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22t. 18. 18. Jahrgang.

Staffelet Neueste Nachrichten

Sonnabend, 81. Januar 1988.

rl-

Goebel.

E. F.

trag.

1

Verbesserungen bei -er Post.

Längerer Schalterdienst und vermehrte Anstellung.

W Wlot Summer umM 12 Setten

Redaktion: Leitnaa kkerdinand »och Serantwortlich für den politischen teil Rau: für den loka'en and Heimatteil Rndoli Seonemann: kür den unterbaltenden teil German Sonett: iür Tvori ttttä Technik Serben SvrtS: PSow . Redakteur «duard @<6o I e*»elleL Srueiaen: Berannvort» lich Sonrad Wachsman«. Druck und Der!-- Saiieler Neueste Nachrichten lKerbinaud Koch. Sattel)

an den Geist der Dichtungen lösten lebhaften Beifall aus. -tz-

Aus -em Kirchlichen Leben.

Der ehemalige Gutsbezirk Fasanenhof gehört noch zum Kirchspiel Wolfsanger, obwohl die politische Vereinigung mit der Stadt Kassel

bereits durch Gesetz vom 4. Januar 1926 er. feint ist. Es sind aber zurzeit Verhandlungen zwischen den beteiligten Ktrchengemeinden im Gange, wonach der ehemalige Gutsbezirl Fasa- ncnhos auch kirchlich nach Kastel eingemetndet 'erden soll Traden auf dem Berge tut Bel- vederegarien ist inzwischen ein evangelischer Gottesdienst eingerichtet worden, der von den Pfarrern der Brüdergemeinde allsonntäglich um 10 Uhr vormittags abgehalten wird. Diese Gottesdienste wurden seither recht zahlreich be­ucht, ein Beweis dafür, daß ein Bedürfnis da­für vorhanden.

bis 13 (bisher 12) und 1518. Postamt Kassel- Bettenhausen von 812,30 (bisher 12) und von 1418,30 (bisher 18). Postamt Kassel-Wtl- helmshöhe von 8-13 (bisher 12) und von 14 bis 18,30 (bisher 18 Uhr). In allen Außen­bezirken des Postamts 1 sowie im Ortszusteü- bezirk der Postämter Kassel-Bettenhausen und Kaffel-Wilbelmshöhe wird die dritte Bries-Zu- tellung eingesührt. Im Bereich der Postagen­tur Wolfsanger findet eine zweimalige Zustel­lung statt. Die Vormittags-Zustellung beun Postamt S wird auf einige Bezirke, die letzt erst nachmittags bestellt werden, ausgedehnt.

Taubstumme und Schwerhörige.

Nicht am kommenden Sonntag, sondern am Sonntag, den 29 Januar, findet in der Brü- derkirche um halb fünfzehn Uhr Taubstummen­gottesdienst und um halb sechzehn Uhr Schwer- hörigengot'esdienst statt.

tan-wirtestreik

im Kreise Homberg ab 20 Januar?

In einer überaus gut besuchten Versamm­lung der Kreisbauernschaft Homberg, in ver die allgemeine Notlage der Landwirte beleucv- tet wurde, fand folgende vielsagende EntsckDe- ;ung Annahme: Ta alle unsere Vorstellungen über unsere Notlage bisher keinen Erfolg ge­bracht haben, so fordern wir diktatorischen Schutz unseres Berufsstandes und beschließen, daß wtr ab 20. Januar sämtliche Käufe von Kunstdünger Kraftfutter und Maschinen einstellen. Wir "mb unter den setzt bestehenden Umständen nicht mehr in der Lage unseren betriebswirtschaftli­chen und steuerlichen Verpflichtungen nachzu­kommen.

Auf wilhelmshöhe

beim Kur- und Verschönerungsverein.

