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sichern« gswesen 311 erlassen. Es soll dem Versicherten ^nbü fum weitgehenden Schuh gegen Mißbräuche der Gesell- Lasten bieten.

Cnghnd*

1 ^ Irr der britischen Arnrecoerwaltung herrscht zieniliche Aufregung wegen eines neuen MilitärskandaLs. An den schlurren Geschützen, mit denen das Inland und die Kolo­nien versehen sind, ist festgestellt worden, daß die Vorrich­tungen guv Geschoßzuführung so mangelvaft konstruiert sind, daß die Geschütze für wirkliche Aktion völlig u.lbrauchbar innren. Hunderte von Geschützen sind bereits ins Arsenal von Woolwich zurückgebracht worden. Tie notwendigen Erneuerungen werden große Summen verschlingen,

Russland*

** Der Wlderspnlch gegen das ^crfaffung'lmamfcft yal zu einem Ausstande in Russisch-Polen geführt, der sich soict- gesetzt ausbreitet und auch schon zu Zusanunenstößen ge­führt hat. Besonders die Aufrechterhaltung des Bahnbe­triebes erscheint stark gefährdet, und in Warschau kam es zu einem blutigen Rencontre zwischen ausständischen Ar­beitern und dem zum Dienst kommandierten Eisenbahns- Bataillon. In Warsck)au erscheinen .megen des Ausstands keine Beitungen. In L 0 d 5 ist der Aufstand ein allgemeiner. Der von den Mitgliedern der Reichs-Duma zu leistende Eid soll dahin gehen, daß demSelbstherrscher aller Reußen" die Treue bewahrt bleiben solle. Die städtische £uma in M 0 skau hat eine Resolution gefaßt, die Preß- und Ver- sammluugsfreiheit, sowie das allgemeine Stimmrecht for­dert. In Tiflis explodierte eine Bombe, wobei ein Haus völlig zerstört und zwei unbekannte Männer getötet wurden. Unter den Trümmern fand man noch 36 Bomben und mehrere Kilogramm Dynamit.

Hsun.

** An der Grenze von Afghanistan zeigt sich neuerdings wieder eine erhöhte fremdenfeindliche Haltung der Afgha­nen. Eine Anzahl Leute des Emirs von Afghanistan über­schritt bei Gulistan die Grenze und griff die Hütten einer Streckenarbeiterstation zwischen dem Eisenbahnübergang bei Bestem und Chaman an. Die Afghanen verwundeten zwei oder drei Mann und schleppten zwei Mann gefesselt mit sich.

fiof und Gesellschaft

*** Der Kaiser traf mit den Herren des militärischen Gefolges von Wilhelmshöhe über Altenbeken und Paderborn im Senne-Lager ein, stieg am Bahnhof zu Pferde und wohnte auf dem Uebungsplatz dem Exerzieren der Kavallerie-Divi­sion B bei. Die Kriegervereine aus der Umgegend und andere Vereine bildeten Spalier und brachten dem Kaiser begeisterte Huldigungen dar. Am Sonntag findet im Zeug­hause zu Berlin die Nagelung und Weihe der den Regi­mentern des 8. Armeekorps verliehenen neuen Fahnen und Feldzeichen in Gegenwart des Kaisers und der Kaiserin statt.

*** Prinz Ferdinand Maria von Bayern, ältester Sohn des Prinzen Ludwig von Bayern, geboren am 10. Mai 1884, hat sich in San Sebastian in Spanien mit der Infantin Maria Theresia von Spanien, der am 12. November 1882 geborenen Schwester des Königs Alfons, verlobt.

*** Als Hochzeitsgeschenk für den Herzog Alfred von Sachsen-Koburg und Gotha beabsichtigt die Bevölkerung des .rS^hurger Landes -eine Summe für die Restaurierung er Lutherkirche auf der Feste Koburg zu überbringen.

*** Der frühere Oberpräsident von Posen, Freiherr von Wilamowitz-Möllendorff, stürzte auf seiner Herrschaft Kobelnik im Kreise Strelno auf einem Spazier­ritt vom Pferde und verletzte sich ziemlich erheblich,

Soziales Leben.

