Mittwoch, 29. Februar 1928.
Raffelet Re*effe «acheichie»
Itt. 51. — 18. Jahrgang.
Ak WMh MrtlM W tuiMItl
g. r.
Eine historische Stunde im weißen
Di« heutige Vormittagsfltzung der 37. Vollversammlung der Landwirtschaftskammer brachte die erste Tat im Anschlutzprozetz Waldecks an Preußen und vor allem an das Hessenland. Die bisherigen Vorsitzenden, die Herren von 2eu< dell und Nägel- Crumbach wurden wiedergewählt. Weitere Vorstandsmitglieder sind auf Grund der zunächst vorgenommenen Wahl die Herren Knauer, Schmitt-Wachenbuchen, Justi, von der Malsburg, Ursprung und Hartwig, stellvertretende Vorstandsmitglieder Dr. Hangen, Schwalm, Kaiser, Erb Gnau und Preis. In den Ausschüssen wurden besondere Stellen für Waldeck freigehallen. Die beiden Vorsitzenden gaben das Versprechen ab, weiterhin zum Wohle der kurhessischen Landwi.tschaf: zu wirken und dann kam das große Ereignis des Tages, der erste zunächst wirtschaftliche Uebergang Waldecks an das Hessenland. Einstimmig, also mit fliegenden Fahnen, erfolgte der Uebergang. Die Richtli- nien, die in eingehenden Vorberatungen festgelegt worden waren, fanden einmütige Annahme durch die Vollversammlung. Danach ist die Kasseler Kammer bereit, das etwaige Vermögen und die Schulden der Landwirtschaftskammer Waldeck be Aufgehen der Staates Waldeck in Preußen zu übernehmen, sofern bis zur Uebernahme die jetzige Schuldenlast von 7000 SUI keine Erhöhung erfahren hat. Der landwirtschaftlichen Bevölkerung im bisherigen Freistaat Waldeck ist eine angemessene Vertretung in der Landwirtschaftskammer des vergrößerten Bezirkes Kassel zu gewähren. Entsprechend der Größe der waldecki- schen Kreise werden jedem Kreise zwei Vertreter in der Vollversammlung zugestanden, solange die jetzige Zahl und Verteilung der Sitze bestehen bleibt. Weiter werden die drei bestehenden
landwirtschaftlichen schulen in Waldeck übernommen und mit den Kreisvertretungen ähnliche Verträge abgeschlossen, wie sie mit den Kreisen im bisherigen Regierungsbezirk Kassel, bestehen. Dazu wird in Arolsen versuchsweise eine theoretische Ackerbauschule errichtet unter der Bedingt! g, daß nach vier bis fünf Jahren die Frage, ob die Schule einem Bedürfnisse entspricht und lebensfähig ist, geprüft und alsdann ein endgültiger Beschluß über das Weiterbestehen oder die Auflösung gefaßt wird. Die Landwirtschaftskammer erklärt sich mit der Beibehaltung der Stelle eines Viehzuchtdirektors in Waldeck unter der selbstver- tändlichen Voraussetzung einverstanden, daß dieser Kammerbeamte auch außerhalb Waldecks be-
Die Waldecker Vertreter, so erklärten diese, hoffen mit dazu beizutragen, daß fortan segensreiche gemeinsame Arbeit für die- kurhessische und waldeckische Landwirtschaft geleistet wird. Es war eine historische Stunde im Weißen Saale des ehemaligen kurhessischen Parla- mentsgebäudes am Ständeplatz. Dieses Empfinden sprach aus dem frohen Beifall, der den Worten des Waldecker Vertreters gespendet wurde. Eine lebhafte Bewegung ging durch den Saal und die Spannung, die auf allen gelegen hatte, lockert sich. Sachlich-kühl wurde an die Erörterung der übrigen Punkte der Tagesord-
Die Wetterlage.
