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Kasseler Neueste Nachrichten

Hessische Abendzeitung

Kasseler Abendzeitung

Dienstag, 17. April 1928

18. Jahrgang

Einzelpreis: SonntagS 20 Pfennig.

Nummer 90

Einzelpreis: Wochentags 10 Pfennig

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Die RafieletJZeueften Ngidrichren erscheinen wSchenrlich itchvmal nadimitiig« Der flbonnemetiteorel« bciräg, iüi »en iMona, 1 X bei ite-et .SufteHung in« Haus in der iLeichäiieiielle abgeboli I.sh x Durch die «oft monailich 2. X ausichlielil'ch .Huftcllunar-aebübi. Aernlnreiber #51 und «52 Aür unoerlangi cngefinbre öeiträge kann die Redaktion eine «eran,rovr,ung oder Gewähr in keinem Folie Übernehmen Nücktahlung de« fletugegtlbe« oder Änlrrfttbr wegen eiroaiget nick, orbnunaSmähtget Vielem na fft au«ae!ch!oüen Pvftscheckkonw Äranffur, a M Niimme, 8.W (tinielnnmmer 10 A SonnMoennmmer W A

Zwischen der Greenly-Znsel und Gtolp.

Gewittersahrt des NordpolWffes.

Nach achtzehn Stunden Luftfahrt glücklich gelandet.

Der verdammte Krieg.

Marianne wieder in der Klemme.

Schon fett Wochen fliegen die Antikriegspakt- No:en zwischen Paris-Washington hin und her Die Idee stammt bekanntlich von B r i a n d, der den Pakt allerdings nur aus Frankreich und die Vereinigten Staaten begrenzt wissen wollte. Wohl um den großen moralischen Erfolg, den ein Gelingen des Planes bedeutet hätte, für Frankreich und die Positoin seines Kabinettes im politischen und diplomatischen Spiel aus­nützen zu können. Daß daraus nichts geworden ist. ist aus das Koni, des amerikanischen Au­ßenministers Kellogg zu schreiben Die. ser wollte den Pakt als einen allgemeinen Anti­kriegspakt stabilisiert und aus alle Großmächte ausgedehnt haben. Damit war natürlich die Prestigepolitik, die Herr Brianv in er­ster Linie hatte treiben wollen, gescheitert, und es ist nur zu verständlich, daß in Paris hartnäckig versucht wurde, die Situation doch noch zu retten u. die Amerikaner umzustimmen

Paris versuchte vor allem, mit den bekannten Völkerbundsverpflichtungen Kellogg einen Knüp­pel zwischen die Beine zu werfen. Nun ist cs zwar richtig, daß die Teilnahme an diesen Ver­trägen den teilnehmenden Staaten zum Teil die Verpflichtung auferlegt, unter Umständen mi# Waffengewalt ihre Garantieobliegenheit abzudek- ken. Aber letzten Endes wäre diese Tatsache dock durch den von Kellogg vorgeschlagenen, allgemei­nen Antikriegspakt zu paralvsieren. Der in die­sem Pakt ausgesprochene Verzicht auf den Krieg als Werkzeug staatlicher Politik schlechthin muß ja auch jede Garantie überflüssig erscheinen lasten. Wo keine Gefährdung durch Angriffe einer bewaffneten Macht zu befürchten

Stolpi. P, 16 April. (Privattelegramm i Das am Sonnabend, 2 Uhr nachmittags in Mai land au "gestiegene Nordpol-LufischissItalia" ist gestern uni 8.35 Uhr hier glatt gelandet.

Die letz en Minuten vor der Landung

StolP, 16. April. lPrivatlelegramm.) Ge­gen 7.45 Uhr wurde das LuftschiffItalia" über Itolp gesichtet. Es befand sich 7.55 Uhr auf der Höhe von Seddin und wird voraussichtlich gleich zur Landung hier übergehen.

