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Meier Neueste Nachrichten

Kasseler Abendzeitung

Die Radelet ileueften Rachrichrea erscheine» wöchentlich letbemai aachmmagS Der ilbonnementepreie beträgt für den ifloiwt 2. at bet freier Zustellung :na Haus in bei Äeschäitsktelle abaebolt l.t»> * Durch die Pakt monatlich 2. Jt ausfchliesilichiufteOungeoebQbr. Fernsprecher 951 und 952 Mir unnerUngt etnaelanbte Beiträge kann die Reduktion eine Beruntwonuna ober ®ernähr in keinem Mille übernehmen Rückzahlung de» Beiugdaelde» ober Ansprüche wegen eiwuiget nicht orbnnngSmäütget Viefemna tft ausgeichlossen Voltfcheckkonto frrtinihirt a M Rümmer 689t> Chnielnnmmrr 10 4 SonntagSnummer 90 <1

Hessische Abendzeitung

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Nummer 80.

Einzelpreis: Wochentags 10 Pfennig.

Dienstag, APrU

EinzelvreiS: Sonntags 20 Pfennig.

18. Jahrgang

Wieder Bruch zwischen Litauen-Polen?

Sine ernste Lehre.

Die Barmats in der Versenkung.

Mussolini schulmeistert Men.

Der Gesandtenwechsel sagt genug.

Der dramatische Reichstagsabschluß halle ein wichtiges Tagesereignis übertont, dem wir erst heute einen kurzen Äbschiedsblirk zuwerfen kön­nen. Wie ein großes Aufatmen ging es durch das rote Haus in Moabit und durch alle Re- daklionsschwitzkästen: Der Barmatprozeß ha entwich seinen vorläufigen Abschluß gefunden, mit der Urteilsverkündung, die dem Hanptange- tlagten Henry Barmat elf Monate Gefängnis ^diktierten. Els Monate Gefängnis gegenüber fünf Jahren, die der Staatsanwalt beantragt hatte Einer der riefenhaftigsten, langwierigsten lind kostspieligsten Prozesse der deutschen Krimi- nalgeschichte und nicht bloß der deutschen, ist da­mit beendet. Zwei dicke Bände füllten einst die Anklageschrift, einunddreiviertel Jahr dauerte die Verhandlung. Bewunderungswürdig die Leistung des Vorsitzenden, der die ganze Zeit über durchhielt. Einmal erschien der Gerichts­hof sogar in der Wohnung des Vorsitzenden, wo dann eine formale Sitzung abgehalten wurde, damit die ungeheure, schon geleistete Arbeit ntch r erloren ging. Zu ocn meist dreimal wöchentlich stattfindenden Verhandlungen wußte der ge­plagte Vorsitzende Akten studieren, die ein gan- z e Zimmer füllten. Fünf Stunden allein dauerte die Verlesung der Urteilsbegründung. Und dazu die zahlreichen Zeugenvernehmungen, die endlosen Debatten, die ungeheuren Kosten des Prozesses, BergevonPapier, Strö­me vonTinle und endlose viele, viele Stun­den, in denen geredet, geredet, geredet wurde. Klein und winzig müssen diese elf Monate Ge­fängnis, müssen mich die sonstigen noch gerin­geren Strafen erscheinen, die zum Schluß dieses Prozesses verkündet wurden Mancher wird da­bei sagen: »Soviel Geschrei um einen Eier- kuchen?