Laut Frankfurter Wetterdienst hat ft<6 da» Soch- drucksebiei über Osteuropa weiterhin gehalten. Allcr- ding» ist beute Im Westen ein kräftige» Suftdruckgebiet aufgetreten. 6» wird einen Bitterungrumschlag ,war »och nicht bringe», sodatz «uuächst «och mit Fortdauer
Stadtrat Sautter erörterte in der gestrigen Stadtverordnetenversammlung die dem Magistrat überreichten Anträge seiner Fraktion, die eine völlige Veränderung der Richtlinien im Reiche zugunsten der Gemeinden bedeuten. Sie fordern
eine Reichswohnungsanleihe
als Grundlage aller Baufinanzierung im Jahre 1928 und zwar gegen Hingabe der Hauszinssteuer-Hypotheken vom November 1923 bis Januar 1924, mit deren Hilfe seinerzeit zu Frie- denspreisen Friedenswerte geschaffen wurden und einen
Reichs-Ausgleichssonds
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Letzte Depeschen.
Fast ein Amerikaflug.
Zeppelins zweite Siegessahrt.
Washington, 28. Februar.
Nach dem Flug der Los Angeles von New- York bis zum Panamakanal hält man diesen Typ für Flüge mit weiten Entfernungen geei- net. Die Strecke von 2265 Meilen wurde in 39,45 Stunden zurückgelegt. Tjpr Flug ist der größte Fernflug des Luftschiffes seit seiner Fahrt von Deutschland nach Amerika. Dem Kongreßansichvfi wurde sofort der Bau von zwei Luftschifse« für Transatlantilflüge empfoh- len, wovon einer fünfeinhalb Millionen Dollar kosten würde.
Dunkle Aktengeschäfte?
Ein Ministerialbeamter in Verdacht.
Berlin, 28. Februar.
Die Berliner Kriminalpolizei entdeckte im Hause eines Rcichsministerialbeamten einen ganzen Aktenband wertvoller historischer Dokumente, der seit längerer Zeit in dem betreffenden Ministerium vermißt wurde. Die Dokumente beziehen sich aus das JnvalidenhauS und enthalten außer Verfügungen und Briefen früherer preußischer Könige Instruktionen Friedrichs des Großen. Ein Band historischer Dokumente soll nach einem Geruch« für den Kaufpreis von angeblich 1000 Dollar einem Amerikaner angeboten worden sein Die Untersuchung ist.im Gange.
Berlin, 28. Februar. (Privattelegramm.) Die Dokumente wurden im Aktenschrank eines Beamten aufgefunden, der sie von einem Kollegen erhalten haben will, mit dem Bemerken, et möge sie sich einmal durchsehen. Zu diesem Zwecke habe er sie mit nach Hause genommen und dann in das Ministerium zurückqebracht. Der Kollege behauptet, sich nicht entsinnen zir können, daß er sie dem Beamten gegeben habe.
VclnUche Sttadenttuer an der Grenze.
Paris, 28. Februar. (Eig. Drahtbericht.)
Eine Gruppe von Skiläufern aus PariS und Dijon, die bei Col de la ©eigne die Grenze überschritten hatten, wurden von italienischen Karabinieri 24 Shtnd-m fektgehalten und dann über den kleinen St.- Bernhard nach der Greu- ze zurückgebracht.
Rur noM schw lenbe Dor strammer.
Magdeburg, 28 Februar. lPrivaitelgramm.) Das Dorf Zacharien (Altmark) wurde gestern ein Raub der Flammen. Innerhalb kurzer Zeit brannten sieben Gehsifte mit 12 Gebäuden vollständig nieder Die Bewohner konnten nur das nackte Leben retten. Es wird Brandstiftung vermutet.
Wieder 60 000 Arbeiter aus der Straße?
Berlin, 28. Februar. (Durch Funkspruch.) BiS zur Stunde streiken, wie die B. Z. meldet, die Werkzeugmacher in fünf Berliner Großbetrieben. Der Schlichter kann nicht eingreifen, weil der Tarif für die betreffenden Arbeiter nicht be steht. Mit dem Fehlen der Vorarbeit soll ganz automatisch vermutlich am Freitag die Schlic- tzung der Betriebe eintreten. Etwa sech- zigtausend Arbeiter und Arbeiterinnen- werden also Ende der Woche entlassen.
Äungdo und ^reiche flagge.
Berlin, 28. Februar. (Durch Funkspruch.) Auf eitte Anfrage der republikanischen Beschwerdestelle, wie sich der Jungdeutsche Orden dazu stelle, daß in Westdeutschland drei seiner Mitglieder die Reichsflagge herunter- gerissen haben, hat namens des Ordens der Pressewart August Abel geantwortet: „Der Orden mißbilligt scharf ein solches Verhalten. Der Jungdeutsche Orden respektiert die schwarz- rot-goldene Reichsfahne."
