Kasseler Neueste Nachrichten
Kasseler Abendzeitung
Hessische Abendzeitung
Sonnabend, 28. April 1928.
Einzelpreis: Sonntag« 20 Pfennig. 18. Jahrgang
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Nummer 100. Einzelpreis: Wochentags 10 Pfennig.
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Berlin bleibt dem Rußlanöblock fern.
gen Strecken
Zwei mutige polen. -
Sie starten in Paris nach Amerika.
spielenden Suglanderlords Birkeubead nochmals nnlerem bekannten fcharfstchtigen .poltti- fchen Mitarbeiter das Wort, »eil er.sehr viel
ernüchtert sind. Es steht ungefähr in feder Beziehung schlecht aus in Rußland, und der Prozeß wegen der deutschen Ingenieure, der mit vollendeter Rücksichtslosigkeit ins Unbestimmte (angeblich bis Mitte Mai) vertagt worden ist. ist auch ein Beweis dafür. Aus der Leiftungs- unsähigkeit der Sowjetwirtschast heraus toif
Sehr zu überlegen.
England will unS gegen Moskau ködern. Bon Dr. Paul Rohrbach.
gen sei eS möglich, daß Herriot und Tardieu sich um den Posten des Außenministers streiten würden, falls dieser frei werde. Poincart würde |e-
Der Berg stürzt Wetter ein.
Loudon, 27. April. (Eig. Drahtbericht.) Durch schwere Stürme und Rrgenfälle wurden nach Meldungen auS Santos in Brastlie« neue Erdrutsche am geräumten Monte Serra verursacht. Berluste an Menschenleben seien diesmal nicht zu verzeichnen. Durch eine Ueberschwem- mung find mehrere Bezirke abgeschnitten.
solche Beschuldigungen Trotzdem ist in England noch starke Sorge vor Moskau vorhanden — wegen Indien! Solange ste vorhanden ist, werden auch Birkenheads nach Berlin kommen und, solange wird die deutsche Politik Ge-
Paris, 27. April. Die beiden polnischen Offiziere, die zur Borbere«tung eines TranS- ozeanfluges eingetroffen find, haben heute einen 12J4 -stündigen Probeflug unternommen, wobei das Flugzeug eine Nutzlast von .. • . , , •> 500 Kilogramm mitführte. Falls der nächste Dauerflug günstig verläuft, werden die Polen -- Le Brix unverzüglich den Flug nach Amerika an- I treten.
Athen, 27. April. Die Erdstöße in Korinth dauern fort und setzen die Bevölkerung noch Immer in Schrecken. Biele Einwohner verlassen die Stadt. Aber die meisten erklären ausdrücklich, daß fie ihre historische Stadt nicht verlassen uns diese au der gleichen Stelle nach einem besonderen Erdbebenfchutzsystem wieder aufbauen werden. Es gehen ständig Unterstützungen ein.
Sie bauen ein neues Korinth
Die Griechen harren im Erdbebenchaos aus. — Rur die «engstlicheu fliehen.
ags- legenhett haben, sich danach zu erkundigen, wie
4. - ---wenifte sich den Vorteil Deutschlands bei
M Me Führer vor der Kritik in den eigenen einem Eingehen auf englische Ideen gegen MoS- Reihen nicht mehr anders zu retten, als durch! kam denkt.
Rückflug über den Ozean?
Unsere Ozeanflieger raste» nicht lange. — Wann kehren ste heim?
Lord Birkenhead gehört zu den stärksten Gegnern Sowj.trutzlands im englischen Kabinett. Er war einer der Haupttreiber dafür, daß im vorigen Jahr die gewaltsame Haussuchung in der russischen Handelsvertretung in London statt- fand, und daß die englische Regierung die amt- lichen Beziehungen zu Moskau a b b r a ch. Er besitzt auch einen starken persönlichen Einfluß, der biS in die Reihen der liberalen Opposition
Der ehemalige österreichische Militärflieger beabsichtigt in nächster Zeit gleichfalls den Ozean von Ost nach West zu überqueren. Die »Kasseler Neuesten Nachrichten- haben bereats darüber berichtet.
