Einzelbild herunterladen
 

Staffelet Neueste Nachrschre»

Sonntafl, 22; Januar sss2F.

Die icyneNsten Tiere.

Neueste Berlikte aus aller Welt: Kasseler Neueste NackrriMen'

leigentliche Schmuckgegenstände, als Schöpfun­gen der haute conlure dar da sie erst am Abend und nur in der Kombination eines geeigneten Kleides überhaupt wirksam sind. Die durch Handmalerei geschmückten Modelle, durch die stärkste Effekte zu erzielen sind, verlangen jedoch ivahrbaft künstlerisches Können und werden da­her stets ein Einzeldasein führen. Außerdem sind nicht alle Stoffe dafür geeignet, da sie die Farbe entweder zu stark aufsaugen oder in- ifolge rauher Beschaffenheit Widerstand leistete, Stickereien steht man augenblicklich wenig, laber es wäre wünschens- und lohnenswert, wenn Frau Mode sich dieser treuen Dienerin wieder mal erinnern wollte. Fast beschränkt man sich augenblicklich aus Bulgarenblusen, die in hübschen lebhafte Kreuzstichmustern äußerst aparte Modelle ergeben. Hoffentlich hilft hier der kommende Sommer ein wenig nach. Kaum ein schönerer Schmuck für helle Sommerkleider, Chiffon, Bastseide, Voile ist zu denken als duf­tige Malerei oder Stickerei an Kragen oder um Iden kleinen Ausschnitt, Aermel und Rockrand.

tausendjährigen Dinkelsbühl.

Das bayerische Städtchen Dinkelsbühl, nicht wie Rothenburg auf hohem Berge, sondern m der Ebene gelegen und rings von Wasser umgeben feiert in diesem Sommer sein tausendjähriges ^-tadtzubttäum. Es hat noch nicht die Fremdenindustrie Rothen­burgs ist aber m seiner Art so schon wie dieses. Seine Dächer sind ebenso alters- prau oder tiefrot, seine Türme haben symb olische Bilder und den Adler der Reichsstadt. W,e ein Vater und Beschützer ragt über allem ein alter Dom empor, und das Ganze wird zusammengehalten von einer gut erhaltenen Stadtmauer Unser Bild zeigt den Löwenbrunuen und das Wörnitztor,

Mutter und Tochter

Besteht zwischen ihnen eine Vertrauenskrise?

Turm der Presse.

Die in langer Front am ZMin gelegeneRhein­halle" der internationalen Kölner Presse-Aus­stellung wird im Untergeschoß die Gruppe Tageszeitung" und im Obergeschoß dieZeit- schriftenabteilung" aufnehmen. Den Abschluß der Halle nach Norden bildet der 80 Meter hohe Preffa-Turm: Das Wahrzeichen der Ausstellung

Plafond, daneben aber auf allen übrigen L. gen und weißen Stosfarten. Bon fabelhafter Wirksamkeit sind die neuen Ketten die der obli­gaten Perlschnur stärkste Konkurrenz machen und aus hafelnußgroßen, schön geschliffenen, Diamanten ähnlichen, strahlenden, in Silber gefaßten Steinen bestehen. Sie stellen weniger

Rund um die Dame.

Mehr Kunstgewcrbe in der Kleidung!

Mehr Kunstgcwerbe in der Kleidung der Dame wäre eine gegebene Möglichkeit, uns über den augenblicklichen staaierenden Stillstand hinwegzuhalsen. Die allzu schlichte Linien- führung bedarf durchaus einer anregenden Be­lebung, Daß wir uns von der einfachen Schnittsorm kaum trennen werden beweist die kurze Lebensdauer von Godets und Glocken-

Jch erschrak, als ich diese Aeußerungen las, erschrak so, daß ich die Blätter meiner eigenen jungen Tochter zur Lettüre hinschob, um ihre Ansicht zu hören. Kopfschüttelnd gab sie sie mir 1 zurück.Weißt du," sagte sie,die Mädels ^müssen komische Mütter haben!" Das kam mir wieder in Erinnerung, als ich jetzt ein Gespräch in der Sttaßenbahn hörte. Die eine Dame sagte:Man müßte eigenttich immer ein ganz kleines Kind haben, das ist so entzückend ..." .-Ich weiß nicht," meinte die andere,wenn sie beranwachsen, sind sie mir eigenttich noch lie­ber, man kann dann so gut mit ihnen sprechen." Kann man wirllich mit seinen Kindern spre­chen?" fragte die erste und machte ein traurig Zweifelndes Gesicht.

