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Kasseler Neueste Nachrichten

Hessische Abendzeitung

Kasseler Abendzeitung

rotten

Ein Frühjahr schwerer Lohnkämpfe

ÄÄ SSL. Hat uns Frankreich verstanden?

Moralischer Druck mutz den Rhein befreien.

Wir ei» Mann besteht Pa» deutsche Sott ohne Unterschied der Partei -ns sofortiger Räumung

der

Deui

Rede von gro

krSft« in Stärke von 300 Kamelrettern und 100

Da« Urteil lautete aus bret

deutend

hatten vor dem Kriege in der Nähe von Roubaix

eine Zuckerfabrik besessen, deren Wert zirka

in Höhe von

DU Lohnflut drängt heran.

Sech« Millionen Angestellte und Arbeiter.

Berlin, 31. Januar.

ReparationSschwindel, von denen allerdings die Mehrzahl ungesühnt geblieben ist.

Kavalleristen überfiele« da« Gebiet von Ko- weit, töteten eine Anzahl Einwohner und Ka­mele und entführten Viehherde« und andere

Amtliche- Organ der Stadt Raffel 18. Jahrgang

noch biS 1935 den Beweis für seine innere Erneuerung fortsetzt. (!) Stre- semann läßt die zeitlich begrenzte Kontrolle zu. Das ist aber auch da« Höchstmaß seiner Konzes-

her Mäßigung und großer Geschick- len. Ablehnend verhalten sich die

verhandeln, das preußische OberverwaltungS- gertcht zum Reichsverwaltungsgericht umzuge-

Rummer27. Amtliches Organ der Stadt Raffel Mittwoch, 1. Februar 1928.

Sine Kamelschlacht in der Wüste

Verfolgte WÜstenräuber. Schwere Verluste auf beiden Seite«.

Sie schmarotzen von unserm Schweiß

Ein Exempel an franzöfikchen Industriellen. Ei« Fall von vielen.

Parich SL Januar. Zwei Zucker-Industrielle schwindel« «nd damit ihr Unternehme« de»

wissen Einfluß auf die deutschen Verwaltunzs-1 Eine solche einheitliche Auffassung ist umso not- Maßnahmen zu gewinnen. Auch über die.'wendiger, als die Räumung der 1. Zone strikte Ablehnung dieser durch nichts begrün- vor zwei Jahren letzten Endes auch nur unter deren und entwürdigenden Chikane har der idem Druck der Einigkeit des deutschen Volkes Reichstag bereits das letzte Wort gesprochen.'erzielt werden konnte ,

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auStchliestlch, 8u«telluna«aebü^ .... .

enigekanlne Beiträge kann die Redaktion ein, Sernntroortnna otet Gew« keinem iVafle übtrnebmen. Rückrahlun« de» Be,ua»gelde» oder «nlvra-be etwaiger nicht ordnungimästiger Stefernne «st aolgeichlosten. Posttckei- kranktort a M Romme, 6SSO. «Sinwlnnmm« 10 A SonntagSnommer 90

lichkeit gewes«

Rechtsblätter. Die Rede bedeute das Ende der langen Zurückhaltung StresemannS. Wer zu viel beweisen will, beweist allerdings nichts. Er pocht auf die moralische Revolution. Rach der furchtbaren Lehre, die wir erhalten haben, füh­len wir un« ermächtigt, von Deutschland ohne Haß aber auch ohne Schwäche zu fordern, daß es

Für Deutsche unwürdig.

GrzefinSkt prangert Versailles an. Unseren Brüdern an der Grenze soll geholfen werde«.

