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Kasseler Neueste Nachrichten

Kasseler Abendzeitung

Die Äafldet Neuesten «achychte» erscheine» wScheuttich lechSmat aachmtnaa«. Der ALonuemeot^retS betragt Jät Leu Monat 2.20 Jl bet kreier Zustellung ins HauS. in -er Geschäftsstelle aüaedolt 2. JL Durch die Poft monatlich 2.20 Ji -u-schttesiltch ZnstellungSaebftbr. FerMvrecher 951 und «52 ftäi unverlangt eingesandte Beträge kann Me Redaktion eine deramwortnna oder Gewähr in keinem stalle übernehmen. Rückzahlung beS BezugSgeldeS oder Ankvrüche wegen etwaiger nicht vr-nnng»mähiger Siekerung tft ausgeschlossen. Postscheckkonto Frankfurt «. M. Nummer 69A0 Ginzelnumm« 10 J SonntagSnnmmer 20 JL

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Hessische Abendzeitung

Nummer 144.

Einzelpreis: Wochentags 10 Pfennig

Mittwoch, 20a Juni 1928.

Einzelpreis: Sonntags 20 Pfennig.

18. Jahrgang

polens Scheel nach öem Ostlocamo.

3n fiebern-er Erregung

Glücksstunden an der Wasserkante.

San» Bremen toll sie feiern

Bremen, IS. Juni. (Privattelegramm.) Um die Mittagsstunde werden sämtliche Büros der Privatunternehmungen sowie der staatlichen Be­hörden geschlossen werden, damit die Ange­stellten an der Einzugsfeier teilnehmen können. Die Beteiligung an dieser dürste daher ganz ge­waltig sein, zumal das Wetter wieder, sonnig und wärmer geworden ist.

Funkstunde Berlin, sondern auch durch den 20 KW Kurzwellensender Rauen auf Welle 14,84 Meter verbreitet werden. Man hofft, daß die­ser Versuch auch eine Aufnahme der Uehertra- gung außerhalb Europas gestatten wird.

Morgen über Hamburg nach Berlin.

Hamburg, 19. Juni. (Privattelegramm.) Die Bremnen-Flieger, die morgen nach Berlin flie­gen, werden auf dem Hamburger Flugplatz eine Zwischenlandung vornehmen, wobei eine Be­grüßungsfeier ftattfindet.

eine Brücke zwischen Sen Völkern zu schlagen Dankbarer Stolz erfülle die Stadt, daß der Name Bremen" auch der kühnen Pilotentat zum glück­verheißenden Symbol wurde. Die Flieger wer­den an der Stadtgrenze in Empfang genommen und nach einer Rundfahrt durch die Stadt im Rathaus und im Llpydgebäude begrüßt werden.

Auch Bremen siochgeehrt.

Bremen, 19. Juni. (Privattelegramm.) Se­natspräsident Dr. D o n a d t weist in einem

Verkehrspolizei. Feststimmung liegt über der in reichem Flaggenschmucke prangenden Stadt. Das Zentrum, Marktplatz und angrenzenden Hauptverkehrsstraßen, durch die der Triumph­zug der Flieger gegen Mittag ziehen wird, ist ein Meer von Flaggen, Blumen und Wimpeln in allen Farben. Die Straßenbahnzüge führen neben den bremische» die schwarz-rot-goldenen Wimpel. Sämtliche Konsulate haben geflaggt. Besonders reich geschmückt ist das alte Bremer Rathaus, wo bet offizielle Empfang stattfinden soll. Lange Fahnenzüge auch in den iri­schen Farben bekleiden die Vorderfront. Oben am Giebel ist ein mächtiger Tannenkranz mit einem mächtig großen Buchstaben K. angebracht, etwas tiefer die Buchstaben v. H. und F. Die Landstraße ist von zahlreichen Bauern aus den angrenzenden Dörfern belagert.

Das neue Gebetbuch.

Risse durch Englands Hochkirche.