Warum mag eS nur so schwer sein, daß El­tern und Kinder sich aussprechen und von dem lieben, was sie wirklich am tiefsten bewegt? Inoranerehrung Karl rnavs. » ?inber unserer Zett haben ungeheuer viel Si Tndianer-Abord- dio^Grammopho^ und Äepbo? Kino!' Ju-

am Grabe des!gendbühne und Konzerte ... Aber das Gegen- KnffSinh ölut^n ^.ewlcht zu all diesen Außendingen, in denen die

T-resden zu Ehren des Verstorbe- fi-eele des Kindes wohl erstarren und verküm- Wh S!ran5 urAer. Der Führer der In- mern könnte, ist, daß sie eben in all dieses hin- ^ ^'?bordnung, BigDnale, genannt »Die eingeboren wurden, daß es ihnen nicht fremd große Schlange breit eine Gedenkrede. 'ist wie uns, die es erst allmählich entstehen

Kleine Rundschau.

Die TlnbSngllchkett eine« Rehbock«.

Ueber die ungewöhnliche Anhänglichkeit eines Rehbocks wird in derDeutschen Jäger­zeitung" berichtet. Im Mai vergangenen Jah­res brachten dem Berichterstatter Holzfäller ein eben gesetztes Bockkitz, das nach ihrer Angabe von seiner Mutter verlassen war. Die Aufzucht des kleinen Findlings gelang sehr gut und es setzte im nächsten Jahre ein Gehörn auf. Dann aber wurde das Tierchen so dreist und auf­dringlich, daß es sein Besitzer gegen Ende des Juli ins Freie zu setzen beschloß. Man packte dazu den Rehbock in einen Bretterverschlag, um­hüllte ihn mit einem Plan und setzte das Tier 7 Kilometer entfernt im Walde aus. 'Nach fünf Tagen jedoch stellte sich der Rehbock wieder bei seinem Herrn ein, nachdem man schon einige Tage vorher ihn suchend in einigen benach­barten Dörfern beobachtet hatte.

Eine neue Taseifrucht.

Ein Edelobst das es an Wohlgeschmack mit den besten Pfirsichen und Feigen ausnimmt, Idie Kaki- oder Dattelpflaume, soll jetzt auch bei uns in größtem Umfang in den Glashäusern gezüchtet werden. Der wundervolle Obstbaum, der in Mittelitalien bereits vielfach angepflanzt ist, stammt aus Japan oder China und dürfte auch in milderen Gegenden Deutschlands un­ter schwacher Decke im Freien aushalten. Ueber seine Züchtung berichtet I. Anlauf in der Gartenschönhett". Die Reifezeit ist im Glas­haus Ende November bis Januar; die Tem­peratur braucht kaum über dem Nullpunkt ge­halten zu werden, und auch einige Grad Kälte Schaden der Frucht nicht. Wenn die großen le­derartigen Blätter abgesallen sind, vollzieht sich die Reife der Kaki-Pflaumen, die apfelgroß und orangerot sind und für die feine Tafel sehr begehrt werden; sie werden in mußartigem Zustand aus der Schale ausgelöffelt und sind außerordentlich süß. Da die Pflanze anspruchs­los und die Zucht billig ist, dürfte sich dies ei­genartige Obst auch bei uns allmichlich als eine für zahlreiche Familien willkommene Be­reicherung der Tafel einbürgern

teilen. Also bleibt nur das Material Varia-, tionsfähig, und da durchgehend gemusterte scher >Mngmadchenzeitschrist fiel mir eine Stosse nicht jedermanns Geschmack, für volle "^eik ln dle Augen, in der über das Verhält- Figuren sogar sehr unvorteilhaft sind und Bor- "ch zwischen Mutter und Töchtern von den dürenstoffe nur in geringer Auswahl aus den!Achtern selber gesprochen wurde, und ich muß Markt kommen, liegt der Gedanke zur Steige- sagen, daß ich erschrak, als ich diese Aeußerun- rung der Eleganz und des individuellen Cha- Sen las. Da schrieb eine:Mir geht es genau raklers , eines Kleides durch kunstgewerbliche w wie dir, ich kann meiner Mutter gar nichts Arbeiten äußerst nahe. sagen. Es mag Ausnahmen geben, aber in den

