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Kasseler Neueste Nachrichten

Kasseler Abendzeitung

Hessische Abendzeitung

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Dienstag, 22. Mai 1928

Nummer 120. Einzelpreis.- Wochentags 10 Pfennig.

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Die Wagschale neigt nach links

Kurs nicht gewinnen. Nur das eine steht fest, daß wir keine Zeit und keinen Anlaß haben, uns mit der höheren Algebra des P a r t e i s ch a - chers etwa wochenlang aufznhalten und dem Gespött politisch reiferer Völker preiszugeben. Rasches Handeln in Punkw Regierungsbildung ist nicht minder ein Gebot der Stunde, wie die Beackerung und Bestellung de- nun schon seit Wochen brachliegenden Regierungsfeldes. F. R.

Haslack-er, die Volkspartciler von Kardorf und Mende, die Kandidatin Dr. Lüders (Dem.), die Sozialdemokraten Wissel, Breitscheid und Ju- chacz, Steiniger (Dntl.), der Bolksparteiler Gou­verneur Heinrich Schnee.

Hessens Lanördaten gewühlt. Scheidemann, Lindeiner-Wildau, Reinhold, Hepp sind durchgekommen.

Berlin, 21. Mai. (Funktelegramm.) Es er­hielten bereits Mandate: In Magdeburg Schiele (Dntl.) Kulenkam (DVP.), Merseburg-Hemener (Dnü.) und Koenen (Komm.). In Hessen-Nas­sau Scheidemann (SPD.) v. Lindeiner-Wildau (Christlichnat. Bauernp.) In Niederbayern er­hielten Mandate Gerauer (bayr. Bp.), Dr. Pfleger und Rorlacher, in Potsdam die So­zialdemokraten Künstler und Löwenstein, die Deutschnationalen Graf von Westarp und Dr.

Verlorene und gewonnene Stimmen in der Heimat / Millionen schwenken ab

Reg..Bez.^«afsg» (Landtag) s. P. D. 163 293 (156389), ®. R D. P. 67 293 (121659), Zentrum 61 055 (68 641), D. D. P. 45839(57368), St. D. D. 35 275 (29092) D. D. P. 23 912 (32 982), Linke Stamm. 1602, WirtschaftSp. 16898 (6324), Hitler 13 080 (17 444), Bauernp. 3 310, V. R. Block 4697, Chr. not Bauernd 26288.

BolkSrechtp. 4343, U. <3. P. D. 1076 (1855), Inflationsgesch. 669, Reichsblock d. Grsch, 165, D. Soz. P. 1 202, Ev. Volkspartei 2 578. ' *

Heffen.Naffa« (Landtag) S. P. D. 369 305 (366243), D. 9t. V. P. 114656 (214192), Zentrum 171 998 (197755), D. V. P. 112668 (145001), «DD. 92438 (63689) D. D. P. 65 233 (96 945), Linke Komm. 4587, WirtschaftSp. 47299 (26201), Hitler 40498 (27710), Bauernp. 4841, V N.Block 6227, Bauern« Landvolk 71796

BolkSrechtp. 12382, U. S. P. D. 2 907 (5 263), Inflationsgesch. 1136, Reichsblock *>. Gefch. 459, D. So,. P. 1923, Ev. Partei 9764 (Reichstag) S.P.D. 378579 (373 692), D.R.V.P. 120918 (225525), DZ.P. 173455 (201038), DV.P. 119384 (152162), K.P.D. 93166 (63911), D.D P 66493 (99271), Linke Korn, 4593, WirtschaftSp. 47850 (25660), Hitler 424 72 (29069). Bauernp. 4647, V.R Block 6369, Bauern und Landvolk 8j 973 Bolksrecht 13 299, «Vang P 9334, A S.P D. 3042 <5022). Infl Ge schad 1201, Geschädigte 450. Deutsche So,. P. 1850

(Die eingeflammerten Ziffern bezeichnen die Ergebnisse der ReichstagSwahlen vom De». 1924.)

