Kasseler Nmste Nachrichten
Hessische Abendzeitung
Kasieler Abendzeitung
So« tag, 8. Januar 1928
Fort mit Mteizwist! Erneuert das Reich!
Höllenausruhr der Lüste
London, 7. Januar.
demnächst nach Amerika ein, um mit amerikani schen Finanzleuten über die Einrichtung eines regelmäßigen Flugdienstes über den Ozean zu unterhandeln, der nach seiner Erklärung praktisch durchführbar sei. Das im Bau befind
Der schwerste Sturm seit Jahren. — Biele Tote und hunderte Verletzter in England. Fliegende Bäume und Dächer.
Schrecken sfadn auf dem Bodenfee.
Konstanz, 7. Januar. (Privattelegramm.) Bei schr starkem Westfturm erlitt der Boden- soedampfer „König Karl", auf dem sich u. a. sechzig Passagiere auS Berlin befanden, aus der Seemitte einen Maschinenschaden, sodaß er den rasendenElementen preis
liche Luftschiff werde hundert Personen befördern und ein wahres fliegendes Hotel darstellen.
gegeben war Auf seine Notsignale, Kanonenschüsse und Leuchiraketen hin, ging ein Hilfsdampser ab. Mittlerweile hatte ein Mo- tortrajektkalm den Dampfer ins Schlepptau genommen. Unweit des Hafens jedoch riß das Drahtseil. Auch das Schleppseil des Hilss- dampfcrs riß. Nach zwei Stunden konnte das Schiff in den Hafen bugsiert werden.
* * *
Alles wankt unö stürzt.
Großkampftag für die Kölner Feuerwehr.
Köln, 7. Januar.
Bei dem gestrigen schweren Unwetter mutzte die Feuerwehr wiederholt eingreifen. Reklameschilder, Fensterscheiben und dergleichen wurden zertrümmert. Eine Mauer vom Garten des erzbischöflichen Palais wurde niedergeriffen. Ein zwanzig Meter hoher Schornstein wurde nicdergelegt, der das Dach des Fabrikgebäudes durchschlagen hat. Vierzig Meter hohe Leiter gerüste wurden fortgeweht. Wie durch ein Wunder kamen Personen nicht zu Schaden.
Nummer 7. Amtliches Organ der Stadt Kaffe»
Amtliches Organ der Stadt Kaffe! 18. Jahrgang
London, 7. Januar.
Heute früh trat die Themse bei Westminster über die Ufer, sodaß der Straßenbahnverkehr ruhte. Beim Parlament erreichte das Wasier den Fuß des TurmeS mit der Parlamentöuhr. An den Brücken und am ganzen Ufer standen „gestrandete" und verlassene Straßenbahnwagen. Die Unterführung bei der Westminster- Brücke stand vier Fuß unter Wasser. Miniatur- Wafferfälle entstanden bei den Obelisken. Ein Uebungsschiff schwamm in Straßenhöhc. Auch
3m fliegenden Hotel nach Amerika
London kommt uns zuvor. — Mit amerika nischem Kapital. — Luftriesen für hundert Passagiere.
Das ift Lichnowsky.
Das letzte fürstliche Botschafterpaar.
Neben de» wenigen Ebeoaare« mit zwei fiebert, teuften Persönlichkeiten wie ikrwierstecher Weih und die Bildhauerin Rease Siatenis, Mar Palleaberg and 'vrioi Massaro, das politische Ehepaar Tiegsricd »ad Katharina von üar- dorfs-Oheimb steht das sürstliche Eb-va-r Lich- «owsk«. Diese» letzten kaiserliche« Diplomat«» in London bat man an der Seite seiner Ge« mahlia nnd seiasinaige« Dichterin Mclchthild« mit für den tragischen Irrtum über Englands Gesinnung »ad Halt«»« beim Ausbruch des Weltkriegs verantwortlich gemacht.