Die kirchlichen Verhältnisse Englands liegen keineswegs einfach. Mag es Veranlagung sein oder eine Rückwirkung des nie rastenden Ge­schäftsgeistes, der Durchschnittsengländer hat starke religiöse Bedürfnisse und hängt an kirch­lichen Ueberlieferungen weit zäher als die an­deren Europäer, wenn anders man die Englän­der überhaupt zu den Europäern zählen will. Der Anfang ihrer Staatskirche, der anglikanischen Hofkirche,-hat freilich mit ernsteren Problemen nichts zu tun. Es waren, um der Wahrheit Zeugnis zu geben, die Weibergeschichten Heinrich des Achten, die zur Lostrennung von Rom und zur Erstellung einer englischen Son­derkirche führten. Trotz des dann 1552 völlig umgestellten Gebetsbuchs haben sich mancherorts bis auf den heutigen Tag in vielen anglikani- fchen Kirchen Sitten und Gebräuche erhalten, die in ihrer äußeren Form wenigstens durchaus katholischen Anschein haben. Erst in den letzten Jahren setzte nun eine volkskirchliche Bewegung ein, die durchaus protestantisch das individuali­stische Prinzip in seiner ganzen Folgerichtigkeit in die breiten Massen zu tragen sich bemühte. Andererseits entstand gerade in den gebildeten Schichten des englischen Volkes eine rückläu­fige Bewegung zum Katholizismus hin, die einmal zu zahlreichen Uehertritten hervorragen­der anglikanischer Hochkirchler zur katholischen Kirche führte und die Rückkehr zu den alten Leh­ren forderte. So wurde denn eine Reform des Prayer-Books (Gebetbuchs) notwendig,

Wer das britische Unterhaus verwarf gegen eine starke Minderheit das ihm unterbreitete neue Gebetbuch. Das gleiche Spiel wiederholt sich in den letzten Wochen. Englands Unterhaus wurde dabei zum KirchenkonzU. Der briti­sche Innenminister, an dem wirklich ein Kirchenvater verloren gegangen ist, kämpfte in langer Rede mit dem neuen Gebetbuch und machte das Rednerpult zur Kirchenkanzel In der tagelangen Aussprache zeigte sich, daß keine politische Partei in ihren Anschauungen einig war. Der Riß ging vielmehr mitten durch alle Parteien hindurch, am ausfallendsten durch die herrschende konservate Partei. Innenmini­ster und Schatzkanzler sprachen sich gegen d-e

Zeder denkt an die Lnftheiden.

Blumen und Flaggen über Bremen.Einzugsfieber in der stolzen Hansaftadt.

Die Junkers-LuftverkehrS A.-G. mußte ihren Betrieb einstellen. Nach außen hin trat das durch die Gründung der Luft-Hansa A.-G in Erscheinung. Junkers erhielt bloß die Zusiche­rung, daß man weiterhin seine Maschinen ab­nehmen werde. Man sprach eine Zeit lang offen von dem Boykott gegen die Junkerswerke. Man kann diese Entwicklung nur auf das Tief­ste bedauern. Wenn Junkers nach Amerika gebt, kann von einer führenden Stellung Deutsch­lands im Verkehrsflugwesen keine Rede mehr sein. Die Entwicklung deS Flugzeuges ist noch im Flusse. ES werden noch viele Jahre ver-

ernstlich daran dentt, auszuwandern das heißt, nach Amerika zu gehen, wo man ihn mit Freuden als den richtigen Mann an die richtige Stelle setzen würde. Und dann spricht er über Junkers. Professor Junkers weilt noch in Amerika und sein Aufenthalt dort dient kei­nem anderen Zweck als dem, das Terrain für die Errichtung einer Zweigfabrik oder die voll, ständige Verlegung seiner Werke nach den Ver- einigten Staaten vorzubereiten! In aller Welt fliegen die Junkerschen Ganzmetallmaschinen. Ganz Amerika erkennt die überragende Quali­tät ihrer Apparate rückhaltslos an. Nur in Deutschland werden die Werke boykottiert. Seit Jahr und Tag erhalten sie von der beut* chen VerkehrSfliegerei keine Aufträge mehr. Und so besteht durchaus die Möglichkeit, daß Deutschland nicht nut seinen erfolgreichsten Flieger, sondern auch

