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Kasseler Neueste Nachrichten

Hessische Abendzeitung

Kasseler Abendzeitung

Nummer v. Amtliches Organ der Stadt Raffel Sonnabend, 7. Januar 1928. Amtliches Organ dar Stad« Raffel 18. Iahrgan'^

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Die Kasseler Siegelten Nachrichten erscheinen wdchentltch ledtettuU nachmittag». Der Ldonnementdoret» beträgt kür den Monat 8. X bei freier Zustellung ins Hu us in der iSekchäitSkelle ebaebolt 1.80 X Durch die Poü monatlich 2. X ausichlieültch SuüellunaSaebLbr. frernfcrediet 951 und 952 Mr unverlangt eingesandte Beiträge kann die Redaktion eine Berantwonuna oder (Beroäbt in keinem Mlle übernedmen Rückzadlung d«» BezugSgelde» oder «nkvrüche wegen etwaiger nicht ordnungsmässiger Sieferaag ausgeschlossen. Postscheckkonto Mankkart a M Nummer 6880. Einzelnummer 10 4 ZonutagSuummer 20 4.

Kohlevuot und schleichende Regierungskrise.

Hoch hinaus!

Träume hinter Mussolinis Stirn.

Von Dr. Paul Rohrbach.

Mussolini hat neuerdings mit einer großen Geste den Block der lateinischen Nationen an das Firmament gemalt und Briand erklärt, er hege das feste Vertrauen, daß zwischen Frank­reich und Italien sich alles zum Besten wenden werde. »Faschistische Unterführer aber enthüllen inzwischen die wirklichen Forderungen der vom Faschismus gelenkten italienischen Außenpolitik und gliedern sie in die folgenden zehn Punkte, in denen unmißverständlich gefordert wird: Be­teiligung an Tanger als Schlüsselpmikt zum Mittelmeer; Beherrschung deS Adr irischen MeerS alS Ausfallstraße für Italiens See­handel und Seemacht; italienisch« Kon­trolle über die Donau- und Balkanstaaten, weil Italien nicht dulden kann, daß sich an sei­ner Ostgrenze ein System kleiner, von einer westlichen Großmacht zusammengehaltener, ihm feindlicher Staaten bildet (gemeint ist natürlich Frankreich). Weiter stehen in dem Faschiften- programm unbehinderte Expansion und Auswanderung für Italiens BevölkerungSüber- schuß, Bürgschaften für die Italiener in Frank­reich und seinen Kolonien, Neuverteilung der Mandatsgebiete in Asien und Afrika, neue Absatzmärkte in den Kolonien und 10. die Tei­lung deS MittelmeereS: Italien könnte leicht die Vorherrschaft Frankreichs im west­lichen Mittelmeer ertragen imb durch schmerz- hafe Opfer sie sogar besestigen helfen jedoch müßte Frankreich dann auch seinerseits durch Opfer die Vorherrschaft Italiens im östlichen Mittelmeer anerkennen.

