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Kasseler Neueste Nuchrichtm

Kasseler Abendzeitung

Hessische Abendzeitung

Sonntag, 25. Marz 1928

Der jüngste Riesen-Bankrott in Genf

Wahlpotpourris

»tritt Mitarbeiter

gründen hinwegschmelzen. Der Plan wolle nur

d

Durch die sonnendurchfluteten Hallen der Parlamentsbühnen zieht nicht nur das liebliche Frühlingsgeläute der Abschieds- und Auf­lösungsstimmung. Auf die sorgenbepackteu Häupter der Wahlexaminandendrücken nocheine Woche lang zentnerschwer die Bürden des 9lot-

dürfe. Dies« Eröffnung traf Herrn Horstmann ziemlich schwer und veranlaßte ihn, eine pracht­volle ReprLsentaiionSwohnung zu beziehen, wo er seine berühmten Kunstsammlungen unter- bringen konnte, sodaß der Salon Horstmann von jetzt ab zu den wirklich großenSalonS der Reichshauptstadt gehörte. Man traf Her nicht nur das diplomatische Korps und die Ehepaare des Auswärtigen AmtS, sondern auch di« Söhne des Kaisers und die «He Hof­gesellschaft, da die älteste Schwester Horstmanns, die Burggräfin Fabian zu Dohna, in den alten preußischen Adel geheiratet hat. Welche Fak- toten maßgebend gewesen find, Horstmann jetzt auf einmal auf einen der schwierigsten und wichtigsten deutschen Gesandtenposten zu schik-

aufbringen, einen ersten Schritt auf dem Wege zur Abrüstung zu ermöglichen. Er be­dauerte, daß die vorgelegte Vertagungs-Resolu­tion bett Ausschuß bereits zum dritten Male in die Lage versetze, nichts vorzuschlagen und n i ch t s zu tun. Ein drittes Mal könne er einer solchen Entschließung nicht zustimmen. Mau habe Deutschland dieser Tage einen Wechsel aus­gestellt, den mau abermals verlängern wolle, ohne einen Grund anzugeben. Deutschland sei ein gutmütiger Gläubiger und würde sich mit einer ersten Abrüstungsetappe begnügt haben, aber

nicht einmal diese erste Anzahlung wolle man ihm geben. Wenn die allgemeine Ab­rüstung mit dem Bölkerbundspakt in Widerspruch stehe, müsse auch Deutschland verlangen, daß die anderen Staaten bis auf dieses Niveau deS Rüstungsstandes herabsteigen, das für Deutsch­land gelte. Deutschland könne auf keinen Fall die Resolution annehmen; denn es gebe einen ernsthaften Grund für eine Verschie­bung der zweiten Lesung.

« * *

Sie ver-rehen -ie Wahrheit.

Bernstorff hält sie aber beim Wort.

Genf, 24. März. (Eigene DrachtmeLdung.) Rach nichtSsagenr^n Reden des englischen Ver­treters sucht der französische Vertreter, Clanzel, den deutschen Gläubigeranfpruch damit zu ent­kräften, daß Deutschland nicht in sechs Monaten oder in einem Jahr, sondern erst in sieben Jahren ersüllt (!) habe. Im übrigen habe Frankreich ebenso herabgesetzt wie England, ohne auf das Ergebnis der Bölkerbundsarbeiten zu warten. Gras Bernstorfs entgegnet mit einer Mantelnote Clemeneeaus, die die Ab-

schende Leerlauf aller Achsen zu erklären, als daß die von Salon zu Salon, von Genuß zu Begier­de, von Konferenz zu Konferenz und von Amts­zimmer zu Amtszimmer gehetzten Opfer der Po- litischen Tretmühle einfach keine Tiefe, Fülle, keine Schwungkraft zu genialen Konzeptionen und Projekten mehr aufbringen, als daß das

Amtliche- Organ »er Stadt Staffel 18. Jahrgang

GM und Geld

Gesandter Horstmann geht nach Brüssel.

Nummer 73. Amtlich»- Organ der Stadt Raffel

Sn der Abrüstungs-Zwickmühle

Wie stellt sich Genf zur jüngsten Moskauer Radikalkur? Sofortige Herabsetzung aller Streitkräfte um die Hälfte. Flugzeuge, Lustschisse und Giftgas »erboten.