Dtolp, 16. April. (Eigene Drahtmeldung) TaS LuftschiffItalia" traf gegen 8 Uhr über dem Luftschiffhafen Seddin ein und kreiste über der Halle. Um 8-15 Uhr flog eS jedoch wieder in südöstlicher Richtung davon. Das Wetter ist au­ßerordentlich günstig, es ist fast windstill.

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)n -en Lüften verflogen.

Bis nach Krakau verirrt. Zweimal über Gleiwitz. Beinahe gelandet.

Gleiwitz, 16. April Tas LuftschiffItalia" das gestern mittag im Glaker .Vestel ein Gewit­ter zu überstehen hatte, ging anscheinend dabei seiner Antenne verlustig, sodaß cs die Orientie­rung verlor, (liegen 7 Uhr erschien es über Ko­fel, gegen 8 Uhr erstmalig über Gleiwitz In Krakau drehte das Luftschiff um und erschien gegen 10.30 Uhr abends abermals über Gleiwitz und überflog hier dew Flugplatz Es ließ hier zwei rote Raketen ab, die den

Wunsch zur Landung zu erkennen gaben. Es machte dann auch während einer Stunde wie- verholt Versuche zur Landung und ging einmal b i s a u f 15 0 M e t e r h e r un t e r. Plötzlich nahm das Luftschiff jedoch dann bestimmten Kurs in nordwestlicher Richtung nach Oppel n- Breslau, um nunmehr StolP anzusteuern. Es bewegte sich mit einer Geschwindigkeit von ungefähr fünfzig Kilometer in der Siunde.

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eie wollten schon wieder umdreden.

Berlin, 16. April (Funkdienst.) Rach dem Passieren von Brünn versuchte das Luftschiff abends kurz nach acht Uhr mit dem Meteorologi­schen Observatorium Berlin drahtlos in Serbin düng zu treten, um die Frage zu klären, ob es sich empfehle, eine Zwischenlandung vorzuneh men oder nach Italien zurückzukehren.

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Gegen starken Win-.

Als die Rordpolflieger über Wien führen.

Wien, 16 April. TaS italienische Luftschiff Italia" mit General Nobile überflog gestern mittag Wien. Nachdem schon im Laufe des Bormittag mit dem Luftschiff in funktelegraphi sche Verbindung getreten war, kam es um 13,55 Uhr aus dichten Nebelschichten auftauchend, vom Flugplatz aus in Sicht. Es hatte anscheinend mit heftigen wechselnden Gegen- und Seiten­winden zu kämpfen und flog mit geringer Ge­schwindigkeit über die Stadt von der aus es bis nach 3 Uhr nachmittags noch beobachtet wer- den konnte. Zur Begrüßung stieg ein Flug­zeug auf.

sind, braucht kein Schutz durch eine andere Macht gewährleistet werden. Im übrigen hätte man sich auch dadurch sichern können, daß man, im EinverständiS mit all den Unterzeichnern der von der französischen Regierung angczogenen Verträge als Rückendeckung für Ueber-

Unsere Flieger noch im Packeis

Ein Hilfsflugzeug auf der Felseninsel einge troffen. Fräulein Junkers in der Nähe.

tretungeit dieser Verträge Pakt- in Reserve gehalten hätte. Tenn der Antikriegspakt schließt beileibe nicht die Möglichkeit auch noch anderer Friedenssicherungen auS. Das wird sich ganz deutlich in der Diskustion zeigen, die jetzt, nach­dem sich Frankreich notgedrungen mit den amc- rikanischen Vorschlägen einverstanden erklärt hat zwischen den anderen Großmächten, vegin- nen wird.