Ausvrervrrtönigs letztes Abenteuer.
Potsdam, 28. Februar. (Privattelegramm.) Als heute nacht eine Gefängnis-Fensterscheibe in den Hof fiel, stellte sich heraus, daß der berüchtigte Ein- und Ausbrecher Franz Kirsch die Stäbe seines Zellenfensters mit einer Säge durchschnitten hatte. Kirsch hatte sich bereits mit einem Teil seines Körpers durchgezwängt. Der- nächttiche- Ausflug wurde verhindert und Kirsch wurde in Fesseln gelegt.
Sin abgrvranntts Mvbellager.
Ludwigshafen, 28. Februar. (Eig. Drahtbericht.) Ein Brand im Lager einer Möbel- firma hatte in kurzer Zeit dort das ganze Hintergebäude samt den MSbelvorrSten sowie einen seitlichen Anbau ergriffen, von dem die oberen Stockwerke zum Teil ausbrannten. Die Feuerwehr arbeitete fieberhaft und hatte Müh-, die Nachbargebäude zu fchützen.
Die Straßenkreuzung als Autokalle.
Rewyork, 28. Februar. (Durch Fu«chfpruch.) Im Staate Illinois wurde un einer Streßen- kreuzung ein Automobil von euer« elektrischen Zug überfahren. Sämtliche fünf Insassen des Autos wurden neWtet
unter Wegfall der örtlichen Ausgleichs-Fonds zur Senkung der Mieten in Neuwohnungen bestimmter Größe unter Berücksichtigung des Einkommens, der Kinderzahl ihrer Mieter wie insbesonders der Fursorgeleistung der Gemeinde. Die großen Ausgleichs-Fonds für Gewährung von Hauszinssteuer-Hypotheken sind mehr als bisher nach der Zahl der fehlenden Wohnungen unter Berücksichtigung der Bevölkerungszahl in den Bezirken zu verteilen. Bei
Besetzung der Altwohnungen
sind die Gemeinden zu ermächtigen, durch Zuschüsse aus den Ausgleichsfonds, in. allen, geeigneten Fällen helfend einzugreifen. Sowohl im Reichsarbeitsministerium wie im preußischen Wohlfahrtsministerium wurden diese Anträge als geeignete Grundlage für die weitere Gestaltung der Reichsrichtlinien für die nässten Zeiten bezeichnet und dementsprechend den beteiligten Ressorts zur Bearbeitung zugewiesen. Stadtrat Sautter erklärte, es sei richtiger, wenn die praktischen Erfahrungen der Gemeinden und Wünsche und Verlangen betten entsprechend in Anträge und Vorschläge gekleidet werden, die geeignet sind, wirksame Hilfe zu bringen. Wenn für 1928 der Bau von Kleinwohnungen, die auch den Mindestforderungen der Gewerkschaften durchaus entsprechen, vor- gefchlagen würde, so sei zu sagen, daß die Fort- schritte im Wohnungsgrundriß im Gegensatz raschle mit einem wertvollen Geschenk das Silberpaar, ebenso trug das .Singkränzchen- wesentlich zur Verschönerung des Festes bei
Auch Wolfsanger regt sich. Am Sonnabend hält in der .Gemeindeschänke- von Wolfsanger Architekt Fritz Stück einen Vortrag über die planungsmäßige Entwicklung der Gemeinde Wolfsanger und des unteren Fuldatales.
Wiederholungskurse der Arbeiterfamari. ter. Vom 1 Marz an veranstaltet die Arbetter- Samariter-Kolonne an jedem Donnersiag abend 20 Uhr einen Wiederholungsknrsus unter ärzlicher Leitung im Zeichenfaal der Schule Mauerstraße.
4- Allerlei vom Tage. Auf der Fuldabrücke drängte sich gestern abend eine große Menschenmenge um einen riesigen Feuerschein, der in der Ferne zu beobachten war. Wie dann festgestellt wurde, war bei Lutterberg Gras abgebrannt worden und das Feuer spr^ auf ein Waldstück über. Gemeinsame Arbeit der Ortsbewohner beseitigte größere Gefahr. — An der Frankfurterstraße, unweit der Knallhütte wurde ein Mo-
Der Eintrittspreis ist so niedrig, daß im Interesse der Sack»e auch dem Unbemittelten der Besuch des Abends ermöglicht ist.
