8. Februar 1928.
Staffele» 9tenefte «achrichte»
kerndeutschen Lande mit seiner liebenswürdigen,
Bauern gern gesehen. Wenn die Wiesen durch-
Bremen starb. MarschliedeS:
«Vangeli!
ten will, um mit ihm zu arbeiten, nach getaner1 Zwei hellfarbige Reger aus dem Tondoland
Die gestrandet« „Grosvenor'.
ü.ti
frohsinnigen und sangeslustigen Bevölkerung, vie die Neueinwandernden nicht als Fremdlinge, {andern als wertvollen Zuwachs betrachtet, mrchweg Wohl und kommen
Trostlose Zustände.
Die mecklenburgischen Schnitterpärchen.
den Frauen d«S „Grosvenor' abstammen konnten, sondern wahrscheinlich durch einen früheren
wirtschaftlich gut vorwärts.
Die Reichsdeutschen werden auch wegen ihrer fortschrittlicheren und intensiveren Wirtschaftsweise, namentlich gegenüber den flowentschen
Bestellschein
für bie Les« »er »afft!« Neuesten Rackrichte»
An die Expedition »Durch alle Wett»,
Derlin-Ltböneberq 6
Der Untergang der „GroSvenor'. — Furchtbare Schicksale der vchrisfbrstchige«. — Sine seltsame Entdeckung eine- Forscher».
Wer möchte nicht erfahren wie di« wett« Seit mit kJ ben Wundern der Natur audfieht und wie die Menschen daraus leben. Aber zum Reisen gehört Zeit dnd Geld. Soll darum der Wunsch, die fremden Län- •er und Völker kennen zu lernen, für wett« Kreise tat immer unerfüllbar bleiben?--Nein! Reisende
slnd Künstler sind deshalb hinauSgeaangen. tt«f in Et entlegensten Länder hinein, um un» in Wort und VUd »ob de» *a berichten, wa» schön und sehenswert
dieser hellfarbigen Afrikaner find nach Pederson viel feiner und regelmäßiger al» di« ihrer chwarzen Nachbarn. Bei einigen ist die Haut- avbe so blaß, daß st« leicht für Araber oder SüdeuropSer gehalten werden können. Auch ollen sie viel ruhiger sein als die Schwarzen.
Durch wiederholte Einheiraten haben ste den nahezu Weißen Stomtn erhalten. So ist denn mit größter Gewißheit anzunehmen, daß dieser Stamm hellfarbiger Afrikaner dem Schiffbruch der „Großvenor' sei» Dasein verdankt.
Dr. B. Constantin.
Schiffbruch hierher verschlagen worden waren. Nach langer Wanderung stieß die Expedition auf die Hambonas, ein von den Koffern sehr verschiedenes Volk von gelblicher Hautfarbe und langem, ungekrauseltem Haar, in einem anderen Dorje sollten Abkömmlinge von Schiffbrüchigen wohnen, von denen selbst noch drei alte Frauen lebten und einem Häuptling gehörten. Es gelang den Holländern auch, ein« der alten Frauen zu Gesicht zu bekommen, die erftärte, ste und die beiden anderen wären Schwestern. Allein da ste den Schiffbruch schon als kleine Kinder mitgemacht hatten, wußten ste nicht, von welcher Nation ste abstammten. Die Expedition ließ sich nun an di« Stell« führ«», wo der „Grosvenor' Schiffbruch gelitten hatte, doch fanden ste nicht» als eiserne Ballastteile und Blei. E» ließ sich deutlich feststell«», daß man in bei Nähe Feuer angezündet hatte und aus einem Abhang befand sich noch ein Loch, wo man anscheinend etwas versteckt und wieder auSgegraben hatte. Die Eingeborenen der Umgegend versprachen, bei einem neuen Unglück etwaig« Schiffbrüchig« zu beschützen, wenn ste lüt ihre Mühe Glasperle». Kupfer und Eisen erhalten würden» was ihnen auch versprochen wurde.
