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Kasseler Neueste Nachrichten

Kasseler Abendzeitung

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Hessische Abendzeitung

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Nummer 82.

Einzelpreis: Wochentags 10 Pfennig.

Donnerstag, 5. April 1928.

Einzelpreis: Sonntags 20 Pfennig.

18. Jahrgang

Trotzki als Opfer eines Attentats?

Momente nimmt Milliarden auf

Wie er Frankreich saniere» will.

vor

rhängisteil hat in diesem Kampf die Kirche sicher: sie Kirche verspricht ihren Gläubigen keinen irdischen Sieg.

London, 4. April. Ein zuverlässiger Bericht­erstatter in Basra berichtet, daß etwa fünftau­send Wahabiten sich auf dem Kriegsfuß befin­den. Englisclie Streitkräfte seien mit zahlreichen Flugzeugen in El-Batn-Jariska versammelt.

lismus erscheinen. Es ist ein Kampf von gro- ßem Format, der sich zwischen geistiger Kraft und weltlicher Macht cntspinnt. Einen Bor

fischen Spionagedienst gesucht und ausgenom­men zu haben, um ihm geheim zu haltende Nachrichten zu liefern. Das Gericht kam zu der Ueberzeugung, daß Schramm sich dem franzö­sischen Spionagedienst angeboten hat und ver­urteilte ihn zu sechs Monaten Gefängnis.

Das Paradies liegt jenseits der Erd«. Musso- lini aber mutz seinen Anhängern irgendetwas bald Realisierbares, etwas Greifbares verspre­chen, sozusagen das Paradies aus Erden. Wenn das nicht binnen kurzer Zeit kommt, es seien nun äußere Eroberungen oder innerer Reichtum, am liebsten beides, dann fallen Musio- linis Leute ebenso rasch von ihm ab, wie sie zu ihm gekommen sind. Der Papst hat es mit Gläubigen zu tun. der Duce mit Gläubigern.

Ern»? & unden für Sita.

Paris, 4. April. (Eigene Drahtmeldung.) Die frühere Kaiserin Zita liegt nach einer Meldung aus San Sebastian schwer erkrankt in der dortigen Klinik.

Rivalen unter sich.

Amerika erregt Unwillen wegen China.

London, 4. April. Nach Meldungen aus Tokio betrachtet man in Japan das amerika­nisch-chinesische Abkommen als e.nen Rück­schlag für die britische Politik in China.

Rutschenkowo befindet, anzunehmen. Badstie­ber und Otto haben von der Genehmigung des B r i e f s ch r e i b e n s mit ihren Angehörigen bisher keinen Gebrauch gemacht. Sie baten, diese zu beruhigen. Maier erhielt eine Geldun terstützung seilens der Botschaft, während Bad stieber und Otto mit Geld genügend versehen sind. Diese beiden baten um Ünterhaltungs lektüre. Sämtliche Verhafteten beantragen, die

Bestellung eines Verteidigers

Eine Entscheidung über den Termin und den Ort der Gerichtsverhandlung ist noch nicht ge­troffen.

Japans Politik lehne es ab, die Beilegung des KaNtoner Zwischenfalles mit der Frage einer Bertragsneuregclung zu verquicken.

Hinter den Mauern der G. p. U

Ein Besuch bei unseren eingrkerkerten Ingenieuren. Jetzt werden fie menschenwürdig behan dell. Maier vollständig gebr ochen. Unsere Botschaft auf der Wacht.

Trotzki erschossen?

Er soll nach dem Attentat im Sterben liegen.

Paris, 4. April.

Nach dem Rewyork Herald sind gestern in Paris drahtlose Telcgrauime eingetroffen, die besagen, daß gegen Trotzki von einem Armenier, der Anhänger Stalins fei, ein Attentat in der Verbannung verübt worden sei. Trotzki habe einen Schutz in die Wirbelsäule erhallen und soll im Sterben liegen. Die Regierung bemühe sich, die Verbreitung von Nachrichten darüber zu verhindern.

Eine Lektion |ür den Franzosenfpitzel.

Würzburg, 4. April. (Privatteleoramm.) Im Prozeß gegen den 27jährigen ledigen Kauf- mann Johann Schramm, der beschuldigt war, in Ludwigshafen Verbindung mit dem sranzö-

Hai, wo ein Interdikt über das Land der! und die Spendung der Gnademnittel der 1____..

eingestellt wurde Wohl aber muß man sich ge­faßt machen, daß einzelne ganz intransigente Faschisten den unverbesserlichen Mitgliedern der Action fran?aise gleichgestellt und wie diese als abtrünnige Mitglieder der Kirche behan­delt werden. Auch wird vielleicht die schon längst angekündigte und bisher immer zurückgehaltene E n z v k l i k a über die Irrtümer der Rationa»

Mussolini gesagt haben. Als aber der Faschis­mus an das Recht der Kirche tastete, das sie in der Erteilung des Religionsunterrichtes in Anspruch nimmt, erwiderte der Papst auf Vorstellungen der deutschen südtirolischen Geistlichen zwar, er habe nicht die Möglichkeit, zu ihren Gunsten ein­zuschreiten, aber er ergriff die nächste Gelegen- illten Italienern zu erklä-

Noch immer kein Amerikaflug.