Seele, an die Quellen der Selbstbetrachtung, an die aufrüttelnden Erlebniffe der Abrechnung, der Wiedergeburt und Zielsetzung in u. mit sich selbst gepocht. In der Tat scheint hier ein Kar-

stnng und derKonfusion in Genf". Die Atmosphäre fei mit gegenseitiger

Feindseligkeit und gegenseitigem Argwohn geladen gewesen. Ein Blatt weist auf eine» französischen Ausspruch hin, daß die Autzenmini- stenr Großbritanniens, Frankreichs, der Berel- nigten Staaten und vielleicht auch die Italiens und Japans selbst den Boden für eine Flöt- tenkonferenz vorbereitet haben, an der vielleicht auch London tnti neuen Hoffnungen teilnehmen könne. Die sentimentale Unlerstüt- znng des Moskaner Planes müsse vor den vor­gebrachten vernichtenden Tatsachen und Beweis-

Als einziger Sohn eines sehr reichen Frank- fitftet ZeimngsverlegerS brachte ei Horstmann schon als Student zum Reserveoffizier bei den Bonner Husaren. In Berlin wurde er als ge- wandter Tänzer, Reiter und Polospieler Freund im Hause des österreichisch-ungarischen Botschafters Grafen Dzögyenp, mit dessen drei Töchtern er viel tanzte tznd ritt. Graf Szögyenv brachte ihn dann in den diplo­matischen Dienst des Reiches, indem er dem da­maligen Reichskanzler Fürsten Bülow vorstell- le, welch guten Eindruck es machen werde, wenn man dem Reichstag«, der immer über di« Exklu- stvität deS diplomatischen Dienstes schimpfe und behaupte, dieser stehe nur den alten Familien und dem neuen Bank- und Jndustrieadel offen, mit der Ernennung deS Attaches Horstmann entgegentrete. Auch werde es dem

Fürsten eine gute Presse machen, wenn der Sohn eines Zeitungsverlegers in den diplomatischen Dienst komme. Dies aller leuch­tet« Bülow ein. Und Horstmann, der nicht einmal den Doktor hatte und das Reserendar- eramen erst beim zweiten Male und auch nur sehr knapp bestanden hatte, wurde zum Attache ernannt und der deutschen Botschaft in Paris zugeteilt. Hier spielt« er dank des großen vä­terlichen Zuschusses eine gewisse Rolle nicht nur im diplomatischen Korps, sondern auch im Fau- bourg St. Germain, dem Quartier deS alten französischen AdelS, bis man ihm eine Falle stellte. Man lud ihn zum vornehmsten Pariser Jockeiklub ein und lehnte dann seine Aufnahme durch schwarze Kugeln ab. Natürlich konnte der Abgelehnt« nun nicht länger In Paris bleiben und wurde als Attachk an ein« andere Botschaft versetzt, an der jung« Leute mit großen Mitteln gut gebraucht werden'konnten, nämlich an die in Washington. Auch hier spielte er eine große Rolle im gesellschaftlichen Leben und zeichnete sich als Festarrangeur, Tänzer und Sportsmann auS. Als einziger Attachi im gro­ßen diplomatischen Korps hielt er sich ein

Haus mit Koch und Dienerschaft

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werden. Neubauten werden streng begrenzt. Schiffe von über 10 000 Tonnen sollen über. Haupt nicht mehr gebaut werden, auch nicht al» Ersatz. DaS höchpzulässtge Geschützkaliber beträgt 3043 Millimeter. Alle militärischen

Flugzeuge und Luftschiffe werde» abgerüstet. Staaten mit über 200 Flugzeugen setzen ihre Luftstreitkräfte auf die Hälfte herab, die übrige» um H oder J4- Die ausscheidenden Flugzeuge «erden zerstört. Jede Vorbereitung der Hau- delslustflotte für Kriegszwecke wird verboten. Alle Flugzeugbomben werden innerhalb von drei Monaten zerstört. Die Flugzeugherstevung Wird besonders geregelt. Alle Mrttel für de» chemischen und batteriologischen Krieg werden