=4= Ter Streik im rheinisch-westfälischen Baugewerbe. Die Erregung unter den beteiligten Arbeitern wächst, da die Aussichten auf eine Einigung noch immer nicht in Aussicht steht. Dienstagabend kam es in Essen zu einem schlimmen Zusammenstoß. Nach Feierabend sammelten sich über 1000 Menschen im Mittelpunkte der Stadt in der Nähe des Rat­hauses, um die an einem Neubau arbeitenden Italiener auf­zuklären, die unter polizeilichem Schutz von der Arbeits­stelle geführt wurden. Berittene Polizei trieb die erregte Menge auseinander, die darauf unter Gejohle im Sturm­schritt durch die belebten Straßen der Stadt zog, gefolgt von der Polizei. Durch die Ansammlungen stockte zeitweilig der Verkehr, mehrere Verhaftungen wurden vorgenommen. Man befürchtet weitere unliebsame Vorfälle.

JNah und fern.

's Neuer Einsturz im Altenbekener Tunnel. Ein neues Unglütf, das zum Glück ohne Verlust von Menschenleben abging, hat sich im Altenbekener Tunnel ereignet. Bei den durch den ersten Einsturz notwendig gewordenen Arbeiten entstand wahrscheinlich infolge Kurzschlusses der elektrischen Beleuchtungsanlage ein Brand, der den größten Teil des Baugerüstes einäscherte. Während des Brandes stürzte der zum Teil wiederhergestellte Tunnel ein, gewaltige Schutt­massen mit sich reißend. Auch das im Tunnel lagernde Sprengpulver explodierte.

t Das Unglücksfahrzcug. Von allen Seiten werden Un­glücksfälle gemeldet, die durch Automobil-Fahrer veranlaßt sind. Bei Wiesbaden über fuhr ein Architekt mit einem ge­liehenen Kraftwagen eine Witwe. Die Frau war sofort tot. Der wilde Fahrer kümmerte sich um nichts und raste weiter. Er wurde aber erkannt und verhaftet. In Ebenfurth in Niederösterreich wurde eine Köchin von dem daherrasenden Automobil eines Zuckerfabrikanten totgefahren. In Amerika kam bei einer Automobilfahrt der Sohn des Millionärs Walsh ums Leben. Die übrigen Insassen des verunglückten Fahrzeuges erlitten sämtlich Verletzungen. Fräulein Walsh trug einen Schädelbruch davon.

t Berlin nnb die Mandschurei. Zurzeit weilen in Berlin zahlreiche Kaufleute aus Charbin und anderen Orten der Mandschurei, um ihre Warenlager zu komplettieren. Sie rechnen darauf, daß selbst im Falle des Friedensschlusses das russische Militär noch längere Zeit dort weilen wird. Es handelt sich vornehmlich um Woll- und Tuchwaren, Wäsche, Liköre, Konserven und billige Galanteriewaren. Die frem­den Gäste wählen nicht lange und zahlen prompt und bar.

t Tod durch Bienenstich. Ein Mühlenbesitzer aus der Lausitz war bei einem Tischlermeister im Nachbardorfe ein­

gekehrt, der sich gerade mit seinem Bienenstände beschäftigte. Der Müller wurde von einer Biene ins linke Ohr gestochen. Nach zehn Minuten war er eine Leiche. Wie der Arzt fest- stellte, war das Bienengift in das Herz gedrungen, und der Tod war durch Herzschlag verursacht.

t Im Eise gefunden. In einer Spalte des oberen Griu- delualdgletschers sanden Bergsteiger einen männlichen Leich­nam, der bereits sehr lange im Eis gelegen haben muß. Bei der Leiche fand man einen Militärpaß, lautend auf den Namen Schultheß-Sachsen-Koburg-Gotha.

t Torpedo-Explosion. Im Arsenal zu Ferrol explodierte ein Torpedo-Geschoß. Ein Matrose kam ums Leben, zwei andere wurden verwundet.

t Eine mysteriöse Geldaffäre. Bei der Pariser Polizei zeigte ein Deutscher namens Richard von Charlon an, daß ihm von zwei Personen, die ihn betrunken gemacht, ein Scheck in Höhe von 150 000 Francs geraubt sei. Charlon, der Maschinistengehilfe auf einem Dampfer war, will die Tummle in delr Lotterie gewonnen haben. Die ganze An­gelegenheit erscheint sehr mysteriös.

