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Kasseler Neueste Nachrichten

Kasseler Abendzeitung Hessische Abendzeitung

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Nummer 69. Amtlicher Lraav der Stadt Staffel Mittwoch, 21. MLrz 1928. Amtliches Organ Der Stadt «affel 18. Jahrgang

Wie wird der Bauer schuldenfrei?

Ernste Zeichen auf dem Lande. UeberaN Kommunisten-Nazzia. Das Nordpolschiff stieg t

Wozu der Ordenslärm?

Aman Ullah, der König von

Präsidenten und dem Reichskanzler einen

Nischen Orden verlieh, mit dem die Würde ei

Herzogs von Afghanistan verbunden ist. Der

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zweitausend Menschen die Hand zu schütteln, wiEch kein Vergnügen. Ihm zur Seite kann man Mrs. Coolidge im ponceau-roten gestickten Abendkleid bewundern, ein Lächeln in ihren wundervollen blauen

Das Aoröpolschiff in -er Luft.

Glücklich von Rom nach Mailand. 22 Stunden Fahrt mit 29 Passagiere«. Aus offener See vor Anter.

Schwere Bauerntumulte.

Maschinengewehre fahren aus.

Rimptsch, 2V. .März. '

DerLandmann" meldet: Anläßlich einer landwirtschaftlichen Zwangsversteigerung in LangenZls, Kr. Ncmptsch, hatten sich etwa ein­tausend Bauern angesammelt, die durch Singen von Liedern die Abgabe von Geboten zu ver­hindern suchten. Ein SchutzpolizeirKomman- do von 20 Manu ging mit Gummiknüppeln gegen die Bauern vor. Eg gab mehrere leicht Verletzte. Als der Tumult sich immer mehr steigerte, weil ein bekannter Führer verhaftet werden sollte, ließ der Offizier Maschinen­gewehre auffahren und die Karabi­ner lade«. Die Versteigerungen wurden daraufhin abgebrochen, die Menge zer­streute sich.

die Reichshauptstadt schon einige ,, ,

als bekannt wurde, daß er dem Herrn Reichs-

diesem Manöver, das in einer gewöhnlichen Ma­schine den sofortigen Tod bedeutet haben würde, völlig unverletzt.

Oberbürgermeister Boeß zugedacht, doch lehnten diese unter Hinweis auf Artikel 109 der Reichs­verfassung die angebotenen Auszeichnungen ab, wofür König Aman Ullah vollstes Verständnis zeigte. Nebenbei wurde bekannt, daß sich auch über drei Staatssekretäre der Ordenssegen er­goß, wenn ihnen auch nicht gleich der Herzogs- mantel umgehängt wurde. Vielleicht sind sie Beis oder Effendis von Afghanistan geworden. Die amtlichen Stellen schweigen sich hierüber völlig aus und verweisen auf persönliche Anfrage bei den Herren Staatssekretären.

Hamburg, 20. März.

Eine kommunistische Gegendemonstration ge­gen den Umzug der BiSmarckjugend am 31. März wurde polizeilich verböte«. Daraus fragte» die Kommunisten im Senat t ., ob er nicht den ge­planten Aufmarsch der Wehrverbände verbieten wolle.

gleiche Orden und die gleiche Würde waren auch dem preußischen Ministerpräsidenten Braun, dem Retchstagsprästdenten Löbe und dem Berliner

Otur ein Händedruck.

Einmal bei Coolidge im Weißen Haus. Wenn bie feurige Antolchlange nnrücki. Der Tran« aller S-nkeeS. - Mit Sind nnb Segel. 2« blauen Heiligtum. Zweitansenbmal »änbetotttteln. Am Ar« des Adjutanten.

Anker-Versuche auf offener See in Verbindung mit der Ausschiffung eines Man ueS in einem Landungsboot vorzunehmen. Rach diesen Versuchen wurde bet Flug fortgesetzt DaS Lustschiff ist heute n.orgen 7 Uhr wohlbe­halten in Mailand gelandet. ES hat einen Flug von zweiundzwanzig Stunden ausgeführt. Alle Teilnehmer sind von dem Flug befriedigt.

