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Rt. 88. 18 Jahrgang.

Donnerstag, 2. Februar 1928.

Raffelet Steeeffe «acheicht«,

strophe gefallen.

Sp.

zont erscheint!

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Ak oeuttot 2

I MIMIK Mw

hin in den verschiedensten Städten durchschla­gendsten Erfolg hatten.

4- Wer will zur Handels- und höheren Han­delsschule? Eine heurige Bekanntmachung be­trifft die Anmeldungen zum Besuche der städti­schen Handels- und höheren Handelsschule für Knaben und Mädchen.

4r Der Gärtner des Schlotzhotels. Ober- gartner Heinrich Grüger aus Wilhelmshöhe seiert heute sein SöjährigeS Dienstjubiläum bei Herrn Stecker im Schlotzhotel. Im Schloß Ho­tel selbst sind eine ganze Anzahl Angestellte, die schon 1012 Jahre tätg sind. Grüger hat sich durch seinen offenen Charakter, durch sein freundliches Wesen u. durch seine treue Pflicht erfMung die Wertschätzung seines Chefs und aller seiner Mitangestellten erworben.

4- Apothekerkammer für Hessen-Nassau. Tie bei Anwesenheit des Oberpräsidenten Tr. Schwanker abgehalrene konstituierende Ver­sammlung zur Wahl des Vorstandes der Apo­thekerkammer für die Provinz Hessen-Nassau für die Wahlperiode 1928/31 hatte folgendes Wahlergehnis: Apotheker Tillmann, Kassel. Vorsitzender, Quittmanu, Frankfurt 1. Bei­sitzer, zugleich stellvertretender Vorsitzender. Schollmeher,Marburg 2. Beisitzer. Abel. Frank­furt .3. Beisitzer, Machledt, Marburg 4. Beisit­zer, Dr. Stephan, Wiesbaden 1. stellvertreten­der Beisitzer, Haas, Sontra 2. stellvertr. Bei­sitzer, Heinzerling, Wiesbaden 3. stellvertr. Bei­sitzer, Funke. Kassel-Wilh. 4. stellvertr. Beisitzer. Bei Besprechung der Notlage der kleinen Land­apotheken gemachten Ausführungen des Ober­präsidenten und von der Kammer gefaßte Be­schlüsse lassen die Hoffnung aufkommen, daß es gelingen wird, die Notlage der Landapothekea zu bessern.

Festtage der Geschäftswelt.

Weiße Woche...Weiße Woche!

Als die Weihnachtsdekorationskunst in der Kasseler Geschäftswelt abgebaut wurde, feierte sie bei den Inventurausverkäufen ein fröhliches Aufcrstebcn und jetzt wird wieder alles über­trumpft durch das. was alle Hausfrauen in in­neren Aufruhr versetzt, die Weiße Woche!

Ja. es fiebert in der ganzen Damenwelt. Heimlich werden die Wäscheschränke nachge- prüst. Da und dort fehl: wieder etwas, das der Wäsche zum Opfer fiel, dies oder jenes Stück bedarf der Ergänzung, dem Töchterchen scheint ernsthaft Hochzeit zudrohen-, man munkelt von einer Verlobung der Nichte und so geht es weiter... prüfe also, tüchtige Haus­frau. die Schätze des häuslichen Heiligtums.

Tas Kaufen in der billigenWeißen Wo­che" wird durch die Kunst der Dekorateure auch sonst zur Freude. Wenn man eines der größ­ten Häuser beispielsweise sieht, alles Weiße auf blauem Grund gestellt. Aschenbrödel mit zarten Täubchen als Motiv, so ist das eine Schau, die geschaut werden muß, die nicht zu schildern ist.

Und abends strahlt wieder das Lickt und es weckt tausenderlei Wirkungen und wandelt das Zauberhafte der Weißen Woche zu einem Mär- ckcnglanz. gegen den die Pracht des Königspa­lastes, des Grimmschen Asckenpuitels alsZil- le-Milljö" erscheint. beinahe natürlich!