Berlin, 21. Mai. (Durch Funkspruch.) Rach dem vorläufigen amtlichen Ergebnis (ein Ber­liner Bezirk steht noch aus) sind insgesamt 30 592442 Stimmen abgegeben. Davon entfallen auf SPD. 9111438 152 Mandate (131), Deutschnationale 4359586 73 Mandate (103), Zentrum 3 705 040 62 Mandate (69), Bolkspar- tei 2669549 44 Mandate (51), Som. 3 232 875 54 Mandate (45), Dem. 1492 899 25 Mandate (32), Bayer. Boltspartei 936 404 16 Mandate (19), Linkskom. 80 057 0 Mandat, Wirtsckmsts- partei 1391133 23 Mandate (17), Rat.-Soz. 808 746 12 Mandate (), Bauernpartei 480613 8 Mandate, Völkische 264565 0 Mandat, Land­bund 199491 3 Mandate, Christlich nationale Bauernpartei 770 100 13 Mandate, Vvllsrechts- partei 480 978 2 Mandate.

Ev. Volksgemeinschaft 51465 (0), Handwerk 6405 (0), U. S. P. 2725 (0), Inflationsgeschä- digte 36658 (0), Haus- und Grundbesitzer 35550 (0), Nationale Minderheiten 70752 (0), Alte SPD. 65642 (0), Kriegsopfer 6045 (0), Reichs­block der Geschädigten 7330 (0), Aufwertungs- u. Aufbaupartei 7473 (0), Christlich Soziale 110466 (0), Sächsischer Landbund 1277 633 (0), Rechts­und Mieterschutzpartei 2164 (0), Ev. Volksdienst 4676 (0). Außerdem nach 6071 Stimmen, sodaß deren Gesamtzahl 30592442 beträgt.

Berlin, 21. Mai. (Durch Funkspruch.) Nach dem letzten Ergebnis hätte die SPD. einen Ge- n»inn von beinahe einer Million Stimmen, die Deutschnationale Bolkspartei einen Verlust von etwa zwei Millionen Stimmen.

türlich auch die Ablenkungstaktik..der Splitter- Parteien in- Stammbuch zu schreiben, die sehr leicht den Schaden nun doch am eigenen Leibe spüren können. In K a s s e l bestehen jetzt paar Aussichten auf eine sozialiftisch-kommuni- tische Mehrheit, wenn sich natürlich auch andere Kombinationen werden knüpfen lassen. Noch läßt sich tote in der engener Heimat wie im wei­ten Reich Klarheit über irgend einen kommenden

(Pp.) und die Kommunistin Klara Zetkin. In Schleswig-Holstein Dr. Oberfohren (Dntl.) und Runkel (Bp.)

Sin bMersatze« Wiedersehen

Berlin, 21. Mai. (Funkdienst.) Bisher sind gewählt in Berlin die SPD.-Kandidaten Cris- pien, Heimann, Klara Bohm-Schuch, Aufhäuser, ferner die Deutschnationalen Laverenz, Berndt und Hampe sowie Pieck (Komm.) und Koch- Weser (Dem.) ;in Breslau Loebe (SPD.), von Richthofen (Dnat.) und von Freytagh-Lo- ringhofen (Dtnatl.): in Franken erhielten Her­mann Müller (SPD.), Bachmann (Dnat.) Leicht (bayr. Volksp.) und Ritter Freiherr von Epp (Nat.-Soz.) Mandate.

Berlin, 21. Mai. (Funkdienst.) Bis fetzt find gewählt: 3« Ostpreußen Lübbring (SPD) die Deutschnationalen Graf zu Eulenburg, F«mz Behrens und Dr. Prey«, sowie Reichs­minister a. D. Dr. Schol» (DVP.). In Düs- eldorf-Oft Limbertz (SPD.) Berkehrsminifter Dr. Koch, (Deutschn)^ Reichskanzler Dr. Marx (Ztr.), Reichsminister a. D. Giesberts (Ztr.), Staatssekretär Karl Schmidt (DVP.) und Dr. Bredt (WirtschaftSp. In Oberbayern-Schwaben von Lettow-Vorbeck (Dntl.) und Reichsminister a. D. Emminger (Bayr. Bp.).

