Kasseler Neueste Nachrichten
Kasseler Abendzeitung
Hessische Abendzeitung
ginmmer 112
Sonnabend, x2» Mai 1928.
18. Jahrgang
Einzelpreis: Wochentags 10 Pfennig.
Einzelpreis: Sonntags 20 Pfennig.
Auch England will nicht räumen
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der Rückkehr
as fangen wir damit an?
«ber die andern ... — Ganz in
ganzen englische« Reiches und durch Dominions.
sämtliche
überschritten den Gelben Fluß und
mene Einhaltung des Versailler Vertrage- be. dacht fein, wie dieser beim Frankfurter Vertrag.
men werde. Hier lägen die Grenzen der deutsch- franzöfischen Annäherung. Amerikas Botschafter Tchürman könne davon überzeugt fein, daß eine
weil sie de« etwas Uno Die Begrün
London. 11. Mai. Im Unterhause erklärte der UnterftaatSsekretär für AeutzereS, Locker
giums von achi deutscher und '
Die Lieblinge Amerikas.
Ehicago. 11 Mai. Die Bremenflieger Würben bei der Landung von einer riesigen Menschenmenge begeistert begrüßt. Zu ihrem Empfang waren der Bürgermeister und Vertreter bet Staatsbehörden erschienen.
Gebt uns Brot!
Der deutsche BerzweislungSkampf in Nord- schleSwig.
7!tilitflr.®rrobtfhung noch sehr fern
Brüssel, 11. Mai. Der ÄriegSminIster hat eine Vorlage eingebracht, wonach im Jahre
Der Wunsch Aller sei, daß das Abkommen gemeinsam unterzeichnet werde, also im Namen deS ganzen englische« Reiches und durch
Reifen wird teurer!
Dafür gibt es große Reformen.
bahnteusbaltes für 1828 «an «nb in ter Lage, «nieten Lei, eff”uk°§lB6bn<fetPtt “tote« R w etdifnen, bie wir leider i Warnung beschließe« müsse«.
Gesprengte Stadtmauern
Die Südchinesen aus der Flucht. — Die Japaner Herren von Tsinaufu.
Sottbon, 11. Mat. AuS englischer Quelle wirb aus der KingSbay bestätigt, daß einige der italienischen Alpenjäger, die sich unter der Mannschaft des Dampfers Cita de Milano befanden, gemeutert haben. Sie weigerten sich, sich von General Nobile am Nordpol absetzen zu lassen, um dort meteorologische Messungen anzustellen. Die Meuterer hatten erklärt, daß sie bei der Abreise keine derartigen Verpflichtungen übernommen hätte«, die einem Selbstmord gleich zu achten wären.
Der Diktator lützl dementieren
Rom, 11 Mai. (Eigene Drahtmeldung.) Gegenüber den Meutereigerüchten aus lingsbay verlautet halbamtlich, baß die vier Bersaglieri lediglich bei der Neuproviantierung des Luftschiffes „Italia" an der ExpeditionsbasiS in Sings-
jauf bas die Kopenhagensche Presse offensichtlich nervös reagierte, in allen Städten und Dörfern des dänischen Schleswig der Aufruf eines Kolle- htzig nordschleswigschen Männern dänischer Muttersprache angeschlo-
Eie meutern gegen... den Nordpol
Nobile» Alpenjäger wollen sich nicht aus setzen lassen. — Seine Lust zum Selbstmord.
London, 11. Mal (Eigene Drahtmeldung.) Auf eine Anfrage Macdonalds erwiderte Chamberlain im Unterhaus, er hoffe, daß der KriegSächtungSpakt zu einem befriedigenden Resultat führen und dadurch wirklich zum Weltfrieden beitragen möge. (Lebh. Beifall.) Diese Angelegenheit habe sich durch seine Abwesenheit verzögerl Außerdem habe man die Dominion» befrage« müsse«.
Lampson, bie Rhein-Räumung müsse int Einklang mit Belgien unb Frankreich und mit der Reparationsfrage behandeft werden. Das Problem der Reparationen fei einer Praktischen Lösung nahe gerückt. Niemand würde sich mehr freuen, als die Regierung, wenn die Rheinlandbesatzung früher zu einem Ende käme, als man noch vor einigen Jahre« für möglich hielt. Locker-Lampson spielte weiter auf bi« Verminderung der Truppe« a« und be- tonte scharf, biS zum Ablauf des Versailler Ber- trageS sei die Regierung voll berechtigt am Rhein Truppen zu unterhalten. (!) Die Räumung wäre zwar leichter, aber eS sei schwer, Reparation»- und Besatzungsfragen von einander zu trenne». (!)
die Reparatur des Flugzeugs „Bremen", an der Flugzeugführer Cutsinier »nd ein Mechaniker in Greenly Island arbeiteten, fertiggestelll ist. Der Abflug ist noch nicht kestgesetzt. Die Btemenflicqer werben nm 22. Mai in Quebec erwartet.