Jedenfalls kann niemand sagen, der eine Studienreise durch dieKasseler Weiße Woche" unternimmt, in Kassel sei nichts los...es. ist wirklich Vorahncn für den Umfang der städti­schenGrünen Maiwoche", die schon am Hori-

Linden vom Friedrichsplatz.

Die große Linde wars gegenüber dem Palais ani Bürgersteig der Königstraße. Sie war so morsch, daß zwei kurze Züge an den Umleglei­nen genügten, den starken Baum, der beim näch­sten Sturm vielleicht Gefahr gebracht hatte, glatt umzulegen. Ob sei«Tod" beiträgt, die Frage der Friedrichsplatz-Umgestaltung akut zu ge­stalten?

Letzte Depeschen.

Gin Panama in... Schwerin

Denkt an Oberschlesien r Friedrichsplatz-Kundgebung am 18. März. Wie in den Vorjahren veranstalten auch diesmal am 18. März die Vereinigten Verbände heimattreuer Oberschlesier, Ortsgruppe Kassel, um 11 Uhr vorm. auf dem Friedrichsplatz eine Massenlundgebung. Aus diesem Anlaß fand gestern abend in derMartinsklause" eine Be­sprechung statt, zu der sich eine Anzahl Vertreter hiesiger landsmannschaftlicher und vaterländi­scher Vereine eingefunden hatten. Das Reichs­banner hat nach Mitteilung seine Beteiligung an der gesamten Protestaktion abgelehnt. Vor­mittags 11 Uhr werden sich die beteiligten Ver­bände aur dem Holländischen Platz zu einem F e st; u g vereinen und geschlossen durch die- nigsstraße und die umliegenden Hauptstraßen unter Mitführung von Fahnen und Bannern sowie mit mehreren Musikkapellen zum Frie- drichsplatz ziehen, wo die Massenkundgebung stattfindet. Hier soll in mehreren Ansprachen an den Ernst der Zustände gedacht und die un­ablässig» Forderung auf Rückgabe des deutschen Landes erhoben werden. Es ist zu wünschen, daß sich an dieser Kundgebung, die unser ganzes deutsches Volk angeht, alle Mitbürger ohne Unterschied der Parteien beteiligen werden. Be­kanntlich jährt sich am 20. März zum achten Male der große Abstimmungstag, dessen Mzes Be­kenntnis für Deu.sch'' nd durch den Schieds­spruch von Gen» getrübt wurde. -t-

Aus -en Aaffeler Kinos.

Douglas Fairbanks und Norma Talmadge im Metropol-Theater.

Zwei der bedeutendsten amerikanischen Künst­ler gastieren im Metropol-Theater. Zuerst mal wieder der unverwüstliche Fairbanks inDas Zeichen des Zorro". Wenn Fairbanks spielt, ist immer Spannung vorhanden, eine Sensation jagt die andere, und am Schluß wird's ganz toll. Fairbanks als kalifornischer Edelmann ist wieder der Held des Tages, fech­tet. dort, reitet und jagt umher, als wenn er den Teufel im Leib hätte. Der Beifall ist wie immer stark. Der zweite FilmDie ein­zige Frau" zeigt Norma Talmadge in

4- Das Elekiroaeläut der Unterneustadt.

1 Das elektrische Läutewerk der Unterneustädler : Kirche, über das dieser Tage berichtet wurde, ist vom Elektrotechnischen Geschäft Henr. Kis­selbach, Hohenzollerrrstr. 76 angebracht worden.

1 -7- Im Silberhochzeitskranze. Die Ebeleute

Karl Zenner, Battenhausen-Lindenberg, Faust-

; mühkenweg 44, konnten gestern das Läjährige ' Ehejubiläum begehen. An Ehrungen fehlte es an dem Tage nicht.