Der Verkehrsverband
für Hessen und Waldeck
Hai seinen diesjährigen großen Verkehrstag für Freitag, den 16. März, nach dem Rathaus in Kassel einberufen. Neben Verkehrssragen aller Art steht namentlich die Frage des Aufbaues desPerfonen-Fahrplanesder Reichs- bahn auf der Tagesordnung, ferner berichtet der .Vater- der so beliebt gewordenen Sonderfahrten der R e i ch s b a h n, Reichsbahn-Oberbaurat Dr. Blänkner, über die verkehrspolitische Bedeutung dieser Fahrten und schließlich gibt es noch eine Aussprache über das Lichtbild im Dienste der Verkehrswerbung. Der kommende Anschluß Waldecks an Preußen wird sich auch auf dem Gebiete der Fremdenwerbung für unsere gemeinsame schöne Heimat auswirken.
Die Ausstellung
„Der Mensch in gesunden und kranken Tagen." vom 19 März bis 5 April in Kassel hat es sich zur Ausgabe gemacht, die Menschen zunächst einmal über den Körper in gesunden Tagen zu unterrichten Erst wenn alle die normale Tätigkeit und den normalen Bau des Menschea- körpers begriffen haben, können sie Krankheitsvorgänge in ihm verstehen und mit Erfolg uno Neberlegung solchen Krankheitszuständen vorbeugen resp. sie bekämpfen. Das Besondere der Ausstellung besteht nicht darin, daß nicht tote Duchweishett gebracht Wird, sondern daß der Körper anschaulich, möglichst in voller Tätigkeit und Bewegung vorgeführt wird Im Spiel geradezu lernt der Besucher alles, was für ihn wissenswert und wichtig ist. Außerdem sind die dargestellten Dinge zum Teil von hohem Schönheitswert, so der durchsichtigen Menschen, eine Sammlung wundervoller durchscheinender Präparate. Es ist nur zu wünschen, daß mög- ttchst jeder sich diese Ausstellung .Der Mensch in gesunden und kranken Tagen- ansieht.
noch zu den letzten Jahren Verbesserungen gebracht hätten, die eine wohleingerichtete Kleinwohnung sehr Wohl und in vielen Fällen zu einer besseren Wohneinheit gestaltet hätten, wie dieses bislang bei größeren Wohnungen der Fall gewesen sei. Es sei zu bedauern und zu beklagen, daß die Ergebnisse des europäischen Wohnungsbaues im gegenseitigen Austausch bis vor kurzem so wenig beachtet worden seien. Wenn seinerzeit in Feldpostzeitungen jedem heimkehrenden Krieger sein Häuschen versprochen wurde, von hohen militärischen Stellen sogar, so sei .zu begreifen, daß auch dem verlorenen Kriege die Einlösung dieses Versprechens unmöglich wurde, aber wir wissen, daß nach dem Kriege in Kassel eine neue wirksame Wohnungs- und Grundstückspolitik unter steigender und zustimmender Unterstützung der Stadtverordneten aller Fraktionen eingesetzt hat. Zusammenfassende Vorwürfe hinsichtlich rückliegender Zeiten feien nur von Seite Ununterrichteter und Böswilliger möglich. Die Verbesserung im deutschen Wohnwesen und die gewaltige Vermehrung des Wohnbesttzes im ganzen Reiche bringe dauernde und steigende Hilfe. Zu verstehen sei, daß die Unterbringung der letzten % Millionen deutscher Familien, die zum großen Teil in tiefem Elend stcki befinden, stärksten Schwierigkeiten begegnen. Bessere
Rationalisierung des Grundrisses
der' zurücksschenden Wohnungen, Inanspruchnahme aller öffentlichen und von Privaten zu erlangenden Mittel aus Jahre hinaus sowie vielleicht dauernd die Hauszinssteuer, wenn auch in veränderter Form, für Altwoynungen, werden uns die Erringung dieses größten nationalen Zieles erreichen lassen. Professor Sautter- schloß mit eindringlichem Hinweise auf das große, allen gleich beachtliche Ziel und ersuchte unter Zurückstellung kleinlicher politischer u'nd örtlicher Auffassungen im Zusammenschluß mit deutschen Kommunen die Hilfe und die Stärke des Reiches für den Frieden von Hunderuansenden von Familien ' in Anspruch zu nehmen.