Sie lassen von Versailles nichts ob.
Eine scharfe Attacke gegen Streseman«. — Rur Frankreich bars Europa regieren. - Erst zah- len, dann räumen. — Bismarck-Stresemann.
In Nordschleswig vollziehen sich zur Zeit Vorgänge, die von größter national-politischer Bedeutung unb andererseits geeignet sind, starkes wirtschaftspolitisches Interesse zu erwecken. Dänemark ist es 1920 gelungen, durch eine mit französisch-englischen Bajonetten erpreßte en-bloc-Ab- ftimmung die plattdänisch-niederdeutschen Lande zwischen Königsau und Flensburger Förde — und damit zum ersten Male in der Beschichte einen Teil Schleswig-Holsteins — sich einzuve leiben. Dänemark ist im Laufe der acht Iah der Neuerwerbung“ nie recht froh geworden — aber im großen und ganzen sah es von ferne doch fo aus, als fühlten sich bie Nordschleswig- Dänen in ihrer Gesamtheit als unbedingte Reichsdänen. Diese Anschauung .jirb nun durch die Vorgänge der letzten Jahre in Nordfchleswig
dem Kopenhagenschen .Sudjüiland“ — gründlich revidiert. Die fchleswigschen, dänisch sprechenden Landwirte, Handwerker und Arbeiter ,bie sich durch verschiedene politische
und wirtschatfliche Maßnahmen bezw, Nachlässigkeiten Kopenhagens betrogen ober benachteiligt fühlten, gaben ihrer Unzufriedenheit in vielen Kundgebungen und Bewegungen Ausdruck, die immer heftiger und regierungsfeindlicher wurden. Am bekanntesten ist durch ihr lautes Gebaren die durch den Renegaten Cornelius Petersen angeführte .Revolte" geworden. Die Deutschen, die gleichfalls unter den reichsdänischen Maßnahmen Wirtschaftlich leiden, verhielten sich bisher abwartend unter ihrem Führer Schmidt- Wodder.
Nunmehr ist nach langem heimlichen Geranne,
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(allein 1927 in Nordschleswig 381), Bekämpfung ber Arbeitslosigkeit durch Meliorationsarbeiten, Besserung bei Absatzmöglichkeiten ufw.
Gerechtfertigt und moralisch begründet werden die finanziellen Forderungen damit, daß das .ganze Guthaben Dänemarks m Nordschleswig verdient ist*: durch ungebührlichen Gewinn bei 1919 in Mark gezahlten, aber auf Kronen lautenden Darlehen, durch Aufkauf von Besitzungen 1919 mit Wertloser Mark, durch a n o r. malenKursgewinn bei Kreditvereinsdar. lehn, durch einen Zinsfuß, der den normalen umS Doppelte, ja Dreifache überstiegen- hat, unb durch die Wertsteigerung der fo erreich- te« Gutachten um zwei Drittel, als Folge der
Zur Erneuerung deS Oberbaues gehört vor allem die Gleiserneuerung im Umfang von vier Prozent der Gesamtanlagen, fodaß alfo rund 3200 Kilometer an laufenden Gleiserneuerungen jährlich stattzufinden hätten. Die Reichsbahn hat aber im letzten Jahre nur 1400 Kilometer erneuert Das ist ein Raubbau, dem man nicht ohne Besorgnis zusehen kann. Dazu kommen Neubelastungen aus den ReparationSgefetze« und Lohnverbesserungen, die Millionensümmen ausmachen. Veränderungen in den Personen- und Gütertarifen mit steigender Tendenz sind in den letzten Jahren glücklicherweise selten gewesen. sodaß die Oesfentlichkeit mit Recht übet bie neuen Verteuerungsabsichten stark befremdet ist Und zwar will man dem Personenverkehr zu einem Drittel und den Güterverkehr zu zwei Dritteln eine Gesamttarifsteigerung von 250 Millionen Mark mtferlegen wofür die Denkschrift eine ausführliche Begründung enthält. Wir erfahren zuverlässig, daß tm Personenverkehr die Arbeiter-Wochenkarte«. Monatskarten, Sonntagskarten und andere
