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Kasseler Neueste Nachrichten

Kasseler Abendzeitung

t'k «jflelti Ätutften 1tad>rii6ten ed6einen wSckeini-ch «echsmal nad>mtttafl6 D« AbounemcntsvrkiS beträgt für bett Monat 2.20 Jl bei freier Zustellung inS Haus, in der Geschäftsstelle abgebolt l. Jl. Durch die Poft monatlich 3.20 Jl iuo'chbesO ch .inftdliinawbubt rttmtpretbet *M und «52 ,>üt unoerliingr e nge' inbte tHetträae kann die tllekift'on eme <<er<intn>artunp oder Gewädr tn fe nem *gne ttbernehmen Mlfirfi.ibltina des Beruaoaeldes oder flnfprüdie wegen e_ro tttet n-a>, ordnunasmdfi'get Viefentno tft auSaeichlosten Postscheckkonto rtrin?'"urt a M »stummer UM' S-ntelniimmer 1(1 4 Lonntagsnummer tü1 A

Hessische Abendzeitung

flnieteenpretfe: Itrnbeimtltbe SefLäftSanaeigen de mm-Zeile 10 4. auswärtige GeichäitSan,eigen die wm-Zetle 10 4. ^amtltenanieigen die Mw-Zeile 10 4 lkletne Äitzeigen ans «kastel das Wort 5 4. auswärtige kleine Anzeigen die tum- Zeile IU 4. Reklamen 6't mm-Seile 88 4. Cffertaebübr »35 4 (bet Zustellung is 4t. Rechnungsbeträge tnnerbalb 5 Tagen zablbnr Äüt dte Richngkert aller durch skernlorecher anigeaevenen Anzeigen fproie für Änfnahmebaten und Plätze kann nicht garantien werden. AÜr Anzeigen mit befonderb schwierigem Latz 10t Prozent Ausschlag Druckerei: Lchlachtüosstr »28811. Geschäftsstelle: Kölnischeste 6

Nummer 106.

Einzelpreis: Wochenlags 10 Pfennig.

Sonnabend, 5. Mal 1928.

Einzelpreis: Sonntags 20 Pfennig.

18. Jahrgang

Japans Heer ringt gegen Lhina.

Zu viel Ehre.

Wie uns Aoierika heute bewundert.

Von Dr. Paul Rohrbach.

Ak MlI MN UW N Wil

Ernste Verluste auf beiden Seiten. Die Lage spitzt sich zu.

Roch nie erlebt.

Rewyork in höchster Fliegcr Ekstase. (Bericht eines Augenzeugen vom Einzug.)

Von 1820 bis 1914 sind rund fünf Millionen Deutsche als Einwanderer in den Häfen der Vereinigten Staaten gelandet, und man kann fa­ßen ,daß ein Viertel vom Blut der heutigen wei­ßen Bevölkerung Nordamerikas deutsches Blut ist. Kein anderes Volk der Welt hat ein |o stur­stes deutsches Bluterbe in sich ausgenommen Allerdings, dies ganze Deutschtum in Amer'ka ist sprachlich untergcgangen, aber es ist nicht zu vergessen, daß bei der zunehmenden Kinderarmut gerade des angelsächsischen Amerikanertums oer Prozentsatz deutscher Nachkommenschaft auch ohne den weiteren Einwandcrerzuwachs im Steigen begriffen ist. Die geistigen deutschen Einflüsse waren besonders lebendig auf cheologtschem Ge­biet. Kaum ein deutscher Professor hat so viel bedeutende amerikanische Schüler gehabt, Wie Adolf von Harnack. Neben Berlin war Heidel berg die von Amerikanern am meisten besuchte deutsche Universität und nicht nur besucht son­dern auch geliebt, wie die vor kurzem erfolgte große amerikanische Sti^ung jetzt noch beweist. Dann wurde allmählich ein Wechsel der Einstel­lung drüben bemerkbar. Als Prinz Heinrich im Jahre 1902- unter großen äußeren Ehren, die Vereinigten Staaten besuchte, ließ sich bereits kein innerer Kontakt zwischen der amerikanischen Durchschnitttsstimmung und dem Wilhelmtni- zchen Deutschland mehr Herstellen. Der Amerika­ner, dem es glückte, den deutschen Kaiser zu sehen, war zwar immer noch begeistert, bis hinein in den Sommer, tn dem der Weltkrieg ausbrach aber diese Art von Interesse für die Person Wil­helms li. und für die Aufnahme an seinem Hof blieb fruchtlos für dte gefühlsmäßige Einstellung gegen deutsche Politik und deutsche Art. Auf o<x andern Seite fing eine zwanzigjährige ,mit höch­stem Geschick betriebene französische Pro­paganda an, bei der führenden Schicht in Amerika Wurezl zu schlagen. Schon vor dem Kriege konnte man in amerikanischen Schulbü­chern die ganze französische Legende von Bis­marck als dem gewissenlosen Gewaltmenschen und dem von ihm verschuldeten Ausbruch des Krieges von 1870 gegen das friedliebende Frank­reich lesen.