Nachdem Fürst Lichnowsky unmittelbar nach der Statsumwälzung viel in der Presse hervor« getreten war, schwieg er sieben Jahre lang, und erst jetzt ist von ihm ein zweibändiges in* teressantes Werk: „Aus dem Wege zum Abgrund. Londoner Berichte, Erinnerungen und sonstige Schriften" erschienen, dessen Vorwort mit dem lapidaren Satz endet: „Ein Vertrag mit Rußland, der uns vor der Gefahr eines Kriegs nach zwei Fronten schützte und wir brauchten weder Bündnisse noch Rüstungen!" Ob er die politische Lage in England in den letzten Tagen vor der Kriegserklärung richtig beurteilt bat, darüber wird die Geschichte entscheiden. Jedenfalls ist es nicht angängig, ihn allein zum Prügeljungen für diese Erklärung zu machen. Das geschah in weiten politischen Kreisen, z. B. im Großen Hauptquartier. dem der Fürst in den ersten Wo- chen nach dem Kriege zugeteilt war. Mn schrieb dort mit Kreide auf die Rückwand seines Autos: „Hier fährt ein guter Mensch, man bittet, ihn zu schonen", mit dem Erfolg natürlich, daß der
Fürst sich tief gekränkt auf seine oberschlesischen Besitzungen zurückzog. Dort entstand 1916 als Rechtfertigung für seine Familie und seine engsten Freunde die berühmt gewordene Denkschrifl „Meine Londoner Mission 1912 bis 1914". „Haben! sna fata li- belli" sagt ein lareinischcs Wort (Auch die Bücher haben Schicksale.) Lichnowsky gab die nur mit einigen Durchschlägen auf der Schreibmaschine geschriebene Schrift nur drei seiner Vertrautesten, u a Geh-Rat Witting, deni Bruder Hardens Witting gab entgegen der ihm vom Fürsten anferlegten Bedingungen ein Exemplar auf vierundzwanzig Stunden dem zum Generalstab? kommandierten Hauptmann Jürgen von Beerfelde. Dieser, ein Wahrheitsfanatiker, fiel bei der Lektüre auS allen Wolken behielt die Denkschrift einige Tage, schrieb sie ab und sandte ste dann in Abzügen an fünfundsiebzig der prominentesten Deutschen aller Parteien Natürlich kam die Schrift auch an die Entente, deren Propaganda ste mit großem Eifer alS
gefundenes Fressen in Millionen von Eremplaren verbreitete. Heute lebt der Fürst fern vom politischen Kampfe, im Sommer im Schloß Kuchelna im Kreise Ratibor, im Winter in einer Villa im Berliner Westen. Er treibt nationalökonomische und historische Studien und bewirtschaftet mit kaufmännischem Geschick seine großen Besitzungen in Deusch- Obcrscklesien und in der Tschechei, die er dadurch äußerst ertragreich gemacht hat, daß er als erster im Kriege die Wichtigkeit des Flachsbaus erkannt. An seiner Seite widmete sich die Fürstin M en ch t h i l d e, eine bayerische Gräfin Arco, ihrer schriftstellerischen Arbeit. Schon kurz vor dem Kriege veröffentlichte sie ein entzückendes Buch über Aegypten. Später folgten zwei Schauspiele und zwei zarte, psychologisch unendlich seine Romane „Der Stimmer" und „Geburt". In ihrem Aeußeren freilich hat die Fürstin etwas sehr energisches, und als man vor kurzem in der Zeitung las, daß sie am Lützowplay ein Paar
durchgehende Pferde aufgehalten
habe, wunderte sich niemand ihrer Freunde und Bekannten. Mxchihtlde Lichnowsky liebt die natürlichen Menschen, haßt die snobs und verachtet die Steifheiten des Zeremoniells. So wippte sie ; B nach einem Essen beim Kaiserpaar und dem Eercle um die Kaiserin, bei dem ste sich entsetzlich langweilte, abwechselnd mit ihren Füßen, deren Fußspitzen sie eifrig betrachtete. Entsetzen der Gräfin Brockdors und aller Höflinge. Diese Verachtung aller Etikette behielt die Fürstin, als ihr Gatte 1912 als Botschafter nach London kam. Beim Antrittsdiner wurde dem König, der neben ihr saß und wegen einer Magenverstimmung kein Eis essen durfte. alS Nachtisch eine leichte Wiener Mehlspeise serviert, die sehr appetitreizend aussah und der Fürstin Lichnowsky schmackhafter als Eis schien. Sie zeigte daher lebhaft auf die Speise und sagte, plötzlich inS Deutsche fallend, in bayerischem Dialekt:
i außerhalb Londons stehen tieferliegcnde Teile unter Wasser.