Und doch ist diese Urteilsfindung genügend begründet. Der Vorsitzende selber führt es za aus, wieviele wichtigere Momente durch die lange lange Zeit, die die Entwirrung des Pro- zeßmaterials in Anspruch nahm verwischt und verwandelt wurden, die manches auch nicht mehr festzustellen sei, was vielleicht klarer zu Tage gelegen hätte, wenn der tragische Tod des Postminister Höfle nicht dazwischen gekom­men wäre. Manches, was vielleicht vom mo­ralischen Standpunkte aus in der Handlungs­weise der Barmais und ihre Helfer zu verur­teilen sei, sei gleicherweise nicht strafrecht­lich zu erfassen. Will man diesen Fall überhaupt ganz verstehen, dann muß man sich in jene Zeiten zurückversetzen, in denen seine Hauptakteure noch nicht im Schwurgerichtssaal von Moabit, sondern auf der Bühne des brau­senden Lebens standen, des Lebens und Trei­bens der Inflationszeit, als wir von einer Papierslut überschüttet wurden und als Sachwerte und Devisen alles galten. Uns wie­der Genesenen mag schwer sein, sich in jene Zei­ten zurück zu versetzen. Man faßt sich an den Kopf und fragt: Wie war es poch damals? Wie war das, als man selber mehr oder minder eingespamtt war in diesen wahnsinnigen Tanz um Sachwerte und Devisen. Lausende von anständigen Menschen lind damals angesteckt worden, sind infiziert worden von der Pest des Schiebertums, man mußte ja irgend wie, ir­gend wann schieben und hintenrum kaufen, Ge­setze übertreten, Vorschriften nicht beachten, und wenn es nur in Kleinigkeiten war, wenn man nur leben wollte. In dieser Zeit da blühten die B a r m a t s und K u t i s k e r s, das war ihre »große Zeit"'. Nun ist sie vorbei. Ganz klein und häßlich sehen die Leute aus, die damals gewaltig und mächtig waren, deren Worte De­visen bedeuteten, und deren Hand Sachwerte hin und her schoben, selbst wenn sie garnicht vorhanden waren.

Wien, 2. April. (Privattelegramm. In diplomatischen Kreisen verlautet bestimmt, daß Der italienische Gesandte Auriti auf seinen Wie­ner Posten nicht mehr zurückkehren oerde. Darin dürften aber irgendwelche JBer chärsungen in dem italienisch-österreichischen Konflikt nicht erblickt werden.

Ls wird wieder nichts.

Die Ostrivalen vor dem Abbruch.

Warschau, 2. April. In den litauisch-polni­schen Verhandlungen in Königsberg haben die oppositionellen Erwägungen einem verärgerten Ton mit deutlich pessimistischem Hinter­grund Platz gemacht. Alle Meldungen bemühen sich einstimmig, die Schuld aus Woldemaras zu schieben und werfen ihm vor, er versuche durch künstliche Schwierigkeiten die Verhandlungen auseinanderzubringcn. Man rechnet bereits mit einem Abbruch der Verhandlungen. Die litaui­schen Forderungen belaufen sich auf zehn Millio­nen Dollar. Pole.« «eitet die seinen daraus her, daß Litauen während des polnisch-russischen Krieges 1920 die Neutralität nicht gewahrt habe.

Heiße Diplomatenkämpfe in Königsberg.

Königsberg, 2. April. Die litauische Delega­tion hat der polnischen ein Sicherheitsmemoran dum überreicht über die Sicherheit vor Organi­sationen die den litauischen Staat bedrohen ,2. den Vorschlag einer entmilitarisierten Zone. Wie Ministerpräsident Woldemaras der Preffe mit­teilte, will Litauen auch die polnischen Entschädi­gungsansprüche in die Verhandlungen einbe- ziehen. Die litauische Entschädigungsforderung.

die nur materielle Verluste an Staats- und Bür­gereigentum betreffe, beruhe auf Vorgängen,die von beiden Seiten nicht bestritten würden. Wäh­rend die Tatsache des Zeligowski-Putsches von beiden Seiten anerkannt werde, beziehe sich dik polnische Gegenforderung auf Vorgänge, bk umstritten seien. Heute Vormittag wird weiter beraten.

Osterurlaub in Hannover.

Wo der Reichspräsident ausspannt.