Innerhalb dreier Monate vernichtet und die entsprechenden Fabriken auf andere Pro- duMonen umgestellt. DaS Verbot deS Giftgas- kriegeS ist Innerhalb dreier Monate zu ratlfizle. rett Die Milltärausgaben werden entsprechend herabgesetzt. Sämtliche Bestimmungen sollen im Laufe von zwei Jahren vollkommen durchgeführt fein. Diese Projekte werden heute ausführlich

werden, kleinere Flotten nur um ein Drittel oder ein Viertel. Die Flugzeugmutterschiffe werden »fort unbrauchbar gemacht. Die Kriegs- . marine mutz bereits im ersten Jahr abgebaut erörtert.

Genf, 24. März. (Eigen« Drahtmeldung.) Der neue russische Abrüstungs-Entwurf verlangt, daß die Staaten mit über 200 000 Mann unter den Fahnen ihre Effektlvbestände auf die Hälfte herabsetzen, die übrigen Staaten ihre Effektiv- bestände um % oder % entsprechend auch die Re- fernen. Tanks und besonders weitreichende Ge­schütze werden vollständig abgeschafft, «äh­rend die übrige Abrüstung in den jetzigen Mo­dellen beibehalten wurden. Alle KampsmittÄ gegen die Zivilbevölkerung müssen ver­nichtet werden. Die Ausrüstung darf für die erste Staatengruppe nicht den Stand für zehn Jahresklassen überschreiten, für die übrigen Gruppen eine größere Zahl. Ueber den gesam­ten RüstungSstand und das gelagerte Material werden genaue Listen vorgeschrieben. Die Kriegs­marine soll bei den Staaten mit über mehr alS 200 000 Tonnen Gesamttonnage, ebenfalls

nm die Hälfte herabgesetzt

und gab unter der Patronage seiner Botschas- trein, der Gräfin Bernstprff, große Feste. In der Deutschen Botschaft war er rnaitre de plaisir und Hahn im Korbe bei Graf und Gräfin Bernstor ff, die beide großen Gefallen an ihm fanden. Aber am Horizont dieses heitcr- chönen Junggesellenlebens standen dicke Wol­ken, daS diplomatische Examen, und Fred» Horstmann hatte doch nichts gearbeitet uttd noch weniger gelernt! Da sprang Gras Bernstorsf m die Bresche. Er erreichte eS, daß Herr Horst­mann von der mündlichen Prüfung be­freit wurde und gleich darauf einen Sekretär- posten in Washington erhielt. Rach dem Krieg erstrebte Herr Horstmann, der inzwischen bfe älteste Tochter des Bankiers Paul von Schwabach, Seniorchefs des alten Berliner Bankgeschäft» S. Bleichröder, geheiratet hatte, den Posten deS Deutschen Botschaftsrats in Washington. DaS Weiße HauS lehnte ab, ti traute ihm die Fähigkeiten für einen so

Post«» nicht zu. Dieser Mißerfolg hatte weitere Wirkungen. DaS Aus- wärtige Amt lehnte kurz« Zeit darauf die von lernt Horstmann erstrebte Ernennung zum Deutschen Gesandten in einem der skandinavi­schen Länder ab, ja man bedeutete ihm, daß man ihn zwar gern wegen seiner gesellschast- luhen Talente im Auswärtigen Amt behalten wolle ,daß er aber auf eine Ernennung zum

Gesandten nicht mehr rechne»

rüstung Deutschlands als ersten Schritt zu jener allgemeinen Herabsetzung bezeichnet, die die unterzeichneten Mächte als eins der besten Mit­tel zur Sriegsverhütung zu verwirklichen suchen und die der Völkerbund unter seinen ersten Pflichten herbeizuführen hat. Diese Erklä- rung ClemenceauS sowie diejenigen BoneonrS ....... ... ______

können keinerlei Zweifel bestehen lassen. Der nie bürgerlichen Parteien verwirren.

Der ieteeefleetefte Soften lei le* «rohen diplomatischen FrühiabrSfchnb ist wohl lern Snalaadchek im Berliner AnSwärtige« Am«, foeleimtot Sprit mann. ineefeUen. der letzt als Geiandter «ach Brügel gelt, schon btt Stuf' W» IjiekS mm «eierten Fünfzigers bietet aller­lei nicht Alltägliches, wie unser Mitarbeiter «ns in le« folgenden Artikel verrät.

