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Kasseler Abendzeitung

Die Raflclet Neuesten Nachrichten erscheinen wdchentlich 'echsmal natbrnittag». Der flbonnetnentepreie beträgt für den Monat 2- X bet freier .SutteBung nS OaUS in bet iSefchattsitelle abaebolt I.* X Durch die Po» monatlich 2.- X ausschltetzl'ch .SufteUunasaebübi. Fernsprecher »51 und »52 ftfit unverlangt etngeunote tfietträge kann die Redaktion eine «erantroortnng oder Gewähr in fe-nem »alle übernehmen Rückzahlung de» NezugSgelde» oder Ansprüche wegen e-roatget nicht ordnungSmSkoger Viefemng tft ouSacictloBen. Postscheckkonto »r.tnrfnrt a M Nummer «S<*> Fimelnnntmet 10 A LonntagSnnmmer 20 A

Hessische Abendzeitung

Nummer 39 Amtliches Organ der Stadt Kastel Mittwoch, 15. Februar 1928. Amtliches Organ der Stadt Kastel 18. Jahrgang

Antwort darauf sein, wie gestern rin Gewerk.

schaftler andeutete.

Der ReichSarbcitsmi-

nister beabsichtigt ein neues Schlichtungsverfah­ren einzuleiten. Zunächst findet am Donners­tag eine unverbindliche Aussprache zwischen bei­den Parteien statt. Von dem Ergebnis hängen weitere Schritte ab. Die Aussperrung würde etwa 800 000 Arbeiter treffen.

gebackener Prinz Lippe .'erst vom lei der gefürstet) hatte sich einst ein

Wählen wir schon am 13. Mai?

Gleich der Landtag hinterher? / Vor dem Masst »start nach Newyork

Den Madien entgegen.

Berlin, 14. Febriwr. (Privattelegramm.) Die Parteien treffen Wahlvorbereitungen. Schon werden in den Berliner Druckereien die Wahl­aufrufe gedruckt. Besonders reiche Geldmittel scheinen diesmal die Kommunisten zu haben, deren Arbeiterschaft in einer Druckerei verdop­pelt wurde.

von KeubeNs Systpvusarbeit

Berlin, 14. Februar. (Durch Funkspruch, i Pünktlich um 10 Uhr begann heute im Reichstag die angekündigte Jnterventionsbesprechung der Regierungsparteien unter Innenminister von K e u d e l l. Man erwartet, daß die Beratungen längere Zeit in Anspruch nehmen werden.

* * *

Folgt auch Preußen?

Wir könnten gleich zweimal wählen.

Berlin, 14 Februar.

In den pruetzischen Regierungsparteien wird z. Zt. debattiert, ob für Preuße« nickt eine vorzeitige Landtagsauflösung angestrebt wer­den soll .damit die Landlagswahle« zeitlich mit den ReichstagSneuwahlen zusammenfallen kön­nen. Zu positiven Ergebnissen haben die Be- prechungen noch nicht geführt.

Bremst zur rechten Zeit.

Ehe die Metallfabriken schließen.

Berlin, 14. Februar

Zu der für den 22. Februar beschlossenen Gesamtausfverrung von 800 000 Metallarbeitern Deutschlands wird es voraussichtlich nicht kom­men. Der Streik in einer Reihe lebenswichtiger Betriebe bei der Eisenbahn usw. würde die

Massenstart nach Newyork.

Belgien wirft über eine Million aus.

Brüssel, 14. Februar. (Eigener Drahtbericht.) Der belgische Industrielle Sagay hat für diesen Sommer einen Flug-Wettbewerb R e w York- Ost e n d e ausgeschrieben. Fünfzehn Flieger hätten sich bereits angemeldei. Der erste Sieger wird eine Million belgischer Fran- ken erhalten, der zweite 200 000. der dritte 100 000 Franken.

Es wild Emst.