Wie Amerika dann in den Krieg gebracht wurde, ist heute so bekannt, daß man nicht mehr darüber zu sprechen braucht. Bei Friedensschlutz war die amerikanische Stimmung auf das hef­tigste gegen Deutschland gekehrt. Erst von 19-2-1 ah wurden Anzeichen eines Wandels bemerk­bar; weniger als Folge deutscher Einwirkung, sondern mehr aus dem allmähligen Begreifen heraus, daß Frankreich, der Sieger von Amerikas Gnaden, sich als einen viel schlimmeren Mi­litaristen bewies als das kaiserliche Deutschland je gewesen war. Auch trugen Veröffentlichungen wie das vielgelesene Buch des Richters Baus­mann .eines Stockamerikaners, dazu bei, wenig­stens einem Teil der Gebildeten die Augen oar- über zu öffnen, daß nicht Deutschland, sondern Frankreich und Rußland den Krieg ge­wollt hatten. Noch stärker wirkte, weil inzwi­schen die Stimmung sich weiter aufgelodert hatte, das 1926 geschriebene Buch von H. F. Barnes über die Entstehung des Weltkrieges. Wirklich gebrochen wurde das Eis zum ersten Mal durch dte Ankunft des Zeppelinschtffes unter Eckener. DieS Ereignis brachte endlich wieder ein Stück innerer Fühlung, hervorgehend aus einer der besten Eigenschaften des amerikanischen Charakters: der Fähigkeit niedlosen Bewunderns auch für die fremde Leistung. Dasselbe gilt heute gegenüber den deutschen O z e a n f l i e g e r n, oie als erste den Ozean von Osten nach Westen über­wunden haben. Dasselbe, was das ganze atner- konische Volk gegenüber solchen imponierenden Rekords empfindet ,daS empfindet der «merika- nische Politiker und Finanzmann großen Stils gegenüber einer so unerhörten Leistung, wie der Wiederherstellung der deutschen Valuta aus ihrem Zusammenbruch. In gewiflem Sinne ist ganz Deutschland, in seinem heutigen Zustand des Wiederaufbaues aus eigener Kraft, für neu Amerikaner ein Objekt bewundernder Anerken­nung. und man wird fast schon bedenklich, wem- man sieht, wie förmlich einedeutsche Legende" im Entstehen begriffen ist.

Von diesen Voraussetzungen auS müssen auch die Verhandlungen über den großen Aniikriegs- pakt betrachtet werden, die eben zur zustimmen den deutschen Antwortnote nach Washington ge­führt haben Die Rote ist gut, und sie ist andi in der Form geeigneter, als manche früheren Er­zeugnisse deutscher Notenschriftstellerei. Was hr vielleicht fehlt, ist die bei amerikanischen, engli schen und französischen diplomatischen Schrift-

London, 4. Mai. AuS Schanghai wird be­kannt: Zwischen Japan und dem nationalistischen China scheint sich infolge der Zusammenstöße zwischen japanischen und nationalistischen Trnp pen in Tsinanfu eine ernste Lage zu entwickeln. Die japanischen Verluste betragen fünf Tote und zwanzig Verwundete. Außerdem wurden viele japanische Einwohner getötet. Die Verluste der chinesischen Truppen werden auf achthundert Mann geschätzt.

* * *

Dis Herren von Tsingtau.

Japaner entwaffnen Nordtruppen.

