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Kasseler Neueste Nachrichten

Kasseler Abendzeitung

Aesstsche Abendzeitung

Freitag, 6. Januar 1928

Setzt sich Amerika mit Europa auseinander?

Da« Wunder einer Sternschnuppe

Wozu hat man den Völkerbund

Italien« Wafsenschmnggel «ach Ungarn unter der Engländerlupc.

spondenlen zufoh

damit, datz eine Sonderkommiffion

Waldecker Anschlntzfrage

Mit Kanonen gegen...das Gis

Die Donaugefahr bringt auf Wien vor.

Wien. 5. Januar.

Ausmaßen, die mehrere

borbereiten der einer für die Mitte dieses Iah reS einzuberufenden internationalen Konferenz vorgelegt werden solle.

heit bereits in die Hand genommen. In etwa vierzehn Tagen werde vielleicht schon etwas Näheres bekannt sein. Jedenfalls scheint der Gedanke der Bezirksschwimmbäder zu marschie» ren. Auch die

Doch fünf Tote, vorunter drei Frauen.

Berlin, 5. Januar. (Durch Funkspruch.' Nach den letzten Feststellungen find bei dem plostonsunglfick leider fünf Todesopfer zu be Nagen und zwar außer drei Frauen der 47 Jahre alte Wilhelm Scheithauer und feine 33 Jahre alte Frau Berta. Bei den Aufrämungsarbei ten wurden durch herabstürzende Mauersteine

Wien erreichen. Unterhalb von Preßburg wird

*' " " des EiseS ge-

t sich um eine Ak-

Nummer 5. Amtliches Organ der Stadt Raffel

Also -och:

Reparation«- und Schuldenkonserenz in Sicht.

Newyork, 5. Januur. (Durch Funkspruch.« Das Staatsdepartement soll zur Jett einen kla­ren Plan für eine umfassende Regelung der Re-

Amtliches Organ der Stadt Raffel 18. Jahrgang

Wann sprechen wir mit Stete-3lorB

Berlin, 5. Januar. Man kann in den nächsten Monaten noch nicht damit rechnen, datz die drahtlosen Verbindungen mit Newyork regelmä­ßig hergestellt werden können, denn bekanntlich bereitet die Verständigung zwischen London und Newyork noch sehr erhebliche Schwierigkei­ten, deren Beseitigung den Technikern bisher nicht restlos gelungen ist. Auch die drahtlose Verständigung Berlin-Buenos Aires liegt noch in weiterer Ferne, wenn auch die Ver­suche unter Benutzung der Kurzwellen ausge­zeichnete Ergebnisse gehabt haben.

Der Fuchs lm Eisen.

Eine große Niete für Paris. Der Amerikapakt ist unser Vorteil.

gibt. Dieser Gedanke sei endgültig gefallen. Ein bestimmter Kreis, der unbedingt ein 5>al- lenschwimmbad erfordere, habe die Angelegen­heit bereits in die Hand gr vierzehn Tagen werde vie

finnigen, beim -------- ..... .. . ----

über die Szent Goithard-Afsäre zu beantragen. «Bekanntlich haben österreichische Zollbeamte

Berlin, 5. Januar.

In der Landsberger Allee ereignete sich heu­te eine verheerende Explosion. In der Kühlan­lage einer großen Schlachterei hatten sich Am­moniak-Gase entzünvet, die das Houpigasrohr des Hauses zerstörten. Die Flammen spiongen aus daS Gas über, wobei die Kellerrämnc zer­stört und zwei Stockwerke schwer beschädigt wurden. Bis jetzt wurden drei Tote und fünf­zehn Verletzte geborgen. Man vermutei daß noch viele Tote unter den Trümmern liegen, da die Schlafzimmer der Bewohner z. T. zerstört """ ...

Zm Baus 6es Loder.

Bis zum vierten Stock Spure« de« Entsetzen«.

Berlin, 5. Januar.

ten wird, was die erst« Untersuchung dieser Art bedeuten würde.

Das Grundstück bietet ein grauenvolles Bild der Verwüstung. Die sechs Meter breite Seite des Hauses ist vollständig abgerissen und auf unbebautes Gelände abgestürzt, wo eine Riesenmasse von zehn Metern Höhe, die aus Mauerblöcken, Balken, Brettern und Möbelstücken besteht, der Ausräumung durch die. . -

Feuerwehr harrt, die die ganze Nacht arbeitete. c,n ~ ronbntetf.er und zwei Feuerwehrleute Die Läden, Gastwirtschaft und Kolonialwarenge-I verletzt. Eine Schnpohundertschaft hilft.

