Kasseler Neueste Nachrichten
Kasseler Abendzeitung
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Hessische Abendzeitung
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Nummer 33. Amtliches Organ der Stadt Raffel Mittwoch, 8. Februar 1928. Amtliches Organ der Stadt Raffel 18. Jahrgang
Paris zieht wieder eine Dollar-Niete.
Wir schaffen es.
Nur die Besten kommen im Leben durch.
Von Dr. Engen Roth.
Jahr für Jahr strömen Menschen inS Leben, werden Menschen aus dem Leben weggespüli, im gleichen Wellenschlag der Zeit, nur von Krieg, Seuchen, Aufruhr von Zeit zu Zett bis zum Weißen Gischt aufgewühlt. Jahr um Jahr werden Menschen geboren, kommen Kinder in die Schule, in die Lehre, junge Menschen in die Mittel- und Hochschule, In die Stätten der Arbeit, in den Kampf ums Dasein. Jahr um Jahr scheiden Menschen aus, wenig« in der Volltrast des Lebens, viele alt und zerbrochen vom Tagwerk, sie sterben in den Siehlen oder retten sich noch in ein paar Greisenjahre deS Friedens.
Vor dem Kind in der Wiege, und wäre es das ärmste, liegt noch die ganze Zukunft mit den größten Möglichkeiten ausgebreitet. Und die Kleinen wachsen hinein in die Zukunft, in die Hoffnung, und doch, die Welt wird ihnen enger mit jedem Jahr, ihr Weg bestimmter, stet- ler. Wenigen lächelt das Glück, die meisten verfallen dem Alltag. Sie dürfen das Ungewöhnliche nicht mehr erwarten; ste kommen in die Schule, sie lernen ihr bischen Einmaleins, ihr Lesen und Schreiben. Dann kommt die Entscheidung. Und die Mehrzahl der Eltern steht bald vor der bangen Sorge: Was soll mein Sohn, was soll meine Tochter werden? Es sind Tausende in jeder Stadt, Hunderttausende in jedem Land, eine Million vielleicht und mehr in ganz Deutschland, us me das Schicksal diese harte Frage tot, im Frühjahr, wenn die Schulen sich auftun und ihre Schützlinge ins Leben senden Roch in der Schule sein heißt, vor dem Leben noch geborgen sein Das wollen die Kinder so wenig glauben wie später der Student, der sich so sehnt sein Examen zu machen und der dann steht, daß ihm sein Dr. Phil, oder sein Dr. Ing. Titel gar nichts nützt, daß er jetzt den Kampf mit dem Leben aufnehmen muß und niemand mehr sich um ihn kümmert, sobald sek« Lebensschisf vom Stapel gelassen worden ish im freien Meer des Daseins schwimmen soll.
»Warnung vor dem kaufmännischen Beruf, Warnung vor dem Handwerk, Warnung vor dem Studium! Alles überfüllt, wir können niemanden mehr brauchen, wir haben ohnedies nicht Platz für unsere Tüchtigsten!' so tönt von überall hei der Ruf. Wohin soll man sich wen- den? Die kleinen Handwerksmeister können keinen Lehrling aufnchmen, cs gibt ja nicht viel zu lehren, a'S zu warten, dis bessere Zeiten kommen Man hat kein Material übrig, das man so einen Knirps verschustern oder vcrhäm- mern lassen könnte wie früher. Und in den Geschäften braucht man keinen Stift, es stehen ohnedies schon zu viel Angestellte herum. Es gibt keine Pakete zu machen und keine Gänge zu besorgen. Und die Tausendeoon Mädchen» die als Putzmacherinnen, als Schreibkräfte, als Filmschauspielerinnen, als weiß Gelt was Unterkommen möchten! Ein Achselzucken, ein mitleidiges Lächeln begegnet ihrem Jugend- eifer, als wollte die Welt sagen: »Auf Dich haben wir gerade gewartet!' Seit Jahren schon hat man mit Besorgnis die Abwanderung vom Handwerk zum ungelernten Arbeiter verfolgt. Nun scheint es gar, als sollte dieser Schritt in die Tiefe nicht der letzte sein, als sollte überall dieses Aeußerste noch drohen: Ter Weg der Jugend in die Z uku n ft s l o st g- feit, ins Dunkel. Die Frage ist ernst, darüber soll sich jeder klar sein. Es geht um mehr als die paar tausend Arbeitsstellen oder nicht, es geht um die Entwicklung des ganzen Volkes. Und doch, zur Verzweiflung ist noch kein Grund. Die Krise, durch die wir gehen, erscheint uns groß, weil wir ihr nahe stehen Aber die rollende Wucht der Welt wird auch hier Auswege schaffen Mag sein, daß ste schwer von Schicksal sind, aber Vorstöße in die Zukunft werden sie gleichwohl sein. Der Starrkrampf muß sich lösen und die Stockung der Wirtschaft mutz einmal ein Ende nehmen.
