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Mittwoch, 30. Mai 1928.
18. Jahrgang. Nr. 128.
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beite gern,aber es ist hart für einen alten Mann eine so unsichere Zukunft vor sich su haben und nicht zu wissen, ob nicht plötzlich mit Krankheit das Elend kommt.*
W. Jaehn, der Direktor des Vereins Wohlfahrt der weiblichen Jugend in Berlin, hat unter dem Titel :.Wer wirft den ersten Stein?* aus feiner reichen Erfahrung ein Buch erscheinen lassen, das von den leidvollen Jugendschicksalen unserer Tage nicht nur vollkommen offen, sondern ebenso fürsorglich und wahrhaft gütig spricht. Aus der Ueberhülle der Bilder der Versuchung der Jugend, die in diesem Buche unserer Zeit als Spiegelbilder vorgchalten worden, fei hier der Finger auf das Leid gelegt das hinter Wort „Schiritterpärchen" sich verbirgt Schnitterpärchen? Sind das die jungen Menschen, die sich froh im Erntereigen drehen? Ein ganz anderes Bildzeichnet der viel erfahrene Leiter der Wohlfahrtspflege. In manchen Gegenden unseres Landes werden von den Gutshöfen die Hilfskräfte der Erntezeit je zu zwieen paarweise, gesucht. Es gibt immer noch genug arbeitslose junge Leute als sogenannte Schnitter nicht eingestellt werden. Der arbeitswillige junge Mann mutz sich ein ebensolches junges Mädchen suchen, Scwtitterarbeit soll paarweise geleistet werden. Zum Hinbreiten, Aufrafsen, Binden und Aufstellen des Getreides ist in der Attordarbeit eine Hilfskraft nötig. Sie hat auch für Instandhaltung der Kleider und sonst für das Wohlbefinden des Schnitters zu sorgen. Mutz z. B im Erkrankungsfalle des Mädchen die Arbeitsstelle verlassen so kann auch der Bursche nicht bleiben.
Sollte man es wirklich glauben, datz solche „Pärchen* eine gemeinsame Schlasstelle zugewiesen bekommen, je datz mehrerer dieser Pärchen einen grossen Schlafsaal miteinander teilen, wo weder Scheidewände errichtet, noch Bett- fchirme gestellt find? Hören wir Direktor Jaehn in dem bei W. Hädcckc in Stuttgart erschienenen Buche. Zu der Wohlfahrtsstelle kommt ratlos ein junger Arbeitsloser. Es war ihm eine Landarbeiterstelle zugesagt unter der Bedingung daß er mit einer Arbeitsgefährtin einrückcn könne. Er wußte kein Mädchen derart. Um sich ein beliebiges von der Straße aufzulesen, war er noch nicht weit genug herunter. Was tun? Das Büch zeichnet ein Bild auf der Bahnhofsmissionsstelle. Ein ordentlich gekleidetes junges
Der kommende Mann.
Vcnizelos, dem die Bildung des neuen griechischen Kabinetts übertragen wurde.
Das ist Amerika!
Eine wahrhaft nioderne Lehranstalt.
In Newvork hat der findige kurländische Baron von Punz- Golbach ein Institut zur Erler- ?ung feiner europäischer. Sitten und guter gc- fellschaftllcher Gepflogenheiten eröffnet. Jahr für ^ahr reist Wohl eine Viertelmillion reicher Amerikaner zur Frühjahrszeit nach der alten Welt Diese Touristin unterscheiden sich nach Ansicht des Jnstitutsbesitzers außerordentlich von ihrer europäischen Umgebung und fallen durch ihr Benehmen und ihren äußeren Men- tchen vielfach nicht gerade angenehm aus. An allen Plätzen Europas werden sie deshalb als Dollarmenschen .außerordentlich über das Ohr gehauen und vielfach zur Zielscheibe des Witzes benutzt.
Mr 100 Dollar ist jeder Uäntee nunmehr ist der Lage, sich die Manieren anzueignen die einen Vollblutamerikaner in einem lüOprozenti- gen ^europäischen Salonlöwen verwandeln. In der -Schule des Barons erteilen Spezialisten von Ruf getrennte Kurse für Damen und Herren. Ueber 30 verkrachre europäische Gents haben dort ein Betätigungsfeld als Lehrer in der Musteranstalt des baltischen Aristokraten ge- funden.