Die Raffel« Neuesten Nochnchien erscheinen wöchentlich sechsmal nachmittags. Der Äbonnementepreie bciräat für »en Monat 2. Jt bet frei« Zustellung :n8 Haus in der tSeichänsftelle abaeholt l.»i Jt Durch bie Poll monatlich 2. Jt ausfchltetzltch Zuftellunasaebübr. tternforetber 051 unb 952 Äür unverlangt etngefanbte Beiträge kann bie Redaktion eine Berantwortuna ober fSewäbr in keinem Kalle übernehmen Rückiablung beS BeiugSgefbeS ob« Snfvrüche wegen etwaig« nicht orbnungSmätziger Lief«ung ill anSaefchlollen. Postscheckkonto kfrankfurt a M Nummer 63Sn Einzelnummer 10 A SonntagSnitmm« 20 A

schäft im Erdgeschoß sind völlig zerstört. BiS zun vierten Stockwerk sind die Wände einge­drückt, andere weisen starke Risse auf und muß­ten abgesteist werden. Die Türen liegen teils am Boden, teils hängen sie schief in den Angeln Schuttmassen bedecken überall den Fußboden In der Luft hängende Wände mußten von den Feuerwehrleuten, die an Seilen gehalten wur­den, mit Aexten abgeschlagen werden, da die Gefahr des Einsturzes drohte. Fast sämt­liche Scheiben wurden zersplittert und über die Straße geschleudert. Der Hof sieht wie ein Krater aus. Es besteht keine Hoffnung, noch Lebende zu bergen.

Slfafferjagd in Straßvmg.

Paris, 5. Januar. (Eigene Drahtmeldung. > In Straßburg wurde in der Aktion gegen dir Autonomisten der Eisenbahnangestellte Lobstein verhaftet.

Anzeigenpreise: Einheimische G-fchaftSanzeigen bie mm.Zeile 10 A. auswärtige GefchäftSanzeigen bie mm-deile 10 A. Kamilienanzeigen bie wm-Zeile 10 A. Kleine Anzeigen aus Raffel da» Wort 5 A, auswärtige kleine Anzeigen bie mm- Seile 10 A, Reklamen bie mw.Zeile 38 A. Cffeitgebübr 25 A (bei Zustellung 35 41. Rechnungsbeträge innerhalb 5 Tagen zahlbar frih bie Richtigkeit aller durch fternfsreäer aufgegebenen Anzeigen sowie für Aufnabmebaten und Plätze kann nicht garantiert werden, tzür Anzeigen mit besonders schwierigem Satz 100 Prozent Aufschlag. Druckerei: Stblmbthofltt. 28'30. Geschäftsstelle: Kölnischestr. 5.

Ter riesige Eisstoß, der sich auf der Donau deshalb zur Beschießung bei Preßburg gebildet hatte, ist rasch gegen schritten werden. Es handeü Wie« stromaufwärts vorgedrungen und dürfte tum von großen Busmai am Sonntag oder Montag die Gegend von Tage dauern wird.

Groß-Kassel.

Die Belange des Stadtteils Wehlheiden.

Und wieder einmal redete Fritz Stück für da« Groß-Kassel der Zukunft. Diesmal was es vor gem Bürgerverein Wehlheiden imGasthaus Semmler, das jetzt Hartig regiert, der von der Unteren Königstraße, vom ehemaligen Zentral- staffee bekannte Wirt. Vorsitzender Lasch be- grüßte eine Versammlung, die über alles Er­warten zahlreich war. Fritz Stück entwickelte im allgemeinen die von ihm bisher schon in Schrift und Wort vertretenen Ideen über die notwen­digen Planungsarbeit für das kommende Groß- Kassel und verweilte selbstverständlich ganz be­sonders bei Fragen, die in erster Linie Wehl­heiden betreffen, so bei seinem Steckenpferd, dem Ausbau der

Kohlenstraße

zur Hauptverkehrsstraße von der Aue bis über den Habichtswald. Bekanntlich möchte er dieser Straße den NamenTruseltalstraße" geben. Lebhaften Beifall weckte seine Aufforderung an die Bürgerschaft von Wehlheiden, sich durch ihren Bezirksverein mit aller Entschiedenheit dafür einzusetzen, daß man einer Verbindung zur Frankfurterstraße und damit zur Aue eine Breite gibt, die den voraussichtlichen Anforde­rungen des künftigen Verkehrs entspricht. Wei­ter komme in Betracht die Durchführung von vier Straßenzügen und zwar eine Verlängerung der Diagonallinie der Germaniastraße bis zur Kohlenstraße", eine baldige Durchführung der Virchowstraße dort, wo sie am Roten Kreuz ab- Zweigt, eine Querverbindung der Lupseldstrafte als Verbindung mit der Wilhelmshöher Allee und vor allem Durchführung der Wittich- und Sternstraße am Wehlheider Friedhof vorbei als eine Verbindung mit Kassel-Süd, die unbedingt notwendig fei. Eine Straße von sehr erhebli­cher Bedeutung würde eine Entlastungsstraße zur Frankfurterstraße im Zuge des Zwehrener We- ges über das Graß fein und damit nach Nieder- zwehren. Was in Wehlheiden bisher besonders übersehen wurde fei die organische Anlage von öffentlichen Plätzen.

