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Nr. 2 '3.__________________

SeferHoeäptelS t Die einspaltige Petitzeile für ganz Ober- Hessen. die Kreise Wetzlar und Marburg 10 Pfg- sonst 15 Pfg- Reklamen die Petitzeile 30 resp. 40 Pfg.

Redaktion u. Haupterpedttion: Gießen, Selter sw eg 83.

Fervsprecha«schl«ß Nr. 362.

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(Gießener Tagevkatt) Unabhängige HageszeUung (Gießener Zeitung)

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für Overheffm und die Kreise Marburg und Wetzlar; Lokalanzeiger für Gießen und Umgebung. Entbält alle amtlichen Bekanntmachungen der Großh. Bürgermeisterei Gießen, des Großh. Polizeiamtes Gießen und anderer Behörden von Oberhesten. -_UXJJLJII _!» » »II 11 1 1 ""M

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bin Riefen- Gruft.

Das prmhi^che Berggesetz hat in der verflossenen Session des Abgeordnetenhauses und Herrenl>auses eine Abänderung erfahren Auf Anregung des ^bgeorbneten Gamp find beide Häuser des Landtags mit der Regierimg überein- gekommen, eine Art Sperre des Mutungsrechts für mehrere Jahre einzuführen. Bisher mar geltendes Recht, daß jeber^ der unter einem Stück Landes Kohlen vermutete und durch Bohrungen in seiner Vermutung bestärkt wurde, einen voll­kommenen Anspiuch auf Bergwerksbetrieb unter dem be­treffenden Stück Landes erhalten mußte. Das war vielleicht kein ganz gutes Gesetz, weil es zum privaten Besitz machte, was eigentlich Gemeingut war und dem Staat gehörte. Aber das Gesetz hatte auch seine Vorzüge, indem es ben Spüreifer aufftachelte und die Erschließung von Bergwerkeii durch Private förderte. So manches Bergwerk, das jetzt den Reichtum des Landes außerordentlich mehrt, Tausenden und Zehntausenden Arbeit und Unterhalt gibt, wäre noch nicht erschlossen, wenn nicht jenes Gesetz die Anregung ge­geben hätte. Im Lauf der Zeit freilich war der Ansporn überflüssig geworden; man hätte ihn am Ende schon vor Jahrzehnten entbehren und das Anrecht auf die unter­irdischen Schätze bem Staat überweisen können. Gut, daß es jetzt wenigstens geschehen ist. Es wäre vielleickst noch nicht dahin gefomnien, wenn nicht die Internationale - Bohrgesellschaft zu Erkelenz, die das Vohren nach Kohlen mit ausgezeichneten Maschinen besorgte und reichste Mittel, wie sie kein Privater dazu aufwendet, zur Verfügung hatte, eben durch diese Vorzüge ein tatsächliches Monopol und somit gewissermaßen Anspruch gewonnen hätte auf die Mutung aller im Lande etwa noch vorhandenen Kohlenfelder. Sie hatte bereits 100 Normalfelder in ihren Besitz gebracht, und weitere 150 Normalfelder. Waren ihr nach Lage der Gesetzgebung nicht streitig zu machen. Auf diesen 250 Normalfeldern ist Platz für 25 Bergwerke.größter Ausdehnung.

In diesen Tagen nun hat das vielgenannte Kohle n-

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die Vereinigung der Kohlengruben­

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besitzen, der Internationalen Bohrgesellschaft deren ganzen Mutungsbesitz um den Preis von 35 Millionen Mark abge= Faust Das Syndikat hat dadurch einen überaus stattlichen Machtzuwachs erhalten und sich gleichzeitig dagegen gesichert, daß ihm aus den erwähnten 250 Normalfeldern der Bohr- gesellschaft eine Konkurrenz erwuchs. Es verlautet, daß der Staat sich an diesem Erwerb mit 10 Proz. beteiligen will, doch ist Bestimmtes darüber noch nicht verlautbart. Immer­hin darf als sicher angenommen werden, daß die staatliche Bergwerksverwaltung zu dem Kohlensyndikat in ein freund­liches Verhältnis treten und den ihr angebotenen maßgeb­lichen Einfluß auf die Entschließung des Syndikats akzep­tieren will. Es handelt sich dabei um Entscheidungen über die Festsetzung des Kohlenpreises, um die Regulierung der Produktion, unter Umständen auch über die Fetzsetzung der Löhne und sonstigen Arbeitsbedingungen. Von dem Syn­dikat gingen ebenso die Abmachungen über die Betriebsein­stellung in unrentablen Zechen (Stilllegen von Zechen) aus. Der Versuch, diese Materie gesetzlich zu regeln und den Staat zum Herrn der Entscheidung zu machen, ob eine Zeche weiterbetrieden werden muß oder stillgelegt toerben darf, ist in der vergangenen Session des preußischen Landtags ge­scheitert.