Wenn die Herren M. d. R.'s die Koffer packen. (Von unserem Berliner Berichterstatter.) In den Wandelhallen des Reichstage

es wieder einmal recht lebhaft zu. An die -v-> lamendarier ist die Frage herangetreten, die 1». Überhaupt als die wichtigste empfinden: Du eigene Dasein ss rage. Diesem immer ei« wenig lebensschwachen, so oft durch Kri­sen gefährdeten Reichstage, der trotzdem et», verhältnismäßig langes Alter hinter sich ge­bracht hat, soll nun noch fast ein Jahr vor seinem natürlichen Hingang das Lebens­licht augeblasen werden. Wahlstimmung beherrscht die Wandelhallen, die Vollversamm­lungen, selbst wenn wie beim Mietenge­setz sich kaum zwanzig von den 48": Bolksboten an den Beratungen beteiligen. Dies­mal hält sie nicht die Angst vor der Langeweile vom Sitzungssaal fern, nicht der Besuch von Damen und Herren aus der Provinz und nicht das lockende, lachende Leben der Reichshaupt­stadt; diesmal duldet die Nervosität wegen der Gefährdung der ganzen Parlamentarierherr- lichkeit den Reichstagsabgeordneten weder aus dem weichen Leder des Sitzungssaales noch in den noch weicheren Klubseflcln der schummrige- ren Teile der Wandelgänge.

durch den Spitznamen .Saurischen". Ein neu- ' itzten Detmol- kleiner Graf

Umringt von Journalisten und Freunden spaziert er viele Kilometer hin und her auf dem tiefen roten Teppich der großen Wandelhalle und spricht über die Auflösung, den Wahlsamp und die Aussichten seiner eigenen Fraktion. Der Mensch kommt gern einmal nach Berlin, beson­ders als Reichstagsabgeordneter. Das M d. R öffnet ihm auch heute noch den Zutritt zu man­cher öffentlichen Veranstaltung, zu mancher ge­sellschaftlichen Darbietung vor allem, der er als gewöhnlicher Sterblicher vermutlich fern geblie­ben wäre. Roch angenehmer und lieber ist dem Parlamentarier stets seine Eisenbahn- f a h r ka r t e, die ihm persönlich so unendlich viel mehr Freiheit und Unabhängigkeit er­schließt, als allen Landsleuten. Von den Diä­ten soll gerechierweise in diesem Zusammen­hang« ohne besondere Ironie gesprochen wer­den. Er hat dieses Viertel-Minister- Gehalt, zu dem sie allmählich angeschwollen sind, in Berlin wirklich nötig, wenn nun wenn der auch nur ein paar der landläufigsten Annehmlichkeiten der Reichshauptstadt mitneh­men will. Und das will er immer; denn auch er ist ein Menschs Aber wird er es noch wollen können? Das ist jetzt die große Frage Ja. die Parteiführer können lachen. Alle, alle stehen sie an der Spitze der Landeslisten und der Reichslisten und werden ganz sicher bei der Eröffnung des nächsten Reichstages auf ihren gewohnten Plätzen sitzen. Mer was ma­chen die anderen?

Von den 485 Mitglieder werden mindestens 300 starke Mandatsschmerzen empfin­den und mindestens 200 aller Wahrscheinlichkeit nach nicht wiederkehren. Mindestens 50 brauchen sich überhaupt schon nicht mehr den Kopf darüber zu zerbechen Sie werden nicht wieder angestellt. Sie drücken diese etwas schmerzliche Erkenntnis durch Traurigkeit oder Galgenhumor aus. Ehrlicher Humor, eitel Freude herrscht aber bei den S t e n og r a - p h e n. Sie sind die sicheren AuflösungSgewin- ner. In den zwei Monaten des Wahlkampfes können und werden sie wahrscheinlich getrosten Mutes in die Bergwelt Tirols ecken, wo man bis »eit in den April hinein sich die Skier unter die Sohlen schnallen und also die Fixig­keit der stenographierenden Finger durch die Gewandtheit im Telemark-Schwuny ablösen kann, oder sie werden noch einen weiteren Sprung tun und sich von der Sonne Italiens oder der dalmatinischen Riviera immer ein wenig in der Richtung der billigeren Valuta braun brennen lasten Ein wenig neiderfüllt schauen ihnen die anderen Beamten des Reichs­tages nach Sie müssen die großen Ueberstchten über die Leistung des letzten Reichstages zu­sammenstellen Und das ist eine sehr kitzliche und lansswirrige Kleinarbeit. Dabei muß sie trotz peinlicher Genauigkeit in kürzester Frist geleistet werden; denn die künftigen Volksvertreten sollen sich ja schon vom ersten Tage chreS Einzuges ab an Sack- und Schlag­wortregistern zurechtfinden können, um die richtigen Fäden für daS Gespinst ihrer eigenen Ge'etzesmacher-Arbeit anzukämpfen.

