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Kasseler Neueste Nachrichten

Hessische Abendzeitung

Kasseler Abendzeitung

18. Jahrgang

Freitag, 22. Juni 1928

Einzelpreis: Sonntags 20 Pfennig.

Nummer 146.

Einzelpreis: Wochentag« 10 Pfennig.

Rohware spielt mit dem Rücktritt

Auf dem Holzweg. Scheitert die Große Koalition?

te !»eaierii«o86ilbuitil. wie fie Mckt sein toll.

Eine Regierungsbildung, wie fie nicht sei« soll.

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Zuversicht noch aufrecht erhalten, aber seit ge- g-ealeruna

stern mutz man sich doch fragen, ob nicht bodHlg 9 e®,

eine oder die andere der verhandelnden Par-

ne von der

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Kabinett bis Sonnabend fertig

*

Partei noch nicht vollständig zu sein.

Wie nutzer sich vor Freude

fin-

:ifl die Verantwort- Demokratie erfatzt

ttchen Männer den Sinn der

haben, der sie zu dienen borgeben.

Steuerfragen ist.

den reichere Früchte für die gekanne BolkS-

ichen ufga-

Lebens. Di den, daß sie

durch Fallschirme. Radio-Akkumulatoren, Del ken, Waffen und Medikamente wurde« «jederge- laffen, die sanft auf dem Eise niedergingen. Dann folgte« in gewöhnlichem Abwurf Säcke mit Dek- ken, Lebensmitteln usw.

halten Braun einigermaßen unverständl! bet Möglich also, daß das Linksko---

Preußen jetzt nach dieser Warnun

erst an das heikle Ministerthema kommt, das schon jetzt bei Besetzung der Itaarssekretariale

Trübe Aussichten für Müller. Die Volks Partei will in Preußen mitregieren. Braun bleibt halsstarrig.

reden läßt und der 3 glatter vonsiatten geht.

daß sie es einsah, daß sie stark mitverantwort­lich ist für die Umgestaltung des Wirts«

Zwei Stunden später traf Maddalenas Flugzeug wieder in der Kingsbaq ein, wo ihm ein begei­sterter Empfang bereitet wurde.

Säulen des Staates Unterschätzt die Hausfrau nicht!

Bo«

Clar i Mende, M> b- R-

poincarö amtsmüde?

Weil sein« Freunde ih« quäle«.

Die Stabilisierung wird entscheiden.

Paris, 21. Junt Laut Pressenotiz haben die Manöver der rechtsgerichteten Freunde Louis Marins, die PoinearL zum Teil für ihren Mißerfolg bei den Bürowahlen der Kammer und bei den Wahlen für die große« Ansschüffe ver­antwortlich machen «ach Poineares eigener An­sicht eine parlamentarische Lage geschaffen, dir nicht andauern kann. Ma« spricht sogar davon, daß der Ministerpräsident geneigt sei

nach der Stabilisierung zurückzutreten. Poincare hat tatsächlich im letzten Ministerrat, ermüdet durch die ständigen Forderungen einiger rechtsstehender Fraktionen seine Unzufriedenheit geäußert. Wenn er jedoch in der Stabilifierungs- frage ein weitgehendes Vertrauen ausgesprochen erhält, wird er auf seinem Posten bleiben, und das in der Kammer festzustellende Unbehagen iroirb zum wenigsten für einige Zeit beseitigt sein.

die nun« tgen aus Kastel Reklamen die

Dafür will das Zentrum den bisherigen Staatssekretär in der Reichskanzlei Dr. Pündier in das Jnnenrnmisterium verpflan­zen und was dergleichen Geschäftchen mehr sind.

Das Zentrum wird deutlich.

Für die VolkSpartei gegen Brau«.

