Kasseler Neueste Nachrichten
Kasseler Abendzeitung
Hessische Abendzeitung
Sonntag, 24, Juni 1923.
Etnzey»Mi SomttagS 20 Pfennig. 18. Jahrgang
Nummer 148. Einzelpreis: Wochentags 10 Pfennig.
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Ein Fachkabinett unter Müller?
k. Berlin, 23. Juni. (Eigener Jnformattons- Bollspartei hängen. Auch ein Sozialiftenblatt vienst.) Erft am Montag werden die einzelnen schiebt di- Schuld auf bie Bolkspartei.
Parieren wieder darüber beschließen, ob und in * * *
Berlin, 23. Juni.
tun.
die Schiffbrüchigen lange Bärte trugen
als gerettet
F. R.
Bauernparteien und die Wirtschaftspartei zur Regierungsbildung
Die Schuld mr dem Scheitern der Großen Koalition bleibt trotz aller Entschuldigungsversuche In der Deutschen
»nrrnen, Formlosigkeit, sie haben abwech- selnd eine große Roll« im Kanzlerhaus gespielt ^EBerspiel, der die Formen der bi-
Köpfe statt Parteien.
Eine Sozialistenregierung mit den alten Minister, auch Severing-Hilserding.Wirth ausersehen.
ralen Lager herbeizuführen, wozu er allein die Tatkraft und Autorität besitzt? Der letzte Juni» und erste Sommersonntag hüllt uns trotz Rosen- ~ in dichtere und un-
Nach der Großen Koalition... Weimar — Oder ein Kabinett der Köpfe unter sozialistischer Führung.
chnng der Jnse l Foy diesem Falle fei die Gruppe zu betrachten.
nen in Frage stellten. RobUe wird sich aber mit den Faltbooten wahrscheinlich f ü r E r r e i* chungber JnselFoyn entschließen. In
Ein toter Sonntag
Nach zwei Wochen Regierungsbildung.
Das Geheimnis der Todeskurve
Aufklärung der Siegelsdorf-Katastrophe. — Wegen zu hoher Geschwindigleit entgleist?
W E Kanzler und eine Kanz-
|.reu in das schone alte Palais mit dem großen prachtvoll«, Garten. Der Kanzler Gustav Bauer, groß, schwer, ein jovialer Ostpreuße te™! JA leb&afi, trotz ihres Gehortete dens unterhaltend und gewandt. — „Bei der
Was jetzt noch übrig bleibt.
MMers Anfrage bei den Bayern und der Wirtschaftspartei. — Minberhettsreateruna unter Duldung der Bolkspartei. — Bleibt Stresemann Außenminister?
Das zweite Sechstagerennen der hohen und allerhöchsten Parteifunktionäre um die Regierungsmeisterschaft ist zu Ende. Aber leider mit einem Ergebnis, das tatsächlich den letzten,.,.^,., m . . .
Rest parlamentarischer Regierungs- und Par-1werden die emzelne teikunst heillos zu diskreditieren angetan ist. mes^"-^^^,^"EEr beschlietzeu, ob und n. Also dazu zieht man seit vier Wochen die lang- ^ch" Form d» Koalitionsregierung gebildet mutigen, übergeduldigen Wählerhaufen mit Koa- " h hl, Utl° m e£LbeTs Sen= litionsprognofen und sonstigen Fata morganas !,E„"«^?5'^ bayerischen Volkspartei, von kreuz und quer an der Nase herum; dazu fuchtelniob die neue Regierung und wackeln seit vierzehn Zagen die Parteiköche I 'm
aufgeregt oder tiefsinnig mit Armen und Köpfen “6f«=
über einer Regierungsbrühe, die sie nach dem er- f erwartet flen Probelöffel achtlos beiseiteschütten; dazu bemühen sie zwei unwiderbringliche Arbeitswochen lang den Riesenchor der Gazetten und Paria-, mentsbeflissenen bis über Grenzpfähle und heranzuziehen. Die Bereitschaft der Soziawe- Meere hinaus, um endlich den Regierungskar- mokraten auch eine rein sozialistische Regierung ren in der Drecklinie dem Reichsoberhaupt zu mit einigen Fachminister» zu bilden, wird all- uberlassen, der zusehen kann, wie er ihn einiger- gemein dahin gedeutet, daß man keine gro- matzm gangbar wieder herausbugsiert. Ueber ßen Hoffnungen auf die Verhandlungen die Schuldfrage langatmige Ergüffe anzuhö- mit der Wirtschaftspartei etc. setzt, sodaß schon ren oder Zensuren auszustellen, ist ebenso müßig jetzt damit gerechnet wird, daß man eine
bie 6°nze Regierungsbaste- Minderheitsregierung mit Duldung der le, selbst, dte man schon nach drei Tagen mit dem! deutschen Volkspartei
