Meler Neueste Nachrichten
Hessische Abendzeitung
Kaffeler Abendzeitung
Freitag, 20. April 1928.
Nummer ti3.
Einzelpreis: Wochentags 10 Pfennig
Einzelpreis: Sonntags 20 Pfennig. 18. Jahrgang
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Japan jetzt sich jetzt in Lhina fest.
und echte
Newyork, 19. April. Fitzmaurice äußerte sich
zu einem Pressevertreter, daß die Bremen" den General 5 Transozeanflug erst mit der Erreichung New l r i ch t i g.
Sonntag nach Newyork?
Wenn die „Bremen" fertig ist. Start auf dem Eis.
Volk der Förderung des Luftverkehrs und des Flugwesens entgegenbringt, mit der größten Wirkungskraft zu organisieren. DaS stellt uns vor die Frage einer Schöpfung einer .Deutschen Freiwilligen Luftflotte", einer organisierten deutschen Volksbewegung der Fliegerei, wie sie
zu den notwendigen Einladungen, außer der an General Nobile zu veranlassen, sei deshalb u n -
Kommt es zum Aeußerften?
Wenn Japan in China einmarschiert. — Die Truppen für Schantung stehen bereit.
Untere Flieger noch nicht fort.
Immer noch auf Greenly Island. — Der Irländer wartet auf Ersatzteile. — Dann aber gemeinsam nach Newyork.
Freiwillige vor!
Wie kommen wir zur deutschen Luftflotte? Die Drei dürfen nicht allein stehen. — Rußland macht eS uns vor.
Wir haben bei bem groben L,ea»slug-Treignis schon am ertten Tage angedentet, bah bieler »n- gcbcute Rekord gegen »ebn- and zmanzlgiache
um uns wieder von der Spitze zu verdrängen. Der gelungene Flug darf für uns nichts anderes sein, als das Zeichen zur Aufnahme unseres Ringens auf diesem Gebiet mit allen überhaupt zu mobilisierenden Kräften. Da ist es dann wohl an ver Zeit, und diese Auffassung ist unsrem Mitarbeiter von namhaften Führern der deutschen Fliegerei auf allen Gebieten mit stärkstem Beifall bestätigt worden, die große Begeisterung, die gerade das deutsche " rbentng des Luftverkehrs und des
Gerade in diesem Augenblick müssen wir uns vergegenwärtigen, daß wir in der Entwicklung unseres Flugwesens die ganze Welt gegen uns gehabt haben, und weiter, daß heute die ganze Welt ein Vielfaches für die Entwicklung von Flugzeugen und leistungssähigen Motoren ein» ctzen kann, um sich einen Platz auf diesem ganz neuen großen zukunftsreichen Erzeugungsgebiet zuschafsen. In Deutschland können wir jährlich im günstigsten Falle vierzig Millionen Mart in diesem Ringen der Industrie um den entscheidenden Vorsprung die Belieferung des Weltmarktes einsetzen. Frankreich wirft in der gleichen Richtung über zweihundertsünf- zig Millionen Goldmark, Amerika über dreihundert und England sogar vierhundert Millionen aus. Trotzdem ist eS Deutschland gelungen, den Motor und den Menschen hervorzubringen, die gegen diese überwältigende Machtentfaltung den Beweis von der
Ebenbürtigkeit, ja Ucberlegenhcit der deutschen Technik und des deutschen Piloten liefern konnten. Natürlich wird das Ausland jetzt seine Anstrengungen verdreifachen,
abteilung und Telegraphen-Truppen nach.China einzuschifsen, wo sie in Tstngtau gelandet wird Von Tientsin aus werden drei Kompagnien ja panisclzer Truppen nach Tsinan geschickt.
Strich drunter!
Was Lord Birkenhead in Berlin wollte. Die Sozialisten mißtrauifch.
London, 19. April Lord Birkenhead und die anderen Mitglieder deS Hockeyklubs find nach London zurüüqekchrt. Rach einer Aentzerung haben sie in Deutschland den allgemeinen Wunsch wahrgenommen, einen Strich unter die Vergangenheit zu ziehen und die Toten ihre Toten begraben zu lassen. Ein Sozialist will im Unterhaus anfragen, ob Lord Birkenhead bei keinem Berliner Besuch mit einer offiziellen Mission betraut wurde.
Quebeck, 19. April. Fitzmaurice erzählte einem Pressevertreter: Das Flugzeug „Bremen" be währte sich glänzend und wir hofften anfangs bestimmt, Rewyork in der vorgesehenen Zeit zu erreichen. Die Winde waren günstig. Als tou aber etwa neunhundert Meilen von Neufundland entfernt waren, verschlechterten stch die Verhält- niffc, während die Dunkelheit hereinbrach. Wir gerieten in einen Schneefturm, der das
Flugzeug hin und her peitschte.