Dies afo ist daS Programm deS FaSzisten- cäsaren, das allerdings merkwürdig gegen die gut geheuchelten Lieberbeteuerungen absticht, unter denen soeben der FreundschastSpakt mit Jugoslavien erneut besiegelt wird. Drei Ab­schnitt« schalen sich deutlich heraus: Adria und Balkan, Kolonien, Teilung des Mittelmeer- deckens in ein sranzöstscheS und ein italienisches Einslußgebiet. Da» Adriattsche Meer wird gegen Jugoslawien gerade so alS ,mare noftro" rekla­miert wie vor dem Kriege gegen Oesterreich, und aus der Abwehr französischen Protektorats über die Balkanstaaten entwickelt sich die Forderung nach einem italienischen: die Gefahr von Osten könne nur gebannt werden, wenn Italien selbst dort maßgevend ist! WaS von Manen an Kolo­nien offen verlangt wird, ist Syrien. WaS nicht so offen genannt, aber gleichfalls verlangt wird, ist die Südküste von Kleinasien, die ja schon einmal alS Hauptbeutestück nach dem Weltkriege Italien vertraglich ,»gesprochen war, nur daß die Türken kamen und die italie­nischen Ansprüc^ ins Meer warfen. I« alle­dem erkennt man die Phantasien wieder, die Mussolini mehr als einmal über die Wiederher­stellung desImperium Romanum* durch das moderne Italien von sich gegeben hat. Wenn die Balkanhalbinsel, wenn Syrien und ein gro- ßeS Stück der kleinafiatischen Küste zu italieni- fchen Einflußzone, zum italienischen Mandat oder Protektorat werden, dann ist, mir Aus­nahme NordafrikaS, ungefähr daS o st­röm i fch e Reich in dem Umfange r e st a u r i e r 1, wie es unter Justinian dastand Dafür will der FaSoismuS daS westliche Mittel­meerbecken den Franzosen überlassen, und unter denschmerzhaften Opfern*, die er eventuell bereit ist, Frankreich zu bringen, sind Kor- sika, Nizza und Savoyen zu verstehen, welch beide letzteren an Napoleon III. als Preis für seine Hilfeleistung gegen Oesterreich abgetre­ten werden mußten. Schließlich aber kommt doch dem fascistischen Größenwahn etwas wie eine Ahnung, daß den Franzosen die Zumutung eines solchen Geschäfts lächerlich Vorkommen könnte, und er bietet ibnen, um den Pakt etwas lockender zu machen, eine kräftige Zusatz­garantie zu der schwachen von Locarno an

Man braucht die Frage nicht zu erörtern, was England zu diesem neuen Römerreich von der Tiber bis zum Bosporus sagen würde, oder wie die fascifttschen Phantasiepolitiker mit dem Widerstand der kräftigen Balkanvölker und der modernen Türkei fettig werden wollen. ES ge­nügt, darauf hinzuweisen, daß kein italienischer Soldat jemals imstande sein wird, es mit dem französischen Poilu aufzunehmen, und daß eS für Frankreich die Abdankung als Groß­macht bedeuten würde, wenn eS sich die Er­laubnis. Korsika und Nizza behalten zu dürfen, damit erkaufen wollte, ein italienisches Großreich entstehen zu lassen Wir werden vom deutschen Standpunkt aus französisch-ita­lienische Auseinandersetzungen, mögen sie fried­lich oder unfriedlich sein, stets den Beteiligten überlassen. Trotzdem ist eS nützlich, fick die Geister, die dort spuken, gelegentlich näher a n z u s e h e n.

Volksentscheid über Waldeck.

Der Antrag ee den Innenminister vollgültig abgesandt.

Willingen, (Waldeck), 6. Januar. (Privat- telegramm.) Gestern wurde an de« ReichSmi- uister deS Inner« der Antrag auf Zulassung eines BolksentscheidS über die Frage des An- schluffes deS Freistaates Waldeck a« Preußen

ab gesandt. Dem Antrag waren 3927 Unter- schriste« von stimmberechtigte« Waldecker Bür­gern beigefügt. Bei ea. 33000 stimmberechtigten Waldecker« ist dir Zahl der Unterschriften mehr al» ausreichend.

etttfemann tm Krankenbett.

Berlin, 6. Januar. Außenminister Dr. Stre- semann ist an einem Bronchialkatarrh mit star­ker Affletion der oberen Luftwege erkrankt und muß für die nächste Zeit daS Bett hüten.

Sin netter vreflevertreker,

Berlin, 6. Januar. Der Berliner Berichter­statter eines Pariser Blattes, der sich über die Neujahrsfeier der Berliner Bevöllerung in ver­lebender Weise geäußert hat, hat sich beim Reichspressechef Dr. Zechlin, wegen des Berichtes entschuldigt und eine Richtigstellung in seinem Blatt in Aussicht gestellt.