London, 4. April. Das deutsche Flugzeug Bremen" ist auch heute Mittwoch noch nicht gestartet. Wie vom Flugplatz Baldonell mitge­teilt wird, find bis jetzt keine Vorberei­tungen zum Abflug getroffen.

Moskau, 4. April. Der nach Rostow am Don entsandte Legationssekretär Schliep berichtet, daß er mit M a i e r, Otto und Badstieber in Gegenwart dreier Beamter der GPU. eine Unterredung von zehn Minuten hatte. Die Ver­hafteten, die einzeln vorgeführt wurden, erklär­ten, daß sie seit dem 15. März in Einzelzel­len untergebracht seien und daß seitdem dir Unterbringung keinen Anlaß zu Be- s ch w e r d e n gebe. Sauberkeit, Waschgelegen - heit, Toilettenverhältnisse und Effen seien zufrie denstellend. Bis zum 15. März waren sie in einem engen Raum mitfünf zehnMann zusammen gewesen. Doch seien, nachdem eine Kommiffion erschienen war, Erleichterungen, insbesondere die Unterbringung in Einzelzellen, angeordnet worden. Otto erklärte dagegen, er sei auch anfangs, als er mit Ruffen zusammen untergebracht war, bevorzugt behandelt worden. Der Gesundheitszustand von Otto und Badstie­ber ist gut,

Maier hatte einen Nervenschock erlitten, sodaß sein linker Arm bewegungslos sei. Er fühle sich matt und liege den ganzen Tag. Maier, der zweiundfünfzig Jahr^ alt ist, er­klärte, daß er früher niemals krank gewesen sei. Botschaftssekretär Dr. Schliep wurde zugesagt, daß Maier sofort zwecks Uebersührung ins Krankenhaus ärztlich untersucht werden soll. Maier bat, sich seiner Frau, die sich in

Pari-, 4. AprU. (Eigene Drahtmeldung. Ein Matt will wissen, daß Borberellunge« für die Auflegung einer Milliardenanlethe getroffen werden, um den PostenVorschüsse an den Staat" aus der Bilanz der Bank von Frank­reich auszumerzen. Die Auslegung dürste im Monat Mai erfolgen.

Kriegsfackeln in der Wüste

Fünftausend Wahabiten aus dem Kriegspsad

Brechen öle Wahavnen im 3rat ein t

London, 4. April. (Eig. Drahtbericht.) Wie weiter aus Basra verlautet, sollen kleinere Trupps der Wah-biten die Jrak-Grenze gestern abend bereits überschritten haben. Daraus seien britische Militärflugzeuge und Panzerwagen zu Aufklärungszwecken entsandt worden. Unbestä­tigte Gerüchte besagen, daß zwei weitere Stäm­me sich an dem Vormarsch beteiligen. Die Stärke der Wahabitenstreitmacht wird mit 5000 Mann angegeben.

ren, daß man nicht Katholik und Fa-. schift zugleich sein könne. Er betonte das Recht und die Pflicht der Kirche, die italienische Jugend katholisch zu erziehen.

Der Faschismus, der nut seinen Vorteil sieht, begriff zwei Tage lang nicht die prin­zipielle Bedeutung dckr päpstlichen Aussprache. Dann brach Mussolini los und ließ sich schroff vernehmen, der Faschismus ergreife den ganzen Menschen, er erziehe auch das Kind in seinem und nur In seinem Sinne. Die katholischen Jugendorganisationen wurden verboten, kein italienisches Kind soll mehr der faschistischen Organisation entgehen. Selbstverständlich meint Mussolini es so, daß die Kinder im katholischen Mauben erzogen werden sollen, aber es soll eben faschistisch-katholischer Glaube sein, bei dem derMythus der Nation" an die Stelle des Mythus von der göttlichen Dreieinig­keit zu treten hat. Wie wird der Papst sich nun verhalten? Er wird schwerlich die scharfen Mit­tel anwenden, die er in Mexiko angewandt

Vapst amen Siftator.

Die Riesenkampf in Rom entbrannt.

(Don unseren römischen Mitarbeiter.) Rom, 2' April.

