Kasseler Neueste Nachrichten
Hessische Abendzeitung
Kasseler Abendzeitung
18. IahrgtMg
Einzelpreis: Sonntags 20 Pfennig.
Sonnabend, 14. April 1928.
Einzelpreis: Wochentags 10 Pfennig.
Nummer 88
Geheimnisvoller Besuch bei Stresemann.
dieselben Verträge abgeschlossen
ichtet.
85 können nur Anarchisten sein
Der anonyme Vries vor dem KönigS-Attentat.
Wo bU Höllenmaschine satz.
englisch-deutsche Entente jedem anderen System vorziehe, das die Ruhe Europas
Was bringt uns der Lorö?
Der Berliner Besuch läßt Paris nicht schlafen.
Paris. 13. April. Ein Blatt schreibt zum Besuch Lord Birkenheads in Berlin, dieser habe seit der Konferenz von Spaa stets Nachgiebigkeit
liens und Kenner der italienischen Volkspsyche haben vorauSgesagt, daß sich ähnliche Wirkungen aus dem faschistischen System ergeben könnten. Dir von Mussolini selbst geleitete Untersuchung wird klarstellen, ob eS sich um eine Tat des internationalen Anarchismus, oder um eine Verschwörung antifaschistischer oder sogar, wie es ein Londoner Blatt für möglich hält, unzufriedener faschistischer Elemente selbst handelt. Auch
gegenüber den deutschen Auffassungen an den Tag gelegt. Er vertrete eine Schule, die eine
Metern gestattete. Mehrere Dampfer meinen heftigen Nordwestwind. Die Wetternachrichten aus Amerika laute« günstig. Die Aussichten ür den Flug find eut.
der Faschismus selbst wird gut daran tun, diese Unterscheidung sorgsam zu wahren. Wenn daS erstere zutrifst, so liegt kein Grund vor, den ohnehin starken Druck auf die politischen Gegner des Regimes zu verstärken, eher ein solcher, ihn zu mildern. Ergibt jedoch die Untersuchung einen Zusammenhang zwischen Faschismus und Antifaschismus, dann kann man nur wünschen, daß Italien rechtzeitig vieWegezurRuhe findet.
atzung wird zum Ordnungsdienst aufgeboten werden. Der Kommandant wird die Flieger in seinem Heim aufnehmen.
Washington, 13. April. (Eig. Drahtbericht.) DaS Marineamt hat alle «üften-Dtationen an- gewiesen, den Fliegern der „Bremen» jeden möglichen Beistand zu leisten Marrneflieger sollen rechtzeitig der „Bremen" entgegenfliege«.
* * *
Verwerflich ist daS Partetgewäsch, daS sich selbst als Engel und den Gegner alS Teufel malt; sodaß man später nicht mehr zueinander findet, was doch unbedingt nötig sei, wenn Deutschland nicht wieder zerbrechen soll. Mit hoher Fahrt sucht der etwa- verärgerte Minister dann die
Blatt ließ drahtlos bei den Ozeandampfern ansragen, ob die „Bremen" gestchtetworden sei. In der Fett von 1 Uhr nachmittags bis i0,15 Uhr abends liefen Antworte« vou acht Dampfern ein. Seiner von ihnen hat bie „Bremen" gestchtet, wobei zu berücksichtige« ist, daß das Wetter einigen dieser Dampfer einen BeobachtungSradiuS vo« nur wenige« Kilometern gestattete. Mehrere Dampfer mcü«en heftigen Nordwestwind. Die Wetternachrichten
* * *
Ruf: „Biel Glück!"
* "* *
Die Bremen mutz Kommen.
Amerika hoffnungsvoll trotz der Verschollenheit.
Rewyork, 13. April. Obwohl heute früh noch keinerlei Nachricht über den Verbleib der „Bremen" vorlregt, ist die Stimmung hier hoffnungsvoll, da die Tatsache, daß daS Flugzeug bisher nicht gesichtet, durch die Wetterver- HSltnisse und die Dunkelheit verständ- lich erscheint. Rach Ansicht der Sachverständigen find die Flieger kaum vor mittag« zu ermatte«. Alle Behörde« und Verbände haben Empfangsvorbereitungen getroffen. DaS Schwesterflugzeug der „Bremen" steht in Mitchellsfield bereit und soll der „Bremen" entgegenfliegen, sobald sie gesichtet ist. Commander Btrd gab der sicheren Ermattung Ausdruck» daß die „Bremen" baldirgendwoanderKüsteetn- treffen müßte, gleichgültig, ob fie ihren ursprüngliche« SurS eingehalte« hat oder nicht.
