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Mittwoch, 29. Februar 1928.

Raffelet Re*effe «acheichie»

Itt. 51. 18. Jahrgang.

Ak WMh MrtlM W tuiMItl

g. r.

Eine historische Stunde im weißen

Di« heutige Vormittagsfltzung der 37. Voll­versammlung der Landwirtschaftskammer brachte die erste Tat im Anschlutzprozetz Waldecks an Preußen und vor allem an das Hessenland. Die bisherigen Vorsitzenden, die Herren von 2eu< dell und Nägel- Crumbach wurden wieder­gewählt. Weitere Vorstandsmitglieder sind auf Grund der zunächst vorgenommenen Wahl die Herren Knauer, Schmitt-Wachenbuchen, Justi, von der Malsburg, Ursprung und Hartwig, stell­vertretende Vorstandsmitglieder Dr. Hangen, Schwalm, Kaiser, Erb Gnau und Preis. In den Ausschüssen wurden besondere Stellen für Wal­deck freigehallen. Die beiden Vorsitzenden gaben das Versprechen ab, weiterhin zum Wohle der kurhessischen Landwi.tschaf: zu wirken und dann kam das große Ereignis des Tages, der erste zu­nächst wirtschaftliche Uebergang Waldecks an das Hessenland. Einstimmig, also mit fliegenden Fahnen, erfolgte der Uebergang. Die Richtli- nien, die in eingehenden Vorberatungen festge­legt worden waren, fanden einmütige Annahme durch die Vollversammlung. Danach ist die Kas­seler Kammer bereit, das etwaige Vermögen und die Schulden der Landwirtschaftskammer Waldeck be Aufgehen der Staates Waldeck in Preußen zu übernehmen, sofern bis zur Uebernahme die jetzige Schuldenlast von 7000 SUI keine Erhöhung erfahren hat. Der landwirtschaftlichen Bevölke­rung im bisherigen Freistaat Waldeck ist eine angemessene Vertretung in der Landwirtschafts­kammer des vergrößerten Bezirkes Kassel zu ge­währen. Entsprechend der Größe der waldecki- schen Kreise werden jedem Kreise zwei Vertreter in der Vollversammlung zugestanden, solange die jetzige Zahl und Verteilung der Sitze bestehen bleibt. Weiter werden die drei bestehenden

landwirtschaftlichen schulen in Waldeck übernommen und mit den Kreisver­tretungen ähnliche Verträge abgeschlos­sen, wie sie mit den Kreisen im bisherigen Re­gierungsbezirk Kassel, bestehen. Dazu wird in Arolsen versuchsweise eine theoretische Ackerbau­schule errichtet unter der Bedingt! g, daß nach vier bis fünf Jahren die Frage, ob die Schule einem Bedürfnisse entspricht und lebensfähig ist, geprüft und alsdann ein endgültiger Beschluß über das Weiterbestehen oder die Auflösung ge­faßt wird. Die Landwirtschaftskammer erklärt sich mit der Beibehaltung der Stelle eines Vieh­zuchtdirektors in Waldeck unter der selbstver- tändlichen Voraussetzung einverstanden, daß die­ser Kammerbeamte auch außerhalb Waldecks be-

Die Waldecker Vertreter, so erklärten diese, hoffen mit dazu beizutragen, daß fortan segens­reiche gemeinsame Arbeit für die- kur­hessische und waldeckische Landwirtschaft geleistet wird. Es war eine historische Stunde im Wei­ßen Saale des ehemaligen kurhessischen Parla- mentsgebäudes am Ständeplatz. Dieses Empfin­den sprach aus dem frohen Beifall, der den Worten des Waldecker Vertreters gespendet wurde. Eine lebhafte Bewegung ging durch den Saal und die Spannung, die auf allen gelegen hatte, lockert sich. Sachlich-kühl wurde an die Erörterung der übrigen Punkte der Tagesord-

Die Wetterlage.