Sie lassen uns zappeln.

Amerika rührt keine Hand für Reparationen.

Washington, 5. Januar.

Schatzsekretär Mellon schloß sich heute dem Dementi deS Staatssekretärs Kellogg betreffend die Einberufung einer Weltkonferenz zur voll­ständigen Lösung der Reparations- und der Kriegsschuldensrage an. Einer der Berfaffer deS DaweSplanes erklärte u. a: Die Festsetzung der deutsche« Gesamtschuld ist im Dawesplan ausdrücklich vorgesehen. Kein Bernü itfti­ger glaubt, daß Deutschland die 33 Milliarden Dollar Kriegsschuld je aufbringen kann. Dieses Problem bedarf deS Studiums zahlreicher in­ternationalen Konferenzen imd die Lösung der Genehmigung durch die Parlamente vieler Staaten. Hierfür find die alliierten Gläubiger allein zuständig. Amerika hat damit nicht» z u t« n.

Dis schleichende Keife.

Kompromiß oder Auflösung wegen Schulgesetz. Berlin, 6. Januar.

Zur Lösung deS Reichsschulgesetze», die im Rahmen der Koalition gesucht werden soll, äußert sich ein Bolksparteiblatt: Wenn daS Zen- trum nicht auf die Ecksteine seine» schulpoliti- scheu Programm» verzichten will, so wird die Deutsche Volkspartei wohl ebensowenig bereit

fein, grundsätzliche Anschauungen preiSzugeben. Einem Rechtsblatt zufolge bringen alle Betei­ligten für die neuen Verhandlungen, die sich vor allem um die Frage der Einsichtnahme in den ReligionSunterericht und um die Behandlung der Simultanschule drehen werden den besten Willen mit. Möglichkeiten eines Kompromisse» seien durchaus vorhanden und gerade die kühle Abwägung aller Möglichkeiten habe zur Klärung der Lage beigetragen. Sollte da» Schulgesetz wider Er-n.rte« scheitern, so wird in parlamen­tarischen Kreisen allgemein die Auflösung deS Reichstages, aber keine Umbildung der Regierung erwartet. Auch in diesem äußersten Falle soll unbedingt mindesten- der Etat noch erledigt werde«.

Kohlenkrieg in Berlin.

Zurückhaltung wegen der Preises

Berlin, 6. Januar.

Berlin sah gestern im Norde« und Osten große Tumulte vor den geschloffene« Kohlen­kellern. Tausende von Haushaltunge« sind feit Tagen ohne jedes Feuerungsmaterial. Die Zu- rückhaltung der Brikett» wird mit der nahe be­vorstehenden Entscheidung de» Arbeitsministers auf Pie Sohlenerhöh i'NgsauirSge für Briketts in Verbindung gebracht.

Die Totengräber graben.

Schon der 18. in Berlin. 25 Opfers

Berlin, 6. Januar.

Die AufräumungSarbeiten an der UnglückS- stätte in der Landsberger Allee wurden die ganze Nacht fortgesetzt. Heute früh wurde die Leiche eines etwa vier Monate alten Kindes geborgen. Man nimmt an, daß eS fich um den Bruder des gleichfalls umgekommenen zwölf Jahre alten Heinz Lorey handelt. Doch bedarf es noch der Identifizierung, da ein gleichaltriges Kind ebenfalls noch vermißt wird. Die Zahl der Todesopfer ist damit auf achtzehn gestiegen. Es werden noch etwa sieben Personen vermißt.

* * *

Aehnlich wie in Berlin.

GaSerplosion im Fleisch-Kühlraum. Diesmal ans dem Schiff.

Rotterdam, 6. Januar. (Eigene Drahtmel- fcitng.) Auf einem Dampfer entstand beim Ber- ladeu von Gefrierfleisch in den K ü h l r S u m e « eine Ammoniakexplosion Bon den auSströmenden Gasen wurde der SchiffSkoq und ein Hafenarbeiter getötet. Ein zweiter Hafenarbeiter konnte im letzten Augen- bttck gerettet werden. Eine plötzlich umfallende Treppe hatte die Gasleitung befchädigt. (S. a. Kaste« Innenseite.)