London, 4. Mai. (Eigens Drahtmeldung.) Die japanischen Streitkräfte in China haben Truppen um Tsingtau gesammelt und lasten keine Kämpfe innerhalb dieses Bezirks zu. Zweitausend nordchinesische Soldaten in Tsing­tau drohen Schwierigkeiten zu machen, wenn ihnen nicht die Handelskammer eine bestimmte Geldsumme aushändigt. Die Entwaffnung

dieser Streitkräfte und ihre Verschickung hat be­reits begonnen.

* * *

Nach dem ersten Gefecht.

Wird weiteres Unheil vermieden?

Peking, 4. Mai. (Funkdienst.) Nachrichten aus Tsinanfu zufolge gelang es, den chinefl- schen Truvven so leicht, in das iapanische Vier­tel einzudringen, well die Drahtsperre» wegen des tUi/ibCn rv-rtMiens oer ch.ncg,aien Trup­pen am Tage vorher. weggenommen worden waren. Das Gefecht hat mehrere Stunden ge- naitcrt

Tientsie«, 44. Mai. (Durch Funkspruch.) Ja» imtdfdie Fnnksprücke ans Tsinanfu melden, dast die japanischen Behörden und der Komman- dani der chir-efischo.i '.iraimnaitruppcn fick be­mühen, die Kämpfe zwischen den chinesischen »ins iapaniscken >'nnv en u unterdrücken Man glaubt, daß Ausländer getötet wurden. Einzelheiten fehlen indesteu noch.

SieStalin" schon über Norwegen Heute morgen Zwischenlandnngzum Gas-Nachfüllen.

Bardü, 4. Mai. Nachdem daS Luftschiff Italia" den Bottnischen Meerbusen passiert hatte,nahm es über den Wäldern und Hügeln Finnlands Kurs auf Vardö. Die Funkstation BardS steht in Verbindung mit derItalia", die ihre Ankunft in Vardö gegen 8,30 Uhr vormit­tags anmeldete. Es herrscht ruhiges, schönes Wetter.

Vadsö, 4. Mai. DieItalia" wird hier gegen Morgen erwartet. Das Wetter ist schön mit le Ach­ter Brise. Das Luftschiff wird bei der Landung von Soldaten unterstützt werden, sowie von Fi scher-Mannfchaften. Alles ist für den Empfang bereit. Heute abend werden südliche schwache Winde mit bewölktem Himmel von der Söro-Jn- sel zwischen Spitzbergen gemeldet. Auf Spitzber­gen ist bedeckter Himmel.

* * * Alles geht gut.

Landung nicht vor 10 Uhr vormittags.

gens folgenden Funkspruch von Nobile:Jetzt sind wir über Rovanieni (Finnland), alles geht gut." Er stehe auch mit dem DampferZitta de Milano" in der Kingsbay in Verbindung. Vadsö dürfte nicht vor 9 oder 10 Uhr früh von der Italia erreicht werden.

*

DieStalla" wieder auf Sanft.

Badsoe, 4. Mai, (Eigener Drahtbericht.) Die ,Italia" landete heute vormittag 9 Uhr 10 Mi­nuten in Badsoe im Baranger Fjord.

Bricht er ften Dautrfhia-OMorft ?

Rewyork, 4. Mai. Leutnant Thomas

Rom, 4. Mai. (Eigene Drahtmeldung.) Die

römische Radiostation erhiell um 3,15 Uhr mor- Flugzeug.

macht z. Zt. den Versuch, einen neuen Dauer­flugrekord auszustellen, um 4,20 Uhr nachmit­tags halte er die Hälfte der dazu erforder­lichen Zeit erreicht. Er befindet sich allein im

Sie legen das Elsaß in Ketten.

Riesige Festungsbauten stehen bevor. Gegen die Autonomisten und Deutschland.

Paris, 4. Mai. Eine französische Zeitutig teilt mit, daß das Kriegsministerium in kurzer Zeit Festungsbauten im Elsaß und in Lothringen errichten werde. Es handelte sich zum großen Teile um den Bau strategischer Eisenbahnen, Unterstände und strategischer Straßen usw. Die Arbeiten würden fünfzig Millionen Franks kosten.

* * *

So sprechen Sozialisten.