Berlin, 21. Mai. (Funkspruch.) Im Wahl­kreis Württemberg wurden gewählt Wilhelm Keil (Soz.) Staatspräsident Dr. Bazille (Dntl.) Staatsmrnister Dr. Bolz (Ztr.), Th. Bickes

An die Arbeit!

Quer durch die Wahlziffern. Handeln tut not Die deutschen Wähler sind doch besser, gründ­licher, beherrschter und wohlerzogener als wie sie selbst die Parteipresse vielfach hinzustellen beliebt. Was hat man ihnen nicht alles durch Lautsprecher, Megaphon, Wahltiraden in die Ohren posaunt; was hat man ihnen nicht durch Plakate, Flugblätter, wandelnde und Lichtrekla­men Sand kübelweise in die Augen gestreut; was hat man Zeter und Mordio geschrien über Apathie, Trägheit, Mißtrauen breiter Wähler­schichten; was hat man die Räder und Achsen geölt und geschmiert, um die klappernde knir­schende Parteikutsche in Gang und die Saum- seligen bei der Stange zu halten! Aber die Ral­lenfängermelodien verfangen nicht mehr. Die Zeit des Bluffs und der Phrasen find vorbei. Der deutsche Pilgersmann ist durch soviel Täler der Trübsal und Enttäuschungen gegangen, daß ihn nur noch nüchterne Tatsachen, kühle, sach­liche, handfeste Programme und Köpfe aufrüt­teln können. Mit einem Wort, der Wähler will selbst nur noch kritisch und überlegt handeln und erwartet, daß auch die jetzt wieder mit Redefreiheit, Diäten und ... Freifahrtschein 1. Klasse ausgestatteten Erlauchten sich ohne viel Federlesens ans Werk machen.

Denn niemand wird leugnen wollen, daß trotz der Schnellfabrikation von Gesetzen im alten Reichstag die vordringlichsten Staats- und Volksinteressen noch sehr tm Argen liegen. Dem vom Vertrauen gläubiger Millionen berufenen neuen Parlament fällt ein Erbe zu so gigantisch schwer und grabesdunkel, aber auch so zukunsts­leuchtend und hochgetürmt, daß der entgleiste Bürgerblock sie fast darum beneiden könnte. Die große VerwaltungS-und Länder- reform ist angekurbelt; allerdings mtt dem negativen Ergebnis, daß die Herren Nutznießer der heutigen Vielregiererei den Karren schon beim ersten Anlauf in den Dr... fuhren. Hier also wird die neue Reichs-Arbeitsge- m e i n s ch a f t, gleichviel welcher Art, den Hebel am ersten anzusetzen haben. Aber was drängt sonst nicht noch alles zur Lösung: Die Teue- rungs- und Lohnkrisen müssen abgedrosselt bezw. geschlichtet, die Landwirtschaftsmiserr völlig be­hoben werden. Rentner und Aufwertungsopfer schreien nach festen und gerechteren Gesetzen, die Wirtschaft möchte endlich wieder freien Atem schöpfen und wünscht den Steueralp zum Teufel, wie es ihr der Demokraten-Rechenkünstler Reinhold schon längst verheißen bat. Aber auch die Lohnempfänger rufen nach humanerer Steuerverteilung und die Arbeitslosen hoffen auf ein Wunder. Am Horizont des Reichs aber scheint nun wirklich bet Silberstreifen zu däm­mern, wenn ihn auch sein Verkünder, der kampfunfähige kranke Stresemann, vielleicht nicht selbst heraufführen wird: Di« tankzer- stampsten Rheinfluren werden wir unzweifel­haft für neue Millionen vom welschen Joch loskanfen und damit vermutlich eine, wenn auch immer noch furchtbare Dawes-Endsumme er­handeln können, die wenigstens unseren Kindern , den Weg ins Freie aufstößt. So werden also einem glücklicheren Kabinett Früchte in den Schoß fallen, die schon lange unter der Erde reisten und einer geschickten Führung mit stär- Zetern Linkseinschlag wird sich sogar der Cerbe­rus Poincars williger zu Füßen legen, zumal er jetzt schärfere Morgenluft zu schnuppern be­ginnt, die ihm aus Kellogs Antikriegspakt aus erster Hand entgegenweht.