Zeitkarten keine Erhöhung
erhalten sollen und das beim Güterverkehr bie Waren unter Ausnahmetarif weitgehende Schonung erfahren werden. Dennoch müssen au- beiden Betriebszweigen insgesamt 250 Millionen Mark herauSgehslt werden. Für den Personenverkehr plant bie Reichsbahn allerdings bie sicher volkstümliche Einführung des Zwei- klassensvftems. Die erste Klasse soll ganz verschwinden: die zweite unb dritte Klaffe werben zu einer Polsterklasse zusammengelegt unb vierte Klasse kommt ebenfalls in Fortfall zugunsten einer Holzklasse von der Art der jetzigen dritte« Klasse. Wir erfahre« von bestunterrichteter Seite, daß für bie Polsterklasse sämtliche jetzt verfügbaren Wagen zweiter Klasse verwandt werden und daß auch die neuen Wagen dieser . neue« EinbeitSklasse der zweite« nicht nachstehen sollen und daß die jetzige dritte Klasse als Hol,- klasse in naher Zukunft de« Fahrgästen der vierten Klasse verfügbar gemacht werden soll. Die Wagen vierter Klasse verschwinden völlig auS dem Verkehr. Die Reisenden
vierter Klaffe werben eine Tarifsteigernng von rund 10 Prozent
auf sich nehmen müssen, während bie neuen Polsterklassen zum eineinhalbfachen deS Hol,- klassentartses gefahren Werben soll Durch diese Reform erwartet die Reichsbahn BelriebSvrr- bintnungen und also eine mittelbare Einnahmeverbesserung. Zumal fast 82 Prozent aller Reisen in der vierten Klasse zurückgelegt werden. Die Steigerung der Gütertarife fällt Weniger stark verzuckert aus, Wenn auch die verbilligten Ausnahmetarife für Waren. Wie Kartoffeln und ähnliche nnverändert bleiben sollen. Die Hauptgefahr ber Gütertariferhöhun- aen ist ja immer eine neuansteigende Preiswelle. Natürlich kann sich niemand mit btefer geradezu verhängnisvollen Preispolitik einverstanden erklären. Wenn sie auch noch fo gut fundiert ist. Tagtäglich sehen wir wie die Löhne den Preisen nacWlettern. und wie dann wieder die Industrie (Eisen. Kohle ufw.) durch Aufschlag herein,u- holen sucht, welcher in höheren Löhnen abgeht. Natürlich erhöht niemand auS Mutwillen und die Reichsbahn gewiß am letzten. Aber wenn hier nicht bie staatlichen Stellen mit gutem Beispiel vorangehen, dann ist ein Ende ber Teue- rungswelle überhaupt nicht abzusehen. Wir er- beben hier nochmals warnend untere Stimme. Hoffentlich schlafen der Reichsarbeitsminister und feine Kollegen nicht um dieser unheilvollen Entwicklung rechtzeitig einen Riegel vorzuschieben.
Heute Ausbruch zum Nordpol!
Die „Italia^ heute morgen abgefloge«.
KtngSbah, 11. Mal (Durch Funkspruch) Die „Italia^ ist um sechs Uhr Vormittags zu ihrer Rordpol-trxpediiiou gestartet.
flnjetflenoreife: »«tetmtfdx «elchäks-axigen Me mm-äetle 10 A. ««»wäntge «SeilbatrSanzetge» die mw-.-ieile io A. ftamtltenflnietac« Me mm-Seile 10 3. Kleine Anzeigen an» Kassel teS Wort S A. auswärtige klein« Anzeigen bie mm- .Beile 10 A. Reklamen tut mm.Meile 88 A. Cttertatbübt 26 A ioet Zustellung 8s Ai. rNecbnungsdeiräge innerhalb 5 Tagen zahlbar Atli bie Richngkeii aller bnnb sternivrecker auigeaebenen Anzeigen sowie fflt flnfnabmrtattn unb Plätze kann «ichi earentlett werten, ftflr Anzeigen mH besonders schwierigem Satz IOC Prozent Ausschlag Druckerei: Schlach'boiftr mn ««schSssSftellei »blnisckeftr 6.