Gr stürzt heil ab.

Seine Luftopfer mehr?

Englands neuer Wunderapparat.

Loudon, 20. März.

Der Flugzeugkonstrukteur und Fliegerhaupt­mann de Havilland unternahm heute eine Anzahl Probeflüge mit einem Kleinflugzeug, das mit dem automatischen Tragstächenriegel und einem besonderen Untergestell versehen war. Der Flieger machte dabei absichtlich alle erdenk­lichen Fehler, um den Wert der Sicherheitsvor richtung darzutun. Ihren Höhepuntt erreichte die Vorführung, alS der Hauptmann die Ma­schine abftürzen ließ. Tas Traggeftell und die

filber- gütiges ______________ Augen, die sie in ganz Amerika so populär gemacht ha­ben. Sie wirkt wie eine Königin. Richt um­sonst gilt sie, wie ihr inoffizieller Titel besagt als die erste Dame des Landes. Der Adjutant, der neben.dem Präsidenten steht, nennt mit einer knappen Bewegung des Kopfes den Ra- men des Vorzustellenden: mit einer ruckartigen automatischen Beweaung des Unterarmes reicht der Präsident die Rechte, mit dem obligaten, so ganz amerikanischen .Shakehand', das auch bei den Damen ziemlich kräftig ausfällt. Hinter ihm stehe« um den Kamin gruppiert, auf dem

Praktisches, am wenigsten in der Politik, die sich immer auf einem gewissen Mittelwege zu halten hat. So mußten schon bald Differenzen entste­hen. Ursprünglich wurde die Lücke fühlbar, als ausländische Freunde, die sich in schwerster Zeit um unser Land und unser Volk verdient ge­macht hatten, zum Abschied rüsten mutzten und man ihnen gerne ein Zeichen der Dankes mit auf den Weg geben wollte. Da aber unsere Diplomaten findige Köpfe sind, hatte man sich schnell aus der Klemme gezogen. DaS .Ehren­kreuz des Roten Kreuzes" wurde den Scheiden­den auf die Brust geheftet und allmählich ent» wckclte sich aus diesem verhältnismäßig schlich­ten und eigentlich nur für charitative Zwecke be­stimmten Zeichen so etwas wie ein regelrechter Orden. Auch die amtierenden Minister erschienen bei besonders festlichen Gelegenheiten mit diesem Zeichen angetan.

Die Oeffentlichkeit kümmerte sich nicht Viel um diese Methoden, umsomehr <ri8 eS ganz zweckmäßig empfunden wurde, verdiente Leute nicht ohne Andenken gehen zu lassen. Die Schwierigkeiten wurden erst offensichtlich, als vom Auslande her ein richtig gehender Orden dem Reichspräsidenten verliehen wurde. Man half sich damit, daß man die Annahme, deren Verweigerung unzweifelhaft ein Akt der Un- freundlichkeit gewesen und sicher alS solcher auch aufgefaßt worden wäre, dahin interpretierte, der Orden werde nicht als Orden, sondern alS G e schenk betrachtet und so behandelt. AuS einem Gesetz, das die ReichSregierung aber bald nach dieser Affäre einbringen wollte und durch daS die Reichsverfaflung, was die Regelung der Titel- und Ordensfrage betraf, geändert werden sollte, ist bis heute noch nichts geworden. In­zwischen haben wir aber wieder ein so Pein- liches Ordenskapitel erlebt. Allerdings haben d>e neuen afghanischen Herzöge nach dem alt­bewährten Rezept erklärt. daß sie den Orden nur als Zeichen der Erinnerung angenommen hätten. In der Tat hätte e8 den König von Afghanistan unbedingt kränken müssen, wenn sich niemand seiner Dankesbezeigung für zu­gänglich erwiesen hätte. Man sollte doch über­haupt über ein Bändchen oder glitzernden Stern

Mailand, 20. März.

