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Kasseler Neueste Nachrichten

Kassel in Flammen

Der große Brand am 80. Juli 152L

Wenn dcrUoter mit ckmSo&nt

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gekauft fcaka. Macken Sie es ekensa, wir werden aucft

Sie zufriedensletien

Das große Speriaikaus für Herren- und Xnaöenkteidung mit eigener Fabrikation

so vergnügt aassckaut, dann kann man darauf scWießen, daß Seide eben die

sah man Frauen, Kinder u. Gesinde nach Lö­schung der Herdfeuer alle nur aufireibbaren Ge- säße mit Wafler füllen und vorsorglich auf^dern Hausboden bereit stellen, um etwaiges Flug­feuer im Entstehen ersticken zu können. Sodann wurden die der Stadt gehörigen großen Wasscr- fässer, Spritzen, Feuerhaken und ledernen Ei­mer vom Friedhof, aus dem vor der St. Mar- tinskirche gelegenen Kaufhaus mit oiel Ge­räusch herbeigeholt und, so gut es eben möglich war, gebrauchsfähig gemacht. Von verschte- denen Seiten eilten Brauer, Handarbeiter und Krämer mit Wasserspritzen und die gemeinen Handwerksleute mit je zwei ledernen Etmern

Preußens Waffenmeister.

Zum 125. Geburtstag Roon s.

Am 30. April vor 125 Jahren wurde General­feldmarschall Gras von Roon, besten Name mit den Ruhmestaten des deutschen Heeres im Kriege 1870/71 untrennbar verbunden ist, in Plenshagen. bei Kolberg (Pommern) geboren.

Wichtig-Unwichtiges!

Ein Mahnung an die Frauenwelt.

Nach alter Hausfrauen Weise wird jetzt in jedem Heim Winterschmutz und Staub restlos beseitigt, damit die Frühlingssonne blitzende Fenster, spiegelnde Möbel, saubere Gardinen und blanke Fußböden treffen kann Natürlich läßt es sich eine ordnungs ebende Hausfrau auch ange­legen sein, das Innere aller Behälter ,Kisten, Kassen, Fächer und Schränke so übersichtlich wie möglich aufzuräumen und auch unter den Pa­pieren Ordnung zu schaffen, die wichtig und un­wichtig ,das ganze Jahr hindurch ins Haus flat- tern und wie Spreu" von den Körnern.vonein­ander getrennt werden muffen.

Das ist ganz gewiß keine erfreuliche und kurz­weilige Arbeit und erklärlich, daß der arbeits- überlasteten Ordnerin dieser Dinge schließlich die Geduld reißt, sodaß sie manchmal nur noch flüch­tig den letzten Rest prüft und endlich alles zusam­men dem Feuer überliefert, damit es nicht in unrechte" Hände gelangt. Wie gesagt sol- ches Tun ist erklärlich! Ob aber auch unbedenk­lich? Nein! Schon der nächste Tag kann ihr den Beweis dafür erbringen, daß die von ihr für un­wichtig gehaltenen, längst bezahlten alten Rech­nungen, sehr wichtig sein können, als Beweis für die erfolgte Bezahlung des Klempners, Schneiders, Schuhmachers oder irgend eines an­deren Handwerkers oder Lieferanten ihres Hau- ses. Messen diese nämlich ebenso, wie sie selbst, ihren Papieren, den verschiedenen Notizen, tn ihrem Taschen- oder Geschäftsbuche nicht die nö­tige Wichtigkeit bei und finden dann beim Aus­stellen kleiner Rechnungen ihr Konto noch bela­stet, da sie beim Empfang ihres Rechnungsbetra­ges nicht gleich dazu kamen, die entsprechende Notiz vorzunehmen, so fehlt ihr das Beweisstück, die damals erhaltene Quittung, die sie gleichgül­tig mit verbrannte und wohl oder übel mutz sie nochmals zahlen und kann noch vom Glück sa­gen, wenn es sich um einen kleineren Betrag handelt.