4- Das neue Knusperhäuschen. Wo alles ; sich modernisiert, kann auch dasKnusperhäus­chen" nicht fehlest. Die Zeiten sind vorüber, da die Knusverhere Keks und Pralinen kunterbunt an die Wände und aufs Dach pappte. So dackte dasKnusperhäuschen" der Hohen zollernstraße, verließ den engen Laden, der es bisher beber- ; borgte und zog in die Räbe der ganz neuzeitlich gewordenen Kronprinzen-Ecke von Fenne! und Freudenstein (hie Optik, hie Strümpfe), und . ließ sich vom ersten deutschen Ladeneinrichtungs- Werk In Erfurt eine Aufmachung hinlegen, die gestern bei einer Vorbesichtigung allgemein ver­blüffte. Da steht nichts mehr umher, da ist jede Pralinenart in ihrem Fach und dieses wieder unter Glas. Ein Handgriff und dort, wohin des Käufers Auge wandert, strahlt helles Lickt, ein weiterer Griff, das betreffende Fack wird aufgezogen ... Staub auf Schokolade oder Pra­linen oder Mopvels, Miezekätzchen und anderen süßen Dingen gibt's nicht mehr, alles blitzt vor Sauberkeit, ist wohlgeordnet. Karl Diekmann hat in der Tat einen wirklich süßen Laden auf­gemacht, der seinesgleichen sucht! -e-

4- Wenn die Versicherung ausgegeben wird . . . Ein Geschäftsmann in der Altstadt hatte ?O Jahre lang seine Schaufensterscheibe ver­sichert, ohne daß etwas passiert wäre. In die­sem Jahre schloß er nicht wieder ab und . . . ln der vergangenen Nackt wurde die Scheibe zertrümmert und das Sckausenster geplündert.

-r- Luftige Fahrt im Bremserhäuschen. Auf dem Hauvtbahnhof wurde gestern ein junger Mann festgenommen. der eine Eiseickahnfahrt von Altenbeken nach Kassel in einem Bremser- Häuschen unternommen hatte, um das Fahr­geld zu sparen" Wie sich später heraussteüte, handelt es sich um einen ans einer Anstalt ent­wichenen Fürsorgezögling.

Er wollte schlafen. Ein in der Adolffiraße wohnender Mann nahm gestern eine ganze Hand voll Schlafpulver. Als er noch eine zwei­te Hand voll nehmen wollte, kam seine Fran baiit uns entriß ihm das gefährliche Pulver, dabei verletzte sie sich an einem Messer. Ter Mann war an der ersten Portion bereits derart erkrankt, daß er durch die Arbeitersanitäter ins Rote Kren; eingeliefert werden mußte. Sein Zustand ist nicht unbedenklich

4- Feuer in der Wescrstraße. In einem Hause der Weserstraße, in dem es kürzlich schon einmal brannte, brach gestern abend Feuer im Dachstuhl aus. Während der Braud durch die Feuerwehr rasch beseitigt wurde, griff das Uebeofallkommando der Schutzpolizei ein und sicherte den Brandherd. Eine eingehende Un­tersuchung ist im Gange.

4- Aus der Diebstahlschronik. Am Schalter des Postamts II wurde einer Dame, die am Arm hängende Handtasche von einem Unbe­kannten geöffnet und eine Geldbörse mit 70 Ji Inhalt entwendet. Einem jungen Mädchen, das gestern einem Brande in der Weserstraße zusah, wurde die Geldtasche mit Inhalt gestoh­len. An der Ecke Hohenzollern- und Bismarck­straße verschwand einem Kaufmann das Fahr­rad.