Der Zufall wollte «S, daß 1795 ein amerikanisches Schiff nahe der Stelle unterging, wo der „Grosvenor' Schiffbruch erlitten hatte. Die Besatzung war jedoch bester bewaffnet, und man forschte nun unter den Eingeborenen wieder nach den Ueberlebenden des „Grosvenor'. An geblich waren die Leute getötet worden. Einer der Häuptlinge hatte zwei Weiße Frauen für seinen Kraal verlangt, und obwohl unbewaffnet widersetzten sich nattirlich die Schiffbrüchigen diesem Verlangen, worauf sie sämtlich nieder- gemacht worden seien. Zum Unglück standen die Wilden zur Zeit des Schiffbruchs des „Gros- benor* mit den Ansiedlern aus de»i KrieaSftij,
Obwohl eS zwar nie gelang, etwas Bestimmtes über den Verbleib der Schiffbrüchigen des „Grosvenor' festzustellen, beschäftigten sich die Seefahrer und Forscher hn ganzen neunzehnten Jahrhundert noch weiter mit diesem Problem. Fetzt erst, nach 145 Jahren, scheinen sich die Schleier jener Tragödie endlich zu lichten. Vor einiger Zeit gelang «8 dem dänischen Forscher E. Redsted Pederson, bei seinen Wanderungen im Pondoland in Südostafrika eine Anzahl chwermütig dreinblickender Neger von Heller Hautfarbe zu entdecken, die im Hinterlande, etwa 150 Meilen von der Küste, ihr Leben fristen. In den Hütten dieses Stammes nun will Pederson Gegenstände gefunden haben, die unzweifelhaft
habe« einen verwahrlosten kasernenmäßigen Charakter, stnd nur mit dem aüerbefcheidenften Mobiliar auSgestattet, alle- gut genug als Un- terturrfttort für die .Zugvögel". Jaehn beschreibt, wie diese jungen Menschenkinder, die sich heutt zum großen Teil auS Arbeitslosen re- krutieren, die Arbeit um jeden Prei» juchen. Sie ziehen ftohgermtt heran, um in ihrer neuen Arbeit die gesunkenen Kräfte de» Körpers und die vom Leben der Rot und Entbehrung zermürbten, hn Verfall begriffenen Fähigkeiten der Seele wteder hochbringen zu können. .Wie wandelt stch ihre Freude in Schrecken, wenn st« an ihr« Unterkunftsstättrn gewiesen werden, die ihnen auf ein halbe» Jähr oder länger Heim-
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Sine Weltreisesiir alleLeser der Kasseler Neuesten Nachrichten.
Das Alter warnt.
I Gegen die Vermännlichung der Frau.
Marianne Hämisch die Ehrenprästdentin des Bunde- österreichischer Frauenvereinigungen die 87jährige Mutter des österreichischen Bun- deSprästdenten, schreibt uns zu der zunehmenden Vermännlichung der Frau: Met» Leben lang habe ich sur Fortschritt und Frauenfrei- hett gekämpft. Man wird mich darum keine, kulturell-reaktionären Tendenzen bezichtigen, wenn ich meine, daß die Emanzipation der Frau auch ihre natürliche Grenze haben muß Auf dem Gebiete der Bildung liegt diese Grenze ganz gewiß nicht ES ist ntcht wahr, daß das Studium die spezifisch weiblichen Eigenschaften Irgendwie verkümmern läßt.
Bet un« in Wien ist e» nun genau dreißig yohre her, daß die Frauen zum Hochschulstudium zugelassen wurden. ES war ein schwerer Kampf, den unsere Generation damals zu kämpfen hatte, ehe wir die weibliche Akademikerin durchgesetzt hatten. Und «8 gehörte zu den! glücklichsten Augenblicken meines Lebens, als der Wiener akademisch« Senat mir in Erinne-
Unabhängig voneinander erheben sowohl dersl ------------- --------, ...
evangelische WohlfahrtSbirektor Jaehn wie auch rere Frauen auS bekannten englischen Familien der katholische Universitätsprosessor Dr. Franz Keller fast zur gleichen Zeit schärfste Anklagen gegen gewisse Arbeitsverhältniffe im Land« Sic* lenburg.S<bwerin. di« in der Forderung gipfeln, daß wirtschaftliche Betriebe, die derarttge un-
Allein die Liebe zu ihren inzwischen gebotenen Kinder» war stärker alS die Liebe zur Zivilisation, und zudem hielt die Scham vor de» Weißen die Frauen zurück.