Laut Frankfurter Wetterdienst hat ft<6 da» Soch- drucksebiei über Osteuropa weiterhin gehalten. Allcr- ding» ist beute Im Westen ein kräftige» Suftdruckgebiet aufgetreten. 6» wird einen Bitterungrumschlag ,war »och nicht bringe», sodatz «uuächst «och mit Fortdauer

Stadtrat Sautter erörterte in der gestrigen Stadtverordnetenversammlung die dem Magi­strat überreichten Anträge seiner Fraktion, die eine völlige Veränderung der Richtlinien im Reiche zugunsten der Gemeinden bedeuten. Sie fordern

eine Reichswohnungsanleihe

als Grundlage aller Baufinanzierung im Jahre 1928 und zwar gegen Hingabe der Hauszins­steuer-Hypotheken vom November 1923 bis Ja­nuar 1924, mit deren Hilfe seinerzeit zu Frie- denspreisen Friedenswerte geschaffen wurden und einen

Reichs-Ausgleichssonds

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Letzte Depeschen.

Fast ein Amerikaflug.

Zeppelins zweite Siegessahrt.

Washington, 28. Februar.

Nach dem Flug der Los Angeles von New- York bis zum Panamakanal hält man diesen Typ für Flüge mit weiten Entfernungen geei- net. Die Strecke von 2265 Meilen wurde in 39,45 Stunden zurückgelegt. Tjpr Flug ist der größte Fernflug des Luftschiffes seit seiner Fahrt von Deutschland nach Amerika. Dem Kongreßansichvfi wurde sofort der Bau von zwei Luftschifse« für Transatlantilflüge empfoh- len, wovon einer fünfeinhalb Millionen Dollar kosten würde.

Dunkle Aktengeschäfte?

Ein Ministerialbeamter in Verdacht.

Berlin, 28. Februar.

Die Berliner Kriminalpolizei entdeckte im Hause eines Rcichsministerialbeamten einen ganzen Aktenband wertvoller historischer Doku­mente, der seit längerer Zeit in dem betreffen­den Ministerium vermißt wurde. Die Doku­mente beziehen sich aus das JnvalidenhauS und enthalten außer Verfügungen und Briefen früherer preußischer Könige Instruktionen Friedrichs des Großen. Ein Band historischer Dokumente soll nach einem Geruch« für den Kaufpreis von angeblich 1000 Dollar einem Amerikaner angeboten worden sein Die Unter­suchung ist.im Gange.

Berlin, 28. Februar. (Privattelegramm.) Die Dokumente wurden im Aktenschrank eines Beamten aufgefunden, der sie von einem Kol­legen erhalten haben will, mit dem Bemerken, et möge sie sich einmal durchsehen. Zu diesem Zwecke habe er sie mit nach Hause genommen und dann in das Ministerium zurückqebracht. Der Kollege behauptet, sich nicht entsinnen zir können, daß er sie dem Beamten gegeben habe.

VclnUche Sttadenttuer an der Grenze.

Paris, 28. Februar. (Eig. Drahtbericht.)

Eine Gruppe von Skiläufern aus PariS und Dijon, die bei Col de la ©eigne die Grenze überschritten hatten, wurden von italienischen Karabinieri 24 Shtnd-m fektgehalten und dann über den kleinen St.- Bernhard nach der Greu- ze zurückgebracht.

Rur noM schw lenbe Dor strammer.

Magdeburg, 28 Februar. lPrivaitelgramm.) Das Dorf Zacharien (Altmark) wurde gestern ein Raub der Flammen. Innerhalb kurzer Zeit brannten sieben Gehsifte mit 12 Gebäuden voll­ständig nieder Die Bewohner konnten nur das nackte Leben retten. Es wird Brandstiftung vermutet.

Wieder 60 000 Arbeiter aus der Straße?

Berlin, 28. Februar. (Durch Funkspruch.) BiS zur Stunde streiken, wie die B. Z. meldet, die Werkzeugmacher in fünf Berliner Großbetrie­ben. Der Schlichter kann nicht eingreifen, weil der Tarif für die betreffenden Arbeiter nicht be steht. Mit dem Fehlen der Vorarbeit soll ganz automatisch vermutlich am Freitag die Schlic- tzung der Betriebe eintreten. Etwa sech- zigtausend Arbeiter und Arbeiterinnen- werden also Ende der Woche entlassen.

Äungdo und ^reiche flagge.

Berlin, 28. Februar. (Durch Funkspruch.) Auf eitte Anfrage der republikanischen Be­schwerdestelle, wie sich der Jungdeutsche Orden dazu stelle, daß in Westdeutschland drei seiner Mitglieder die Reichsflagge herunter- gerissen haben, hat namens des Ordens der Pressewart August Abel geantwortet:Der Or­den mißbilligt scharf ein solches Verhalten. Der Jungdeutsche Orden respektiert die schwarz- rot-goldene Reichsfahne."