Man er lieht aus diesen Anführungen, daß der Macht­bereich des Kohlensyndikates recht groß ist. Es muß übri­gens ausdriicklich hervorgehoben toerben, daß nach eingehen­den Untersuchungen, an denen auch Gegner des Syndikates sich beteiligten, das Wirken des Syndikats sich als tadellos und einwandstei, vielfach als überaus lobens- und anerken­nenswert erwiesen hat. Ob dieser Vorzug dem Syndikar immer erhalten bleiben wird, steht dahin.

Das Kohlensyndikat stellt nach seiner neuerlichen Erwei­terung einen gewaltiger X^it dar, der sich neben die größ­ten amcrifanisehen Trusts stellen kann und wahrscheinlich eine viel solidere Grundlage hat, als die meisten von diesew Und noch ist der Kohlentrust an der Grenze seiner Ausdeh­nungsfähigkeit noch lange nicht angelangt. Kohle und Eisen find aufeinander angewiesen, ihre Produktion bedingt bei­nahe einander. Das nächste Gebiet, in das der Trust be­herrschend hinübergreifen wird, ist das des Transportwesens, der Reederei.

Der Entwickelungsgang ist vorgezeichnet und wird sich schwerlich aufhalten lassen, jedenfalls jetzt nicht. Auch sind unverkem^bar große Vorteile damit verbunden. Die un­rentable Produktion wird ausgeschaltet, die Ueberproduktion vermieden, die daraus entspringende besondere Krisengefahr wird verhütet. So lange kluge und gewissenhafte Männer an der Spitze stehen, die Leitung führen und überwachen, so lange sind gute Ergebnisse zu erwarten. Mau hat auch zu­nächst keinen Anlaß zu bar Besora- 's, daß es an solchen klugen und gewissenhaften Männern fehlen wird. Eine Ge­währ freilich gibt es dafür nicht. Eine gewisse Erschlaffung tritt bei dem Aufhören der Konkurrenz beinahe naturnot­wendig ein. Es kann lange Zeit bauern, ehe das gespürt wird. Um so größer ist dann der Schaden. Der Schlendrian ist immer der Begleiter des Monopols. Hat er sich einge-

Mittwoch, den 30. August 1905.

nistet, so wird das Monopol wiedar zerfallen, der Trust sich auflösen. Dann werden die Krisen nachgeholt, die durch die Kraft der Trusts aufgehalten worden sind. Einstweilen aber sind wir noch nicht so weit, einstweilen haben die Trust­

Herren die Oberhand.

Der britische flottenbesuch

(Eig. Bericht.)

Swinemünde, 29. Augvst. '

Die dunklen Kolosse draußen vor dem Hafeneingang bilden seit gestern das Ziel Lausender von Besuchern. D-amPs- barkassen und andere Fahrzeuge fliegen unaufhörlich zwischen dem Lande und den Ankerplätzen hin und her. Neben den englischen Offizieren haben auch diejenigen der deutschen Flotte Landurlaub erhalten, und ein reichbewegtes Leben entfaltet sich nicht allein in Swinemünde, sondern auch in den benachbarten Badeorten Ahlbeck und Heringsdorf. Ucberall erschallt festliche Musik, Tanzlustbarkeiten und Fest­essen werdenveranstaltet und allenthalben sieht man briti­sche und deutsche Seeleute in kameradschaftlichem Verkehr.

Den Mittelpunkt der Empfangsfestlichkeiten für die höheren Offiziere des englischen Geschwaders gab das gestern im Kurhause veranstaltete Festessen ab. Die Tafel hatte 92 Gedecke. Großadmiral von Köster brachte das Hoch auf Kaiser Wilhelm, Bürgermeister Grätzel den Toast auf König Eduard VII. aus. In englischer Sprcè wies der Vor­steher der Stadtverordneten von Swinemünde, Herr Schie­mann, auf die ausgezeichneten Beziehungen hin, die seit Jahrhunderten namentlich zwischen den Städten Swine­münde und Stettin und dem britischen Reiche beständen. Von hohem Interesse war die Erwiderung des englischen Admirals Wilson, in der er die Gastgeber und die deutsche Flotte feierte. Der Admiral dankte für den herzlichen Empfang, ganz besonders aber dem Kaiser, der seine Flotte zur Begrüßung entsandt habe. Der Verkehr zwischen den Angehörigen der beiden Marinen sei wie kein anderes Mittel geeignet, die Beziehungen zwischen den zwei großen Nationen zu fördern.

Nach Tisch blieb man in zwangloser Weise zusammen, vielfach wurde der Meinung Ausdruck gegeben, eine wirk­liche gegenseitige Abneigung bestehe weder in England noch in Deutschland, die aufreizenden Aeußerungen mancher Leute dies- und jenseits des Kanals hätten keinen Rückhalt im Volk.