Die Bremen wurde von einem heftigen Gegen wind geschüttelt, sodaß es schwierig war, vor wärts zu kommen. Dann wnrde sie wieder von einem Rückenwind in eine drehende Bewe- gnng versetzt und die Flieger lernten einen der Gründe kennen, aus denen von ihren Vorgängern bei der Ueberquerung des Atlantischen Ozeans von Osten nach Westen niemals wieder etwas gehört wurde. Der Sturm wurde immer schlimmer und nahm schließlich eine Heftigkeit an, auf die man sich niemals gefaßt gemacht hätte. Bier Stunden hindurch glaubten die Flieger, daß
ihre letzte Minute gekommen
sei. In diesem furchtbaren Stampfe blieb jedoch die „Bremen" Sieger, wenn ihre Geschwindig leit auch sehr gering war.
kurrenten erznmngeu wurde. Unser Mitarven« versucht in folgendem na» nntidersebbar weit- tragenden Anregungen ans Fliegerkreise« die bochschLumeude Begeisterung in die Tat nm»u-
»nr Diskussion.
Quebec, 19. April. (Durch Funkspruch.) Die weiteren Schilderungen die Fitzmaurice von den Schwierigkeiten gab, welche die Flieger infolge des Versagens der Beleuchtung in dem Flugzeug und des Knappwerdens des Brennstoffes durchzumachen hatten sind im wesentlichen bekannt. Die Flieger hätten ungefähr gewußt, wo sie sich befanden, als sie sich zur Landung auf Greenly Island entschlossen.
wie im tiefsten Winter.
Der Osten schneeverweht. — Die Züge kommen nicht durch.
Danzig, 19 April. Infolge der Schneefälle ist der Eisenbahnverkehr Danzig—Warschau gestört. Das Schneegestöber war stellenweise so stark, daß der Schnee einen Meter hoch liegt. Sämtliche Züge in Kongreßpolen hatten Verspätungen big 10 Stunden. Der um 8,30 Uhr fällige D-Zug aus Warschau traf erst um 12% Uhr hier ein und der Personenzug statt um 7,45 Uhr um 2 Uhr nachmittags. Der Sturm hat in Danzig erheblichen Sachschaden angerichtet. Ein Ruderboot kenterte, die beiden Insassen konnten durch ein vorüberfahrendes Zollmotor- boot gerettet werden. Teilweise wurde eine Windstärke von 11 dis 12 gemeldet.
Quebeck, 19. April. (Durch Funkspruch.) Ein zweites kanadisches Flugzeug hat heute Greenly Island erreicht. An Bord des Flugzeuges be sand sich ein Berichterstatter. Das Flugzeug legte die 700 Kilometer betragende Entfernung von Seven Islands nach Greenly Island in fünf Stunden zurück.
Newyork, 19. April. (Fuuktelegramm.) Fitz- rnaurice telephonierte an den irländifchen Ge- ändten in Newyork, er warte in Murray-Bay auf das Eintreffen von E r f a tz t e i l e n für die „Bremen". Er werde diese nach Greenly Island bringen nnd dann gemeinsam mit dell deutschen Kameraden nach Newyork fliegen. Hertha Junt- kers ist in Murray Bay geblieben. „F 13" mit Melchior und Ehrhardt Junckers landete in Car- tißsield.
preffesturm auf Fitzmaurice.
Newyork, 19. April. Wie aus Murray-Bay weiter gemeldet wird, wurde Fitzmaurice nach der Landung von etwa fünfzig Personen, meist Pressevertretern und Potographen umringt und begrüßt, darunter auch von Frl. Junckers. Schillers Flugzeug ist bei der Landung auf dem St. Agnes-See leicht beschädigt worden ,da die Lan dungskufen in das weiche Eis eindrangen.
Ak „W In ter MkwWte.
Die Flieger hielten sich vier Stunden laug für verloren. — Im Strudel des Rückenwindes. Weshalb die anderen niemals hinüber kamen. — Ohne Licht und Brennstoff.
