Meier Neueste Nachrichten
Rasseler Neueste Nachrichten
Mr. 28.
Achtzehnter Jahrgang.
1. Beilage.
Donnerstag, 2 Februar 1928.
mittels, mit leeren Händen vor Modeste stehen, vor Dahlström.
Eine bettelarme Frau war sie dann geworden^
Und somit mehr denn je den Brutalitäten Duponts ausgesetzt.
.Nein, nein!" ries sie Plötzlich laut und hastig. um die unerträgliche Vorstellung von üch obzusckntteln, .wir muffen sie suchen, hörst du, Modeste? Die Diamanten müssen sich finden. Wir fragen hier bei allen Ketaer Firmen an, die Geldschränke besitzen."
Nüchtern erwiderte Modeste: »Und der Besitzer wird, da man keine sicheren Unterlagen für die Nachfrage geben kann, die Aussicht außergewöhnlichen Glückszufalls spüren und — ausnutzen " „ _
Unter weitern erfolglosem Suchen und Stobern war es wieder Mitternacht geworden. DaS Schlafbedürfnis überwältigte die Schwestern Aber der neue Tag gebar die alte Oual..
Die beiden unternahmen ErkundigungSqänge. Vergeblich. Ueberall begegneten sie einer an- scheinend ehrlichen und gänzlich verständnislosen Verwunderung; es war auch niemand imstande, Ratschläge über eine Wegrichtung -n geben. Am Ende aller Forschungen, aller Hoffnungen stand ein Fragezeichen, eine große Verneinung . - .
Nach Rückkehr auS der Stadt fanden ste zu ihrem Erstaunen Henri Dupont bei einem üppi- gen Mittagessen unten auf der ebenerdigen Veranda sitzen. Fröhlich-unbefangen winkt- er rhnen schon von weitem mit flatternder Sennen- zu, besann sich dann und legte daS Gesicht tn Falten gekünstelter Trauer.
Sein Hirn arbeitete. Unerwartet hatte er hier ein Sterbehaus betreten. Der unprogrammmäßig früh verstummte Mund Percy Gordons konnte nichts mehr verraten über das inhaltsreiche Geldschrankfach in Sogbekulu. Aber — hatte .r gesprochen —? .. _ „
Die nächsten Augenblicke wurden Aufschluß geben. Strömte ihm jetzt eine eisige Atmosparc entgegen, waren Worte und Blicke fortan Pfeile, in kälteste Feindschaft getränkt, so würde er . .
Ach was, er würde einfach alles ableugnen. Es seien Fieberphanrasien gewesen. Unange-
Frau bückte, um das Gras zwischen den Kartoffelstauden auszujäten, versetzte der Bursche der Ahnungslosen von hinten drei Schläge mit dem Hammer auf den Kops. Sie fiel bewußtlos nieder. Dann zerriß er ihr die Bluse und nahm daS Geldsäckchen, worin sich 4200 Kronen befanden, an sich. Stepan wurde zu acht Jahren Kerker und Hala zum Tode verurteilt.
Aus aller Welt.
Em gerechtes Urteil.
Das Oberste Gericht in Brünn (Mähren, bestätigte das Todesurteil gegen den 37jähriaen Arbeiter Hala, der einen 15jährigen Knaben zur Ermordung seiner Mutier angestiftet hatte. Am 27. Juni 1927 wurde die Landarbeiterin Zeman von dem 15jährigen Joses Stepan erschlagen. Nach anfänglichem Leugnen legte der Knabe ein Geständnis ab. Hala, der mit der Schwester des Knaben ein Verhältnis unterhielt, hatte ihn überredet, daß er die Zeman ermorde und ihr das Geld, das sie in einem Säckchen am Halse mit sich trug, zu rauben. Hala zeigte dem Knaben auf dem Felde genau, wie er sich zu benehmen habe, um die Mutter mit einen Hacke oder mit einem Hammer zu erschlagen, und was er dann zu tun habe. Da SSala ihm drohte, er werde ihn und seine Familie erschießen, falls er die Tat nickt verüben würde schritt Stepan zur Tat. Als sich die alte
Das indische Pulver.
Der Selbstmord als HandelSobjrkt.