Dre Firma Junkers hat bisher nur Zweischwimmer-Flugzeuge herausgebracht, die Firma Dornier Flachboote und die Firma Rohrbach Kielboote. alte diese Systeme haben bestimmte Vorteile und sind noch als in der Entwicklung be- indlich zu betrachten. Welcher Form endgültig der Sieg zufallen wird, ist heute noch nicht zu übersehen. Alle drei Systeme haben sich bisher etwa gleichmäßig bewährt. Zu den hohen Anforderungen an die Kraftanlagen, wie sic aus dem Landflug allgemein bekannt sind, tritt bei Seeflug,engen das Verlangen nach einer besonders guten Kühlung Beim Stollen auf dem Wasser. Zur Verwendung gelangen wasser- und luftgekühlte Motoren, die entweder nebeneinander, oder in einfacher bezw. doppelter Tandemform angeordnet sind. Die Zugänglichkeit der Motoren während des Fluges wird anqestrebt. Besonderer Wert wird erner auf eine gute Ausrüstung der See- l u g z e u g e gelegt,, da diese alle bei einer Landung erforderlichen Geräte bet sich führen müssen. Das Seeflugzeug trägt also einen Teil seiner Bodenorganisation mit an Bord, wie z. B. Anker, Seinen und dergleichen; das zusätz- liche Gewicht, das bei größeren Booten bis zu hundert Kilogramm geht, muß in Kauf genommen werden. Erst seit 1925 verfügen wir über Seeflugzeuge, bereit Gesamtgewicht um sechs Tonnen herum liegt. In diesem Jahre erstmalig kommen im Streckenverkehr Flugzeuge in größe- ren Ausmaßen, von neun bis elf Tonnen, zum Einsatz: der Rohrbach Rocco und Dornier Superwal. Für die Ueberwindung von sehr lan-
Die Zeit nicht fern
I - wo wir über den freien Atlantik fliegen. Von Direktor Milch.
(Im Vorstand der Deutschen Lufthansa.)
Ans jeder benilAen Zunge liegt Bente Me Frage, ob und wann das welthistorische Ergebnis unserer Ozeanslieger sich mm praktischen Luftverkehr über den Atlantik verdichten wird. Der Fachmann der Lnftbansa gibt unserem Blatte darüber folgende Aufschlüffe:
Warum haben auch hochentwickette Flug- länder so wenig Seeluftverkehr 1 Die Gründe für diese allgemeine Zurückhaltung müssen sehr tief liegen. Sie sind technischer Natur: Seefähigkeit bei Landung und insbesondere beim Start, Gewichtsfragen, d. h. Anteil der Nutzlast am Gesamtgewicht im Verhältnis zum WtionS- radius und dem größeren Baugewicht, verursacht durch das Schwtmmwerk. Diese Verhältnisse liegen beim Landflugzeug bedeutend einfacher, daher wurde dies, wo eS möglich war, bevorzugt. Die großen See-Aufgaben, d. h. die Ueberwindung der Ozeane sind dagegen mit Sandflugzeugen nicht zu lösen. Hier kommt nur daS Seeflugzeug in Betracht, das in der Lage sein muß, auch bei Zwangslandungen auf offener See, mögen sie durch technische oder Wettergrunde verursacht sein, ntederzugehen, um später entweder den Flug sortzusetzen oder auf Hilfe von anderen Seefahrzeugen zu warten. Diese Forderung verlangt, mit Rücksicht auf die Gewalt des Meeres, ein außerordentlich kräftig ausgebildetes Schwimmwerk. Der Höhe dieses Gewichtes sind naturgemäß Grenzen gesetzt und zwar durch die verlangten Flugletstungen, insbesondere beim Start, den Aktionsradius, d. h. die Mitnahme von Brenn« toffen, und die erforderliche Nutzlast. Die für >as offene Meer erforderliche Seefähigkeit soll natürlich nur in Ausnahmefällen in Anspruch genommen werden. Hinsichtlich des Schwimmwerkes hat man technisch verschiedene Wege be- chritten: das
Zweischwimmcr-Flugzeug und das Flugboot
reiche» diese Größe» »och nicht au«.
