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Kasseler Neueste Nachrichten

Gedanken über die Köpfe berühmter Zeitgenossen.

Henry Ford.

einen

Lindbergh.

Gens Tunney.

Pantoffeln meinen Drilling über der Schulter, I (Ich habe nute Erfahrungen nomn** tick schiebe seit wahren mit diesem te mni ra?; gemacht, indem ich

Biif auf

8. Veilaqe

Sonntag, 13 Mai 1928.

lick schieße seit Jahren mit diesem Kal. 16 mal 16, Kugel s Millimeter, Vollmantel Stahl- Sauer u. Sohn Fernrohr Busch Vis. 5). Meine Frau bringt mich bis vor die Tür, ein Kutz, ein herzliches .Weidmannsheil", so fahren wir los.

das Glas leicht mit Seife einfettete' und dann diese Fettschicht wieder abrieb, stundenlang bleibt so das Glas hell und ist gegen Hauch unempfindlich.) Doch dieses Mal hatte ich es vergeffen. Der Keiler ist verschwunden. Mir ist kalt. Doch ich will warten, warten bis 12 Uhr. Wie freue ich mich auf den bekannten Pfiff meines Aufsehers, der mich um 12 Uhr holen soll.

Wie ick mich losgebunden habe wie ich von meinem Hochntz heruntergekommen bin, ich w- es nicht! Atemlos steht mein Aufseher neben mir. .Weidmannsheil!" Einen kräftigen Hän­dedruck und .Weidmannsdank", das gebe ich

sich hindö- seinc gesie- unb richtet Erfahrene es kaum

Nr. 113.

Achtzehnter Jahrgang,

Grimmig ist der Ostwind, mondhell die Nacht Vollmond war gestern. Fetzt sind wir am Ziel, weiter kann das Auto nicht fahren. Den letzten Weg zur Blöße muß ich geben Noch ein .Weidmannsheil" meines Neffen höre ich, dann nimmt der schmale Waldweg meinen Aufseher und mich auf. Ersterer soll mich an den Eichen­stamm festbinden, ist doch die Möglichkeit des Herunterfallens sehr groß. Jetzt bin ich oben, bin aut verstaut und festgebunden. .Nun schie­nen Sie aber den starken Hirsch!" Eigentlich ein komisches Verlangen, hat man dock seit Fahren einen so starken Hirsch auf dieser Seite, in die­ser Gegend nicht gesvsirt. .Um 12 Uhr holen Sie mich ab, länger halte ich eS hier nickt aus!"

Lautlos' wie wir gekommen, verschwindet mein Aufseher. Nun tritt für mich das Schönste ein. was ich immer empfinde, wenn ich nachts allein im Walde sitze: Ein wunderbarer Zauber umgibt mich daun Ihr armen Menfchen. die Fhr das nickt kennt! Gefvensterhaft liegt vor mir die näcktlicke Tannenschonung. Rechts und links der Blöße ein tiefer Graben, an dessen Rand niederes Buschwerk und Tannen Gestalt annehmen. Dort senen Grenzstein sehe ick deut­lich sich bewegen, iene Fickte dort scheint furcht­bar groß zu fein, und doch kenne ich ste. Wie manchen Bruch habe ich von ihr gebrochen wenn ick mir tnr Sommer hier einen guten Bock holte! Fn solche Betrachtungen versunken, bemerke ick plötzNck schwere Wolkenmassen, die am Himmel entlanaiagen. Sollte wohl Schnee kommen? --Bestimmt weiß ich. daß dieses schwarze Etwas vorder nickt da war!