Der Papstname Pins ist ein Stück Weltge­schichte und eine Vorahnung. Seit Pius dem Vierten haben alle Papste, die diesen Namen wählten, schwere Kämpfe mit der weltlichen Ge­walt ausfechten müssen. Pins der Sechste wird bei der französischen Revolution verhaftet unb nach Frankreich gebracht, wo er stirbt. Pius der Siebente, der Napoleon salbt, wird später von dem Gesalbten nach Fontainebleau geschleppt und darf erst 1814 nach Rom zurückkehren. Pius der Achte ist nur wenige Monate Papst. Das lange Pontifikat Pins des Nennten ist mtt Kämpfen ausgefüllt: Verlust des Kirchenstaats, vatikanische Gefangenschaft, Kultur­kampf mit" Bismarck. Pius der Zehnte muß erleben, daß Frankreich, die »älteste Tochter der Kirche" Orden konfisziert und die Trennung von Kirche und Staat ausspricht. Und Pius der Elfte, der vom faschistischen Staat geehrt wurde, wie es kaum je einem Papst von welt­licher Seite widerfuhr, sieht sich mit einem Schlage von feiten dieses selben Staates sogar in seinen geistlichen Hoheitsrechten bedroht. Der Name Pins ist nicht nur ein Prognostikon, er ist auch ein Programm und be­deutet die prinzipielle Verteidigung der Rechte der Kirche unter dem Zeichen jener Unnachgie­bigkeit. die durch das Non. possum ausgedrückl wird.

Nach der Vernichtung des weltlichen Kirchen­staates ist die g e i st i g e Beherrschung der Welt Sinn und Ziel der kirchlichen Politik geworden. Die geistige Beherrschung sucht ihre Mittel ein­mal in der Mission, zum anderen Mal in der Propagierung einer übernationalen Friedens­politik. An der Mission nimmt der Faschismus keinen Anstotz, aber die päpstliche Friedenspoli­tik kann Mussolini, der sich auf die Dauer nicht ohne Krieg halten kann ober doch nicht halten zu können glaubt, nicht gefallen. Der Widerstreit zwischen Kirche und Faschismus mutzte einmal zum Ausbruch kommen. Pius der Elfte ist eine entschlossene Natur. Er ist nicht umsonst ein guter Alpinist gewesen. Er bewegt sich vorsichtig, aber er scheut keine Gefahr, und in kritischen Lagen entscheidet er schnell, was zu tun tft Es mag das faschi- st ische Vorgehen gegen den Religionsunterricht der deutschen Kinder in Südtirol gewesen fein, das dem Papst bte Augen darüber geöffnet hat, datz Faschismus und Katholizismus n i ch t d e n gleichen Weg wandeln können. Der Fa­schismus muß, um sich zu erhalten, nationalisti­sche Konflikte provozieren; die Kirche mutz, will sie nicht ihren Ruf als geistige Macht aufs Spiel setzen, friedenliebend wirken. Mussolini hat dem Papste alle nur denkbaren Liebenswür­digkeiten erwiesen. Er hat Kruzifixe in allen Schulzimmern anbringen lassen und die nieder- gerissenen Kreuze im Kolosseum und auf dem Capitol wieder aufgerichtet. Er hat durch seine Presse den Willen tunbgegeben, Vatikan und Quirinal mit einander auszusöhnen, ja sogar einen weltlichen Kirchenstaat en minia- ture wiederherzustell.n. Der Papst hat, was man ihm liebenswürdig bot, liebenswürdig angenom­men. Er soll sogar freundliche Worte über

Sin Faustftiev für Hegupten ?

London, 4. April. DaS Kabinett besprach beute Frnent die ägyptische Frage. Es soll die Ansicht herrschen, daß die ägyptische Note eine endgültige Antwort von sei en der britischen Re­gierung erfordere, und es wird erwarte», datz diese Antwort alsbald erteilt werden wird. Der Oberkommiffar wurde vorläufig dahin bei chic den, daß Großbritannien auch weiter aus dem Boden der Deklaration vom Jahre 1923 stehe, einschließlich der vier Vorbehalte. Die endgül­tige Antwort auf die ägyptische Note wird vor­aussichtlich mehr auf das englisch-ägyptische Verhältnis eingehen.

Krauen an die Front!

Von Euch hängt auch in der Politik viel ab.