Ihre GleichgMigkeit gegenüber alten Papie­ren, kann aber auch auf andere Weise Nachteile für sie haben: wir meinen das achtlofe Umgehen mit wichtigen Briefen. So traf ich erst kürzlich eine Freundin in hellster Aufregung. Eine Rei- sebekannte, mit der sie einzig schöne Ferientage gemeinsam verlebte, hatte den Verlust ihres Rei­segepäcks zu beklagen, dessen Inhalt und Um­fang sie glaubhaft beweisen sollte, um Ersatzan- fprüche geltend zu machen. Sie bat meine Freun­din von ihrem neuen Wohnort ans, ihr bis zu einem bestimmten Tage Bescheid zu geben und nun hatte diese das bewutzte Schreiben so sorg­sam-sorglos verwahrt, daß sie es nicht wieder- fand, also die heiß ersehnte Antwort aus Un­kenntnis der neuen Adresse ihrer Bekannten, nicht bis zum bewußten Datum senden konnte. Wurde diese nun mit ihren Ansprüchen aus die­sem Grunde abgewiesen ,so war sie an ihrem Verlust mit schuld. War das nicht Grund genug zu ihrer Verzweiflung? F. Th.

herbei.

Sehr schwierig und zeitraubend gestalte:- sich das Heranbringen der nötigen Wassermen­gen aus der durch die Altstadt fließenden JJjna. sowie aus dem am Brink befindlichen Zieh brunnen. Jetzt mußten zwei, der Wafferstell. am(*f*en wohnende Ratsherren den Zap­fen am Pferdemarktdeich ziehen lassen und die Druselmeister" am Druseldeich schleunigst alle Kümpfe" stopfen, um das Wasser nach dem Müllertor zu leiten. Ebenso torrfccn die Dru- feln von den Badern nebst ihrem in

Gemeinschaft mit zwei Marktmeistern und den Bürgern, welche ein Eckhaus in den nahe gele­genen Gassen besaßen, mit Mist und Stroh der­artig gestaut, daß das Wasser seinen Weg nach der Brandstelle nehmen mußte. Hier, am Müllertor wurde feboestellt, datz eine Frauens­person ein noch glimmendes Strohbündel, wo­mit sie in dem dunklen Hauskeller geleuchtet, unachtsamerweise auf eine Miststätte geworfen batte. Von diesem Strohhaufen aus verbreitete fick das verheerende Element infolge der großen Dürre mit Windesschnelle, sodaß ein Haus nach dem anderen in kurzer Zeit in Asche gelegt wurde.

Als nach Verlaus von sechs Stunden das Zerstörungswerk beendet und ein weiteres Um­sichgreifen nicht mehr zu befürchten war, zählte man 308 von den Flammen verzehrte Anwesen, sodaß also gegen Abend des 20. Juli der dritte Teil der Wohngebäude Kassels vom Feuer ver­nichtet war. Gustav Wentzell

feuchten Feldern, am Rand der schmalen, zur Regenzeit oft brausend anschwcllenden Bache.

Tas Urgestein des vulkanischen Grundes drängt überall zu Tag; aus nackter Veraschros^, wo die Blöcke getitrmt hegen tote Wurfgeschosse in einem Gigantenkampf, inmitten des Wald- grundes, wo sie in romantisch gezackten Fels- l-ruppen gelagert und übergrünt sind von dich­tem Moos; Krater klaffen braun und kahl m bizarrer Schönbeit mächtig wuchten zerrissene Bergmassive von Stein über die Wipfel der hangwäris hinaebetteten Walder.zwischen spärlich bewucherten Hängen und dicht schatten­den Waldgründen aberruhen. in steile Tie,e eingesenkt. die dunklen Maare: Kraterseen von eiaenartig melancholischem Reiz, deren Oberflä­che kaum gekräuselt von Windwehen, daruitter die dämmerige Tiefe seltsame, urwelthafte Ge- bcimniffe zu verbergen scheint Riedgras und Schilf decken den Rand. Wasserrosen schwimmen auf der glatten Fläche; sonderbar zädfliissig kreist das dunkle Wasser, das selbst den Hellen Hint- ntelsglan; nur in tiefdunklere Blaue widenpu- aclt. Es scheint, als erschließe sich dem Wan­derer, der in die stille Wasserflut träumt, cm fremdes Erleben, ein Ahnen von langstverschol- lener Vergangenheit.

