er
^°ide« 1^8 . ^«t sonst? d°> ^ büßten % «ut £ Nen “taten. 2JW “ Mittel 7^ oft W beide tzg des einen an
astige Rè^ "°è ä*» ensbihp J, es bis 'ta^n Sta1” last le nach
Nr. 278.
Erstes Blatt
H«irrtio«-prrlS» Die einspaltige Berit-eile für gaaz Ober- Men, die Kreise Wetzlar und Marburg 10 Pfg. sonst 16 Pfg. Reklamen die Petitzelle SS resp. 40 Pfg.
Refraktion u. Hauptrrvedition: Gießen, Selter-weg 88.
Nfer»fPrechâ«fchl«ß Nr. 368.
Samstag den 25. November 1905
«4. Jahrgang
A AS,«»e»e«t->reiS: abgeholt monatlich 50 Pfg., in'S H«u»
Ä ÉT^ gebracht 60 Pfg., durch die Post bezogen vierteljâhrl. Mk 1.54
M »r«1i-beilatze»: Oberhesfische Aamilie«zeitn»g (tâglliU
und die Gießener Eeifenblaie« (wöchemlich)
‘ Das Blatt enckcint an eflee Wei kragen nachmittag-.
Neueste Nachrichten
>e
(Lietzener ^geßtatt)
NnaShinLige U«-esjri1ung
(Siegener Zeitung)
‘P^miiU^
^N'iernuiiier" L. N ein« Äufnet darf »aniitttdkmPâ^ ârmiideinZkj^ ginger d-A« >b«m vierten Mal, n Ma e mit einer "Male mit beide» -iben Ellbogen unt rl)' ade Bewegung ^üifft. Wenn im
so Dingt es man die Stampfen
B”
für Oberhessen und die Kreise Marburg und Wetzlar; Lokalanzeiger für Metzen und Umgebung.
Enthält alle amtlichen Bekanntmachungen der Großh. Bürgermeisterei Gießen, »es Großh. Polizeiamtes Gießen und anderer Behörden »»n Oberheiir«'
ȀK*M
das Studierzimmer nmheil, Mann, 6a herein". Professor Den Tops ohneT? Opf."
rschen): „Sag' mal, dstück in der Hosen« r nicht nachgffeyen, :nn nicht, dummer htundzwanzigste iL
, Mitte Mama, gib neinen Kaffee nicht
Hänschen, wo sind den ganzen Teller lama, ich habe den
1 Schmaus. Hnen zeigt, , Hoffnung |W Sast,
Last- »mer.)
LNNS
MM
Cod und Leben.
fP 0 litische W 0 ch e n s ch a uZ
Der Politiker bedarf nicht der Mahnung des Totensonntags, um der Toten zu gedenken. Allzu häufige Ereig- nisse erinnern ihn an die betrübliche Wahrheit, daß das Leben selbst es ist, das die meisten Totenopfer fordert. Im Süd- ; westen und im Osten Afrikas heischt der Aufstand Leben um Leben. Zwar die Eingeborenen sinken dahin, aber die Unsern reißen sie mit fort, und so manche hoffnungsfrohe, vielversprechende Menschenblüte mußte vor der Zeit welken, vom mörderischen Fieber oder von Entbehrungskrankheiten weggerafft. Immer teurer werden uns unsere Kolonien. Das Blut, das um sie vergossen wird, bildet einen festeren Kitt, als je ein reicher Ertrag ihn abgeben könnte. Jetzt ist nicht mehr in Frage, ob sie ihren Preis wert sind, jetzt gehören sie unlöslich zu uns. In beiden Gebieten zeigen sich >gute Aussichten auf nicht zu ferne Beendigung des Aufstandes. Der Tod Henrik Witbois nimmt in Deutsch-Südwest- afrika der aufständischen Bewegung das Herz. Niederge- fbrod)cii war sie seit den Kämpfen am Watcrbcrg ohnehin. Henrik Witboi hat das gewußt. Er hat ohne andere I Hoffnung als die auf den eigenen Tod weitergekämpft. Sein Neffe und Nach' - - w ist ein junger Mann, tapfer und in der Führllni :iHk unkundig. Doch um seiner Jugend willen hat er die Fähigkeit nicht, trotz inneren