Amerikas Botschafter sind bereits angewiesen, deren Ansichten darüber einzuholen. Es wird sich nun bald zeigen, ob bei den in Frage kom­menden Mächten Geneigtheit besteht, dem Ent­wurf ihre Unterschrift zu geben. An sich wäre nicht einzusehen, welcher Hinderungs­grund vorliegen könnte, das Dokument nicht zu akzeptieren Der Sinn der Aktion liegt dock ganz in der Richtung der Politik, die die zum Beitritt aufaesorderten Mächte seit Jahr und Tag im Völkerbund betreiben und dort mit warmen Worten verfechten. Sie brächte nur mit einem Schlag die Erfüllung alles dessen, was in Gens auch angestrebt wird und durch zwischen­staatliche Schieds- und Freundschaftsverträge ereicht werden soll Außerdem hätte sie noch den großen Vorteil, der nicht hoch genug einge- schätzt werden kann daß dic Vereinigten Staa­ten dadurch in diese Politik eingeschaltet würden. Damit wäre die Grundlage geschaffen für eine energische Friedenspolitik, deren letzte Konsequenz auch eine radikale Abrüstung fein müßte Was hätten Rüstungen überhaupt für einen Zweck, wenn die Kriege als Werkzeuge staatlicher Politik abqeschafft wären!

Roch ist es nicht fotocit, daß man fchon den aroßen Fricdnsgefanq anstimmen könnte. Wenn der aus Wafhmgton kommende Entwurf wohl auch nirgends eine glatte Ablehnung finden wird, fo wird es aber doch manche Kabinette geben, die sich darauf verlegen werden, in der Hoffnung, die Sache znm Verfanden zu bringen, eine langatmige Diskussion in Gang zu bringen und das Interesse zu erschöpfen. In Deutschland steht man der Anaelegenheit sicher sympathisch gegenüber Man wird wohl, nicht zögern, sein Einverständnis ohne weiteres zu geben, da es nur einen Beweis der zielbe-

Quecbec, 16. April. (Durch Funkspruch) Das kanadische Luftverkehrsflugzeug, das am Sonnabend die Marray-Bucht verlassen hatte, und zu einer Notlandung auf Seven Is­land gezwungen worden war, traf am Abend wohlbehalten an feinem Ziele, der G r e e n l y - Insel ein.

Newyork, 16. April. (Funktelegramm.) Frau lein Hertha Junkers teilte mit, daß sie am Mon­tag oder Dienstag, falls cs die Wetterlage ge­statte, mit dem JunlersslugzeugF 13" nach Montreal fliegen werde, wo sie weitere Maßnahmen treffen werde. Sie ersuchte den Ottawa-Flugdienst, Benzol für dieBremen" möglichst nach Cucebcc zu senden. Di«Bremen" wurde durch einen Funkspruch unterrichtet.

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Der Dampfer kann nicht -urch

Vom Treibeis umringt. Hilfe unbestimmt.

Ottava, 16. Avril. Einem Funkspruch zufol- ge von dem nach der Greenly-Jnfel unter­wegs befindlichen RegierungsdampferMont- calm" ist das Schiff auf ein Eisfeld getroffen und wird vom Südwind, der den Kanal zwischen dem Treibeis und der Küste geschlossen hat, an der Weiterfahrt verhindert. Seine An­kunft bei der Greenly Insel dürfte sich auf u n bestimmte Zeitverzögern.

©te kören nicht« von der Wett

Newyork, 16. April. (Durch Funkspruch.) Die Bremen"-Flieger fragten in Funksprüchen an. warum ihre früheren Angaben unbeant­wortet geblieben wären. Man glaubt, daß die durch Hundeschlitten von denBremen"-Fliegern

ausgeschickten Botschaften verloren gegan­gen oder Schneesturm aufgehalten wurden.

Die Heimat -ankt es Luch!

Nufer Botschafter wird für die Flieger sorgen.

Washington, 16. April. Botschafter von Prittwitz und Gakfron erhielt folgendes Telegramm von Hauptmann a. D. K ö h l: Rach dem mit Gottes Hilfe glücklich vollbrachten Ost- Westflug begrüßt die Besatzung des deutschen Flugzeuge«Bremen" den Botschafter des Hei­matlandes. Der Botschafter drahtete: Empfangen Sie und Ihre Begleiter nochmals den herzlich­sten Glückwunsch zu dem glänzenden Erfolg und den Ausdruck meiner aufrichtigen Bewunderung für dietapferedenkwürdigeLeistnng Ich wäre für die Benachrichtigung von einem Weiterflug dankbar und freue mich. Sic alle bald hier begrüßen zu können.