Ausvrervrrtönigs letztes Abenteuer.

Potsdam, 28. Februar. (Privattelegramm.) Als heute nacht eine Gefängnis-Fensterscheibe in den Hof fiel, stellte sich heraus, daß der be­rüchtigte Ein- und Ausbrecher Franz Kirsch die Stäbe seines Zellenfensters mit einer Säge durchschnitten hatte. Kirsch hatte sich bereits mit einem Teil seines Körpers durchgezwängt. Der- nächttiche- Ausflug wurde verhindert und Kirsch wurde in Fesseln gelegt.

Sin abgrvranntts Mvbellager.

Ludwigshafen, 28. Februar. (Eig. Draht­bericht.) Ein Brand im Lager einer Möbel- firma hatte in kurzer Zeit dort das ganze Hin­tergebäude samt den MSbelvorrSten sowie einen seitlichen Anbau ergriffen, von dem die oberen Stockwerke zum Teil ausbrannten. Die Feuer­wehr arbeitete fieberhaft und hatte Müh-, die Nachbargebäude zu fchützen.

Die Straßenkreuzung als Autokalle.

Rewyork, 28. Februar. (Durch Fu«chfpruch.) Im Staate Illinois wurde un einer Streßen- kreuzung ein Automobil von euer« elektrischen Zug überfahren. Sämtliche fünf Insassen des Autos wurden neWtet

unter Wegfall der örtlichen Ausgleichs-Fonds zur Senkung der Mieten in Neuwohnungen be­stimmter Größe unter Berücksichtigung des Ein­kommens, der Kinderzahl ihrer Mieter wie insbesonders der Fursorgeleistung der Ge­meinde. Die großen Ausgleichs-Fonds für Ge­währung von Hauszinssteuer-Hypotheken sind mehr als bisher nach der Zahl der fehlenden Wohnungen unter Berücksichtigung der Bevöl­kerungszahl in den Bezirken zu verteilen. Bei

Besetzung der Altwohnungen

sind die Gemeinden zu ermächtigen, durch Zu­schüsse aus den Ausgleichsfonds, in. allen, ge­eigneten Fällen helfend einzugreifen. Sowohl im Reichsarbeitsministerium wie im preußi­schen Wohlfahrtsministerium wurden diese An­träge als geeignete Grundlage für die weitere Gestaltung der Reichsrichtlinien für die näs­sten Zeiten bezeichnet und dementsprechend den beteiligten Ressorts zur Bearbeitung zugewie­sen. Stadtrat Sautter erklärte, es sei richtiger, wenn die praktischen Erfahrungen der Gemein­den und Wünsche und Verlangen betten ent­sprechend in Anträge und Vorschläge gekleidet werden, die geeignet sind, wirksame Hilfe zu bringen. Wenn für 1928 der Bau von Klein­wohnungen, die auch den Mindestforderungen der Gewerkschaften durchaus entsprechen, vor- gefchlagen würde, so sei zu sagen, daß die Fort- schritte im Wohnungsgrundriß im Gegensatz raschle mit einem wertvollen Geschenk das Sil­berpaar, ebenso trug das .Singkränzchen- we­sentlich zur Verschönerung des Festes bei

Auch Wolfsanger regt sich. Am Sonn­abend hält in der .Gemeindeschänke- von Wolfs­anger Architekt Fritz Stück einen Vortrag über die planungsmäßige Entwicklung der Gemeinde Wolfsanger und des unteren Fuldatales.

Wiederholungskurse der Arbeiterfamari. ter. Vom 1 Marz an veranstaltet die Arbetter- Samariter-Kolonne an jedem Donnersiag abend 20 Uhr einen Wiederholungsknrsus un­ter ärzlicher Leitung im Zeichenfaal der Schule Mauerstraße.

4- Allerlei vom Tage. Auf der Fuldabrücke drängte sich gestern abend eine große Menschen­menge um einen riesigen Feuerschein, der in der Ferne zu beobachten war. Wie dann festgestellt wurde, war bei Lutterberg Gras abgebrannt worden und das Feuer spr^ auf ein Waldstück über. Gemeinsame Arbeit der Ortsbewohner beseitigte größere Gefahr. An der Frankfur­terstraße, unweit der Knallhütte wurde ein Mo-

Der Eintrittspreis ist so niedrig, daß im In­teresse der Sack»e auch dem Unbemittelten der Besuch des Abends ermöglicht ist.