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soviel steht jedenfalls in allem außen- und innpolltischen Wirrwarr heute schon zweifellos feft: Schweren Rrschütterungen und Rück­schlägen, sei es durch Streik-. Konjunktursturz, Teuerungs- oder andere Krisen, darf unser Wirtschafts- und Erwerbsleben nicht ausgesetzt werden, wenn wir uns hell aus dem Repara­tionssumpf an ein sicheres Ufer retten wollen. Dieses eherne Gebot der Stunde wird wohl auch wie eine heilige Mosestafel den gereizten, ver­zweifelt um ihre verschuldete Scholle ringenden Bauernscharen den Dreschflegel aus der Hand gewunden haben, mit denen sie Finanz- und Steuerämter mitsamt den Pfändungsvollstreckern zum Teufel zu jagen drohten. Aber ein Maschi­nengewehr gegen tausend Bauernfäuste genügte, um auch den wildesten Draufgänger die Eisen- faust der Staatsautorität spüren zu lassen. Wie denn auch schon längst die Einsichtigsten unter den unverschuldet- Verschuldeten und vielleicht allzu schonungslos von der Steuerwalze Gepreß ten den reißenden Wilßbach einzudämmen sich muhten in der Erkenntnis, daß man auch mit emgeschlagenen Fenstern und... Köpfen sich nicht die ewigen Rechte aus den Sternen herunterholt und daß man in die klaffende» Wunden des Volkskörpers nicht noch Pfeffer, Pulver und Blei streut, wenn man selbst von ihnen genesen will. Milich wird man auch mit den lumpigen 65 Millionen die Flutwelle nicht aufhalten können, dle dem sich abrackerndeu- und Kornmann dte letzte Kuh aus dem Stalle und den Speck aus der Kammer zu reißen droht. Nicht hämisch rechten und schmollen wollen wir mit unseren Brot-, Milch-, Kartoffelspendern, die damals obenauf waren, als un» Städtern die Jnfla- tions- und Hungerwelle über die Köpfe raste: sondern jedem Wunsch dieser verelendenden Vottstetls uns gefügig zeigen, (eßt deutsche Wa­ren!) unsere eigenen Röte und Schmerze» zu­rückstellen vor denen erttinkender SchicksalSgenos- fen, und jeder an seinem Teil Verständnis. Hilfsbereitschaft, festen Aufbauwillen einsetzen, wo In der Notgemeinschaft eine Lücke klafft.

Wir haben ein Stückchen blanken, blauen FrühllngShimmel so bitter nötig; wir dürfen uns nicht die linden, knospenfrischen, fächelnden Südwinde vergiften, verräuchern lassen durch di« sresse'id-kalten Parteinebel, die aus nnzugängli- chen Schlünden n. Schluchten heraufbrodeln, uns den Blick und Atem zu verschlagen. Der an geistigem Horizont und BildnngSkapital heute überlegenste unserer Mlnisterköpse hat eS jedem, der eS hören und nicht hören wollte, eben erst nochmal eingetrichtert, daß der eigene Unfein barkeitSdünkel die schlimmste aller Sünden wider den heiltgen Geist der Demut und Brüderlichkeit ist. Der Goethe- und Napo­leonschwärmer Stresemann hat zur rechten Zeit mit weisem Finger an die durch GesellschastS- n. VergnügungStrubel erblindeten Scheiben der