Mit einer musikalisch-geselligen Abendunter­haltung in dem hübschen Sälchen des Pensions- Hauses Wilhelmshöhe trat der Kur- und Ver­schönerungsverein Wilhelmshöhe wieder einmal in die Oeffentlichkeit. Der Verein war auch im vergangenen Jahre bestrebt, durch Aufstellen von Bänken im Parke von Wilhelmshöhe ange­nehme Ruheplätzchen zu schaffen. Auch der Reinertrag des gestrigen Abends soll dazu ver­wendet werden weitere Bänke an dem Promena­denweg aufzustellen. In diesem Jahre will der Verein versuchen, den von der Hunrodsterrasse zur neuen Drusel führenden früher sehr gern begangenen Hunrodsweg wieder herzurichten. Der Abend, bei dem wie früher eine Anzahl Mitglieder sich künstlerisch betätigten, nahm einen netten Verlauf. Mit großem Beifall empfangen und bedacht wurde Max Walter, der mit sei­nen kleinen Ehanssons für Stimmung sorgte. Gut assistiert wurde er dabei von Kapellmeister

Veranstaltungen am Sonnabend.

Staatstheater:La TraviMa, 19.30 Uhr. Kleines Theater:Vom Teufel fidwlt.

E-v. Bereinshaus: FümvortraaS. M. MB

Kind. .

Ufa:Die grobe Parade. ,

Kino des Westens:Königin Suite.

Palafttheater:Ter Todeslafso' undHöchst«» lernt. _ , ,

Apollo-Theater:DaS Feldgericht. Chassalla:Der falsche Prim Harro Tpmela Paulaner: Bockbierfest.

Parkschlöhchen: Kappenabend mit Dan,. Marstallschänke: Preisfchietze«.

Bockbierfeste:Börse,Wrrth undLoh- mann.

Wohlfahrtsamt in Nöten!

Eine wilde Szene im Rathaus.

Eine wüste Szene spielte sich gestern im Rat­haus ab. Eine .gewisse Person, die da glaub­te. von der »freien Liebe allein nicht leben zu können, ging zum Wohlfahrtsamt, um sich dort eine Unterstotzung zu holen. Selbstverständlich mußte das Amt es ablehnen, dieser Damen ir­gend welche Unterstützung zu zahlen. Das schien tc im Voraus gewußt zu haben, denn eine grö- ;ere Zahl vonFreunden" hatten sich mit ibr eingefunden. Der ablehnende Bescheid brachte die »Dame so in Wut. daß sie wie eine Wahn- inniae zu toben begann. In feiner höchsten Not rief das Wohlfahrtsamt das Zusluchtshetm an, dessen Vertreter auch sofort erschien

Durch daS Toben des Mädchens, das durch ämtsiche Zimmer rannte und einen heillosen Spektakel machte, wurde dasPublikum auf­merksam und nahm für dieDame" Partei. Ein Generalangriff auf das Wohlfahrtsamt setzte ein. sodaß die Schutzpolizei eingreifen mußte. Als das Mädchen abgeknhrt werden sollte, ging der Krach von neuem los und nur mit schwerer Mühe konnte die Schutzpolizei die Angriffe des ^.Publikums" abwehren.

Erst nach langer Zeit und auf Umwegen ge­lang es, das Mädchen zum Zufluchtshcim zu bringen, wo es vorläufig über seine Torheiten

14 Tage Bockbierfeste.

Polizeistunde 2 Uhr.

Die Gründe für die vor kurzem angeregte Verlängerung der Polizeistunde »nährend der Zeit der Bockbierseste und karnevalistischen Abende Haden bei dem Polizeipräsidenten volles Verständnis gefunden. Für die Zeit vom 21. Januar bis einschließlich 5. Februar ist die Po­lizeistunde generell bis 2 Uhr verlängert worden. Es wird hierdurch ermöglicht, daß die Lokale zu gleicher Zeit ihre Bockbierfeste abhal­ten können und andererseits ist Sorge getragen, daß der.Bockbierrummek" nicht über die Zeit hinaus ausgedehnt wird, in die solche Feste fallen. Der Landrat dos Landkreises Kassel hat für die an Kassel angrenzenden Orte eine generelle Polizeistunden-Verlängerung abge­lehnt. Und nach dem 5. Februar . . . beginnen die Maskenbälle I -rl-

