schoß von den Nationalitätsfragen und Sprachstreitig- keiten zerrissen vuroe. Nachdem der Zerfall des Habsburger Reiches die- Möglichkeit eines Na- tionalitäts- und Schrachfriedens für Mittel­europa und nur von ihm bie Kristallisation von Paneuropa ausgehen. Diese Kristallisation ist aber mit dem österreichisch-deutsche. Anschluß als ihrem innersten Kern unlösbar verbunden.

Wieder ein Ministerrekord.

Berlin, 27. Juni. Am heutigen Mittwoch ist Dr. Brauns (Ztr.) acht Jahre Arbeitsmini- ster und zwar in zwölf NachkriegSkabi- netten. Dieser Rekord wurde bislang noch von Dr. Geßler überboten, der schon in das Kabinett Bauer (am 21. 10. ISIS) als Wieder- ausbauminister eintrat und dann bis 9. Ja­nuar 28 sämtlichen Kabinetten als Reichswehr­minister angehörte, sodaß Getzlcr acht einhalb Jabr? amtierender Minister war Geleg-ntlick seines 60. Geburtstages wurden Brauns ®er dienste um den Auf- und Ausbau der Sozial- polittk bereits gewürdigt.

WerwarberVerräter?

Ein Prozeß um Schlageter.

Zur Zeit spielt in Berlin ein Meineibsvrozest gegen den früheren Rohbacher Götze, bet Schlageter während bes Rnhrkanlpfes verrate» haben soll. Die Bernehmnng entrollt folg. Bilb. Gegenüber dem früheren französischen Krimi-t nalbeamten Müller hatte Götze unter seinem Eid bestritten, ein Spion im Dienste der Fran« zosen gewesen zu sein und Schlageter verraten zu haben. Götze wurde dann wegen Meineidsver­dacht verhaftet. Götze, heute 24 Jahre alt, trat m den oberschlesischen Grenzschutz als Sechzehn« jähriger ein und lernte dort Hauenstein und Roßbach kennen. Hauenstein organisierte 1923 ein Sabotagekommando im Ruhrgebiet, in das Götze zwar nicht ausgenommen wurpe, aber er wurde doch nach Essen geschickt zur Be­obachtung der kommunistischen Bewegung. Zu diesem Zweck wurde er auf der ' Zeche .Graf Beust" als Arbeiter angestellt. Er traf im April 1923 einen gewissen Sadowski in Essen auf der Straße, ohne zu wissen, daß dieser zu dem Sabotagekommando Schlageters gehörte. Wie der Angeklagte angibt, wurde er, als er einige ~a0e später nach Elberfeld fahren wollte zur Be­richterstattung an Hauenstein, von den Franzo« sen verhaftet, die ihn verprügelt und mit allen Mitteln versucht hätten, von ihm über das Kom­mando Schlageters Nachrichten zu bekommen» Nach vielen Mißhandlungen habe man ihn ge­fragt, ob er bereit sei, den Franzosen Nachrich- ten iiber die kommunistische Bewegung zu bringen, und um frei zu kommen, habe er z u - gesagt. Daraufhin sei er entlassen worden und habe mit Schneider abgemacht, den Franzo« f®" nut gefälschte Berichte zu übergehen- Götze bestritt, daß er versucht habe, Hauenstein ms besetzte Gebiet zu locken. Auf Vorhaltungen des Vorsitzenden mußte der Angeklagte zugeben, daß er bei den Franzosen ein Bi ld Hauen« st e i n s gesehen, dies aber Hauenstein selbst nicht mttgetellt habe. Er habe Hauenstein nicht mehr getraut, denn dieser habe nichts unternommen, um. die inzwischen gefangen genommenen Mit- glteder des Sabotage-Kommandos zu befreien. ~er Vorsitzende hielt dem Angeklagten vor, daß er mit

Hauenstein ein unehrliches Spiel getrieben habe. Der Angeklagte äußerte die An­sicht, daß der Verrat an Schlageter dadurch er­folgt sei, daß H a u e n st e i n mit einer Frau, f i sche Spionin war, ein Hotel besucht habe. Dadurch hätten die Franzo- gefunden. Demgegenüber ߣmr,Cr 9Si?rf1^nbe ^rauf hin, daß nach einer Erklärung des Innenministers Severing tm Landtag Hauenstein behauptet habe, der Verrat a," Schlageter sei auf Veranlassung von Roßbach durch Wilhelm Schneider und Götze erfolgt. Wie Götze weiterhin mitteilte, ist er von den Franzo- suriAn? k nma/ verhaftet, wegen der gefälschten Berichte vor ein Kriegsgericht gestellt und nur aufgrund des Londoner Abkommens wieder freigelapen worden. Der Staatsanwalt be- Erkte, daß die heutige Aussage Götze- wesent« lich von seinen früheren Bekundungen abweich«,

Jetzt geht Amundsen vor.