Programms und der Elatmilltonen, die dem Säckelmeister des Reichs gar lieblich von den Fingern träufeln, den bewilligenden Volksvätern aber und ausgepumpten Steuerzahlern tote Mük- kenfchwärme vor den Augen tanzen. Die Herren Volkstribunen aber drapieren von Tag zu Tag ihre Wahltoga malerischer und lassen keine Ge­legenheit vorübergehen, ihre edle Seele vor den Wählern auszuschütten (Südtirol und der Ein­heitsstaat stehen hoch Im Preise), oder den schlag­fertigen Gegnern (armer Kendell!) etwas am Zeuge zu flicken. Soll nun nach der Auflösung am 31. März (wenn alles Klappt-) erst am 20. Mai die Wahlurne entscheiden? Ist eS wirk­lich nötig, daß wir uns sechs Wochen lang mit mehr oder minder wohlriechenden Parteiblüm chen spicken? Kann man nicht tote in andern gesitteten Ländern in 14 Tagen dte Glückswechsel auf die Zukunft an alle harrenden Gläubigen verteilen? Soll der nächste Völkerbund am 4. Juni in Genf leere deutsche Stühle und ver­waiste Ministersessel in Berlin vorstnden und die heiß ersehnte Freiheit am Rhein, tote jetzt wie­der das Abrüstungsevangelium, ab calendas graecas vertagt werden?

jazzband - durchschtolrrten Treibhausluft der Fracks und knisternden Seiden den herben Klang der Volksstimme, das unerlöste Htneinverlange» in die Welt des LichtM der Harmonie der Schön­heit des Leibes und der Seele, nicht mehr in jä­her Ergriffenheit vernehmen. ES ist schon so, daß im mörderischen Tempo des Großstadtrhyth- mus oft die tieferen Geheimnisse, manchmal so­gar daS bessere Selbst der Seele verloren gehen wozu dann die dreimal täglich erscheinenden Asphalt-Gazetten noch das ihrige tim. E. R.

ÄÄÄ Wir sind betrogene Gläubiger

Bauern. - GtrefemannS Fingerzeig. Graf Bernstorfs macht den AbrüstungSschtolndel nicht mehr mit.

®enf 24. März. (Eigene DrahtmeWung.) In dem Abrüstungsvortrag begründete Gras Bernstorfs, nachdem der Vorsitzende die russische» Vorschläge als undurchführbar bezeichnet hatte, die deutschen Anregungen auf allgemeine Offenlegung des gesamten Rüstungsstandes, da nur völlige Klarheit das Rüstungswerk fordern könne. Der Ausschuß müsse wenigstens de» Mut und die Autorität

Erdreich ihres Geistes im grellen Kandelaber- dinalübel gerade der großen Tagespolitik (und schein, im witzigen Knallbonbongesecht der TSn- nicht bloß dieser) zu liegen. Wie anders Ist bie« beteten, Schmeicheleien mtb Höflichkeiten nicht offenbare, weltpolitische Stagnation, bet tret- mehr blühen und sprießen will, alS daß sie in der

Franzose redete sich damit heran», daß diese Paragraphen lediglich für die Slgnatarstaaten deS Versailler Vertrages gelten. Um die Völker- bnndSartikel zn verwirfllchen, müsse man so rasch als möglich die Arbeiten des Abrüstungsaus­schusses vorwärts bringen, sobald «»»sich, ten für einen praktischen Abschluß vorhan­den seien. (!)

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Vertagen r Vertagen;

Wie Genf die Unbequemen abschüttelt.

Gens, 24. März. Eigener Drahtbericht.) Der Vorsitzende bat Graf Bernstorff dringend, ange- sichts deS aussichtsreichen Standes der gegen­wärtigen Verhandlungen (!) deren Ergebnis abzuwarten. Die zweite Lesung würde unter alle» Umständen einige Wochen vor der nächsten Völkerbundsversammlung abgehalten werden. Den Russen versprach er, daß daS neue Projekt aber bei der zwelten Lesung mlt- behandelt werden soll. (!)

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Genf vollkommen konfus.

Traurige Bilanz der Abrüstungskonferenz.

London. 24. März. Alle Blätter betonen die große Verwirrung in Genf. Graf Bernstorfs» bittere Kommentare" zu der Richtabrüstung bet anderen Nationen werden hervorgehoben. Die Vertagung der zweiten Lesung habe den deut­schen Vertreternicht mit Unrecht" ver­stimmt. Graf Bernstorfs habe eine ziemlich bit- iere Rede gehalten. Bel der Erörterung, die eine der verworrensten war, die der Völ­kerbund je erlebt habe, habe übrigens der türkl- fche Außenminister sich nicht den Sowjet-Vor­schlägen angeschloflen. Die Blätter sprechen von demBabel auf der Genfer Konferenz", von dem zehnstündigen verworrenen Gerede über Avrü-