Fetzt erkenne ich es mein Goerz-Nachtalas «int mir deutlich einen kapitalen Keiler. .Den holst Du Dir." so denke ich, doch verwünscht! mein Fernrohr ist total bescklaoen! Heraus,ie- bende Nebel, die ich kaum bemerkt habe, machen , es mir unmöglich, das Fadenkreuz im Glas auf den Keiler zu bringen. Alles Wischen ist umsonst 1

gewöhnliches, blasses Cäsarenhaupt 1 Sinnbild neu erdichteter Macht,Bismarcks kolossaler Weitz- kopf der des jungen Deutschland: sie alle waren besondere Menschen, Genies, ganz große Ge­nies, ste sind unsterblich, und ihr Antlitz war ein besonderes.

Diese aber hier sind trivialer, unzeremoniös und unpersönlich, wohl berühmt, bekannt, ge­ehrt aber nicht die .großen" Männer. Denn unsere schnellwechjselnde, verwanolungssähige Zeit hat keine großen Männer nur bedeuten­de. So bunt und doch so einförmig, so unifor­miert wie ste selbst, sind diese Köpfe: Alle bart­los, sehnig, glattrasiert, sporttrainiert und ahne Pose. Politiker, Schauspieler, Sänger, Fiitaiz- leute, Sportleute: könnte man nach den Köpfen aus die einzelnen Berufe schließen? Henry FordS grauhaariger, junger Geierkops könnte er nicht ein Filmschauspieler sein für ele­gante ältere Intriganten rollen? Jnbegriss von Kraft und sportlicher Gewandtheit verkörpert Gene Tunney, der große Boxer mit dem sommersprossigen, fröhlichen Knabengesicht. Aber könnte sein Gesicht nicht ebensogut einem Helden des internationalen Kabaretts angehö­ren, der zärtliche Niggersongs flüstert wie Jack Smith?

Niemals könnte man die Berufe aus den Ge­sichtern ohne weiteres bestimmen und das ist typisch für das Gesicht nuferer Zett. Aber eine kleine Variante gibt d3 bei den folge wen bei­den Die hat Span und zielbewußte Kampf­leistung noch deutlicher gezeichnet. Das ist die wahre Apotheose unseres würdelos-kräftigen Jahrhunderts, hier lächeln die Göttler unserer Zeit: Babe Ruck, der gemütliche, liebenswürdi- ae Meister des Baseballs, den man auch in Deutschland ans dem Film kennt, der freund­lich lächelnde Mond für die ballspielende Ju­gend der 11. S A in verdunkelten Geistesnäc^ ten. Und last not least Lindbergb. der Sturm­vogel zweier Kontinente, im rasenden Flug die beiden Welten verbri'dernd. Er hat das ty­pischste Gesicht von allen für unsere ruhelose Zeit: er hat das angelsächsische, langgeschttittene Gesicht mit dem knabenhaften, jungen Sportlä- cheln. Da steht er und steht dich an: das bist du, in diesem Antlitz von Abwesenheit bei all wr darin verborgenen, gesammelten Kraft, hin­ter einer gleichgültigen Stirn liegt der geheime Sinn unserer Tage.

Guter Grund.

.Mama, wäre es nicht viel besser, wenn ^u 6j*. Zahnschmerzen hättest und nicht ichs- .Wieso besser?" .Na. Du kannst doch Zahne herausnehmen und ich nicht" ' '

Im tropischen Stevv-ngebiet st>ck die Ma­denhacker heimisch. Es sind ftarartige und sta­rengroße Vögel von unansehnlicher Färbung Diese haben eine besondere Vorliebe für Büf­fel und Nashörner, die ste von tierischen Schmarotzern gründlich reinigen. Das Verhält­nis zwischen beiden ist so innig geworden, daß man nur selten ein Nashorn ohne einen Trupp Madenhacker steht. Sie erweisen hrem Wirte aber auch noch andere Dienste, denn es sind scheue und aufmerksame Vögel, die alle Vorgänge ringsum m ßtrauifch veriolg-n und mit gellendem Geschrei davonstieben, sobald eine Gefahr sich naht. Das träge vor " ' ' sende Nashorn wird also durch berten Freunde rechtzeitig gewarnt sich zur Gegenwehr oder flüchtet. Tropenjäger haben versichert, daß möglich sei, an ein Nashorn ober fel, der von Madenhackern bedeckt ist, Schußweite heranzukommen.