Verzagens zu kämpä'n, blos um zu kämpfen. Die Tugend will ‘ ein Ziel sehen, das sie für erreichbar hält. Die Hoffnung, Die Deutschen zu vertreiben, hegt Witbois Nachfolger nicht. [ Ta ui ist er bei aller Tugend zu klug. So m 11 ß er die Hoffnung hegen, er werde mit Deutschland seinen Frieden umchen sännen, indem er zum Gehorsam zurückkehrt und für seine künftige Treue Bürgschaft leistet. Der neue (Gouverneur von Del ltsch-Südwcstafrika wird 31t prüfen haben, ob dw Führer des Ailsstands überhaupt Kautelen zu bie eu vermögen, ob es nicht richtiger ist, die Verfolgung der Aufständischen bis zu deren völliger Erschöpfung fortzusetzen, damit sie dllrch mißverstandene Milde sich nicht zur Erneuerung ihres gefährlichen Beginnens verleitet füh e 1. In Deutsch-Ostafrika haben die Verhältnisse von vornherein günstiger gelegen. Die klimatischen und Terrainschwwrig- feiten sind weniger groß, der Waüermatlgcl ist nicht entfernt so drückend, die Neberlegenheit unserer Truppen ist nicht in gleichem ? Maße durch die deu Eing-boreneu allein vertraute Bodenbe- & schaffen Heit ausgeglichen. Man kann deshalb daraufrechneu, daß dort der Aufstand nicht ins zweite Jahr währen wird. Wenn der Erbpriliz von Hohenlohe-Langenburg demnächst an die Spitze des vom Reichstag zu bewilligeudeu Kolonialsekretariats tritt, darf er hoffen, doch schon die Morgenröte dcs Friedens in den Kolon! eil zu sehen. Ihm wird in seinem neuen Amt è ein ungewöhnliches Maß von Vertrauen enigegengebracht. Ehe der Kaiser ihn berief, sollte das Amt dem Direktor Wiegand vom Norddeutschen Lloud übertragen werden. Herr $ Wiegand hat geglaubt, in Rücksicht auf seine Familie die ehrenvolle Berufung ablehnen zn sollen, wenngleich er sich natürlich zur Verfügung des Kaisers hielt, falls dieser ans SDcr Berufung bestände. Erbprinz Hohenlohe hat den Vorzug, sein Kolonial-Dilettant zu sein und deshalb keine vorgefaßten Meinungen zu haben. Er hat schon früher gezeigt, daß er i cs versteht, vom Leben zu lernen; er wird dieselbe Fähigkeit 1 ! auch auf einem ihm neuen Gebiet bewähren.
Die Unbotmäßigkcit noch auf, zeigen sich verderbliche Neigungen zur Disziplinlosigkeit. Aber die besonnenen Elemente alle scharen sich dichte'' und dichter um den Ministerpräsiden- 'ten, dem auch das Vertrauen des Zaren in steigendem Maße neu gehört. Eine seltsame Erscheinung ist der Zar selbst. Seil dem er freiwillig die Autokratie entsetzt hat, fühlt er sich frei und glücklich und steht in dem Entschluß, die Reformen durchzuführen, die er verheißen hat.
In Oesterreich-Ungarn dauert die alte Wirrnis fort, die mit der Revolution das Verderbliche gemein hat, ohne das versöhnende Element zu besitzen, das in der Kraft-
entfaltung und im Wagemut liegt. Die homerischen Helden hielten auch Jian ne Reden, aber danach wenigstens schlugen
sie mit dem Schwerte drein. Hier wird nur geschwatzt, hier gibt es ein ewiges Zungendreschen, und die Wortathleten gebärden sich, als wären sie wirkliche Kämpfer. Es ist zum Ekeln.