General Nobile hat unvermutet mit seinem LustschiffItalia" die Generalprobe zu seinem Polarflug ausgeführt. Er ist von Rom über Spezia und Turin nach Mailand geflo­gen. Er hatte die ganze Mannschaft an Bord, mit einigen Gäste«, insgesamt neunundzwanzig Personen. Nachdem das Luftschiff zweimal über Rom gekreist hatte, wendete eS sich zum Meere, um dort

sechsfache feurige Schlange

bis zu dem strahlend weiß erleuchteten Regie­rungspalast vor. Ein paar Polizisten warten unter Gitterstäben, mit ihnen ein paar un» chembare Herren mit schwarzen steifen Hüten: die .Geheimen", welche die Einladungskarten prüfen. Vor den Garderoben rauscht und quirlt eine geschwätzige Menge; es ist wie im Theater vor der Vorstellung. Und schon ertö­nen die Fanfaren, das Zeichen, daß der Präsi­dent mit dem Kabinett erschienen tst. Gegen chkttausend Menschen sind gekommen: nicht nur dte Abgeordneten und Senatoren mit ihren Frauen, sondern auch Kinder auch die

Tante im geblümten «attunkleid

aus Milwaukee und Großpapa Spencer aus Ohto in einem vorsintflutlichen Bratenrock. Der Kontrast gegenüber den pailletteschimmernden Abendkleidern der mondainen Großstädterin wirkt einigermaßen lächerlich, jedenfalls aber recht ungewöhnlich. In gravitätischen Vierer- zügen schreitet die Menge die teppichbelegten Stufen zu bett Empfangsräumen hinaus, durch­wandest eine Flucht von Hellen, mönchisch stren­gen Salons im .Colonialstyle" das Empire der damaligen jungen amerikanischen Republik Die Köpfe sämtlicher Präsidenten von Abraham Lincoln bis Wilson schauen aus angebräunten» lebensgroßen Oelgemälden auf uns herab. Jetzt überschreiten wir die Schwelle desBlue room" zum blauen Heiligtum des Präsi- denten. und da steht auch der Märtvrer die-

Abends, M r. C o o l i d g e, schlank, lächelnd, Höflichkeit und starre Güte in den Augen. Er hat nichts zu tun. alS all diesen

Der alljährliche große Empfang der Mttglie- b« VeS amerikanischen Kongresses burch ben Präsidenten im Weißen Haus ist stets der Auf- takt zum Beginn der WashingtonerSeason. Vorher würde niemand in der Washingtoner Gesellschaft Einladungen zu irgendeiner Festi­vität ausschtcken. Von diesem Tage an aber haben alle Schneider, Restaurateure, Tapezie­rer und Friseure angestrengt zu tun: in keiner anderen Stadt werden soviel Frack-Anzüge ge- bügelt, Einladungskarten gedruckt und SalonS ausgeschmückt. Das im Verhältnis zu anderen amerikanischen Städten kleine Washington es hat nur eine halbe Million Einwohner ist- in dieser Hinsicht doch die am meisten tätige und beschäftigte Stadt. Hier, wo sich sämtliche diplomatischen Missionen der Welt mit threm Stab und. den Kolonien konzentrieren, erreicht das gesellschaftliche Leben, was Glanz, Bewe­gung und Abwechslung betrifft, ein für das äu­ßerliche Bild Amerikas außerordentlich bedeu­tungsvolles Niveau. Die Washingtoner Gesell- Ichatt, alle Gegensätze von Nord und Süd, von Asien und Europa umfassend, wirkt bunter und mannigfaltiger als anderswo: eine eigentüm- liche Mischung von strenger Formalität und de- mokratischer Lässigkeit. Der Empfang der Kon- greßmitglieder, die Vorstellung der Senatoren und ihrer Familien im Weißen Haus gestaltet sich zu einem besonderen gesellschaftlichen Ereignis, und wirkt bei strenger Wahrung einer jahrh_.. dertalten, doch wirklich republikanischen Etikette ungemein feierlich. Schon Stunden vorher bietet die majestätische Pennsylvania Avenue mit ihrem wundervollen Spalier der weißflam- menden Kandelaber ein festliches und glänzen- des Bild. Dte Autos, von innen beleuchtet, mit Herren in Fracks und gestickten Uniformen, mit Samen in großer Toilette und blitzendem SGmuck, .stieben sich langsam in imposanten sechierrelhen, wie eine