Der Nebel ist verschwunden, so lautlos wie er gekommen ist. Klar ist wieder mein Glas am Fernrohr Unvergleichlich schön ist die Land­schaft geworden. Alles ist Raureif! Hast Du das schon gesehen, nachts den Raureif beim Mondesschein? Erlebe das, sieh das! Dori ist Mümmelmann, fast unter meinem Hochsitz doppelt er durch. Dort ist aber noch etwas an­deres. was vorher nicht da war! Deutlich sehe ich zwei schwarze Klumpen: immer näher und näher kommen sie: jetzt erkenne ich .Rotwild". Deutlich sehe ich das Geweih. Ist es möglich, auch der Andere scheint .auf" zu haben Die Entfernung schätzte ich auf 150 Meter. Im nächsten Augenblick sind es 100 Meter Da pfeift es. verwünschter Pfiff! mein Jagdaufseher kommt. Das eine Stück springt ab, das Andere verpafft. Den Aeser hoch, das Geweih zurück- aetoorfen. steht spitz vor mir ein Kapitalhirsch! Bruchteile einer Sekunde sind es. wo ich dieses alles sehe und erlebe. Schneller wie gedacht liegt mein Drilling im Arm: gerade fetzt sind keine Wolken vor dem Monde, jetzt lasse ich fliegen! Ein kurzer peitschenähnlicher Knall senk­recht auf richtet sich das Tier: wenige Fluchten naher zu mir heran, schon habe ich wieder ge­laden. Doch überflüssig scheint mir der zweite Schuß Ein tiefes Knorren, ein Hin- und ©er« wanken des mächtigen Körpers zeiaen mir an,

J«- Kugel aut sitzen muß Nochmal ein ttefeS Knorren bann bricht er zusammen. Nun hält mich nichts mehr.

In großem Sinne sehen sich alle unserer be­rühmten Zeitgenoffen-Köpse ähnlich: Die Le­bendigkeitskurve dieses Mundwinkels dem Schwung jener Stirn nachgebüdet, der jcharse Zug dieses Kinns dem energischen Nascnproiil gleich, früher gaben Maske, Bärte, originelle Sckcwfpielerköpfe das Gesicht der Zeit, heute ist es anders: Nur aus den Gesichtern jener Män­ner, die ganz im tätigen repräsentativen Le­ben, in Sport, Arbeit, in Begeisterung, in ru­heloser Kraftbewegung stehen, sehen uns die Feueraugen unserer ungehemmten Tage an.

Und dann, es sind keine irgendwie besonders merkwürdigen oder außergewöhnlichen Kopse wie früher, keine Frisuren, fein» Erzentritäten, die uns zum Symbol werden , keine Gesichter, die sofort auffallen. Früher gehen wir ganz zurück Heinrich TV. mit dem historischen Spitzbart war für das Frankreich, das Europa der RenaissaNee ein typifcher Ausdruck, Fried­richs des Großen fcharfgefchnittener Gemmen­kopf der des sterbenden Rokoko, Napoleons un-

Das Burft öer Statur.

Tiere, die sich gegenseitig helfen.

bet Jäger weiß davon zu erzählen, lote lym schon mancher Bock over Hirsch vergrämt worden ist, weil ein Eichelhäher vom Gezweig aus den Jäger erspähte und mir seinem häßls- cken Ruf die ganze Umgegend in Aufruhr ora$te. Eine ganze Reihe von Tieren richten sich nämlich nach den Warnungsruien solcher besonders scheuer Vogelarten. Wir kennen aber auch ein enges Zusammenleben gänzlich ver­schiedener Tierarten zum gegenseitigen Nutzen

