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Meier Neueste Nachrichten

Hessische Abendzeitung

Kasseler Abendzeitung

aus!«

Freitag, 3. Februar 1928.

Nummer 29. Amtliche- Organ der Stadt Staffel

Amtliche« Organ der Stadt Raffel 18. Ia'.raong

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Ehambttlain rührt feinen Finger.

Dle brüchige Front.

Nach nuten und innen nnterhShlt.

Die unliebsamen außenpolitischen Zwischen­fälle im Reichstag haben unsere moralische Stop- kraft für die Rhein-Offensive nicht gerade ge­fördert. Die Rede bei deutschnatioimlen Spre­cher- von Freytagh-Lortnghoven ist jedem Deutschen aus innerpolittschen Erwägun­gen heraus sicherlich verständlich. Sie war ater außenpolitisch tn vielen Punkten kein Meister­stück. Dies haben ihm nicht nur die Redner der Oppositionsparteien, sondern auch die Sprecher des Zentrums und der Volkspartei nachdrücklich lbestärigt. War auch die Erklärung seines Par- teifreundes von L i n d e i ne r - W i l d a u geetg- net, ihr die Spitze abzubrechen, so blieb doch außenpolitisch mehr als ein bitterer Nachge­schmack übrig. Wer daran Zweifel hegt, mag sich nur vergegenwärtigen, daß sich der getreue Ekkard Stresemann dadurch veranlaßt sah, ein zweites Mal das Wort zu ergreifen. Der Kurs unserer deutschen Außenpolitik liegt seit Jahren fest. Mag man sich zuhause auch aus innerpoliti- scken Gründen sich um Worte streiten, wer siaatspolitisch zu denken vermag, kann keinen Augenblick darüber im Zweifel sein, daß Stresemann als ReichSaußenmintster wäh­rend seiner ganzen Tätigkeit g e r a d l t n t a die politische Linie fortsetze, die vom Dr. Wirth und Dr. Rathenau begonnen wurde, wenn ihm auch das Konzept von der Poincarkklique und der starrköpfigen Generalsliga gründlich verrissen wurde. In der ganzen Welt herrscht darüber Einigkeit.

Nach dem Abschluß dei LoearnovertrageS waren sich von den Völkischen bis zu den Kom­munisten alle Gruppen und Fraktionen darüber einig, daß jetzt nicht nur eine große Geste, sow her« eine politische Tat erfolgen müßte. ES folgte über weder eine Tat noch auch nur eine Geste, die imponieren konnte. Der »Geist von Looarno' wirkte sich unter dem Druck der Welt- Meinung dahin auS, daß ganze zehntausend PoiluS und Tommis sich vom süßen Rheintdyll trennen mußten. Leider muß man sich schon jetzt gestehen, daß auch die letzten Offensiven Strese- manns unS den FretheitSzielen kaum einen Schritt näher gebrach habe. Frankreich steht vor Neuwahlen, steht mitten im Wahlkampf. In ihm ist bis jetzt die Räumungsfrage weniger er- örtert worden. Sie ist nämlich sowohl für die französische Linke als auch für die Rechte ein heißes Gtsen. Di« alten Kartellparteien büten sich, mit der Räumungsparole alle ch a u - v i n t st i s ch e n Instinkte der Nation herauszu­beschwören, sodaß die Rechtsparteien leichie Ar- bett hätten, am Wahltag über sie zu triumphie- rett Trotzdem sind wir gespannt, ob die Rau- mungSdebatte von den französischen Parteien im Wahlkampf aufgegriffen wird und sich in Wahlparolen verwandelt. Wieder einmal hat Frankreich das Wort. Deshalb schaut auch die ganze politische Oeffentlichkeit ungedul­dig nach Parts, um von dort zu hören, was der N o b e l p r e i s t r S g e r B r i a n d auf die Wünsche.seiner Berliner Kollegen zu sagen hat. Denn auch Englands absoluter RäumungS- wille ist selbst von PotncarSS tauben Ohren nicht mehr zu überhören, wenn sich der schlaue ThemsekrSmer auch hinter den breiten französi­schen GeneralSrücken verschanzt, denen eS offen die Sabotterung der deutschen Verständigungs­politik vorwirst.