Der Verkehrsverband

für Hessen und Waldeck

Hai seinen diesjährigen großen Verkehrstag für Freitag, den 16. März, nach dem Rathaus in Kassel einberufen. Neben Verkehrssragen aller Art steht namentlich die Frage des Aufbaues desPerfonen-Fahrplanesder Reichs- bahn auf der Tagesordnung, ferner berichtet der .Vater- der so beliebt gewordenen Sonderfahr­ten der R e i ch s b a h n, Reichsbahn-Oberbaurat Dr. Blänkner, über die verkehrspolitische Bedeu­tung dieser Fahrten und schließlich gibt es noch eine Aussprache über das Lichtbild im Dienste der Verkehrswerbung. Der kommende Anschluß Waldecks an Preußen wird sich auch auf dem Gebiete der Fremdenwerbung für unsere ge­meinsame schöne Heimat auswirken.

Die Ausstellung

Der Mensch in gesunden und kranken Tagen." vom 19 März bis 5 April in Kassel hat es sich zur Ausgabe gemacht, die Menschen zunächst ein­mal über den Körper in gesunden Tagen zu unterrichten Erst wenn alle die normale Tä­tigkeit und den normalen Bau des Menschea- körpers begriffen haben, können sie Krankheits­vorgänge in ihm verstehen und mit Erfolg uno Neberlegung solchen Krankheitszuständen vor­beugen resp. sie bekämpfen. Das Besondere der Ausstellung besteht nicht darin, daß nicht tote Duchweishett gebracht Wird, sondern daß der Körper anschaulich, möglichst in voller Tätigkeit und Bewegung vorgeführt wird Im Spiel ge­radezu lernt der Besucher alles, was für ihn wissenswert und wichtig ist. Außerdem sind die dargestellten Dinge zum Teil von hohem Schönheitswert, so der durchsichtigen Menschen, eine Sammlung wundervoller durchscheinender Präparate. Es ist nur zu wünschen, daß mög- ttchst jeder sich diese Ausstellung .Der Mensch in gesunden und kranken Tagen- ansieht.

noch zu den letzten Jahren Verbesserungen ge­bracht hätten, die eine wohleingerichtete Klein­wohnung sehr Wohl und in vielen Fällen zu einer besseren Wohneinheit gestaltet hätten, wie dieses bislang bei größeren Wohnungen der Fall gewesen sei. Es sei zu bedauern und zu beklagen, daß die Ergebnisse des europäischen Wohnungsbaues im gegenseitigen Austausch bis vor kurzem so wenig beachtet worden seien. Wenn seinerzeit in Feldpostzeitungen jedem heimkehrenden Krieger sein Häuschen verspro­chen wurde, von hohen militärischen Stellen so­gar, so sei .zu begreifen, daß auch dem verlo­renen Kriege die Einlösung dieses Verspre­chens unmöglich wurde, aber wir wissen, daß nach dem Kriege in Kassel eine neue wirksame Wohnungs- und Grundstückspolitik unter stei­gender und zustimmender Unterstützung der Stadtverordneten aller Fraktionen eingesetzt hat. Zusammenfassende Vorwürfe hinsichtlich rückliegender Zeiten feien nur von Seite Un­unterrichteter und Böswilliger möglich. Die Verbesserung im deutschen Wohnwesen und die gewaltige Vermehrung des Wohnbesttzes im ganzen Reiche bringe dauernde und steigende Hilfe. Zu verstehen sei, daß die Unterbringung der letzten % Millionen deutscher Familien, die zum großen Teil in tiefem Elend stcki befinden, stärksten Schwierigkeiten begegnen. Bessere

Rationalisierung des Grundrisses

der' zurücksschenden Wohnungen, Inanspruch­nahme aller öffentlichen und von Privaten zu erlangenden Mittel aus Jahre hinaus sowie vielleicht dauernd die Hauszinssteuer, wenn auch in veränderter Form, für Altwoynungen, werden uns die Erringung dieses größten na­tionalen Zieles erreichen lassen. Professor Sautter- schloß mit eindringlichem Hinweise auf das große, allen gleich beachtliche Ziel und ersuchte unter Zurückstellung kleinlicher poli­tischer u'nd örtlicher Auffassungen im Zusam­menschluß mit deutschen Kommunen die Hilfe und die Stärke des Reiches für den Frieden von Hunderuansenden von Familien ' in An­spruch zu nehmen.