So lebt am Nil ein Vogel, ?r den Namen Krokodilwächter führt. Ohne Sckeu spaziert dieser aus dem Rücken der r:esenhiftcn Ecksen herum und lieft zwischen ihrem Panzerschilo allerlei schmarotzendes ßleingcncr auf Ja. er spaziert sogar in den w-ilauizesperrten Rachen des Krokodils hinein und pickt hier zwischen den Zähnen Nahrungsreste oder die im Zahn­fleisch des Krokodils hangenoen Egel heraus. Die Krokodile lassen sich diese Freundschasts- dtenste gerne gefallen und wissen vielleicht auch aus Erfahrung, daß der kleine Kerl viel zu simk ist, als daß sie ihn durch Zuklappen des Rachens erhaschen könnten Andererseits hat auch die Panzerechse auf die Warnungsrufe des Krokodilwächters achten gelernt: sobald es diese hört, schiebt es sich schleunigst ins Wasser, weil es weiß, daß eine Gefahr im Anzug ist. So genießt also durch diesen Frenndschgjts« bund das Krokodil erhöhte S>cherhe.t und der Krokodilwächter einen reichbesetzten Tisch.

MelnDikrzchnender.

Ausgestellt auf der Grünen Maiwoche Nr. 133. Von Landlammerrat Cocnning,

Es war Abends, kurz nach 9 Uhr, am 5. November 1919, als mein Jagdaufseher in un­ser mollig durchwärmtes Jagdstübchen trat und sagte: .Nun haben Sie um 8 Uhr schon einen so guten Anlauf auf Hirsche gehabt, probieren Sie es doch noch einmal auf der anderen Seite!" Meine Einwendtingen nützten nichts, die Bit­ten meiner lieben Frau, meines guten Jagdka­meraden. halfen aber mit. Nur ungern entschloß ich mich, meinen schönen Platz am Ofen zu ver­lassen. wehte doch draußen ein recht scharfer Ost­wind und ich war von dem Heimgang noch so durchkaltet, daß ich nur schweren Herzens die­ses warme Plätzchen' verließ. Wer kennt es nicht von Euch Jägern, dieses Ausruhen, die­ses nochmal am Geiste Sichvorüberziehenl issen, schöner, unvergeßlicher Augenblicke, die so jeder Jagdansitz mit sich bringt! Habe ich aber ein­mal einen Entschluß gefaßt, habe ich ihn auch stets ausgesührt und schöne Fagderfolge haben gezeigt, daß es immer das Richtige gewesen ist.

Der Ansitz, den ick am Spätnachmittag bezo­gen batte, war ein fest massiger Hochsitz, nun sollte es schwerer werden. Eine ca. 7 Meter bohe Gabel eines Eichbaums war oer einzige Platz von dem sich mir die Möglichkeit bot. eine Blöße zu übersehen, auf der mein Jagdauffeher vor wenigen Tagen im Neuschnee die Fährte ei- nes kapitalen Hirsches gesehen.batte. Erst vor wenigen Tauen war an die Gabel dieses Eich­baumes eine Leiter gelehnt worden. Dort sollte ick mich anfetzen. Man denke sich diese Lage bei einer Kälte von ungefähr 12 Grad. Meinen Nef­fen. welcher mein Auto (das mir bei Ausübung der Jagd immer flute Dienste geleistet hatte) steuerte, bat ich. schnellstens den Wagen vorzu- fafiren Auch er schien wenig erbaut von mei­ner Bitte, noch weniger das Auto, welches abso­lut nicht anspringen wollte Doch endlich hörten wir die Mofchine laufen In einen dichten Pelz­mantel gehüllt, die Füße in dicken, warmen

Der Herr Begleiter.