Auch die Parlamentsjournalisten kommen zu einer Mehrlast an Arbeit. Sie wird mit dem innigsten Veranüaen getan: den sie ist eine wükommene Abwechslung Der Mensch wendet sich nun einmal dem neuen immer mit der größ­ten Begierde zu. mag sein Herz auch noch so sehr am alten hängen Schon stnd flinke Köpfe am Werk, zunächst einmal in den Ueberlegun-

Gewei kommt an präg nicht vorbei

Prag, 14. Februar. (Eigene Drahtmeldung.) Der österreichische Bundeskanzler Dr. Seipel äußerte zu einem Presse-Vertreter u. a.: Prag und Wien werden sich wirtschaftlich immer wie­der finden, weil sie auf einander angewiesen sind. Hebet die deutschen Regierungsmitglieder äußerte er sich, daß eine negativistische Politik fast immer schlecht, eine aktivistische fast immer, wenn schon nicht gut, so doch besser sei. Dr. Seipel wandte sich gegen die Bildung einer sog katholischen politischen Internationale. Die Weltfriedensbewegung müsse von dem überwelt­lichen Gedanken des Christentums recht durch­drungen fein.

Mit Tanger im Reinen.

Frankreich Hand in Hand mit Spanien.

Paris, 14. Februar.

Laut Pressenotiz wird das soeben abgeschlos­sene Tanger-Abkomme« mit Spanien bis 1935 Geltung haben. Frankreich habe sich bereit ge­funden, Spanien die Zugeständnisse zu machen, die dieses bei der Verwaltung der Stadt Tanger und der internationalen Zone, namenllich hinsichtlich der Polizeigewalt, wünschte. Frankreich habe diese Wünsche erfül­le« können, ohne den Marokkoverträgen zuwi­der zu handeln. Italien werde die Fürsorge für das Gesundheitswesen übertragen werden. Italien und England würden das Statut ver­mutlich billigen.

Boxen geht über Alles.

Sie wollten durchaus de« Schweden sehe«.

Berlin, 14. Februar.

Da viele Freunde des Boxsports gestern beim deutsch-schwedischen Länderboxkampf keinen Ein­ mehr finden konnten, notierten etwa drei­ßig meist jüngere Leute über die Zäune und Mauern des GarlenS, der sich an de« Saalbau anschließt, und versuchten, ge­waltsam i« den Saal einzudringen. Die Po­lizei trieb die dreißig hartnä^'zen Boxkampf- reunde mit dem Gummiknüppel ausein­ander. Dabei wurde auck ein großes Fenster zertrümmert. Die Täter flüchteten in die Kel­lerräume und versteckten sich hinter Fässern, Ki­sten und Stühlen. Schließlich konnten acht fest- gestellt werden.

Rrawalle in Jerusalem.

Engländer-Polizei gegen jüdische Kommunisten.

London, 1. Februar.

I« Jerusalem war ein Kommunist angeb lich zu einer Prügelstrafe verurteilt worden Hierauf versammelten sich dreihundert Kommu­nisten, meist arbeitslose Jude«, um einen Temonstraiionszug zu veranstalten. Die britische Polizei schritt ein, wobei fünf Männer und 4 Frauen verwundet und verhaftet wurden. Liebäugeln mit den Tschechen Bundeskanzler Seipel unter den Ministern.

Prag, 14. Februar.

Bundeskanzler Dr. Seipel sprach gestern in einem dicht gefüllten großen Saal überWelt­anschauung und Volkstum". Unter den Anwe­senden waren unter anderen der Minister des Aeußern Dr. Bene sch, Innenminister Dr Mayr-Harting, der österreichische Ge­sandte usw. Nach dem mit Beifall aufgenom­menen Vortrag Dr. Seipels begab sich der Bun­deskanzler zu einem Gastmahl in die österrei- chische Gesandtschaft.