Der auch an dieser Stelle bestimmt voraus- Öe Rückenschlag ist mit der Sicherheit der lgesetze eingetreten. Wie in Kassel und tessen-Nassau im besonderen, haben die eutschnationalen auch tm Reich schwere Schlappen erlitten und die unzufriedenen Mas­sen der Sozialdemokraten und Kommunisten zu­geführt. Stark verloren haben auch die Demo­kraten, di« in Gefahr geraten zwischen rechts und links langsam zerrieben zu werden. Dies« schweren Lücken tm bürgerlichen Lager sind na-

Sie Linksparteien im Bormarsch

Das Gesamtergebnis aus dem Reich bereits abgeschlossen.

Sie kommen wieder ans Ruder.

Alte und neue Namen im Reichstag. Marx, Lettow-Vorbeck und ... Klara Zetkin.

Auf dunkieu Wegen.

Wie uns Moskau-Paris verfolgen.

Das Interesse der ganzen zivilisierten Welt beschäftigt sich gegenwärtig mit den beiden Pro- ; »essen, die zwei verschiedene Regierungen gegen , einen bestimmten Teil von Staatsangehörigen führen mit der Beschuldigung ,datz diese sich ver­brecherisch gegen die Existenz des Staates ver­schworen'und betätigt hätten. Beiden Prozessen ist auch gemeinsam, daß die Beziehungen zum Ausland in sie hineinragen und daß auch fremde Staatsangehörige in den Kreis der Anklage ein- bezoaen sind. Wir sprechen von dem Kolmarer Autonomistenprozeß, der sich nun schon seit Wo­chen hinschleppt, ohne daß man über seinen Aus­gang eine andere Mutmaßung haben kann, als daß die Anklagebehörde aus sehr durchsichtigen Gründen, die mit dem sachlichen Tatbestand nichts zu tun haben, entschlossen ist, eine Verur­teilung durchzusctzen. Und öo,; dem Prozeß, der soeben im großen Saal des Moskauer Gewerk­schaftshauses, des früheren Adelspalastes, begon­nen hat und in dem fünfzig russische Ingenieure und drei Deutsche, die in dem Industriege­biet des Donez tätig waren, der wirtschaftlichen gegenrevolutionären Verschwörung zum Sturze des Sowjetsystems beschuldigt sind. In beiden Prozessen hat es schon die Veröffentlichung der Anklageschrift jedem unvoreingenommenen Ur­teil klargemacht, daß die Tatbestände der der Anklage zugrunde gelegten Gesetzesbestimmungen in den vorliegenden Fällen nur künstlich kon­struiert sind und daß der Sinn der Prozesse nicht darin liegt, kriminalistische Handlungen zu ver­folgen .sondern unbequeme Gesinnung und poli­tische Betätigung zu bestrafen und künftig un- möglich zu machen.