London, 7. Januar. (Eigene Drahtmeldung) Das Hochwasser der Themse, durch das die tiefer liegenden Viertel Londons in Mitleidenschaft gezogen wurden, hat auch drei andere Städte überschwemmt. In London selbst ist das Wasser zurückgegangen und die Straßenbahn wieder in Betrieb. In den Straßen am Themse- user stand das Wasser vier bis fünf Fuß hoch, sodass die unteren Stockwerke verlassen werden mußten. Ein Mann wurde im Schlos von den Fluren überrascht und ertrank.
Di« Raffelet Neuesten Nackrt-dten erf»einen rodttientlt» 'echsmal twÄmtna«#. Der übonnementepreie beträai Jih den Monat L- x bet freier Zuitelluna n- Haus in bei GefLSnsftelle abaeboli !.-*> X Dunb die Post monatlich 2.— X ansfchließl'ch Austellunaoaebüdr. öernforecker 951 und 952 Für anverla«ai e naetrndte Beiträge kann 6t e Redaktion eine Verantwortung oder Weroäbi in ke'nem fratk übernehmen Rückiahluaa des «etngsgeldeS ober Anfvrüche weazn etwaiger nicht orbnnngdmSßtger Lieferung tft anSgefchlosten — Postscheckkonto Ärinffnrt a M flammet RSün Dntelnummer 10 4 Sonntaadnummer 20 4
Der Zwietracht ins Herz!
Wenn Deutschland wieder mächtig werden soll.
Berlin, 7. Januar. Etwa hundert führende Persönlichkeiten auS Politik und Wirtschaft find heute zur Konftutuierung eines Bundes zur Erneuerung des Reiches zusammengetre- tcn, der fich die Aufgabe pellt: Beseitigung der parken inneren Reibungen, unter denen nicht nur das Verhältnis zu dem Reich und den Ländern, sondern auch unser ganzes öffentliches Leben feit langem leidet. Der Zusammen- schlutz erfolgt unter Ausschaltung leder parteipolitischen Richtung. In dem Aufruf heißt es: Rur unter äußerster Kraftanspannung gewinnt die Ratton nach diesem Sturz ihre Stellung im Kreise der Völker. Aber eS fehlt in dem unerläßlichen Fundament für jeden Aufstieg an der inneren Einigkeit. Es gilt, jeden Streit
Das Meer bricht in London ein
Bis am Fuß des Parlaments. — Wasserfälle in der Stadt.—Tie Straßenbahn schwimmt. Das Schiff in der Straße.
dann werden für die Gesamtausgaben politische Kräfte frei, die heute im Inneren gebunden find und aufgezehrt werden. Es ist des deutschen Volkes unwürdig, zu warten und die Hände in den Schoß zu legen, bis eines TageS die Vormundschaft seiner Gläubige r an die Tür pocht. Ans Werk, laßt kraftvoll weiter wirken, was ihr begonnen habt! Fort mit dem Streit über Einzelsagen. Stellt die Einheit des Reiches voan! Sucht die neue Form für das alte Reich.
London, 7. Januar.