gen worden, der zehn gemeinfame Forderungen an die Kopenhagener Regierung stellt: „um dem Ruin des Landes vorzubeugeu unb einen bauernben nationalen Frieden zu sichern“. Dieser Aufruf, der in Dänemark großes Aufsehen erregte, ist die Einleitung einer große« anwachenden Volksbewegung. Das Kennzeichnende und wlitisch Bedeutsame des Stufrur» und seines tarfen Widerhalls in der gesamten Bevölkerung st bie Tatsache, daß über die nationale Spal- Sunb über die soziale Schichtung Nordschles- hinweg ein g e m e in s a m e r W i l l e des unorganisch und in Verachtung historischer Zusammenhänge in den Staat Dänemark eingesüg- ten LandeSteileS nach Gestaltung drängt und sich burchzusetzen beginnt An der Spitze der Forderungen steht das Verlangen nach einem weitgehenden inneren Selbstbestimmungsrecht und einer Selbstverwaltung durch einen ISköpsigen Nordschleswigschen Rat Die Bedeutung dieser Forderung kann auch durch die Schlußbemerkung, baß „die staatsrechtliche Verbindung mit Dänemark durch die Forderungen nicht berührt Wirb“ nicht abgeschwächt werden.
Grundlage und Anstoß dieser „SammlungS- veweguna“ (auch nach einem deutschen Bauern, führer „Leybewegung“ genannt) ist die kata- strophale Wirtschaftslage RordschleS- wigs —, mit ber sich denn auch der größte Teil ber Forderungen befaßt Der bis auf wenige Landstädte rein agrarische LandeStell schuldete »18 Ganzes „nach außen“ zu deutsche« Zeiten vor dem Kriege 105 Mill. Mark. Zur Zeit der Abstimmung war bie Verschuldung infolge der Kriegskonjunkturen nahezu null. Am 1 Februar 1928 dagegen lastete aus den norbschleswigschen Grundbesitzern eine Schuldenlast von mindesten rfhundert Mill. Kronen. Diese Schuldenlast
so hoch, daß die Zinsen erneut geliehen werben müssen. Hinzu kommt, daß die Lage der bänischen Landwirtschaft durchaus nicht so glanzend ist. wie man allgemein in Deutschland eS darzustellen beliebt, sondern tm Gegenteil in einer starken Krise steckt ES handelt sich sowohl um eine Finanzkrise, hervorgerufen durch die Krediteinschrankungspolitik der Dänischen Nationalbank und durch da» Steigen des Kronen!urse» bis pari, — wie um eine Absatzkrtse infolge des englischen Bestrebens. seinen Lebensmittelbedarf, insbesondere Eier und Butter, bei den Dominions zu decken. Die Forderung geht nun dahin, daß durch dänische Staatsmittel die durch mseldänifche Maßnahmen hervorgerufene bezw. geförderte Verschuldung vermindert wirb. Durch einen g e • setzmäßigen ZwanaSvergleich sollen die Schuldenverhältnifse nach einer festen Skala herabgeschrieben werden. — Ber- langt werde« weiterhin: Ermäßigung deS Zinsfußes, Niederschlagung von ZwangSaukttonen
Kronensteigerung im Jahre 1925. ES erübrigt sich, diesen Forderungen und ihrer Begründung (die hier natürlich nur angebeutet werden tonnen) etwas hinzuxufügcn — Ausfällig ist bie In vielem bestehende Parallelität mit der Lage und ben Forderungen ber reichsdeutschen Landwirt- schäft Hier wie dort mangelnde Rentabilität der Betriebe, hier wie in verstärktem Maße dort der Kampf mit der Verschuldung, der Kampf mit den Praktiken des BanftapitalS und der Spekulation auf billige Bobenpreise, — hier wie dort bei ben auslandsdeutschen Brüdern und ihren Jütisch sprechenden Letter« ber Kampf um Heim n«b Hof, um gesicherte Arbeit auf dem angestammten Besitz. F. K,
Tokio, 11 Mai. Eine Meldung au« Tfinonfu Widerstand leisteten, eine Festsetzung an der Um- b-sagt, daß die japanischen Truppen die Stadl- waSung unmöglich zu machen. Die chinesischen mauer in bie Luft gesprengt haben, um Truppen würben bann aus ber Stadt gedrängt, den noch innerhalb ber Stadt verbliebenen süd- überschrftten bett Gelben Fluß und fluchteten in chinefischen Streitkräften, die einen energischen nördlicher Richtung.
$"**§,11. R,??Dr ^Strrsemanns ^ese! **ffen werde. Rach dem Versailler Vertrag könne
die Räumung erst stattfinpen, wenn das Repara- rps tutom tionSproblem endgültig gelöst sei, wenn auch ohne ' Rückkehr einer Politik Bisma rck s zustim- vollständige Bezahlung. Stresemann werde alS Schüler BiSmarckS sicherlich ebenso aus vollkom-