Mckr Neueste Nachrichten
Hessische Abendzeitung
Kasseler Abendzeitung <
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Otummet 45. e-HUDH v-g-. d« S.ad. Mittwoch, 22. Februar 1928. A-Mch-- o-g°° s.-»« «-ff-l 18. Jahrgang
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Der Welt-Finanzkrise entgegen.
'. I Straße verloren gegangen sei. 68 werde seil ug» vier Tagen vermißt. Eine Hundeschlitten- lon'Ervedition und ftlutueuae find auf der Suche.
etter nnd
Von» beim Duikanousbnich.
Landon, 21. Februar. (Eig. Drahtbericht.) AuS Ecuador werden heftige AuSbrüche des BullanS CarrUudirazu i« den Anden berichtet. Die Lava hat EisenbahndSmme und Gebäude zerstört, Fern-Verbindungen find unterbrochen. Die Einwohner flüchten panikartig.
abgeschlachtet und aufgefressen. An einzelnen Börsen für Menschenfleisch werde ein lrästiger Mann mit einer eisernen Axt bezahlt^
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holländische Regierung rasch Maßnahmen ergreife. Am meisten gefährdet seien kräftige Männer und junge Burschen, weil die Einge-
geführt. Mehrere Bauernhöfe mit 33000 Hektar Ackerland stehen unter Wasser. Die Flut steigt beständig und bedroht fünf Dörfer und viele Bauernhöfe.
London, 21. Februar.
AuS Kanada wird berichtet, daß ein Flug-,».», ,
gena“ bet Rordpolexpedition in der Hudson'Expedition nnd Flugzeuge find auf der Suche.
Halse lösen d. Seb.)
Neber -en Völkerbun- hinaus
Die Rationen werden ung^tuldia.
London. 21. Februar.
Der Widerhall der gestern eröffneten Genfer Verhandlungen über Sicherheit u. Schieds gerichtSbarkeit in der Presse ist reckst dürfitg Ein Blatt meint, dass, wenn die Verhandlungen nicht zu einem positiven Ergebnis kamen, ein anderer großer Zusammenschluß der Rationen in der Zukunft unausbleiblich sei. Die schwere Rüstungen müßten seden ruhig Denkende« beunruhigen. Sicherlich müsse man wegen der gro Ken Tra»weite Geduld staben. Aber an einem gewissen Mendevunkt dlirke man die Gelege«, heil nicht verpassen. (Siehe auch 3. Seite.)
wurden aus einer großen Eisscholle vom Stu In- Meer hinauSgetrieben. AIS der Unfall ent deckt wurde, war die Eisscholle, aus der s mehrere Pferde befanden, bereit» 45Jtf in» offene Meer I.
lange leben.
Wir treiben ins Ver-erben.
. . . wen« nicht bald bet RepatalionSdruck fällt
London. 21. Februar. Der Wirtschaftssachverständige Sir George Paris äußerte sich gestern tt. tt: Wie bald sich die große Finanzkrise zu einer dramatischen KrlsiS entwickeln wird, weiß ich nickst. Fch alaube aber, daß der An- lang der Krisis in Amerika bereit» ein- getreten ist, wo umfangreiche Essektenver- käufe im Gange find. Amerika hat Europa» Be-
Frühling oder Winter?
«te schnell grüben» da« Wetter wechselt.
Rewyork, 21 Februar.
Gestern tret plötzlich ein erheblicher Tempe- ratuifturz von 26 bi« 14 Grad ein D'e nörd- lichen LandeSteile wurden von edjneeftftrmen heimqesucht, aber auch die berühmten Winterkurorte in Florida wurden von der Kältewelle ««troffen. Da« kalte Wetter ging aber mit der gleichen Plötzlichkeit, mit der e» gekommen «ar. vorüber, e» Ist mäßige Temperatur mit Regen eingetrete«. ______
eotojetocrftr unter 61«.