Hannover, 2. April. Der Reichspräsident be gab sich auf der Rückreise von der Konfirmations­feier im Auto nach seinem Hause in der Selhorst­straße. Auf dem Bahnhof hatten sich, da die An­kunst nicht bekannt war, nur wenige Menschen cingefunden. Der Herr Reichspräsident wird voraussichtlich seinen 8lOtägigen Osterurlaub in Hannover verbringen.

*

Der ^reicyrpra drnt vei den Konfirmandinnen

Lüneburg, 2. April. Der Reichspräsident nahm gestern an der Konsirmationsfeier seiner Enkelin, Christa Maria von Pentz in Lüneburg teil. Bei der Kirchenfeier in der festlich geschmück­ten Klosterkirche ,an der auch die Abtissin mit den Nonnen in der Klostertracht teilnahmen, gab der Reichspräsident den fünfnnd,zwanzig Konfirman- slnnen die Hand und sprach ihnen seine GlüM wünsche aus. Auf der Rückfahrt wurden ihm durch eine begeisterte Zuschauermenge lebhafte Ovationen dargebracht. Beim Deutschlandlied erschien der Reichspräsident vor dem Fenster und verneigte sich dankend.

Kommen fie unfern Fliegern zuvor?

Zehn Franzosen und dreizehn Engländer am Amerikastart. ,

London, 2. April. (Eigene Drahtmeldung. > Rach einer Mitteilung von dem Flugplatz Bal- donell besteht auch heute keine Aussicht auf den Start derBremen" zum Ozeanflug. Die un geduldigen Deutschen wollen jedoch Dienstag st a r t e n.

Paris, 2. April. (Eigene Drahtmeldung.)

Laut Preffenotiz bereiten sich zur Zeit zehn fran­zösische Flieger für den Ozeanflug vor. Die mei­sten hätten den Wunsch geäußert, daß ihre Namen nicht in dir Oeffentlichkeit gelangten. Fünf von ihnen könnten bereits in zwei bis vier Wochen starten. In England zähle man sogar dreizehn Anwärter für den Ozeanflug.

3um zweitenmal auf Peking.

Ob man den Soldatenkaiser Tschangtfolin diesmal fängt? ,

........Ischritten und gehen nach dem Eisenbahnknoten-

London, 2. April. Aus Schanghai verlautet. |punlt Hsutschaufu. Andere Truppen marschieren Der nationalistische Vormarsch gegen Peking ^Bahn nach Norden zur Unterstühung scheint begonnen zu haben. Tschiangkaischelunb ~ - :ufl § vor Die Feng-Partei in Nan-

sein Hauptquartier haben den Jangtse über-1 Hngfofl jetzt sehr staick sein.

Neun Arkendörfer in Trümmern

Wie das Erdbeben in Smyrna hauste.

Angora, 2, April. (Funkdienst.) Nach den letz­ten Meldungen wurden durch das Erdbeben in Smyrna neunundzwanzig Wohnhäuser und zehn Lagerhäuser vollständig zerstört, während 193 Wohnhäuser, sechs Moscheen, vier Schulen, fünf Fabriken, eine Druckerei, zwei Lichtspieltheater, ein Hospital und ein Uhrturm beschädigt sind. Im Bezirk Torbild find fünf Dörfer unbewohn­bar geworden. Bier weitere Dörfer haben gleichfalls schwer gelitten. Die Erdstöße wieder­

holten stch nachts und heute morgen, aber ohne neue Verluste. Wie noch verlautet wurde das 150 Häuser zählende Dorf Torbali vollständig zerstört. Es gab hier vierzig Verletzte im weite­ren Umkreis 8 T o t e und 16 Verletzte. Die Ein- wohner verbrachten den Tag unter freiem Him­mel. Der Präsident der Republik hat 100 000 Pfund gestiftet, tWertere Einzelheiten siehe erste Seite dritte Beilage.)