Vorläufig spielt ausschließlich die Perlsticke- meisten Familien verstehen sich Mutter und rei au Wendkleidern eine bedeutende Rolle. Tochter nicht. Auch ich habe meine Mutter lieb Sie zeigt sich auf schwarzen Gesellschaftskleidern aber Vertrauen kann ich nicht zu ihr haben ht ornamentalen Mustern auf wirksamstem Woran es liegt? Vielleicht auch daran daß'die sarbi- heutige Zeit ganz anders ist als die Zeit, wo unsere Mütter jung waren. Es ist wohl mit das Schwerste, was eine Mutter erleben kann, wenn sich die Tochter von ihr abwendet, um an­dern Menschen ihr Herz auszuschütten. Uebri- gens glaube ich nicht, daß es Mädels gibt, die ihrer Mutter alles sagen, und wenn» doch, dann 'sage ich: Auch diese Mädels haben eine Freun­din, der sie alles sagen können, denn dies Aus­sprechen ist ganz anders als einer Mutter ge­genüber." Eine andere schrieb:Mir geht es genau so wie dir, und ich muß dir zurufen: Nein, ich kann meiner Mutter kein Vertrauen entgegenbringen, und bei andern finde ich auch besseres Verständnis. Ich beobachte die Men­schen, die mir auf meinem Lebensweg begegnen, und ich muß es als Seltenheit bezeichnen, wenn ich wahre Freundschaft zwischen Mutter und Tochter fand."

Ein englischer Zoologe hat eingehende Utt- . . . . , ~ _ .tersuchungen angestellt über die Schnelligkeit,

sahen und denen es Fremdkörper bedeutet. Dre mit der einige Tiere sich fortbewegen können, Kinder haben diesen Aeußerlichkeiten gegenüber Die Ergebnisse des Gelehrten waren folgende: einen überlegeneren Standpunkt, sie wählen Wenn zwischen allen Vierfüßlern ein Wettren­das, was für sie paßt, und lassen das Ungeeig- neu veranstaltet werden könnte, dann ginge der nete beiseite. Sie überfüttern sich nicht damit Hasenwindhund ohne Zweifel als Siegel her- wie mit fremden Näschereien, denn sie kennen vor. Seine Schnelligkeit beträgt mehr als das alles schon, es ist ein Teil der Umwelt. 1250 Meter in der Minute (75 Kilometer in der Vermutlich wird mit der Zeit dadurch das un- Stunde). Nach dem Hasenwindhund kommt gesunde Hasten und Hetzen und die unerfreu- das Pferd mit 1160 Meter, die Giraffe mit 900 liche Nervosität verschwinden und der Mensch Meter, der Tiger mit 860 Meter, das Renntier wieder zu einer inneren Harmonie kommen. mit 850 Meter, der Wolf mit 570 Meter und

xsm allgemeinen möchte man annehmen, daß der Hase mit 400 Meter. In der Vogelwelt Kinder und Eltern sich in unserer Zeit näher hält die Posttaube den Schnelligkeitsrekord mit gekommen sind als früher. Die Eltern stehen 1200 Meter in der Minute, an zweiter Stelle Qitf bem 9lutontät§[t<uibpunft, ftnb Ifoinmt bei 9IIl)Gtrof$ tnit ctttxxd gctitiflCTer nid)t mehr der Meinung, daß sie unbedingt recht Schnelligkeit. Gegenüber den Vierfüßlern fällt haben, nur weil sie die Ellern sind und die Kin- für die Vogelwelt in die Wagschale, daß die der eben die Kinder. Die Eltern haben sich ver-Vögel ausdauernder in ihrem Fluge sind als jungt, sie lassen die Meinung ihres Kindes zur erstere im Laufen Geltung kommen, verwerfen das Urteil des Kindes nicht ohne weiteres, sondern prüfen es, als wäre es ein Gleichstehender, der es äußert. Dadurch haben wir viel gewonnen. Vielleicht ist es gar nicht ausgeschlossen, daß die so sehr zu beklagende Wohnungsnot in diesem einen Falle glich ihr Gutes hat: nämlich Eltern und Kinder einander näher zu bringen. Die Kinder haben meist kein Kinderzimmer mehr, in dem sie fern von den Erwachsenen ihr Leben ver­bringen müssen, sondern sie sehen und hören,! vas im Hause vorgeht. Früh schon begreifen >e die Interessen der Eltern, nehmen teil an1 hren Kümmernissen und Freuden, von denen die Kinder einer früheren Zeit keine Ahnung halten. Aber ganz ebenso leben sich auch die Eltern auf die- kindlichen Jdeenkreise ein. Sie wissen, was in den Schulstunden vorgeht, sie kennen die kleinen Freundinnen, es gibt kein Afühl der jungen Seelen, das ihnen entgeht. Warum also sollte das erwachsene oder Heran­wachsende junge Mädchenkein Vertrauen" zu einer Mutter haben können? So lange ist es a meistens noch gar nicht her, daß die Mutter elber ein junges Ding war, das mit Herz- llopfen in die Tanzstunde ging oder von einem Anbeter einen allerersten Veilchenstrauß (für 5 Pfennig) geschenkt bekam. Auch die Mutter Hai j die gleichen Stufen durchlebt, die heute die.' Tochter durchmacht. Wenn sie sich allerdings auf den veralteten Standpunkt der Unantastbar­keit und Unfehlbarkeit stellt, muß sie sich nicht wundern, wenn sie da Scheu erntet, wo sie Vertrauen finden möchte, und wenn die Kin­der durch einen Abgrund des Nichtverstehenkön­nens von ihr getrennt sind. Eine Mutter kann im Verhältnis zu ihren Kindern nicht mensch­lich und natürlich genug sein, dann können so bittere Worte, wie diese jungen Mädchen sie ausgesprochen, nicht geäußert werden.