.Sind Sie lebensmüde? Wollen Sie etn schnell und schmerzlos wirkendes Mittel haben" Das ist die neueste Form des freien Handelin Lokalen auf dem Montmartre von Pari-. Höher, beziehungsweise tiefer, geht e- nicht mehr. Hier wurde der Selbstmord zum Han« delsobjÄt gemacht. Und die Selbstmord-Epidemie, die in gewissen Kreisen der Lebewelt grassiert. gab die günstige Konjunktur für dresen neuen Erwerb ab. Aber den Händlern wurde das Handwerk gelegt» ehe es zu einem Verkauf gekommen war. Sie hatten zu hohe Preise gefordert. Ein Gastwirt hörte zufällig ihr« Zwte« spräche mit einem Interessenten und verständigte die Polizei.
Es waren zwei junge Burschen, die man festnahm. Neunzehn und einundzwanzig Jahre alt. Sie legten ein Geständnis ab. DaS Gift, ein Weißes Pulver, gehörte ihrer Pflegemutter Sie hatte es in einer wertvollen Dose verschlossen von einem Onkel geerbt, der als Weltreisender viel herumgekommen war und da» Gift aus Indien mitgebracht hatte. Seine Nichte verwahrte das gefährliche Pulver in einem Schrank und war so unvorstchtig, ihren Pflegekindern davon zu erzählen. Die beiden Burschen erbrachen den Schrank, stahlen da- Pulver und gingen auf den eigenartigen Erwerb aus.
Die richtig« Quittung für ihr Verhallen wäre eine Tracht Prügel gewesen. Aber die Prügelstrafe ist längst abgeschafft. Di« Pflegemutter erklärte sich für nicht geschädigt, und die sauberen Jungen mußten freigelassen werden. Nachträglich erfuhr die Grausamkeit deS Falles allerdings eine Abschwächung. Bei der che- mischen Untersuchung stellte es sich heraus, daß das geheimnisvolle indische Pulver unverfälschtes — Borax war. Aber das hatten die famosen Händler ja nicht gewußt. Und so bleibt die Angelegenheit eines der markantesten „Symptome unserer Zeit."
ben, daß daS Paket am 16. Januar mittags aufgegeben worden war. Die klein« Leiche war in Watte gehüllt und eine Stralsunder Zeitung vom 23. Dezember und Teile einer Berliner Illustrierten vom 18. Dezember gewickelt. Als Wsender war ein Werner Dietrich, Strafiund, als Empfänger W. Racholdi, Frankfurt am Main angegeben, beides offenbar fingierte Be- ^London erhält einen „Schutzturm". Auf dem Trafalgar Square in London wurde tut ehr merkwürdiger Bau aufgeführt. Er mutet wie ein sehr hohes, rundes Schilderhaus an, wie man es auf alten Burgen findet. Eine chwere eiserne Tür und Schießscharten erhöhen noch den festungsmäßigen Eindruck. Das Bauwerk ist Wohl auch als Schutz für den Befehlshaber einer Polizeitruppe gedacht, die tm Notfälle von diesem Turm auch etwaige Operationen leiten würde. Auf dem Dach ist eine mächtige, besonders geschützte elektrische Lampe angebracht, vermutlich für Signale und Be- leuchtungszwecke, und eine Sonderleitunz verbindet den „Schutzturm" mit dem Pol-zei-
Das vertauschte Kind.
Ein Edelmann und eine verwunschene Prinzessin.
Ans NagnbSnca ht Siebenbürgen kn« die Nachricht, dai, Peter eon Tbaisz in seinem 96. Lebenmahre starb. P«ter von Thais» ist «ine der kernigsten «ad markanteste« Fignrea des »ngarilche» Lebens gewesen, »ad Mt einzelnen Begebenheiten, di« mit ihm «nd mit seiner Ehe in Verbind«»« stehe«, sind interessant »nd spannend wie ein Film.