Run ist ja nach außen hin der jüngste Re- gierungskonflikt (diesmal leider auch in der Außenpolitik) .gütlich betgeleat.' Es wäre aber ein Irrtum zu glauben, daß solche tiefgehenden Meinungsverschiedenheiten durch ein rasch in Szene gesetztes Theater der Beilegung vor der großen Oeffentlichkeit aufgerämnt werden könn­ten und würden. Man schafft Gegensätze nicht aus der Welt, indem man sich demonstrativ die Hände schüttelt und auf die Zu- sckauer Erklärungen loiläßt, in denen ei heißt: ES ist alles wieder gut. Daß durch solche Manö­ver tatsächlich die Wurzeln bei Hebet» gar nicht berührt werden, ist ja dadurch bewiesen, daß immer wieder Zwis-bensälle auftreten und beseitigt werden müssen. Nicht, daß st« beigelegt werden, sei das Entscheidende, nein, daß sie im­mer wieder Auftreten und immer wieder aufs Neue zeigen, daß hier etwai .faul im Staa e Dänemark" ist. Im Zentrum ha« gerade die Koalition mit den Deutschnationalen gewisse Teile der Parier verstimmt ES ist. wie man weiß, sogar zu einer offenen Auflehnung .bet- aelegt' aber wie, das zeigt eben der letzte Vorstoß eines ZentrumSrednerS gegen die

England räumt schon morgen.

...wenn Poinearä feine Jrrstnnspoliiik aufgibt.

London, S. Februar. Zwei Blättern zufolge gibt ei feine wirklichen Einwendungen gegen die von Stresemann geforderte Räumung. Sie glauben nicht, daß die britische öffentliche Mei­nung versuchen würde, die Form internationaler Knechtschaft durch di, Besatzung zu rechtfertigen Tatsächlich sei dle Fortdauer der Besetzung eine Beleidigung für den gesunden Men­sche n verstand und das Gerechtigkeitsgefühl, ferner eine Beleidigung dei deutschen Volkes und eine dauernde Gefahr für den Frieden. Es kann kaum bezweifelt werden, daß die britische Regie­rung ihre Truppen

bereit- morgen Freuden zurückziehen würde. Frankreich wird trotz aller Beteuerun­gen niemals den friedlichen Geist in der deut­schen Ration hervorbringen, wenn ste eine starke militärische Streitmacht nicht nur an der Grenze, sondern aus dessen Eigentum biS zum jüng­sten Tag ansiedelt, «ehnlich äußert sich rin diplomatischer Korrespondent: Paris habe beim Locarnopakt Großbritannien nicht zu »erstehen gegeben, daß es die Bestimmungen des Pakte» als unzulänglich betrachte.

Dor dem «Segenstotz Volncars-Drlond»,

Pari», 2. Februar. (Eigene Drahtmekdung.) Bei der Finanzdebatte Wird Ministerprästdenr Poincart heute in der Kammer das Wort er, greifen. Ob Brtand heute schon Stresemann antworten wird, ist noch unbestimmt.

* * * wieder halb versöhnt.

Rach Clrcfemann» Strauß mit den Deutsch- nationalen.