schreibt darüber:

Wilde Feuerruse hallten am 20. Juli 1521 durch die Kasseler Straßen. Hellodernde, mäch­tige Feuersäulen stiegen in immer größerer Zahl über die an das Müllertor grenzenden dicht zusammengedrängten Häuserreihen empor und färbten den kurz zuvor noch blauen Him­mel blutigrot. Unwillkürlich dachte ein leger an die noch zum größten Teil mit Stroh gedeck­ten Häuser erst am 8. Oktober 1567 wurde vom Landgraf WUhelm IV. ein diesbezügliches Verbot erlassen von denen die unerlatlichen, gierigen Flammen, feurigen Zungen gleich, mit Leichtigkeit zum Nachbarhaus hinüber lecken und unberechenbaren Schaden in die Stadt tra­gen konnten. Das teiltoeife Fehlen der Schorn­steine und die hohen Dachstühle der m den engen Gassen gelegenen Holzhäuser hatte dem verheerenden Element leider allzu hausig schon reichliche Nahrung gegeben.

Vortrefflich und für andere Städte nach­ahmungswert erschienen Bürgermeister und Rat der Residenzstadt Kassel die auf das Feuer­löschwesen erlassenen diesbezüglichen Bestlm- mun--n und Verordnungen, die je einmal zu jeder Jahreszeit nach dem Läuten der Glok- ken in Gegenwart des Bürgermeisters auf dem Maikiplatze zur Vorlesung gelangten. Hiernach lösten sich zwei Wächter auf dem Freiheiter Turm gegenseitig ab. Diese Tnrmhuter oder Kunstpfeifer, wie sie auch genannt wurden, schlugen bei Ausbruch eines Feuers an pic Glocken und steckten, um die Richtung des Feuerherdes zu kennzeichnen, eine rote Fahne und zur d.-chlzeit eine mit brennendem Licht versehene Laterne hinaus. Ein jeder Burger, der mit Harnisch und Wehr versehen fein mußte ausgenommen waren die in dem betr. Feuerbezirk eingesessenen, gehörte einer be­stimmten sog. Baur- oder Bürgerschaft, deren in Kassel vier bestanden, an.

Schauria schallte der vielstimmige Feuerruf, das grelle Blasen der Feuersignale, das örul- len und Heulen der sich wie toll gebährdende.t Haustiere itnb d's dumpfe, anhaltende Droh-

Feuersbrunst, die sich während der Regierungs­zeit Philipp des Großmütigen in Kassel zutrug, wieder in Erinnerung, unser Mitarbeiter

18. Jahrgang. Nr. 101,

Da ist ein Bild von wunderbar schwermüti­ger. immer wieder anziehender Schönheit: daS ^otenmaar. Em See inmitten kabl aufgefchcag- tcr Heidcslächen. Nackt die User, nur spärlicher Ginster, vereinzelte Busche von ^Heckenrosen, blanschtoarzes Wasser im Grund. Aus der Hohe am Uferrand stehl ein einsames uraltes Kirch- lein, umgeben von einem Friedhof, letzter Zeu­ge des Torfes, das Feuer und Krankheit ernst vernichte: hat. Tiefer fchattet hier die sanfte Trauer der Erinnerung, es ist eine Stimmung von trüber Vergänglichkeit und doch Zugleich linder Trost einer alles lichtmude Wesen mütter­lich umschließenden, in wechselvoller Schönheit unerschöpflichen Natur, lieber die Graser und durch die Bäume, um das altersmorsche Kirch­lein spielt der Wind, umweht inmitten der Ver­lassenheit eine Insel von verschlossenem Leben.