So müßten sogar Schulbauten an völlig unge­eignete Plätze verwiesen werden. Scharfe Krt- tif erfuhr wieder die Mulang- und Truseltal- bahn, deren Anlage alle anderen als Verkehrs- erforberniffe diktiert hätten und erneut erhob der Redner die Forderung eines Fernbahn- Hofs zwischen Wilhelmshöhe und Kirchditmold an der Kohlenstraße. Dabei gab es eine ver­schleierte

Anklage wider die Stadt Kassel.

Die eigentliche Haltung der Stadt in der Frage der Köln-Thüringer Schnellzugslinie, so erklärte er unter Berufung auf das Zeugnis eines rhei- nischen Reichsbahnoberrats, der seit Jahren da­für kämpfe, Kassel zu einem westdeutschen Eisen- bahnknotenpunkt z.. machen, werden bewirken, daß Kassel von dieser durch bedeutende Han­delskammern geforderten Linie umgangen werde. Das bedeute das

Grab der Kasseler Verkehrspolitik.

Die Hörer reagierten mit lebhaften Hört-Hört- Rusen und riefen nach der Oessentli-ykeit. Zu einer Art Aussprache führte die Frage des Hallenschwimmbades. Stück' gab der Ueberzeugung Ausdruck, daß das Zentral- schwimmbad begraben sei, daß die Forderung nach einem Bezirksschwimmbad im Aktienpark, einer Berechtigung nicht entbehre Auf diesen Standpunkt stellte sich allgemein auch Dr. Becker, der Herausgeber der bekannten Schwimmbad- Broschüre. Im Laufe der Aussprache wurde dann angebeutet, daß es

lein Schwimmbad in der Aue

<t« blühen noch manche lleberroschungen.

Berlin. 5. Januar. Gegen beit Reichsrecht- Eat will bie Sozialdemokratie stimmen. In der demokratischen Fravion besteht Neigung, bat Eat de« Herrn von Kcudell abzulehnen.

Rom, 5. Januar. (Eigene Drahtmeldung.) DaS Observatorium teilt mit, datz stch heute vormittag einige Minuten lang am Himmel eine in grüner Farbe hell leuchtende Erscheinung gezeigt habe, bie sich deutlich vom klaren Him­mel abhob. Es handelt sich dabei wahrscheinlich parationsfrage und der interalliierten Schulden um eine sehr helle Sternschnuppe.

Briand stellt sich in Amerika um.

Paris, 5. Januar. (Eigene Drahtmeldung.) Laut Pressenotiz hat Briand dem französi­schen Botschafter in Washington Instruktionen gegeben» um die französisch-amerikanischen SchiedSgerichtsverhandlungen von den Ver­handlungen über einen allgemeinen Kriegspakt vollständig zu trennen. Briand habe um Ver­tagung der Verhandlungen wegen Aechtung des Krieges ersucht.

Noch ist es Zeit.

Haltet den Konjunkturumschwung auf.

Wenn auch sämtliche Wirtschaftstagungen nie bestritten, datz die Konjunktur schlecht sei, so ließ man ihr doch noch immer günstige Mo­mente. Run stellt der letzte Handelskammerbe­richt fest, daßder Dezember die Wirtschaft noch auf der Höhe gezeigt habe, die sie im Laufe des Jahres errungen hatte-, daß aberallerdings sich einige Anzeichen bemerkbar machten, die als Vorbereitung eines Rückganges gedeu­tet werden können. Die Konjunktur, die ausrei­chende Beschäftigung ziemlich gewährleistete, war lediglich auf dem Jnlandsgeschäft aufge­baut und mußte infolgedessen zurückgehen, wenn auS irgend welchen Gründen eine Vermin­derung der Kaufkraft oder ein Ab­flauen be« Bedürfnisses stch geltend machte. Die wünschenswerte Ergänzung der Konjunktur durch die Steigerung des Exportes war nicht vorhanden. Im Gegenteil, die Pas­sivität der Handelsbilanz, die im ganzen Jahre durch einen Einfuhrüberschuß von über drei Milliarden Mark gekennzeichnet wird, mußte ein warnendes Zeichen dafür sein, datz es ein Risiko sei, damit zu rechnen, die Höhe des gewonnenen Standes auf die Dauer beibe­halten zu können.