913 (bisher 12) und 1518 (bisher 1417).«Auftreten kräftiger Schneefälle sührte sind kalte Postamt 5 (Kaiserplatz) von 813 und 14,30 Luftmassen südwärts vorgedrungen. Ä-ie hatten is 18. Postamt 6 (Holländische Straße) von 8 aber nur stellenweise leichten Frost gedracvt. bis 13 (bisher 12) und 1518. Postamt Kassel- Ein sehr kräftiger Tiesdruckwirbel liegt nun ois 13 <°-soer w «no i»- wieder über Island. Er wird bei seiner

cftlicbcn Wanderung auch bei uns zum Auftre­ten einer milden Südwestströmung und zu Re­genfällen führen. .

Aus -em Vereinsleben.

Karneval in Niederzwehren.

Zwehren geht vor. ES will feine noch vor­handene Selbstverwaltung auch dadurch be­kunden, daß es Fremdenverkehrspolitik treibt. Zu diesem Zweck hat es jetzt nicht nur die Po­lizeistunde der von Kassel angepaßt, es macht auch seinen Karneval Die Durchführung hat der ArmbrustschützenvereinHorrido" übernom­men und zwar steigt das Fest an demselben 4. Februar, an dem in Kassel die Jäger, und Schutzen feiern. Prinz Karneval-Palast ist die Goldene Aue".

Bei -en Hausfrauen.

Der erste gesellige Nachmittag dieses Winters tot Kasseler Hausfrauenverein in denBürger­sälen brachte einen Film über den Werdegang der Schokolade. Das rollende Band führte in das Wunderland der Tropen, der Heimat des Kakaobaumes mit feinen süßduftenden Bluten­dolden und gurkenähnlichen Früchten, dem schon Sinne den Namen Theobromm-Götterbaum gab. Dort lernte Ferdinand Cortez bei der Er­oberung Merikos den aus den Bohnen herge- stellten, noch sehr bitteren, viel noch roh zuberei- teten Trank kennen, der ihm aber besonders kräftig und erfrischend erschien. Er brachte die Früchte nach Spanien, wo es in den Hofküchen bald gelang, durch Zusatz von Zucker und Ge­würz aus ihnen ein sehr viel edleres Getränk, unfern jetzigen Kakao, herzustellen. Was aber würden die damaligen Schokolotiers für Augen machen, hätten sie den daraus folgenden nor­mierten. rationierten HerstellungHirozeß des Kakaopulvers bis zur feinsten Trüfselschokolade in Schmuckpackung am fließenden Bande mit­ansehen können. Das ganze Zauberland der ntn^rnen Technik wurde dem Beschauer im Film beim Anblick der lustig hüpfenden und tanzenden Maschinen erschlossen, man verspürte förmlich den warmen Brodem dampsender Schokolade in all dieser Betriebsamkeit. Unsere Hausfrauen schieden mit dem erleichterten Ge­fühl. daß Schokolade keinesfalls nur als Ge­nuß- und Luxusmittel zu werten fei, sondern tot Küchenzettel, die umständlichen mit Kalorien übersättigten Puddings recht oft ablösen sollte, ein Stück Schokolade zwischendurch genossen, wirkt kräftigend und nervenbelebend und nicht immer als reine Naschsucht zu bezeichnen ist...I

Ehrung für Frau Krauß.