Der Ersatz für den »Schatz"

.Das Leben im Spiegel der Annonce" würde der Titel zu einer interessanten kulturel­len Studie sein, wenn man sich einmal Mühe gäbe, ein wenig zwischen den Zeilen zu lesen. Bekanntlich stehen da meist die fesselndsten Dinge! Fällt mir da kürzlich eine Annonce in die Hände, die auch nicht gerade alltäglich ist: Gebild. Herr, weltgewandt, empf. sich als Tän­zer ob. Begleiter auf Bällen und Gesellschaften. Nur seriöse Angebote unter . . ." Der Zusatz .seriös" bekundet, daß dem betreffenden Herrn, trotz ober vielleicht gerade wegen feiner Bil­dung, doch ein gelinder Zweifel an der .Serio­sität" solcher Offerte kommt.

Auf jeden Fall gibt diese Annonce zu den­ken. Wie muß eine Kmlurepoche beschaffen fein, in der solch ein Angebot überhaupt denk­bar -st? Hier zeigt sich vor allem die gänzlich veränderte Geselligkeit nach dem Kriege. Das gesellschaftliche Leben spielt sich ja nicht mehr, wie ehemals, im Rahmen der Häuslichkeit ab, da die meisten kaum über einen passenden der­artigen Rahmen ckerfiigen. Es offenbart sich aber auch darin die anders geartete Stellung der heutigen Frauen und deren ständig zuneh­mende Selbständigkeit. Betreuende Eltern, begleitende Verwandte zu Veranüaungen und

Festlichkeiten sind ja fast überlebte Begriffe. Die Frau von heute, wenn es nicht paravox klingt, ist Mann genug, um allein auszugehen. Natürlich, wohlverstanden, in den meisten Fäl­len, mit einer befreundeten männlichen Beglei­tung. Doch scheint hier ein Haken bei dieser modernen Form der Geselligkeit zu fein. Da man sich nun nicht mehr in verwandtschaftlichen befreundeten oder zumindest bekannten Kreisen bewegt, ist man seiner persönlichen Beachtung in der gewünschten Weise nicht mehr sicher. Ober mit anderen Worten: entweder hat man einen Begleiter, der sich einem vollständig wid­met, ober man läuft Gefahr, trotz der zahlrei­chen Errungenschaften der Frauenbewegung zu schimmeln, ähnlich dem ominösen .Mauer­blümchen" von ehedem! Anscheinend hat aber nicht jedes weibliche Wesen solch einen beglei­tenden Freund. Ausgehen aber möchte es trotz­dem. Diesem Manko will der sich bestens emp­fohlen haltende Begleiter abhelfen. Ja, ja, cs gibt- halt merkwürdige Berufe auf der Welt! Sie mögen wohl nicht nach jedermanns Ge­schmack fein; aber es findet sich hall für alles irgendeiner!

Theoretisch ist die Sache tadellos, direkt e-nleuchtend. Wie aber in der Praris? Da scheint sie denn doch nicht ganz so einfach zu sein. Auf jeden Fall gehört doch eine tüchtige Portion Takt und Menschenkenntnis dazu, den bezahlten Begleiter, der seine Weltgewandtheit, seine Tanzkunst und seine Unterhaltungsgabe sozusagen stundenweise vermietet, abzugeben. Nimmt er nämlich seine seltsame Stellung le, diglich vom geschäftlichen Standpunkt ans so wird sich seine Arbeitgeberin schwerlich amüsie­rens und wenn er noch soviel mit ihr tanzt)! Läßt er dagegen ein mehr persönliches Element einfließen, so droht die zugcsicherte .Seriosität" in die Binsen zu gehen! Man sieht, der Herr Begleiter hat es nicht leicht!

Der hungrige Dichter

...und der hflselnußgrofte Diamant.

Der berühmte französische Dichter Paul Ver­laine machte einft eine Fußtour durch Süd- srankreich. Nach einer anstrengenden Wcmdc- rung von zehn Stunden kam er, todmüde vor Hunger und Durst, in einem kleinen Torfe an. übie gewöhnlich besaß er keinen Pfennig. Nichtsdestoweniger betrat er resolut d:o erste beste Herberge.Können Sie mir wohl sagen", fragte er die diensteifrig herbeieilende Winin, wieviel ein Diamant von der Größe einer Ha­selnuß w-ert ist?"