Gesperrte Fürstengewer

Weil sie auf über hundert Prozent Aufwertung klagen.

Die Fürsten S-lmSak», Salm-Horstmar und der Herzog von Are»,berg klagen gegen den preußischen Staat auf Aufwertung ihrer Renten über hundert Prozent. Darauf hat sich der preußische Finanzminifter Höpker- Aschoff veranlaßt gesehen, die Abschlagszahlun­

gen sofort zu sperren, die a« die fürstlichen Ren­tenempfänger feit 1923 gezahlt worden find. Ebenso hat er die Abschlagszahlungen für die­jenigen Standesherren gesperrt, deren Ren- te« u. a. auf Leibeigenschafts- und ähnlichen Rechte« fußten.

Der jüngste Kronprinzenpulsch.

I« Konstantinopel aufgeflogen. Wie fi« Carol kröne« wollten.

London, 6 Januar. In Konstantinopel wurde eine geheime Organisation aufgedeckt, die <ich angeblich die Rückkehr des rumänischen Kronprinzen Carol zum Ziele gesetzt hat.

Große Mengen Flugschriften, die in Rumänien verbreitet werden sollten, wurden beschlagnahmt. Der Führer der Bewegung ist der zum Tode verurteilte aber emkomene Mohammedaner Adri Betz aus der Dobrutsch».

Sie werden immer dreister.

Revolverschüffe bei KempinSki. Berlin, S. Januar.

In dem bekannten Weinlokal von Kempinski im Kurfürstendamm wurden gestern abend die (Säfte von einem jungen Burschen, der mit vor- g. aktenem Revolver in das Lokal eindranq, zur Hergabr ihrer Wertsachen ansgefordert. Der

Er will die Gäste berauben.

Geschäftsführer stürzte fim auf den Täter. Er versuchte, ihn zu Boden zu schlagen, doch in die­sem Augenblick gab der Bursche drei scharfe Schüsse aus den Angreifer ab und brachte ihm eine Schutzverletzung an der Hand bei. Hinzu- sp ngenden ästen gelang es rinn den Ränvrr zn überwältigen.

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Heute ist die Organisation der Verlage» Ullstein eine Sehenswürdigkeit erste« Ranges. Dm sechs Tageszeitungen, di« dort erscheinen, ist je eine verschiedene Aufgabe gestellt: jedes dieser Blätter hat eine besondere Redaktion und dennoch herrscht engst« Zusammenarbeit mit dem Verlag. Aehnlich organisiert find die Redaktionen der sieben Zeitschriften. Die Re­daktion de» Buchverlages wieder gliedert sich in drei Gruppen, die belletristisch«, die geistes­wissenschaftliche und di« naturwissenschaftlich­technische. Getrennt von den Redaktionen ist der ungeheure Nachrichtendienst, der Ullstein- Dienst, der 46 Haupt- und 152 Unterkorrespon­denten im Reich, außerdem 36 Hauptkorrespon- deuten im Ausland beschäftigten. Zum Emp­fang dr» telephonischen Nachrichtendienstes dient eine eigene Aufnahmeabteilung. Dort sind drei Dienstleiter, achtzehn Telephonsteno­graphen und fünfzehn Sprecher fortlaufend im Tag- und Nachtdienst beschäftigt.