Der Jahresbericht des Hausfrauenvereins hebt besonders hervor, daß der Verein sich unter der Leitung von Frau Margarete Krauß, die im Okwber vorigen JahreZ ihr Amt als erste Vor­sitzende niederlegte, zu der heutigen Höhe ent­wickelt hat. Alle, die mit Frau Krauß zusam­men gearbeitet haben, wisse», wie sie sich stets aufopfernd für den Verein eingesetzt und ihre ganze Arbeitskraft ihm gewidmet hat. Der größten Dankbarkeit und Anerkennung darf Frau Krauß gewiß sein. Daß sie als Ehren­mitglied auch fernerhin dem Verein und allen Mitarbeiter» verbunden bleibt, wird alle mit Freude erfüllen, die ihre Arbeit zu schätzen wissen.

Kolonialfrauenbund.

Eine große Mitgliederzahl vereinigte sich in den behaglichen Räumen des Frauenklubs zu einem Teenachmittag, in dem Geheimrat Al­brecht über das Memelland, seine Umge­bung und Bedeutung sprach. Memel ist die älteste Siedlung des Ostens, älter als Danzig und Königsberg. Wie zähe von der Bevölkerung des Memellandes der Kampf um ihr Deutschtum geführt wird und was sie deshalb zu erleiden hat, das ahnt man in Mitteldeutschland kaum. Nur wett sie deutsch sind, müssen Kaufleute, Re­dakteure und andere die Heimat verlassen! Trotz­dem bleibt jeder Fußbreit des Landes deutsch, jede Welle ist deutsch, jeder Kirchturm, der zum Himmel ragt, ist deutsch. Für die Bevölkerung des Memellandes ist es von großem Wert, daß es fühlt, wie sehr doch noch die Verbundenheit mit dem übrigen Deutschland fortbesteht und deshalb sollte mehr und mehr durch Vorträge das Interesse für den abgettennten Osten ge­weckt werden. Eine Anzahl prächtiger Lichtbil­der vom Memellandbund zur Verfügung ge­stellt illustrierte den hochinteressanten Vor-

I» den nächsten Tagen werden in Kassel verschiedene bemerkenswerte postalische Ver- kehrsverbeflerunge» eingeführt werden. So sind fortan geöffnet: die Schalter im Postamt (Königsplatz) und Postamt 2 (Hobenzollern- stratze) von 813 und von 1419 (bisher 18). Sonnabend Paketschalter durchgehend von 8 bis 19 Uhr. Postamt 4 (Frankfurter Straße) von

liebe Gäste bei uns zu vereinigen, die bei ge­meinsamer Lektüre, bei gemeinsamem Musi­zieren (und Zuhören k) bei angeregter Unter» Haltung leibliche Genüsse gar nicht entbehren. Bei der Geselligkeit am dritten Ort, wird man wie das im Ausland üblich ist immer wieder an Klubs denken, die zu gründen für einzelne Vereinigungen bei der jetzigen wirt­schaftlichen Lage unmöglich ist, statt dessen sollte man an die Errichtung einer Volkshauses schreiten, in dem genügend Räume für die Ju­gend sowohl wie für das reifere Alter vorhan­den fein müssen. In der anschließenden Aus­sprache wurden noch verschiedene Vorschläge ge­macht, alle aber waren darin einig, daß eine Wiederbelebung der früheren Gesellschaftssitten für die heutige vollständig gewandelte Zeit un­möglich sei. E. F.

Neue Wege -er Geselligkeit.