Die französischen Mittelparteien setzen sich zusammen aus 42 Unabhängigen Radikalen. 14g Radikalen und Radikalsozialisten und 44 Republikanischen Sozialisten. Aus dem gegenwärtigen Wahlkamps hoffen die Radikalen und Radikalsozialisten mit wesentlichen Verstärkungen hervorzugehen, was wir ihnen gerne wünschen, denn sie sind überzeugte Anhänger bet Genfer Völkerbundes und der Locarnopolitik. Wollte man aber den Unterschied zwischen diesen Gruppen, die sich mit keiner deutschen Partei vergleichen lassen, herausdestillieren, dann müßte man sofort eine Doktorarbeit schreiben. Wesentlich einfacher liegen die Verhältnisse bei den S o z i a l i st e n. die in der letzten Kammer mit 105 Vertretern saßen. Sie rechnen jetzt mit einer Zunahme von vierzig bis fünfzig Kammersitzen. Derartige Spekulationen werden aber stark bezweifelt, denn die sozialistische Partei Frankreichs hat nur 115 000 organisierte Mitglieder und steht finanziell so schlecht aut den Füßen, daß sie kaum ihr parteiamtlnhes Organ über Wasser halten kann. Viel glanzender geht es den Kommunisten, die in der „Humanits" ein weitverbreitetes Organ besitzen und von der Moskowitischen Interna- ri anale und Zentrale tatkräftigst unterstütz! werden. Die Kommunisten waren in der letzten Kammer zum ersten Mal gleich mit sechsund- rwanzig Abgeordneten vertreten. Sie rechnen letzt mit einer wesentlichen Verstärkung, wenngleich alle anderen Parteien sie in geschloffener Front bekämpfen. *
Der votzzwang in ein Skandal
Berlin, 19. April. Die ReichSregiemng hat den ReichSkommifsar für die besetzten Gebiete beauftragt, mit den Besatzungsbehörden zu verhandeln, um den Pakzwang zu beseitigen.
Der 22. April.
Frankreichs SchicksalStag. — Wahl Siedehitze.
Das französische Volk hat am nächsten Sonn tag 612 Deputierte für die Kammer, also achtund- zwanzig Volksvertreter mehr als 1924 zu wählen. Der Wahlkampf befindet sich auf seiner vollen Höhe und kann in seiner Heftigkeit nicht mehr überboten werden. Helfe, was helfen mag alles Wird in diesen Wahlkampf hineingezoget, was nur irgendwie mit ihm in Beziehung gebracht werden kann. Dafür zwei klassische Bet- spiele. Die Jungfrau Johanna von Or- l i a n § spielte bisher im Parteileben keine Rolle. Am 7. und 8. Mai wird alljährlich ihre Standarte von der Bürgermeisterei feierlich zu: Kathedrale geleitet, geweiht und nach dem Goi tesdienste in einer Prozession durch die Stab! nach der Bürgermeisterei zurückgeleitet. Alle füh renden Persönlichkeiten der Stadt.ohne Unterschied der Partei beteiligen stch an diesen Festlichkeiten. Dieses Mal ist es aber den Reaktionären Vorbehalten geblieben, die Jungfrau von Orleans für die monarchistische reaktionäre Bewegung in Anspruch zu nehmen. Sehr viel Pech hatte der Bürgermeister von Tours ,ein eingefleischter Sotzialdemokrat, zu dessen Unglück bet hochberühmte Turm Karls des Großen einstürzte, für den er verantwortlich ist. Paris dürfte ihm dafür energisch aufs Haupt steigen und einige hundert Stimmen werden darüber Wohl flöten gehen.
Selbstverständlich spielt in Frankreich auch die Schulfrage im Wahlkampf eine nicht unbedeutende Rolle. Vor den letzten Maiwahlen im Jahre 1924 versprach das Linkskartell die Einführung der nationalen Einheitsschule. Aber schon sehr bald erhob sich Widerspruch aus den eigenen Reihen des Kartells und schließlich scheiterten die schönsten Pläne an ihren finanziellen Auswirkungen. Die Freunde der konfessionellen Schule standen machwoll auf und schon drohte ein schwerer Kulturkampf. Trotzdem ist die Frage für diese Wahlen noch nicht in ein entscheidendes Stadium eingetreten. Die Gegner des heutigen Schulsystems die „gemäßigten Republikaner" aus der Rechten sind ein derartiges politisches Sammelsurium, daß wir im deutschen Reichstage nichts besitzen, was sich auch nur einigermaßen damit vergleichen ließe, dazu müßten bei uns sämtliche Parteien von den Völkischen bis zum Zentrum in einer Fraktwn sitzen. Dennoch schlägt dieser Vergleich wesentlich zu Gunsten Oer tatsächlich unmöglichen deutschen Fraktionsgcbah- rung aus, da sich im Zentrum und in der Deut- schen Vollspartei, auch in der Bayerischen Volks- Partei und in der Wirtschaftspartei zahlreiche entschiedene Anhänger des Ausgleichs und einer Verständigung mit Frankreich finden, wie sie in gleicher Anzahl und Güte in dem französischen Block der Gemäßigten, der in der letzten Kam- mer über 199 Sitze verfügte, nicht zu finden sind.