Nachmittags drei Uhr war auch den Mannschaften der englischen Schiffe Landurlaub gegeben worden, worauf 'n zahlreichen Booten die Mannfäzasten, zumeist am Bollwerk, an Land gingen, wo sie bis zum Abend verweilten, überall von der Bevölkerung auf das beste ausgenommen. An ver­schiedenen Stellen wurden später noch Zusammenkünfte von Angehörigen beider Marinen bei festlichem Trunk und Wort abgehalten.

Heute mittag fand an Bord des deutschen Flaggschiffes Kaiser Wilhelm II." beim Großadmiral von Köster Diner- statt. Geladen waren Admiral Wilson, Vizeadmiral Moore und Kontreadmiral Poore sowie die Kommandanten der englischen Schiffe, die Spitzen der Zivil- und Militärbehör­den der Stadt Swin^münde, ferner der englische Konsul von Stettin und der englische Vizekonsul von Swinemünde. Die englischen Matrosen erhielten um 2 Uhr Landurlaub.

Sowohl das deutsche wie das englische Geschwader liegen fortwährend unter Dampf. Die deutschen Schiffe sollen in der kommenden Nacht abgehen, um weitere Uebungen in der Ostsee vorzunehmen. Es ist zweifelhaft geworden, ob die englische Flotte nach Danzig geht, rmd zwar mit Rück- sicht auf die in den letzten Tagen bekannt gewordenen ver­einzelten Ehoberafälle im Weichselgebiet,

Stapellauf derHujufte Viktoria.

(Ergener Bericht.)

Stettin, 29. August.

Auf der Werst desVulkan" hat heute der Stapellauf des neuen Schnelldampfers stattgefunden, der dort für die Hambu/rg-Amerika-Linie gebaut ist.

Der Kaiser und die Kaiserin waren vormittags bald nach 10% Uhr mit großem Gefolge auf dem Bahnhöfe einge­troffen. f£ter Kaiser, der Generalsuniform mit dem Mar­schallstabe trug, führte seine Gemahlin an Bord des bereit liegenden StationsschiffesCarmen", und alsbald setzte sich dieses nach derVulkan-Werft" in Bewegung. An den Ufelm und auf zahlreichen, zum Teil reich geschmückten Dampfern hatten sich starke Menschenmengen angesammelt, die dem Kaiserpaar während der Fahrt begeisterte Huldi­gungen barbrachten.

Auf dem Festplatz wurden der Kaiser und die Kaiserin von den Spitzen der Behörden, sowie dem Aufsichtsrat und der Direktion der Hamburg-Amerika-Linie und desVul­kan" empfangen, auch Bilvgermeiste'r Burchard-Hamburg war anwesend. Die Arbeiter der Werft hatten auf und neben dem riesigen Schiffsrumpf des neuen Doppelschrauben' Schnelldampfers Aufstellung genommen.

Nachdem der Stufet die vom Grenadier-Regiment Nr 2 gestellte Ehrenkompagnie abgeschritten hatte, begab er um mit der Kaiserin und dem Gefolge auf die Taufkanzel.

___14. Jahrgang

ÄbonuemeutSprriS: abgebolt monatlich 50 Pfg., in'S HauS gebracht 60 Pfg., durch die Poft bezogen vierteljâhrl. Mk. 1.50. Gratisbeilage« : Lberheffische ^amilie«zeitu«g (töglich) und die Gießeuer Eeifevblafe« (wöchentlich).

Tas Blatt crfdeint an allen Werktagen nachmittags.

Bürgermeister Vurck)ord Hamburg hielt die Taustede, in der er dem Kaiser für das Interesse dankte, das er der Hamburg- Amerika-Linie und deren Leitung stets entge gebracht habe, und auf die alten Beziehungen hinwies, in denen auch die (Gesellschaft und die Hansastadt mit der Kaiserin, der Tochter der mecrumfchhmacnen Heimat, siebt. Dann zer­schellte die Kaiserin mit fester Hand eine Flasche Schaum­wein am Bug des Schiffes mit Nm Worten - ..Ich taufe dich Au guste Viktoria". Hierauf begab sich das Kaiicr- paar zur Llblaufkanzel, imb alsbald glitt unter dem Hurra der Anwesenden das mächtige Fahrzeug majestätisch in sein Element hinab. Der Stapellaus ging glatt und glänzend von Statten, worauf ein vom Bürgermeister Burclmrd aus- gcbrachtes Hoch auf den Kaiser und die Kaiserin die Fei-'r- liebfeit schloß. Der Kaiser zog den Generaldirektor Ballin und den Kommerzienrat Schlutow ins Gespräch, von denen dem ersteren die Brillanten zum Kronen-Or^en 2. Klasse, dem letzteren der Stern zum Roten Mblcrorben 2. Masse mit Eichenlaub und Krone verliehen wurde. Dann fuhr das Kaiserpaar auf derCarmen" nach der Stadt zurück.