Der Bund für Frauenkleidung und Kultur veranstaltete einen Teeabend. Frau Lisa Mel­chers plauderte dabei über neue Wege der Ge­selligkeit. Wie der Bund vor zwanzig Jahren den Mut fand, der Frauenkleidung neue Richt­linien zu zeigen, die überraschenden Erfolg zu verzeichnen hatten, denn sie sind heute von Frau Mode vorgeschrieben, so soll jetzt ein neuer Weg gefunden werden, die deutsche Ge­selligkeit zu veredeln. Die Jugendbewegung die Anfang des Jahrhunderts einfetzte und alles Alte, Ueberkommene ablehnte, hätte den Mut gehabt, andere Wege zu gehen auch in den gesellige» Veranstaltungen, da kam der Krieg und unterbrach jede dieser Bestrebungen Nun beginnt man heute mit der Wiederbele­bung der Geselligkeit, die schon Tradition ge­worden war, bei der die materielle» Genüsse sehr im Vordergund stehen, zu der fast immer große Geldmittel vorhanden sein müssen. Jetzt soll der Bund, der nicht mehr den größten Hochdruck auf Kleidung zu legen braucht bei seinem Namen, das Wort Kultur betonen, und er soll versuche», eine neue Kultur in die For­men der Geselligkeit zu tragen, denn auf Form muß man selbstverständlich achte». Aber wie unsere Vorfahren eine klassische Art der Gesel­ligkeit pflegten, so muß es auch uns gelingen, vielleicht durch

offene Abende"

Nriegsjag- auf Su-auueger.

Englands jüngster Tropenfeldzug.

Khartum, 20. Januar An einer militärischen Operation nehmen z. Zt. ein Flugzeuggeschwa­der, Kavallerie, eine sudanesische Maschinenge­wehrbatterie, sieben Kompagnien Infanterie. Kamelreiter und Pioniere teil. Und zwar will man die Mörder des englischen Haupt­manns Fergusson und zwei aufrühre - rische Zauberer mit ihren Anhängern ver­folgen. Die Operationen sind infolge des un­günstigen Geländes und bet großen Beweglich- kett der Eingeborenen ungemein schwierig.

Wenn die Mine kracht.

Warschau. 20. Januar. (Eigene Drahtmel­dung.) Auf dem Pionier-Uebungsplatz der Festung Nuwogeorgiewsk explodierte aps nicht ftstgestcllten Ursachen eine Mine. Ein Soldat wurde getötet, drei wurden schwer verletzt.

Der Tornado nie GvttkSgettzel.

Newyotk, 20. Januar. Ein von heftigem Regenguß begleiteter Tornado in Südohio unb Kentucky hat Gebäude umgeweht, Bäume ent­wurzelt unb hat Leitungen zerrissen. Zwei Vor­orte von Cinrinnatti würben hart mitgenom­men. Viele Gebäude find teilweise zerstört. Ein Reisender wurde im Automobil von einem herabfallenben Gesimsteil erschlagen. Viele Personen wurden verletzt, darunter auch Schul­kinder.

Tödlicher Nlngkamps im Qliftletcnfiub.

Stettin, 20. Januar. (Privattelegramm.) Bei einem Ringkampf im AthletenklubBotz" kam der Ringer Wesendorf so unglücklich zu Boden, datz er einen Bruch der Wirbelsäule er­litt. Im Krankenhaus erlag er der schweren Verletzung.

<8me Schresensfiunde am Hochofen.

Hörde, 20. Januar. (Privattelegramm.) Bei einer Explosion brach plötzlich der Hochofen durch davorstehenden Wasserkessel. Es entstand eine und der glühende Eiseninhalt ergötz sich an den gewaltige Detonation. Eine Mauer wurde ein­gedrückt und die Ofenbühne brach zum Teil ab. Vier Arbeiter erlitten zum Teil schwere Ver- letzungen.

Grüner in der neuen MlnisterwLrde.

Berlin, 20. Januar. (Durch Funkspruch.) Der Reichswehrminifter Grüner machte heute vormittag dem bisherigen Minister Dr. Geßler sowie General Heye und Admiral Zenker seine Aufwartung. Morgen vormittag wird Getzler feinen Nachfolger de» Herren des Ministeriums vorstellen.

Der Rauchsalon in der Sturzwelle.

Kopenhagen, 20 Januar. (Eig. Drahtmeld.f Eine gewaltige Sturzsee spülte auf dem faröerischen PaffagierdampserSmiril" den Rauchsalon, in dem sich drei Damen und zwei Herren aufhielten, über Bord. Die Insassen des Salons ertranken. Die Sturzwelle hatte fast de» Dampfer zum Kentern gebracht.