London, 19. April. In Tokio berieten Vertreter der Marine und der Armee über die Truppen-Anforderung des japaniichen Generalkonsuls aus Tsingiau für den Fall, daß die Rordchincsen stch nach Yechow-Fu znrück- ziehen sollten, ober aber, daß die Rationalisten nach Kaorni gegen Schan-ung »erbringen selben. Dem Kriegsminister sei eine gewisse Hand- lungsfreiheit zngestchrrt werden. Die Truppen gehen ab, sobald die Lage tatsächlich bedrohlich wird.
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Lenden, 19. April. (Eigene Drahtmeldung Das japanische Kabinett beschloß eine in Ku warnte bereitgestellte Brigade mit einer Pionier
Yorks als abgeschlossen betrachte. Beraussichtlich brauche er noch zwei, drei Tage, bis er mit den Ersatzteilen nach Greenly Island zurückgekehrt fei. Dies sei hauptsächlich vom Wetter abhängig Weitere zwei bis drei Tage dürften dann noch nötig sein, bis die Bremen zum Flug nach New York bereitstehe. Es bestehe kein Grund dafür, daß das Flugzeug nach der Fertigstellung der Reparaturen nicht den Flug nach Newyork unternehmen sollte. Der Abflug von der Insel werde keinerlei Schwierigkeiten bereiten, da das Eis zehn Fuß dick sei. Hertha Junkers bezeichnete die persönliche Verständigung mit Fitzmaurice über den Umfang der Reparaturen als sehr not wendig, da die von Greenly Island abgesandten Telegramme zum Teil berftümmelt, zum Teil auch gar nicht in Newyork eingetragen seien.
* * *
Nicht -er Rede wert.
Keine Zwischenfälle in Stolp.
Stolp, 19. April. Der Magistrat Stolp stellt gegenüber dunklen Gerüchten fest, daß weder General Nobile noch andere Italiener in Stolp belästigt worden sinh. Rur vor dem Eintreffen General Nobiles wurde in einem Hotel eine unfreundliche Bemerkung gemacht. Der Oberbürgermeister hat dem itoltenischen Obersten Fier fein Bedauern ausgesprochen. Die Ein- ladnngen der Stadt zu einem Essen seien nach Eintreffen der ,Ztalia" auf siebzehn erweitert worden. Die Behauptung, daß es erst einer Intervention bedurfte, um den Magistrat
in dem neuen Rußland in der „Freiwilligen Luftflotte" mit denkbar größtem Nutzen für das dortige Flugwesen schon seit Jahren geschaffen worden ist. Aus der Allruffischen-Jnternationa- len Landwirtschasts-Ausstellung in
Moskau schleppte mich ein junges Mädchen ohne viel Federlesens zu einem Flugzeug, auf dem mit großen Leitern zu lesen war: „Jljitsch ruft Dich". Wozu er — Jljitsch Lenin — mich rief, sollie ich auch sofort erfahren, denn ein anderes junges Mädchen an der Eintrittskaffe erwiderte mir auf meine erstaunten Fragen: Sie unterstützen damit unsere Volksbewegung für
den Ausbau einer Verkehrs u. Kriegsflotte und können von jedem russischen Flugplatz aus auch einmal einen Probeslua antreten." Ich habe damals meinen Dollar entrichtet, weil ich wußte, daß er in erster Linie der deut» fchen Industrie zugute kommen würde, die damals das russische Flugwesen aufbaute, und weil mir die Sache Eindruck gemacht hat. Ich war aber höchst erstaunt, in meinem Mitgliedsbuche eine Nummer von weit über 87 000 zu finden. Heute ist die russische Volksbewegung inzwischen mit der gewaltigen Lustgas-Abwehrbe- wegunq zusammengelegt worden, eine Organisation von mehr als süns Millionen Mit. gliedern, zu denen mich viele Hunderttausende Bewohner des Platten Landes und der entlegensten Dörfer gehören. Begeisterung und Opferbereitschaft für das Flugwesen brauchen wir nicht von den Ruffen zu lernen. Zeppelin- nnd Flugbegeisterung beweisen, daß in
allen Bolksschichten für die Bedeutung ves Luftverkehrs und die Fliegerei volles Verständnis vorhanden ist.
Was uns fehlt, ist die Organisation. Eine „Freiwillige Luftflotte" könnte znm Beispiel der Industrie und den Fliegern lohnende Auf- gaben für die Ausgestaltung der Verkehrs- und der Sportflugzeuge stellen. Abgesehen davon würde eine mächtige Volksbewegung auch die Parlamente stets ermutigen, für die Fliegerei besonders reichliche öffentliche Mittel verfügbar zu machen. Niemals dürfen wir vergessen, vast das Flugwesen vor einer Entfaltung steh', die die Beschästigung zahlreicher Industrien der Rolle der Eisenbahnen nicht