seine besten Maschinen verliert, die die deutsche Luftfahrt bisher dem In- und Ausland gegenüber vertreten haben. Zu diesen aufsehenerregenden Mitteilungen Köhls, die Überall nur ein schmerzhaftes Empfinden aus­lösen können, noch folgende interessante Einzel­heiten: Professor JunkerS war der Erste, bet Ganzmetallflugzeuge erbaute. Er hat deshalb vom Reich Subventionen gefordert und erhalten Die Junkers-Lustverkehr A.-G. wurde gegrün­det, die Ganzmetallmaschinen setzten sich im In­land vor allem aber auch im Ausland durch. Inzwischen erwuchs Junkers in den Dornier- Werken eine Konkurrenz, die dem Zeppelin- Konzern angehören. Aber Sieget wurde nicht der, der bessere Maschinen baute, sondern der­jenige, bet sich mit den maßgebenden Herten des Reichsverkehrkninisteriums besser zu stellen wußte. Sie haben das Rennen schließlich ge­macht. Man wird sich daran erinnern, daß das Reich die Subventionen für

JunkerS plötzlich kündigte.

Nicht am Frieden rühren!

Oder ein Ostlocarno für Polen.

Warschau, 19. Januar. Außenminister Zales- ki vertrat einem italienischen Pressevertreter ge­genüber seine schon kürzlich geäußerten Thesen: Wer für die friedliche Revision der Verträge wirke, der arbeite gegen den Frieden (!) und wer irgendwelche friedensstchernbe Garan­tien in bet Hand habe, bem fei eC nicht gestattet, diese Sicherungen chne Ersatz burch anbere Frie­densgarantien aus der Han- zu geben. Er fol­gere aus bem beutschen Preffelärm, baß in Dentschlanb b.r Wille zur

Erhaltung beS Friedens überhaupt nicht bestehe: et wolle bies aber glauben. Auch dic zuverlässigste beutsche Linkstegietung werbe nicht ewig währen unb au8 diesem Grunbe müßten mternationale Verpflichtungen stets eine juri- ftlsche Form tragen unb können sich nicht auf bas Vertrauen zu ben augenblicklichen Staatsleitern Ren. Die französisch-polnische Allianz fei noch immer volkstümlich. Außerdem fei er nicht gegen den Kelloggpakt aufgetreten. Wenn die erwarte ten litauischen Gegenvorschläge annehmbar feien, toerbe non polnischer Seite bet Unterzeichnung eines Abkommens nichts im Wege stehen.

Bremen, 19. Juni. (Privattelegramm.) Ein l Presseaufruf an die Ozeanflieger darauf hin, baß ungeheurer starker Kraftwagen- sowie lebhafter Bremen es immer als feine Aufgabe betrachte! Straßenverkehr stellte bereits in ben frühen Mot- j habe, burch bas friedliche Mittel des Handels genftunben große Anforderungen an die Bremer eine Brücke zwischen Sen Völkern zu schlagen

Bremerhafen, 19. Ium. (Privattelegramm.) Um 10 Uhr kündigte die Sirene desColum- bus" an, daß das Auto mit den Megern sich in Bewegung gesetzt hatte. Gleichzeitig kreiste eine Flugstaffel Wer bem Hafengeländ« und flog eine kunstvolle Ehrenschleife. Glocken­geläute, Heulen aller Sirenen und Dampfpfeifen unld brausende Hchrufe begleiteten die Flieger, denen sich auf ihrer Fahrt durch die ünterweferstädte ihre sämtlichen Angehöri­gen angeschloflen hatten; etwa neunzig auto­mobile unb zahllose Motorradfahrer gäben ihnen das Ehrengeleit.

Bremen, 19. Juni. (Sonderbericht unseres Berichterstatters.) Rach einem Ttiumphzuge ondetgleichen find die Ozeanflieget um 12,50 Uhr im Kraftwagen vor bem altehrwürdigen Bremer Rathaus eingetroffen, wo ihnen bet Senat z. Zt einen herzlichen Empfang bereitet Der imposante Festzug wurde von zahlreichen Motorrabfahrern eröffnet, die Schärpen mit den bremischen unb oldenburgischen Farben tru- en. Hinterher schritt ein Musikkorps der blauen ' Jolijei. Dann kam eine Eskorte berittener Schupo. Es folgte bann der die Ozeanflieger tragende Kraftwagen, in dessen Hintersitz Köhl unb v. Hüneseld Platz genommen hatten.