Im Jahre 1832 erblickte Pster von Thaisz das Licht der Welt in Nagybbnya, als Sohn eines angesehenen Predigers. Als sechzehnjähriger Jüngling sehen wir ihn schon in den Reihen der magyarischen Freiheitskämpfer die ihr Schwert im Jahre 1848 gegen das emüfr lende österreichische Herrscherhaus aus der Scheide gezogen haben. AlS wackerer Bursche machte er auch in der Armee feine Karriere und wurde bald Oberleutnant. Nach dem unglücklichen Ende des Freiheitskrieges, der bekanntlich nur mit Hilfe der Russen erstickt werden konnte, mutzte auch Thaisz, wie viele andere, die Flucht ergreifen. Ms er wieder nach Ungarn zurücflchrte, beteiligte er sich am öffentlichen Leben, in welchem er ein« mehr als bedeutende Rolle spielte. Er blieb lange Zeit Junggeselle, unfb erst In den achtziger Jahren des vorigen Jahrhunderts heiratete er.
Wir müssen abschweifen: In Petersburg, im Hause des Herzogs Demidow, erwartete man im Jahre 1844 daS große Ereignis: die Ankunft des ersten Kindes und deS Namenerhalters des gefürchteten Herrn. Man rechnete aufs bestimmteste mit einem Sohne. Aber es war eine Tochter, und die Amme, die den Zorn d«s Gewalttgen befürchtete, sorgte in einem unbeachteten Augenblick dafür, daß die neugeborene Tochter mit einem Jüngling vertauscht werde . . . Mez freute sich seines Daseins im herzoglichen Palais, und außer der Amme wußte niemand, daß es eine Person gab, die bedeutend weniger Grund hatte, sich ihres Lebens zu freuen. Dies« war die kleine „verwunschene Prinzessin", die ihr Schicksal nach Budapest warf. Der Torwächter des Rokus-Spitals nahm sich des jungen Wesens an, das sich im Laufe der Jahre zu einer schönen und anziehenden Jungfrau entwickelte. Als die Pflegetochter deS alleinstehenden Torwächters hatte sie stets beide Hände voll zu tun. Wie es schon das Schicksal der meisten schönen und anziehenden Mädchen ist, stellte sich eines Tages ein Bewerber vor. Der Bewerber war selbstverständlich „standesgemäß" — ein Schneidergeselle — namens Oliver Ruprecht. Da der alte Torwächter nichts dagegen hatte, wurde die Trauung in der heiligen Rokuskapelle abgehalten. Dies geschah im Jahre 1860.
Ein Jahr später ereignete sich in Petersburg ein trauriger Fall im Hause des Herzogs Demidow. Sein vermeintlicher Sohn starb. Der Väter war untröstlich. Die Amme griff wieder ein. Kniefällig, die Hände ringend, beichtete sic ihre Sünde und teilte dem, vor Staunen und Freude, zugleich vor Aerger sprachlosen Manne mit: er habe eine Tochter, sein wahrhaftiges Kind, in Ungarn, weil „sein" Sohn nur ein Tauschkind war. Der Herzog machte sich sofort aus den langen Weg und tagte durch die russischen Tundren, durch dar Kotmeer Galizien .überschritt die felsigen Karpathen und traf in kürzester Frist in Budapest ein. Aus Grund der durch die Amme angegebenen Daten. begann er sofort, feine Tochter zu suchen. Seine Bemühungen waren in einigen Tagen erfolgreich: er konnte seine vor Staunen erstarrte Tochter umarmen. Er wollte eine sofortige Scheidung von dem Schneidergefellcn anbabuen, aber seine Tochter wollte davon nichts hören. „Als er mich heiratete, hatte ich keinen roten Heller in der Tasche; ich habe keine Ursache, ihn jetzt zu verlassen!"
Gerade in der Zeit, als Herzog Deuudow in Budapest weilte, hatte Ungarn wieder unruhige Tage. Die Rationalrenaissance Ungarns be
geisterte das ganze Land des temperamentvollen Volkes: Männer und Frauen trugen auf der Straß« nur di« prachtvoll« Nationaltracht, und nur di« Fremden, beinahe durchwegs die seinerzeit so verhatzten Oesterreicher, trugen die hohen Zylinder und die weiten Bratenröcke. Herzog Demidow war auch ähnlich bekleidet. Anläßlich des Begräbnisses des Grasen von Te- leky sand auch eine Demonstration gegen Oesterreich statt, und bei dieser Gelegenheit wurde Herzog Demidow auf der Straße belästigt. Er war in der Begleitung feiner Tochter, die zufolge der Ereignisse beinahe in Ohnmacht fiel — als Pöter von Thaisz auf dem Schauplatz erschien. Nach kurzem Wortwechsel zwischen dem Herzog und von Thaisz nahm letzterer den vornehmen Fremden in feine Obhut und begleitete die noch immer ergriffene Frau mit dem hutlosen Vater heim. Zwischen den beiden jungen Menschenkindern entflammte eine Liebe, die aber immer ehrlich und vornehm blieb.