Berlin, 2. Februar. Ein konservative» Blatt bemerkt zur gestrigen Stresemannrede (S. 2. S.): Er glaubt noch immer an die Möglichkeit, aus dem Wege von Locarno zur Verständigung zu kommen und da scheiden sich die Geister. Wir unterschreiben voll und ganz die Feststel- lungen von Freytaghs, daß wir mit Locarno in eine Sackgasse geraten sind und neue Wege gehen müssen. Ein anderes RechtSblatt urteilt dagegen: Er bagatellisierte doch zugleich die Dif­ferenzen und hob verschiedentlich das Ge­meinsame hervor. Ein drittes Blatt unter- streicht die kompakte Mehrheit gegen das Miß­trauensvotum, der man demnach trotz aller Vorgänge einen gemeinsamen Wil- len unterstellen muß, etwas Positives: Die Billigung der Grundlinien unserer Außen- Politik. Aehnlich betont ein Volksparteiblatt die weitreichende Ueberetnstimmung über die außen- politischen Ziele. Der Beifall der Mehrheit dürfte auch den Herren in Paris deutlich ma- chen, so urteilt ein Zentrumsorgan, daß wir eS mit unserer Friedenspolitik ernsthaft meinen. Run aber hat Frankreich da» Wort. Ein De- mokratenvlatt meint, der wachsende Verständt-

gungSwille der Mehrheit dürfe durch parla- mentartsche Entgleisungen, wie die bei Herrn Freytagh verdunkelt werden Der .Vorwärts' rühmt StresemannS Ansicht, daß wir Verständt- gungspolitik treiben, nicht um die Räumung zu erreichen, sondern daß wir umgekehrt die Räu- mung fotbent um der Verständigung willen. Dar hätte auch ein Sozialdemokrat nicht be sser sagen können

* * *

Lin lauer Runde.

Chamberlain will e» mit keiner Seite verderben.

Rotterdam, 2. Februar.

Der Courant meldet auS London: Die Hal­tung de» englischen Kabinett» im deutsch-franzö- stschen Räumungsstreit ist die alte, abwartende Chamberlain ließ auf Anfrage antworte«, daß England» Stellungnahme nut von den Verträ­gen abhänge, bte geschlossen wären. Ein Blatt schließt au» dieser Antwort, daß Chamberlain weder für noch wider die deutschen Räumungs­wünsche eintreten wolle, wenigsten» aktiv nicht.

* * *

Die Räumung als Geschäft.

Wir sollen bett Rhein loskausen.

. London, 2. Februar.

Sin Blatt ist von der Loearnobilanz Strese­mannS befriedigt. Leider könne England wenig tun, um den deutsch-sranzöstschen Verständt- gungSprozetz zu fördern oder zu behindern. Frankreich möchte da» Tauschobjekt nicht pretS- geben, wenn Deutschland nicht etwa» wirklich Wertvolle» dafür bietet. Herr Stresemann ist offenbar bereit, etwa» zu gewähre«, um einen Tausch zustande zu bringen. Biel interessanter al» die Bereitschaft, einer Rheinlandkontrolle bi» 1935 zuzustimmen, ist die Anregung, daß die Frage der Räumung mit einer allgemeinen LSsnngder verbleibenden wirtschaftlichen und finanziellen Verpflichtungen ver­bunden werden könnte, was der ganzen Erörte­rung eine neue Wendung geben könnte.

* * *

Niemals werden wir frei.

Wenn e» nach ben Pariser Chauvinisten ginge.

Pari», 2. Februar.

In den chauvinistischen Blättern wächst der Widerstand gegen eine Räumung. So meint ein Blatt: Die Bestimmung, daß die Räumung im Jahre 1935 beendet sein müsse, habe nicht» Endgültiges en sich. (!) DaS Damokles­schwert der Besetzung werde auch nach 1935 erst dann verschwinde«, wenn Deutschland die letz- te Mark der Reparationen bezahlt hab-" werde. Die Rheinlande könnten auch nach 35 immer wieder besetzt werden (!), wen« Deutschland die Dawesverpslichtun- gen nicht einhalten werde.

Sie tippen auf.. VoM.

vlrsenspekuianie« im Ministerium. Das Geschäft ist ihnen wichtiger.

Loiwon, 2. Februar.

