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Kasseler Neueste Nachrichten

Kasseler Abendzeitung

Hessische Abendzeitung

Nummer 131

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18. Jahrgang

Mailand, 4 Mai. Unter dem SportSmann

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Noch ein schwerer Aulos ur».

Hamburg, 4. Juni. (Privartelegramm) Auf der Chauffee Hamburg-Segeberg verunglückte ein aus Blankensee kommendes Automobil, das mit elf Personen besetzt war. Neun von den Insassen wurden schwer verletzt und mit zwei Krankenautos befördert.

Derdüchttge Transporte am »alten.

Mailand, 4. Juni. Aus Spalato erfährt ein Blatt, mit den zwei Dampfern seien neue Sen­dungen von Maschinengewehren und anderem HeereSmaterial für daS südslavische Militär- Zentrnm von Benhovaz eingetroffen.

Gewinnen sie den Weitstretkenrekorb?

Paris, 4. Juni. Die beiden französischen Hauptleute Arrarreart und Rignot sind zum Weltrekord im Weitstreckenflug, den die Amerika­ner Ehmnberlin und Leoine innehaben, gestartet und haben Kurs auf Indien-Kalkutta genom­men, da die Wetterberichte für biefe Strecke gün­stig lauten.

der Reparationsfrage und der des internationa­len Schuldenausgleichs in Angriff zu nehmen. Für die endliche Befreiung Deutschlands von fremder Besatzung wird also auch diesmal von Genf nichts zu erwarten sein.

Ein Unglückssonntag.

Wieder eine schwarze Autoliste.

Dresden, 4. Juni. (Privattelegramm.i Gestern abend stürzte der Poftomnibus zwischen Bärenstein und Lauenstein um und fiel auf die Gleise der MügNmolbahn, wodurch der ge- amte Bahnverkehr unterbrochen wurde. Der Omnibus war stark besetzt, doch wurden nur drei Personen leicht verletzt.

Essen-Ruhr, 4. Juni. (Privattelegramm.) Bon einem Auto wurden gestern nacheinander zwei Menschen überfahren und getötet Der Strahcnbahn-Autobus überfuhr zuerst ein 17- ähriges Mädchen, das sofort tot war. Ein an­derer Führer übernahm den Autobus, aber knapp eine Stunde später überfuhr der gleiche Wagen ein sechsjähriges Mädchen, das eben­falls auf der Stelle getötet wurde.

Doch ein Lan-tagsman-at.

Wie sich die Splitterparteien Helsen.

Berlin, 4. Juni. Der BolkSrechtsparteiler Gras v. Pösadowski-Wehner hat dem Landtag mitgeteilt, daß die acht Christlich - Nationalen Bauernaugeordneten, die vier Deutsch-Hannove­raner, die zwei Bölkischen und die beiden Volks­rechtsparteiler eine Arbeitsgemeinschaft gebildet hätten, sodaß sie mit zusammen sechzehn Mitglie­dern eine Fraktion bilden und Anspruch auf Vertretung in den Ausschüssen erheben können. Die Mehrheitsverhältniffe werden bann in den Ausschüssen die gleichen sein wie im Plenum.

Seine Sisigasbestywerde In Senf.

London, 4. Juni. Ein Blatt erfährt aus Genf: Die Frage des Hamburger Phosgengases wird die Ruhe der Ratstagung nicht stören, da die Versenkung deS GaseS im Atlantischen Ozean es auch alS internationale Frage begraben hat, wenn auch manche Kreise daraus gern ein Ab­rüstungsbruch konstruiert hätten.

wir- sie erste Ozeansiegerin?

Thea Rasche will nach dem 10. Juni starten.

Paris, 4. Juni. Rach einer Meldung aus Newhork wird Thea Rasches Bellanca-Flugzeug dieser Tage nach Curtisfield übergeführt werden, wo die Fliegerin einige Probeflüge machen will. Sie hofft, alsbald nach dem 10. Juni zu ihrem Ozeanflug starten zu können. Die Wahl des Piloten ist noch nicht entschieden. Der Flug wird auf 50 000 Dollar veranschlagt.