Von der Anlegestelle des Dampfers bis zum General- Kommando bildeten die Truppen der Garnison und das Kürassier-Regiment Königin Spalier. Vor dem General- Kommando nahm der Kaiser den Vorbeimarsch der Truppen ab, und sodann fand ein Frühstück bei dem kommandieren den General von Langenbeck statt.

DieAuguste Viktoria" ist das größte S" if der Welt. Es hat einen Rmrmgehalt von 25 000 ~ . - und bek-munt eine Besatzung v-' 050 M^nn. D" - Dampfer sann 1000. Kajüt. und 2500 Zwischen .cks-Paßagiere aufnehmen.

Politische Rundschau.

Deutsches Reich,

* Reichsschatzsekretär Freiherr v. Stengel kehrt im nächsten Monat vom Urlaub zurück und wird dann die lebte Hand an den Entwurf einer Reichsfinanzreform legen. Daß es sich bei dieser Reform zugleich um eine Vermehrung der Reichseinnahmen handelt, ist bekannt. Unter Umständen wird es sich um die Begleitung sogar in noch weit dring- lieberer Weise handeln, als um die Harrptvorlage, wie unser Berliner CS^itarbeiter schreibt. Auf die Reichsfinanz- reform wartet man nun schon über dreißig Jahre, ja fc lange als das Reich besteht, da die Finanzeinrichtungen des Reichs von Anbeginn nur provisorische Einrichtungen ge­wesen sind, zum ehebaldigsten Abbruch bestimmt. Man ist also hierin ans Warten gewöhnt und wird einen Aufschub um ein weiteres Jahr ober um mehrere Jahre nicht gerade tragisch nehmen. Es wäre aber ein arger Irrtum, wollte man glauben, man brauchte bloß die Reichsfinanzreform abzulehnen, um damit auch der Steuererhöhungen ober der neuen Steuern ledig zu sein. Nein, die Steuererhöhungen sind unumgänglich, denn die daraus zu erwartenden Er- träge sind bereits ausgegeben und baucrhb angewiesen. Jahr um Jahr werden nicht bloß keine alten Schulden be­zahlt, sondern neue gemacht. Wohlgemerkt: nicht neue Schulden für Eisenbahnen und ähnliche werbende, Zins und Amortisation tragende und Ueberschüsse versprechende An­lagen, sondern Schulden für laufende, immer wiederkeh- renbe Ausgaben! Dergleichen kann man ein Jahr mit am sehen, einige wenige Jahre zur Not dulden, aber ole dauernde Einrichtung ist es unerträglich und verderblich. Auch darf der Streit darüber, welche Steuer am Ende die am wenigsten unerfreuliche sein würde, nicht dazu führen, daß man die Entscheidung wieder und immer wieder auf­schiebt. Das ginge nur an, wenn man zugleich die Ausgabe verschieben könnte. Da dies aber nicht der Fall ist, die Ausgaben vom Reichstag seit Jahr und Tag bewilligt sind, auch weiter bewilligt werden müssen, da es sich um notwen­dige Aufwendungen handelte, so würde eine Fortsetzung des hinzögernden Verhaltens kaum ratsam sein.

* Die auf auf einer Studienreise nach Kamerun befind­lichen Reichstagsabgeordneten nehmen in Lome an der Er­öffnung der neuen Bahn nach Nuepe teil. Sie sandten bei diesem Anlaß ein Telegramm an Kaiser Wilhelm.

Frankreich,

"Zu dem französisch-marokkanischen Streitfall hat jetzt die marokkanische Regierung dem französischen Gesandten in Tanger eine Note übergeben, in welcher sie den Stand­punkt vertritt, daß der Sultan von Marokko berechtigt sei, algerische Moslims, die in Marokko geboren sind oder län­gere Zeit dort leben, als seine Untertanen zu betrachten. Es soll das erstemal sein, daß die Sulwnsr.gierung anläß­lich der Verhaftung des Kapitäns Bu Mzian einen solchen Standpunkt einnimmt. In französischen Regierungs.reisen soll erwogen werden, ob es sich unter den gegenwärtigen Umständen nicht empfehle, die M a r o k k o - K o n s e r e n z so bald wie möglich einzuberufen, so daß hie nach dem deutsch-französiscben Schriftwechsel noch zu erledigende Mei­nungsverschiedenheit ohne weitere Verhandlung der Ma- rokko-Konferenz selbst zur Gntscbfibung vorgelegt werden sonnte. In allen Hauptpunkten seien ja Deutschland und Frankreich vollkommen einig, so daß von dieser Seite dem