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Wenn viö Tcitlofe 93olf^pdttei ^fdbon in bett IwtrPi Dr. Stresemann als Fachminister auch für 24^ Stunden sichdens-bmer liwen H?“ derartiges Kabinett zu erhalten und dazu die
demPreustenb ä.'ar I Zustimmung der deutschen Volkspartei zu erhal-
diesem Partei-Marasmus jedem nachdenklichen und aufrichtigen Zuschauer der Vierzehntage- *llUUCt Hilf ItCllCil Kirmes wieder überzeugend in die Augen: Die- ~ ' *' " "
ser Krebsschaden der Reben- und Gegen- einander-Regiererei im Reich und Preußen muß mit scharfem Messer aus dem
, - T_J aus einem
k v E --- einem Oberlehrerregenschirm bestand, haßte mchts mehr als Etikette. Er war so durschlkoS, so wenig pünktlich und so
salopp, daß Ebert häufig ärgerlich
und wütend war. Der Gegensatz dazu der näch- ste Kanzler, Herr Cuno, schlank, hübsch und eleganh ebenso die rosig-weißhaarige Gattin. Frau Etikette hatte gute Tage. Wieder drehte sich das politische Karussell, Gustav und Käthe Enann bezogen nun das Kanzlerhaus, Käthe unermüdlich in Geselligkeit, trotz on und Hitlerschwüle. Richt allzu lange.
Nobile kann sich selbst retten
Zwei Faltboote, Akkumulatoren und ein ganzer Prttetregen abgewvrfen.
Paketregen. Kommandant Pengö "5" ^eren, sagte der Portier, wenn Daversuchte zu laude», mutzte aber bieH”e” bori melden ließen. Geschrei und Ett- Bersuche aufgeben, da -ch ihm immer wieder I vertragen sich nicht gut ES war die Zeit unüberwindbare meterhohe EiS- Rcchrungsmittelnot und von Geselligkeit blücke entgegenstellten. Rach annähernd ein- nicht Älzu viel wissen. Des Tages
Madigem Uebersliegen der Schlffvrüchigen^gen waren noch zu groß und Hermann Mül- kehrten die Flieger wieder nach der KingSbay ^'^nkem Kanzler Nummer elf, teilte diese zurück. Sie erklärten dem Kommandanten derl,"1,'wt. Ihm folgten zwei Badenser, Feh- „Tita di Milano", daß nach Unter Ansicht ISef,n6 W irth. beide unbeweibt, der
nur ein Eisbrecher Robile zu erreichen *7“” "" Wlwter, der letzte auch heute noch ein
vermöge. Nördlich und östlich der Insel Foyu" t sch ter Junggeselle. Feh-
befänden sich dagegen zahlreiche Kanäle, diel^?,^ der „Freiburger Liedervater* war viel aber einen Erfolg von Hundeschlitren-Erpedttio- P® um mit Frau Etikette gut
— ... ~---- — ------ ■ ■ - 'M stehen, Wirth dber, dessen Gepäck - •
Handkoffer und einem Oberlehrer
F
Wllhelmstmhe 77.
Wie steht Müller zur Kanzler-Etikette?
K°m«e. waS nute, Hermann Müller wird iicher
UElhel«w»he 77 beziehe», das er schon SSL.8 -inmal oorübereehend bewohnte. g’J“ “ ei» «remoniSser oder ein zwangsloser Srennd oder ein Selnd d« der kür die es
,d<6-
unTäbnüAe1^im^noTf!^d?n, wenn I dem geftern^’benbnttitbw 6rwarten »10^-
unä ähnliche und noch schlimmere Schüttelfröste I Franken dem Reichsvräkidenten mitoetelki batte wi'raeschützwr" Einwand ^mit °d JCÖT daß eine Regierung der Großen Koalition nicht
frhpn s^inUrn ^ut- möglich sei und darauf den Austrag zur Bildung
.EU Landern, die dann auch jeweils den Kurs einer Reaieruna auf der Balls der kleinen ha hpr^ steuern hätten, ist nicht stichhaltig, Koalition erhalten hatte, schreibt heute das die «-nt!,e?ksäü-bdi^Me ^erreicht wiegt gegen Organ der Bolkspartei, daß die Partei auf die anä^Apin hinhpü I Verhandlungen Mit gutem Gewissen zurückblik-
ebrsi^"d/e"»?»«s^ kannsichserwei-ten könne. Ein Zentrumsblatt meint, daß die platonische Sie- starre Haltung der Deutschen Bolkspartei schließ- a?rVte” ®ln’ nd’ Zum Zusammenbruch geführt habe. Ein de- heitsstaat gemeint ist. Diesen unter dem mokratifches Blatt äußert sich: -----
Monarchen-Absolutismus verdeckten und erst im > -- - - - -
Volksstaat offen ausgebrochenen Kleinkrieg
4 der Wilhelmstraßenpaläste gilt es vor allen Dingen aus der Welt zu schaffen, wenn uns dieses geradezu chinesische Tohuwabohu doch nicht noch eines Tages die Gurgel abschnüren soll.