Berlin, 31. Januar. Im Landlagsausschuß kritisierte Wg. Dr. v. Winterfeldt (Dnat.), daß der preußische Jnnsnminister auS politischen Gründen, z. B. in der Flaggenfrage, .Willkür» lich in die Rechte der Selbstverwaltung" ein- greife, dagegen aber sich nicht gegen die über­triebenen Ausgaben vieler Kommunalverwal» tungen wende. Innenminister Grzesinskt teilte u. a. mit. daß Reich und Preußen darüber

Stürmische allseitige Zustimmung fand Dr. Stre« semann mit der Erklärung:Es mutz endlich einmal darauf hingewiesen werden, daß in dem Ruf nach Sicherheit gegen Deutschland «in Stück Heuchelei liegt, das nicht länger von " öffentlichen Meinung ertragen werden kann!" itschland verlange die Rheinlandräumung, weil nur so die deutsch-französische Verständi­gung als Grundbedingung des europäischen Friedens erreicht werden könne. Deutschland werde aber unter keinen Umständen eine Abkür-

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von den achthundert Tarifverträge« für rund drei Millionen Angestellte wurden zwei Drittel Ende März ablausend gekündigt, da die bis­herigen Gehaltssätze der ständig fortschreitenden Teuerung nicht mehr entsprechen. Am 1 März lausen auch 78 Tarifverträge der Arbeiterschaft ab, am 30. April 43 Tarifverträge mit etwa drei Millionen Arbeiter.

* * * Metallindustrie - Grotzkampf.

Solidarität mit Rheinland-Westfalen.

*2-. '

Berlin, 81. Januar. Wie verlautet, ist zwi­schen den mitteldeutschen und rheinisch-wrstsäli- scheu Industriellen ein Soltdaritätsvertrag ab­geschlossen worden, der finanzielle Unterstüt­zung der durch den Arbeitskamps betroffenen mitteldeutschen Werke auS dem Kampfsond der rheinisch-westfälischen Industrie vorsteht. Eine gleiche Solidaritätsaktion steht jetzt noch zwi­schen den betreffendenGewrrkschaften bevor. Der Hirsch-Dunkersche Gewerkverein lehnte die vom Schlichter vorgeschlagene Lohnerhöhung von 3 Pfennig al« nicht der Steigerung der Preise entsprechend ab. Durch die Aussperrung sei die Lage zwar verschärft worden, aber die I Einigkeit in der Arbeiterschaft nicht erschüttert.

zung der Besetzung durch dauernde über den Versailler Vertrag hinausgehende Zugeständ­nisse zu erreichen suchen.

* *

Von links nach rechts

. . . fordert da« deutsche Bott die Räumung.

Abg. Dr. B r e i t s ch e i d t erklärte sich alS« dann für die Sozialdemokratie mit der Außen­politik StresemannS durchaus einverstanden. Sie sei die mit deutschnationaler Hilfe fortgesetzte Verständigungspolitik, die früher von denselben Deutschnationalen bekämpft worden sei. Die Kritik des Redners beschränkte sich auf technische Einzelheiten des Etats und auf die Exklusivität, die er der Personalpolitik des Amtes vorwarf. Die schleunige Aufhebung der Rhein- lanvbesetzung bezeichnete der Redner als einen deutschen Anspruch. Abg. von Frey- t a g h - Loringhoven betonte, daß die Deutsch- nationalen nicht für den Locarnovertrag und Deutschlands Eintritt in den Völkerbund verant­wortlich gemacht Werden dürften. Ihre pessimi- K Beurteilung dieser Verständigungspolitik irch die Entwicklung gerechtfertigt worden. Die nun einmal feststehenden völkerrechtlichen Tatsachen aber müßten auch von den früheren Gegnern respektiert werden und so wollen die Deutschnationalen auch im Rahmen des Völker­bundes eine für Deutschland erfolgreiche Politik treiben. Den Weg dazu sah der Redner in einer stärkeren Betonung deS Rechtsgedankens unter engerer Anlehnung an Italien. Abg. Dr. B r e d t (W. Vg.) empfahl eine Abkehr von allen Illusionen, die sich an Locarno und den Völker- bund knüpfen. Deutschland müsse an seiner wirt­schaftlichen Erstarkung arbeiten, dann werde eS auch in der Welt den ihm gebührenden Platz etnnehmen. Die dann folgende Abstimmung ergab die Annahme deS Justizetats nach den Vorschlägen de« Ausschusses.