Im Jahre 1790 schickten bie Holländer ein« Streife au». Man fand zwar die gesuchten Frauen nicht, wohl aber einen rätselhaften Stamm von Weißen, die allerdings ntcht von
Humoristische Ecke.
Der Gefrierpunkt.
In der Schul« wird das Thermometer behandelt. Zum Schluß müssen die Mädchen darüber einen Aufsatz schreiben. Darin ist folgende» zu lesen: „Wenn eS gefriert, zieht sich das Quecksilber auf einen Ort zurück, den man gewöhnlich mit Null bezeichnet/
Woher stammen die Worte Somnambulismus und Hypnose?
S? der römischen Mythologie wurde der fgott SomnuS genannt, daraus entstand da» Wort Somnambulismus; im alten Griechenland hieß derselbe Gott HhpnoS, daher der Name Hypnose.
Wer ist der Komponist deS bekannten Tkink- sprucheS: „Ein Prosit der Gemütlichkeit'?
Komponist deS Trinkspruches: „Ein Prosit der Gemütlrchkett!' ist Georg «unoth, der im Alter von 64 Jahren am 5. Oktober 1927 in Bremen starb. Er ist auch der Schöpfer be» MarschliedeS: „Wir halten fest und freu zu- sammen' und vieler anderer inS Volk gedrungener Weisen.
Kapitän Kircheiß hat eine zweijährige Weltreise vollendet, die er in einem einfachen „Kutter' unternahm. WaS ist daS für ein Schiff? .. Ein. Kutter ist ein einmastig getakelter schnelles, seetüchtiges Segelboot. Viel gebraucht zum Fischfang (Fischkutter), als Lotsenschiff nnb als drittgrößte Boote an der Seite von Kriegsschiffen. Jetzt vielfach auch mit Motor- bettleb. Da» Schiff deS Kapitän Kircheiß ist ein ruherer Fischkutter von 21 Meter Länge und 6 Meter Breite. Die Segelfläche beträgt 220 Quadratmeter. Der 1925 eingebaute Rohöl- wotor erzeugt 50 Pferdekräfte. Außer Kircheiß waren auf der tollkühnen Reise nur noch ein Steuermann, 2 Matrosen und 1 Koch an Bord.
! Arbeit für ihn zu sorge», feine Kleider tn Stand zu setzen, mit ihm also zusammen zu leben. Und zwar so fest, daß, wen» etwa das Mädchen krank wird und den Dienst nicht mehr versehen kann, auch der Bursche die Stelle aufgeben muß.
Das zweite aber ist die Unterbringung dieser Arbeitspärchen, .Schnitterpärchen' genannt. Sie müssen gewöhnlich größere Schlafräum« mit mehreren anderen Pärchen gemeinsam benützen. Eine Trennung der Geschlechter durch Scheide- (inhc r>?r Bektsckirme ist oft nicht einmal angedeutet. In den kleineren Räumen müssen einfach zwei Pärchen auf zwei notdürftigen Lager- fiätttn Unterkunft finden. Die UnterkunftSräume
rung an diese Kämpfe, die nun drei Jahrzehnte Die wiederholten SchiffSkatastrophen der befänden sich tot Dschungel. Sie hätten gerettet zurückliegen, die Ehrenmedaille der Universität I letzten Wochen lassen die Erinnerungen an einen werden können, da sicv die Weißen inzwischen kürzlich verlieh. Ich glaube, die zahlreiche der eigenartigsten Schiffbrüche aller Zeiten wie- Ansehen bei de» Schwarzen verschafft hatten. Generation deutscher Wademikekinnen. die in der aufleben, dessen Tragik sich jetzt erst in sei- Allein die Siebe zu ihren inzwischen gebotenen
Generation deutscher Mademikerinnen. die in der aufleben, dessen Tragik sich jetzt erst in fei- beiden deutschen Staaten mittlerweitt herange- nem vollen Ausmaß enthüllt hat: der Unter- wachsen ist, hat e» verstanden, ihr Frauentum gang des .Grosvenor'. Diese» brittsche Schiff tn wunderbarster Weife zu entfalten Da» Stu- strandete vor 145 Jahren an der Küste Ostasri- dlum bet ^Pandekten und der Lexika hat der ka». Am 18. Juni 1782 wat e» von Indien ab- rtJn’ 6eean0tR> und »war mit einer wertvollen “,1 ffvermag fab In» natlo- h^vung von Edelmetall und orientalischen Wa- To»mfi rtu. Unter den Fahrgästen befanden sich Regie- , $K b 5J?C tL®*iUf2" ’ rungsbeamte, Armeeoffiziere und reiche Kauf.