Sehenswert ist auch da» Archiv, das Zei­tungsausschnitt« au» der ganzen Welt und allen Gebieten des Wissens sammelt. Dem Tert- archiv ist ein Bilderarchiv angegliedert. Heute nimmt «4 «inen Pitch von vierhundert- sechzig Quadratmeter ein. Aehnlich großzügig gestaltete fich auch die Entwicklung deS Anzei­gewesen» und di« der Expedition. DaS HauS Ullstein hat heute sechsundsechzig Filialen und sechSundfunfzig Agenturen, wobei eine Fi­liale niemals mehr als 15000 bis 20000 Abon­nenten zu versorgen hat. Die Filiale dient auch alS Anzeigenannahmestelle. Der Buch- und Zeitschriftenvertrieb ist gleichfalls nach Be- Zirken aufgeteilt; getrennt davon arbeitet der Versand. Aus dem Packraum dieses Verlages gehen wöchentlich 32000 Kisten, Balken und Pakete hinaus. Gewaltig in den Dimen- stonen ist natürlich auch die Lohnabteilung. Im v?ahre 1926 betrug die Gesamtsumme der Ge­hälter und Tantiemen für Redaktion und kauf­männische» Personal fast zehn Millionen M a r k, wozu an Löhnen für da» gewerbliche Personal und die Botenfrauen noch zwölf Millionen traten. Die Druckerei der Ull- stein-Hause» selbst zerfällt heut« in Setzerei, Photographie, Schwarz- und Farbenätzerei, Stereotypie und Galvanoplastik, RotationS- u. Schnellpressendruck, Offset-Tiefdruck u. Buch- druckerei. Di« Druckerei unterhält ein eige­ne» Laboratorium, das ein Chemiker leitet. Hier werden die eingekauften Rohstoffe geprüft. Auch ein eigenes Farbwerk wurde er­richtet und ein« eigene Walzengießerei. Zur bessern Ausnutzung der Papierrollenreste wur- den Papierschneide- und Papierausrollmaschi- nen aufgestellt. Dem BetriÄsbureau ist nicht weniger anvertraut al» die Sorge für vier Die­selmotoren für 2300 PS, drei Dampfmaschinen, zwei Umformeranlagen, 67 ZeitungSrotations- werke, 61 JllustrationSdruckwerke, 56 Schnell- pressen. 68 Setzmaschinen, 12 Ofsetpreffen und 5 Tirfdruckmaschinen. Besondere Werkstätten, eine Schlosserei, Tischlerei, Uhrmacherwerkstatt. Korbflechterei et«, stehen in der Kochstraße wie auch im Druckhaus Tempelhof zur Verfügung.

Daneben besteht eine eigene Einkauf?- zentral« für Papier, Farbe und sonsti­ge» Material, ferner ein Materiallager, da» tausendfünfhundert Quadratmeter umfaßt. Im Jahre 1926 wurde« insgesamt sechzehn Mill io- nen Mark für Druckpapier verausgabt. Auch der Fahrpark «nffpricht der modernen Phanta- sie. Die ,B. Z.' zum Beispiel wird in Provinz­hauptorte und Bäder mit eigenen Flug­zeugen befördert, innerhalb der Stadt ver­kehren 21 große Morgenpostlastwagei, und 80 ,D. Z.*-Auto». E» gibt auch eine eigene Auto­reparaturwerkstatt. Aber da» ist noch lange nicht alle». Da gibt e» noch die eigene Po st­und Telephonzentrale, aus der täglich 21000 Briese, Postkarten und Propagandadrucksachcn abgesandt werden; di« Telephonzentrale stellt täglich 27000 Fernverbindungen und 16 000 HauSverbindungen her. Dem Haufe Ullstein steht ferner «in großer votenapparat zur Der- Fügung. Der Bureaumaschinenpark ist ebenso reich auSgestattei und neuerdings wurde eine eigene Funkbetriebsanlage eingerichtet. Schließ- lich sei erwähnt, daß das Gesamtunternehmen der Ullstein A.-G. im Jahre 1927 rund 8000 Arbeiter und Angestellte beschäftigte, darunter 200 Redakteure. Dieser gewaltige Angestellten­stand veranlaßte das Haus Ullstein zu einer großzügigen Srniolpolitik. Da gibt es einen eigenen Sportklub Ullstein, va gibt es Speise-