Berlin, 21. Juni. Ein Zentrumsorgan be- merkt zur Hecktung Preußens: Wenn der preu­ßische Ministerpräsident Braun das Ersuchen der VolkSpartei zur Aufnahme in die Regie­rung ablehnt, so dürfte diese Auffassung mit der Haltung der übrigen KoalitionSparteien nicht in Einklang zu bringen sein Die preußische Zentrumsfraktion hat entschieden, daß eine Erweiterung der preußische« Regie­rung in Frage komme, wenn ein solcher Wunsch zum Ausdruck gebracht werde. Hieraus geht doch wohl hervor, daß die Zentrumssraktion bereit ist, auch jetzt schon über eine Umbildung der

preußischen Regierung mit sich reden zu lassen. ?te Verständigung über diese Frage dürfte umso leichter sein, alS die Deutsche VolkSpartei sich offenbar damit begnügen wird.

Ein GMüSlag lM Nvtdpoleis

Nobile schon halb gerettet. Italiens Flieger werfen LebenSmittel, Waffen, Arzneien über seinem Zelt ab.

sie mithelfen und sich selbst ebenfalls auf die Arbeit einstellen. Was nützt dem Fabrikanten die Herstellung von Haus- und Küchengeräten, wenn die erfahrene Hausfrau sie wegen unprak­tischer Verwendung nicht kaust. Aber auch der Staat muß stärker als bisher Anteil an diesem Erziehung«- und AufklärungS- werk nehmen. Hierzu eingestellte Mittel wer­

teten in Wirklichkeit etwas ganz anderes will als die Einigung. Gerechtfertwt wird diese umständliche und entnervende Methode mit der Erwägung, daß man die Festigkeit und Dau- erhastigkeit einer Regierungskoalition von so verschiedenartigen Parteien nur dann erreichen könne, wenn qian sich vorher über alle Meinungsverschiedenheiten verständigt habe. Man weist auch darauf hin, daß die neue Regierung mit einer Erklärung vor den Reichs­tag treten müsse, in der fie dir Grundzüge ihrer künftigen Arbeit aufzuzetgen habe. Beides ist jedoch nicht durchschlagend. Die Regie­enthalten, wie jeder weiß, in lemeine Andeutungen über die

Berlin, 21. Juni. Die Pressekommentare zu den gestrigen Regierungsverhandlunge« lauten pessimistisch. Ei« Linksblatt erklärt u. a.: Es heißt jetzt, die VolkSpartei wolle sich mit einer Garantie" dafür begnügen, daß man sie in die preußische Regierung später aufnehmen werde.

1 sozialdemokratisch geführte Regierung, die vor den Reichstag tritt und sich dort eine Mehrheit für ihre Arbeit sucht. Jede andere Regierung würde bei der Sozialdemokratie auf Widerstand stoßen.. Die VolkSpartei hält, ihrem Organ zufolge, an der gleichzeitigen Re­gierungsumbildung in Preußen fest. Sie könne cs nicht dulden, wenn sic bei Beteiligung an einer großen Koalition im Reiche gleichzeitig im größten Lande von der Regierung ausge- schaltet würde. Wenn die starre Haltung Brauns und der preußischen Regierungspar­teien die Regierungsbildung im Reich schwieriger gestalten sollte, so lehnt die Volkspartei die Verantwortung hierfür ab.

Die Regierungskomödie wird nachgerade langweilig. Obwohl die Große Koa- lition von vornherein seststand, ver­handelt Hermann Müller jetzt schon in der zweiten Woche, und noch ist ein Ende dieses peinlichen Schauspiels nicht abzusehen. Osfiziell wird zwar der Optimismus und die Zuversicht noch aufrecht erha

r Preußenkoalition für starke Beschwerden verursacht. Die Lozialdemo- und das störrische Ver- kratie fordert i. B. den Rücktriti des Staats- ......