Wann retten sie die Letzten? Hundeschlitten dicht beim Nobilelager.

Oslo, 27. Juni. Wie aus Spitzbergen gemel­det wird, ist es vorläufig ausgeschlossen, ben im Nobile-Lager noch Zurückgebliebenen Hilfe zu bringen. Die schwedischen Flieger haben 16 Kilometer von Nobiles Lager entfernt, aus dem Eise eine Hundeschlitten-Expedition, die sich aus das Lager zu bewegte, gesehen. DaS französische Flugzeug Roosevelt, sowie das nordische Schiss Nordenskjöld wollen mit dem russischen Eis. brecherKrassin" gemeinsam die Suche nach Amundsen ausnehmen.

reichisch-Deutschen Volksbundes, Reichstagsprä- stdent b e. zugleich eine bedeutungsvolle Rolle im Paneuropa des Grafen Nikolaus Coudenhove spielt. Aber diese anschei­nende Solidarität der Bestrebungen ist nun leider in der Wirklichkeit nicht vorhanden. Wer Coudenhovens Reden und Artikel verfolgt, muß zu der Ueberzeugnng kommen, daß die Ziele dieses Mannes, der ja selbst Oesterreicher ist, sich keineswegs mit den Zielen eines Löbe decken. Wenn man sich einmal Oesterreich bild­lich als einen Wagen denkt, so ziehen VoRs- bund und Paneuropa das Gefährt nicht nach derselben, sondern jeder Vorspann nach einer anderen Seite, woraus ein Stillstand,, spä­ter vielleicht ein Kamps der Kräfte folgen wird.

Coudenbove scheint vollständig von der fran­zösischen Sicherheitsforderung durchdrungen zu fein, die in der Aufrechterhaltung des Wortlau­tes der Verträge von Versailles und Saint Germain und darüber hinaus in einem das abgerüstete Deutschland einkreisen- den Militärbündnis Frankreichs mit Belgien, Polen, Rumänien, der Tschechoslowakei und noch anderen Landsknechten, das Friedensheil der Welt erblickt. Hat Coudenhove doch sogar die merkwürdige Auffassung vertreten, der Kelloggsche Kriegsächtungsvorschlag würde, falls Frankreich und seine Verbündeten ihn annähmen, für Europa nicht den Frieden, sondern den Krieg, den ganz sicheren Krieg bedeuten. (!) Graf Coudenhove ist Oesterreicher. Er hält sich viel in Wien aus wenn er nicht in Paris ist und dort Herrn Jules Sauerwein vom .Maiin' sensationelle Interviews im Sinne der oben dargelegten französischen Auf­fassung erteilt. Er ist auch, soviel weiß man. sehr vertraut mit den Gedanken des Bunde S- kanzlerS Seipel, der bisher nicht den Ruf eines Anschlußfreundes genossen hat. Bis­her ... es scheint nämlich in SeipelS An­schauungen eine Wandlung eingetreten zu sein oder doch eintreten zu wollen, wenn man sei­nen kürzlichen Aeußerungen in einem Pressege- spräch trauen darf. Seipel hat zwar Europas Zukunft völlig offenaelassen, aber betont: Tat­sache sei. daß man sich auf dem Weg zur Schaf­fung größerer Einheiten befinde. Auch werde Oesterreich auf die Dauer feine sogenannte Selbständigkeit nicht aufrechterhalten können. Heute allerdings fei der Zeitpunkt noch nicht gekommen zu entscheiden, welches bie endastl- tige Lösung sei. Zum Anschluß äußerte er sich: »Heute schon sind wir mit Deutschland in einem viel höheren als dem rein staatsrechtlichen Sinne verbunden. Unlösbar verbunden. Ir­gendeine Kombination, die Deutschland aus- schlöfle, kommt für uns in alle Zukunft nicht in Frage. Aus wirtschaftlichen und gefüU«mSßiaen und taufend anderen Gründen. Der Kreis der Möglichkeiten, die dann noch übrig bleiben, ist allerdinas ein viel größerer als es aus den ersten Blick den Anschein haben mag. Wir den­ken diese Probleme durch, wenn eS Mich zu ir-

Unlösbar verbunden.