Allerdings, noch für lange Jahre hinaus wird das Leben ein harter Kampf um8 Brot sein, und, von den Glücklichen abgeseh-n. denen es der Her im Schlafe gibt oder die auf Umwegen alles erreichen, werden es nur die Besten und Tüchtigsten sein, die fick durchsetzen. Man kann Hinsehen wo man will Die wirklich Brauchbaren sind verhältnismäßig rasch ausgesiebt. So kann man denn den Kindern. die jetzt in die Lehrjahre treten, aber auch ben Eltern, die die Verantwortung tragen, nui eine» ins Gewissen rufen: Daß sie sich, auch wenn die Rot bringt, hüten sollen vor der Ber- jührung des schnellen Geldverdienens, daß ste
Untere Dollarmilliarde gesichert.
Rückgabe von 80 Prozent und 420 Millionen Goldmark. — Aber nicht» für die Fürsten.
Washington, 7. Februar. (Durch Funkspr.), Der SenatsauSschutz schloß gestern die Freigabe- AuSsprache ab. Ungeändert blieben die Bestimmungen über die Rückgabe von a ch t z i g P r o - zent deS deutschen Eigentums sowie die Begrenzung der deutschen Entschädigung für deutsche Schiffe, Patente und Funkanlagen auf hundert Millionen Dollar. Die Begleichung der Ansprüche der amerikanischen Regierung in Höhe von etwa sechzig Millionen Dollar wurde bis zur vollen B-frie- digung der deutschen und amerikanischen Pri- vatgläubiger zurückgestellt. Ausdrücklich wurde bestimmt, daß deutsche im Jahre 1917 souverän gewesene Fürsten und deren Frauen und Kinder, die an deutschen SchiffahrtSlinien beteiligt waren, von einer Entschädigung ausgeschlossen werden sollen. Aufgenommen wurde ferner die Anregung deS Senats, mit bei deutschen Regierung über eine nachträgli- che Zulassung verspätet — also nach April 1923 — angemclbeter Ansprüche zu verhandeln. Als neuer Schlußtermin wurde der L Juli 1928 vorgeschlagen.
Auszahlung schon am 1. Oktober?
Rotterdam, 7. Februar. (Eigene Drahtmeldung.) Aus Washington verlautet: Das beschlagnahmte deutsche Vermögen wird innerhalb sech- Monaten zur Auszahlung kommen. Nach einem Appell des Staatssekretärs Kellogg erfolgte die einstimmige Annahme der Freigabe- Bill im Ausschuß. DaS Plenum deS Senats entscheidet am 22. Februar. Optimisten behaupten, daß die deutschen Guthaben bis 1. Oktober diese» Jahre» zur Auszahlung kommen.
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Amerika speist Brian- ab.
Die Klauseln sind wichtiger al» der Vertrag.
Paris, 7. Februar.
Der gestern unterzeichnete und damit erneuerte alte französisch-amerikanische Schtedsge- richtSvertrag will in der Präambel endgültig auf den Krieg als Instrument der nationalen Politik verzichten. Die vier Artikel sehen u. a.
vor, daß alle Streitigkeiten durch eine Ausgleichskommission geregelt werden, die auS zwei ameriknnifchen und zwei französischen Delegierten sowie einem Vertreter einer dritten Macht besteht. Sämtliche Streitigkeiten juristischer Art werden dem internationalen Gerichtshof im Haag ober einem anderen Gerichtshof unterbreitet, vorbehaltlich der Billi- gung durch den amerikanischen Senat. Don dem Schiedsgerichtsversahren sind ausgenommen Streitigkeiten, die sich auS der inneren Gesew gebnng ergeben, die dritte Mächte betreffen oder im Zusammenhang mit der Monroe-Doktrin unb den Völkerbundartikel stehen.
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Nichts halbes, nichts ganzes.
Marianne tief enttäuscht.
Paris, 7. Februar.