Die elsässischen Autonomisten sind angeklagt, auf die Losreitzung Elsaß-Lothringens von Frankreich hingearbeitet zu haben und unter Zu^ hilfenahme von Lockspitzeln hat man versucht, in bie elsässische Autonomiebewegung, bie sich vollkommen offen betätigte, biefes geheime Ziel htneinzutragen. Immerhin machen bie französi- schen Staatsbehörden wenigstens den Versuch, wenn auch mit diesen verwerflichen Mit­teln, den Schein der Gerechtigkeit aufrecht zu erhalten. Der Verlauf des Prozesses zeigt jedoch immer deutlicher, daß ihnen dies nicht gelingt. Auf die moralisch beschämenden Verhöre des Po- lizetkommiffarS Becker und des Spitzels Riehl, die den ganzen Mechanismus der Anklage klar- legten, sind jetzt zwei hervorragende Männer des politischen Lebens im Elsaß vernommen worden ... Abbö und Chefredakteur Haegy, und der Kanonikus Müller, der französischer Senator ist und sich sogar einer betonten Wertschätzung Poincares erfreut. Aus den Aussagen und Dar­legungen dieser beiden Männer könnte endlich auch Frankreich, dessen Presse und Oeffentlichkeit den Verhandlungen in Kolmar und ihren Hin­tergründen bisher gänzlich verständnislos gegen­übersteht, erfahren, worum es sich in Wirklich- feit handelt. Der Kanonikus Müller hat den Sinn und bett Grunb ber autonomistifchen Be­wegung ,bie Bedeutung ber ' rutschen Sprache für bas Elsaß unb bie geschichtliche Rolle bteses Landes als eines Vermittlers zwischen zwei gro­ßen Kulturen so deutlich dargelegt, daß die An- klagebehörde, wenn es wirklich nur um Recht ginge, nichts anderes zu tun hätte, als bie An­klage schleunigst zurückzuziehen. ES wäre bies nicht nur eine Forderung des Rechts, son­dern auch ber politischen Klugheit ,benn bas in einen Gefühlen fchwankend« Elsaß würbe burch einen solchen Akt besserer Erkenntnis sicher eher seinen Weg zur inneren Angleichung an Frank­reich finden, als wenn es in seinen verurteilten politischen Führern zur Verehrung von Mär- t y r e r n gezwungen würbe. Ob man sich in Pa- riS zu so hoher Staatsweisheit wirb aufschwin­gen können, ist freilich zweifelhaft.

Der Moskauer Klaffen- unb Getoaltstaat hat

Es wat vorauszusehen.

Starker Zuwachs links, e- Das Sündenkonto der Splitterparteien.

Berlin, 21. Mai. (Funkspruch.) Di« Berliner Morgenpresse stellt zu den Teilergebnissen das starke Anwachsen der Sozialdemokratie und die schweren Verluste der Deutschnationalen fest. Der ganze Kampf, fo heißt es, der von der Mitte her gegen die Deutschnationalen geführt worden ist, habe praktisch nur das Ergebnis ge­habt, daß die Deutschnationalen eine Anzahl von Mandaten verloren haben. Dieser Mandats­verlust verhindert wahrscheinlich die Bil­dung einer Mehrheitskoalition ohne die Demokraten unb bie Sozialbemvkraten. Er­freulich ist, baß in Oberschlesten die Polen bas eine Landtagsmandat, bas sie besaßen, ver­loren haben. Ein Rechtsblatt sagt: Die So- zialbemokraten haben ben erwarteten Stimmen­zuwachs anscheinend im ganzen Reiche er­zielt. Aber ihren Triumph stört ein Mißklang. Es ist ihnen keineswegs gelungen, ben Kommu­nisten die erhoffte Niederlage beizubringen. In erschreckendem Matze haben bie bürgerlichen Wähler aller Warnungen zum Trotz svh ben aussichtslosen Splitterparteien zuge­wandt. Ein Demokratenblatt zieht bie Bilanz: Kein Rechtsblock mehr in Reich. Festigung ber bisherigen Regierungsvörhältnisse in Preußen. DerVorwärts" jubelt: Unser ist bet Sieg.

Die Kampsyayne «reffen sich wieder,

Berlin, 21. Mai. (Funktelegramm.) In Köln-Aachen ftnb gewählt: Sollmann (SPD.), Wallraf (Dnt.) sowie bie Zentrumskandidaten Joos, Teusch, Dr. Hermes unb Esser, ferner von ber DVP. Dr. Molbenhauer unb Stöcker (Kom). In Koblenz-Trier erhielten Professor Dr. Kehr (Zentr.) unb von Gusrarb (Zentr.) Man- bate. In Frankfurt-Ober finb gewählt: Wels unb Heilmann (Soz.) sowie Dr. von Keu- b e l l unb Bruhn (Dntl.).