Seit Jahren ist es in den deutschen Reichs- ämtern als mißlich empfunden worden, datz die deutschen Staatsmänner von fremden Staats- Oberhäuptern keine Orden und Ehrenzeichen an­nehmen dürfen und daß der Reichspräsident nicht in der Lage ist, fremde Diplomaten und Staatsmänner, die sich um das Deutsche Reich verdient machten, mit Titeln, Orden und Ehrenzeichen auszuzeichnen. Die K n o p f l o ch - schmerzen sind brennend geworden. Das Problem, das her in Frage steht, ist wie wir offen gestehen nicht einfach. Run lehrt zwar die Erfahrung aller Zeilen und Völker, daß es nur eine doppelte Losung gibt, entweder jene, die wir in der kaiserlichen Aera hatten, mit al­lem Drum und Dran, mit allen Schwächen und Mißbräuchen, ober jene, bie unsere Reichsver­fassung vom 11. August 1919 festlegt. Aber, wie es im Leben so zu gehen pflegt, bas Doktrinäre übt in seiner elementaren Herbheit einen so kräf­tigen Reiz aus. daß alle Bedenken daburch be­seitigt werben. Und das ist um so mehr der Fall, wenn eine Periode allzu üppigen Ueber- flusses das Pendel der Reaktion allzu sehr dem anderen Extrem zutreibt. So kamen wir aus dem im Kriege sehr kräftig blühenden Ordens­segen in die nicht ungerne Situation, die das Zvil mit einem Nichts ablöste. Bekanntlich sind aber Extreme nie und nimmer etwas Gutes und

düng die Kredil-Jnstitute leistungSsähig zu er­halten. Es ist vorgesehen, diese Hilfe für Um­schuldungskredite von im Ganzen zweihundert Millionen eintreten zu lassen, wobei sich das Reich mit einem Gesamtbeträge von 75 Mil­lionen beteiligen wird, wenn sich die Länder und Gemeindeverbände in gleicher Höhe beteiligen.

?^uldungsziffer von sechzig Millionen Mark kann jedoch eine maßgebende Hilfe nicht von der Rrebitfeite allein kommen.

Schweinehaltung entstehen Verluste bis zu 60 Millionen Mark im Monat. Bei der ge­samte« Viehhaltung sei mit einem

jährlichen Verlust von 10 Prozent, also rund einer Milliarde Mark

im Jahr zu rechnen. Hierin liege eine wesent- liche Ursache der riesigen Rachkriegsver- s ch ul du n g. Die entscheidende Hilfe müsse von der «bsatzseite kommen. Die großen Märtte in Berlin und Hamburg entscheiden heute die Marktlage. Wie bei der Regelung des Zucker- marktes müsse man auch hier eine größere Sta­bilisierung der Marktpreise erreichen, sodaß ein« mal bett Landwirten ein ausreichender Gewinn bleibe und bie Spitzen nach oben und unten aus- gegltdiett, sowie bie übermäßigen Preisspannen, lbis zu 75 Prozent höher als vor dem Kriege) ver­ringert werben.

Der Bauer hat es nötig.

Schiele» Umschuldungsprogramm.