BaSr«, 31. Januar. Wahabittsche Streit- Beute. Koweittruppen holten mit Kamelreitrr«, st« in Stärke von 800 Kamelreitern und 100 Kavallerie und 30 Automobilen die Wahabiten ei«. Rach einem blutigen Kampfe siegten die Koweittruppen und eroberte« die Beute zurück. Drei Regenten vom Kuweit wurden verwundet, einer ist tot.

fbnen. Heber 1935 hinaus will er aus keine Kontrolle eingehen. Wird Frankreich, für daS die Rheinlandbesetzung die einzige Garantie der Reparationen ist, den Sperling in der Hand für die Taube auf dem Dache fahren lassen? Deutsch land will uns nichts bieten und nicht» geben. Seine ganze Rede beweist, datz die deutsche Me­thode sich nicht geändert hat. Jetzt, da Deutsch­land stärker ist, scheint eben Stresemann voll- kommen vergessen zu haben, datz eS geschla- gen wurde, und datz die Rheinlandbesetzung eine Garantie für die Reparationen bedeutet, die n i ch t b e z a h l t worden find. (!)

John Bull zuckt bU Achseln.

Stresemann hat ja Recht, aber ...

London, 81. Januar. Ein diplomatischer Korrespondent äußert fich zur Stresemaunrede dahin, daß dieser sich mit weit größerer Energie geäußert habe, als er in der letzten Zeit ge­wohnt war. Seine Andeutung, datz Frank­reichs Wunsch nach größerer Sicherheit eine Beleidigung für Großbritannien und Deutsch­land sei, war sicherlich geschickt. Aber er ver­liert die Tatsache auS den Augen, datz die bri- tisihe Regierung nicht die einzige ist, die tn der Sache mitzureden hat, und es sehr mühselig wäre, Frankreich zur baldigen Räumung zu be­kehre«.

zehn bezw. sechs Monate Gesängnis mit Siras-

7,7 aufschub und je 5000 Mark Geldstrafe. ES Han-

340 000 Franken betrug. Sie hatten e» verstau- delt fich hier um einen der typischen Fälle von

An,eigenvrriie: ®nbetmtl*e »ef»äft»awet«en Me mm-Setle 10 4. aaSwilrktae ®ef»äft»anieigen die wm-3eile 10 A. Familien»nzetaen die mm-Aeile 10 A. Kleine ilntt-gen an» Kassel da» Kott 54. answärnge kleine Anreisen die mm- Zeile 10 A. Reklamen die mm-Setle 88 A. Dffejtgebübi 35 A bet Stellung 85 AL !Hetbnuna8betr8ge innerhalb 5 tagen lablbur ftüt die Rickngkeil aller durch ssernkvrecher abgegebenen Anzeigen foroie fflr «ufnabmebaten und Plätze kann nicht garantiert werden, ftflr Anzeigen mit betontet» schwierigem fcat 100 $ro«nt Ausschlag Druckerei: SchlachchoNtt. 28 80. «Seschäst»ftelle: Kvlnischeftt 6.

Berlin, 81. Januar. Zur Stresemaunrede (s. 1. S. 4. SP.) urteilen die Rechtsblätter u. a, daß der Außenminister diesmal im großen und ganzen nicht mit zu Hellen Farben malte Seine deutlichen Worte zum Sicherhettsproblem und sein Hinweis daraus, daß im Jahre 1818 Frank- reichs Aufnahme in die »Heilige Allianz" die sofortige Räumung der besetzten französischen Gebiete zur Folge hatte und daß wir das Recht a nach Locarno dasselbe von der Ge- e zu fordern, finden unser« Billigung. Mit einer Schärfe, die daS von der Diplama- tenlog« bi« zu den Abgeordnetenbänken stattlich besetzte HauS aufhorchen ließ, formuliert« Dr. Strqemann die Gedanken der