Die Brandkatastrophe in der Lokomotivsabrik nen der Sturn^glocken durch die mit mächtigen von Henschel und Sohn bringt eine gewaltige Kriechenden Schwaden erfnlltt ust. Ueberall

scheu und Wacholderstauden: nackt starren aus braunem Feld die zackigen Blöcke des Vulkange- steins. Kleine Waldstücke streben an den Berg- hängen empor.» ducken sich in die Ebene, Tannen hier und Fichten, dort niederer Laubwald, der Boden dicht bedeckt mit Moos und filzigem Gras Diese schmalen Wälder, ungleichmäßig verstreut mit ihrem tiefen Grün, muten an wie Stücke dunklen Tuchs, die zerfetzt und regellos hingcworsen sind über die gewölbte Erdfläche von Hügelhang und Talsenke. Bald steht ein Tannendickicht schwermütig träumend im offe­nen Feld, bald hängt es schief über einer Hügel- kuppe gleich einer breiten, nachlässig ausgestülp­ten Mütze.

lieber die Bergrücken hin, zwischen Hang und Halde gebaut, liegen die Dörfer, mitten ins Grün gebettet, von Säumen umstanden der Friedhof," darin der Kirchturm weiß und svitz emporsteigt. Aus geschrägter Fläche, die mit dem Heidegestrüpp klein kauernder Büsche und dem wuchernden Gras irgendwie einer Gebirgs- cilm gleicht, weiden Kühe und Ziegen, durch die Aecker geht der Pflug, aber der Boden ist karg, nur mühevolle Arbeit vermag ihm Frucht und Ernte abzuringen. Dünn stehen die Halme der Saat, üppig wuchert allein Gras und Klee in

Tiere als Simulanten.

Wenn Affen feetrant werden.

Das aus asiatischen Häfen nach London fah­rende DampfschiffBatavia" hatte außer zahl­reichen Passagieren auch mehrere Käfige mit Affen an Bord, die für verschiedene europäische Zoologische Gärten bestimmt waren. Es ist eine bekannte Tatsache, daß diese Tiere die Seereise nur sehr schlecht vertragen und großer Pflege während der Uebersahrt bedürfen. Man be­nützt daher stets schnellfahrende Dampfer zu diesen Transporten.

Am zweiten Tage nach der Ausreise des Schiffes. wurden die Affen seekrank und ertru­gen nur sehr ungeduldig den Unbill dieser Krankheit. Sie klammerten sich an die Stäbe ihres Käfigs und stöhnten so herzerweichend daß die Passagiere tatsächlich gerührt wurden Die Damen gründeten ein Hilfskomitee, nah­men die Tiere in ihre Kajüten und pflegten die- felben während ihrer Krankheit. Die Assen waren sehr anspruchsvolle Patienten, einige plagten ihre Wohltäterinnen unb wollten nicht einen Augenblick deren Gesellschaft missen.

Die Schimpansen und Magots sanden an der Behandlung Wohlgefallen und simulierten weiter Seekrankheit, selbst als das Schiff im ganz ruhigen Fahrwasser sich bewegte. In ihre Käfige znrückgebracht, stellten sie sich weiter krank, nur um ihre frühere Bequemlichkeit wie­der zu erlangen.

Wo deutsche Berge ragen.

Wanderbilder aus der Eifel.

Von. ,

Heinrich Leis.

Von vielen, wechselnd geschwungenen Boden­wellen gehügelt ist rings das Gelände, neuen Ausblick gewährend von Schritt zu schritt tn stchmale Täler u. auf die fernher emporaereckteii Berggipfel. Heideland grenzt hart an die sorg­fältig gezirkten Flächen urbaren Ackergrundcs, es ist bewuchert von Niedergestrüpp, Ginsterbü-

Sonntag, 29. April 192&*