t Verschollenes Schiff. Das Seeamt in ^ncmerljaUen er- n; etc das dort beheimatete mermaftige SegelschiffRobert Rickm-ers" für verschollen. Das Schiff ist am 14. Im.) d '04 von Philadelphia nach Niogo in See gegangen und feiil m verschollen. Zuletzt wurde es in der Nähe der Malatta- Straße gesehen, und es wird in einem der damals dort wütenden schweren Taifune untargegangen sein. Das Fahr­zeug hatte eine Besatzung von 27 Mann.

f Bei der Bootsfahrt ertrunken. Drei Einwohner von Schierstein machten eine Bootsfahrt auf dem Rhein. Tas Doot kenterte, und einer der Insassen, ein Stuckateur, Vater von drei Kindern fand seinen Tod in den Fluten.

t Grubeu-Unglück. Auf der GrubeNordfeld" bei Ne"N- kirchen stiirzte ein Gerüst ein. Drei Personen kamen dabei ums Leben.

t Pulver-Explosion durch einen Knaben. In Disferdin^en in Luxemburg zündete ein Knabe den in einem Steinbruch lagernden Pulvervorrat an. Der unverständige Urheber der Explosion wurde furchtbar verstümmelt aufaefynden.

t Kampf auf der Redaktion. In Koschau in Ungarn hatte eine Zeitung eine militärische Notiz gebracht. Darauf er­schien in der Redaktion ein Leutnant und griff den Redak­teur tätlich an. Als der Offizier den Säbel zog, gab der Redakteur einen Revolversckmß ab, doch prallte die Kugel cm Säbelriemen des Leutnants ab. Das Druckereipersonal eilte dem Redakteur zu Hilfe, es entstand ein allgemeiner Kampf, wobei ein Drucker eine Farbenkiste auf den Leutnant warf, der ihm darauf mit seinem Säbel eine lebensgefähr­liche Wunde beibrachte. Der Vorgang hat in der Stadt große Erregung verursacht.

t Skandal auf der Rennbahn. Bei dem großen Rennen in Budapest waren Unregelmäßigkeiten vorgekommen, die zu schweren Ausschreitungen Veranlassung gaben. Das Publi­kum bewarf die Jockeys mit Steinen, und als der Präsident des Jockey-Klubs, Graf Batthyany, einschritt, wurde er mii Stockschlägen bedacht. Die Polizei mußte die Ruhe wieder Herstellen.

t Einsturz in einem Hotel. In Prato in Italien stürztc plötzlich das Dach eines Hotels ein. Fünfzehn Personen wurden durch die Trümmer begraben.

t Eine Ehinesenschlacht in Newyork. In einem djinefü schen Theater in Newyork gerieten die Mitglieder der be­rüchtigten chinesischen GelMmgesell schäftenHip Sing Song" undOn Leorg Tong" in Streit wegen Spielangelcgcn- heiten. Es entstand ein förmlicher Kampf, und als die Polizei die Wahlswtt säuberte, lagen auf ihr drei Tote. Ueber fünfzig der ^opfträger wurden verhaftet.

Vermischtes.

= Ern kühner Brückenbau. In Plauen ist über das Syratal, das zwischen dem Bahnhofs- und dem Naundorfer Stadtviertel ein Hemmnis bildete, eine Brücke gebaut wor­den, die eines der» kühnsten Stein^>auwerke bildet. Bei einer Spannlveite von 90 Metern weist die Brücke nur eine Höhe von 18 Metern auf. Die Stärke des Bogens beträgt 1,50 Meter, die Uebermauerung über dem Scheitel 1,30 Meter. Der Brückenkörper ist 17 Meter breit. Die Gesamt- kosten beziffern sich auf rund 500 000 Mark. Das Bau- iverk führt den NamenKönig Friedrich August-Brücke".

Sonderbares Testament. In Neapel machte ein reicher Sonderling, der an einer schmerzhaften Krankheit litt, feinem Leben dadurch ein Ende, daß er sich aus dem Fenster stürzte. Vorher hatte er den Schlüssel zum Geldschrank bei­seite geschafft, damit von seiner Erbschaft nichts veruntreut würde. Sein Vermögen von 4,5 Millionen hat er einem Hospital vermacht, zur Erbauung neuer Krankensäle, über Deren Portal die Worte stehen sollen:Das Geld, das durch mich den Neichen abgenommen wurde, die es den Armen obgenommen haben, kehrt zu den Armen zurück." Ueber Die Testamentsvollstrecker spricht er am Schlüsse seines letzten Willens seinen förmlichen Fluch aus, falls sie nicht getreulich den Bestimmungen nachkonimen.