Moskau. A. Februar. Der EiSaang auf dem Subanfluß hat zu großen Leberschwemmungen
heutige Japan ist ein lebendige» Bet* - el dafür, daß sich)« der Geschichte eine» San-
Programme völlig übereinstimmen, ja, daß e» weiter nicht auffällt, wenn einmal die au» der Opposition an die Macht gelangte Partei ruhig das Programm der ehemaligen Regierungspartei in Bezug auf Außenpolitik und innere Reformen wieder aufnimmt. Neben die. fen beiden großen Parteien, von denen heute die Seivukai mit etwa 190 Mandaten die Regierungspartei darstellt, existieren noch eine ganze Anzahl kleiner aber unwefent- kicher Parteigruppen. Eine sogenannte Volks« Partei, die Kokumunto und der Kofhin-Club In letzter Zeit erst sind nun vier sozialistische Arbeiterparteien auf getreten, die zum Teil so- gar den Bolschewismus huldigen und diesmal große Wahlerfolge für sich erhoffen. Anderer- feits hofft die Opposition der Kenseikai, einen Sieg über die jetzige Regierung, die unter der Führung be» Ministerpräsidenten, General» Ta- nafa steht, erringen zu können.
Trotz der enormen Erweiterung be» Wahl- rechts wäre e» verfehlt, von einer .Demokratisierung' Japans zu sprechen. Die Anwendung solcher Begriffe auf Ostasten ruft nur Verwirrung hervor. Die ständische Gliederung Japan« ist noch immer sehr straff und di« .«onstitu- tion« ist eigentlich nur ein Kleid, daS über die Glieder geworfen ist. Da» Kleid war knapp ge- worden und man hat e» erweitert, aber unter diesem europäischen Kleide lebt noch da» alte Japan und wird, aller BoranSficht nach, noch
besonder» heikel und schwierig. Die erste Auf- gäbe und die letzte
Berantwortttns trägt da» Elternhaus.
DaS hat dieser tragische Prozeß mit einer geradezu erschütternden Deutlichkeit herauS- geftetU. Wenn diese Verantwortung recht vielen deutschen Vätern und Müttern zum Bewußtsein gekommen ist, dann ist er nicht vergebens geführt worden. Wenn hier nicht alles aus der Grundlage gegenseitigen Vertrauens aufgebaut ist, wenn eS den Eltern nicht gelingt, zugleich Führer und Kameraden ihrer Heranwachsenden Söhn« und Töchter zu sein, dann suchen ihre Kinder sich eben andere Führer und Kameraden, die angesichts der leichten Beeinflußbarkeit der Jugendlichen von größter Gefahr für sie werden können. ES gibt kein Alter, das so sehr von stärksten Erschütterungen, inneren seelischen und physischen Röten bewegt wird, wie die Zeit vom 14. bis zum 18. Jahr. Gewiß, der Jugendliche hat in dieser chaotischen Periode seines Leben« einen lebhaften Freiheitsdrang und wehrt gern jede Autorität und Beeinflussung ab, ist kritik- wütig und nicht geneigt, sein Inneres, mit dem er nicht fertig wird, zu offenbaren. Mit ängstlicher Scheu verbirgt er das, waS in ihm vor- geht.
selbst vor Vater und Mutter.
Aber auf der anderen Seite fühlt er sich doch in seiner Unfähigkeit so hilflos und anlehnungsbedürftig, in der Unsicherheit und Ratlosigkeit über die Vorgänge in feinem Körper und in feiner Seele so nach Rat u . • Hilfe verlangend und so abhängig von Vorbild und Beifpic- daß wiederum keinem Alter die Sehnsucht nach stärkeren Führern und nach klarer Zielsetzung so eigen ist wie gerade diesem. Gewiß überwuchert die Phan- tasi- leicht den Verstand und treibt wunderliche Blüten, sicher ist daS Gefühlsleben stark beumt, wird der Jugendliche von Stimmungen hin- und hergeworsen, die die ganze Skala vom .Himmel- hochjauchzend" bi» zum .Zutodedetrübf, ja bt5
Zagd auf...Menschensleisch.
wie fich die Kanlbale« anffteffen. — Am begehrtesten die Jungen und Fetten. — Ganze Dörfer abgeschlachlet.