Die Gewichte de« mitzunehmenden Brennstoffes wachsen bei diesen mehrmotorigen Maschinen außerordentlich. Die für den Ozeanflug notwen- dtge Tragfähigkeit läßt sich erst bei noch größeren Flugzeugen verwirklichen. Diese Entwicklung erfordert Zeit, der Sprung hinsichtlich der Größe kann auch nicht beliebig groß fein, da sonst Rück- schläge zu erwarten sind. Wir müssen baber auch tn der Folgezeit mit weiterer, zum Teil w e - sentlicher Vergrößerung der Ausmaße rechnen. Die beste Seepraris erwarben sich die Besatzungen auf den Nord- und Ostseestrecken, wo der regelmäßige Streckendienst in jeder Iah- reszeit, auch bei schlechtestem Wetter, hohe Lei- stungen verlangte. Für die Erprobung neuer großer Typen und zur weiteren Ausbildung in oer Bedienung der vielen Instrumente, wurde etn beachtlicher Teil der Flugzeugführer der Luft- Hansa durch Winterkurse weitgehendst ge- ff/?*?«. Neunzehn Flugzeugführer bestanden in Lübeck das Examen für den
Luftschiffer auf großer Fahrt und zwar in glänzender Form. Diese erprobten.
gegen Rußland ausgefordert. Ma» habe ihm ge-
nötig, Versteck zu spielen. Aus dem Frühstück I b“6 dessen Politik von Rapallo und ben Berliner Verträgen
beim Reichsaußenminister sagte Lord Birken- deutsche^eitS k e i» e E r um t i g u » g abzugehen. Man scheine i» Berlin die Möglich
head, das Gedeihen der europäischen Staaten, ja I erfahren hätten. Birkenhead habe Deutschland leiten für aussichtsreich zu halten, wenn sich sogar der Bestand der Zivilisation Europas, hin- 8Ur gemeinsamen Sache mit den Westmächten Deutschland und Rußland weiter erholt hätten
aus der englischen ^n?f^ük.^B l u^v^r W t^*« d^ ^»«1 Nachfolger für Briand außerhalb der jedesmal diejenige| JSÄ?’ ^stmen.Ka^netts^tglieber^suchen.
Gin Blatt bezeichnet BriaudS Zustand alS^sehr
fragt sich nur, welches dabei feine Ideen über die Vorteile gewesen sind, die Deutschland aus einer solchen Abmachung zufließen können. Sein Lob der deutschen Truppen war etwas naiv darauf berechnet, in Deutschland »gut Wetter* zu machen. Es wäre nichts Außergewöhnliches für einen englischen Politiker, wenn er solche Liebenswürdigkeiten gegen Deutschland schon für gleichwertig mit barer politischer Münze hielte. Soviel ist sicher, daß in Deutschland jetzt weite politische und wirtschaftliche Kreise von ihrem Glauben an die sowjetrussische Zukunft
gen in den kommenden Jahren davon ab, daß eS I
MZWMKZ Srianä bleibt nicht Außenminister wundernswerten Mutes bet deutschen Truppen* Immer »och schwer krank. — Lungenenlzünbung mit Blutvergiftung. — HerriotTarbieu auS englischem Munbe — derselben Truppen! als Rivale». — Und waS macht Poincars?