Fragt sich nur, wie lange sich die neue Wei-j marer Firma auf der schmalen Regierungsbasis wird halten können. Fragt sich zum Beispiel, wie weit das Zentrum die einschneidenden Wirt-j, „ .. _ ------ ------- _—,„—,-----------------------_ ----
schafts- und Steuerexperimente der Linken wird bte Ursache des Eisenbahnunglücks bei Sie- kett neunzig Kilometer betragen haben, ein! Der neunte Kanzler mitinachen wollen, ohne Gefahr zu laufen, die gelsdors darin zu suchen fein, daß die Kurve von Tempo, für das die UnglückSkurve nicht geeianet -----
Tuchfühlung mit dem eigenen rechten Flügel der dem $ 47 mit gn großer Geschwindigkeit durch.1'— Ä--t- ------ - — - - -
Schwerindustrie zu verlieren. Fragt sich ferner, I fuhren wurde. Angeblich soll nach vergleichenden wie die lose Rotgemeinschaft schon die erste -
Klippe des Panzerkreuzers umsteuern will, dessen Baurate vom Zentrum bereits mitbewilligt, die Sreunbe von links wieder streichen wollen. Diese chicksalsfragen ließen sich häufen, ohne daß im entferntesten zu übersehen wäre, wie die Abstim-
Mailand, 23. Juiri. (Eigener Drahrbericht) wenn sich die Par- Beim zweiten Dersorgungsslug zur Gruppe Mobile hatten bte Flieger Maddalena und h des Volkswillens Pe^z B. a. zwei pneumatische Faltboote nette. F” Mal ten Typs mit einer Tragfläche von je fünf Per.
Tunft nrfi^^9e^ ffe5n3n= '°nen bei sich. Die Radioftattvn Nobiles be-
B .mh hu rhhiMnn Ä unSgezeichneteS Sichrwetter. Mit weni.
e Ä „V gen Radiostgnalen erreichten die Flieger Robi-
dte Schiffbrüchigen. Von der Insel Foy»
* 1 nt bte * kn $3a^Ien ^ta”Ian8 brauchten sie genau dreizehn Minuten bis vcn mochte. I zum Standort RvmleS. Sie konnten genau er-
Wird man nun unter dem unausweichlichen kennen, daß
n, _________...__________________- Berlin, 23. Juni. Der Bildung der 2Bei= öormm der di-
gen, fo erwartet man allgemein, daß Herr Mül- marer Koalition durch Müller-Franken wirb Gesellschaft virtuos beherrschte,
ler-Franken den Versuch macht, bie deutschen von den Blättern eine sehr ungünstige Prog-ftos °der buyschi-
~ nose gestellt unter dem Hinweis daraus daß M Mchter-spartanischen
»nach den Aeußerungen des Abg. Leicht'eine Be^ überhaubt^iny^a»06"^ 1t>tcIte bi£ Etikette teiligimg der Bayerischen BoUspartti an einer ?aÄ« fe S±;fÄ0eiL 5fttte Jein
; solchen Koalition kaum ergehen wird. Sollte die men dis ar?üen ± ± streun For-
SSSS?-SMMZL sozialistische Minderheitsregierung bilden. beten Formen, beweglich und graziös so daß evtl, unter Hinzuziehung auch solcher Persönlich- niemals altmodisch wirkten wie bei Hohen, ketten, die nicht zur sozialdemokratischen Partei war Fürst Bülow, chm Mr Sette u« gehören, die aber unter Berücksichtigung der au. große Dame der internationalen Welt tzen- und innenpolitischen Lage bereit sind, mitpin Gegenstück dazu war
der sozialdemokratischen Partei zusammen Poll- Bethmann, langweilig und ttocken ttk zu treiben. Die Sozialdemokratie will die ohne Esprit und Charme, kein Weltmann ^.““”1 die thr durch ihren Wahlsieg der korrekte hohe Beamte de PreußiMe" 'Ver «Egt lft, bts MM tetzten ausschöpfen. Ueber waltung. Auch ,..ne Gattin, die schön^ blonoe die Auswahl ver führenden Persönlichkeiten, mel zu früh verstorbene vierte deutsch^ Kanzt" die mcht Mr Sozialdemokratie gehören, weiß einfrm, war keine Kosmopolitin wie dte Fürstin Demokeatenolatt mttzuteilen: Es kämen neben Bulow, vielmehr bie kühlgemeflene r?anbedelda.