torradfahrer in schwer beliebt n Zustande aufgefunden. Er war zu Fall gekommen. — Aus dem Schloßplatz lief heute früh ein Landwirt In beispielloser Sorglosigkeit i «mittelbar vor einen Wagen der Straßenbahn. Bei der starken Rück- bremfe sprang der Wagen aus den Schienen Dere Vorfall lief ohne weiteren Schaden ab. — Die Arbeiter-Samariter beförderten einen Einundsechzigjährigen, der am Finkenherd ohnmächtig zusammenbiach, ins Zufluchtsheim. — In der Kurfürstenstraße wurde heute mittag ein Mann von einem Auto erfaßt. _ Der Anprall war derart, daß der linke Kotflügel beschädigt wurde. Der Angesahrene wurde gegen einen Baum geschleudert und erlitt schwere innere Verletzungen. Die Arbeitersamariter brachten ihm nach dem Krankenhause.
Lande der Zukunft.
Filmreise nach Canada mit Obering. Dreyer.
„Canada, ein Märchenland. Nicht eines, von dem man sagt: Es war einmal.. • sondern eines, für das das Wort gilt: Es wird einmal sein!- Als Oberingenkenr Dreyer im Großen Stadtparksaale gestern abend diese Worte sprach gab er mehr als ein Motto seines Films, den er für die Döring-Filmwerke In Gemeinschaft mit dem Norddeutschen Lloyd geschaffen: die lieber» »eugung eines Weitgereisten, der überreich an . Bildern und Eindrücken heimkehrt In ein Land ohne Raum aus eistein andern, dem es an Menschen fehlt. Und für dieses Land sprach und warb sein Film in einer schier unendlichen Fülle von Bildern. Er zeigte ein anderes Canada, als wir es aus den Indianer- und Trappergeschichten der Schulzeit kennen, ein Land, in dem fortschrittlicher Geist gepaart mit einer üppig verschwendenden Natur dem Siedler bei seiner schweren Arbeit hilft, in dem märchenhafte Reichtümer schlummern, die darauf warten, in zäher Arbeit dem Boden abgerungen zu werden.
Wie in allen feinen Vorträgen verstand auch diesmal Dreyer es wieder ganz famos, feinen Aufnahmen ein flüssig plaudernder Begleiter zu fein, in dessen Worten Ernst u. Humor gleicher weise zu ihrem Rechte kommen. Und so konnte der in Kassel ja besonders beliebte Redner auch dieses Mal( ausführlich besprachen wir den Film anläßlich seiner ersten hiesigen Vorführung) wieder wohlverdienten Beifall ernten. Für jeden, der Schritt halten will minder Entwicklung der Zukunft, bedeutet der Besuch des Canada-Films eine unschqtzhare Bereicherung. . . •schk.
Auf dem Wochenmarkt.
Ruhe vor dem... Ultimo.
Daß morgen der „berüchtigte- 29. ist, mit dem der diesjährige Schaltjahr-Februar zur Neige geht, zeigte jedem, der nicht daran gedacht haben sollte, der heutige Wochenmarkt. Er war außerordentlich schwach beschickt. Es gab sehr wenig Butter und diese wurde auch nur mit knapper Not abgesetzt. Fische waren überhaupt nicht zu seien. Ä l l e andren Markt aren wiesen zum Schluß große Ueberftänbe nach. Und dennoch sagte ein bekannter Händler: Es hat schon schlechtere Dienstagsmärkte gegeben... -«•
Aus -em Vereinsleben.
Kriegerverein Wehlheiden.
Die diesjährige Hauptversammlung des Kriegervereins Wehlheiden im Gasthaus Demmler war stark besucht. Aus dem vom Schriftführer erstatteten Jahresbericht ging hervor, daß der Verein auch in dem verflossenen Vereinsiahr erfreuliche Fortschritte gemacht hat, sowohl hinsichtlich seines MitgUederbestandes als auch der inneren Festigung und der Ausführung des Kyffhäuser Programms. Dem Kassenführer wurde Entlastung erteilt. Der bisherige Vor- stand wurde durch Zuruf einstimmig wiedergewählt, ebenso die seitherigen Vertreter zum Kreisverband Kassel-Stadt. U. a. wurde den Mitgliedern eine zahlreiche Beteiligung am Volkstrauertag am Sonntag zur Pflicht gemacht. Rach Erledigung der umfangreichen Tagesordnung schloß der Vorsitzende die Versammlung mit einer Ansprache, in der er der Hoffnung auf eine weitere gedeihliche Fortentwicklung des Kriegervereins Kassel-Wehlhetden Ausdruck gab. ____ ,
Lokal nachrichten vom Tage.