also ,von denen während deS Krieges jeder zweitel
Engländer behauptete und überzeugt war chaß Pari«, 27. April. (Eigene Drahtmeldung.) sieLeichenfchändungttieben und Kindern die Einem diplomatische» Korrespondenten zufolge Hande abhackten. Man kennt diese »friedliche I hj, „ - . - . u
Zusammenarbeit* gut genug auS der englischen1 1
konservativen Presse. ES ist jedeSmal diejenige 1 hi, • frfl h,_ »ÄÄ1’ 3l»Ult«tlon «om S-l-ti |d. e?u ff
Lord Birkenhead ist ein Vertreter der ® vriand leide vnier'Huttmdrong
hmg unter den englischen Konservativen, bte|ntM 606 Finanzministerium abzugeben, dage-j i« die Lungen. »
mit der »schlaffen* Außenpolittk der Ministers Chamberlain unzufrieden ist. Er gilt sogar selbst als ein Kandidat aus Chamberlains Nachfolge. Ebenso ist er ein Freund deS Zusammengehens von England und Frankreich im Sinne der Aufrechterhaltung der Entente, und wen» er sich in Deutschland über die deutsch- russischen Beziehungen und ihre Ausgleichung an die englischen Interessen unterhalten hat, so! wird er dabei bestimmt auch den Gedanken einet Verständigung zu dreien gegenüber Sowjetrußland, die England, Deutschland und Frankreich umfassen würde, vertreten haben. Es
ein Vermittlungsvorschlag wurde dann schroff *_in
abgelehnt. Die Agitation wegen der Boykottie- m „ ö,Orf feler!* W1L
rung der Reformkommisston geschieht in Indien , Berlin, 27. April. (Privattelegramm.) Kanus breiter Grundlage. Auch die Massen sind an brltefegramme auS Newyork berichten, daß die ihr beteiligt, und die nationalistische Presse schürt W* Hand an die Ausschmückung der Stadt ge- das Feuer soviel sie kann. In England vermutet N wird. Der EinzugSweg der Flftger man, daß die indischen Widerstände von Moskau 'st last »chn Ätlomtier lang. Die Empfangs- aus unterMtzt werden und daß die radikalen feierli(t)feiten werben bis Sonnabend dauern. Inder überhaupt mit Moskau zusammenar- Z"« halbe Million Fahnen und Fähn- beiten. Von bloßer Vermutung kann dabei deutschen Rattonalfarben soll schon ab-
sogar kaum die Rede sein ,denn einer der indi- gesetzt worden fein, schen Führer hat in offener Tagung des Parka- ..
mentS, während der Debatte über die Boykott- Amerika ehrt die Luftbelben.
frage, als er gefragt wurde, auf wessen Hilfe Washington, 27. April (Durch Funkfpruch.) denn Indien rechne, wenn eS sich mit England Der Senat will Präsident Coolidge ermächtigen überwürfe, unbedenklich gerufen: Auf d i e die höchste amerikanische Auszeichnung für Flie- Hilfe Rußlands! ger, das „Fliegerkreuz" den Brei
In England hat man vom ersten Augenblick gern sowie den Fliegern de Coste, an sehr aufmerksam die Abkühlung der deutsch- und de Pinedo zu verleihen, russischen Beziehungen verfolgt, die sich verstärkte, alS der Zwischenfall mit der Verhaftung u e w__
■SSEFFäS Englands Lord als Versucher, ein aktwer Minister viel freier in der Betätigung I Berlin läßt sich nicht iit den Anti-Rußland- Block einfpannen. — DaS Geschäft mit Moskau und Verfolgung persönlicher politischer Anstch- ist aussichtsreicher. ' 1
ien, alS in Deutschland, da er keine Rücksichten - . „ ,, ,
aus Koalitionsspannungen und ähnliche Dinge I 3 . Laudon, 27. Aoril. (Eigene Drahtmeldung, l zu nehmen braucht. Es ist also auch bei uns nicht ^^^^,desuche Lord Blrfenheads in Berlin
Newyork, 27. April. (Durch Funkspruch.) Fitzmaurice schreibt in der Newyork Time«, daß die Ozeanslieger beabsichtigen, innerhalb der nächsten zehn Tage nach Irland und dann »ach Deutschland »eiter zu fliegen.
* * *
Heute in Washington.
Aber ohne die Bremen. — Zwischenlandung. EmpfangSsieber.
Rewyork, 27. April. (Funkdienst.) Die Bre- men-Flieger hoben heute mit dem Ford-Flug, zeug Greenly Island verlasse». Die „Bremen" bleibt vorerst in Greenly Island.
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hineinreicht. Seine amtliche Domäne ist die hwrfton n„*
Sorge für Indien, wo eben die Boykottierung ® auch (Sörtnbflrfler.
der englischen Regierungskommisston im Gange .. Rotterbam, 27. April. (Eigene Drahtmel- ist, bie untersuchen soll, wieviel Selbstverwaltung düng.) AuS Rewyork verlautet: Hier liegen beben Indern zugestanden werden könne. DaS in- reu« von einigen zwanzig Städten Einladungen dische Parlament in Delhi hat in einer sehr bra- die „Bremen"-Flieger vor. Besondere Bor- matischen Sitzung beschlossen, sich an ben Arbei- bereitungen treffen Philadelphio und Balten der Kommission nicht zu beteiligen, Weil wo den drei Fliegern baS Ehrenbür-
keine Inder zu ihr hinzugezogen seien. Auch yarrecht veruehen wird.^