Premierminister Baldwin geht z. Zt. gegen die verfehlten Valuta-Spekulationen des Staatssekretärs Gregory und mehrerer anderer Beamten vor. Dabei soll eine Dame Miß Dine ihr ganze» Vermögen eingebüßt habe« und

ihrer Bank noch 40000 Pfund schulden. Eine Untersuchungs-Kommission wurde einge­setzt. E« fei, wie die Blätter hervorheben, nicht zulässig, daß Staatsbeamte Ihre politischen Kenntnisse zn Spekulationen in fremder Wäh­rung benützten, ba sonst die Sauberkeit der englische« Politik darunter leiden würde.

Drutschnattonalen: die linksgerichteten Zen- trumSteile lassen sich nicht dte PartetdiSziplin ausoktroyieren. Unter diesen Leuten sind maß- Sebende Führer, man denke an v. Guerard r» geht nun einmal nicht an, diese inneren poli­tischen Schwierigkeiten wegzuleugnen und so zu mn, als ob sie nicht da wären. Sie brechen |a doch immer wieder bei Gelegenheit durch. DaS Zentrum hat durch sein Zusanunensttzen mit den Deutschnationalen in der RetchSregierung sich selbst Keime des Unfriedens ins eigene Hau» getragen.

Und das Zentrum wird sich beim nächsten mal die Sache etwas gründlicher überleaen Diese Fragestellung und di« Aussicht, daß das Zentrum vielleicht mit der Sozialdemokra­

tie zusammengchen werde, gehören heute schon zu ziemlich realen Gedankengängen, die durchaus auf Tatsachen fußen Die jetzige RegierungS- koalition strebt längst innerlich auseinander, das ist so und erweist sich immer wieder von Fall zu Fall- ES knistert im Gebälk weiter . .

Fraglich wird e», wie lange überhaupt diese Re­gierung noch zusammenbleiben kann wenn fett- während auS den verschiedensten Lagern Angriffe gegen sie. bezw. eine RegirrungSvartei erfolgen Die Nervosität vor den Wahlen hat wie man immer erkennen muß. einen betrSch'li^ bohen Grad angenommen. Man kann diese Si- mation verstehen, aber ob man ste gutheißen kann, ist denn do» zweifelhaft. Und die Opposi­tion reibt sich die Hände,,,

Sin gutes Zeichen.

Sinkend« Berbrecherzifser«. Wenn e» so bleibt

Bus einem Querschnitt bnrch die freilich stark nachhinkenbe StatiftU ergibt sich, hab bte Senknngstenben, in Der Kriminalität glückli­cherweise mit nnverminverter Kraft ennolt nnb daß 1987 mit einer sehr erheblichen weiteren Senkung der KrtwinaltiätSzikier aufwartet.

Eine starke Steigerung der Verurteilungen ist nur bei Betrug sestzuitcllen, wo Pie Ziffer 1926 von 44000 auf 53 000 Verurteilungen bin- ausschnellte. Bedenklich stimmt auch di« Zu­nahme der Sachbeschädigungen und der Kör­perverletzungen, wobei die Hebung bet fahr­lässigen Körperverletzurm klarzulegen scheint, daß zum Schutz gegen VerkrhtSunsälle noch sehr viel mehr getan werden muß al« «bisher. Aus- fallend stark ist dagegen die Senkung der Belei­digungen. Noch viel kräftiger vermindert sich aber die Kriminalität in Diebstahl und Heh- lerei. Im letzten Erhebungsjahre ereigneten sich nur noch 95 OOQ Verurteiltngen wegen Dieb­stahls, dem häufigsten Verbrechen überhaupt, gegen 112000 im Vorjahre. Preußen verbesserte sich in Bezug auf die Kriminalität um 0.9 Pro­zent und eine noch stärkere Verbrechensabnahme nämlich um 4,1 Prozent ist für Berlin zu be­obachten. Noch günstiger steht Hamburg da, mit einer Kriminalitätssenkung um 2,9 Pro­zent; Braunschweig verbessert sich um 7,1, Meck­lenburg um 8,1 und Anhalt sogar um 94 Pro­zent. Eine starke Steigerung ort Verurteilun­gen haben dagegen Thüringen mit 1,2, Sachsen mit, ,