Von

Clara Mende. M. d. R

Cbwebl den Wettermackern der Politik bereits allcutbalbeu eine starke Wablneroofitatbarck bie Glieder zittert, liegt über weiten Volks­schichten der dumpf« Druck der Wablmübigkeit. eine 3lrt politischer Berrweiflnng. der nnnjent» lich an» bas weibliche Gemüt stch nicht bem- mnngslos überlaßen soll, da es an erster Stelle mit zur öiebetonfbdnerbeit beknfragen berufen ist. Darum geben wir gern unserer parlamentarischen Mitarbeiterin bas Wort:

Es ist eine alte unb doch immer wieder neu bestätigte Erfahrung, datz von allen europäischen Völkern das deutsche Volk am wenigsten politi­sches Interesse zeigt. Wenn der Deutsche poli­tisch tätig ist, bann ist er es nur im Sinne einer Partei; und Partei und Parteiinteressen sind bas einzige, an dem sich bie Gemüter erhitzen können. Politik ist aber nicht nur Partei, Poli­tik ist bie Beschäftigung mit den großen Fragen des öffentlichen Lebens und ihrer Lösung, und die Parteien sind nur Mittel zum Zwecke der Losung. Das deutsche Volk muß sich einmal klar darüber werden, baß die Grundlage unseres ganzen öffentlichen Elendes der verlorene Krieg ist. Diese bittere Erkenntnis ist aber noch nicht allen Kreisen geworden. Auch die deutschen Frauen haben, scheint es, den Krieg und seine Wirkungen bereits vielfach vergessen. Der ver­lorene Krieg ist ihnen vielleicht noch gar nicht ganz zum Bewußtsein gekommen. Der verlorene Krieg hat uns alle jene Lasten auferlegt, die tut. dem Begriff der Reparationen und Dawesplan umschrieben werben. Er hat uns aber auch das große Heer der Arbeitslosen gebracht, und damit soziale Lasten der Gesamtheit auferlegt, von de­ren Höhe unb Ausmaß vor dem Krieg niemand eine Ahnung hatte Er hat uns das Heer der Kleinrentner, der Kriegsbeschädigten, der Inva­liden und Kriegshinterbliebenen gebracht, deren Versorgung nicht nur eine rechtliche, sondern auch moralische Verpflichtung bedeutet. Der Krieg hat uns Provinzen genommen, deren rei­che landwirtschaftliche Erträge die Ernährung des deutschen Volkes in der Vorkriegszeit ge­sichert haben Ans dieser Not erklärt sich der

Kampf aller gegen alle

in Deutschland, an dem auch die Frauen in ho­her Zahl teilnehmen müssen. Auch für sie gilt es, eine neue Lebensaussassung zu gewinnen. Zu all diesen- persönlichen Nöten kommt für die Frauen das politische Erlebnis des aktiven und passiven Wahlrechtes. Die berufstätige Frau findet sich schneller hinein, weil eben ihre Tätig­keit sie seit Jahren mehr oder weniger in das öffentliche Leben hineingestellt hat. Die Haus­frau ist heute mehr als früher durch wirtschaft­liche Sorgen und eigene Mehrarbeit im Haus belastet, unb unter diesem Druck Übersieht sie so häufig, daß ihr eigener Haushalt nur ein Teil­chen des großen Staatshaushaltes ist. Ein Mo- saikbild verliert an Wert und Schönheit, wenn einzelne Steinchen vernichtet werden und aus dem Rahmen herausfallen. Ein Staatshaushalt kann nicht gesund fein, kann kein Volksvermö­gen sammeln, wenn der Einzelhaushalt versagt. Diese Erkenntnis allein muß die deutsche Frau dazu führen, positiv initzuarbeiten an der Po­litik ihres Landes in aktivem und passivem Sinn. Sie mutz vor allen Dingen deutlich er­kennen, und muß es unter Umständen dem Mann, der es auch noch nicht erkannt hat, bei­bringen, datz in der politischen Tätigkeit, also auch in den Parteien und in den Parlamenten, weder Frauen- noch Männerinteressen allein vertreten werden können. Hier mutz

Arbeit für das ganze Boll geleistet werden. Im deutschen politischen Leben spielen augenblicklich Interessenvertretungen eine viel z u große Rolle, und hie Gefahr liegt nahe, daß auch die Frauenwählerschast in diese Gedankengänge hineingerät. Davor soll sie sich hüten. Sie soll den Persönlichkeitsgedanken stär­ker als je im Augenblick zur Geltung bringen. Eine Mutter, ein Vater, die nicht Persönlichkei- ten sind, werden nie ihre Kinder zu Vollmen­schen erziehen Politiker, die nicht Persönlichkei­ten sind, werden die Poltik deS deutschen Volkes nicht führen können, sondern werden von den Masseninstinkten dahin getrieben werden wohin die Masse will, ohne Rücksicht darauf, ob diese Rücksicht für die Ge­samtheit des deutschen Volkes die richtige ist. Natürlich müssen die Frauen bei den kommenden Wahlen bis zur letzten ihre Pflicht tun, toei^bie große Zahl der diesmal eintretenden Jungwäh­ler ganz von selbst den radikalen Parteien mit dem fugenblichen Ungestüm des neuen Wäh­lers große Zahlen zussihren wird. Ein Land, wehrlos und machtlos, von inneren Kämpfen