Die Maske ist gefallen, die Pose hält nicht mehr stand. Es sind doch im Grunde ganj jäm­merliche Gestalten, diese Helden der Inflations­zeit. Auf der Anklagebank nehmen sie sich bc- deutend weniger imponierend aus, als einst im Klubsessel, in den weichen Polstern eines schnit­tigen Autos. Das ist der Eindruck, den man heute gewinnt. Er ist ein bißchen mit Enttäu­schung verbunden, aber er zeigt, daß wir se­hend geworden sind. Run wird der Fall zu den Akten gelegt werden, wenn nicht was Gott behüte noch eine Berusungsverhand- lung kommt, die einen neuen Rekordpro- zeß hervorbringt. Hoffen wir, daß uns das erspart bleibt, dem rund heraus gesagt, es lohnt sich nicht mehr. ES wird Zeit, daß man die­sen nie ganz zu durchforschenden Sumps endgültig zA deckt So weit es möglich war, haben die Taten der Barmats und ihre Helfer Sühne gefunden. Das deutsche Volk hat

enn die Berge wanken

Eine spanische Stadt bedroht.

London, 2. April. Wie aus Liffabon gemeldet wird, droht an dem Berge Carvalheira in der

Rahe von MantergaS ein großer Bergsturz. Das durch die Einsturzgefahr bedrohte Gebiet ist etwa zehn Quadratmeilen groß.

ander« Sorgen. Es muß arbeiten und immer wieder arbeiten, nicht im Sinne des Schiebers, der seine Tagesarbeit mit ein paar Konserenzen und Telefongesprächen auf luftigen Verspre- .chungen und knisternden Banknoten aufbaut, die er in fremde Hände steckt, nein, nicht solche Arbeit! Wir wünschen und hoffen nur, und das ist ein wuchtiger Teil unseres Arbeitspro­gramms, daß niemehr eine Zelt kommen möge, in der die entthronten Götter des Schieber­

tums, in der barmatische Gestalten wiederawon ihren Klubsesseln aus. es wagen, ihre kühnen Spekulationen zum Schaden des deutschen Vol­kes und der deutschen Volkswirtschaft zu begin­nen. Für Naturen vom Schlage Barmats und seine Helfer soll niemals mehr Raum sein in Deutschland Das ist die höchste und heiligste Lehre dieses Prozesses, die wir nie­mals vergessen sollen, wenn wir es ehrlich mit Volk und Vaterland meinen

Waldeck bei Kassel.

Geleitwort« zum großen Anschluß-ErrigniS.

De« kürzlich «tont Walbecklfchen Ltmbtag voll- «Menen groben btftoriftben Anichlnbereigni», das wertvolle Wirtschaftsgebiete nnb n«int« nnb ftammesverwandte 8olksteile be« Kasseler Regiernngs- nnb Wirtschaftöbereich ent ft hebert, widmet ein Mitarbeiter bie ersten für Stadt und Land gleich wiffenswerten Betrachtungen.

Das kleine Land mit dem achtspitzigen ..hwarzen Stern im goldenen Feld ist nun Preu­ßisch geworden und dem Regierungsbezirk Kas­sel zugeteilt, in dessen Rahmen die drei Waldeck- scheu Kreise nach Ablauf von fünf Jahren zu ei­nem einheitlichen Kreis Waldeck zusammenge­legt werden sollen. Damit ist endlich wenig- einmal ein kleiner Schritt zum Abbau der noch immer genügend buntfarbigen Landkarte Preu­ßens geschehen, ein Schritt, der an praktischen Konsequenzen nur wenig mit stch bringen wird, denn schon 1867 war auf Grund eines Staats­vertrages mit Preußen die gesamte innere Ver­waltung der Vereinigten Fürstentümer Waldeck und Pyrmont aus Preußen über gegan­gen, Träger der gesetzgebenden Gewalt war der König von Preußen geworden, der aller­dings bei Ausübung dieser Gewalt an die Zu­stimmung des Fürsten des waldeckschen Landes gebunden war. Mit der Revolution trat an Stelle der fürstlichen Gewalt das L a n de s d i - rektorium und fefcon 1921 entschloß sich Waldeck, für das Gebiet von Pyrmont, das ja eine weit abliegende preußische Enklave darstellt, eine Volksabstimmung mit dem Ziel des