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'«'I? 3nlaTtoifer >-» Friedrichshafen

Berlin, 4 Juni. (Funkrienst.) Am Sonntag abend traf der norwegische Pilot Die trich- s o n in Berlin ein, um nach Friedrichshafen am Bodensee weiterzufahren, wo er ein Dornier- Flugboot für die Rettungsexpedition Amund- sens für Nobile kaufen will.

Dienstag, 5. Juni 1928

Die Genfer Tagesordnung enthält, da die beiden großen schwebenden internationalen Kon­flikte, der japanisch-chinesische und der italienisch- jugoslawische, bedauerlicherweise nicht vor das Forum des Völkerbunds gebracht werden kön­nen, keine allzu aufregenden Angolegeicheiten, wenn sie auch für die Beteiligten und völker­rechtlich immerhin von großer Bedeutung sind. Es ist dies zunächst der Fall des italienisch-un­garischen Waffenschmuggels von St. Gotthardt, lieber den Bericht oes eingesetzten Dreierkomitees wird es vielleicht zu einem klei­nen polemischen Intermezzo kommen. Frankreich möchte den Fall benützen, um Ungarn seine Ver­stimmung über dessen politische Anlehnung an Italien fühlen zu lassen und ist deshalb offen­bar mit der milden und nachsichtigen Behand­lung, welche er in dem Bericht erfährt, nicht ein­verstanden. Der »Petir Pariflen* nennt ihn »das ungeschickteste Dokument, das man sich vorstellen kann" und kündet an, daß Paul Äoncour eine scharfe Resolution gegen Ungarn und offenbar auch gegen das mitschuldige Jlalien einbringen wird. Sachlich wichtiger aber ist, daß im Zusammenhang mit der St. Gotthardt- Affäre die Frage aufgeworfen werden wird, ob und tote die Machtvollkommenheiten der zwischen zwei Tagungen amtierenden Ratspräsi­denten vermehrt werden sollen. Diese Frage ist wie eben erst noch der chinesische Appell an den Völkerbund gezeigt hat, in der Tat für die Funktion öe» Völkerbunds sehr wichtig; es ist jedoch wahrscheinlich, daß die Lösung bis zur Herbsttagung verschoben wird.

Das charakteristische Merkmal der Juni- tagung aber dürften die zahlreichen Minder- heitsfragen sein, und unter denen sich auch der für Deutschland besonders wichtige deutsch-pol­nische Schulstreit befindet. Es liegen hierzu fünf Beschwerden des deutschen Vovks- bunds in Polnisch-Oberschlesien und zwei Be- schtoerden des Polenbundes tn Deutsch-Ober­schlesien vor. Es wird vor allem zu klären fein, ob bestimmte tatsächliche Momente oder der bloße Wille deS Einzelnen oder seiner gesetz­lichen Stellvertreter dafür maßgebend sein sol­len, ob eine Person zur Minderheit zu rechnen ist, ob also im vorliegenden Fall ein Kind in die deutsche oder polnische Schule einzureihen ist. Da noch eine Reihe anderer Minderheitsbe- schtoerden vorliegen, wird vielleicht das bren­nende für die europäische Befriedung so über­aus wichtige Problem des Minderheitsrechts vor dem Völkerbund ins Rollen gebracht werden. Daß das wichtigste und unaufschiebbare Problem der europäischen Politik, die vorzei­tige Räumung des Rheinlands, auch dies­mal nicht zur Besprechung, geschweige denn zur Lösung kommt, bedeutet für Deutschland keine Ueberraschung. wenn auch eine Bitter« schmerzliche Enttäuschung. Eine fruchtbare Erörterung dieser Frage, auch nur eine erneute Fühlungnahme verbietet sich schon

Apparat wird indessen erst in einer Woche start bereit sein, während das Flugzeug Savoia 55 sofort bei günstigem Wetter nach Spitzbergen startet.