Gs kann sehr schnell gehen.

Rasch noch dieRoistandsarbeiten", dann Auflösung Marx willigt ein. Und der

Reichspräsident?

Berlin, 14. Februar. Trotz Der noch laufen­den interfraktionellen Besprechungen meint ein Zentrumsblatt, daß das Scheitern des Schulge­setzes die Koalilionsgemeinschaft un hei la ar erschüttern würde. Die oestel)enb1eibende Zwangsgcmeiuschäft würde nur »och einige wichtige Rott o">R>rbeiten zu erledigen haben. Es handelt sich um den Etat und den Nachtragsetat, das Liquidationsschädengesetz und die LandwirijchaslShilfe, die Arbeiten am Straf­recht müsse man durch ein Ueberleitnngsgesetz retten. Ein solches befristetes Weiterbestehen der Koalition komme jedoch nur dann in Frage, wenn die Verhandlungen über den Etat und Nachtragsetat b e s ch l eu n i g t werden. Es müßte eine Befchränkung der

Arbeit auf das notwendigste Maß erfolgen. Es würde dann mit einer Verabschie- düng des Etats und des Nachtragsetats inner­halb von vier Wochen gerechnet werden können, sodaß die Wahle« in die erste Hälfte des Mai man spreche vom 13. Mai fallen würden. Die Zentrumsabgeordneten von Guerard und Stegcrwald haben gestern den Reichskanzler Marx von dieser Stellungnahme unterrichtet und dieser soll sick mit dem Borsckssag einver­standen erNärt haben und bereit fein, wenn die anderen Koalitionsparteien keine Einwen­dungen erheben, dem Reichspräsidenten in die­sem Sinne seine Anträge zuzustellen.

gen mit den Abgeordneten die Zusammenset­zung des künftigen Reichstages auszumachen Da wird mit Mandaten umhergeworfen, daß dem beherzten Abgeordnet en schwül werden kann, da fehlt es nicht an Spaßvögeln, die mit ernsten Gesichtern ein wenig Schaden­freude an den Qualen des Schlachtviehs eben der Herren Abgeordneten auskosten, da flitzt manches Bonmot durch die Wandelhallen und veranlaßt aus das Kommando:Haben Sie schon gehört . . .?" die Bildung von kleinen Gruppen, die einen Augenblick lang die Köpfe mg zusammenstecken, um Dann mit einer Lach­salve auseinanderzusahren und in alle Winde zu zerstieben. Trotz alles lustigen und putzigen Drum und Dran ist die Grundstimmung aber doch ernst. Alle Welt wartet aus ein Wort aus der Wilhelmstraße, aus dem Palais des Reichspräsidenten, das kein Bonmto, sondern ein ernstes Wort sein wird. Und dann wird einmal wieder acht Wochen um das Schick­sal des deutschen Volkes gewürfelt.

Franz Lehnhoff,

Lippe mit einem für Bonner Borussen verhält­nismäßig sehr bescheidenen Wechsel in der schö­nen Musenstadt am Rhein, zum Teil durch Anpumpen reicher Korpsbrüder, recht und schleckt durchgeschlagen. Kurze Zeit nachdem er Prinz und Durchlaucht geworden war, erhielt er nun von seinem Korps die Ein­ladung zu einem Fest der Alten Herren. Statt nun selbst zu antworten, ließ er durch irgend einen kleinen Detmolder Kammerherrn telegra­phieren-Durchlaucht bedauern, am Erscheinen verhindert zu fein" Dies Telegramm löste ungeheuren Jubel bei den Festteilnehmern aus, und man drahtete als Antwort einige witzige Verse, deren Schlußzeilen waren:

Was die Saucischen unter den Würsten Bist du unter den Fürsten."