Else von Hollander-Lossow.

.18, Jahrgang. ______

Die Sahara

Trocknen die Wüsten weiter aus?

Die Frage, ob die Wüsten weiter austrock­nen oder ob es möglich sei, durch künstliche Be­wässerung sie wieder bestedlungssähig zu machen, ist aus volkswirtschaftlichen Gründen oft und viel erörtert worden, wobei die merk­würdigsten Theorien austauchten: die einen meinten, die ganze Erde trockne aus, wie eine welke Zitrone, die anderen glaubten, sie könn­ten das Weltmeer in die Wüste leiten und da­mit das Klima ändern. Die Wirklichkeit ist in­dessen, wie überall, einfacher als alle Theorie:

Ueber die lydische Wüste, also das Gebiet der Sahara zwischen Tripolitania und Dar­fur, liegen jetzt gründliche Untersuchungen über das Grundwasser vor, die eine Lösung jener Fragen ermöglichen. Die Tiefe der zahlreichen Brunnen nimmt nach dem Binncnlande stetig zu, dem ansteigenden Gelände entsprechend, oft Brunnensohlen liegen also ungefähr in einer Ebene, die auf einen zusammenhängenden Grundwasserspiegel schließen läßt Da es in der Wüste so gut wie. niemals regnet, sah man als Spender des Grundwassers gern den Nil an, der gewissermaßen einen unterirdischen Ne­benfluß entsandte. Diese Anschauung erweist sich als unhaltbar, denn das Grundwasserge­fälle geht nicht von Ost nach West, sondern von Südwest nach Nordost. Folgen wir dem Ge­fälle aufwärts, so stoßen wir in der Nähe des Tzadsees auf ein Sa.idsteingebirge, das Regen-j fälle hat, wenn auch selten und von geringer Mächtigkeit. Der zerklüftete Sandstein ver­schluckt den Regen, der bis zu einer undurch­lässigen Schicht durchsickert. Daß die geliefer­ten Waffermengen nicht bedeutend sind, ergibt sich aus dem geringen Druck der meisten Brun­nen; dieser Druck aber vermindert sich sichtlich nach Osten: der Schluß liegt nahe, daß der Nil kerneswegs Spender, sondern Abnehmer des Grundwassers ist.

Tatsächlich kennt man eine solche Abfluß- stclle: beim Dakkatempel zwischen Assuan und Korosko. Das Brunnenwasser hat dort eine Temperatur von 87 Grad, während der Nil 6p Grad, zeigt, .Der. tägliche Wfluß an dieser stelle wird' auf-53 000 Quadratmeter ange­nommen, der Gesamtabfluß zum Nil auf 250000' Quadratmeter gegenüber der eigenen Was- serinenge von täglich 180 Millionen Quadrat­meter verschwindend wenig, aber sozusagen der Lebenssaft der Wüste. Nun hat der Nil in historischer Zeit sein Bett um 4 Meter tiefer eingeschnitten; da dieser Prozeß natürlich stän­dig fortschreitet, ist eine weitere Anzapfung des Grundwassers als Folge anzunehmen: diese I Wüste trocknet also tatsächlich aus. Aber dies! Ereignis darf nicht auf alle Wüstengebiete derl Erde verallgemeinert werden.