äußerlich durch das Fernbleiben Briauds und Stresemanns. Aber auch fonst wäre es bei dem derzeitigen inneren Gewicht der maßgebenden Tatfachen fraglich gewesen, ob Stresemann seine frühere, wohl etwas voreilige Ankündi­gung hätte wahrmachen können, daß er in der diesjährigen Junitagung die Frage der Räu­mung des Rheinlands nunmehr bei den Alliier-

üeben sehen, die dann allerdings friedlichen Zwecken dienen. Die furchtbarste Seekriegstoasse ist das Torpedo, das sich kaum gesehen unter der Wasseroberfläche in seiner Richtung unbe­irrbar an den Feind schleicht und ihn vernichtet Man kann das Torpedo als ein kleines unbe« mannte? Unterseeboot auffassen, das sich auS eigener Kraft mittels Preßluftmotoren fortbe« toegt und sich durch einen sinnreichen Mechanis­mus selbst steuert. Die Betätigung der Steuer­ruder erfolgt ebenfalls ditrch Preßluftzylinder. Diese werden von Kreisel- und Pendelorganen '«nd auch durch den Wasserdruck so beeinflußt, daß das Torpedo die ihm einmal gegeben«

ten formell beantragen werde. Diese Ankündi- Mercanti beschäsiigt sich eine HilsServeditton gung ist bei der letzten außenpolitischen Aus- mit der Ausrüstung eines wetteren Wasserflug, spräche des Reichstags Ende Januar gefallen, zeuges, das für eine Landung auf dem Schnee und Stresemann hat sie damals verbunden mit mit Schlittenkufen versehen wirb Dieser bestimmten Angeboten', die Deutschland ... - -

machen werde. Briand hat damals in einer Rede im wesentlichen entgegenkommend geantwortet, aber inzwischen hat sich die andere große Frage der Lösung des ReparationsProblems in den Vordergrund geschoben, und man weiß, daß Poincars entschlossen ist, die Frage der Rheinlandräumung nur im Zusammenhang mit

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Moderne Zauberei.

Kriegswaffen als Friedens-Werkzeuge. Flam­menwerfer sollen den Südpol erobern.

e#c8 bie furchtbare Hamburger Gift. KfsK^*?vbe an dte furchtbarste Waffe des Weltkrieges zurstckertuuert, als setzt noch eine ßranBae Sriegswafse friedlichen Zwecken eit,1.We£?-cn icö- WilkinS. btt glück- N°rdvolflteger. ist auf den Gedanken ge­

kommen, Flammenwerfer ans Polar- exntirttwnen miirunebmeu.

Wieder eine Niete.

Viel Geschrei in Genf aber kein Trost für den Rhein. Was find Hoffnungen . . .

Die heute beginnende Völkerbundtagung be­deutet ein Jubiläum, von dem bezeichnender- weije niemand Notiz nimmt, da der Völkerbund bis jetzt große triumphale Leistungen nicht hin­ter sich gebracht hat. Ob die jetzt beginnende Sitzung das Ansehen und den Ruhm des Völ­kerbunds vermehren wird, ist sehr zweifelhaft. Zunächst sind die noch nicht völlig genesenen Außenminister Deutschlands und Frankreichs genötig, sich vertreten zu lassen. Für Briand, der zwar schon in der französischen Kammer wieder erschienen war, aber noch starke Spuren seiner Krankheit gezeigt haben soll, werden die Herren Boncour und Loucheur die Interessen Frankreichs wahren, während Stresemann den Staatssekretär v. Schubert entsendet, der ja auch als sein sonstiger stetiger Begleiter mit Ge­schäftslage und Verhandlungstechnik Wohl ver­traut ist. Vielfach hat es Ueberraschung hervor­gerufen, daß sich der englische Außenminister E hamberlain trotz des Fehlens der zwei anderen Sterne nun doch noch entschlossen hat, nach Genf zu fahren. Es liegt darin wohl eine kluge und auch vornehme Geste der Berben« gung Englands vor dem Völkerbund, des­sen Bedeutung man in Lonoon nicht babon ab­hängig erscheinen lassen will, oh zufällig die Minister einiger Großmächte am Erschei­nen verhindert sind, eine HöflicAeit auch gegen die mittleren und kleinen Staaten, denen Chamberlain damit bekundet, daß auch sie der Aufmerksamkeit Englands wür­dig sind. Em kleiner, aber immerhin wichtiger Zug englischer Weltgewanotheit, von dem man lernen kann.