Enttäuschung, ja deS Groll», ob der auSgebliebenen Manifestation jene» gu­ten Willens der anderen Seite, den wir selber reichlich bewiesen haben. Ein Volksparteiblatt erklärt, daß daS Bild Stresemann» das einer Politik sei, die sich überall in den Dienst des Friedens stellt, ohne dabei die Wahrung der eigenen Interessen zu vergessen. DaS Zen- trumsorgan begrüßte eS, daß der Minister noch­mal» auf die Sinnlosigkeit der Vorwürfe deut­scher Revanchedrohungen hinwieS, die von einem wasfenstarrenden mit allen Militärmäch­ten Europas verbündeten Staat gegenüber Deutschland erhoben werden. Dr. Stcesemanns feierlichster Protest hat bei

allen Parteien stärkste« Widerhall gefunden. Den Beifall de» ganzen Hause» hat stresemann, als er mit scharfem Wort die Heu­chelei geißelt, die der Ruf nach Sicherhett in sich trägt, so schreibt auch ein Demokratenblatt. DerVorwärts" sagt: Dr. Stresemann be. kannte, sich mit stärksten Worten zu Locarno und der deutsch-französischen Verständigung, als deren Frucht er dann vollkommen konse­quent die Räumung forderte.

Noch über 1935 hinaus.

... wollen un» die Chauvinisten knechten.

Paris, 31. Januar.

Rur ein einzige» radikale» Blatt erttärt, StresemannS Rede habe nichts AgresflveS ent halten. Sie stelle fich dar al» die einfache «na- lyse einer Politik, die fortgesetzt beeinslutzt sei von den Interessen de« deutschen Volke», aber deshalb in keiner Weise die Interessen der an- deren Völker störe. StresemannS Rede sei eine

In Stresemann» Rechenschaftsbericht kön­nen un» die praktischen Erfolg« seiner der äußeren deutschen Ohnmacht entsprechend recht kümmerlichen Außenbilanz weniger rühren wie die Stelle, die dort, wo man sich getroffen fühlt, ein starke» und erbittertes Echo auSlösen dürfte. Wir hatten allerdings gewünscht, daß der Außenminister etwa» ausführlicher aus ge­wisse zur Zeit akute Probleme, so insbeson­dere auf die deutsch-litauischen Abmachungen eingegangen wäre. Aber da da» Auswärtige Amt anscheinend Wert darauf legt, über das Konkrete der Einigung mit Woldernara» noch zurückzuhalten, so wird man dies gutheißen müssen, zumal man nicht weiß, welche Grünve das Stillschweigen der Wilhelrnsstraße bedin- gen. Mer selbst in London ist man schon über­rascht von der Schärfe und Bestimmtheit der programmatischen Erklärungen mit denen Stresemann sich diesmal zum Sprachrohr deS ganzen Volkes ohne Unterschied der Partei ge- macht hat.

Wir sind abgerüstet, wir haben die Locarno- Verträge erfüllt, wir haben uns durch die Zeich­nung der Fakultativklausel allgemein für sämt­liche internationalen Konflikte rechtlicher Art der Gerichtsbarkeit des Haager Weltgerichts­hofes unterworfen und wir haben ein letzt nahezu lückenloses Netz von Schiedsgerichts und Vergleichsverträgen geschaffen. DaS sind alles Taten, di« nicht nur im deutschen Inter­esse liegen, sondern sich auch mit den solida­rischen Interessen Europas decken. Nicht» mehr und nichts weniger wollen auch unsere neuen Vorschläge für das Sicherheitskomitee, die deut- kicher aI8 aller Pauken- und TrompetenlSrm von jenseits des Rheins, de» Kanals und des großen TeichS Deutschlands unbeirrbaren und absoluten Friedenswillen bekunden.