torradfahrer in schwer beliebt n Zustande auf­gefunden. Er war zu Fall gekommen. Aus dem Schloßplatz lief heute früh ein Landwirt In beispielloser Sorglosigkeit i «mittelbar vor einen Wagen der Straßenbahn. Bei der starken Rück- bremfe sprang der Wagen aus den Schienen Dere Vorfall lief ohne weiteren Schaden ab. Die Arbeiter-Samariter beförderten einen Ein­undsechzigjährigen, der am Finkenherd ohnmäch­tig zusammenbiach, ins Zufluchtsheim. In der Kurfürstenstraße wurde heute mittag ein Mann von einem Auto erfaßt. _ Der Anprall war derart, daß der linke Kotflügel beschädigt wurde. Der Angesahrene wurde gegen einen Baum geschleudert und erlitt schwere innere Verletzungen. Die Arbeitersamariter brachten ihm nach dem Krankenhause.

Lande der Zukunft.

Filmreise nach Canada mit Obering. Dreyer.

Canada, ein Märchenland. Nicht eines, von dem man sagt: Es war einmal.. sondern eines, für das das Wort gilt: Es wird einmal sein!- Als Oberingenkenr Dreyer im Großen Stadtparksaale gestern abend diese Worte sprach gab er mehr als ein Motto seines Films, den er für die Döring-Filmwerke In Gemeinschaft mit dem Norddeutschen Lloyd geschaffen: die lieber» »eugung eines Weitgereisten, der überreich an . Bildern und Eindrücken heimkehrt In ein Land ohne Raum aus eistein andern, dem es an Men­schen fehlt. Und für dieses Land sprach und warb sein Film in einer schier unendlichen Fülle von Bildern. Er zeigte ein anderes Canada, als wir es aus den Indianer- und Trappergeschich­ten der Schulzeit kennen, ein Land, in dem fort­schrittlicher Geist gepaart mit einer üppig ver­schwendenden Natur dem Siedler bei seiner schweren Arbeit hilft, in dem märchenhafte Reich­tümer schlummern, die darauf warten, in zäher Arbeit dem Boden abgerungen zu werden.

Wie in allen feinen Vorträgen verstand auch diesmal Dreyer es wieder ganz famos, feinen Aufnahmen ein flüssig plaudernder Begleiter zu fein, in dessen Worten Ernst u. Humor gleicher weise zu ihrem Rechte kommen. Und so konnte der in Kassel ja besonders beliebte Redner auch dieses Mal( ausführlich besprachen wir den Film anläßlich seiner ersten hiesigen Vorführung) wie­der wohlverdienten Beifall ernten. Für jeden, der Schritt halten will minder Entwicklung der Zukunft, bedeutet der Besuch des Canada-Films eine unschqtzhare Bereicherung. . .schk.

Auf dem Wochenmarkt.

Ruhe vor dem... Ultimo.

Daß morgen derberüchtigte- 29. ist, mit dem der diesjährige Schaltjahr-Februar zur Neige geht, zeigte jedem, der nicht daran gedacht haben sollte, der heutige Wochenmarkt. Er war außer­ordentlich schwach beschickt. Es gab sehr wenig Butter und diese wurde auch nur mit knapper Not abgesetzt. Fische waren überhaupt nicht zu seien. Ä l l e andren Markt aren wiesen zum Schluß große Ueberftänbe nach. Und dennoch sagte ein bekannter Händler: Es hat schon schlech­tere Dienstagsmärkte gegeben... -«

Aus -em Vereinsleben.

Kriegerverein Wehlheiden.

Die diesjährige Hauptversammlung des Krie­gervereins Wehlheiden im Gasthaus Demmler war stark besucht. Aus dem vom Schriftführer erstatteten Jahresbericht ging hervor, daß der Verein auch in dem verflossenen Vereinsiahr er­freuliche Fortschritte gemacht hat, sowohl hin­sichtlich seines MitgUederbestandes als auch der inneren Festigung und der Ausführung des Kyffhäuser Programms. Dem Kassenführer wurde Entlastung erteilt. Der bisherige Vor- stand wurde durch Zuruf einstimmig wiederge­wählt, ebenso die seitherigen Vertreter zum Kreisverband Kassel-Stadt. U. a. wurde den Mitgliedern eine zahlreiche Beteiligung am Volkstrauertag am Sonntag zur Pflicht gemacht. Rach Erledigung der umfangreichen Tagesordnung schloß der Vorsitzende die Ver­sammlung mit einer Ansprache, in der er der Hoffnung auf eine weitere gedeihliche Fortent­wicklung des Kriegervereins Kassel-Wehlhetden Ausdruck gab. ____ ,

Lokal nachrichten vom Tage.