Leine Zeit zu verlieren.

Schon heute Start zurItalia".

Stockholm, 4. Juni. Leutnant Holm trifft heute mit Hunden, Schlitten und Hundeführern zu Schiff in Kingsbay ein. Wenn die Wetter­bedingungen günstig find, will Lützow Holm eine Erkundigungen mit dem Flugzeug un­verzüglich beginnen.

Moskau, 4. Juni. Ja den nächsten Tagen laufen drei Eisbrecher mit Flua^ugen zu Nachforschungen nach der Italia aus.

Kingsbay, 4. Juni. Der Dampfer Braganza ist mit 13 Italienern, unter Hauptmann Sora,

Ungarn rüttelt an den Frieöenövertragen

FllegemufbruO zur Suche nach der Stalin / Italien-Norwegen in Front

Bald rrunde von -er Italia?

Vielleicht schon heute Kundschaftsflug. Flieger und Hilfsschiff machen stch fertig. Kingsbay, 4. Juni. (Durch Funkspruch.) Der Kommandant der Cita di Milano Romag- no hat sofort nach der Ankunft dez Leutnants Holm alle Vorbereitungen für die weitere Hilfs- expedttion treffen lassen. Wenn das günstige Wetter anhält, wird noch vor Larsen ein Kund- chaftsflug über Westspitzbergen erfolgen.

Botncar« läßt sich auf da« Sttotz nicht ein

Paris, 4. Juni. Wie aus Straßburg gemel­det wird, hat sich die Rationalrepublikanische Bolksvereinigung für den Antrag aus Bewilli­gung einer Amnestie und auf Freilassung der int Kolmarer Prozeß Verurteilten elsässischen Autonomisten ausgesprochen. Bekanntlich will die Regierung gegen diesen Antrag die Ver­trauensfrage stellen.

Ungarn leidet wie wir.

Fort mit den schändlichen Friedensverträgen. Wendet sich Ungarn an den Völkerbund?

Versailles aber noch schlimmer als Trianon.

Budapest, 4. Juni. Anläßlich der achten Jah­reswende der Unterzeichnung des Trianon-Ver- trageS beschlossen die gesellschaftlichen Vereini­gungen im Kampfe gegen die ungerechten Frie­densverträge biS zi - endgültigen Siege auSzu- harren. Die Regierung wird ersucht, beim Völ- kerbundsrat. die Revision dieses Vertrages und für die Verwirklichung der Autonomie in Karpatho-Rußland und in Siebenbürgen unver­züglich Ochritte einzuleiien.

poincarö darf es wagen.

Frank -- Stabilisierung ein zweiter Weltkriegsieg.

Paris, 4. Juni. Ter Arbeitsminister kündigte gestern in einer Rede die bevorstehende Stabi- lifiermtg an. Die Regierung werde in Kürze der Währungsreform ihre legale Löfung geben. Tie neu gewühlte Kammer werde dabei mitzuwirken haben. Tardien verglich die ge­genwärtige Lage mit der Gegenoffensive im Juli 1918(1) die zum endgültigen Siege geführt habe.