Die Frau sah den sonderbaren Gast von oben bis unten an. Er sah trotz allem vornehm aus, stellte sie fest, doch man konnte nie wissen. Vielleicht hatte er den Diamanten gestohlen und wußte nicht, was er damit anfangen sollte. Die Wirtin hoffte ein gutes Geschäft zu macken. Setzen Sie sich", begann sie, und bot ihm Wein und Esten an.Danke, ich habe schon gegeffen", schlng Verlaine das Anerbieten ab.Sie Wer» pfn doch wohl noch etwas esten können", drang die Wirtin in ihn.Nein, gewiß nicht. Ich nehme nie -weimal am Tage warmes Essen " Ach was", erwiderte die habgierige Wirtin. .Esten und trinken Sie bann auf meine Ge- unbheit."

Verlaine ließ sich nun nicht länger bitten. Er unb trank für drei. Als er qefättigt war, e$te sich die Wirtin zu ihm, und fragte ganz diplomatisch nach näheren Einzelheiten über den Diamanten.Aber liebe Frau", antwortete der arme Dichter erstaunt,Sie glauben doch wohl nickt, daß ich einen solchen Diamanten besitze?" .Aber warum sprechen Sie denn davon?" rief te erbittert.Das ist so", sagte der Dichter reundlich,heute morgen sah ich in Marseille in dem Schaufenster eines Juweliers einen Dia- rnanten in Haselnußgröße liegen, und die ganze Zeit frage ich mich immer, was der Diamant wohl für einen Wert haben mag. Ich sehe l«-

.Sie mir auch nicht helfen können. Es ist wohl das beste, ich gehe. Meinen besten Dank mr die ausgezeichnete Mahlzeit. M Nisten, ihm zurück. Mit gestochener Büchse treten wir zu dem verendeten Hirsch. Vierzehn Enden zahlen wir, der Alte ist es, dem mein Ansitz ge- aoltcn Ein Kapitalhirsch für unsere hiesigen Verhältnisse. Jetzt kommt auch mein Neffe. .-Hol meine Frau!" rufe ich ihm zu: schon ist er fort Solches Erleben muß man gemeinsam ge» Meßen, solche Freude gönne ich mir nicht allein. Sprechen kann ick nichts, nur stehen und ftaunen! Es dauert gar nicht lange, da höre ich das Auto wieder und atemlos kommt mein ge* treuer Jagdkamerad. Vom nahen Eichenstamm ^.rickt sie den Bruch, fest preßt sie ihn auf den Stich des Hirsches aus dem Tropfen für Trop- fen Schweiß den Boden rot färbt. Dann gibt rte mir den Bruch mit dem herzlichen Weid­mannsheil' Jetzt hält's mich nickt mehr länger, ick ntfe-Hirsch tot! Hut ab!" Und so will ich e» immer halten, diese stille Todesandach: muß fetn, darf nie vergessen werden! Das ist des ^?^^.'^^reMckild. weidmännisch zu jagen, ckren! Z fie6ort ben Schöpfer im Geschöpf zu

Ich möchte ben Hirsch hier nachts nicht liegen lassen, zu unsicker ist mir bte Geaenb. So schicke ick denn meinen Neffen und meinen Aufseher Ä l"4 deute mit einem Wagen zu oolen Meine Fran und ich aber aber bleiben bei dem verendeten Recken Vergessen ist der »midende Ostwind, wir sprechen nicht viel, im- müssen wir das mächtige Geweih Wundern Und fetzt erreicht die Stimmung ' rs fangt an zu schneien! Dick- Könw^^r bie blocken und decken den skontq der Walder zu.

, Un8 »eiben wirb dieses Erleben unvergeß- ^L^/Iben: und stehen wir heute vor dem tonn« m»rb ro»rat,lfrierlen ^"pse. dann denken wir im«

®til*tieber. Du wunderbare ^ocht im Deutschen Märchenwaldc?!