Berlin, 20. März. Im HauShallsauSschutz betonte heute Vormittag Ernährungsminister Schiele:Die dringendsten Probleme beim landwirtschaftlichen Notprogramm find die Re­gelung der Schuldverhältniffe und in überwie­gendem Matze die Erhöhung deS landwirtschaft­lichen Absatzes. Soweit noch Beleihungsmög- lichkeiten für den erststelligen Kredit bestehm, wird die Rentenbank-Kreditanstall für weitere «redUmögllchkeiten Sorge tragen. Bei zahlrei­chen landwirtschaftlichen Betriebe« find die Müg lichkeite« der erststelligen BeleihungSgrenze aus genützt. Hier ist geplant durch die Aufnahme »eiteret Anleihen durch territoriale Ju- iitute, die von den Kommunalverbänben garan­tiert werben, zu helfen. Ferner soll der Reichs- inauzministet ermächtigt werben, kurzfristige Vorschüsse bis zur Höhe von hunbert Millionen an Institute zu geben, welche

Gelder zur Umschulbung brückenber Schulden an landwirffchaftliche Betriebe geben wollen, so- weit rationelle Fortführung zu erwarten ist. Da­zu kommt eine Ermächtigung an bie Reichste- gierung, sich zusammen mit Länbern nnb Ge- meindeverbänben an einer Organisation zu be­teiligen, nm bet bet Durchführung der Nmschul-

/a___..ff, f ,r._________ am Frack mehr ober weniger nicht soviel Lärm

Knopnomscnmkrzm.

lärm? gefährdet. Und wenn heute alle parlamenta-

Afghanistan, hatte risch ober diktatorisch regierten Staaten ihre tge Tage verlassen,Ehrenlegion", ihren FaSzist- ober Reichs- Leninordenstolz zur Schau tragen und afgha- sich keineswegs schamhaft ober gekränkt vor der > eines Annahme fremder Auszeichnungen bekreuzigen, so sollte man doch auch in der deutschen Repu­blik nicht mtt Kanonen nach Spatzen schießen und vorerst zum mindesten schmunzelnd ein Auge zudrücken, wenn sich unsere Staatsgewaltigen fremde Würdenzeichen auf bie Brust heften lassen müssen.

Sie gehen aufs Ganze.

Moskau lebt von bet Weltrevolution.

Sonbott, 20. März. Ein Blatt erfährt aus Moskau: Rhkow hat in Charkow eine neue Alarmrebe gehalten. Die Rede fordert bie Wehrhastmachung aller Proletarier von sechzehn bi» fünfzig Jahren unb bie endgültige Entfernung deS Bürgertums auch aus Handel und Gewerbe. Rykow schloß: Unser Ziel bleibt die Weltrevolution. Der russische Arbei­ter kann nur leben, wenn die Arbeiter der gan­zen Wett chre Fesseln abgeworsen haben.

Lein Abbruch mit Moskau.

Aber Japan treibt die Kommunisten aus.

Tokio, 20. März.

Einet Joumalisten-Aborduung erklärte der japanische Premierminister Baron Tanaka, die Regierung fei entschlossen, alle Kommuni­sten alS Führer unb Unruhestifter vor bas Ge­richt zu bringen. Das bebeute aber keineswegs bie Möglichkeit, bie diplomatischen Beziehungen mit Rußland abzubreen.

* * * Lommunistenalarm in Paris.

Die Regierung will eingreifen.

Paris, 20. März.

Justizministet Barthou hatte gestern eine lange Unterredung mit dem Generalstaatsan­walt über bie Eindämmung der um sich greifen­den kommunistischen Wahlpropaganda. Das Kommunistenblatt schreibt darauf, die Regierung der nationalen Einigung wolle gegen die Kom­munisten ein großes Mafsenkomplott an bie Wand malen, baS ben Borwand abgeben soll für neue Verhaftungen unb besonders zu einem Versuch, bie kommunistische Partei alS ll- legal zu bezeichnen. Man wolle bie Parteibeam­ten beS politischen Büros unb beS Exekutivaus­schusses bet kommunistische« Gewerkschaften ver­hafte«, unb man wolle bie ZeitungHumanitv" unterdrücken.

* * *