sekretärs Joel im Reichsjustizministerium,den Jedenfalls zeigt s«h, wie sehr man sich durch die Volkspartei halten möchte. Zum Staatssekre- diese unglückselige Mechode des Vorgehens die tär in der Reichkanszlei will die Sozialdemo- Arbeit erschwert und wie wenig die Verantwort­

sein und sich Montag oder Dienstag im Reichs­tag verstellen könnte. Die Frage, ob die Volks­partei sich an der großen Koalitw« beteiligen wird, selbst wenn in Preuße« »ortäuftg noch keine Umbildung zustande kommt, scheint tn be­jahendem Sinne entschieden zu fein, und zwang unter dem Vorbehalt, daß sie ihre Beteiligung aufgibt, wenn sie nicht bis zum Herbst an der Preußenregierung beteiligt wird. Allerdings scheint die Klärung der Lage auch bei der Bolks-

gehören zusammen wie die Glieder einer Kette, die an keiner Stelle reißen darf, wenn sie ihren Zweck erfüllen soll. Die Frauen beginnen in immer steigender Erkenntnis das einzusehen und richten sich darnach. Die Männer sind noch nicht in demselben Maße davon durchdrungen, noch immer hält man die Hauswirtschaft für etwas mehr oder weniger Untergeordnetes, das nur dazu getrieben wird, damit der Mann es zu Hause bequem und ordentlich hat. Die Aufgabe der Frau und der Volkswirischaftler ist es. durch Belehrung aller Art die Erkenntnis auf diesem Gebiet zu fördern. Industrie und Hand­werk müssen sich zur Verfügung stellen, damit sie mithelfen und sich selbst ebenfalls auf die

förtxr« lucht.

Die Not und Armut der Kriegs- und Jnsla- tionsjahre, die ganze soziale Umgestaltung, brachte die richtige Einstellung zur hauswirt­schaftlichen Tätigkeit der Hausfrau, die in ihrer Gesamtheit den stärksten Prozentsatz der gesam­ten Volkswirtschaft bedeutet. Nicht allein der Teil des Volksvermögens, der durch ihre Hände geht, der durch weises Verhaften erhalten und vermehrt wird, macht ihre Bedeutung mts, auch die Anleitung, die Erziehung der Jugend und der ihr unterstellten Arbeitskräfte muß auf das Konto ihrer Arbeit für das Volk gesetzt werden. Sparm und Erhalten am rechten Ort und zur rechten Zeit sind die beiden Säulen der hauswirtschastlichen Tätigkeit. Sparen am Material, Zeit und Kraft bedeutet nicht nur Erhaltung, sondern unter Umständen schon Ver­mehrung und Zunahme Wieviel nutzloses Tun im Haushalt mit höchst überflüssigen Dingen bedeuten Stunden

verlorener kostbarer Zeit in den jüngst vergangenen Jahren schlechten Geschmacks der Wohnungseinrichtung und Aus­gestaltung. Wie viele Stunden haben Haus­frau, Haustochter und Hausangestellte damit vertrödelt, daß wertlose Nippsachen tagtäglich abgestaubt werden mutzten, daß über allen und jeden Gegenstand eine Hülle gestickt werden mutzte, deren Waschen und Plätten immer von neuem Zeit, Kraft und Wärme kostete. Wieviel überflüssige Räume, mit tausend unnützen Dingen angefüllt, beanspruchen Kraft und Zelt. Es Ist ein Segen, daß die Hausfrau sich erzie­hen ließ zu der ruhigen

Sachlichkeit bet neuen Hauswirtschaft,

rungsprogramme enthalten, wie jeder weiß, in der Regel nur allgemeine Andeutungen über die Gebiete, auf denen die Regierung gesetzgebe- risch wirken will und kündigen höchstens den einen oder anderen Gesetzentwurf an, den die Regierung einzubringen gedenkt. Wie dieser Entwurf aussehen wird und ob er Aussicht hat, vom Reichstag angenommen zu werden, kann unmöglich tn der Geburtsstunde der Regierung vorausgesagt werden. Man denke nur an das soharmontsch" vereinbarte Reichsschulgesetz, über das zum Schluß die letzte Koalition Itt Trümmer ging. Es ist also ein ganz unnützes und unmögliches Bemühen, künftige Meinungs­verschiedenheiten innerhalb des Kabinetts und innerhalb der Regierungsparteien dadurch ver­hindern zu wollen, daß man sich in acht oder vierzehn Tagen über alle Punkte verständigt, welche etwa in einer vierjährigen Legislatur-