l<utc> von denen einige Frau und Kinder bei ^af bi»aUfhthIirrt<-? Rrnn Ti/tnnn I hatten. Di« Zahl der Frauen soll Über fünf, früher verächtlich den .Blaustrumpf' nannte, Di« meiften^hörrm den
den hohen wirtschaftlichen, kulturellen und sitt- ^en -n mt, so die des britischen lieben Aufgaben unsere» Geschlechte» ketoe». ^^S. Das Schlff durchquerte ^n In- weas enfremdet wurde bischen Ozean ohne Zwischenfall. Am Kap bet
Die Entwicklung bet* allerjüngsten Shimmy- guten Hoffnung a^r geriet es in einen wüten- Kultur beweist freilich gerade das Gegenteil, den.©turnt, fo M « feinen Kur» ändern Hier muß, wie ich glaube, mit aller Deutlich-1 mußte. Schließltch wurde es an die Dfttirfte keit die Grenze zwischen Emanzipation und Afrcka» getrieben und zerschellte an den Felsen. Uebertttlbung der Selbstständigkeit gezogen Fahrgaste und Besatzung konnten sich zwar werden. Richt, al» ob ich die Qualitäten der rette«, doch harrte ihrer zu Lande ein nicht »rau und Mutter tn Zweifel ziehen wollt» Weniger unheimliches Schicksal. Sie befanden und zu auch tanzen geht, wie e» seit je.«sich in einer Gegend, die von Wilden bevölkert her ihr Recht war. In der Konzentration auf war, und hatten weder Nahrung noch Wasser, den Shimmy allein scheint mir aber nicht baSlDi« Eingeborenen raubten fast alle ihre Habe Wesentliche an bet Frau von heute zu liegen. I und rissen manchen sogar die Kleider vom Leibe. Am allerwenigsten darf man sich hinter unsere Kaum waren bie Schiffbrüchigen an Land, so guten alten Kampfsparolen stecken, darf von! entführten bie Wilden zehn der schönsten Gleichberechtigung und Selbstständigkeit detlFrauen und verschleppten sie in ihre Hütten. Frau sprechen, wenn mna ihr da» Recht er-lAm dritten Tage gelang es den weißen Män- kämpfen will, allein Tanzlokale zu besuchen und nein allerdings, die Wilden in die Flucht zu ihren Eintänzer zu wählen Bolle Freizügig- schlagen NachtS lagerten bie Frauen in einem keit in allen Ehren — aber mit der Freiheit, Kreise, umgeben von Sen Männern. ES war hie wir meinen, haben diese Tendenzen schon «in« Harle Prüfung für diese im Luxus ausge- tzarnicht» mehr zu tun. M. Hainisch. wachsenen und verwöhnten Geschöpfe. Rach . , 7------. eingehender Beratung wurde beschlossen, daß
j Gehen wir nach Kärnten! die Männer sich in zwei Gruppen teilen sollten.