Hessen mit 9,9 Prozent usw. aufzuweisen. Von den Ausländern ma­chen uns ine Polen mit 42 Prozent am meiste» zu schaffen. Ihnen zunächst stechen die 3929 Der- urteilten Tschechen. Diese beiden Lolksstämm« zusammen bestreiten säst Dreiviertel aller Aus- länderbestrasungen. In sehr «vettern Abstande folgen bann Oester reicher, Russen, Niederländer, Franzosen, Italiener usw. ES ergibt stch, daß die Ausländer an bet Verschlechterung der deutschen KriminalitSlsziffet

fast zehnfach stärker beteiligt sind al» die Deutschen selbst. Dir Kriminalität der Jugendlichen hat stch weiter gesenkt, wenn auch nicht in besonders starkem Grade. Bet den Bestrafungen ergab sich eine Verminderung aller schweren ©trafen; unter anderem fielen die Todesurteile von 95 aus 89 (alle wegen voll­endeten Mordes), die lebenslänglichen Zucht­hausstrafen von 16 auf 10, die begrenzten Zuchthausstrafen von 8.200 auf 7.100, die Ge­fängnisstrafen von 194.000 auf 191.000. Bel der Reichswehr hat der fchonffrüher beobachtete starke Abfall der Verurteiltenziffer

auch im letzten Jahre angehalten; Gefängnis­strafen kamen in 373 gegen früher 462 Fällen vor, Arreststrafen wurden 466 gegen früher 635 verhängt Man ist also zu dem Schluß berech­tigt, daß bei einigermaßen normalen ©tri- schaftSverlaus eine Fortsetzung des AbsallS der Krimtnalitätsztffer, die stch ja jetzt schon unter oem FriedenSniveau bewegt, eintreten wird, ff,

Erregte Feme-Szenen.

Scharfe» Geplänkel im Ausschuß Zeugen gegen Abgeordnete. Ueberraschendcr Abschluß.

Sm KkmeauSschuß sollte» sich eeftern völkische Abgeordnete auf eigenen Wunsch üstentttch »u ben Beschulbigunaen äußern, bte Srlitte-- ber, her Mörder de« Mulser-DammerS, aesen ste erhoben batte und die auch bavauf hinaus« kiesen, daß bte Völkischen feinen Plan eines Attentats auf Levertng gebilligt batte». Da­bei kam e« tu erregten ©jenen.

Berlin, 2. Februar.

Abgeordneter Kube, der schon früher feine Vernehmun vor dem Landtagsaukschutz über- Haupt abgelehnt hatte, gab durch ein Schreiben kund, man könne ihm nicht zumuten, «wegen dieser Termin-' einer Sitzung deS Reichstages fernzubleiben. AlS OberstleuMant a. D. A h l e - mann von Oberleutnant a. D. Schulz als einem Mann« sprach, dem der Staat die höchsten Ehren gewähren müßte, rief Abg. Suttner (Soz.): .Unerhört!' Das veranlaßt« Ahlemann zu dem Gegenruf: .Sie felbst (zu Kuttner) sind seinerzeit deS Mordes oeztchttgt worden und wagen eS, Schulz deS Mordes zu beschuldigen, der für fein Vaterland mit seinem Leben einge­treten ist.' Kuttner verwahrt« stch erregt gegen diese Vorhaltungen und erklärte: .Ich hatte an­genommen, wir haben hier einen anständigen Mann zu vernehmen und nicht einen unver­schämten Lümmel'. A h l e m a n n:Sie sind selbst ein unverschämter Lümmel'. Der Vor­sitzende forderte während die Erregung immer größer wurde und stch auch schon den Zuhörern mtttetlk, Ahlemann entschieden auf,

sofort de« Saal zu verkoffen. Ahlemann: .Das habe ich ja nut gewollt! Goft