Dann aber schwoll auch dem braven Schwa­ben Stresemann sein Blut und im Anblick deS für ewig geknechteten und drangsalierten Rhein» holte er zum rechten Schwabenstreiche aus. Er fand in seiner Kritik über die Ein- stellung Frankreich» zum Sicherheitsge-danken Worte, die in ihrer Schärfe wohl selten von offizieller deutscher Seite gesprochen wurden. Wenn trotz der noch immerwährendenBesetzung der deutschen Rheinland«, die deutsch-franzö­sische Verständigungspolitik noch nicht zum völ­ligen Scheitern gekommen wäre, so verdank« man dies nur einem Umstand:Dem guten Willen Deutschland". Die Kennzeichnung uird Brandmarkung der französischen Einstellung zum Sicherheitsproblem als Beleidigung seiner großer Vertragspartner namentlich Englands und als erbärmliche Friedensheuchelei wafsen- ftarrenber Pharisäer ist wohl schonungs oser und auch richtiger kaum je von einem deutschen Regierungsmitglied zum Ausdruck gebracht worden. Die Rede des Reichsautzenministers endete in der Forderung auf die Rheinlands­räumung, da die weitere Besetzung deutscher Gebiete nach Locarno .das unüberwindliche Hemmnis einer deutsch-französischen Verstandi- gung" sei. Aber, wie der Reichsaußenmintster ausdrücklich betonte:Wir sind keineswegs ge­willt, .die Abkürzung der Besetzung mit dauern- den Verpflichtungen zu erlaufen, die über bte Bedingungen des Versailler Vertrage» hinaus- gehen und nur geeignet sind, das Mißtrauen »u hindern". DaS war eine Stresemaunrede, die an eine ganz bestimmte Adresse gerichtet ist, eine Rede, deren Sinn bet Adressat verstehen wirb. Das deutsche Volk wird diele Rede vor­aus zu billigen wissen. Darüber läßt auch die rückhaltlose Zustimmung der Opposition keinen Zweifel, die mit einer seit dem Weltkrieg nicht mehr erlebten Einmütigkeit den Rechtsanspruch auf sofortige Rheinräumung ohne jede weitere Kontrolle verficht. . c ... ,

Neuerdings scheint auch dem Etsenschädel Poincare die unbeweisbare RaumungspfUcht allmählich aufzugehen, wie halbofsiziöse Presse- Smmen erkennen lassen, allerdings unter der edingung einer Einsetzung der bekannten ölSmentS stables. Deutschland hat sich gegen eine derartige Kontrollinstanz, die in den Ver­sailler Bestimmungen keine Rechtsgrundlage findet, stets mit Entschiedenheit ausgesprochen. Die Versailler Besetzungsbeftimmungen sehen bekanntlich eine vorzeitige Räumung unter be- Emmten Voraussetzungen vor, ohne daß von gendwelchen Kontrollinstanzen die Rede tft. Der französische Generalstab und bestimmte französisch« Politiker glauben nämlich ihre Ziele im Rheinland nicht restlos ausgeben zu dürfen, weil sie offenbar der Hoffnung sind, zu gelegenerer Zeit ihren Bestrebungen einen neuen Impuls geben zu können. Deshalb for­dern sie Kontrollorgane am Rhein, die jederzeit in der Lage wären, einmal das deutsche Vec- waliungsgebaren In den rheinischen Gebieten |u beobachten und andereseits selbst einen ge-

Her mit dem Rhein!

Der ganz« Reichstag hinter Stresemann.

Berlin, 3L Januar.

Im Reichstag stellte Außenminister Strese­mann zunächst fest, daß wir vollständig abgerü- stet und ein Netz vorz Schiedsverträgen abge- schlossen haben und mit L i t a u e n zu einem be­friedigenden Schiedsgerichts- und AusgleichS- oertrag gelangt sind. Auch bezüglich des Me­melgebiets und über bie dort verbliebenen deutschen Optanten ist eine befriedigende Rege­lung erzielt worden. Für den Vertragsabschluß mit Polen habtzn sich alle Regierungsparteien ausgesprochen, deshalb müsse er die Quertreibe­reien deS Landbundes aufs entschiedenste zurück­weisen. Er warnte vor einem Vertragssystem, daS die Mitgliederstaaten de» Völkerbundes in verschiedene Gruppen spalte und weniger der Sicherung deS Weltfrieden» al» der Sicherung der Machtposition einzelner Staaten diene. Dann wandte sich Dr. Stresemann sehr energisch gegen die französischen Stimmen, die die Aufhebung der Rheinlandbesetzung von der Gewährung weiterer Sicherheiten durch Deutschland ab­hängig machen wollen. Ein solche» Verlangen sei nur denkbar, wenn man davon auSgehe, daß der Locarnovertrag nicht gehalten wird, denn in diesem Vertrag seien alle Sicherungen enthalten, die ein Staat dem anderen geben kann. Dazu komme noch die Garantie durch England» Wort. Da» Verlangen nach weiteren Sicherhei- ten wäre also ebenso eine

Beleidigung Deutschland» wie England».