Sultan Abdul Hamid hat das Ultimatum der Mächte abgelehnt und läßt es auf eine FlottenV monstration ankommen. W^ .n er das tut, so kann er eben nicht anders, so verbietet ihm der Scheichül Islam die weitere Nachgiebigkeit in der mazedonischen Frage. Das Gerücht dagegen, daß Bulgarien auf eigene Rechnung Krieg mit der Türkei anfangen werde, ist äußerst unwahrscheinlich. Kriegerische Lorbeeren bilden nicht den Ehrgeiz des Fürsten Ferdinand. Er liebt es nicht, vor die Wahl zwischen Leben und Tod gestellt zu sein, wenn seine eigene Person dabei in Betracht kommt.
■SS
kein Wort Deutsch, und ich habe keine deutschen Freunde, während ich viele Franzosen liebe und lange Zeit in Frank- reich zugebracht habe. Zum Schluß äußerte sich Rosebery abfällig über Englands Beteiligung an einem etwaigen kontinentalen Krieg.
Dos und Gesellschaft
»% Der Kaiser gedenkt dem König Alfons von Spanien im März seinen Gegenbesuch abzustatten. Einen Monat spater wird König Eduard von England in Madrid erwartet.
ptachwehen
Ein Staat, der, wie Rußland, von großen Orschütte-, rungen heimgesucht ist, kehrt nicht plötzlich über Nacht in ba§ Stadium der Ruhe zurück. Noch eine ganze Weile zuckt immer wieder das Feuer der Leidenschaft auf, und man kannj schon zufrieden sein, wenn es gelingt, den Brand zu lokalisieren. In diesem Falle darf man auf die Zukunft bauen und auf allmäliche Wiederkehr der Ordnung rechnen.
Unter diesen Gesichtspunkten möchten wir die neuesten Vorgänge im Zarenreiche als vereinzelte Begleiterscheinungen und notwendige Folgen der allmälich abflanenden Erregung auffassen.
'N Reichs-
Ein beklagenswerter Unfall hat uns ein Torpedoboot und mehr als die Hälfte seiner Besatzung gekostet. »Kein Verschulden liegt vor, das zu sühnen wäre, nur ein elementares Ereignis, auf das man gefaßt sein muß, ohne es i vorhcrsehcn und abwende.n 311 können. Leben und Tod sind auf dem Meer vielleicht noch dichter beieinander als auf dem
Lande. Die Oberhäupter der befreundeten und benachbarten J Staaten haben ihr Beileid nach Berlin vermelden lassen, . di cf) Präsident Loubet von Frankreich und König Eduard ' von England. Diesem konnte der Ausdruck der Teilnahme schnell zurückgegeben werden, da einem englischen Schiff ein
stgSg^
^Ä^ ^r Untergang des Bootes sind ein tief betrüblicher Verlust.
ArnUo"'nMv'U^ "'^ ^och mit ihm und mit ähnlichen Verlusten hat man schon
giiotif*^0 , bl,»^ immer rechnen nnd bei den Ergänzungsforderungen darauf ^^/“^ Rücksicht nehmen müssen. Das Leben verlangt Totenopfer,
und die Totenopfer verlangen nach neuem Leben, das in die K Lücken einschießt. Die glottcn Vorlage, die dem
' Reichstag zugeht, bringt das in nüchternen Ziffern zum Aus-
druck. Im übrigen legt sie sich in ihren Ansprüchen Be-
ähnliches Unheil begegnete. Der Tod der wackeren Seeleute,
schränkungen auf, die kaum mehr überboten werden können. Weit wen'ger schüchtern ist die R e i ch s f i n a n z v o r l a g e. Sie schlägt Steuern vor, deren Ertrag sich auf 225 bis 250 Millionen Mark berechnet. Die Erträge aus dem neuen Zolltarif, der am 1. März 1906 in Kraft tritt, werden auf 50 bis 75 Millionen Mark geschützt. Die Gesamtmehrein- • nähme des Reichs stellt sich danach auf 300 Millionen Mark, und ein solcher Ertrag ist erforderlich, damit das Reich seine Ausgaben decken, die verderbliche Pumpwirtschaft aufgeben und eine regelrechte Schuldentigung beginnen tonne.