Der Herzog kaufte für seine Tochter und seinen Schwiegersohn ein schönes Palais im vornehmsten Bezirk der Stadt, versorgte die beiden mit reichlicher Apanage, die dann ruhig ihr schönes Leben weiterlebten. Pster von Sfljatfj aber konnte das holde Antlitz der vornehmen Dame nicht vergessen. Die besten Kreis« Ungarns waren ihm zugänglich, er verkehrte in den vornehmsten Salons der Hauptstadt, nahm eifrig Teil an der politischen Neu- geftaltug Ungarns, die mit dem Ausgleich Im Fahre 1867 endete. Auch nachher beteiligte er sich in der ungarischen Innenpolitik, war ein bedeutendes Mitglied der Liberalen-Partei, lebte aber selbst stets ein spartanisches Dasein. Oliver Ruprecht, der plötzlich so reich gewordene Schneidergeselle und glückliche Gatte des „Aschenbrödels", starb im Jahre 1880. Genau ein Jahr später hielten Pster von Thaisz und di« Demidowa ihre Hockzeit. Noch eine geraume Zeit lebten di« beiden in schönster Liebe und Harmonie, bis zum Ableben der gewesenen Prinzessin. PLter von Thaisz zog sich später nach seiner Vaterstadt NagybLnya zurück, wo er jetzt, als der letzte Ueberlebende der heroischen Zeiten von 1848, starb. Transylvanus.
hauvtouartier.
* Nächtlicher Raubmord. In Donneloyr am Genfer See wurde der Händler Farne von einem unbekannten Täter, der sich in der Garage FamS verborgen hatte, nächtlich Überfällen, beraubt und durch 13 Messerstiche in Hals und Kopf ermordet. Von dem Täter fehlt noch jede Spur.
* Explosion im Gummiwerk. Im Gummiwerk Kniepert in Löbau (Sachsens explodiert« eine Streichmaschine infolge Selbstenizütchuna der sich entwickelnden Benzingase. Ein Arbeiter wurde am Kops und an beiden Armen schwer verletzt, eine Arbeiterin erlitt leichte Verletzungen. Sämtliche Fensterscheiben wurden zertrümmert, einige Türen eingedrückt und die Betondecke teilweise auSgehoben.
nehm — hm — war die Sache doch Stieß er dagegen auf völlige Hilflosigkeit — hatte er das Spiel gewonnen.
„Mein herzliches Beileid," murmelte er, sich erhebend und reicht« den Angekommenen die Hand. In heißer Spannung stierte er auf Sian» das dick verquollene Lider, spürte Modestens abwehrende Niedergeschlagenheit. Viktoria! Diese Stummheit, oiefe Demut bedeutete den Druck einer ungeheuren Bürde.
Mühsam verbarg er den Triumph, der leben- big aus ihm glühte.
„Was treibt dich eigentlich her?" fragte Modeste kühl während er sich beredt in Lobpreisungen des Hauses. deS Essens, des Meeres erging.
„Hatte Kabinen belegt. Und da dachte ich: Flitz mal hin? Wegen der Hochzeitsvorbereitun- gen unbfoto’iter."
„Die sind jetzt nicht mehr nötig."
„Der arme Percy! Im Grunde ist er zu beneiden Bi-i uns heißt jeder Atemzua Kampf." Im Getste sah er sich in Europa in einem wirren Karussellreiben buntester und kostfpieligster Freuden, sah erträumte Schlösser ragen, di« Grundsteinlegung war vollzogen. Hitzig fiel er wieder über das Essen her.