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Kein Weiterflug mit herBremen"

London, 16. April. (Eigene Drahtmeldung.> In später Nachtstunde eingegangene Meldun­gen besagen, daß dieBremen" einen Weiter­flug nicht unternehmen' kann, da das Flugzeug zu stark beschädigt ist. Die Besatzung wolle deshalb abwartcu, bis sie auf irgend eine Weise von der Insel abgeholt werde.

Sie Weltflieger in Ehren und Orden

Paris, 16. April. (Eigene Drahtmeldunz.) Die am Sonnabend Abend vom Weltflug zurückge­kehrten Flieger Costes und fiebrig wurden ge­stern vom Präsidenten Doumergnes empfangen, der ihnen den Orden der Ehrenlegion oerlieh. Am Abend waren sie Gäste des Aero­klubs und erhielten bei dieser Gelegenheit die goldene Medaille für Luftschiffahrt.

An Mulang-Sonntag in Berlin

Furchtbare Katastrophen-Erinnerungen. Schoa sechs Tote. Wieviele werden noch sterbe-

wußten Weitcrsübrung der bisher betriebenen Politik darstellen würde. Leider wird Berlin erst nach den Wahlen endgültig dazu Stellung nehmen können, weil ja die leidige Wahlpause die Regterungsmaschine überhaupt Dor.Sufte stillgelegt bat Aber der Verzicht auf den Krieg ist uns schon durch den Versailler Ver­trag aufgezwungen Wir können nur wünschen, daß ihn auch die anderen Machte, insbesondere jene, die noch immer gerne mit dem Säbel ras­seln aussprechen.

Berlin, 16. April. (Durch Funkspruch.) 3um| Berliner Stratzenbahnunglück bei dem drei voll­besetzte Wagen gestern nachmittag eine abschüssige Straße hinabsausten, weil der Führer über die Wagen die Gewalt verloren hatte, und in einer Kurve entgleisten, sind bis jetzt sechsTote und zirka neunzig Verletzte festgestellt. (Weitere Ein­zelheiten enthält dic heutige Ausgabe der »Kasseler Neuesten Nachrichten", D. Red.)

Die schlüpfrigen Schienen.

Auch diesen Fall hat Kassel erlebt.

Berlin, 16. April. Die technische Unter­suchung deS verunglückten Straßenbahnwagens ergab daß der Zug technisch einwandfrei war und auch nicht versagt hat, was einwandfrei festaestellt wurde. Zur Zeil des Unglücks herrschte leichter Schneefall, der die Schienen schlüpfrig machte.

31t es schon fo weit?

Der Wert desBremen"-Fluges. Lzean- flugzeuge der Zukunft. Das Rohrbach- Flugboot fast fertig. Künstliche Inseln.

Von

G v. Huebnor- ero-Klub.

ersten Fachleute

Fragt mau, ob der Bremeuslug schon einte praktischen Wert fite die Zukunft des trans» ozeanischen LuftverkrbrS Haden kann, »der ad er nur als eine hervorragende svortliche Lei­stung zu werte« sei .da keiner der drei Haupt-

Nichts anderes als Patrouillen gegen un­bekanntes Gelände sind die Ozeanslüge m.i ein­motorigen Landflugzeugen, die zwar die Existenz der Besatzung aufs Spiel setzen, aber anderer­seits, wenn sie gelingen, wertvolle Erkun­dungen über das Verhalten von Flugzeug und Motor, Navigation, Wetter- und Nachrichten- dienst bringen, auf denen ssch der künftige Ozean­flugverkehr, der in diesem Jahre vielleicht in fein erstes Anfangs st adium tritt, aufbauen kann. Bis zur Erfüllung der Hauptforderungen eines solchen Uebersee-Flugverkehrs geeignete Flugzeuge und Instrumente, einwandfreier Wei­ter- und Nachrichtendienst, und gegebenenfalls Bodenorganisation wird allerdings noch ein gutes Stück Wegs zurückgelegt werden müssen. Um der Sicherheit des Luftverkehrs bei dem heu­tigen Stand der Motoren zu genügen, wird man