mich,* erzählte der greise Erfinder. „Sieben Jahre lang habe ich keinen Sonntag und keinen Feiertag gehabt; ich arbeitete 12, 16, 18 Stunden manchmal am Tage. Mer ich habe davon nicht viel gehabt, denn ich muß aus meine alten Tage noch arbeiten, wenn ich nicht verhungern will. „Im Jahre 1910 brach Unglück
Großes Konzen GroB-Feuerwerk u. a. die Beschießung det Thorbeckscben Tabaksmübte
Zöpfe, Haarteile, °& ?**•** Anfertignna oa» osn R«liefe rtea 6earea. »ir »Een nändta Frauenhaar. Haar zentrale, om^aRarttiSplatk
er 40 Jahre ati war. lebte er als Ingenieur in Dretroit und erbaute hier einen Motor, der das Interesse des ' ~ “
über Buick herein. Er hatte sich überarbeitet, I auSmachen. „Ich bin bei fast allen Freunden und seine Gesundheit war so schlecht geworden, jener alten Tage gewesen, die jetzt all« Millio- daß er seine Stellnug aufgeben und nach Kali-I näre sind, „und habe sie um eine Beschäftigung formen gehen mutzte. In den schweren Zeiten, lgebeten. Keiner von ihnen hatte etwas für mich, die dann folgten verkaufte er die sämtlichen An-1 und da ich nicht betteln will so mutzte ich mit teile, die er an der Gesellschaft hatte und diel der bescheidenen Tätigkeit vorlieb nehmen, die heute einen Wert von vielen Millionen Dollar! ich fand. Ich fühle mich noch kräftig und ar-
entsetzt, vor der Aufnahme der Arbeit sofort wieder ausgerückt. .Schwester, ich soll dort mit einem wildfremde» Manne zusammenschlafen, das kann ich nicht. Ich bin doch keine Dirne, Schwester, helfen Sie mir.*
Die Folgen verstehen sich. „Wer wirft den ersten Stein?* fragt das Jehn'sche Buch schon in der Titelüberschrift. Die Burschen denken gar nicht daran, „ihr Mädchen* zu heiraten, machen sich vielmehr zu meist schno auf der Heimreise auf irgend einer Bahnstation auf und davon. Die Mädchen kennen oft nicht einmal den richtigen Namen des Mannes, mit dem sie ein halbes Jahr zusammengearbeitet und zusammengelebt haben. So kam der Vater des Kindes auch von den öffentlichen Wohlfahrtsstellen nicht herangczogen werden. Das Mädchen kommt in Versuchung, immer weiter zur Landstreicherin, Bettlerin oder Dirne herabzugleiten. Bleiben die beiden aber zusammen so finden sie im nächsten Jahre nur Landstellung, wenn sie das Kind vorher in Pflege gaben.
Schnittcrpärchcn, wie die von Jaehn gezeichneten jungen Menschen der Versuchung und des Elends, gibt es in Hessen und seinen nächsten Umgebung schwerlich. Auf der Landstraße und tu der Wanderarbeitsstätte muß man schon zufragen, um dann zu hören. In den Herbergen weiß man um die .Schnitterpärchen*. Diese imglaublichen Geschichten sind Wirklichkeitsaufnahmen aus der Fülle des Leids der arbeitslosen Jugend.
Dieses Schnittcrpärchenleid — als aufgezwungenes, nicht selbsterwähltes — es dürfte nicht sein! Jaehn lässt die Frage offen, ob irgend eine Form der Landwirtschaft diese Schnitterpärchenwirtschaft wirklich erforderlich macht. Er sagt auch, da tz auf großen und Keinen Gü- , tim Abhilfe geschaffen und Trennung der; Schlafsäle durchgeführt ist. Wie ein Stein legt : es sich vor unsere Gedanken... Es liegt etwas 1 Unfatzliches in diesem Schnitterpärchenleid. i Nein, es dürste nicht sein inmitten des deut- ! scheu Volkes. W. M. i
Mädchen bittet dort erschrocken um Hilfe. Sie sei aus der Landstelle, über die Zumuturw des Zusammenhausens mit einem fremden Manne
Obere Königeti. ft. Hohenzollerneti. 4
empfehlen^, lausende von Adrien immer wieder rur Stärkung den Gesunden u. Kranken.
Volkspark Schönfeld, heute Mittwoch 3 Uhr:
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großen Automoiblfabrikanten Durant erregte. Buick begründete mit diesem im Jahre 1903 die Buick-Motorgesellschaft.
«Das waren damals arbeitsreiche Tage für
mit Fred Thomson
Aeußerst spannender Wildwest-Schlager
Der gehende Mann.
Der griechische Ministerpräsident Zaimis, mit seinem Kabinett zurückgetreten ist.
«- M MMollioo im Typ des rheinisch-deutschen Kaltblut- Pferdes am Donnerstag, den 31. Mai 192«, mittags 1 Uh-, in der Halle der Viehverwertungs-Genoflenschaft in Nort- beim r H Nähere Auskunft durch die «efchdftSstelle des Kaltdiut-Zuchtver einSSStttngen^rotthet« tn GStiin-en WShierstraß« 3.
Wer wirft den ersten Stein?
Die Tragödie der Schnitterpärchen. — ttn glaubliche Jugendschicksale unserer Tage.
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Muße Mädchen
Ein erschütternder Original Pariser Sittenschlager aus dem modernen Leben in 7 Akten.
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Der arme Buick.
Ein „Autokönig", der sich keinen Wagen leisten kann.
Unter den Kraftwagen-Marken des Auslandes ist der „Buick" heute sehr bekannt. Der Erbauer des Motors und Begründer der Buick- Motorgesellschaft, David Buick, lebt in sehr bescheidenen Verhältnissen in Dretroit und besitzt nicht so viel, um sich einen Wagen kaufen zu können. Er ist jetzt 74 Jahre und verdient sich sein knappes tägliches Bort als Lehrer an einer Detroiter Handelsschule.
Diesen armen .Automobilkönig" hat nun der Vertreter eines Newporker Blattes über sein Schicksal ausgefragt, das ihn im Alter auf die Schattenseite des Lebens warf, während seine früheren Kollegen alle Millionäre sind. Buick erzählte ihm, daß er in Schottland geboren sei und als Kind nach Amerika gebracht wurde. Als
Ich liefere Maßarbeit!
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