Am Nordpol verschollen
Hundeschlitten und Flieger suchen nach den vermißten.
dürfnisse an Lebensmitteln und Rohstoffen finanziert. Aber wie fall Europa feine verpfllch- tungen gegenüber Amerika erfüllen, wenn das amerikanlfche Volk sich nicht mit unseren Wa, ren bezahlen lassen will? In diesem Jahre werden wir den schärfsten Wettbewerb zwischen den industriellen Nationen erleben, den die Welt je gesehen hat. Deutschland muß für hundert Millionen Pfund Sterling Waren ver- laufen, um die Reparationszahlungen zu bestreiten, die uns und anderen Nationen unermeßlichen Schaden zufügen. Mein Vorschlag ist. die Krise wenigstens zu vertage« dadurch, daß Amerika noch weitere Kredite gewährt, um bk Lage zu erleichtern, und baß Deutschlanb ble Erlaubnis erhält, weitere Anleihen aufzuneh. men und daß denen der Vorrang vor den Reparationen einaeräumt wird. Aber zur Behebung dieser ganzen Schwierigkeiten müssen die Handelsschranken fallen. BIS - zum Frühjahr 1929 müssen diese Probleme gelöst sein. (Wir bedanken un» eine noch troff« losere Schuldknechtschaft. Die Herrschaften .......- mögen gefälligst die ReParationSsuppe selbst tng Japans, auSlöfseln, die sie sich eingebrockt haben oder — - . aber . . . fich und uns die DaweSschlinge vom
Schreüknssahrt auf Eisschollen.
Hundert Fischer treiben 1* offenen Meer. — Flugzeuge mit Lebensmitteln auf bet Suche.
,vr». 21. Februar. (Durch Funkspruch.) sofort ein Flugzeug entsanbt, um die Fischer t Fischer ble aus dem Eise fischten, aufzusuchen, boch war inzwischen die Eisscholle . Dturm in mehrere Stücke zerbrochen, sodaß die Auf- ent- sinduug der Fischer große Schwierigkeiten be« sich auch reitete. Militärflugzeuge wurden mit LebenL- fanden, bereit» 45 Kilometer Mitteln und Heu für die Pferde entsandt. Die hinauSgetrieben. ES wurde Fischer treiben auf dem offenen Meer.
Don unten herauf.
... bringt Japan» Arbeiterschaft »«»«• (Von unserem japanischen Mitarbeiter.)
Tokio, im Februar.
Japan wird in diesen Tagen den großen Wahlreigen der Völker eröffnen. (WaS mii dem gestrigen Wahlgang, über dessen Ergebnisse -ur Zeit noch keine Meldungen vorliegen, ge- scheheu ist D. Red.) Die W-chlea erfolgen aus Grund deS neuen liberalen Wahlgesetzes, bat allen Männern über 25 Jahre da» gleiche Wahi recht gewährt. ES handelt sich nm eine Vervierfachung der Wählerzahl, die von drei auf jtooh Millionen bei einer Bevölkerung von rund 80 Millionen steigt. Die Industrialisierung Japan» zeigt ihre Wirkungen. ES ist nicht mehr möglich, dem Andringen der Jndu- striearbeiter, kleinen Angestellten und Klein- bauern zu wehren. Bisher wählten nur größer« Grundbesitzer, höhere Beamte, Stadtbür- ger von einem gewissen Bildungsgrad, kurz da», was man in Europa etwa die vürgerlichen Klassen nennt. Parteien, die sich nach politischen Grundsätzen unterscheiden, gäb e, noch nicht: Re beginnen «st letzt sich zu bilden. BIS. her wählte man nach Interessen- und Familien. S gruppen und überließ die eigentliche Politik dem Genro (Rat der Alten, Senat), der nominell vom Kaiser berufen wurde, in dem aber in Wirklichkeit die großen reichen AdelSsa- milien und die Großkapitalisten ver treten sind. Neben diesm Senat bedeutete das Parlament nicht viel. ES trat nur einmal im ^a6re zu einet Session von drei Monaten »«- jammen, machte höchsten» eine Mundopposttion und nahm die von der Regierung auSgearbeite- kn Vorlagen, zuweilen nach einigem Wider- spruch, aber doch immer ohne große «enberun«