Man soll das Elsaß niederknüppeln?

London, 4. Mai. Ein Parifer Soziattsten- 6tatt verlangt u. Die Elsaß-Lothringer hätten für die Erhaltung ihrer Kirche selbst aufzu­kommen Allen Staatsrennern und Staatsange- gestellten, die gegen Frankreich agitierten, müsse das Gehalt entzogen (!) werden. Diejenigen, die nicht zufrieden sind, sollten nach Deutschland auswandern (!) und schließlich müsse die Re­gierung für die Herausgabe der in deutscher Sprache erscheinenden Zeitungen sorgen, die den französischen Standtpunkt fest vertreten. Die Regierung habe das Recht, jede Zeitung zu un- terdücken die eine franzosenfeindliche Propagan­da betreibe. Es sei Zeit zum Handeln, wenn Frankreich das Elsaß nicht verlieren wolle.

Smften unter RommuniftenreoUnrnt.

Emden, 4 Mai In der gestrigen ersten Sitzung de»Z neuen Bürgervorstcheikolleginms stücken nie unterlassene Formulierung des The­mas in einem Schlagwort ober einem kurzen schlagwortartigen Satz, der dazu geeignet uni bestimmt ist, gleichzeitig mit der Veröfsentlichun, des Dokuments durch Kabel und Funkspruch übe- die Welt getragen zu werden. Diese Technik emp sieblt sich für die moderne politische Welt und sollte auch von deutscher Seite befolgt werden.

wurden bei der Wahl des Büros als Wortfüh­rer der kommunistische Bürgrivorsteher Wendt, a!S Stellvertreter und erster u. zweiter Schrift­führer drei weitere kommunistische BÜrger- vorsteher gewählt. Die Bürgerlichen legten Protest ein.

England schließt sich nicht aus

Aber was wird aus dem Antikriegspakt?

London, 4. Mai. Ein diplomatischer Korre­spondent erwartet, daß England den amerikani­schen Vorschlag begrüßen wird. Die Antwort wird die britischen Verpflichtungen aufzählen und die Ansicht betonen, daß der vorgeschlagene Pakt in keiner Weise mit diesen Verpflichtungen in Widerspruch stehen darf. Die britische Regie rung werde aber ebenso wie die deutsche an je., kicher Erörterung teilnehmen ,um die endgülti­gen Bedingungen dieses Paktes zu formulieren.

London, 4. Mai. (Eigene Drahtmeldung Zum Antikriegspakt soll England eine Konferenz von Juristen vorgeschlagen haben um die Rechts punkte des Kelloggschen Vorschlages zu studieren

Der et Sonvorv-epuk in Haag.

Haag, 4. Mai. In der Völkerbundskom­mission zur Untersuchung des St. Gotthard- zwischenfalls werden heute zwei Sachverstän­dige über ihre Untersuchung der dort ungehalte­nen Maschinengewehrsendung berichten.

Im ganzen aber kann von der raschen und glück­lichen Reaktion, die bet uns auf den amerika.ri­schen Appell gefolgt ist ,nur gesagt werden, daß sie die vorläufige deutsch-amerikanische Bilanz erfreulich beeinflußt und Deutschlands Position gegenüber dem poinearistischen Ergebnis der Wahlen in Frankreich und gegenüber der frtn zösischen Abrüstungssabotage sicher stärken wird

Rewyork. Die Rücksicht auf den lieben Mit­menschen ist in U. S. Ä. nicht erfunden worden. Es gibt nur eine Möglichkeit: den Fensterplatz. Mir bietet sich die Möglichkeit, bei guten Freun- oen in einem Bankhause in der vierten Etage unterzukommen. Das ist gut, auch für den Geld- beutel. Mein Platz ist schweres Gold wert. Der Amerikaner begeistert sich rasch für eine Idee, aber er weiß ebenso rasch Kapital daraus zu ।oblagen. Die Fensterplätze waren feit langem ausverkauft. Aber nicht an die Verbraucher. An Zwischenhändler. Die 100 Dollar-Grenze war bald überschritten. In der tiefen Schlucht der Wolkenkratzerstraße macht das ein immenses Geld aus. Nur eine kleiner Ausschnitt, eben das vom Fenster des Bankhauses auf dem Broadway Gesehene kann als Illustration für Die unbeschreibliche Begeisterung Newhorks. dienen. Drei Stunden vor der angesetzten Zeit ist ein Durchkommen mit dem Auto nicht mehr möglich. Man muß zu Fuß gehen. Die Straße ist von einem einzigen Meer von Menschen er­füllt. Die Polizei ist machtlos. Die Fenster bis hoch hinauf.