Di« eine erhielt den Auftrag, an der Küste ent- JJÜt Auswanderer besser alS Nebers««. lang nach Süden vorzudringen und von der Presseberichte äußern sich neuerdings sehr ersten weißen Ansiedlung Hilfe zu erbitten, wäh- fiünftig über die klimatischen und wlrtschaftll- r«nd die andere mit Frauen und Kindern ins Ben Verhältnisse im schönen Kärnten und geben Innere wandern sollte, um Nahrung und Was- m alS SiedlungSland für auSwanderungSlu- ftr zu suchen. Von der Gruppe, die die Küste Big« Deutsche den unbedingten Vorzug vor hinunterwanderte, überstanden nur vier die An- überseeischen Gebieten. Tatsache ist ferner, daß strengungen bc» Marsche», die zahlreichen Schar- Kärnten stch im Jahre 1927 eine» erhöhten Zu- miitzel mit den Wilden und die Folgen deS tzugs seitens Reichsdeutscher, die dort Land zu schlechten TrinkwasserS. Sie nährten stch haupt- verhältnismäßig günstigen Preisen ge- sächlich von dem Fleisch von Walfischen, die an kauft ober gepachtet haben, zu erfreuen gehabt der Küste gestrandet waren. Einer nach dem hat. Nach Aussage eines dieser Neusiedler füh- andern starb und wurde von Hyänen zerrissen len sich diese reichsdeutschen Siedler tn dem Erst 117 Tage, nachdem die Gruppe den Schau- " ~‘Ä r"1 «-«—=<—•!-«-< 'platz des Schiffbruche» verlassen, tauchten die
vier abgezehrten Ueberlebenden auf einer holländischen Ansiedlung — dort wo heute Port Elisa- bech steht — auf. E» wurden nun eiligst Soldaten in daS Gebiet geschickt, wo man bie zweite Grupp« vermutete. Allein diese Grupp« hatte sich inzwischen wieder in zwei Telle gespalten. Rach dreimonatigem Suchen sanden die Soldaten die Ueberlebenden der kleineren Grupp«, „ . , in her sich jedoch keine Frauen und Kinder mehr
schnittlich jährlich vier Schnitte ergeben und der befanden. Die anderen waren im Dschungel Acker zum großen Teil eine zweimalige Ernte ebenso spurlo» verschwunden, al» Wären sie mit gestattet, so spricht dies schon an sich für die dem Schiff« untergegangen, lieber ihr Schick- Güte deS Klima». Die Absatzverhältnifle stnd fal hat der dunkle Erdteil beharrlich ge- auch wegen des Fremdenverkehr» gut. Kleinere schwiegen.
und größere Besitze, die zu kaufen oder zu Pach-I Einige Jahre nach dem Schiffbruch kam ein ten stnd, stehen in genügender Zahl auch zur gewisser Oberst Gordon in di« gleiche Gegend. Bestchfigung zur Verfügung. Nähere Einzelhei- Eingeboren« erzählte» ihm von einer Weißen ten können bei der „Vereinigung für deutsche Frau, bie mit einem eingeborenen Häuptling Siedlung und Wanderung', Berlin W 30, Mar- zusammen lebte — einer Frau, di« man häufig 1 tin-Lutherstratze 97, 2. erfragt werden. über einem schwarzen Säugling meinen sah. Der
Offizier Netz ihr mitteilen, er würde sie retten, 1 wenn ste e» wünschte, doch erhielt er keine Am- ■ wort und konnte ihren genauen Aufenthalt nie ■ erfahren. Wieder einige Jahre später berichte- - ten holländische Beamte, sie hätten gehört, meh- 1
18. Jahrgang. -KtM. 1
i ftätte sein sollen und auch nicht da» bescheidenste i Merkmal eine» Heims aufweisen, auf da» jeder • Arbeitsmensch als Vorbedingung der Wohlfahrt ■ deS Leibes wie der Seele berechtigten Anspruch > erheben darf. Und welche Seelennot der jun. . gen anständigen Menschen, infolge bei geradezu erzwungenen Paarung!
„Im letzten Frührahr', so schreibt Jaehn, । „kam ein junger Mann voller Verzweiflung zu un». Er hatte stch aus eine Annonce, durch welche Landarbeiter gesucht wurden, bei der Stellenvermittlung zum Antritt gemeldet. E» wurde ihm auch sofortige Beschäftigung zugesagt, wofern er mit einer ArbeftSgesährtin eine rüden könnte. „Ich habe doch niemand,' so erklärte er mit Tränen im Auge, „und kann mir doch nicht ein wildfremde» Mädchen von der Stratze auslesen, um ste mit mir In die Arbeit zu nehmen, dazu bin ich doch noch zu gut.' A» einem andern Tag kommt ein ebenso verzweifelte», nett und ordentlich aussehende» Mädchen in unsere BahnhofSmisston, bittet um Hilfe, da sie, entfetzt über die Zumutung de» Zusammen- hausenz mit einem fremden Manne, vor Antritt der Landarbeit sofort wieder auSgerückt ist. „Schwester, ich soll dort mit einem wildftemden Manne zusammenschlafen, da» kann ich nicht, ich bin doch keine Dirne Schwester, Helsen Sie mir.' DaS find nur einige Ausschnitte au» der Schilderung JaehnS, der durchaus nicht etwa au» agitatorischen Gründen, sondern nur zur Entschuldigung seiner Fürsorgeschützling« auf die herrschenden Zustände hinweist.