Mitten in der schleppenden Unterbaltuna stellte sich Doktor Shatterwood ein. Nach kurzer Begrüßung machte er die Mitteilung, daß gewisse organische Veränderungen mit Sicherheit Rückschlüsse auf ein vor mehreren Wochen verabfolgtes Magengift zugelassen hätten. Erst kürzlich habe man einen gleichen Fall erlebt: Ein Reger hab« einen StammeSgenoffen erwürgt, da sei ihm von der Sippe des Ermordeten nach den Rachebegrifsen der Naturvölker ein Gift beigebracht worden, das ihn — unter ähnlichen Erscheinungen wie bei Gordou — in schleichender Krankheit getöret habe.
Die Zigarre war Herrn Dupont aus dem Mund gefallen. Sorgenvoll, mit vorgestreckter Unterlipve lauschte er, die Worte des Engländers mit beständigem Kopfnicken begleitend. „Hab n Sie denn gar feine Verdachtsmomente?"
„Das möchte tck Sie fragen."
Di« drei blickten einander ratlos an. „Wir tappen völlig im Finstern," gestand Modeste.
311®le Tür hatte sich schon geschlossen. Wie entgeistert starrten sich die Schwestern an Ver- gistungserscheinungen . . ? Wer sollte ein Interesse an der Beseitigung dieses gesellschaftlich liebenswürdigen Mannes besitzen, der harmlos, gutmütig und sicher ohne Fatsch und Feinde lebte ? Lange grübelten sie, bis sie, die Fruchtlosigkeit ihres Tun erkannten. Percy Gordons Bekanntenkreis war ihnen fremd.
Europäer kamen und gingen unter Beileidsbezeugungen. In der Mittagspause endlich begannen die beiden Damen eine Haussuchung, der Diamanten wegen.
„Er hat sie nicht in der Wohnung." BlandaS Blick war ausweichend, hoch schlug ihr Herz in Angst und Entsetzen.
„Aber wo?"
„Er sagt« mir, tm Geldschrank einer Freunder." „ „
Aber wo, Blanda? Mein Gott, warum fragtest du nicht dringlicher?"
Fast tonlos entgegnete Blanda: „Er vergaß ,» unb als ich ihn zum zweitenmal fragen wollte, war seine Geisteskrankheit schon getrübt"
(Sie rissen Schubladen auf, erbrachen Schreib- uscke unb Schränke. Irgendwo mutzt« doch eine Quittung Hegen, eine Bestätigung ober berglet- chen Doch nfeht die geringste Aufzeichnung, die Anhaltspunkte ergeben konnte, fiel in ihre $513aabaft mühsam, wie schuldbeschwert tast«, ten sich Blandas Gedanken hin zu Dahlström Run war ste fesselfrei. Die Ketfe der Mttckst sprengte d-r Tod. Und dock kam keine Erloimtg über ste. Dumpf niedergedruckt in einem Ge- . webe wirrer Gefühle verstrickt, derdammerte sie die Stunden, die von furchtbaren Mogttckkeiten beschatteten: von der Erfüllung eines Gtstmor des. eines noch mehr ans Herz Sretfcnden Tode», von der Offenbarung eines ungeheuer- liehen Schicksalsstreiches, denn nach -'nem etwap gen Verlust der Diamanten wurde iiv ganz »ich
* Schwere Anschuldigungen. Bei der berliner Staatsanwaltschaft werden schwere Anschuldigungen nachgeprüft, die gegen einen Nachlatzpfleger erhoben worden sind, der früher Bürovorsteher in einem Berliner Amtsgericht war. Es handelt sich vor allem um drei Fälle, in denen der Pfleger ans den von ihm verwalteten Nachlässen große Summen, in einem Fall« zwei Millionen, unterschlagen haben soll.
* Unter Mordverdacht. Im November war auf der sächsischen StagtSstraße Göltzschtal— Mylau die Frau des Kraftwagenbesitzers Berger aus Reichenbach bewußtlos aufgefunden worden. Sie verstarb bald darauf. Frau Berger hatte damals mit ihrem Manne und einem 17jährigeu Mädchen aus Reichenbach eine Autotour unternommen. Jetzt ist gegen Berger und das Mädchen daS Untersuchungsverfahren wegen Mordverdachtes eingeleitet worden.