unter die Kupferhelme der Turmhäuser find dichtbesetzt, in mehreren Lagen überein­ander. Ein Flimmern geht von den Hauswän- den aus. Blumen, Helle Frauenkleider, Tucker und die Popier-^»nen der Kinder sijid. nicht einzeln erkennbar, nur die Flimmerhärcken phantastischer Mikroben können so wirken. Hier und da zittert ein weißer Punkt helleuchtend durch die Schlucht dem Boden zu: Flugblätter, Extrablätter, die auf die Straßen geworfen werden. Auch Papierschlangen haben sich schon an Drähten und Masten festgehakt. Die ganz Ungeduldigen lasten sie zur Probe durch die Lust schießen. Din mannigfaltigsten Töne fan­gen sich in der räumlichen Enge, es brummt und singt wie in einer Baßgeige >cke eine Steigerung nicht mehr möglich. Verwegene schieben sich aus wildknatternden Motorrä­dern in halsbrecherischen Windungen durch die Menge. Erst einer, zwei, dann < ine Pa­trouille von sechs Mann, nun eine Front in Straßenbreite, da klafft schon die schwarze Sahn in dem

wildschäumenden Meer, Autos rasen hindurch. AutoS mit Polizisten, Photographen, Presseleuten . . . und Dann wird der dröhnende Lärm so stark, daß mit Dem Ohr für Sekunden auch die übrigen menschlichen. Sinne versagen, man erhascht das Bild von einer Reihe langsam fahrender Autos auf dem Grund der Schlucht, man brüllt, mitgeriflen, selber wie besessen, nein, wie wahnsinnig, man beugt sich vor. es ist nichts zu-sehen wo ist der Zug der Flieger hin verschwunden? das Meer hat sie verschluckt, der unerhörte Jubelschrei von zwei Millionen Menschen ist sichtbar geworden, hängt dick und weiß in der Luft, kehrt das oberste zu unt-erft da fliegen die vorbeireiteten Rosen in Nichts, die Fähnchen, die Taschentücher, die Zeitungen, die Papierschlangen, da nimmt ir­gendwer den ersten Aktenstoß von den Tischen hinter uns, eine Rotte von Tollhäuslern stürzt sich auf Bücher und Briefe nein, nein, cs ist die Freude, die den Menschen die Besinnung raubt, übermäßige Freude, die immer wieder von den anderen und wieder von den andere« angefeuert, angesteckt wird bis zur Höchstgrenze völliger Erschöpfung. Wir

erwachen wie ans einem Rausch in einer demolierten Schreibstube, wir sehen zum Fenster hinaus, waS wir vergessen hatten. Sind Stunden oder Minuten vergangen? Der Zug ist längst weg. aus der Ferne kommt das Brüllen eines Sturmes, das Dröhnen eines Erdbebens zu uns, der Strom in der Schlucht fließt in der Richtung ab, die die Flieger neh­men, Papier hängt in der dicken Luft, Zent­ner von Papier, eine noch nie gesehene Wolke von Papier legt einen dichten weißen Tupfenschleied über den Broadway. Die Spitzen der Hochhäuser sehen bläulich-unwirklich herab, eine Reihe von Flugzeugen zieht in märchen­hafter Ferne---Die Flieger sind dort.

Wir haben sie nicht gesehen, niemand hat sie gesehen aber wir haben sie begrüßt durch unsere Freude. Nicht dieser, nicht jener, der den Fen­sterplatz bezahlte: nein ein Volk!

Scfton milde gefeiert

Heute Ruhetag stir die Bremenflleger.

Rewyork, 4. Mai. Die Flieger der Breme« r »' nten abends einer ihnen zu Ehren veran- 'tcften Verstellung in Der Mekrppoli'an-f^- eci. Sie sind sehr übermüdet und woh...