Mit -em sso- vor Augen.
Aber ««iso größer ist der Ruhm.
London. 13. April (Eig. Drahtbericht.) Laut Pressenotiz begleiten die Flieger die guten Wünsche von zwei Kontinente». Trotz aller Tragödie« müßte« mutige Leute stets bemüht sein, der Gefahr zu trotzen, in wenigen Jahren werde der Flug nichts außergewöhnliches sein. Wer diese find die Tage der Pioniere, wo fie, die das große Abenteuer unternehmen, ihr Leben aufs Spiel setzen mit dem volle» Bewußtsein, daß alles gegen eine« Erfolg spricht. Umsomehr Ehre ihnen und umso herzlicher der Wunsch, daß ihre Tapferkeit belohnt werde. Neber alle Nationalität hinaus erschall« der
* # * '
Brr heute morgen keine Spur.
Ware« fie schon über Neufundland?
St. John- (Neufundland). 13. April. Um halb fünf Uhr morgens deutscher Zeit war das Wetter klar. Der Wrnd hatte südöstliche Richtung. Auch von den Küstenstationen wurde nichts entdeckt. Zu der Meldung, daß in der Tr»- nity-Bay Motorgeräusche gehört wurden, wird wetter bettchtet, daß dies« Wahrnehmuns gestern abend 10 Uhr amerikanischer Zett von zwei Personen gemacht wurde. Das Wetter war aber unUar. sodaß die Sicht gering war.
St. Johns (Neufundland, 13. April. (Funktelegramm) Abends 8.30 Uhr örtlicher Zett herrscht schönes klares Wetter. Die Aussichten für die deutschen Flieger find gut. .
St. Johns (Neufundland), 13. April. (Durch Funkspruch.) Trotz schärfster Beobachtung haben die Küstenstationen!, Leuchttürme, Funkstationen und Telegraphenstationen brS gegen Mitternacht daS Flugzeug Wremen" nicht ge-
haben wie die RegterungSbevollmächttgten. Di« Wirtschaftsentwicklung brauche unS ttotz der chweren Belastungen nicht zu beunruhigen. Durch die Hereinnahme fremder Gelder würde daS Auslandskapital, namentlich der Dollar, an unserem Wohlergehen stärker interessiert. Aber selbst ein stark ermäßigter DaweStribut sei nur aus den Handelsüberschüssen zu decken, ebenso
wie höhere Löhne nur von einer blühenden Wirtschaft
abgeworfen werden können. Die Landwirtschaft könne freilich die hohe Zinsenlast nicht tragen. Stadt und Land müßten jedoch zusammenarbei- ten und keine Partei sei bauernfeindlich ringe- stellt; er selbst wolle auch den Großgrundbesitz erhalten. Rur straffere, durchgreifendere Organisation deS Absatzes (etwa wie in Italien) bringe jedoch rascher vorwärts als alles tö- richteGerede vom Käufer -und Steuerstreik, womit sich der Bauer nur die Sympathien verscherze. Sehr geschickt und mit starker moralischer Entrüstung schüttelte der Minister auch den Vorwurf ab, als habe er durch das Scheitern des Schulgesetzes, einen Kulturkampf heraufbeschworen. Sein Antrag auf Erhaltung der bestehenden Simultanschulen stimmte wörtlich mit den Beschlüssen des Zentrumskabinett- Fehrenbach - Giesberts - Wirch von 1921 überein. Vor Bismarcks Kulturkampfsünden sei er selbst schon als Anfänger gewarnt worden..