Wetterleuchten« im Kleinen Theater Heute. Dienstag, geht erstmalig etrtnbberg 8 KammerspielWetterleuchten- in «jene. We­gen anderweitiger Verpslichtnnaen von Frl- Berley kann nur nod) eine Wiederholung der

SW * ää 's? «; Vernes Ehejubiläum, wozu eine große An,ahl seiner Gäste, Freunde und Verwandten amve- send waren. Di« Stammtlschgemeinde U«>

schäfttgt werden kann. Voraussetzung für die

Uebernahme der Schulen, Beamten und Elnrich-1 nung herangetreten . . .

be» jur Seit berrfäenbtn Wetter» -ere<bu-t werben tun«. Sehr wahrscheinlich wirb aber baw ein A b. bau ber Hochdruckwetterlage eintreten. Bis Mitt w o ch ist es zunächst noch heiter, trocken, tagsüber sehr mild, nachts Temveratnren in Gesnervunktnahe, öst­liche Winde.

Temveratureu be» gestrigen Tages: am Kriedrichsplatz Hbchsttemye- ratur + 15 Grad, nachts 1 Grad, heute 8 Uhr iruh + 1 Grad, Wilhelmshöhe 3 Grad.

Wohin gehen wir am Mittwoch? Staatstheater:SSinderbannes-,, 19,80 Ufc. Kleines Theater:Wetterleuchten , 20 Uhr. Murhardsaal: Klavierabend Ketzler-Lrndcmann, Krautheim Ost: Pfarrer Nambaud uber Seel- sorge in der Fremdenlegion (nicht in der Unter­neustädter Kirche». 20 Uhr.

Kino de» Westen»:Zwei untern Himmelszelt ® 8 aff all a:Pat und Patachon".

Prinzenauelle: Konzert.

Kasseler WotznungsbaL-Programm

Stadtrat Professor Sautter in der gestrigen Stadtverordneten-Bersammlung.

Saal des Ständehauses zu Kassel.

hingen und deren Wetterführung ist, daß die staatlichen Zuschüsse hierfür, die bisher an Wal- deck gewährt wurden vom Zeitpunkte des Auf­gehens in den Bezirk Kassel der Landwlrtschafts- kammer für den Regierungsbezirk Kassel zuge wiesen werden, die von Waldeck in Arolsen un­terhaltene Lehrschmiede wird von der Landwirt­schaftskammer übernommen.

Präsident von Keudell

betonte, daß diese Beschlüsse aus dem Empfin­den heraus gefaßt worden sind, das die kur- hessische Landwirtschaft seit über einem Men­schenalter für die Waldeaer hegt.

Uralte Beziehungen wären zerrissen worden, wenn Waldeck an Westfalen ange­schlossen worden wäre. Umso erfreulicher fei es, daß die Waldecker den Weg zu Kurhes­sen zurückgefunden hätten.

Im engsten Einvernehmen mit den Wal­decker Landwirten feien diese Beschlüsse in einer gestrigen Vorbesprechung festgelegt worden. Die Vertreter Kurhessens, so hob er hervor, freuen sich auf die Stunde, wo die Waldecker als voll­wichtige Mitglieder in die Kammer einziehen. Frau von der Malsburg brachte einige Wünsche der Landfrauen Waldecks vor. Die Kammer, so erwiderte Präsident von Keudell, steht diesen Wünschen sympathisch gegenüber. Landwirt

Hartwig-Thalitter

als Vertreter vpn Besitztum auch in Waldeck sprach sodann der Kasseler Kammer für das Entgegenkommen und die wohlwollende Be- Handlung der Anschlußfrage herzlichen Dank namens der Waldecker Landwirtschaft aus.

DaS wehe Gefühl, das durch die Herzen der Waldecker infolge Aufgabe des eigenen Staates mit seinen engen Beziehungen zu seinen alten Herrscherhaus gehe, sei durch dieses Wohlwollen abgeschwächt worden.