nicht umhin können, von der Verwendung von Landmaschinen beim Lzeanflugverlehr ganz abzusehen,

da die Gefahr eines Aussetzens des oder der Motoren jederzeit gegeben ist. Aus diesem Grunde mutz für den Verkehr auf alle Fälle ein hochfeetüchtiges Seeslugzeug ge­wählt werden, das in der Lage ist, auf jeder Stelle im Ozean niederzugehen und dort die fun­kentelegraphisch erbetene Hilfe abzuwarten. Die heutige Ansicht neigt dazu, daß sich hierfür bt« sonders das Grotzflugboot, mehr noch als das Schwimmerflugzeug, eignet, und diese Ansicht hat auch im deutschen Flugzeugbau ihren Nieder­schlag gefunden. Vielleicht ist die Zett nicht all« zufern, da ein solches Ozeanflugboot für den Luftverkehr ferttggestellt fein wird, denn bei de» Rohrbach-Werken befindet sich

bereits eine Maschine im Bau,

die unter Umständen den Anforderungen bereit» genügen kann. Nach den vorliegenden Meldun- gen soll dieses Boot, die ,Romar", bei voller Be­lastung mit zwölf Passagieren, fünf Mann Bc- satzung, Gepäck und Brennstoff über eine Reich­weite von etwa viertausend Kilometern verfügen, d h. es wäre in der Lage, den Ozean zwischen Irland und Neufundland ohne Zwischenlandung ober auf der Azorenstrecke mit einer Zwischen- landung zu überqueren, wobei es einen Ueber» schuß an Reichweite von mehr als 25 Prozent hätte. Der Bootskörper wird durch Schotten in acht wasserdichte Abteilungen geteilt, sodaß die Schwimmfähigkeit des Bootes, selbst wenn zwei solcher Abteile voll laufen sollten, gewährleistet bleibt. Ob dieses Boot nach seiner Fertigstellung für den Ozeanflugverkehr eingesetzt werden wird, ist allerdings noch nicht bekannt. Die zweite we­sentliche Bedingung des Ozeanflugverkebrs tst ein ausreichender Wetter- und Nachrich­tendienst. Daß die künftigen Ozeanverkehrs­maschinen mit Funkgerät von großer Reich- weite ausgerüstet fein Werben, ist eine Selbstver- stänblichkeit, denn diefes Gerät Wirb nicht nut zum Herbeirusen von Hilfe bei Gefahr, sondern auch zur Aufnahme von Wetternachrichien un­entbehrlich sein. Es bedarf aber noch einer ge­waltigen Organisation, um den

Wetternachr ichtendienst über den Ozean

praktisch wirksam zu gestalten. Washington gibt dankenswerter Weise neuerdingsFliegerkarten des Nordatlantischen Ozeans" in ähnlicher Weise Wie Seekarten monatlich heraus. Diese Karten geben bereits heute interessante Aufschlüsse über bie Wetterlage über bem Atlantie, Nebelbilbung, durchschnittliche Windrichtungen und -Stärken, Temperaturen, Eisbergzonen ufw. So lassen die Karten zum Beispiel erkennen, daß die stärkste Nebelbildung über und östlich von Neufundland herrscht, wo zum Beispiel im Juli an 50 bis 58 Prozent aller Tage Nebel herrscht, während es weiter südlich, etwa in der Höhe von Norfolk Azoren eine Zone gibt, die

fast das ganze Jahr nebelfrei

ist. Die Durchführung eines transatlantischen Flugverkehrs wird auf diesen oder verbesserten Wetterkarten fußen müssen, und man wird sich