So wurde die BezeichnungSaucischen" für kleine Prinzen geflügeltes Wort. Die reichsten her deutschen Mediatisierten sind die Familien Hohenzollern, Thurn und Taris und Schön­burg Die Thurn und Taris sind eine kleine italienische, nach Deutschland ausgewanderte Adelsfam-lie die erst 1512 den Reichsadel er­hielt u. die die erste wirkliche Post zwischen Wien und Brüsi-l einrichteten Später wurde die Fa­milie in den Reichsfürstenstand erhoben und mit dem Po st r e ga l für ganz Deutsch­land belehnt. Dieses Monopol hat der Fami­lie große Reichtümer gebrockt, die von ihr klu­gerweise immer wieder in Wald- und Landbe­sitz angelegt wurden. Dazu kamen die großen Entschädigungen, als die einzelnen Bundesstaa- *en eigene Post errichteten und gezwungen wa­ren, das Tarisscke Postmonopol abzulösen, der jetzige Ehef des Hauses, Fürst Albert von Thurn und Tar-.s der noch heute einen Majo­ratsbesitz von fünfunddreißig Ouadratmeilen mit mehreren Millionen Mark jährlichen Ein­künften hat. ist zur Zeit Der

reichste Mann Bayerns.

und lebtn Regensburg im Stile einer regie­renden Königs Er ist umgeben von einem großen Hofstaat, hat die große Mittelloge im Stadttheater, dem er beträchtliche jährliche Subventionen gibt, und reist, wenn er auf seine Jaadfchlösser oder im Winter an die Riviera ährt, im Ertrazng mit einem Gefolge von zwanzig Personen. Die Fürsten von Thurn und Taris haben in den letzten Jahr­zehnten nur große Heiraten gemacht und da­durch enge Beziehungen zu regierenden Fürsten­häusern geknüpft So war die Mutter des Für- Iten Albert eine Herzogin von Bavern, Schwe­ster dec verstorbenen Kaiserin Elisabeth von Oesterreich und der Königin von Neapel, seine Gattin ist eine österreichische Erzherzogin, seine einzige Tochter aber hat den Prinzen Friedrich Ehristian von Sachsen Tia genannt, geheiratet, der beute Kronprinz von Sackfen wäre. Auch der junge Fürst von Hohenzollern, der in Schloß

©aucMrn.

Wie heute die Standesherren leben.

Der 3cnitum§t>orft6eit5« Herr een Gusrarh drohte kürzlich mit einem Volksentscheid, falls D:e Vorlage der Reichsregicrnng über die Auf­wertung der Reute« der deutschen Standeshcr- re« und einiger anderer Berechtigten die er­forderliche Zweidrittelmehrheit im Reichstag nicht finden tollte. Man sollte aber schließlich nicht mit Kanonen nach Spatzen schieben nnd sür immerhin kleinere Objekte Millionen ver­pulvern. Unter Mitarbeiter liefert zu dieser Streitfrage die folg, »iedlicken Illustrationen: So wichtig sind schließlich die den Freiherren von Breideiistein geschuldeten Brauthühner, die beute noch geliefert werden, wenn ein Mitglied dieses Geschlechts heiratet, nicht, ebensowenig wie die den Freiherren Schenck von Schweins­berg zirstehenden Judenabgaben Bedeutsamer sind schon die großen Hoheitsrcnten, die die ehemals regierenden Häuser von Hessen, Hol­stein und Hohenzollern für ihren Thronverzicht erhalten Sie betragen zusammen andert­halb Millionen Mark jährlich und stnd von Preußen zu zahlen. Wer interessiert sich überhaupt unter den dreiundsechzig Millionen Deutschen für die vielen Prinzen der kleinen, ehemals regierenden oder standesherrlichen Fürstenhäuser. Es gibt nur die Männer sind gezählt 70 Stolbergs, 49 Hohenlohes, 48 Solms. 35 Croys. 29 Lippes, 28 Thurn und Taris, 27 Schönburgs, 25 Lobkowitze, 24 Sayns, 22 Windischgrätze, 20 Salms und 19 Reuß. Früher nannte man die Rachgeborenen all die­ser kleinen Fürstenfamilien Prineillons. Aber eine reizende Anekdote führte zur Vertauschung dieses französischen Diminutivs von Prinz