In Rußland hat bei dem Ringen zwischen Leben und Tod der Staatsordnung sich allmälig der Sieg auf die Seite des Lebens geneigt. Mehr und mehr nimmt Graf Witte die Zutzel der Regierung in feste Hände. Hie und da flackert
politische Rundschau.
Deutfcbca Reiche
• Die Eröffnung des Reichstages findet am 28. November um 12 Uhr mittags im Weißen Saale des Berliner Königlichen Schlosses statt. Ob der Kaiser selbst bie Eröffnung vornehmen wird, ist noch unbestimmt.
* Den allgemeinen Teuerungsverhältnissen will der neue Neichsetat durch eine Erhöhung des Wohnungsgeld- zujchusses für die Unterbeamten um die Hälfte Rechnung tragen.
* Die Verschiebungen im Kolonial-Dienst werden jetzt durch die amtliche Bekanntmachung zu endgiltigen. Der Rücktritt Dr. Stübels von dem Amte des Kolonialdirektors erfolgt in der Form, daß ihm vom 27. November ab ein Urlaub bis zur anderweitigen Verwendung erteilt wird. Er hat zugleich den Stern zum Noten Adlerorden 2. Klasse erhalten. Die Ablösung Dr. Stübels übernimmt bekanntlich Erbprinz Ernst von Hohenlohe-Langenburg. — Der neue Gouverneur von Südwestafrika Herr von Lindequist ist in Lüderitzbucht eingetroffen und hat die Verwaltung des Schutzgebiets übernommen.
* Der neue Oberpräsident der Rheinprovinz Freiherr von Schorlemer hat eine Verfügung in Sachen der Fleisch- Teuerung erlassen, derzufolge die Regierungspräsidenten auf Maßnahmen zur Versorgung der ärmeren Bevölkerung mit billigem Fleisch Bedacht nehmen sollen. Es wird besonders auf die Herstellung einer engeren Verbindung zwischen den Viehzüchtern und den Konsumenten verwiesen und empfohlen, daß die Zechenverwaltungen die Fleischversorgung ihrer Arbeiter übernehmen und ebenso die Stadtverwaltungen für die ärmere Bevölkerung ihrer Kommune und den landwirtschaftlichen Viehverkaufsgenossenschaften Räume zum Fleisch- verkauf überlassen.
* Die deutschen Ansprüche auf die Hafenarbeiten in Tanger sind nach einer genauen Prüfung als berechtigt auch von Frankreich anerkannt worden. Die Arbeiten haben deshalb ohne einen Einspruch von französischer Seite begonnen.
* In Deutsch-Ostafrika besteht seit dem vorigen Jahre die Rupien-Währung. Die Rupie hat ungefähr die Größe eines Zweimarkstückes und einen Wert von 1,33 M.; sie zerfällt in 100 Heller und wird in Stücken von Vi, ’A und V* Rupie ausgeprägt. Um die Schwierigkeiten, die sich aus dem Verkehr mit Silbermünzen ergeben, einigermaßen zu heben, gibt man jetzt Banknoten von 5, 10 und 50 Rupien aus. Sie sind in Kupfer gestochen und bilden Meisterwerke deutschen Gewerbefleißes.
Oesterreich-Ungarne
** Der Grazer Landtag beschäftigte sich mit dem Wahlrecht in langen erregten Debatten. Schließlich wurde ein Antrag angenommen, der die Einführung des allgemeinen, gleichen und geheimen Wahlrechts verlangt.
CnglancL
* Die liberale Partei rüstet sich, das am Ende seiner Tage stehende konservative Ministerium Balfour abzulösen. Da verdient eine Rede Beachtung, die der anerkannte Führer der Liberalen, Lord Rosebery, über seine Stellung zu Deutschland und Frankreich hielt. Rosebery bestritt, daß er seine Ansicht über das englisch-französische Marokkoabkommen geändert habe. Man hat mich, sagt er, deutschfreundlich genannt. Ich bin ein Freund jedes zivilisierten Landes, und ich achte jede Nation. Wenn ich jedoch besondere Sympathie für irgend ein Volk hätte, so wäre es für Frankreich. Ich verstehe fast
Zerstörungs-Wut.