Zwischen beiden saß Fitzmaurtce, der brittsche Offiziers-Uniform trug. Alle drei wurden nicht müde, ohne Unterlaß auf die stürmischen Ovationen des Publikums zu danken. Wiederholt durchbrach die Menge die Ordnerkette. Am Doventer ließ Köhl den Wagen halten und gab zahlreichen Damen unb Kindern, die ihn unrbrängten, die Hand. Ans einer LebenSmittel-Bude hatten sich etwa ein Dutzend Personen angesammelt, di« z. T. ein» brachen. In der Oberen Straße durchbrach die Menge Wenfalls die Polizeikette. Der Kraft­wagen wurde dermaßen mit Blumen beworfen, daß er einem förmlichen Blumenberge glich. Etwa dreißig Flugzeuge begleiten den Zug und kreisen über bem Marktplatz.

Die ganze Wett yvel morgen mit.

Berlin, 19. Juni. (Privattelegramm.) Die Begrützungsanfprachen beim Fliegerempfang Tempelhofer Feld werden nicht nur von der

Bremen, 19. Juni. (Privattenlegramm.) ^eststimmung liegt über Straßen und Plätzen. Hell scheint die Sonne. Di« Häuser tragen rei­chen Flagenschmuck. Dicht vor bem Rathaus in großen Lettern ein Spruch: .Ich Habs gewußt! Dein Peterle*. (Frau Köhl'S erstes Tele­gramm an ihren Gatten). Häufig sieht man auch das amerikanische Sternenbanner, vor allem auf den großen Handelshäusern. Auch schwarz­weiß-rot sieht man viel. Mit Farbenanstrich, Laubgewinde unb Flaggentuch hat man das Holzgerüst am RachauS verweiset und eine hoch­künstlerische Wirkung erzielt. Das traditionelle Seemannshau-, der Schütting unb der Tom sind prächtig geschmückt. AuS der Mtte des Marktplatzes ragt Roland, der Riese, auf, stark und ernst, ein Sinnbild hanseatischer Art. Die Schaufenster find geschmückt. Sänttliche Straßen­bahnwagen führen Reflameschilder, auf denen »Ozeanstteger-Schokolade" marktschreierisch an­gepriesen wird. 'Die altangeseffenen Bremer Bürger ägern sich darüber. Die Leitstangen der Straßenbahnwagen führen schwarz-rot-goldene Farben. Auch die öffentlichen Gebäude haben geflaggt. Sträkerer Zustrom von außerhalb macht sich bemerkbar. Viele bayrische Landsleute Köhls sind da. Die Bremer Schutzpolizei rückt in Paradeanzug zum Empfang aus Man rech­net damit, daß der die Flieger nach Bremen bringende Kraftwagen, bem 2000 Automobile das Geleit geben werden, gegen 1 Uhr in der Stadt ankommen.

I Köhl wandert aus?

Bittre Tropfen im Freudenbecher.

(Von unserem Bremer Sonderberichterstatter.) Deutschland läßt leine Missten Flieger lie6n? Das äcrwutfttid mit der Lmtdauja. Auch die , Frulkerswerke wollen nach Amerika iidcrftedeln.

S« Lamoi mit dem Bürokratismus.

Bremerhaven, 19. Juni.

ES ist unvermeidbar, heute über die bitteren Gefühle zu sprechen, mit denen insbesondere Köhl in di« Heimat zurückkehrt. Er ist viel zu sehr Gentleman, als daß er im Jubelrausch der Begrüßungsfeierlichkeiten auf der .Colum­bus* gleich mit unerfreulichen Details aufwar­ten würde. Aber wenn man ihn über bas Nächstliegeube, übet seine Pläne für bte nahe Zukunft befragt, muß er bte Wahrheft sagen. Der ftt Amerika stürmisch gefeierte Ozeanflie­ger, der Mann, der der deutschen Sache drüben mehr Freunde warb als jede diplomatische Akti­on, kehrt als