Ausgrhens Pyrmonts in Preußen

znzulaffen. Am 29. November 1921 wurde »ach erfolgter Abstimmung der Vertrag zwischen Preußen und Pyrmont abgeschlossen, durch Reichsgesetz vom 24. März 1922 die Vereinigung besiegelt, nicht ohne daß schon einige Wochen vorher die Zentralstelle für Gliederung des Rei­ches sich dafür ausgesprochen hatte, daß auch dar Waldecksche Hauptgebiet geeignet sei, mit Preu­ßen bereinigt zu werden. Mit der nunmehr vollzogenen Vereinigung erfährt Preußen einen Gebietszuwachs von 1055 Quadratkilometern, 55 816 Bewohnern, drei Kreisstädten Arolsen mit 2440, Corbach mit 5678, Bad Wildun- gen mit 5369 Einwohnern. An kleineren Orten, Dörfern und Marktsiecken, zählt das Gebiet von Waldeck rund hundert und das, obwohl Waldeck durchaus Hügel- und GebirgSland ist. Diese Tatsache beweist das Bestehen reger Acker- kultür, was stch auch bann ausdrückt, daß rund sechzig Prozent der Bodenfläche Ackerland, Gär­ten und Wiesen darstellen, während etwa fünf- unddreißig Prozent der Bodenfläche mit Wald bestanden sind. Der westliche Teil von Waldeck, der in dem unweit der preußischen Grenze gele­genen Heqekopf mit 856 Metern Höhe feine größte Erhebung erreicht, gehört geologisch der Grauwackenformation und damit den Ausläu­fern des rheinisch-westfälischen Schiefergebirges an, während das Hügelland des östlichen Teile» mit dem Diemel- und Eddertal letzteres weit­hin bekannt durch die gewaltige Eddertal- sperre, die einen großen Teil Heffen-KasselS mit Wasser versorgt in der Hatchtsache der jüngeren Trias-(Kalkstein-) Formation angehört. Die Wirtschaft des Landes beruht dementspre­chend in erster Linie auf Agrarprodukten:

Roggen, Hafer, Flachs, Kartofseln,

auf der Viehzucht, Holzwirtschaft und dem Ab­bau wertvoller Baumaterialien und endlich sind Arolsener Liköre und Tabakprodukte wenigstens der Vollständigkeit halber zu erwähnen. Langst rnhen die Eisensteingruben von Adorf, ebenso wie die in Vorzeiten betriebene Goldwäscherei im Eddertal. Der Mangel an Eisenbahnlinien hat die an sich trotz regen Fleißes der Be­völkerung nicht sonderlich ergiebig gebliebenen Hilfsquellen zu keiner rechten Entwicklung kom- men lassen Die Linien Brilon-Corbach-Waldeck- Wildungen-Wabern (an der Strecke Kassel-Mar­burg) und die Strecke Marburg-Corbach (am Wettende der Eddertalsperre vorbei)-Arolsen- Warburg (an der Strecke Altenbeken-Kassel) sind beide als Nebenstrecken anzusprechen, auf denen kein Durchgangsverkehr herrscht, sodaß Im tilge, meinen nur wenig Touristen, Wanderer oder Besucher der Waldeckschen Bäder einen Begriff von der Sage und den

tiberrafrfienben landschaftlichen Reizen des Landes haben. Die Geschichte des Fürsten­tums Waldeck geht bis in das zwölfte Jahrhun­dert zurück. Der älteste geschichtlich nachgewie- fene Vorfahr der Fürsten von Waldeck, Graf Widekind. starb 1137. Er stammte ab von den damals an der Diemel und Weser reich be­güterten Grafen von Schwalenberg. Sein gleichnamiger Enkel nahm als erster den Titel eines Grafen von Waldeck an. Teilungen