4- Allerlei vom Tage. Die Sanitätswache Orleansstraße leistete einem Malerlehrling erste Hilfe, der sich mit einer Spachtel eine schwere Handverletzung zugezogen hatte. Die Sanitäts- wache Fuldabrücke nahm sich auf dem Arbeits­amt eines dort bewußtlos zusammengebrochenen Mannes an. Es stellte sich heraus, daß er eine weit fortgeschrittene Blutvergiftung am Bein hatte, sodaß sofortige Ueberführung ins Lan­deskrankenhaus erforderlich wurde. Am Alt­markt blieb ein junger Mann mit seinem Rade in den Straßenbahnschienen hängen, stürzte und kugelte sich einen Arm aus. Rach erster Hilfe auf der Fuldabrückenwache kam auch er ins ; Landeskrankenbaus. In der Garten straßc zog sich ein städtischer Arbeiter bei einem Fehl­tritt auf der Treppe einen Knöchelbruck zu. Er wurde von den Arbeitersamaritern nach dem Krankenhaufe gebracht. Die Wache der Arbei- ter-Samaritee wurde dann noch nach der W e - 1 serstratze gerufen, wo ein Mann, als er auf \ die Straßenbahn springen wollte, zu Fall kam \ und einen Oberschenkelbruch erlitt. Er kam eben­falls ins LandeSkrankenhauS.

Erbe des Reformators wird am Montag abend in einer evangelischen Volksversammlung im großen Saale des Evangelischen Vereinshauses gesprochen werden. Zum Vortrag überDie gegenwärtige Lage des Protestantismus" ist der als hervorragender Redner bekannte Direktor des Evangelischen Bundes, Studiendirektor Fahrenhorst in Berlin, Mitglied der Peußischen Generalsynodx, gewonnen worden. Der Red­ner hat in den letzten Jahren in den verschie­densten Städten des Reiches, so auch schon mal in Kassel, vor Tausenden von Zuhörern ge­sprochen. Außerdem werden Frau Besser und Hans Zippel in gesanglichen Darbietungen und Otto Schönemann als Rezitator Mitwirken Der Vorstand hofft, daß bei dieser Veranstal­tung die Evangelischen der Stadt und Umge­gend sich ebenso zahlreich beteiligen werden, wie bei der letzten Reformationsfeier, die vor ausverkaustem Hause stattfand.

tokalnachrichten vom Tage.

4- Eine neue Revue im Kleinen Theater. Marietta Olly und Hans Schindler, in Kassel bereits bekannt durch ihre im Mai des vorigen Jahres hier gespielte Revueder Abenteurer", beatmten am Sonnabend, den 4. Februar, ein neue« Gastspiel. Zur Aufführung gelangt dies­malRevue etwas verrückt!", eine Revue in acht Bildern, mit der die beiden Künstler letzt-

wie wir- -as Wetter?

Der Frankfurter Wetterbericht vont Mittwoch mittag lautet: Das Tiefdruckge­biet überNordwesteuropa hat sich seit gestern ein wenig verstärkt und rasch Einfluß aus die Wit­terung Europas erlangt. Die auftretendea Südwestwiude werden zunächst noch weiteren Temperaturaufstieg bringen. Bis morgen ist jedoch unter einzelnen Niederschlagsschauern schon wieder ein Rückgang der Temperaturen zu erwarten. Während es unter diesen Um­stände» in der Stadt regnete, gab's

Schnee auf dem Hohen Gras.

Heute früh lagen 3 Zentimeter Neuschnee Um 11 Uhr herrschte 1 Grad. Die Winterland­schaft da oben ist bezaubernd schön.

Der Stift als Lebemann.

Oder: Die Zigarrenkiste a!S Geldschrank.

Daß eine Zigarrenkiste sich nicht als Geld­schrank eignet, mußte eine hiesige Firma erfah­ren. Sie bewahrte ihre Gelder in einer Zigar­renkiste auf, die wiederum'in dem Schreibtisch verschlossen wurde ... zweieinhalbtausend Mark barg dieses eigenartigste der Tresors. MS der Direktor am Nachmittag eine Zahlung leisten wollte, waren Geld und Geldschrank ver­schwunden!

Veranstaltungen em Donnerstag.

LtaatStbeater:Die, Fledermaus».

Kleines Theater:Die Frau von 40 Jahren.

Stadtvark: Kalfeekonzert. 16 Uhr.

Großer Stadtvarksaal: Oeiie ntliche Ber- lammlung, Reichsichulgesetz-Entwurf, 20 Uhr.