Paneuropa und der Anschluß.

(Bon unserem Wiener Mitarbeiter.)

Wien, Ende Juni.

Paneuropa und der Anschluß zwei Be­griffe, von denen man auf den erften Blick wohl glauben sollte, daß sie eine starke innere Verwandtschaft mit einander haben müssen. Ja, der Anschluß, in welcher Form er sich auch vollziehen möge, gilt den Anschlußfreunden als eine notwendige Vorstufe zu einem auf Frieden und Verständigung auf Achtung des Selbstbestimmungsrechtes der Völker, auf ge­rechte Behandlung der nationalen Minderhei­ten aufgebauten Paneuropa. Das drückt sich sinnfällig darin aus, daß der Leiter des Oester-

Daven bleibt aus dem Spiel

Karlsruhe, 27. Juni. (Privattelegramm.) Wie ein badisches Blatt schreibt, ist von Baden auS in der Frage, oh Dr. Wirth als Attnister dem Zentrum genehm fei oder nicht, kein Ein­fluß ausgeübt worden.

Götze unö Schneider.

Bon fünf Zeugen schwer belastet.

Der jetzige Student Otto Schneider schildert " l-lbst nach der Verhaftu^ bei W°^İ^-Kommandos schon am selbe« Tage wieder von den Franzosen entlassen wor« den war. Götze habe zu ihm geäußert: Daß Du freigekommen bist, hast Tu mir zu verdan­ke- Er und Götze hatten dann auch die Fran« Zofen, die sich Hauensteins bemächtigen wollte«, stets auf falsche Spur gelenkt. Weiter kam zur spräche, daß Schneider bei der Vernehmung vor dem Reichsgericht gegen Götze den Verdacht ausgesprochen hat, daß dieser schon vor dem 13. «Und 1923 mit den Franzosen in VerbinduA gestanden habe. Schneider, dessen Verteidigung ausgesetzt wurde, erklärte heute, diese Aussage bewugt falsch in einem Wutanfall gemacht zu haben, als ihm der Kriminalbeamte ein fingier­tes Geständnis Götzes vorlegte, durch das et des Verrats an Schlageter bezichtigt worden sei. Schlageters Verhaftung sei nur durch einen Z u f a l l erfolgt. Der damals auch verhaftete Zeuge Kaufmann Becker hat den Ein- druck gehabt, daß man bei Schneider eine Ver­haftung nur habe Vortäuschen wollen. Nach der Urteilsverkündung habe ihm ein französischer Kriminalbeamter gesagt: .Sie stnd von 2 Deut- schen, von

Götze und Schneider verraten worden'. Er habe das auch in der .Meckleichin«

gendeiner Aktion noch viel zu früh ist.'

Es ist da? erste Mal, daß der Bundeskanzler Seipel sich so entschi-den zum Gedanken der ewi- gen Untrennbarkeit Oesterreichs und Deutsch­lands. also zum aroßdeutschen Gedanken be- kanntchat. Die Andeutung, daß es mehrere Mög- litbteffen der Lösung der Frage gebe, läßt ver­schiedene Auslegungen zu. Handelt eS sich um die Möglichkeit der verschiedenen staatsrechtlichen Formen, in denen sich der Anschluß vollziehen kann? (Engstes wirtschaftliches Bündnis. Ver- waltunasgemeinscbast auf gewissen Gebieten Staatenbund, Eintritt in den BundeSstaat). Sei­pels Gedanken scheinen doch weiter zu gehen. Bei der von ihm angedeuteten .Kombination' kann es sich nur um ein österreichisch-deutsch-tschechi- sches Zollbündnis oder gar. was wegen der Großartigkeit der Konzeption weniger Wahr­scheinlich ist, um eine Donauföderation ein-