Ein Blatt legt der Freundschaftspräambel des Schiedsvertrages mit Amerika besondere Wichtigkeit bei, was ein anderes Blatt bestreitet, indem es schreibt: Der Vertrag schafft nitfin das Mittel, auf friedlichem Wege alle Konflikte zu lösen, nicht einmal in den Grenzen der Vor- behalte; tatsächlich ist für die juristischen Konflikte das obligatorische Schiedsgerichtsversahren, aber für die politischen Konflikte lediglich vas Ausgleichsverfahren, das nur fa- kultiven Charakter hat. WaS würde eintre- ten, wenn dieses Verfahren scheitern sollte? Da» bleibt klar zu stellen. Ein weiteres Blatt äußert sich: Man dürfe von Amerika nicht zuviel verlangen. In demselben Augenblick, in dem Kellogg den Sckiedsgerichtsvertrag sanktionieren lasse, schlage er vor, die U-Bootwasse aufzugeben, was keine andere Wirkung haben könne, als die Sicherung der Vorherrschaft der amerikanischen Flotte. Ein letztes Blatt meint: Ter hochmütige unb eifersüchtige Doktrinarismus der Amerikaner nimmt nickt ab, auch nicht uns gegenüber, im Gegenteil, man schreit gegen unfern kaum defensiven Zolltarif. Bei all dem müssen wir uns aber immer wieder an die Forderung erinnern, die Amerika hinsichtlich der Schuldenregelung stellt.
Ein schlechter Kamevalsspaß.
Presse und Welt mit einer
Paris, 7. Februar. Wie sich herauSstellt, ist die Alarm-Meldung über den AuSbruch der Revolution in Portugal daS Werk eines üblen Spaßvogels. Die Radio-Agentur gibt als Verbreiter folgende Auskunft: Ein Unbekannter, der sich als Botschafisrat der portugiesischen Gesandtschaft vorpellte, gab die Mitteilung mit
Revolution... betrogen.
der Bitte, sie unverzüglich an die Pari- fer Presse und die Provinz weiterzugeben. Inzwischen hatte der Unbekannte auch seinerseits einige Pariser Blatter telephonisch angerufen, sodaß die Mitteilung von dem neuen Umsturz in Portugal in Pari» gleich die größte Verbreitung fand. Die Polizei fahndet nach dem Uebeltäter.
Das läßt man sich gefallen.
Ein anonymer Krösus scheu« John Bull zehn Millionen Goldmark.
London, 7. Februar. Der englische Schatz-IPfund Sterling erhallen für die Bildung ei- kanzler hat von einem anonymen Spen- nes Fond« zur Herabsetzung der nattona- der die Summe von einer halbenMillion'len Schuld.
Noch drei Reparations-Motten
Es gibt sogar eine Dawesfirma. — Zwei find flüchtig.
Pari», 7. Februar.
Der im Zusammenhang mit den Sachschwindeleien gestern verhaftete Levi ist Teilhaber einer Firma, die sich als „Dawesplangesellschaft" (!) bezeichnet- Er soll die Preise und Mengen von eingeführten Schweinen. Pferden und Hümmel
zu hoch angegeben haben. Der Kaufmann Gold schmidt, gegen den ein Haftbefehl erlassen wurde, ist Direktor der wiederholt genannten Filiale der deutschen Para-Jmport und Exporlgesell- schäft. Gefahndet wird auch auf den flüchtigen G o n t b e r g.
ausharren sollen in der Lehre, bi» ste etwa» können. Dann haben ste einen Vorsprung, ver ste bald wieder die aufgewendete Zeit ein- holen läßt. Auch muß das alte Wort wieder wahr werden: Lernjahre stnd keine Herrenjahre Es gilt nicht nur Handfertigkeit sich anzueignen oder Rechnen und Schreiben, sondern die Tugenden zu festigen, die heute jedem Arbeitgeber willkommen sind: B e s ch e i d e n h e i t, SPar- amkeit, Verlässigkeit. So wie beim Wettlauf aber haben neben der Behendigkeit bet beste Start entscheidet, muß auch der Lernenvc darauf achten, feine Fähigkeiten an der rechten Stelle und zur rechten Zett einzusetzen. Er
muß streben, dorthin zu kommen, wo man ihn brauchen kann, er muß Bessere» leisten, damit man ihn brauchen kann und unter vielen Bewerbern auswählt. Bereit sein ist alle». Was darSber ist, liegt nicht in unserer Hand Wann sich die allgemeine Lage bessert unb auch den jungen Menschen neue Möglichkeiten des Erwerbs unb bei Fortkommen» bietet, kann niemand sagen. Daß ei bald geschieht, hofft jeder. Aber wer am meisten kann, wer mit dem Bewußtsein, ich werde e» schaffen, sich tn die brausende Flut des Lebenskampfes wirft, ben wird diese Flut auch tragen, einer besseren Zukunft entgegen.
Flieger heraus!
Wir dürfen unseren Vorsprung nicht verlieren.
nnb Meer.