«ünstlerfviele Polter: Neues Proaramv mit Fred Endttkat, 21 Uhr.

Kaffee Zeller: Das neue Programm.

Heute Mittwoch: _ , ,

Alte Akademie: Lchlutzvortrag Dr. Hemleben Schicksal und Sterblichkeit des Menschen, 2O,lö Uhr. , .

Parkschlößchen: Karneval. Kavvenabend »tt Tanz. . ,

Murhardsaal: Klavierabend Job. Hobobm, 20 Uhr.

R e ft a u r a n t ? e s ch: Bockbierfeft mit Tanz.

S t a d t g r e n , e: Bockbierfest.

Schützenhalle: Bockbterseft.

Zum B r a u st ü b l: Bockbiersest.

Die Kriminalpolizei stand zunächst vor einem Rätsel, weil der Diebstahl in der Mittagszeit ausgeführt sein mußte und der Schreibtisch ver­schlossen war. Der D'.eb konnte nach Ansickt der Kriminalpolizei nur ein Angestellter in Frage kommen, wobei sich aber eine Untersu­chung deshalb schwierig gestalten mußte, weil sehr viel Personal in diesem Büro beschäftigt wurde. ' Dennoch war die Kriminalpolizei bald dem Dieb auf der Spur.

Der Verdacht lenkte sich aus einen Lehrling und dieser witterteWind" ... er kehrte abends nicht zur elterlichen Wohnung zurück, wo er von der Polizei erwartet wurde. Als er nicht heim­kam, ging dieKripo" auf die Suche und . . . sie sand ihn endlich nach einer Streife, die die ganze Nacht in Anspruch nahm, bei angestreng­ter Nachtarbeit!

Der Beugel saß, als schon der Morgen grau­te in einetgemütlichen" Kneipe am südlichen Stadtende in fideler Gesellschaft bei. . . Sekt. Autos fuhren vor. . Kriminalpolizei! Eine jähe Unterbrechung der Feier und wenige Mi­nuten später befand sich der Lehrling auf dem Polizeipräsidium Von dem Gelde hatte er aber keinen Pfennig mehr.

Bald löste sich dieses Rätsel. Der geschäfts­tüchtige Stift hatte sich ein Bankkonto in Höhe von 1700 Mark anlegen lassen und war im Be­sitz eines Scheckbuches, das schon genügend für Autofahrten, Trinkgelage undDamen" herhal­ten müssen. Natürlich ließ die Kriminalpolizei sofort das Konto sperren.

Auf dle Frage, was ihn zu dem Diebstahl bewegte, erklärte der Herr Stift, er hätte auch mal für einige Tage den Lebemann fpielen wollen . 7 ,! -l.

Acht Strtzgäirger-Gebote.

Polizeiliche Verkehrsregeln.

1. Verlaß den Bürgersteig nicht unnötig; bet Fahrdamm gehört dem Fahrzeugverkehr.

2. Gehe nur in gerader Richtung über den Fahrdamm! Es ist für dich der kürzeste und sicherste Weg, und du störst den Fährverkehr am wenigsten.

3. Wenn du den Fahrdamm überschreitest, so steh bis zur Straßenmitte nach links, dann nach rechts, damit du den Verkehr immer im Auge hast.

4. Gehe nicht dicht hinter und nickt dicht vor Fahrzeugen vorbei, weil sie dir die Aussicht versperren und du selbst nicht gesehen wirst.

5 Gehe ruhig über den Fahrdamm. Solltest du in die Enge kommen, so bleib lieber stehen, anstatt hin und her zu springen, und fleh den Fahrzeuglenker an.

6 Wenn du befürchtest, nicht sicher über die Straße zu kommen, so wende dich an einen Schupobeamten. Er ist hilfsbereit.

7. Hilf Kindern. Gebrechlichen, Blinden und Unkundigen im Verkehr. Der Schnpomann kann nickt immer zur Stelle sein.

8. Wenn du den Hut verlierst, so verliere nicht auch den Kopf.

Aus -em religiösen Leben. Evangelischer Bund.