Man hat sich so häufig dagegen gewehrt, daß die Konjunkturtotgerebet* würde, in der Tat aber waren die Warnungen, auf eine Stabilität der Verhältnisse zu bauen, nur zu berechtigt. Wenn es auch falsch ist, nun zu glauben, daß wir mit einem Male einen tiefen Abstieg tun müssen und daß die Wirtschaftskurve gleich ruck­artig sich abwärts senken müßte, so mutz man aber doch sagen, datz eine Verschlechterung, wenn sie auch nur allmählich geschieht, in man­cher Beziehung sehr fühlbar empfunden werden dürfte. Vor allem wird das Steigen der A r b e i t s l o s e n z i f s e r n, bie bereits wieder über eine Million beträgt, Beunruhi­gung schaffen und Abwehrmaßnahmen notwen­dig machen. Auch die Vermehrung der Kon­kurse, die feit dem Oktober eingetreten ist, dürfte keine erfreuliche Erscheinung sein. Daß wir einer Flaute entgegen gehen, geht aber nicht nur au8 diesen beiden Tatsachen hervor, sondern auch der Rückgang des Auftrag­bestandes in fast sämtlichen Industriezwei­gen zeigt die sinkende Tendenz an.

Kommt es wirklich zu einem 'Konjunkturum- fchwung, so hätte das in mehrfacher Hinsicht un­angenehme Folgen. Insbesondere der Reichs- finanzminister, der mit einem all zu rosigen Optimismus fein Budget auf bie Fortdauer des bisherigen Zustandes eingestellt unb feinen Haushaltsplan mit der Einstellung sehr zuver­sichtlich errechneter Posten aus Mehreinnahmen ausballanciert hat, dürfte in arge Ver­legenheit kommen, wenn das Steueiauf- lommen nicht dem entspräche, was er sich vor­gestellt hat. Es brauchten gar nicht einmal all­zu nennenswerte Ausfälle fein, um zu verur­sachen. daß der ganze Etat ins Wanken gerät. Aber auch sonst wären die Folgen eines Abflauens der guten Geschäftslage sehr bitter, insbesondere für die taufenden von Menschen, die dadurch wieder aus die Straße ge­setzt würden und wieder eine harte Zeit ohne Brot durchmachen müßten. Noch ist es, Gottsei­dank, nicht so weit, daß Grund zur Unruhe und Sorge vorhanden ist, immerhin ober sollte man sich letzt schon damit befassen, tote man auch ein allmähliches Abgleiten aufhalten oder paralysieren könnte. Bor allem kann das dadurch geschehen, daß dem Erport größere Sorgsalt gewidmet wird und daß der deutschen Ware im Ausland ein größeres Absatz­gebiet eröffnet wird. Es ist zwar freilich Nicht leicht, auf diesem Gebiete Hals über Kops Terrain zu gewinnen. Aber die ReichSregie- rung könnte denn doch erheblich dazu beitragen, wenn endlich einmal unsere HandelSver- IragSpolitik etwas positiver gestal­tet würde. Gar manche Möglichkeiten würden dadurch geschaffen werden, um deutschen Pro­dukten Abnehmer zu sichern. Es wäre sehr zu wünschen, wenn auf Grund der Weltwirtschafts­beschlüsse von Genf alles getan würde, um diese Verbandlungen zu einem schleunigen Abschluß zu bringen Dann könnte ein Konjunkiurum- . sctzvung. selbst wenn er käme, nicht m:hr so viel Schaden anrichten, wie eS sonst l-er Fall wäre.

London, S. Januar.

Ein diplomatischer Korrespondent urteilt über den Friedenspakt: Die französische Hoff­nung in Amerika, einen neuen Alliierten gegen Deutfchland zu finden, würde sich nicht verwirklichen, da Amerika noch Deutschland in das Abkommen aufnehmen will, wenn Frank­reich die Idee habe, alle Rechte beizubehalten, die sich aus Artikel 16 und anderen Völker bunds-Statuten ergeben, um damit den Böl. kerbund zu feinem In st runi ent zu machen, so würde das beabsichtigte Abkommen mit Amerika dem einen Riegel vorschicben.

Sin grausiges Erwachen

Tod und Verwüstung durch Gas-Explosion im Schlachicckeller.

wirbelte in die Versammlung hinein, ausgelöst durch eine Aussprache über den Zustand un- serer Autostraßen. Hier muß sofort et- waS geschehen, denn gewisse Kreise in Waldeck, so wurde behauptet, verwiesen auf den schlech­ten Zustand der Landstraßen in Hessen gegen­über tadellosen Straßen in Westfalen. Dieses Argument muß ausgeschaltet werden. Nach einer Art Vertrauensvotum für Fritz Stück, der, wie erHärt wurde, von der Stadtverwaltung ge­schäftlich boykottiert werde, kamen

Wünsche an die Stratzenbahn hur Sprache, die sich zu der Entschließung ver-