Wo» Wird mH Waldeck?

Berlin, 20. Januar. (Privatinformation.) Tie Verhandlungen zwischen der preußischen Regierung und dem Lande Waldeck über seinen Anschluß an Preußen dauerten Nachmittags noch an. Die Aussichten find noch nicht geklärt. IS. a. Deveschenteil 1 S.)

Geprellte Einbrecher.

Vergebliche Suche nach Lohngeldern.

Eine hiesige Kohlenfirma, die Freitags stets eine ziemlich große Summe für Lohngelder be­nötigt, besorgte dieses Geld schon am Tage vorher und verwahrte diese Gelder in der Nacht zum Freitag in dem Geldschrank des Bü­ros. Einbrecher bekamen auf irgendwelche Weise hiervonWind" und faßten den Ent­schluß in das Büro einzubrechen. Heute nacht zertrümmerten sie die Scheibe eines Fensters und drangen in das Büro ein. Doch vergeblich . . . gerade in dieser Nacht waren die Gelder da, wo sie sicher sind . . in der Bank. Obwohl die Diebe alle Behältnisse durchsuchten, sie muß­ten unverrichteter Dinge wieder abziehen.

Weitere Einbrüche.

Andere Diebe erbrachen das Handwerks­zimmer eines Neubaues und stähle» hier eine größer Menge Draht und das gesamte Hand­werkszeug. Am hellen lichten Mittag erbrachen Langfinger den Schaukasten eines Juweliers in der Bahnhofsstraße und stahlen daraus eine größere Anzahl goldener Ringe. -l.

nachdenkendarf", /

cokalnachrichten vom Tage

-r- Der zensierte Nachtspuk. Auf allgemeinen Wunsch hat sich der Kurhesstsche Presseverband entschlossen, den Film des PressefestesNacht- spuk in der Redaktion" für alle, bte das Presse­fest nicht besuchen konnten, in einem Kasseler Licht spiel.deater vorzuführen. Nachdem der Polizeipräsident die Vorführung auf dem Pres­se fest genehmigt hatte, ist der Film nunmehr von der Reichsstlmprüfstelle in Berlin zur öf- eittlichen Vorführung im gesamten Deutschen Reiche auch vor jugendlichen Personen zugelass-n worden. Fer Film wird in der kom­menden Woche totn Kasseler Shno des Westens gezeigt

Für unb toiber die Getränkesteuer. Wäh­rend das GärungSaewerbe den Kampf gegen die vom Deutschen Städtetag verfochtene Wie­dereinführung der Getränkesteuer aufgenomen hat, bildete sich ein Werbeausschuß für eine sol­che Wiedereinführung und Erhöhung sogar, der hier von General Bauer und Stadtmedizinalrat Dr. Kedding geführt wird und für Anfang der nchste» Woche eine öffentliche Versammlung einberufen hat. Die hinter diesen Vorgehen stehende Abstinnentbewegung beruft sich auf den Städtetag. Mit Gegenmaßnahmen ist zu rechnen.

Konzert des Lyzeums mit Studienanstalt. Am Dienstag veranstaltet das hiesige städtische Lyzeum mit Studienanstalt 8 Uhr abends ein Konzert im Festsaal der Stadthalle. Es kom­men polyphone Ehöre von Durante, Jadas- sohn, Mendelssohn, Schumann, Brahms und Reinecke zu Gehör, außerdem Kammermusik und Orgelvorträge.

-T- Im Zeichen des Bocks. Die Bockbierfeste setzen ziemlich kräftig ein. So in dem rosig aus- gezierten Gobelin-Saal desZeppelin" bei flot­ten Weisen der Kapelle Schröder und lustiger Papierschlangenschlacht. Eine sehr gefällige Ausschmückung ladet imParkschlößchen" von Paul Goldmann zum Verweilen ein. Dessen Hauskapelle spielt frisch-fröhlich zum Tanzen auf. Reizender Bänderschmuck umfliegt den großen Elefanten vonMampes Guter Stube und auch drinnen in der Bierklause verschafft eine wirkungsvolle und dezente Ausschmückung eine anheimelnde Stimmung. Hier lautet die Parole: G. m. b. H. , , , Gehn mir bei Häns­chen . . . Meinke!