* Eine Falschmünzerbande vor Gericht. Vor dem Altonaer Schöffengericht wurde gegen eine siebenköpfige Falschmünzerbande verhandelt, die im Dezember v. I. als Hersteller falscher Dreimarkstücke verhaftet wurde. Der Hauptangeklagte Geier, der bereits schon einmal wegen Münzvcrbrechens zu Zuchthausstrafe verurteilt worden war, wurde zu fünf Jahren Zuchthaus und Stellung unter Polizeiaufsicht zwei weitere Angeklagte wegen Beihilfe zu je einem Jahr Gefängnis und ein vierter Angeklagter zu neun Monaten Gefängnis verurteilt. Die drei Mitangeklagten Frauen wurden mangels Beweise freigesprochen.
* Acht Arbeiter verschüttet. Ditrck einen Erdrutsch in der Nähe von Adelaide (Süd- auftralien) wurden acht Mrbetter verschüttet von denen sechs ums Leben kamen. Eine Leiche und zwei Verletzte konnten geborgen werden.
* Der Stadttäckel must ’mmer helfen. Die Stadtverordneten von Frankfurt a. M., die sich mit den Verfehlungen des Verwaltungsdirektors der Frankfurter Bühnen A G. und dem Theaterdefizit beschäfttgteu, beschlossen, das Opern- und und das Schauspielhaus in städtische Regie zu übernehmen
* Bon einem Sprengschutz zerrissen. Beim Abschießen einer Sprengladung im Stollenbau auf der Zugspitze ging ein Schuß nicht los. Trotz aller Warnungen scklug ein italienischer Arbeiter in den Gesteinschutt, sodaß die Patrone losging. Er wurde bis zur Unkenntlichkeit zerrissen.
* Furchtbarer Fund. Beim Hauptpostamt in Stralsund wurde ein Paket angehalten, dessen Absender ebenso wie der Empfänger nickt zu ermitteln waren. Das Paket enthielt die schon in Verwesung übergegangene Leiche eines neugeborenen Kindes weiblichen Geschlechtes. Tie Ermittlungen der Kriminalpolizei erga-
„Bielleicht liegt eine Unvorsichkeit vor," meinte Dupont, wie nach angestrengtem Grübeln.
Blanda blieb stumm. Betäubt und hinfällig sann sie: Ein Attentat von feiten der Eingeborenen? Kaum glaubhaft. In Europäerkreiseu begegnete man Percy stets mit freundschaftlicher Achtung Eine mit gemiffeu Gefahren verbundene Busckreise hatte er nicht unternommen. Wer mochte Interesse an feiner Beseitigung besitzen . . .? Wem war er im Wege?
Ihr Herzschlag setzt« plötzlich aus. Nein, nein, unmöglich. Allan Dahlström, wenngleich er in lassend Schmerzen liebte, war Ehrenmann, hoch erhaben über die Schleichwege einer Ser» brccherseele Auch grimmigste Eifersucht ange- sichts des nahenden Hochzeitstages ließ ihn nicht zum Mörder sinken. Er konnte hassen, doch nicht .cten. Dunk-l beschattet blieb das Rätsel dieses Sterbens Oder wie ... die Diamanten? War da ein Wegweiser?
Nach langer llcberlegung sagte sie zaudernd: „Mein Verlobter besaß . . Wertaegenstände, Vermögenswerte von mir in Aufbewahrung. Sie sind spurlos verschwunden."
Von den Zuhörern war es Dupont, der als erster den Faden weiterspann. „Ah, da hccheu wir ja Anhaltspunkte," meinte er lebhaft. Tie Bestie lauert« aus dem schmalen Spalt seiner Lider. „Dann handelt es sich also um eine Art Raubmord “ Genießerisch Wiederkäufe er das Wort.
„Sind die Wertgegenstände hier aus dem Hause verschwunden?" fragte der Engländer.
„Nein. Soweit mein Verlobter berichtete, waren sie anderweitig untergebradrt. im Geld- sckrank eines Freundes Den Namen nannte et mir nicht. Das vergrößert die Tragik des Falles und erschwert die Recherchen."
„Hm, hm. Eine recht verzwickte Sacke, in bet Tat" —
„Diesen Gauner ausfindig zu machen, muß unser aller Aufgabe sein," verkündete Dupont, schlug sich empört auf die prallen Schenkel und lobte sich selbst, daß er den Gipfel sieghaftester Frechheit erklommen. (Fortsetzung felgt.)
parteilose Tageszeitung großen Stiles Gut vaterländisch! Echt heimaureu!