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flüssigen Kleinkram In der Wohnung. Diese Notwendigkeit führte sie zu der Erkenntnis, daß außer ihrem persönlichen Bedürfnis, sich frei zu machen, damit auch viel für andere gewonnen war. Die Befriedigung der gemachten Erfah­rung, daß man nicht unbedingt in demselben Magazin Ersatzteile zu kaufen brauchte, weil die durch die Arbeit des Normenausschusses verringerte Zahl von Gebrauchsgegenständen allen Händlern die Möglichkeit bietet, alle vor­handenen Formen zu führen, bedeutet für die Hausfrau ein erleichtertes Einkäufen, für den Händler ein geringeres Lager u. damit Raum­und Mietersparnis. Billigere Mieten aber vrr- ringern seine Geschäftsunkosten und tragen da­zu bei, den Preis der Ware zu senken. Die bessere Erkenntnis der Hausfrauen auf dem Ge- biete der Ernährung ermöglicht es, wert­vollere Nahrung der Familie mit gerin­geren Kosten zuzuführen. Daneben steht die Förderung der heimischen landwirtschaftlichen Produktion, die der Gesamtheit Unkosten für Einfuhr ausländischer Nahrungsmittel erspart. Di« wenigen Beispiele zeigen bereits zur Genü­ge, wie notwendig die Verbreitung der Kennt­nisse hauswirtschaftlicher Art ist, weil fie auf alle Gebiete des Wirtschaftslebens übergreift.

Einzelhaushalt und Staatshaushalt

geben« Garantie, daß fie den bisherigen republikanlschenKurSin Preußen unter­stützen werde. Wird die Volkspartei dazu bereit fein? Ein derartiger fester Garantieaustausch ist z. Zt. jedoch garuicht möglich. Der Gedanke aber, die Entscheidung im Reiche solange hin- auSzuschieben, bis nach Wochen oder Monaten! auch in Preußen eine Entscheidung getroffen werden kann, ist undiSkutabel. Die Große Koalition sieht man fich im­mer weiter in der Ferne verlieren. Würde fie jetzt scheitern, so wäre das für die Sozialdemo­kratie noch lange kein Grund, die Führung aus der Hand zu geben. Dann bleibt eben nur noch eine

Standpunkt verharrt.

Nun hat allerdings das in Preußen mit» regierende Zentrum sich sehr unmißverständlich dahin ausgesprochen, daß eS den Anspruch der Volkspartei auf einen bis zum Herbst be-

Kingsbay, 11. Juni. (Funkdienst.) Ma,or Maddaleua hat gestern bei einem neuen Rekog- noszierungsslug das Lager Nobiles entdeckt und Lebensrnittel abgeworfen.

Mailand, 21. Juni. (Privattelegramm.) Laut Pressemeldungen entdeckte Maddaleua abends das rote Zell Nobiles, das an einem ausgespann­ten Draht farbige Tücher wie kleine Fah­nen wehen hatte. DaS Flugzeug war schon ein­mal über die Schiffbrüchigen hinweggeflogen und begann dann ein erneutes verzweifeltes Suchen, wobei c8 bi« auf 30 Meter herunterging und oft Gefahr lief, das Eis zu streifen. Jeder Winkel wurde abgesucht, aber zunächst erfolglos. Der Radioapparat der Schiffbrüchigen beschrieb fortwährend die Richtung deS Flugzeuges. End­lich nach 67 Minuten, um 10,38 Uhr

erschien das rote Zelt Nobiles

und fünf Mann waren davor sichtbar, während der sechste, der verwundete Tchiffsmonteur Pe eioni sich innerhalb des geöffneten Zeltes be­

fand. Die Schifsbrüchtgen gaben ihrer unbe­schreiblichen Freude Ausdruck. Nobile bewegte sich gewandt, was auf eine vollständige Heilung feiner Wunden schließen läßt. Der korpulente tschechisch« Professor Dr. Belouneck trug eine Benzinkanne auf dem Kops, anscheinend zur

eine bindende Erklärung über den Zeitpunkt der grundsätzlich bereits zugesag­ten RegierungsumLilLung zu erhallten.