Vielfach macht sich eine Sucht in den Volksmassen geltend, sich an fremdem Eigentum zu vergreifen und mit Demolierungen und Brandstiftungen vorzugehen. Besonders in Moskau sind derartige Szenen vorgekommen. Es wird von dort darüber gemeldet:
Ausständige Arbeiter haben sich der Zerstörung der Tabaksfabrik Von Bostanjoglo schuldig gemacht. Das bekannte große Etablissement wurde nebst mehreren anderen Gebäuden vernichtet.
Auch ein Warenhaus fiel der Volkswut zum Opfer, weil die Besitzer es ablehnten, die Arbeitszeit zu verkürzen. Ferner demolierten Zeitungshändler eine Druckerei, deren Eigentümer den Preis der Zcitungen nicht herab' tzen wollte. Auch die Dienstboten drohen wieder mit Nwdcrlegung der Arbeit.
Semstwos und Duma.
Trotz aller dieser Vorkommnisse, die sich in ähnlicher Weise in anderen Städten ständig wiederholen, nimmt die geordnete Entwickelung ihren Fortgang. Der Kongreß der Semstwos hat sich für die Unterstellung der Minister unter
den Ministerrat erklärt und tritt für das allgemeine direkte Wahlrecht ein. Dagegen lehnte der Kongreß Einberufung einer konstituierenden Versammlung ab nnd deren konstituiernden Funktionen der ersten Reichsduma gelegt sehen. Auf diese richtet sich mehr und mehr das gemeine Interesse.
und eine will beb all-
Sollte wirklich das Gerücht sich bestätigen, daß der Zar beabsichtige, seine Kinder zu seiner Mutter nach Dänemark zu senden, so würde das auch noch nicht der Annahme widersprechen, daß die fernere Entwickelung einen geordneten Verlauf nimmt.
Spanische Phantasien.
— Sonderbare Ansichten eines Ausländers. —
In einem großen Madrider Tageblatt gibt ein in Berlin lebender Spanier als Nachwort zum Besuch König Alfonsos seine höchst kuriosen Meinungen über Deutschland' und seine Bewohner zum besten. Neben vielen ergötzlichen schiefen Darstellungen bringt der Abkömmling der alten Maurenkampfer auch einige Beobachtungen bei, denen man eine gewisse Tatsächlichkeit nicht absprechen kann. Doch hören wir den edlen Spanier selbst. Er schreibt:
„Der spanische Bergwind, der für kurze Zeit über die brandenburgische Ebene dahingegangen war, hat nachgelassen; wir Spanier in Berlin blieben, wie Schiffe der alten Zeit, mitten auf bent Meere bei plötzlich eingetretener Windstille. Einige Tage lang waren wir nächst dem Kaiser und dem Fürsten Bülow die wichtigsten Persönlichkeiten in Berlin; wir gingen durch die Friedrichstraße gleichsam mit stolz aufgetakelter und beflaggter Seele, wie eine Brigg unter dem Paffarwind. Aber, ach! wenn alles Menschliche und Irdische flüchtig ist, warum sollen es nicht auch die Könige und die Winde sein! Gestern noch redeten un» die Kellner in den Restaurants in einem eigens importierten Spanisch an; die Zimmerwirtinnen wurden ob der Jugend unseres Königs so gerührt, daß sie uns den Kaffee billiger gaben; der preußische Barbier ließ sich herab, uns nach der in Spanien üblichen Varttracht zu fragen. Es waren schöne Tage eines goldenen Zeitalters, die rasch vorübergeranscht sind und in unserer Seele nichts als Melancholie znrilckgelassen haben. Gestern waren wir „tapfere und unglückliche Spanier"; heute haben wir nicht einmal einen Haken, wo wir unsern Hut hinhängen könnten, und die Zimmerwirtin fordert das mehr, was sie uns gestern zu wenig abgenommen hat Glanz und Niedergang, Aufstieg und Fall, ein König, der konlmt, und ein König, der geht.