spiel dafür, daß sich in der Geschuhte eine» von» de« die »Ismen" einander nicht so schematisch ablösen, wie man eS au» den Lehrbüchern der Gesellschaftsphilosophie schwär, aus weiß erfahrt. Uralter Stamme«, und Dorskommuni»- mu«, Naturwissenschaft, Feudalismus, moderner Kapitalismus, JndustrlaliSmu» — da» lebt in Jnpan alles durcheinander - noch nicht so bedeckt von gleichmachenden Bbtafen Wie in Europa. Aber auch in Europa braucht man ja nur ein bißchen tiefer schürfen, um unter dem modernen Industrialismus den noch sehr lebendigen Feudalismus zu entdecken. Im [üb. lichen Japan herrschen noch die Großgrundbesitzer als unmschrankte Territorialherren und gebieten über ihrePächter wi e i m M i t e l- alt e r. In Nordjapan sitzen die Grotzindu« striellen und die Kapitalisten, aber da ist das Mittelalter schon der Neuzeit gewichen: dem Industriearbeiter, der sich gewerkschaftlich organisiert und der auch etwa« vom westlichen Sozialismus, wenn nicht gar vom russischen Kommunismus gehört hat, kann man nicht mehr so kommandieren, wie den Landpächter. Die große JndustriekristS, die eine Folge des Finanzkrachs vom vorigen Jahr War batte viele Betriebseinstellungen zur Folge gehabt. Unter den Arbeitern herrscht große U n- Zufriedenheit und es ist lein Wunder, daß diese auch ansteckend auf die Bau- e r it wirkt. In jüngster Zeit ist «» zwischen Pächtern und Pachtherren wegen deS Grundzinses zu mancherlei Zusammenstößen gekommen, bei denen die Polizei eingrisf.
Die Bauern stellen die Hauptmasse der neuen Wähler (4—5 Millionen). Sie werden das erste Mal eigene Vertreter im Parlament haben. Von Seiten der Arbeiter bezw. ihrer zum Teil in Europa auSgebrldeten soziattstt- schen Führer wird der Versuch gemacht einen großen Slotf bet Bauern unb der Indu- striearbeiter zu bilden. Aber der japanische Bauer ist konservativ. Er will natürlich einen möglichst geringen PEzinS zahlen, am liebsten gar keinen, aber er hangt zäh an seiner kleinen nährenden Scholle, die er mit rührendem Fleiß betreut und der heimatlos gewordene Industriearbeiter ist ihm verdächtig Bon proletarischem GemeinsamkeitSgefuhl ist gar keine Rede. Jede Klasse Wird im Wahlkampf ihre eigenen Interessen Wahrnehmen. Ist dae neue Parlament gebildet, so wirb e» einen bum ten Mischmasch alter unb neuer Parteien präsentieren, worin ein Europäer sich, nie zu recktfinden wird. (Er hat e« ja schon schwer^genug in Europa). Auch «i» zweiter Hindernis erschwert die Erfolge der proletarischen Wüh lermassen. Da, ist ble Zrspl 111 erung d« Arbeiterpartei. Die Parteifrag« siegt in Javan wesentlich ander» als in Europa. Es albt keine WeltanlchauungSparteien, sondern die beiden großen Parteien die Kenseikai und die Seivukai. unterschetden sich mehr nach wirtschaftlichen Machtfragen. Ihre politische Ver- wandtschast ist so groß, daß große Teile ihrer
Haag (Holland), 21. Februar [bereuen glauben, daß bet Mut unb die Kraft Die katholische Mission meldet au» INerante, bet von ihnen verzehrten aus fte übergebe, bet Hauptstadt von Holländisch Reu-Guinea,'Sehr begehrt seien ferner alle Eingeborenen daß der KanlbalismuS unter den PapuaS bet- aus der Gegend von Meranke, da fie ft—- -- ort überhand nehme, daß die Stämme sich in sauberer seien al» die deS Inneren. In über- kurzer Zeit auffressen würden, fall» nicht die fallenen Dörfern wurden sämtliche Einwobner H x m v y. ml . - < - - - - — — — t J. < Alt v * * V* 11A H W1 tt * 1 TT Iglllr if
Krantz frei!