* * *

Sonnabend ein Robinett?

Heute endgültiges Programm. Morgen Ver teitung der Ministerfitze. Zum Sonntag soll alles fertig fein.

Berlin, 21. Juni Dian hofft, daß Meinungs. Verschiedenheiten über das Regierungsprogramm noch heute auszugleich«« find. Allerdings wer­den wahrscheinlich fast all« Parteien aus eine Anzahl von Punkten, die bisher noch geklärt worden sind, verzichten müssen, um endlich eine Lösung der Regierungskrise herbeizuführen. Zwischen der Sozialdemokratie und dem Zen­trum ist eine weitgehende Uebereinftimmung er« zielt worden und auch zwischen der Volkspartei und diesen Parteien sind nur noch einige Punkte zu klären. Sollte es gelingen, heute eine Klä­rung zu erzielen, fo dürfte die Personalfrage voraussichtlich am Freitag zur Besprechung ge-

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mit sich tär in der RetchkanSzlei will die Soziald-mo- jetzt kratie den Adg. Dr. Herz berufen, der in ihrer

Periode auftauchen könnten.

Ginge das so leicht, dann wäre ja schließ­lich das Parlament überflüssig, und die Regie­rungsarbeit könnte sich daraus beschränken, die Weisungen auszuführen, die ihn in diesen kur­zen Verhandlungen der Fraktionen erteilt wur­den. So mutet das ganze an wie eine Rechtfer­tigung der Diktatursorderungen, wie fie von antiparlamentarischen Kreisen immer wieder erhoben wird, was um so kornischer ist, als hier gerade die Parteien in Betracht kom­men, die fich sonst für die reine Durchführung des parlamentarischen Systems einsetzen. Die Uebertreibung dieser Mechode, mit den Fraktio­nen über alles und jedes zu verhandeln und einig zu werden, hat dresmal dazu geführt,, daß nicht nur die Fraktionsführer mit dem künftigen Reichskanzler verhandeln, sondern daß noch ein ganzer Stab von »FachreserentelE zugezogen worden ist, sodaß eigentlich jetzt ein kleines Vor­parlament von zweiundzwanzig Abgeordneten in wenigen Tagen sich darüber schlüssig machen soll, wie Deutschland in den nächsten Jahren zu regieren ist. Es konnte dabei natürlich nicht ausbleiben, daß schließlich alle Fraktionen mit langen Wunschzetteln auf die Bühne traten, die jetzt in mühseliger Arbeit gegeneinander vergli­chen werden müssen. Den umfangreichsten Kata­log hat offenbar die Sozialdemokratie selbst überreicht. Sie verlangt, wie man hört, eine Vermögenszuwachssteuer i.iit rückwirkender Kraft und stößt dabei aus eine volksparteiliche Forde­rung, welche die gänzliche Beseitigung dieser formell noch existierenden, aber nicht mehr erho denen Steuer fordert. Des weiteren verlangt die Sozialdemokratie die sogenannte Lex Brüning, das heißt Senkung der Lohnsteuer von einem gewissen Ertrage ab, ferner die aus­nahmslose Durchführung deS Achtstundentages, Abstriche am Wehretat, Ableheung des schon be­willigten Panzerkreuzers usw. Schloss entgegen­gesetzt find natürlich die Steuerziele der Volks­partei, die ferner vor allem die Herstellung ger großen Koalition auch in Preußen for­dert, ein Konflikt, der fast zum Abbruch der Ver­handlungen führen könnte, wenn Ministerrpäsi- dent Braun auf seinem schroff ablehnenden

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