Duldsamkeit gegenüber jedem Gottesstreben
Mailand, 13. April. (Eigene Drcchtmeldung.) Vor dem Eingang der Mailänder Messe explodierte gestern dicht vor dem König und seiner Begleitung eine Höllenmaschine. Unter den sech- zehn Todesopfern und 40 Bettetzten der furcht- baren Explosion befinden fich fünf Fraue« und zwei minderjährige Sinder der gleichen Familie, sowie fünf Soldaten des WsperrungSregimenlS. Nach der Eröffnung der Mustermesse besuchte der König die Verletzen in de« Spitälern. ES tonnte noch nicht ermittelt werden, wann die Höllenmaschine in den Sockel der Laternen- a n t e « « e gelegt wurde. Die Verbrecher hatten die Explofio« auf die Minute berechnet, aber nicht überlegt, daß die königlichen Autos zur Irreführung von etwaigen Attentäter« im letzten Augenblick link« statt rechts fahren, da fi« ücki nicht an die üblichen BerkehrSvor- fchristen zu halten brauchen. Auch waren die königliche« Autos durch die Kundgebungen der Bolksmassen aufgehalten worden. So« der hef- tigen Explvfion wurde der gußeiserne Sockel der Laternenantenne i« Stücke gerissen, wobei viele eiserne Gußteile ebenso mörderische Geschosse bildete« tote die Splitter der Bombe.
»meiaenorest«: «wdeumf-de ®eRbäft»«MW«i «e mm.Sett« » J. anS»ärt®e
durch ster-tvrrcher anfdtflebenen «nsetetn fomte
(amt nicht Garantiert werde«, stür Anzeigen mit besonders schwierigem Vro^M Ansschlaa Druckerei: Schlachibokstr NV8N ®efcbäft8Me. KSlni.cheitr. d.
Nachdem Oberstudiendirektor Dr. B e d e r als Ortsgruppenleiter in beredten BegrützungSwor- ten besonders daS unerschrockene Verantwor« tungsbewutztsein deS VolkspatteiführerS ge- rühmt hatte, daS selbst um den Fluch der Unpopularität den festen Friedenskurs weitersteuerte, schlug sich der Vielgeschmähte, und Applaudiert« selbst mit noch fast jugendlicher Elastizität und starker ,oft zu Temperamentsausbrüchen ausladender innerer Erregung eine Bresche int Herze« der Wählermassen. Er weist zuerst die unbilligen Vorwürfe üb:r die Handelsverträge, >ie die eigenen Industrie- und Landwirtschafts- nteressen nicht genügend berücksichtigt haben ollen, zurück. ES kann sich bet ihnen immer nur um eine Diagonale der gegenseitigen Wirt" schafstkräfte handeln, wie sie stets guch von den Deutschnationalen zugebilligt werden mußte. Der einzelne Stand darf seine Nöte nicht über die der anderen stellen wollen und die n e u e B a u e r «- Partei würde kein Deut mehr an Vergünstigungen herauSgeschlagen sondern
Stresemann selbst.
Ministerdebüt in der Kasseler Stadthalle. 1 Da« schwerst« Ringen enteret R<rtto« »« «fern. Licht. Brot und Wetigeltnng oerkörvert sich bent« i» der Perl»» deS AnhenminiUers. D-rnm iit Stresemann der ttmfmlfenfleu. am meisten befehdeten ttnfc ,«gleich oovnlärlten Minister einer. Gestern abend stand er im brechend gefüllte» «rohe» Stadthalleniaal v»r Srennde» »»d Gegner». Seine Thelen brachte» den Einyemeibte» keine Cffenbotttngen. Aber fei» a»S Heistern Menschenherzen anellender. tromvetenLeller To» »nd Schwung ritz mit feine «bsttlarten. »ft in« Weltweisbeit pefteiserte», »olUitoen Maxime» schlagen zugkräftig ein, fein tief fuubtettes Wif- fen nm die Röte nnd »ngebrocheue« Triebkräfte der deutschen Knltnr nnd Wrrtschaft e»wa,ge» Refoekt, Bertrane» nnd Sompathie. Unser R- MltarbeiterÄebt an» der Stnrzftnt der ange- schlagene» Tbeme» felgende Leitmotive Heran»:
Amerika sucht -en Himmel ab
Sie Vierde« wie Könige empfangen.