aIS ftan$Ier in Betracht Abg. me aus einem Fontaneschen Roman"^ Cinen von Guearb (Ztr.) als Bicekanzler 'licht unsympathischen Erdruch hatte " damals
Dr. Stresemann al« Außenminister, jdie Etikette in der Wilhelmstraße. Nummer Koch-Weser (Dem), als Justizminister, Dr. bürgerliche .deutsch« Kanzler
Eurttus (D. B. P./ <63 ^irlschaflsmrnister, Irovoelleb-r- S? f"“nUIe ben -Reichs- Schatze! (Bayer. BP.) als Postminister Groener I genug. Das Gesell-
als Reichsweyrmintster und Brauns (Ztr.) atS ^r, ?en Anhänger der Ge-
Arbettsminister. Das FinanMinisterium konnte ^E- weder für ihn
Dr. Hilserding (Soz.) das Innenministerium in her gn1l^rmft^Le%e ^^erltche Da- Scvering (Soz.) übernehmen .Es blieoe noch ^m^t. n< geborene
Mr den Fall, daß der Abg. von Guerard das zi^aÄ' «Äta Ä'I ,St”ra Ernährungsmtnisterium übernehmen sollte iw* S m StcketteS Szepter
das Ministerium der besetzten Gebiete und das Ws w7r Rum^ " Än?e8..aIten «61m3 - HSSSSS Dr. Wirth, das andere einem Sozialdemokraten "en Universität als große Dame Seihe alt angeboten werden. Das Blatt glaubt Grund zu N^^be gingen abends ftüh ins Bett. Die dee.Rnnahme zu haben, daß alle vorgenannten A.'ihelms^a^ 77 sah nur einige offizielle Politiker bereit wären in ein solches Kabinett Herrenfruhstucke. Dann Prinz Max von ernzutreten. Führende Parlamentarier, sowohl § 0 b e n, der ^Bademax-, der letzte Kaiserliche des Zentrums wie der Demokraten und der So. I ?5niIerA krank, am Abarund wan-
zialdemokraten hätten sich für eine solche Lösung ^5?^krohwltwer in den kurzen Wochen sei. ausgesprochen. "es Amtes. Man hatte andere Sorgen als die
Pikette, das gatt erst recht, als kurz darauf , »»Ä4SSS JffS Ä'ÄÄÄ •8Ä Item ^akkerten die Maschinengewehre. Tage-
Nürnberg, 23. Juni. Einem Blatt zufolge!Aufzeichnungen der Stationen die Geschwindig- ganz zwanglos war'z wie^in^einE Feldlager'
überhaupt nur von Fall zu Fall mit wechseln» und ihre Gesichter von Sonne und EiS sl^varz den Mehrheiten regieren) wirb man den von gebramtt waren. Nachdem bte Radio Akkuum. Müller anscheinend noch bereitgehaltenen Weg I tatoren mit Hilfe von großen Fallschirmen nie» des .Kckbinetts der Köpfe" beschreiten, der aller- dergelaffen worden waren, folgte ein ganzer dings unter sozialistischem Kommando ein Wag- ___
nis wäre, wie es in Deutschland noch nicht nn- und Landes über vergLnglichem Porteikramfauch noch fragwürdige Einigung der bürget» ternommen wurde und überhaupt in der Welt stehen sollte. Wer wird die VolkSpartei S t r e - lichen Mitte bis zu den Demokraten in einen libe- einzig dastehen dürfte. Bei einigermaßen gutem semann freigeben? Wird der schon halb zer» Willen der Beteiligten, die der neuen Idee nicht mürbte überhaupt Lust verspüren, unter fretrtber abgeneigt fein sollen, ließe sich das seltsame Ge- Parteiaufficht sein Locarno», DaweS- und Be- ______________________a
spann sehr Wohl zusamm-nbalten, namentlich I freiungswerk zum glücklichen Ende zu bringen? duft und Farben geleucht
wenn den Dolkstribunen Me Sache des VES Ober wird es chn mehr reizen, die große, wenn durchdringkichere Schleier