Heilsame Strahlen.
Die «uh in ultravioletter Beleuchtung.
Je mehr man bk Bedeutung der Vitamine für bie Ernährung erkennt, desto eifriger Ist man bestrebt, diese wichtigen Stosse Den Nahrungsmitteln zu sichern. Run weiß man aber bisher über bie Entstehung und den chemischen Aufbau der Vitamine noch wenig. Wahrscheinlich ist nur die Pflanze unter dem Einfluß be8 Sonnenlichte» in der Lage, diese Stosse zu bilden; vielleicht entnimmt sie sie sogar dem Ackerboden, in dem sie unter dem Einfluß der Bakterien entstehen. Da die grünen Pflanzen die wlchtlgsten Vitaminelieferanten sind, so ist die Frage für bie Landwirtschaft von großer Bedeutung, denn man wünscht natürlich, durch Verfütterung vitaminereicher Stoffe die Produkte de» Nutzviehs und besonder» de» Milch- vieb» zu verbessern.
Di« Tatsache, baß durch Bestrahlung mit der Quarzaueckstlberlampe das gegen die „englische Krankheit' so wirksame Vitamin D erzeugt werden kann, muhte zu der Prüfung der Frage führen, ob künstliche» ultraviolettes Licht bett D-Vifamlngehalt der Milch beeinflußt. Datz bie Fütterung der Milchtiere dafür wichtig ist, ergab sich au» der Tatsache, daß bet der Verfütterung von ftlschem grünem Gra» ein Ansteigen der heilsamen Wirkung erzielt wurde Noch günstiger waren die Erfolge, wenn die Kuh auf die Weide ging, also der Sonnenbestrahlung ausgesetzt war. Man hat bann weiter versucht, die Kühe mit Quecksilberlampen zu bestrahlen und längere Zelt unter ultraviolette» Licht zu bringen. Dabei konnte fest- gestellt werden, daß die Misch einer ultraviolett .beleuchteten Kuh im Rattenversuch stark antirachitisch wirkte, also besonder» hohe gesundheitliche Werte enthielt, während die Milch einer im Stall gehaltenen und nicht bestrahlten Kuh unwirksam war.
Als man aber nun die Milch direkt bestrahlte zerstörte man damit zwei andere lebenswichtige Ergänzungsstoffe, nämlich die Viatime A und C. Es kommt also für die Anreicherung der Milch mit dem D-Vltamin nur bie Bestrahlung der Milchtiere tn Betracht; diese aber wird für die künftige Milcherzeugung von außerordenl- llchem Nutzen fein.
Frage un- Antwort.
Eine kleine Prüfung für unsere Leser.
Ift. Die roerben mtt un« ernt Satt» »n Lan». von Ort mein« Orientier»«« über Sünder, Stabte, SeBirge, ä»Crt reifen. Wir verso rechen unteren Lesern semih- Seen, mt besucht werben. 68 erhalten daher alle reiche «stunden uns wollen ihnen «in freunblicher am- Abonnenten tn Lieferungen einen «roßen merksamer Führer sein. Trete jeher mit uns getrost * , _
'»*'!! Handatlas aratis
unb Gebräuche der verschiedenen Menschenraffen ohne
Reiseheschwerden, teure Ausrüstungen unb Reisegelder sobald Ste den angefüaten vesselllchein «rSaefüllt kennen. — Sä einer Sette gebärt aber auch «tue all«, «nb einxfanta haben. ®u» 6te Kerle
sittliche Zustände zu ihrem Gedeihen notwendig hätten, vom Erdboden verschwinden müßten, da sie ein Schandfleck deutscher Erde seien.
Neben ganz unzureichenden Lohnverhättnis- fen wird folgendes von den beiden Herren berichtet: „Die jungen Leute, die etwa alS Schnitter Arbeit suchen, erhalten auf der landwirtschaftlichen Stellenvermittlung, wofern sie allein ohne ein Mädchen kommen, die Auskunft, daß die Arbeiter nur „paschwelse', wie der technische Ausdruck lautet, eingestellt würden. Ein junger Mann also, der arbeitslos und arbeitswillig ist, muß stch erst nach einer weiblichen Person Umsehen, di« mit ihm ins Arbeitsverhältnis eintre-