Wie der Evangelische Bund alljährlich die Gedenktage der Reformation festlich begeht, so hält er auch, wie uns geschrieben wird, bte Erinnerung an den in den Monat Februar fal­lenden Todestag Suchers wach. Ueber das

Vorwürfe wegen Korruptionen gegen den frühe­ren Gemeindevertreter von Ostorf, Stadtverodneten PeterK wegen der Eingente'in- dung in Schwerin ungeheure Erregung und führten zu Tumuttszenen, wie sie das Haus seit vielen Jahren nicht erlebt hat. So soll u. a. das Gemcindevermögen vor der Eingemeindung unter den Oftorfern aufgeteilt worden sein, wöbet die vier Gemeindevertreter und der Ortsvorpeher stch selbst den Löwenanteil zugeschanzt HSttew Vorher sollen die Gemeinde­grundstücke zum Teil an Ostorfer, zum Teil an das Amt Schwerin für geringe Summen verkauft und außerdem die im Besiu der Ge­meinde befindlichen Grundschulden und Hypothe­ken von etwa zehntausend Mark dem Amte über­eignet worden fein. Hierfür habe sich das Amt verpflichten müssen, allen Ostorfer Grundstücks- besttzern wesentliche B e i h i l f e n für Wasserlei- tungs- uno Kanalisationskosten zu gewähren. Schließlich hätten sich die Gemeindevertreter und der Ortsvorsteher eine Sonderzulage als Aufwandsentschädigung bewilligt.Das mecklenburgische Staatsministerium leitet die Untersuchung.

Der Lan-rvirt mutz es wissen.

Was ihm am meisten nottut.

Berlin, 1. Februar.

Der Reichslandbund fordert in seinem Pro­gramm u a., daß keine autonome Herabsetzung der Zollsätze eintrete, und daß ein Verbot der Einfuhr und Besettigitng aller zollfreien oder sonst begünstigten Einfuhr solcher Agrarprodukte erfolge, die im'Jnlande hergestellt werden. Ein polnisches Schwetne-Kontingent wird abgelehnt. Der Zolltarif soll neu gestaltet werden mit dem Ziele, eine wirksamere Handelsvertragswaffe und eine Stärkung der heimischen Agrarproduk­tion herbeizuführen. Weiter wird u. a. gefor­dert: Kreditmaßnahmen zur Umschuldung und Cntlastung der sanierungsfähigen Betriebe. Unterstützung aller Selbsthilfsmaßnahmen der Landwirtschaft, Propaganda gegen ausländische Konkurrenzwaren, Entlastung des platten Lan­des von Schulausgaben, bessere Berücksichti­gung bei Verteilung der Retchs-Steuerüberwei- suugen, vermehrte Hilfe für die durch Unwetter Geschädigten, Beseitigung der Rentenbankgrund­schuldzinsen. Beseitigung der staatlichen Grund- vermögensstener, Senkung der kotnmunalen Grundsteuern, Vetorechte des Reichs gegen eine Ueberspannunq der Gemeinde-Realsteuern, Beseitigung der Gebäude-Entschuldungssteuer, der Fahrzeug- und der Zugtiersteuer und der periodischen Grunderwerbsteuer, Anpassung al­ler Steuersätze an die Leistungsfähigkeit usw.

Was ist -avon wahr?

London, 1. Februar.

Die englische Botschaft tu Konstantinopel wurde darüber informiert, daß die russsschen Behörden die Häfen in der Krim durch Muten geschloffen haben. Türkischen Zeitungen zufol­ge ist eine Revolution in Südrußland ausge­brochen. Die mit 6er Festsetzung der Korn­preise unzufriedenen Bauern hätten sich auch Teile der roten Armee, die Anhänger Trotzkus sind, angefchloffcn. (Diese Meldungen wurden von amtlicher russischer Seite hartnäckig bestrit­ten. (D. Red.)