Verwegene Juwelendiebe. Dem Laden der bekannten Juwelen-Firma Saniuel in London statteten vor kurzem Einbrecher einen erfolgreichen Besuch ab. Die Tat wie» höchst verwegene Züge auf. Das Geschäft liegt dicht bei einer Polizeistation und ist mit allen Sicherheitsvorkehrun­gen versehen. Die Diebe waren über die Polizeistation hin- weg auf das Dach des Ladens gelangt und hatten durch ein Loch das sie brachen, die elektrischen Drähte zerschnitten, durch die die Sicherheitsglocken in Bewegung gesetzt wur­den. So konnten sie Waren im Werte von 400 000 Mark mit sich nehmen.

Der Eifersüchtige und der Kassenbote. Eifersüchtiger wie Othello ist ein Monsieur Hennequin in Paris. In seiner Abwesenheit kam zu dar Madance Hennequin ein staffenbete, der die Hausmiete einkassiert. Während die Frau das Geld holt, erschien der eifersüchtige Ehemann, packte den nichtsahnenden Voten und warf ihn die Treppe hinab. Als der Rasende zur Besinnung tarn und erfuhr, was er angerichtet, wollte er den davonlunkenden Boten besänftigen. Aber dessen erster Gang war zu einem Anwalt, der den eifer­süchtigen Herrn Hennequin verklagt hat.

Hundert Millionen gefälschte Banknoten. Ein sau­beres Geschäft ist zwischen der Regierung in Vuenos-Aire^ und der dortigen Cadula-Hypothekenbank zustande geform men. Die Regierung schuldet der Bank 100 Millionen und hat ihr dafür die Erlaubnis erteilt, die Summe in Papier­geld auszugeben. Angesichts dieser Nachricht entsinnt man

sich in München der SaCaihc, daß vor einiger Zeit bei einem bedeutenden dortigen Kilnstverlage ein exotischer Herr mit der Anfrage erschien, ob die Firma in der Lage sei, für einige Millionen Banknoten an^ufertigen. Es wurde strengste Diskretiou verlangt, dafür aber auch Millionen-Verdiensl in Aussicht gestellt. Der Firma erschien die ganze Angele­genheit so fragwürdig, daß sie das Geschäft von der Hank wies. Jetzt sind die Banknoten wohl in Amerika ange­fertigt.

Alte Leute in der Schweiz. Bei der Volkszählung vom 1. Dezember 1900 gab es in der Schweiz 563 Personen, die das neunzigste Lebensjahr überschritten litten. Davon leben noch 59, nämlich 21 Männer und 38 Frauen. Zwei der letzteren haben das hundertste Lebensjahr überschritten, eine Frail im Kanton Tessin zählt 105 Jahre, eine andere in Basel ist vor kurzem 101 Jahre alt geworden.

Hus dem Gerichtsfaal.

§ Die Ehescheidung Luises von Koburg. Die Prinzessin Luise von Koburg hat jetzt die Widerklage gegen ihren Gotten bei dem Gothaer Landgericht eingereicht.

§ Ein Wechsclfälschungs-Prozesr. Vor der Strafkammer in Bamberg hat sich der Kaufmann Moritz Stern wegen Wechselfälschung in Höhe von 60 000 Mark zu verantworten. Geschädigt sind eine ganze Anzahl Banken. Der Fälscher war nach Amerika geflüchtet, auf Betreiben der bayerischen Regierung aber ausgeliefert.

Der Landwirt.

W Futtergerste. Nach den neuen Handelsverträgen ist der Zollsatz für Braugerste bedeutend höher als für glitten wäre. Die Unterscheidung, ob die Gerste zu Vrauzl^cckeu oder nur als Futter verwendbar, ist besonders für den Laien als auch den Zollbeamten recht schwierig. Es ist nicht aus­geschlossen, daß Gerste, die nur als Futterware verzollt, später in der Brauerei verwendet wird. Es wird nun be­absichtigt, durch Spitzen der als guttertoare verzollten Gerste diese für Bauzwecke unbrauchbar zu machen. Es wird be­absichtigt, an verschiedenen Stellen auf Rechnung des Steuer- fiskus eine maschinelle Einrichtung zu treffen, um das Spitzen ausführen zu können.