wa» lehrt un» bet tragische Prozeß?
«Wrocheu. Di« Nachricht bnrrftfl»« 6et&* Beute Nackt alle Trabte unb Funkwellen der Wt. deren Prelle damit «inen Lchlndllrich nn. ter vieles dunkle Jugend- und Erz>eduugs- kapitel letzt. Uns lei eS gestattet, noch einige lehrreiche Folgerungen m lieben.
Die Staatsanwaltschaft hatte Anklage er- hoben. Sie mußte wissen, wa» sie tat. ID Prozeßverlauf wich sie Schritt um Schritt zu- rück. Sie ließ zunächst die Anklage auf Mord fallen. Die auf Mittäterschaft ütn Mord folgte nach. Uebrlfl blieb di« Anklage at's Mittäter- chaft am Todschlag. Sie Wurde bot dem Gerichtshof« abgewiesrn. Di« moralisch« Autorität unserer Staatsanwalschaft hat damit ein« Einbuße «rlitten, die nicht träge« triften werden kann. Die Staatsanwälte haben sie Staatsinteressen zu bertreten, die Staats- moral zu heben und das im Staate geltende Recht zu verwirklichen. ES steht außer Frage, daß di« Staatsanwaltschaft im Krantz-Pri^eß von dem besten Willen durchdrungen war. Der Prozebberlauf. das Prozeßende und die Auswirkungen diese- Prozesse- im Volk«, haben aber offenkundig dargetan, daß die Staatsanwaltschaft übel beraten war, al- sie diesen Prozeß inszenierte. Formaljuristisch, das Will uns als das tragischste in diesem Prozeß erscheinen, konnte die Staatsanwaltschaft kaum ander-, al- Anklage erheben. Hier liegen offenkundige
Mängel unfern Strafprozetzordnung vor. Der Schüler Krantz, der al» Angeklagter erschien, sowie die Schüler und Schülerinnen, die als Zeugen auftraten, gehörten vor ein Jugendgericht, das unter Ausschluß der Oeffentlichkeit zu verhandeln hatte. ES zu schaffen, wird ein« vornehme und vordringlich« Aufgab« der bevorstehenden Reform unserer Strafprozeßordnung fein. Ein« ernst« Mahnung ist dieser Prozeß für alle Gütern, jeden Erzieher und di« gesamte Oeffentlichkeit. Die Press«, diese» gewaltige Sprachrohr der öffentlichen Meinung hat. Wie un» scheinen will, daran« di« Folgerungen bereit« gezogen. Di« Pädagogen, bi« in diesem Prozesse al» Zeugen unb Sachverständig« auftraten, haben bewiesen, daß sie die Vorwürfe nicht verdienten, die gerade Krantz gegen sie in feinem Tagebuch erhob. Da- soll aber nach keiner Seite hin einen Grund zum .Pharisäirmu« abgeben. DaS Problem der Jugend in den Pubertätsjahren besteht für die Schule und da» Elternhaus. wie e« noch zu allen Zeiten bestanden hat. ES ist aber heute für unsere Städte, namentlich dte Großstädte und Industriegebiete.