— „Wetterleuchten« im Kleinen Theater Heute. Dienstag, geht erstmalig etrtnbberg 8 Kammerspiel „Wetterleuchten- in «jene. Wegen anderweitiger Verpslichtnnaen von Frl- Berley kann nur nod) eine Wiederholung der
SW *■ ää 's sä’? «; Vernes Ehejubiläum, wozu eine große An,ahl seiner Gäste, Freunde und Verwandten amve- send waren. Di« Stammtlschgemeinde U«>
schäfttgt werden kann. Voraussetzung für die
Uebernahme der Schulen, Beamten und Elnrich-1 nung herangetreten . . .
be» jur Seit berrfäenbtn Wetter» -ere<bu-t werben tun«. Sehr wahrscheinlich wirb aber baw ein A b. bau ber Hochdruckwetterlage eintreten. Bis Mitt w o ch ist es zunächst noch heiter, trocken, tagsüber sehr mild, nachts Temveratnren in Gesnervunktnahe, östliche Winde.
Temveratureu be» gestrigen Tages: am Kriedrichsplatz Hbchsttemye- ratur + 15 Grad, nachts — 1 Grad, heute 8 Uhr iruh + 1 Grad, Wilhelmshöhe — 3 Grad.
Wohin gehen wir am Mittwoch? Staatstheater: „SSinderbannes-,, 19,80 Ufc. Kleines Theater: „Wetterleuchten , 20 Uhr. Murhardsaal: Klavierabend Ketzler-Lrndcmann, Krautheim Ost: Pfarrer Nambaud uber Seel- sorge in der Fremdenlegion (nicht in der Unterneustädter Kirche». 20 Uhr.
Kino de» Westen»: „Zwei untern Himmelszelt ® 8 aff all a: „Pat und Patachon".
Prinzenauelle: Konzert.
Kasseler WotznungsbaL-Programm
Stadtrat Professor Sautter in der gestrigen Stadtverordneten-Bersammlung.
Saal des Ständehauses zu Kassel.
hingen und deren Wetterführung ist, daß die staatlichen Zuschüsse hierfür, die bisher an Wal- deck gewährt wurden vom Zeitpunkte des Aufgehens in den Bezirk Kassel der Landwlrtschafts- kammer für den Regierungsbezirk Kassel zuge wiesen werden, die von Waldeck in Arolsen unterhaltene Lehrschmiede wird von der Landwirtschaftskammer übernommen.
Präsident von Keudell
betonte, daß diese Beschlüsse aus dem Empfinden heraus gefaßt worden sind, das die kur- hessische Landwirtschaft seit über einem Menschenalter für die Waldeaer hegt.
Uralte Beziehungen wären zerrissen worden, wenn Waldeck an Westfalen angeschlossen worden wäre. Umso erfreulicher fei es, daß die Waldecker den Weg zu Kurhessen zurückgefunden hätten.
Im engsten Einvernehmen mit den Waldecker Landwirten feien diese Beschlüsse in einer gestrigen Vorbesprechung festgelegt worden. Die Vertreter Kurhessens, so hob er hervor, freuen sich auf die Stunde, wo die Waldecker als vollwichtige Mitglieder in die Kammer einziehen. Frau von der Malsburg brachte einige Wünsche der Landfrauen Waldecks vor. Die Kammer, so erwiderte Präsident von Keudell, steht diesen Wünschen sympathisch gegenüber. Landwirt
Hartwig-Thalitter
als Vertreter vpn Besitztum auch in Waldeck sprach sodann der Kasseler Kammer für das Entgegenkommen und die wohlwollende Be- Handlung der Anschlußfrage herzlichen Dank namens der Waldecker Landwirtschaft aus.
DaS wehe Gefühl, das durch die Herzen der Waldecker infolge Aufgabe des eigenen Staates mit seinen engen Beziehungen zu seinen alten Herrscherhaus gehe, sei durch dieses Wohlwollen abgeschwächt worden.