Mebr Sicherheit »der Laad D-Znakutsch«» der Lüste. — Berk zwei stauben, nach Madrid in ss bet „Hiivf-Berkehr" wirb nicht ..... Esten als Yracht-Stützvnnkt. — Bis »u Pastagtore. — Das Ausland rückt
Unser Flugverkehr wird sich in diesem Jahre erheblich verbessern. Vor allem ist Vorsorge für eine neue Steigerung der Sicherheit von Flugzeugführern und Reisenden getroffen. Jedes deutsche Flugzeug wird jetzt mit einer Apparatur eingerlchtet, bte dem Flieger ohne die geringsten Schwierigkeiten und ohne Ablenkung von seinen Pilotenaufgaben in jedem Augenblick und bei jedem Wetter eine ständige Verbindung mit irgend einer E r d st a t i o n ermöglicht. Auch bei noch so ungünstigem und unsichtigem Wetter kann er sein Eintreffen über einem vielleicht im Nebel liegenden Flugplatz auf Bruchteile von Sekunden genau angeben nnb sich für eine sichere Sanbuna mit der Flugplatzleitung in jedem Augenblick auf dem Laufenden halten. In ähnlicher Weise ist auch die Sicherheit der Seeflieger und der ihnen antiertrauten Reisenden gewährleistet. Sie können jetzt beispielsweise beim Fluge über die Nordsee nach London in jedem Augenblick zwei Landstationen anrufen u dadurch ebenfalls mit Sicherheit den jeweiligen Standpunkt in der Lust ermitteln. Es kann also nicht mehr geschehen, daß sie von irgendwelchen Luftströmungen abgetrieben und später zu weiten Umwegen über unbekanntes Gebiet gezwungen werden. Neben diesen Ver- kehrStierbefferungen soll
der „Hüpf-Verkehr"
im ganzen Flugnetz noch erweitert wieder aufgenommen werden. Darunter versteht man die kurzen Flugwege von einer großen Stadt zur nächsten größeren Rachbarstadt. Zeit und Weg zwischen solchen Städten sind bei uns in Deutschland so für), daß das Flugzeug sozusagen nur ru »hi'vfen' braucht, und schon ist es da. Dieser Hüpfverkehr gleicht dem Personen- zugverkehr bei der Eisenbahn. Er soll im Jahre 1928 nun überboten werden durch den
„D-Zug-Verkehr der Lüste".
Der genaue D-Zug-Plan steht noch nicht fest. Soviel ist aber sicher, daß er für die wichtigsten Flugstrecken unter starker Verkürzung der Flug- zetten burckgesührt werben wird. Beispielsweise wird die D-Flugstrecke Berlin-Frankfurt in zwei Stunden geflogen werden. Der durch- gehende, der D-Flugvcrkehr wird ferner ben Weg Berlin-Wien In vier Stunden, Berlin-Ko- penhagen in dreieinhalb, Berlin-Königsberg auf viereinhalb, Berlin-Zürich auf fünf Stunden verkürzen. Alle diese Strecken sollen also ohne Zwischenlandung in einem Zuge überflogen werden. Daneben besteht aber der Per- sonen-Flugtierkehr, der Hüpfverkehr mit Zwi- fchenlandungen in der alten Form weiter. Man wird also fortan morgens und mittag« Fluggelegenhelten finden. Darüber hinaus wird aber auch der Nachtverkehr noch an Ausdehnung gewinnen Nachtflugzeuge werden verkehren zwischen Berlin und Königsberg, Berlin-Hannover (London, ParlSi, Berlin-Leipzig. Berlin-München und Berlln-BreS- lau-Gleiwitz Zum ersten mal wird auch
der Sonntagsluftverkehr
auf den Strecken Berlin-Paris und Berlin- Wien aufgenommen werden. Auf den am stärksten mit Frachten besetzten Strecken sollen sodann besondere Fracht-Flugzeuge fliegen. Zunächst kommen dafür Berlin-London und Berlin-Part» in Betracht, gleichzeitig soll aber vor allem Essen ein Stützpunkt werden. Zwischen Essen und Amsterdam insbesondere wird ein Frachtpendelverkehr eingerichtet. Ferner wird das Flugnetz von
Berlin über Genf nach Madrid ausgedehnt. Der Weg zwischen der deutschen und der spanischen Hauptstadt wird In siebzehn Flugstunden überwunden werden. Auf dem Wege von Moskau nach Madrid wird man nur zweimal zu übernachten brauchen Für diese Linien sind neue Junker» G 31-Flugzeuae bestellt. ES sind daS die größten Verkehrstypen iftit drei Motoren und einer Gesamtleistung von 1350 PS„ die
bl» zu 18 Personen befördern
können. WaS In Deutschland wegen dem völligen Zurücktreten des Kriegsflugzeuges zum Nutzen unserer Wirtschaft bereits erreicht worden ist, wird in anderen Ländern jetzt erst nachgemacht. Die DereinigtenStaaten wollen jede Stadt von 10000 Einwohnern aufwärts an ein erst noch zu gründendes Verkehrsflugnetz