Stellungsloser, ato fristlos entlassener Pilot zurück, ohne jede Aussicht, in Deutschland ein Arbeitsfeld zu finden, das feiner Tatkraft unb feinen erwiesenen Fähigkeiten entspricht. Man tippt auf das Nächstliegende:Werden Sie zur Lufchanfa zurückkehren?" Kohl fühlt sich bei direkten Fragen nicht ganz wohl, es wurde ihm noch kein entsprechendes Angebot gemacht, aber es ist ja außer Zweifel, daß die Lufthansa schon mit Rücksicht auf die herrschen­de Volksstimmung tat ihn heratttreten wird. Und dann wird er wahrscheinlich nein sagen muf­fen. Er verharrt auf diesem Standpunkt: nicht weil er etwa gekränkt ist. Ein Mann, dessen überragende Fähigkeiten so außer jeder Diskus­sion stehen, kann nicht gekränkt werden. Aber er sieht keine Möglichkeit, dort das entsprechen­de Betätigungsfeld zu finden. Die Organifa- tion der Lufthanfa ist seiner Meinung nach falsch aufgezogen, sie müßten einschneidende Veränderungen erfahren, wenn er sich zu neuer Mitarbeit verstehen sollte. Aber an die Erfül­lung dieser Bedingung glaubt er wohl selber nicht und ist eigentlich davon überzeugt, daß tn Deutschland seiner keine Aufgabe harrt. Man vernimmt es mit seltsamer Bewegung, daß Köhl

Annahme der Reform als das kleinere liebel aus, während der britische Ministerpäsident Baldwin in langer Parlamentsrede für die An- nähme des Antrages plädierte. Er unterstützte damit nur die Wünsche des Erzbischofs von Canterbury und der Mehrheit der Kirchenver­sammlung. Es mag einen merkwürdig stim­men, daß die anglikanischen Erzbischöfe und Bischöfe unter sich selbst nicht einig sind. Der Bischof von Lincoln erklärte freimütig, daß das neue Prayer-Book sich durchsetzen werde, ganz gleichgültig, ob das Unterhaus ihm zustimmen oder es ablehnen würde. Der Bischof von Lon­don erblickte in chm eine wesentliche Verbesse­rung des bestehenden Zustandes. Der Erzbischof von Wales dagegen sagte unumwunden, daß die Reform wesentliche Aenderungen der kirchlichen Lehrern brächte und er fand mit dieser Auf­fassung die Zustimmung des bedeutendsten Ca- nonisten der anglikanischen Hochkirche, Lord Parmoors. So geht der Riß mitten durch die anglikanische Hochkirche hindurch.

Was werden nun die Folgen der Ablehnung deS reformierten Gebetbuches fein? Die Erz­bischöfe von Canterbury und Jork erließen sofort einen Aufruf an die anglikanische Christenheit, in dem sie zur Geudld und zum Gebet auffor­derten, daß die Führer der Hochkirche aus der gegebenen Sage die richtigen Folgerungen ziehen möchten. Man rechnet jetzt damit, daß der Pri­mas der Hochkirche der Erzbischof von Canter­bury, in Bälde zurücktreten wird, nachdem er mehr als 25 Jahre Primas der anglikanischen Hochkirche war. Die andere Frage, ob nicht ein neues Gebetbuch ausgearbeitet werden soll, das nur solche Lehren enthält, die wirklich in der ganzen anglikanischen Hochkirche unbestritten sind, ist noch nicht entschieden. Es verlautet aber, daß unter den anglikanischen Bischöfen eine starke Mehrheit vorhanden ist, die versuchen wird, das neue Gebetbuch ttotz der zweimaligen Ab­lehnung durch das Unterhaus durchzusetzen. An­dere Bischöfe und Führer der anglikanischen Hochkirche glauben aber, dieses Risiko nicht auf sich nehmen zu dürfen, weil es einen offenen Kirchenkonflikt heraufbeschwören würde, der folgerichtig zur Trennung von Kirche und Staat führen müßte, die ihrerseits wiederum der anglikanischen Hochkirche die Verpflichtung auferlegte, für zwölftauser d verlassene Kirchen und Kathedralen zu sorgen, deren Unterhalt jetzt schon mehr als eine Million Pfund Sterling jährlich kostet.

Freudenrausch in Bremen.

Triumph-Einzug heute mittag unter dem Jubel von Taufenden.

Rathaus und Häuser geschmückt und beflaggt Ein Rundgang durch die Hanfastadt (Von unserem Bremer Sonderberichterstatter H. Richter.)