Kunst und {Hissenschaft.

MN Professor Franz Reuleaux f. In Charlottenburg ist der berühmte Physiker Professor Franz Reuleaux im Alter. Don 76 Jahren gestorben. Er hatte das Maschinenfach er­lernt, wurde praktischer Ingenieur, Professor in Zürich, dann Professor an der Gewerbeakademie in Berlin, deren Diektor er 1868 wurde. Als die Akademie 1879 in der Technischen Hochschule aufging, übernahm er an dieser die Professur für Maschinenbau und Kinematik. Im Nebenault mar er als Mitglied des kaiserlichen Patentamtes und im königlich technischen Oberprüfungsamt tätig. Seit 1896 war er vom Lehramt zurückgetteten. Auf den Weltaus­stellungen in London, Paris, Wien, Philadelphia, Sydney und Melbourne war er als deutscher Sachverständiger bc- fchäfttgt. Berühmt geworden ist sein Werk über die deurrche Ausstellung in Philadelphia 1876, bei der er die Aus­stellungsobjekte alsbillig und schlecht" bezeichnete. Diese Kritik wurde zu einem segensreichen Ansporn für die deutsche Industrie.

RB Erdbebenforschung. Auf der am 15. und 16. August im Reichsamte des Innern zu Berlin abgehaltenen inter­nationalen Erdbebenkonferenz, bei ber die Regierungen von Belgien, Bulgarien, Griechenland, Großbritannien, Italien, Mexiko, der Niederlande, von Norwegen, Portugal, Rumä­nien, Spanien, der Schweiz, Ungarns und der Vereinigten Staaten von Ameirika bertreten waren, wurden zunächst Satzungsänderungen angenommen. Sodann erfolgte die Konstituierung der die Geschäfte der Assoziation leitenden permanenten Kommission. Nachdem inzwischen die Ver­einigten Staaten, Spanien und Ungarn ihren Beitritt er- närt haben, gehören 18 Staaten der Assoziation an.

OG Julius Oppert f. In Paris ist der Senior der Orien­talisten, Julius Oppert, im Alter von 80 Jahren gestorben. Er war in Hamburg geboren, lebte seit 1847 in Frankreich und war einer der bedeutendsten Vertreter feiner Wissen­schaft. Seine Laufbahn begann Oppert als Lehrer der teutschen Sprache am Lyceum zu ßabal und wirkte dann in der gleichen Eigenschaft in Reims, bis er 1851 einer Expe­dition zur (Erforschung der Ruinenhügel in Mesopotamien beigeordnet wurde und von nun an dem Studium der orien­talischen Sprachen, besonders der Entzifferung und Erklä rung der assyrischen Keilschrift, sein Leben weihte. 1869 erhielt er das Lehrfach der Assyriologie am College de France, 1881 wurde er zum Mitglied der Academie des Fnstriptions gewählt. Der Name Opperts drang besonders wieder in die Oeffentlichkeit, als er beim Babel-Bibel-Streit die Theorien des Berliner Gelehrten Friedrich Delitzsch Sarf bekämpfte.

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24. August 1905.

*** Gestern Abend 7 Uhr 40 passierte der Kaiser von Wilhelmshöhe kommend, mittelst Sonderzuges sich nach Cronberg begebend, den Gießener Bahnhof.

* Der Kaiser als Oberschiedsrichter. Während der Kaisermanöver wird der Kaiser, wie dieDeutsche Ztg." meldet, selbst Oberschiedsrichter sein und nur an Tagen, wo er s lbst den Befehl übernimmt, durch den Prinzen Albrecht von Preußen vertreten werden.

V Laudtagsabgeordueter Lrun - Grotzea- Linden gehört nur als Hospitant dem Bauernbund resp, der Antisemitischen Partei an; er steht vielmehr im Grunde genommen der nationalliberalen Partei viel näher. Bezüglich seines Standpunktes zu h ssischen Berwaltungèfcogen, soweit er als Landtagsabgeordneter dazu Fühlung und Stelluug nehmen muß, so können wir mitteilen, daß er sehr gesunde und praktische Ansichten hat und unparteiisch nach seiner Ueberzeugung stimmt.

* Die hessischen Gerichtsvollzieher beabsichtigen eine Eingabe an die Regierung, in welcher um Abschaffung