Ein teures Schäferstündchen. Ei» aus­wärtiger, hier nur vorübergehend sich aufhal­tender Künstler befand sich nach einer ausge­dehnten Bierreiseplötzlich" irgendwo mit einerDame" allein. Schon nach wenigen Mi­nuten vermißte er einen größeren Geldschein, den er in der Brieftasche gehabt. DieDame", die jeden Diebstahl bestritt,verließ ihn treu­los. . Die Kriminalpolizei nahm sich des Be­gaunerten an und sucht jetzt das Mädchen, -l. reich in die Erscheinung.

Wenn Kinder mtt Streichhölzern spielen! In einem Haufe der Marktgasse spielte ein zweijähriger Junge mit Streis^ölzern. Dabei geriet das Hemdchen i» Brand und daS Kind erlitt schwere Brandwunden. Rach erster Hilfe durch die Sanitätswache Fuldabrücke wurde das Kind nach dem Landeskrankenhause ge­bracht. Die gleiche Wache wurde nach bet Schlagd gerufen, wo ein anderthalbjähriges Kind eine Kanne heißen Kaffee über sich ge­schüttet hatte, wobei es sich das Aermchen er­heblich verbrannte.

if- Allerlei vom Tage. Beim Abbau einer Mauer in der Jahnstraße brach einem Maurer das Brecheisen, das einem anderen Arbeiter eine schwere Handverletzung zufügte In der Karolinensträße erlitt ein Kriegsbeschädigter einen heftigen Tobsuchtsanfall, der feine lieber« sührung nach der Reuen Mühle erforderlich machte. Auf der Möncheberger Gewerkschaft löste sich Tonmasse und verfchünete einen Arbei­ter Dabei zog sich dieser neben Quetschungen eine bedenkliche Rückgratverletzung zu. In al­len Fällen traten die Arbeiter-Samariter hilf-

Die Wetterlage.

Der Frankfurter Wetterdienst meldet am Freitag mittag: A» der Rückseite des ostwärts wandernde« Tiefdruckgebiet-, das gestern- zum

Letzte Ieveschm

Die Berge schon weiß.

Schwarzwald und Allgäu tief verschneit.

Freiburg, 20. Januar. (Privattelegramm.) Heber dem südlichen Schwarzwald sind starke Schneefälle niedergegangen. Die Höhen haben jetzt eine Schneehöhe von 40 bis 50 Zentimeter. Die Temperaturen liegen einige Grab unter bem Gefrierpunkt.

Kempten, 20. Januar. (Eigen. Drahtbericht.) Gewaltige Schneemaffen sinb heute nacht im Allgäu gefallen. Im Tal wirb eine Schneehö- he von 20 Zentimeter, auf ben Bergen 40 Zen­timeter Neuschnee mit Lawinengefahr gemeldet

Helgolan- wir- arm.

Alkoholzölle durch bas Reich Verbote«.

Helgoland, 20. Januar.

Der Reichsfinanzhof hat in einem Gutachten entschieben, daß bie Gemeinde Helgoland nicht berechtigt fei, einen Einfuhrzoll auf alkoholhal­tige Getränke zu legen, ba nach ber Reichsver­fassung bas Reich ausschließlich bas Recht für die Zollerhebung habe und nur Reichsbehörden zuständig find. Der Gemeindevorsteher von Hel­goland hat daraufhin die Einstellung der Zollerhebung verfügt. Die Entscheidung bedeutet für Helgoland einen großen Einnahmeausfall, läßt jedoch die Zollfreiheit bestehen.