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Rach dem Unglück Nobiles haben sich wieder die stimmen erhoben, die dem Luftschiff eine geringere Brauchbarkeit zuschreiben als dem Flugzeug. Da ersteres z. B. nicht ohne Gesah« reu niedergehen kann, um auf dem Land oder dem festen Eis weitere wissenschaftliche Erkun- genvorzunehmen. Wer auch einem Flugzeug wird, selbst im Falle einer glücklichen Landung etn Start kaum mehr möglich sein, da eine ge« nugend glatt« Starrbahn kaum jemals zur 93er« fuguttß stehen wird. Diese Erfahrung hat auch Wlttins machen müssen.Er war gezwungen, mrt seinem Apparat niederzugehen und erst nach stundenlanger Arbeit war cs ihm gelungen, Schneemassen und Unebenheiten dez Eises so- weit zu entfernen, da eine einigermaßen sichere startmöal'^keit geschaffen war. Dies hat 'N ihm die Idee wachgeruf^, Flammenwerfer, wie ne im Kriege besonders auf deutscher Seite verwendet wurden, mitzunehmen, um durch sie

Eis- und Schneemaffen zum Schmelzen zu bringen und so eine glatte Startbahn zu jchaffen. Wilkins hat diesen Gedanken bereits völlig im Ernst ausgesprochen und hat auch die entspre^-nden Verhandlungen bereits in die Wege geleitet, da er ja beabsichtigt, nach dem Nordpolflug im Flugzeug nach dem Südpol vor zudringen. Diese Flammenwerfer sind in der Lage. Flammen mit einer recht statten Wärme, erzeugung bis auf eine Entfernung von 50 Metern zu schleudern. Man hofft, daß die al- liierten Mächte es der deutschen Regierung trotz des Versailler Verbots gestatten werden, daß mehrere dieser Geräte erneut gebaut wer« den dürfen, da er glaubt, daß die von Deutsch­land geschaffenen Flammenwerfer allein seinen Zwecken entsprechen. Hier wird also eine der grauenvollsten Erfindungen des Krieges eine friedliche Zweckbestimmung erhalten, von der unter Umständen die Erhaltung und Rettung von Menschenleben abhängen kann. Dieser Fall steht nicht vereinzelt da. Auch die Gift­gase^ wohl die grausamste Waffe des Welckrie« ges, erfüllen durchaus friedlich« Zwecke. Ein­mal sind sie für die Herstellung gewisser Farben völlig unentbahrlich u ermöglichen dadurch über­haupt erst ein ungeheuer wertvolle Industrie Aber davon abgesehen kann man sich durch das Giftgas lebender Schädlinge erwehren. Wenn auch das Gas seine vernichtende Wirkung ausübt so geschieht dies doch im Interesse des Men­schen und feines Lebens schlechthin. Wir den­ken hierbei etwa an die Bekämpfung der Mük- kenplage durch die Vernichtung der überwin­ternden Mücken oder die Beseitigung anderer rtttsekten, die Schäden an Pflanzen verursachen In Californien mußte man z. B. kürzlich nur

Mäusearmeen mit Gasangriffen

ausgelaufen. Man glaubt allgemein, daß die Italia im Renntiergebiet verunglückt ist.

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Ztalienflieger suchen Nobile.

Zwei Flugzeuge vor dem Start in Mailand.

zu Leibe gehen als Katzen, vergifteter Wei­zen usw. vor dieser Landplage versagten Auch die jüngsten Erfindungen Raketenwagen und -Flugzeug haben ihre Vorläufer in dem Kriegs­minen die als Geschosse mit dem Fenerschweif durch die Lüfte rasten Ihren Antrieb erhielt die Mine nicht so sehr durch die augenblickliche Explosion des Pulvers im Geschützrohr, sondern durch eine verhältnismäig langsame Verbren­nung der Treibladung im Geschoßboden, die auch noch wirkte, nachdem die Mine das Ge­schützrohr längst verlassen hatte. Vielleicht wer­den wir in absehbarer Zeit wieder wie einst im Schützengraben diese

feurigen Kometen durch die Nacht