Das Sündenkonto des Durchbrenners.

Prag 1. Februar. (Eigene Drahtmeldung.) Die Nachprüfung der Geschäftsführung des flüchtigen Beamten der Berliner Verficherungs- Filiale Viktoria, Franz Zlatschlavek, ergab, daß dieser seine Firma durch Jahre hindurch um insgesamt 200000 Kronen geschädigt hat.

Moderne Strauchdiebe.

Berlin, 1. Februar. (Funktelegramm.) Auf der Chaussee im Osten Berlins wurde gestern abend der Sohn eines Kartoffelhändlers auf seinem Fuhrwerk von einem unbekannten Mann augefallen, niedergeschlagen und feiner Geld­tasche mit dreihundert Mark beraubt. Der Täter entkam.

Der jüngste Kokain-Skandal,

Paris, 1. Februar. (Eigene Drahtmeldung.) Hier wurden drei Personen verhaftet, die sich *"lt Kokainschmuggel befaßten, die Namen der "krhafteten, von denen einer eine angesehe­ne Persönlichkeit sein soll, werden vorläufig geheim gehalten.

Wenn man geheim ... brennt.

Nrwyork, 1. Februar. (Durch Funkspruch.) In Boston ist ein Hans, in depi eine geheime Alkohol-Brennerei eingerichtet, war, durch Ex- plofion zerstört worden. Sechs Bewohner wur- den getötet und mehrere andere verletzt.

Bride Autofahrer tot.

ffoburs, 1. Februar. (Privattelegramm.) infolge Reifenbruchs überschlug sich ein Aut». Tie Insassen, ein Spielwarenfabrikant und ein Kreisamtssekretär, waren sofort tot. Der Chans- feur kam mit einer schweren Kopfverletzung davon.

Rathaustumulte wegen der Eingemeindung.

Schwerin, 1. Februar. In der Stadwerord- netenversammlung verursachten überaus schwere

^.^u-rNch- Belastung auf allen Gebieten einem Gesellschaftsdrama, von dem besonders et,es 0 Ein- die ausgezeichneten Szenen einer Schifsskata-

zelhandel tote in den anbei en Wuctschaftsgrup- - - ~-

Pen. Vor allem fordert der Einzelhandel steu- erliche Gerechtigkeit; Befreiung von Steuern aus politischen Momenten muß unterbleiben Ein vernunftgemäßer Finanzausgleich fei auch im Stnne des immer noch schwer kämpfenden Einzelhandels dringendes Gebot der Stunde Ter Etnzelhandelsausschuß bittet daher die Kammer dringend, auf diese Fragen allergröß­ten Nachdruck zu legen und den Einzelhandel tn diesem Kampfe zu unterstützen. Die weiteren Verhandlungen bezogen sich u. a. auf die ein­heitliche Regelung der Saison- und Inventur­ausverkäufe für den Regierungsbezirk Kassel.

Das Alte stürzt.

Häuser und Bäume.

Nicht nur Dome bröckeln (siehe Feuerwehr an der Martinskirche) auch die Altstadthäuser. Gestern wurde über den neuestenFall" berich­tet, den in der Essiggasse. Der Polizeipräsident hat deshalb aus Verkehrs- und sicherheitspolizei­lichen Gründen" die Essiggasse zwischen Altmarkt und Packhofstraße ab sofort bis auf weiteres für jeglichen Durchgangsverkehr gesperrt. Aber auch sonst ist es nichtgeheuer". So wird jetzt

die blaue Maus" abgerissen, jenes alte Haus in der Mühlengasse mit der Front nach der Fulda zu. Sein blauer Anstrich hatte ihm die erwähnte volkstümliche Bezeichnung gegeben. Die Mieter haben das Haus bereits geräumt. Ein Neubau entsteht nicht. Wahrscheinlich wird hier das erste Ge­lände für die künftige Uferstraßereserviert". Und dann fiel gestern eine der