Einer der schwersten Stürme der letzten Jahre hatte gestern in ganz England eine Durchschnittsgeschwindigkeit von 85 Meilen in der Stunde. Sechs Menschen kamen umS Leben, hunderte wurden verletzt und großer Sachschaden angerichtet. Viele Straßen wurden durch umstürzende Bäume versperrt, die an einer Stelle auf Kraftwagen und Omnibusse fielen. Auch Züge wurden aufgehalten. Dächer wurden vom Winde hinweggcfegt. Londons Krankenhäuser nahmen über 20 Personen auf. Auf einem umstürzenden Gerüst fielen acht Arbeiter vierzig Fuß tief und wurden alle verletzt; drei von ihnen schwer.
Halbe Wahrheit ist Lüge.
WaS PoinearL mit den Dokumenten bezweckt
London, 7. Januar.
AuS Paris wird bekannt: Von der Veröffentlichung der Kriegsdokumente find alle jene Urkunden ausgeschlossen, die Abmachungen der einstigen Alliierten betreffen. Frankreich handele damit nach den Richtlinien, die Großbritannien befolgen werde.
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festgefahrenen deutschen Rechtstriarier sollten nun andererseits nach bewältigtem Schulpensum nicht starr an ihren Sesseln kleben und die regierungswilde Opposition sta, mit Lorbeeren bedecken oder... blamieren lassen, so gut wie sie kann. Nichts könnte den weit vorgeschrittenen Kreditschwund der Rechtsgläubigen trotz aller Entsagungsopfer stärker beschleuniveu als die freilich haltlose aber unwiderlegliche Beschuldigung, durch ihren drohnenhaften Trägheitstrotz die große, von drüben natürlich „heiß gewünschte" Ve.ständigungs- und Räumungsaktion sabotiert zu haben. F. R.
zu enden durch eine klare Abgren- zung der noch st rilligen Belange. Durch organische Gliederung der Ver- w a l t u n g ist eine Erneuerung des Reiches her- beizuführen Dem Reiche muß in allen wichtigen Fragen die Entscheidung zustehen. Dieser Festigung der Reichsgewalt mutz eine hohe Selbftverantwortlichkeit entsprechen, mit der die Glieder des Reiches ihre Aufgaben erledigen. Tritt so anstelle von
Kampf und Reibungen, Einigkeit und Klarheit,
Taten find faffer.
Katastrophenbilanz. — Zuviel Wahlschaum.
Mit einer schrillen Dissonanz, einem Hohngelächter der Hölle trat das neue Jahr sein Ami an, als blindwaltende Dämonen in Gestalt von Gas und Ammoniak sich in einem Kühl-Fleisch- keller zusammen ballten, um in einer Sekunde des Entsetzens eine Berliner Mietskaserne bis ans Dach wie ein Stück Pappe aufzureißen und ' das Traum- und Lebensglück von einem Dutzend । bescheidener Bürgersleute und unschuldvoller . Kinderengel in den Abgrund von Tod und Ber- < zwetflung zu stürzen. War es wieder jene un- ; berechen- und unabwendbare Kreuzung elemen- , rarer Erdgeister, deren schaurige Zufälligkeiten ■ uns schon im vorigen Katastrophenjahr das Blut : erstarren machten? Oder reckt sich hier ein feuriger Warnungsfinger aus der Großstadtstein- wüste für alle beamteten und privaten Men- । schenfreunde auf, sich Sicherheit und Wohlfahrt ; ihrer Schützlinge etwas dringender angelegen zu lassen? Kann die unselige Schicksalsverkettung morgen über jede ähnliche Fabrikanlage und Nachbarwohnstätte hereinbrechen? Werden Kriminalisten und Sachverstä.tdige in dem Wust von Blut und Trümmern nicht wieder die Spur zum Herd der Ursache verlieren und in schmerzlicher Resignation die Hände sinken lassen? Sollte es nicht an der Zeit sein, sich von der gefährlichen Freundfchaft mit dem GaS, das beim Ausströmen in ein paar Stunden als Knallgas die furchtbarsten Verheerungen anrichten kann und immer wieder anrichtet, so rasch