«ewyott, 13. April. Di« Stadtbehörden treffe« «vtsanareiche EmpkangS-Borbneitungen In der Stadthalle soll, eine riesige Menschenmenge die Meger begrüß«». Dte Armeeflteger äußern fich zuversichtlich über das Ge- lingen des MugeS. Die ganze Mlugfeld-Be-
Attentäter habe», wahrscheinlich alS Elektri- zitäisangestellte verkleidet, unter Bortäuschung vo« Reparaturarbeiten die Höllenmaschine, die durch ein Uhrwerk in Tätigkeit gesetzt wurde, durch die Klappe eingesührt. Die Metallstücke deS Sockels flogen mit umher. Die Menge er- griff die Flucht «nd in ihr Schreie» mischten sich die Hilferitte der Verletzte». Einem Sol boten war der Bauch aufgeschlitzt worden, sodas die Eingeweide hervortraten. Einem Mädchen hatte ein Splitter den Schädel vollkommen ge- öffnet Ein Polizist lag in einer Blutlache und neben ihm drei schwerverletzte Kinder. Feuerwehrleute, Sanitäter und Milizsoldaten besör- derten die Verwundeten mit Automobilen in die Krankenhäuser. Mussolini ordnete von Rom aus sofort sehr energische Rachforschu«. gen an.
sei ihm selbst die höchste Religion. Deutschlands größtes Unglück sei seine Trennung in Konfes- stonen und Parteihatz gewesen. Die Gegensätze wieder aufzureitzen sei des deutschen Liberalismus unwürdig. Aber das Schulgesetz sei nur der Anlaß zur Kündigung der schon längst brüchigen Koalition gewesen. Ueberhaupt komme eS nicht auf ein paar Mandate mehr oder weniger, sondern auf die führenden Persönlich k s-i t e n der Partei an, .auf den Geist, der zum Beispiel die Flügelparteien in die Opposition oder die Regierung drängt Der Minister streift kurz den Abfall der Konservativen von ihrem eigenen Grafen Westarp und deren Ueber- gang zu den Völkischen und vertrat dann die verantwortliche Teilnahme der eigenen Partei an den Staatsgeschäften als daS höhere Pflicht- bewutztsein, wenn sie auch zum Verlust von Mandaten führen sollte. Jede Partei setzt sich für Ideale auf lange Sicht ein.
Keine aber kann allein regieren.
Keiner hat die Rieger gesehen
Die Ausfichten trotzdem gut
Im Sockel der Laterne. — Furchtbare Szenen.
Mailand, 13. April. DaS «SnigS-Attentat
Sot-h'nÄ “S'&l “« "»» «'»'«■
von etwa einem Meter eine kleine Klappe. Die tigsten Männer Englands.
©(Nimm genug.
r daß in Italien Bombe« platzen müssen.
Die Nachricht von dem furchtbare« Bombenattentat auf Italiens König bei der Mailänder Mustermesse kommt nur in sehr bedingtem Sinne ( überraschend. Aus gewissen Anzeichen konme - man in letzter Zeit schließen, daß die polittsche Spannung in Italien einen unerträglich hohen Grad erreicht hat und daß die polt- tische Polizei offenbar selbst mit der Möglich» leit gewaltsamer Entladungen rechnete. Rur ' nahm man allgemein an, daß das Ziel nicht der , beim Volke im allgemeinen beliebt« und toeyen ; seiner korrekten und menschlich sympatht- , schen Haltung geschätzte »onig, son- , dem der wirkliche Herrscher Italiens, der Dik- tator Mussolini, sein werde. So wurde z. B. die Einweihung deS SiegesdenkmalS in Bozen aus keinem anderen Grunde verschoben, als der abfällige T»n Mussolinis, und die aufs äußerste gereizte Stimmung der Südttroler Bevölkerung selbst der italienischen Regierung nahelegten, ein trauerndes Land nicht durch ein Fest zu provozieren. Möglich auch, daß man mit einem Verzweiflungsakt desperater Elemente rechnete. Im übrigen lag la auch zugleich mit dem König eine Bombe für seinen Diktator bereit „ _ ...
Daß der Träger der italienlschen Krone jetzt das Ziel einer verbrecherischen Tat geworden tfl, in der man Wohl mit Recht den Ausdruck einer tiefen unterirdischen Gärung erblicken muß, wird überall auch dort schmerzlich empfunden werden, wo man daS faschistische System ab» lehnt. Es liegt jedoch, wie man aus der Geschichte der politischen Attentate Weitz, im Wesen des Terrors, nickt die menschlich Verantwort- liehen oder Schuldigen sondern di« Re Prä- fentaitten schlechthin zu treffen. Bei dem italienischen König liegt jedoch bet Fall umso tragischer, als er kaum als Repräsentant des faschistischen System angesprochen werden kann. Man weiß, daß er seinerzeit, als ihn der Marsch der faschistischen Legionen auf Rom vor das große Gewissensdilema eines Bürgerkriegs oder eine- Bruchs mit den alten demokratischen Traditionen Italien, stellte, anfangs sogmc den Kriegszustand proklamierte, fich nur unter starkem inneren Widerstreben der Notwendigkeit gefügt hat, den elementaren, durch Mussolini entfesselten Gewalten etn Ventil zu öffnen. Er folgte damit dem alten Brauch seines HaustS, die Interessen der Krone unbedingt hinter dem sichtbaren, wenn auch mit revolutionärem Charakter auftretenden Forderungen deS Volkes gurückzustellen. Wie er, der als Monarch persönlich dem Dreibund sich der- pflichtet fühlte, bei Ausbruch des Weltkrieges der vorsichtigen NeutralitätSformel seines Kabinetts beipflichtete und zehn Monate später unter dem Druck deS Landes den Bruch mit An einstigen Freunden vollzog, so hat er auch btt Autorität der Krone Mussolini und dem Faschismus zur Verfügung gestellt, als diese deutlich und »wm- aend der Willensausdruck des neue« Italiens geworden waren. Kein ernstlicher Tadel, weder in Italien noch im Ausland, ist deswegen an dem König geübt worden, und diesem Verständnis für seine Lage und Haltung entspricht eS, wenn heute bei der Kunde von dem auf tön.Verübten Attentat die allgemeine Mißbtl- l i g u n g durch keinen Mißton gestört tmrb.
Alles läßt darauf schließen, daß es sich hier um ein wohl vorbereitetes und offenbar weit verzweigtes Komplott, nicht um die Tat eines Einzelnen, handelt. Einzelne a n a r ch i st t sch e Attentate sind ja auch in der demokratischen Vergangenheit Italiens nicht selten gewesen. Der Großvater des Königs Umberto, fiel in Monza bei Mailand einem solchen zum Opfer. Auch auf Victor Emanuel HL selbst wurde tm Frühjahr 1913 in Rom beim Betreten deS Panteons etn Anschlag verübt. Alles dies waren jedoch Hand- hingen einzelner Anarchisten, welche allein der- antwottlich waren und für bie man hockstenSdi, unterirdische Propaganda in Wort und Schrift mitverantwortlich machen konnte. Hier aber ist sichtlich eine Organisation am Werke gewe- sen, und dies legt natürlich die Frage nahe, ob solche Taten nicht wenigstens zum Teil das Pro- butt eines Systems sind, das für die polittjche Unzufriedenheit keinen andern Ausweg schafft und kennt, als den der Unterdrückung des Ge- sangnisses oder der Ausweisung. Tas zaristische Rußland ist geradezu das Schulbeispiel für diese politische Erfahrung gewesen. Trotz einer über das ganze Land ausgebreiteten und trefflltch or- aanisierten politischen Polizei, konnten dort Attentate auf Attentate folgen und d« R ihili s- miis, verbunden mit der Lehre des politischen Terrors, war sozusagen ein natürlicher Lohn des Zarismus Auch wohlwollende Beurteiler Jta-
iS
etneefanite Beiträge fee» bie Redaktion «in« Beraaiwortnna ^er Tewabr w keinem falle Übernehmen. Rückiablnna de» demAelbe» vier
etwaiger eiet orbnvngSmäfsiaer Stefertti« tft an»fltf4IofleB —1JofHeedW faankfnrt a. M Rnmmer 6880. Linzelnummer 10 J SonMaaSnnmmer » *