wie möglich loszusagen und sich ganz der sehr viel harmlosener und bequemeren Elektrizität zu verschreiben? Ueber zwanzig Opfer klagen mit verbrannten und zerfetzten Leibern an, und für vierzig, fünfzig andere ist das Leben für immer trotz aller Wohlfahrtsund Samariterhtlfe mit schwarzen Schleiern verhangen. Nicht nur die Heimgesuchten, auch die Oeffentlichkeit verlangen, daß alle erdenkli- ■ chen Sicherheitsfaktoren und schärfste Kontrolle aller Instanzen ein drittes Inferno dieser An . und von diesen Ausmaßen unmöglich machen
Ueberhaupt scheint es wiedermal an der Zeit 1 daß sich die Handlanger oder Mondscheinwand- 1 ler im sturmumknallten, an allen Ecken und En- - den klappernden Staatsneubau wieder etwas 1 vordringlicher den durch Ritzen und klaffende Spalten hereinfegenden Winternöten zuwenden. Mit dem husterischen Wahlgetute der Partei- trompeten lockt mau keinen Hund vom Ofen, viel weniger, daß man frierenden Rentnern eine warme Suppe, unfreiwilligen Eckenstehern Arbeit ober Zusammengepferchten ein eigenes Dach über den Kopf schafft, Dinge, die jedem Deutschen der Verfassung nach zustehen, leider meist nur auf dem Papier. Und wenn nun noch infolge Versagens der Transportmittel (vereiste Flüsse, unzureichender Zugladeraum usw.) vielleicht auch törichter Preispolitik die Kohlen in Haushalten und Betrieben zur Neige gehen, wenn die Preise lustig weiterklettern (der Lebenshaltungsindex schnellte von 150,6 im November auf 151,3 im Dezember, wobei die Preissteigerungen für Eier, Gemüse, Kartoffeln nur zum Teil durch nachgebende Fleischpreise ausgeglichen wurden, während die Bekleidung sich weiter verteuerte) wenn die Konkurse bedenklich aufwärts und die Konjunkturkurven abwärts gleiten, dann sollte auch der wildeste Wahltambour sein Kalbsell einstweilen an die Wand hängen unb auf praktische Abhilfe unb selbstlosen Samariterdienst am Volksganzen in erster Linie bedacht sein. Auch dulden Strafrechts- und Länder- Verwaltungsreform, Liquidationsschädengesetz und Etatab- fchluß keinen Aufschub, wenn man schon das Schulgesetz vor allem wegen ber unerschwinglichen Kosten auch ben toetnenben Zentrums- unb Rechtsparteikindern überlasten könnte. Aber wenn neuerdings wieder ein eisiger Wind aus der Fürst en ecke ber Standesherrn pfeift, denen bekanntlich Preußen wegen übertriebener Aufwertungsansprüche die Auszahlungen gesperrt hat, dann erscheinen die Täglein der Rechtskommandeure in der Wilhelmstraße doch sehr gezählt, denn die Linksantipoden lassen keinen Zweifel daran, daß sie auch diesen Streitfall zum Prüfstein der Treue zur Republik in ber RegierungSehe zu machen gewillt sind.
Daß einer HalS über Kopf zusammengewähl ten Linksregierung etwa bie gebratenen Tauben ihrer schon im Mai neugebackenen Pariser Kollegen in ben hungrigen Munb fliegen würben glaubt im Ernst boch kein Mensch. Unter Poin- eares Stabilisierungsbakel werben bk artigen Linksfranzöslein genau so nach der Stcherheits flasche schreien wie in der Wiege des Rechts blocks, unb ber künstlich aufgezogene Kinder-, schreck im Elsaß Wirb sie nicht zu knapp ein- schüchtern. Aber die außenpolitisch vollständig
Der Lustfahrtdirektor Abg. Burney schifft fich IDas 3tiefenmuttenct)iff für Flieger schwimmt Philadelphia, 7. Januar (Privattelegramm.) Tas Riesenflugzeug-Mutterschiff, dessen Bau mehr als 40 Millionen Dollar gekostet hat, trat heute feine Jungfernreise an Sieben Schlepper mußten eS von der Werft in den Kanal ziehen. Die Besatzung zählt 2000 Mann.